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Rezensionen verfasst von
Erlkoenig (Rostock)

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Simon the Sorcerer - Chaos ist das halbe Leben
Simon the Sorcerer - Chaos ist das halbe Leben
Preis: EUR 9,43

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Warnung an Windows-7/64-Bit-Nutzer, 27. September 2013
= Spaßfaktor:1.0 von 5 Sternen 
Mittwochabend, vor dem Regal eines dicken Elektroriesen in Hamburg: Schon aus dem Augenwinkel hatte ich Simon ausgemacht und gleich war meine Hand schneller als mein Hirn gewesen. Flux hatte sie das Spiel gepackt und hielt es fortan fest umklammert. Der Dealer meines Vertrauens nämlich führte Simon nicht. Das war meine Chance - als hätte ich es nicht jederzeit auch via Online-Versand ordern können.

Erst im nächsten Moment fiel mir ein, vor ein paar Jahren saftige Rezensionen zu irgendeinem Simon-the-Sorcerer-Teil gelesen zu haben. Zahllose Abstürze, lästige Kompatibilitätsprobleme - das Ding war damals unspielbar gewesen. Also verglich ich noch einmal mithilfe des Smartphone an Ort und Stelle, stieß in den drei Top-Rezensionen jedoch nur auf zufriedene Kunden und war beruhigt. Ab zur Kasse und nach Hause. Daheim dann das böse Erwachen: Die Installation bricht auf den letzten Metern mit einer Fehlermeldung ab.

Also Google zur Hand, Lösung herbei, Datei heruntergeladen, vorinstalliert, dann der zweite Versuch - et voilà: Es lief. Leider folgten Abstürze bei jedem Render-Video, die adventurespiele.net Windows 7/64 Bit zuschreibt. Kostete mich übrigens eine weitere Stunde Recherche. Vorher hatte ich Patch 1.1 heruntergeladen, um dann festzustellen, dass die DVD-Version bereits auf diesem Stand war, Installation und Start des Spiels als Admin veranlasst, gecheckt, ob meine Grafikkarte eine Carta non grata war, sämtliche Treiber aufgefrischt und die Anwendung in drei verschiedenen Kompatibilitätsmodi ausgeführt. Ohne Erfolg. Bei den Zwischensequenzen schmiert "Chaos ist das halbe Leben" konsequent mit einem Crash to Desktop und ohne ordentliche Fehlermeldung ab. Mit fremder Leute Savegames zu hantieren, um diese zu umgehen, kommt für mich nicht in die Tüte. Was kann ein Spiel schon, wenn nicht das?

Windows-7/64-Bit-Nutzern sei deshalb nachdringlich hiervon abgeraten. Es handelt sich bei diesem vierten Teil sehr wohl um den damals so beklagten. Wer das Risiko eingehen möchte, die 8 Euro in den Sand zu setzen, und dabei über die Lösung stolpert, darf mich gerne instruieren. Ich zögere dann auch keine Sekunde, das harte Urteil meiner Kritik zu überdenken. Bis dahin jedoch bleibt es bei einem Stern - auch um diese meine Warnung entsprechend auffällig zu machen. Fans bitte ich, mir das nachzusehen.
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 30, 2013 10:34 AM MEST


Assassin's Creed: Revelations
Assassin's Creed: Revelations
Wird angeboten von skgames
Preis: EUR 9,49

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Stammi bene, Ezio!, 20. September 2013
= Spaßfaktor:4.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: Assassin's Creed: Revelations (Computerspiel)
Titelheld Ezio ist alt geworden, Freunde, und mir geht's wie ihm. Während er inzwischen grau meliert und hörbar japsend über die Dächer Konstantinopels hüpft, will ich ihn nicht gehen lassen. Nach drei Teilen habe ich mich an seine Gelassenheit gewöhnt wie an die warme Decke um meine Beine und den Pfefferminztee gleich vor mir. Ich sagte ja, ich würde alt. Immerhin, Assassin's Creed: Revelations bringt die Geschichte unseres Florentiners zu einem würdigen Ende, büßt aber an anderen Stellen ein.

