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Rezensionen verfasst von
Erlkoenig (Rostock)

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Tom Clancy's Splinter Cell: Double Agent [Software Pyramide]
Tom Clancy's Splinter Cell: Double Agent [Software Pyramide]
Wird angeboten von marion10020
Preis: EUR 6,00

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Im kalten Schatten des Vorgängers, 2. Februar 2010
= Spaßfaktor:3.0 von 5 Sternen 
Ja, man versuchte etwas, erklärte Sam zum Vogelfreien und erdachte ein doppeltes Spiel, das nach dem großartigen Chaos Theory eigentlich nur schwächer werden konnte. So war es dann auch. An die hauseigene Außenstelle in Shanghai abgeschoben, tat Splinter Cell: Double Agent sich sichtlich schwer damit, eben so zu erscheinen, wie es ursprünglich angedacht war. Da wurden Missionen geschnitten oder gleich ganz weggelassen, versprochene Features gecancelt und der attraktive Coop-Modus nur für die Konsolenausgaben umgesetzt.

PC-Fans müssen abermals zähneknirschend Abstriche machen. Dafür bleibt dem Spieler eine Entscheidungsfreiheit, die sich jedoch schon bald als "oberflächlich" entpuppt und keineswegs den Wiederspielwert steigert. Die Grafik selbst wurde freilich nicht schlechter, protzt aber auch nicht mit Verbesserungen, die andere Versäumnisse vergessen machen. Der Rest ist klassisches Splinter Cell-Gameplay. Was dem Spiel tatsächlich fehlt, ist die sagenhafte Handlungsdichte des Vorgängers. Vielleicht hätte das einst geplante Zusammenspiel mit einem vom Computer gesteuerten Agenten noch etwas gerettet, so jedoch fehlt es an einer echten Innovation.

Die Maps sind zuweilen sehr unübersichtlich entworfen, was es besonders schwer macht, zwischen den Aufträgen der NSA und denen der JBA hin- und herzuspringen, ohne die Orientierung zu verlieren. Die Herausforderung, innerhalb einer bestimmten Zeit den richtigen Weg zu finden, übersteigt die, einen ehrgeizigen Wachmann abzuschütteln, häufig bei weitem. Aus einem Stealth-Shooter wird ein Jump & Run.

Just diese Mankos kosten es glatt zwei Sterne. Was bleibt, ist ein durchschnittliches Schleichspiel, dessen Macher die interessante Idee eines Doppelagenten nur mäßig umzusetzen wussten. Weshalb man die nette Anzeige, wie sichtbar man nun wirklich ist, zugunsten eines grün leuchtenden Punktes strich, ist mir zudem ein Rätsel. Damit empfehle ich es allenfalls waschechten Fisher-Fans, nicht jedoch Spielern, die zum ersten Mal ins Stealth-Genre schnuppern wollen.


Deutsche Küche: Die köstlichsten Rezepte
Deutsche Küche: Die köstlichsten Rezepte

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Mit netter Dessert-Abteilung, 2. Februar 2010
Es war vor ein paar Jahren: Ich hatte meine Mutter leichfertigerweise nach ihrem Rezept für Kartoffelsuppe gefragt, das sie augenscheinlich nur unwillig herausrückte, da brachte der letzte Weihnachtsmann doch tatsächlich dieses kleine Kochbuch für mich, anstatt den Flachbildfernseher, den ich auf meinen Wunschzettel gemalt hatte. Mama lächelte herzlich: "Weil du doch immer nach Rezepten fragst ..." Ich lächelte zurück. Und das nach einer Kartoffelsuppe ...

Jedenfalls hatte ich in den letzten vier Wochen Gelegenheit, das gute Stück zu studieren und das eine oder andere Gericht nachzukochen. Kartoffelsuppe sei auch darin, hatte sie mir versprochen, und in der Tat, so war es dann auch. Ahnend, dass sie früher oder später fragen würde, wie diese denn geschmeckt hätte, als hätte sie das Buch nur deshalb für mich erstanden, versuchte ich mich alsgleich daran. Das Ergebnis war ernüchternd ...

Natürlich enthält das Buch beinahe alle deutschen Klassiker, vom Rheinischen Sauerbraten über Arme Ritter bis hin zur gefüllten Ente. Das "Mini Gourmet", auf der kleinen Abbildung des Covers nur zu vermuten, macht aus mitunter deftiger, rustikaler deutscher Küche jedoch kleine Kunstwerke, die dementsprechend schwer nachzukochen sind oder am Ende mehr dem Auge als dem Gaumen schmeicheln. Die Bilder machen Appetit, keine Frage, scheinen aber gehobene Fertigkeiten mit der Pfanne zu erwarten. Rehschäufele in Wachholderrahm, Wildschwein in Burgunder, Kräuterforelle in Weißwein - herrje, ich wollte Kartoffelsuppe.