Nach der dicken Neuerung des Rekrutierens junger Assassinen in "Brotherhood" fiel es "Revelations" sichtlich schwer, eine echte Überraschung aus dem Hut zu ziehen. Die gar mit einem eigenen Tutorial versehene Hakenklinge jedenfalls gab es in ihrer Hauptfunktion, beim Klettern selbst höhergelegene Kanten zu erreichen, schon in AC2 in Form der Armschiene. Zum kampflosen Überwinden der Gegner habe ich sie nicht einmal verwendet. Warum auch? Ezio ist unbesiegbar und läuft nicht davon. Als echte Gameplay-Erweiterung gehen dafür die Bomben durch, die neue taktische Experimente erlauben. Über drei unterschiedliche Komponenten lässt sich Verzögerung, Wirkungsradius und Art des Inhalt bestimmen. Danach wirft man die Dinger wie Granaten, um abzulenken, im Rauch zu verschwinden oder ganze Mobs byzantinischer Infanterie mit Schrapnellen zu spicken. Als wirklich hilfreich empfand ich sie allerdings nur beim Ausschalten gegnerischer Geschützstellungen, die sonst nicht einsehbar waren. Der Rest ist meist Spielerei.

Zu selten auch war ich gezwungen, eine der zahlreichen Assassinen-Festen zu verteidigen. Die werden stets angegriffen, wenn Ezio zu viel Aufsehen erregt und es versäumt, Ankläger auszuschalten oder Ausrufer zu bestechen. Sobald eine solche Trutzburg jedoch von einem Meisterassassinen bewohnt wird, wagen es die Templer nicht mehr. Ich hatte daher nur zweimal das kurze Vergnügen.

Zum Design der Stadt: Hinter "Brotherhood" und dem ewigen Rom steht auch das farblose Konstantinopel zurück. Bei gleicher Größe scheint es bar jeder Abwechslung, wohl auch weil die Sehenswürdigkeiten nicht die Berühmtheit des Colosseums erreichen erreichen. Ein Blick über die Skyline der Metropole ließ mich gelangweilt gähnen. Trotzdem wirkt sie mit ihren plaudernden Menschenmassen wieder quicklebendig. Wahrscheinlich war es nicht einfach, Rom in Chic und Charme zu übertreffen.

Zur Rahmen- und Binnenhandlung: Desmonds Abenteuer kommt kaum voran. Selten geschieht etwas, was ich wirklich beklagenswert fand. Die Dramatik der Vorgänger bleibt aus. Logisch, am Ende setzt es wieder einen Cliffhanger, der Action im nächsten Teil verspricht. Dieses Mal jedoch herrscht narrative Flaute. Die Geschichte im Animus um die Ränkespielchen am Bosporus ist immerhin solide. Was ihr für meinen Geschmack fehlt, ist Unvorhergesehenes. Von sehr viel größerem Zauber dagegen und ja, gar mehr Spannung, schien mir dafür der Strang der Sofia-Erinnerung. Wohl auch weil er direkt mit Ezios persönlichem Schicksal verbunden ist.

Hauptkritikpunkt meinerseits: Der Schwierigkeitsgrad. Voll ausgerüstet ist Ezio Auditore praktisch nichts anzuhaben. Er wehrt sich mit Schwert und Dolch und Messern und Klinge und Armbrust und Pistole und Bomben und einer fetten neuen Rüstung, die ich auf einmal trug, ohne recht zu wissen, wer sie mir angelegt hatte. Im Ernst, den Meisterassassinen-Harnisch gab's quasi gratis, während die übrigen Garnituren erst nach und nach bei den Schmieden auftauchten. Doch wozu diese noch erstehen, wenn ich schon dick eingepackt bin? Hinzu kam, dass jeder Fußsoldat Medizin in der Tasche trägt und selbst die Janitscharen zu viert oder fünft schlechte Karten haben. Nicht einmal die Kletterpassagen, zuvor stets meine Achillesferse, verlangten mir viel ab. Wälzte ich zu AC2-Zeiten noch YouTube-Videos, um es überhaupt zu schaffen, gelang es mir in "Revelations" meist auf Anhieb mit voller Synchronisation. Und noch einmal: Ich werde alt und damit begriffsstutziger; es sollte mir nicht leichter fallen.