Die sah am Ende wie Apfelmus aus und schmeckte wirklich mild. Ich tröstete mich mit einem Streuselkuchen aus der Dessert-Abteilung, der eigentliche Hingucker dieses Büchleins. Dort fand ich kleine Herausforderungen, wie meinen Kuchen, und große, wie eine Baumkuchentorte, für die ich mir eine Woche Urlaub nehmen müsste.

Kaufempfehlung: Zu dem Preis? Wieso nicht! Die Gerichte sehen am Ende nicht aus wie bei Muttern, sondern wie in der Haute Cuisine, sind jedoch kurz und knapp erläutert. Das Sternchen Abzug begründet sich darin, dass die Zutatenliste nicht immer volksnah gehalten wurde. Dafür kann ich Naschkatzen die Rubrik der Nachspeisen ruhigen Gewissens ans Herz legen.


Star Trek - Away Team
Star Trek - Away Team
Wird angeboten von welle11
Preis: EUR 23,50

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Stimmungsvolle Echtzeit-Taktik mit Rollenspielelementen, 31. Januar 2010
= Spaßfaktor:5.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: Star Trek - Away Team (Computerspiel)
Unangemeldete Stippvisiten und hinterhältige Nierentritte klingen eher nach Taktiken der Romulaner oder Cardassianer. Nicht grundlos vermuten Verschwörungstheoretiker hinter jeder exotischen Tänzerin mit spitzen Ohren eine Agentin des Tal'Shiar und hinter jedem löffelgesichtigen Schneider einen Spion des Obsidianischen Ordens. Tatsächlich steht die Föderation ihren Nachbarn in diesem Belang in nichts nach. Das "Away Team" ist die Mission Impossible-Truppe der Saubermänner des Alls. Selbstverständlich weiß niemand von seiner Existenz und jene, die etwas ahnen, würden jedes Mitwissen von sich weisen, falls etwas schiefgehen sollte.

Star Trek: Away Team (ST:AT) ist ein Echtzeitstrategiespiel im Stile Commandos' und Desperados', das seinerseits im Utopia Roddenberrys spielt. Als solches heißt es, mit einem kleinen Spezialkommando in den entlegensten Winkeln der Galaxis diffizile Aufgaben zu bewältigen. Gegner werden möglichst still und leise einer nach dem anderen ausgeknippst, bis das jeweilige Missionsziel erreicht ist. Geduld, Raffinesse und Timing sind vonnöten, um unentdeckt zu bleiben. Ein tarnbares Schiff der Defiant-Klasse unterstützt die Crew in dieser Absicht.

Die große Stärke ST:AT's ist die perfekte Portierung der Grundidee vor den Hintergrund Star Treks. Zwar hat das Away Team die Lizenz zum Töten, muss aber wieder und wieder darauf verzichten, um nicht entdeckt zu werden oder diplomatische Beziehungen zu gefährden. Fast rollenspiel-typisch fühlt sich zudem die Auswahl der Mitglieder des Außenteams an, bei der man zum einen beweisen kann, dass man die Einsatzbeschreibung gelesen und verstanden hat, andererseits auch eigene Taktiken vorbereiten darf. Nicht jedes Besatzungsmitglied ist wie das andere. So verfügt die andorianische Ärztin über einen Neuraldisruptor, mit dessen Hilfe sie Freund und Feind ganz still und leise aus dem Spiel nehmen kann. Passend, wenn man bedenkt, dass Adorianer sehr konfrontationsbereit veranlagt sind. Der Quotenvulkanier beherrscht selbstverständlich den Gedankenverschmelzungstrick und die bolianische Wissenschaftlerin kann aus Planzen eines Planeten heilende Extrakte gewinnen. Man muss nur ein bisschen in ihren Personalakten blättern ... Jeder hat Vor- und Nachteile, derer man sich gemäß der Mission, die gerade ansteht, und dem eigenen Spielstil bedient. Die Ausrüstung lässt sich mit der Erfüllung von Sekundärzielen im Laufe des Abenteuers übrigens verbessern, was es sehr attraktiv macht, diese auch anzugehen.

Schließlich trifft man wenigstens einmal auf alle wichtigen Gestalten des Universums: Ferengi, Romulaner, Klingonen und selbst einen Borg-Kubus gilt es zu infiltrieren. Dennoch ist die Story sehr glaubwürdig und spannend erzählt. Denkt man, es könne kaum noch dramatischer werden, folgt die nächste Überraschung.

Eine Kaufempfehlung für Star Trek: Away Team setzt trotz der vier Sternchen, die ich vergeben habe, zwei Bedingungen voraus: Zum einen sollte man Trekkie sein, um sich der intensiven Tauchfahrt in diese Welt und der Akribie der Charakterportraits wirklich hingeben zu können, zum anderen bedarf es der drei oben genannten Fähigkeiten, um die zuweilen sehr taktiklastigen Einsätze anständig über die Bühne zu bringen. Einen Stern Abzug gibt es dafür, dass der Wiederspielwert nicht groß ist. Weiß man einmal, was man zu tun hat, ist dies zumeist im Eiltempo zu erledigen. Dass die Grafik nicht mehr die jüngste ist, dürfte nicht weiter verwundern. Das Genre ist im Aussterben begriffen, Neues steht erst einmal nicht in Aussicht.