Kurz zum Mehrspieler-Modus: Den habe ich in "Revelations" zum ersten Mal ausprobiert, und nach einer Stunde befand ich: Nichts verpasst. Die Idee der Marke, sich unentdeckt an das Opfer heranzupirschen, versinkt in oft wildem Hin und Her. Mehr hetzt man das Ziel, als dass man es überraschen könnte. Das gipfelt in Deathmatch-Runden schon einmal darin, dass sich vier der sechs Spieler auf einem Dach versammeln und damit praktisch nebeneinander stehen - schon enttarnt, sofort entdeckt. Da heißt es, die Luft anzuhalten und schneller zu reagieren als der, der den Auftrag hat, einen umzulegen. Das eigene Erscheinungsbild sowie das der Gegenspieler bleibt auch nach dem Respawn dasselbe. Lange dauert es also nicht, ehe man die bösen Jungs schon aus der Ferne ausmachen kann. Selbst wenn sie einmal unauffällig durch die Gegend schlendern. Für eine Stunde kann man sich das aber durchaus einmal geben.

Fazit: Ezios Suche fand nach weiteren 30 Stunden Spielzeit ein Ende und wie zuvor gelang es den Jungs von Ubisoft auch dieses Mal, Figuren zu kreieren, die lebenswahr scheinen und Gefühle schüren. Dafür gebührt ihnen Beifall. Bemüht waren sie gewiss und Volltreffer sind eben selten. Jetzt bange ich ob des nächsten Parts, der da so üble Kritiken erhielt. Umsonst, denn hindurch muss ich sowieso. Für den Augenblick bleibt mir nur, Lebewohl zu sagen: Stammi bene, fratello mio!


Hitman: Absolution (100% uncut) - [PC]
Hitman: Absolution (100% uncut) - [PC]
Wird angeboten von skgames
Preis: EUR 8,49

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ego te absolvo!, 19. September 2013
= Spaßfaktor:3.0 von 5 Sternen 
Weihnachten 2007 zwischen Mamas Soljanka und Omas Ente: Geistesabwesend rätselte ich, wie ich der Zielperson in Level eins von "Blood Money" beikommen könnte, ohne dessen kleine Hacienda samt Partygästen und Wachmannschaft dem Erdboden gleich zu machen, da entsann ich mich eines Artikels in der Vanity Fair. Der hatte die ein paar Wochen zuvor erschienene Kinoadaption "Jeder stirbt allein" gar übel verrissen und die Vorlage - ja, unsere geliebte Hitman-Reihe - als "Ballerspiel" beschimpft. Der Autor, Pardon, die Autorin hatte wahrscheinlich im Leben noch kein Gamepad in den Händen gehabt. Teil vier, an dem ich gerade saß, war schließlich durchzuspielen, ohne auch nur einen Schuss abzugeben. Ich wusste nur noch nicht wie.

"Absolution" bricht schon im Tutorial mit dem "lautlosen Killer"; es beginnt und endet mit Kopfschüssen. "Sauberer Kill" haucht mir eine hörbar erregte weibliche Stimme ins Ohr und meine pazifistische Freundin rechts neben mir straft mich mit einem Stirnrunzeln, das selbst 47 gruseliger nicht hinbekommen hätte. Was folgt, ist eine verheißungsvolle Mission mit einem bunten Sammelsurium an Liquidierungstechniken und dem patentierten Hitman-Humor. Beides sollte im Verlauf des Spiels zunehmend in den Hintergrund treten.

Was bleibt, sind alternative Schritte, um das jeweilige Klassenziel zu erreichen. Einige davon sind jedoch so billig zu gehen, dass ein im Grunde aufwändig programmiertes Level schon nach fünf Minuten ad acta liegt. Gewiss, manchmal sucht man ein Weilchen, schraubt am Timing und startet den Einsatz zehn Mal, aber eben beileibe nicht immer. Der Schwierigkeitsgrad nimmt nicht zu, sondern wankt orientierungslos. Den Showdown meisterte ich trotz trockener Zuhilfenahme des Scharfschützengewehrs mit der Höchstwertung. Wie die sich im Detail zusammensetzt, erschloss sich mir bis zum Ende nicht. Sind Verkleidungen nun erlaubt oder nicht? Leichen verstecken, schon klar. Und was genau macht einen Markenzeichen-Kill aus?