Star Wars: Empire at War - Gold Pack [Software Pyramide]
Star Wars: Empire at War - Gold Pack [Software Pyramide]
Wird angeboten von Hauseinkauf - mit Sicherheit schneller Versand
Preis: EUR 44,90

39 von 52 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Spektakuläre Raumschlachten, drittklassige Bodenkämpfe, 29. Januar 2010
= Spaßfaktor:2.0 von 5 Sternen 
Wenn ein Echtzeitstrategiespiel auf der Software Pyramide landet und sein letztes Update vor mehr als drei Jahren erfahren hat, liegt die Vermutung nahe, dass es als solches kläglich gescheitert ist. Star Wars: Empire at War (EaW) ist die RTS-Auskopplung, die das wohl größte Franchise hinter sich hatte und nichtsdestoweniger versagte, auch nur mehr als ein paar Monate von sich reden zu machen. Die Gründe liegen meines Erachtens klar auf der Hand, wenn man ein paar Vergleiche zieht.

Ganz klar, das Spiel hat zwei Seiten. Die eine zeigt die Schlachten im Raum, zu denen es meistens kommt, bevor die Invasion eines Planenten befohlen werden kann. Hier übertrifft EaW alles, was ich zuvor gesehen habe. Die Dogfights laufen trotz zuweilen enormer Einheitenanzahl vollends übersichtlich und flüssig ab und sind denen der Filme grandios nachempfunden. Mehr noch! Die Action, die die schnellen Verfolgungsjagden der Tie-Fighter und X-Wings vermitteln, toppt die der älteren Filme locker. Der Clou im Vergleich zu Raumschlachten der Konkurrenz: Während in Star Trek Armada die Schiffe schließlich stehen blieben, um sich die Photonentorpedos um die Ohren zu hauen, ist in EaW ständig alles in Bewegung. Das betont auch den Vorteil der Wendigkeit kleiner Jäger gegenüber den dicken, korellianischen Schiffen und Sternenzerstörern, die langsam vor sich hinschweben und für eine Kehrtwende eine gefühlte Ewigkeit brauchen.

Die andere Seite meint die Bodenkämpfe. Das einfallslose Design der einzelnen Karten und die wenigen taktischen Möglichkeiten, die sich noch einmal um ein paar reduzieren, wenn erst ein Machtbegabter mitmischt, ließen mich glauben, es hätte ein komplett neues Studio just diesen Part der Entwicklung übernommen. Sei dem wirklich so, wäre das Outsourcing nach hinten losgegangen. Einheiten werden per Shuttle auf dem Schlachtfeld abgesetzt und nicht vor Ort produziert. Logisch, dass das den strategischen Freiraum weiter beschränkt. Doch damit nicht genug. So wartet die Infanterie der Rebellen geduldig, bis der ATAT des Imperiums in Stellung gebracht wurde und sich alsgleich anschickt, die kleinen Mobs über den Waldmond zu scheuchen. Echte Gelegenheiten, das Gelände taktisch raffiniert zu nutzen, existieren quasi kaum. Andere Produkte, wie Company of Heroes, das im gleichen Jahr in die Läden marschierte, machen vor, wie es geht. Hier wirken die Soldaten tatsächlich um ihr eigenes Leben besorgt und verschanzen sich verzweifelt, anstatt sich in Gruppen von ein paar Mann voreinander aufzustellen und solange den Abzug zu ziehen, bis sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen. Auch in puncto Grafik und Animation spielen die Gefechte zu Lande wenigstens zwei Klassen unter denen im All.

Völlig missraten ist zudem das Balancing. Kommandiert man das Imperium, fegt man nur so durch den Äther. Gegenwehr ist putzig, aber kein Grund, ins Schwitzen zu geraten. Spätestens mit den prolligen Kreuzern im Rücken sind die Aufständigen fast zu bedauern. Zudem räumen Vader und Sidius eine Map auch im Alleingang leer, Sturmtruppen sorgen da nur noch für farbliche Abwechslung zum tristen Schwarz. Im Gegenzug knacken zehn Staffeln X-Wings einen Sternenzerstörer binnen Sekunden, was dem Vorbild kaum gerecht wird. Dass sie dazu noch deutlich preiswerter sind, exponiert den Lapsus ordentlich ...

Summa Summarum: Finger weg, werte RTS-Fans nenneswerten Anspruchs! Die sensationellen Scharmützel im Orbit kann man einmal gesehen haben, machen den Kohl aber leider nicht fett. Das Problem Empire at War's ist ein beispielloser Niveauabfall an einer so wichtigen Stelle wie der der Bodenschlachten, die mich die Kampagne einfach nur noch durchstehen lassen haben.
Kommentar Kommentare (5) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 1, 2012 11:54 PM MEST


Thief: Deadly Shadows [Software Pyramide]
Thief: Deadly Shadows [Software Pyramide]
Wird angeboten von online-shop
Preis: EUR 17,99

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Im Dunkeln ist gut munkeln, 28. Januar 2010
= Spaßfaktor:5.0 von 5 Sternen 
Schon klar, es gibt da noch ein paar Schlüpfrigkeiten, die man im Dunkeln anstellen kann: Feiste Geldsäcke um ihr Beutelchen erleichtern zum Beispiel, ahnungslose Posten mit einem dicken Prügel von hinten niederknüppeln (klingt das unanständig oder was?) und ... nein, nichts und. Für alles andere hat Garrett, seines Zeichens erste Geige im ersten, zweiten und dritten Teil der umjubelten Dark Project-Reihe, weder Zeit noch Sinn, was die eine oder andere Hehlerin seines Vertrauens sicher zu Tode betrüben dürfte.

Garrett ist zweifellos eine der charismatischsten Gestalten, denen ich in der illustren Spiellandschaft begegnet bin. Rookies wie Assassin's Creed's Altair bleiben dagegen champignonfarben blass. Und das, obwohl wir in Thief: Deadly Shadows auf eine deutsche Lokalisierung im vollen Umfang verzichten müssen. Unsere Sprache spricht der lakonisch gestrickte Meisterdieb nämlich nicht, was dem Spielgefühl jedoch nicht abträglich ist. Ganz im Gegenteil! Die englische Stimme, so tief und herablassend sie zuweilen klingen mag, passt ganz wunderbar zum Rest der Figur. Ironie und Zynismus helfen Garrett dabei, auch den lästigsten Situationen etwas Komisches abzugewinnen. Wenn ihm, eines Geisterhauses gewahr, das schon von außen nichts Gutes verheißt, hörbar die Zähne klappern, fällt ihm doch trotzdem ein Spruch ein, der mich schmunzeln und hoffen lässt, es werde schon nicht so schlimm werden. Galgenhumor scheint sein Beruf zwangsläufig heraufzubeschwören ...

In puncto Gameplay ist Thief: Deadly Shadows das Musterbeispiel eines Stealth-Shooters. In einem mittelalterlichen Szenario, das sich von früh-industriellen und zuweilen postmodernen Erfindungen durchwachsen sieht, ist Garretts Refugium die Finsternis entlang der Wege, auf denen seine ahnungslosen Opfer wandeln. Als Spieler schleicht man entweder in der Ego- oder der Third Person-Perspektive von Schatten zu Schatten, um nicht gesehen zu werden. Denn ahnungslos sollten die Wachen bleiben. Im Nahkampf gegen mehr als einen Widersacher ist ohne Schwert nicht viel zu holen. Also bleibt man verborgen, löscht Fackeln mit Wasserpfeilen und drückt sich selbst die Daumen. Eine Anzeige verrät dabei, wie unsichtbar unser Charakter tatsächlich ist. Beim Überbrücken schwieriger Passagen, die beispielsweise stark beleuchtet und daher gut einzusehen sind, müssen dann ein paar Spezialpfeile her. So zum Beispiel ein Moospfeil, um lauten Untergrund mit einem weichen Teppich zu überziehen und diesen dann auch sprintend passieren zu können, ohne gehört zu werden.

Die Grafik genügt auch heute noch, um stimmungsvolle Stunden zu garantieren. Zudem läuft das Spiel, indes sechs Jahre alt, auch unter Windows Vista, ohne Zicken zu machen. Das kann nicht jeder Titel dieses Jahrgangs von sich behaupten. Abzüge gibt es meines Erachtens für den skurrilen Endgegner, der sich fern, fern des übrigen Designs befindet, sowie die Möglichkeit, sich durch das Gros der Missionen massenmordend zu mogeln. Einem Pfeil aus dem Nichts haben die meisten Gegner nämlich nicht viel entgegenzusetzen. Diese, nun, nennen wir es großzügig Taktik, jedoch passt in keinster Weise zum Auftritt des Hauptdarstellers und seiner Rolle im Stück. Strengere Vorgaben wären hier und da wünschenswert gewesen. Unter Liebhabern der Vorgänger steht zudem die Handlungsfreiheit zwischen den einzelnen Missionen zur Debatte. Die wiederum störte mich nicht. Die Entscheidungsfreiheit half mir gar, mich intensiver mit Garrett zu beschäftigen und die kleine Stadt, in der er lebt, besser kennenzulernen. Gestanden sei jedoch, dass ich Teil 1 und 2 nicht selbst gespielt habe und daher keine Vergleiche ziehen konnte.