Abzüge daneben auch für die Spielmechanik. Dahin das überlegte Suchen nach Mitteln und Wegen, um jemanden auszuknipsen. Unser Hauptdarsteller ist meistens in Eile, was mich geradezu paranoid werden ließ. An mehreren Stellen entschied ich mich, den just erreichten Ausgang trotz Chaos und Vernichtung hinter mir zu benutzen, um endlich durchschnaufen zu können. Die Spieldauer - laut Steam 22 Stunden in meinem Fall - definiert sich vor allem darüber, dass man Missionen mehrfach angeht. Nur so sind sämtliche Herausforderungen auch zu erreichen, da sie sich oft gegenseitig ausschließen. Leider liegt darin wenig Reiz für mich.

Dem ganzen Gemecker zum Trotz gibt's 47-Charme, wie wir ihn bestellt haben. Seine Dialogzeilen passen auf einen Einkaufszettel und keine noch so skurrile Verkleidung ist ihm zu dumm, um mit der Umgebung zu verschmelzen. Die Level sind höchst abwechslungsreich designt. Allein die Haupthandlung - mit hagebuchenen Logiklöchern gespickt und dennoch so vorhersehbar - passt nicht dazu. Das Ende fand ich schlaff, der Cliffhanger gab mir wenig. Zum Vergleich dazu: Nach dem Abspann eines jeden Assassin's Creed würde ich am liebsten sofort das nächste anpacken.

Ein Wort zu den neuen Online-Modi: Ich habe mich nur an einem von einem anderen Hitman-Fan erstellten Auftrag versucht. Der war mir glatt zu einfach und geradezu starr. Die Location kannte ich schon, die drei Delinquenten standen wie angewurzelt auf der Stelle und waren leichte Beute. Grund genug, es dabei zu belassen.

Zur Sniper-Challenge: Das Mini-Spiel im Spiel, ursprünglich vor Release erschienen und inzwischen im Steam-Paket enthalten, ist tatsächlich nicht mehr als eine Mission mit Shooter-Flair. Von einem Hausdach schießt man aufs andere, auf dem wiederum eine Party tobt. Dort heißt es, die Zielperson zu erwischen und deren Wachen möglichst so zu treffen, dass sie über die Reling gehen und damit sofort versteckt sind. Nach einer halben Stunde hatte ich alles gesehen und die Schnauze voll.

Die Absolution gibt's von mir, insofern ich an einem neuen Hitman dann doch nicht vorbeikäme. Bis dahin jedoch bleibt "Absolution" eine Empfehlung für Recken wie mich, die schon seit dem ersten Abenteuer dabei und damit geradezu in der Pflicht sind, sich ein eigenes Bild zu machen. Auch Perfektionisten mit neurotischem Hang, ein und dasselbe so oft zu tun, bis es Vollkommenheit erreicht, könnten sich lange beschäftigt fühlen. Der Rest findet ein durchschnittliches Stealth-Spiel mit Schwächen vor, für das ich keine 50, wohl aber die 6 Euro zahlen würde, die Steam mir abgeknöpft hat.
Kommentar Kommentare (5) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 29, 2013 5:58 AM CET


Mass Effect 3
Mass Effect 3
Wird angeboten von games.empire
Preis: EUR 19,95

6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Mit höflichem Beifall bedacht, 9. September 2013
= Spaßfaktor:4.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: Mass Effect 3 (Computerspiel)
Was Mass Effect 3 (ME3) gelingt, gelingt ihm Dank seiner Vorgänger. Würde ich es jemandem empfehlen, der diese nicht gespielt hat? Wahrscheinlich nicht. Jedenfalls nicht mit Nachdruck. Simplizistische Queststrukturen, Untiefen in Story und Charaktergestaltung - für ein Rollenspiel zu wenig. Und als solches möchte ich es zu rezensieren versuchen.