Fazit: Zupacken, wenn grundlegendes Interesse am Genre besteht! Auch jene, die mit der englischen Sprache auf Kriegsfuß stehen, sollten Deutsch lesen und damit verstehen können, worum es geht. Das Versäumnis der Entwickler rutscht bald in den Hintergrund. Obacht rate ich allerdings allen Angsthasen. Das romantische Ambiente flackernder Fackeln und prasselnder Kamine ist nur ein Auszug aus der Stimmungsvielfalt Deadly Shadows. Es warten ein paar gruselige Augenblicke, wie sie auch Doom 3, Fear und Resident Evil nicht eingängiger lieferten. Da heißt es dann, cool zu bleiben. Immerhin geht unser Antiheld mit gutem Beispiel voran ...


Star Trek - The Next Generation: Birth of the Federation
Star Trek - The Next Generation: Birth of the Federation

11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Läuft dank Patch gar unter Windows Vista, 27. Januar 2010
= Spaßfaktor:5.0 von 5 Sternen 
Kleine Anekdote als Aperitif: Als ich mir vor wenigen Tagen eine alte Star Trek: Deep Space Nine-Folge in den Player schob, um das Einschlafen so unterhaltsam wie möglich zu gestalten, weckte ich doch unbedacht süße Erinnerungen an eines der stimmungsvollsten Spiele, die mir als Trekkie je untergekommen waren. Die Raumstation als Dreh- und Angelpunkt im Orbit, das arme Bajor, das die Fesseln der Ünterdrücker just abstreifen konnte und diplomatische Ränkespielchen, wie ich sie als kleiner Intrigant stets zu inszenieren wusste. Der feige Ferengi mit dem bezaubernden Lächeln inspirierte mich doch tatsächlich, noch einmal in Microprose Birth of the Federation (BotF) hineinzuschnuppern ...

Und schnell wurde offensichtlich, weshalb es mich damals so zu begeistern vermochte. Dabei spotten die taktischen Möglichkeiten heute wahrscheinlich jeder Beschreibung rundenbasierter Strategiespiele, da sie so überschaubar sind. Was BotF stattdessen kann, ist echtes Star Trek-Flair zu schüren, und das auf ganz unterschiedliche Art und Weise. Jede der fünf Großmächte des Quadranten hat ihr ganz eigenes Interface, von Einheiten und Gebäuden ganz zu schweigen, das speziell an deren Darstellung im Geschehen um Deep Space Nine angelehnt ist. Romulaner operieren vor allem aus dem Verborgenen heraus, was nicht nur ihre wohlweislich gut getarnten Warbirds, sondern auch ihr ausgefeilter Geheimdienst untermauern. Der Föderation werfen sich die kleineren Rassen nur so an den Hals, was ein schnelles Wachstum garantiert. Cardassianer sind Meister der Tyrannei und wissen, für Ruhe und Ordnung auch in rebellierenden Systemen zu sorgen. Die Ferengi sind natürlich auch in BotF scharf auf's Latinum und überaus zahlungskräftig, was ihre vergleichsweise schwachen Schiffe wettmacht. Und Klingonen erweisen sich als äußerst missmutig und launisch, wenn man nicht regelmäßig einen Streit vom Zaun bricht, der die Birds of Prey zu Schwärmen ins All ruft. Jede Rasse genießt also ihre ureigenen Vorzüge, die es gerade auf höherem Schwierigkeitsgrad auszuspielen gilt - nicht zuletzt der Abwechslung zuliebe.

Dabei können sämtliche Parameter von Grund auf selbst festgelegt werden. Dazu gehört der Stand der Forschung, der seinerseits bestimmt, welche Schiffe und Gebäude euch zur Verfügung stehen, ob es Zufallsereignisse geben soll und wieviel kleinere Rassen auf der zufallsgenerierten Karte verteilt werden. Auch die haben eigene Vorlieben und Fähigkeiten und sie reagieren auf jede Großmacht anders. So sind Vukanier Romulanern gegenüber fast zwangsläufig misstrauisch eingestellt, von der Föderation aber schnell und einfach zu rekrutieren. Auf Spionage bedachte Fraktionen, wie die Cardassianer, tun zudem gut daran, sich mit kleinen Rassen wie den Ktarianern zu verbünden, um die speziellen Einrichtungen des Volkes nutzen zu können, die ihrer Taktik in die Hände spielen.

Beruhigen kann ich ferner all jene, die da fürchten, BotF würde unter Windows Vista und XP nicht mehr laufen. Dem ist nicht so, wenn man einen entsprechenden Community-Patch installiert, der online leicht zu finden ist. Er bringt das Spiel auch automatisch auf Version 1.02.

Zum Kauf rate ich dennoch ausschließlich ausgemachten Star Trek-Fans und rücksichtslosen Nostalgikern, die eine altbackene Grafik und gelegentliche Abstürze - die auch den Stern Abzug begründen - für das großartige Ambiente hinnehmen, das BotF zu bieten hat. Alle anderen lassen bitte die Finger davon! Bedauerlich, dass es selbst nach zehn Jahren keine Low Budget-Ausgabe zu geben scheint ...
Kommentar Kommentare (6) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 19, 2012 7:51 PM MEST


Hitman: Blood Money [Software Pyramide]
Hitman: Blood Money [Software Pyramide]

13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der beste Teil der Reihe, 18. Januar 2010
= Spaßfaktor:5.0 von 5 Sternen 
In Hitman: Blood Money findet die vierteilige Reihe um den geklonten Auftragskiller Nummer 47 ihren vorläufigen Höhepunkt. Man nahm sich die Schelte der Fans nach dem mittelmäßigen dritten Teil augenscheinlich zu Herzen und schusterte eines der besten Stealth-Spiele zusammen, die es bis dato zu kaufen gibt. Gerade auf Abwechslung in der Wahl der Settings und Sprünge von Stimmung zu Stimmung haben die Verantwortlichen viel Wert gelegt. Und das Konzept geht auf ...

Viel Rot und Schwarz, ein warmes Orange von Zeit zu Zeit. Der vierte Teil der Hitman-Saga arrangiert mithilfe von wenigen Farben ein besonderes Ambiente. Beschwerte sich die deprimierte Anhängerschaft nach Contracts noch, es sei zu trist und düster gewesen, bleibt ihnen nach Blood Money nichts anderes übrig, als dem perfekte Farbenspiel stehend Applaus zu klatschen. Die Entwickler jonglierten gekonnt mit Tag- und Nachtschauplätzen und hüpften elfengleich zwischen schmutzigen Szenarien und klinisch weißen Augenblicken hin und her. Erdrosselt 47 in einem Level noch einen Kellner auf dem schmutzigen Hinterhof einer schlüpfrigen, kleinen Bar, spaziert er in einem anderen wie ein Gesandter des Himmels durch eine Allee aus rosa-weißen Kirschblütenbäumen. Die Szenerie wirkt nicht selten surreal, wie aus einem Traum geklaut und doch durch viele, kleine Details wie gemacht für unseren Helden. Er ganz blass und kalt, die Welt um ihn herum lebendig, aufgewühlt. Bunt karikiert scheint sie in ihren sündhaften Zügen, den schönen und den hässlichen Momenten, wie ein lieblos gezeichnetes Strichmännchen hält der Hauptdarsteller dagegen. Das macht den Reiz dieses Parts aus.

Wie schon der Vorgänger ist auch Blood Money ohne den Gebrauch von Schusswaffen durchzuspielen, wenn man vom überraschenden Epilog einmal absieht. Heimlichtuerei und Versteckspielen lohnt sich also wieder und beides steht unserem Naturtalent selbsterklärend auch viel besser zu Gesicht als stupide Feuergefechte. Beherrschung zahlt sich dieses Mal auch über eine Mission hinaus aus, denn bei übermäßiger Gewaltandwendung steigt der Bekanntheitsgrad und macht künftige Aufträge schwerer. Dass die Grafik indes deutlich mehr hermacht als noch zuvor, sei dabei nur am Rande erwähnt.

Kaufempfehlung? Vorausgesetzt, man weiß, worauf man sich mit einem Stealth-Shooter einlässt, gilt sie für Blood Money uneingeschränkt. Es ist neben Splinter Cell: Chaos Theory schlicht das Beste, was das Genre zu bieten hat.


Hitman: Contracts (Software Pyramide)
Hitman: Contracts (Software Pyramide)
Wird angeboten von Apollo1962
Preis: EUR 30,95

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Zu wenig Abwechslung, 18. Januar 2010
= Spaßfaktor:4.0 von 5 Sternen 
"Zu wenig Abwechslung", werden vor allem Spieler der Vorgänger bemängeln, wenn sie eine Weile in Hitman: Contracs verbracht haben. Doch auch in sich bleibt die Stimmung fortwährend die selbe. Nichts gegen triste, düstere Orte und den Eindruck, die Sonne wolle, soviel nackter Gewalt angesichtig, überhaupt nicht mehr lachen, aber jedwede Art und Weise bedarf von Zeit zu Zeit einer kleinen Zäsur, um nicht monoton, ja ideenlos zu wirken. Just die jedoch fehlt dem dritten Teil der Hitman-Reihe gänzlich ...

Grafische Verbesserungen im Vergleich zum zweiten Abenteuer 47's sucht man in Contracs vergeblich, vier Missionen hat es so oder so ähnlich schon einmal gegeben und auch das Gameplay blieb unberührt, was im Falle eines Computerspiels kein Grund zum Jubel und zum Anstimmen zweistimmiger Keuschheitsgesänge ist. Hier wurde Altes einfach aufgegossen, als müsse man mit dem Pulver sparen. Flashbacks sollen dem Spieler weismachen, dass das schon seine Richtigkeit habe, doch der weiß es natürlich besser.