Individualität, Steckenpferd des Genres, war Mass Effects Stärke bekanntlich nie. Nicht im Gameplay einer jeden Klasse, nicht in Äußerlichkeiten. Nur in den großen Momenten traf jeder Spieler wohl seine ganz eigene Entscheidung und hatte diese dann zu verantworten. ME3 bleibt dabei. Das neue Feature, in Gesprächen gar nicht mehr antworten zu müssen, sondern sie sich wie einen Film anzuschauen, macht alles noch ein bisschen weniger rpgamig. Glücklicherweise ist es abstellbar. Und trotzdem wirken die Zwischensequenzen zuweilen langatmig. Ein Freund, dem ich kurzerhand Maus und Tastatur in die Hände drückte - er hatte Teil eins und zwei nie gespielt -, fragte mich nach der ersten halben Stunde, ob das ganze Spiel allen Ernstes wie ein nie enden wollender Film aufgebaut sei. Man sehe mehr zu, als dass man selbst handele. Wohlgemerkt, Vorzeigeexemplare wie Skyrim und Gothic verzichten absichtlich auf derlei Interludia, um den Spieler nicht aus Welt und Ambiente zu reißen.

So selbstbewusst waren BioWares Jungs dann wohl doch nicht. Ehe man etwas dem Zufall überließ, entschied man sich, Emotionen mit der großen Suppenkelle auszuschenken und Handlungsfortschritt im Stile eines Blockbusters zu sichern. Sprich, Knöpfe zu drücken, auf die das Volk anspringt, und alles andere mit Hilfe unsichtbarer Wände auszuklammern. Vieles wirkt inszeniert. Packend, ja, weil drei Teile und mehr als 120 Stunden Spielzeit auch an mir cooler Sau nicht spurlos vorbei gegangen waren. Das Gefühl aber, selbst gestalten zu dürfen, hatte ich kaum - von den angesprochenen gewichtigen Augenblicken abgesehen.

Geradezu einfallslos sind die Missionen, die nicht zum Haupthandlungsstrang gehören. Hinter allen Ecken spawnende Gegnermobs umzulegen, erinnerte mich an Team-Deathmatch-Runden aus alten CoD-Tagen. Lieblos wie die zahllosen Renn-und-Scan-Quests: In wenigstens zwanzig Nebenmissionen gilt es, durch den Scan von Planeten Artefakte zu sammeln und diese abzuliefern. Unpersönlich, langweilig - beschäftigungstherapeutisch.

Besonders bedauerlich fand ich, dass aus dem vermeintlichen Kriegsaktivposten-Quest nicht mehr wurde. Eifrig sammelte ich im Laufe der Zeit Verbündete, suchte verschollene Schiffe, fand Teams von Spezialisten und die Anzeige füllte sich mehr und mehr. Wurde gelb und schließlich grün, die Zahl für die Schlagkraft kletterte in die Höhe, die Bereitschaft aller Einsatzkräfte hingegen stagnierte bei 50 Prozent. Zur suggerierten Verteidigung der Galaxis auf dem Schachbrett kam es nicht mehr. Ob sich dahinter DLC verbarg, den ich nur nicht erstanden hatte? Keine Ahnung.

Drei Sterne bedeuten aber auch, dass nicht alles furchtbar sein kann, und tatsächlich: Die Grafik sitzt, offene Handlungsstränge aus den Vorgängern werden kompromisslos aufgenommen und zu einem nicht immer glücklichen Ende gebracht. Teil eins und zwei war ich vorher gar noch einmal angegangen, um Protagonist Shepard von einem ins nächste Abenteuer importieren und Beziehungen zu Gruppenmitgliedern ausbauen zu können. Die Mühe war's wert. Selten haben mich Einzelschicksale in einem Spiel so berührt. Die Möglichkeit, Waffen zu modifizieren, bringt wenigstens eine Neuerung ins Gameplay.

Heute, knapp zwei Wochen nach dem Durchspielen, stimmen mich einige Erinnerungen immer noch rührselig, aber die Begeisterung ist dahin. Mit nüchternem Blick zurück empfehle ich, Mass Effect 3 nur nach Rezeption der ersten beiden Teile anzugehen. Gemeinsam stellen sie zweifelsohne ein Stück Rollenspielgeschichte dar. Losgelöst davon jedoch gibt es sehr viel Bessere, die die Zeit wert wären.


Das Schwarze Auge: Schicksalsklinge - Collectors Edition
Das Schwarze Auge: Schicksalsklinge - Collectors Edition
Wird angeboten von -uniqueplace-
Preis: EUR 21,93

26 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Kapitulation nach Bug-Lawine, 31. Juli 2013
= Spaßfaktor:1.0 von 5 Sternen 
"Ein Rollenspiel mit vorgefertigten Helden zu spielen, ist, als putzte man sich die Zähne mit fremder Leute Zahnbürsten", las ich einmal. Das trifft es geradezu poetisch. So gingen meine ersten drei Stunden "Schicksalsklinge HD" nach gestriger Vorbestellung und morgendlichem Steam-Download für die Charaktererstellung drauf. Rückblickend der gelungenste Part der Neuauflage meiner ersten großen Liebe. Immerhin, er hielt mich drei Stunden bei bester Laune. Umso schneller ging es danach auf einer Lawine von Bugs bergab.

Freunde, ich blase kurz und knackig ins gleiche Horn wie meine Vorredner:

- lückenhafte deutsche Lokalisierung (oder Englische!? Keine Ahnung, was zuerst da war.)

- aussetzende Sprachausgabe ob fehlender Parameter. Da verschluckt der Sprecher alle zwei Sätze ein Wort, weil Name oder Bieranzahl nicht implementiert sind. In längeren Texten ein Stimmungstöter.

- Grafik wie in "Schatten über Riva", deucht mir. Gut, ich bin genügsam, aber dann darf es nicht ruckeln. Besonders übel wird's, wenn man sich mit der Maus umsehen möchte. Bedingt man über die Einstellungen einen Rechtsklick dafür, bessert es sich. Leider verliert die Steuerung dann an Präzision.

- kaum Angaben im Questlog, wohin die Reise denn geht. Nichts für ungut, ich habe im Original auch jedes Haus einer jeden Stadt abgeklappert, einen Hinweis in der Questbeschreibung schubse ich trotzdem nicht von der Bettkante.

- reiner Code dort, wo eigentlich Beschreibungen von Orten auf der Karte sein sollten. Unschön und einschneidend in Atmosphäre und Pathos.

- fehlende Rassen- und Klassenbeschreibungen bei der Charaktererstellung. Wer das Regelwerk Des Schwarzen Auges nicht Psalm für Psalm herunterbeten kann, weiß nicht, welches Elfen es nun bedarf, wenn kein Jäger an der Party teilnimmt. Auch deshalb amüsierte ich mich drei Stunden damit. Nur wenig ging für den Versuch drauf, die Würfel abzurichten.

- Jetzt mündet der Kampf in der Zwingfeste, im Übrigen mein erster, wiederholt in eine Fehlermeldung (Map konnte nicht geladen werden). Von nicht implementierten Zaubern weiß ich nicht einmal zu berichten. Also bat ich den Zwerg um seine Unterhose und meine Auelfe, sie an meinen Magierstab zu knoten. Ich kapituliere.

Das war Spiel Nummer drei in 15 Jahren gelebter Leidenschaft, das ich, weil mir das Herz so klopfte, bestellte, ohne zuvor brav die Rezensionen zugegen zu studieren. Auf dass ihr lieben Leser es besser wisst. Ich harre jetzt der Patches, die da gefälligst zu kommen haben.

UPDATE: An Sternen und Schelte zu schrauben, fiele mir zum Augenblick noch nicht ein. Das Mühen der Macher um Wiedergutmachung jedoch verdient diese Bemerkung: Seit Release erscheint täglich ein Patch, weitere werden drei Tage im Voraus auch inhaltlich angekündigt. Noch immer ist kein Land in Sicht, die Agenda der Entwickler prall gefüllt. Gleichwohl, es tut sich etwas. Ich verfolge die Nachbesserungen weiterhin und bin zu gegebener Zeit gerne bereit, meine Wertung zu korrigierten.