Lobenswert: Hitman: Contracts übernimmt den Gedanken eines Stealth-Shooters und führt ihn zur Perfektion. Musste man in den ersten beiden Teilen dann und wann noch zur Kanone greifen, um sich Gehör zu verschaffen, ist es hier möglich, jede Mission zu beenden, ohne auch nur einen Schuss abzufeuern. Vorausgesetzt, man grübelt über Alternativen ...

Fazit: Das dunkle Ambiente Contracts spiegelt das lakonische Gemüt seines Protagonisten beispielhaft. Die Hoffnungslosigkeit, die das Ausbleiben von Tageslicht suggeriert, passt ganz wundervoll in 47's Leben, das da nur Mord und Totschlag kennt. In diesem Sinne ist dieser Teil also sehr wohl aussagekräftig, was natürlich nicht darüber hinwegtäuscht, dass man sich etwas mehr Abwechslung wünscht. Neulingen wird die technische und narrative Stagnation des Franchise an dieser Stelle wohl kaum ins Auge springen, aber dafür die innerhalb des Spieles selbst. So gibt es sicherlich schönere Einsteiger ins Stealth-Genre ...


Hitman 2 - Silent Assassin
Hitman 2 - Silent Assassin

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Der perfekte Einstieg ins Stealth-Genre, 16. Januar 2010
= Spaßfaktor:5.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: Hitman 2 - Silent Assassin (Computerspiel)
Schmetterlinge im Bauch, wenn ihr an eine aberwitzige Masquerade denkt, die Geheimnistuerei auf dem Weg zum Ziel und das stille Ableben eines ahnungslosen Mafioso? Das Rollenspiel ist Vorspiel zur Tat, es folgt die stammelnde, röchelnde Laudatio des armen Opfers anlässlich seines eigenen Abgangs, bis dass der finale Höhepunkt winkt. So oder so ähnlich läuft es schließlich in jedem Stealth Shooter, nicht zuletzt im zweiten Teil der legendären Hitman-Reihe. Wer sich schon immer an einem Spiel des Genres versuchen wollte, findet in "Silent Assassin" einen idealen Einstieg.

Hitman 2 war nicht mein erster Stealth Shooter, aber das erste Abenteuer des Hitman-Packets, das ich in die Finger bekam. Der direkte Vorgänger ist hierzulande nach seiner feierlichen Aufnahme in die Hall of Fame böser Spiele ja nur noch unter Umständen zu erstehen. Ich sah mich rasch getröstet und nahm mit dem zweiten Teil vorlieb.

Ein Crashkurs für Neueinsteiger: Stealth Shooter funktionieren fast alle nach dem gleichen Prinzip. Der Spieler übernimmt die Kontrolle über die Hauptfigur der kleinen Erzählung und führt diese vorbei an allem, was einem an die Wäsche will, hin zum eigentlichen Ziel. Das wird dann für gewöhnlich kurz und schmerzlos um die Ecke gebracht. Zeit ist schließlich Geld. Während man in Splinter Cell Schatten und Dunkelheit nutzt, um unterwegs nicht entdeckt werden, gilt es in Hitman, durch Verkleidungen unerkannt nah genug an den Todgeweihten zu gelangen. Idealerweise verschwindet man ebenso unauffällig und sackt die Belohnung ein.

Zum Hintergrund: Der Star der Hitman-Saga heißt Nummer 47, ein Klon, genetisch perfektioniert und mit nur einer Aufgabe bedacht: Menschen zu töten, ohne Fragen zu stellen. Eine Familie, um die er sich kümmern muss, hat er nicht, aber einen Vertrauten. Und den hat sich doch tatsächlich ein lebensmüder Gangster gekrallt, der nun schon einmal sein Testament machen darf. Auf einer Schnitzeljagd um die Welt sucht 47 nach Hinweisen auf den Verbleib von Padre Vittorio. Und er wird fündig ...

Die Missionen sind allesamt spannend gehalten, die Story bleibt es bis zum Schluss. Für Abwechslung sorgen allein schon die verschiedenen Orte, die man bereist. Japan, Russland, Italien ... Und ebenso abwechslungsreich darf der Spieler versuchen, den jeweiligen Auftrag zu erledigen. So kann er durchaus die Silverballer zücken und sich wie ein Abgesandter des Teufels durch die Leibgarde eines Zielobjekts mähen, er kann aber auch den eleganten Weg wählen und niemanden sonst töten, wenn er sich nur gut genug umschaut. Dafür braucht es normalerweise natürlich eine Garderobe, die nicht sofort verrät, wer sich hier unters Volk gemischt hat. Ist ja nicht so, als wäre die Totengräber-Mimik und der auffällige Haarschnitt nicht schon verdächtig genug.

In "Silent Assassin" geht es jedoch nicht immer "still" zur Sache, wie der Subtitel verspricht. Es gibt sehr wohl Augenblicke, in denen es auf nackte Feuerkraft ankommt. Dann ist Schluss mit Raffinesse und Taktik, dann braucht es schlicht Schnelligkeit und Geschick. Das genau kostet das Spiel für meinen Geschmack auch einen Stern. Nicht, weil mir diese Stellen keinen Spaß gemacht hätten, aber es passt nicht zum Rest. Wer die Hektik eines Third Person-Shooters scheut und hierdrin Abwechslung sucht, wird nur bedingt bedient. Dennoch lohnt der Kauf, sofern man sich klar macht, dass Action hier schlicht zweitrangig ist und der Nervenkitzel anders gewonnen wird. Dann wiederum ist der erste Schritt in ein begeisterndes Franchise getan, denn Nachschub ist mit drei weiteren Auskopplungen massig vorhanden ...


Company of Heroes [Software Pyramide]
Company of Heroes [Software Pyramide]

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Großartige Echtzeitstrategie im Weltkriegsszenario, 15. Januar 2010
= Spaßfaktor:5.0 von 5 Sternen 
Sudden Strike dürfte bewanderten Fans taktiklastiger Echtzeitstrategie für den PC wohl durchaus ein Begriff sein. Company of Heroes orientiert sich an dessen Vorbild und übertrifft es in vielerlei Hinsicht um Längen.

Zweiter Weltkrieg, die Wehrmacht hat die Landung der Alliierten hinnehmen müssen, da schicken sich amerikanische Verbände an, ins Landesinnere einzurücken und der Besatzung ein Ende zu setzen. Dabei geraten die eigenen Truppen wieder und wieder in Unterzahlsituationen, die den Spieler zwingen, sich zu verschanzen und einen Ansturm der Deutschen abzuwehren. Ich liebe derlei Verteidigungsschlachten ja abgöttisch, da deren Bewältigung - vor allem auf dem gebotenen Schwierigkeitsgrad - reifliche Überlegungen voraussetzt. Noch ein MG-Nest an dieser Stelle, noch ein Mörser-Trupp an jener dort. Häuser wollen strategisch clever "bewohnt" werden. Ein Scharfschütze in einem der oberen Stockwerke mit Aussicht auf eine wichtige Straße ist sein Gewicht in Gold wert.

Und ohne dicke Kriegsmaschineríe ist eine echte Offensive natürlich undenkbar. Es bedarf schon ein paar Shermans, will man den deutschen Tigern und Panthern etwas entgegensetzen, das ihnen Angst macht. Die jedoch müssen wiederum von Pionieren begleitet werden, die sie einerseits reparieren, andererseits schon einmal vor dem Schlimmsten bewahren können, indem sie sich um Minenfelder kümmern.

Company of Heroes' eigentlicher Vorzug ist die beispielhafte Ausgeglichenheit und die enorme Abwechslung, die es bietet. Fast jede Einheit spielt eine tragende Rolle, die irgendwann einmal von Bedeutung sein wird. Keine ist demnach überflüssig. Das heißt allerdings, dass man gut daran tut, sich der verschiedenen Talente auch zu bedienen, oder kläglich scheitert. Geduld und Hirnschmalz wird es brauchen, um das Ende der jeweiligen Mission als Sieger zu erleben. Abwechslung meint dabei nicht nur unterschiedliche Aufgabenstellungen, sondern auch die verschiedenen Gewichtungen einzelner Truppenteile über die Kampagne hinweg.

So gibt es Missionen, in denen man sich mithilfe von stationären MG-Nestern und Artillerie einfach eingraben und gedulden muss. Man lässt den Gegner sprichwörtlich kommen und wartet auf die eigene Verstärkung. In einer anderen gilt es, fast ausschließlich Panzer zu beordern, um Jagd auf ein Bataillon Prototypen der Deutschen zu machen. Infanterie stünde hier nur im Weg. Die Nächste verlangt vielleicht schon, einen Stützpunkt des Feindes zu infiltrieren und sich seiner Ausrüstung zu bemächtigen. Hier beginnt man nur mit ein paar Fallschirmjägern und muss sich das schwere Gerät vom Feinde erst erbeuten.

Fazit: Als das Spiel, was es sein will, ist Company of Heroes schlicht fehlerfrei. Mir jedenfalls wollte keiner ins Auge springen, was die fünf Sterne erklärt, die ich nur selten vergebe. Allerdings urteile ich auch nur über den Singleplayer, da ich mich nie am Mehrspielermodus versucht habe. Natürlich muss man sich für das Genre und das Setting begeistert können, um sein Geld gut angelegt zu wissen. Ist die Voraussetzung jedoch erfüllt, steht einer ausdrücklichen Empfehlung meinerseits nichts mehr im Wege.

ACHTUNG: CoH gibt es inzwischen auch in der Gold Edition für lediglich einen Cent mehr. Die enthält neben dem Basisspiel auch das erste AddOn Opposing Fronts, was die Version der Software Pyramide hinfällig machen sollte.


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