Batman: Arkham City - [PC]
Batman: Arkham City - [PC]
Wird angeboten von ak trade
Preis: EUR 18,46

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ordentliches Beat 'em up für Comic-Fans, 16. Juli 2013
= Spaßfaktor:4.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: Batman: Arkham City - [PC] (Computerspiel)
Ein Rätsel hier, ein Handgemenge da - Batman: Arkham City ist Quiz-Boxen für Comic-Fans, macht ein paar Dinge besser als der Vorgänger und erschöpft sich schließlich in den Grenzen seines Genres. Dafür gibt's Dark-Knight-Flair nach Vorschrift.

Grafik - Gut genug für ein Prügelspiel. Die Flugpassagen über die Skyline Arkhams laufen flüssig, Licht und Schatten wirken stimmungsvoll. Die Figuren sind comic-like überzeichnet und standardisiert. Heißt, Mädels mit flachem Vorbau sucht man ebenso vergebens wie hagere Bösewicht-Infanterie. Da Bats während der Arbeit ohnehin keine Techtelmechtel anfängt und ihm herzlich egal ist, wen er da niederknüppelt, macht das weiter nichts aus.

Gameplay: Arkham City verspricht einen munteren Mix aus Rätselraten, Beat 'em up und Geschicklichkeitsspielchen. Nichts davon für sich hätte mich mehr als eine Stunde bei der Stange gehalten, aber in der Kombo und bei fortwährend spannendem Plot hielt ich durch, bis mich ein dicker Bug endgültig entschärfte. Später mehr dazu. So oder so verlangt das Spiel wenig Hingabe. Die Rollenspielelemente sind allenfalls Makulatur: man schaltet pro Stufe eine Fähigkeit frei - für Batman selbst oder die frisch rekrutierte Catwoman. Die süße Mieze bleibt, gemessen an ihrer Leinwandzeit, aber nur Nebendarstellerin. Ebenso die Stealth-Momente, für die es gar Einschüchterungspunkte gibt. Sie beschränken sich weiterhin auf Räume mit Wasserspeiern an den Wänden. Keine Verbesserung zu Arkham Asylum.

Rätselraten meint abermals, die zahllosen Riddler-Trophäen zu sammeln. Um an diese zu gelangen, braucht es nämlich nicht nur allerhand Spielzeuge, die die Fledermaus irgendwo unter dem Cape versteckt, sondern auch ein bisschen Hirnschmalz. Und Geduld! Wer es nicht immer und immer wieder versucht, wird einige davon nie ergattern. Der Casual-Collector nimmt mit, was auf der Straße liegt, und verzichtet auf alle anderen. Dennoch lohnt es, sich zu versuchen - schon der Erfahrungspunkte wegen.

Die Mobs des Pinguin, des Joker und Two Face aufzumischen, ist abermals nett arrangiert, aber wenig verändert. Ich habe mich der vielen Kombinationen kaum bedient. Einer ordentlichen Backpfeife folgt der Knockout, Spezialeinheiten kommt man mit Umhang oder Waffe bei. Selten musste ich einen Kampf ein zweites Mal angehen. Natürlich nur auf Schwierigkeitsgrad "normal".

Haupt- und Nebenmissionen versuchen sich punktuell an Abwechslung, verausgaben sich dabei jedoch nicht. Es wird also irgendwann eintönig. Natürlich möchte man dann schon unbedingt wissen, wie die Geschichte ausgeht.

Technisches - Bedauerlicherweise habe ich den Ausgang nicht mehr erlebt. Kurz vor Abgesang verhinderte ein böser Bug, dass ich ein Terminal knacken und das Tor öffnen konnte, durch das Batman nun einmal musste. Ein Problem, wie ich ergoogelte, das ein offizieller Patch indes behoben haben soll. Ich aber hatte ein lokales Profil angelegt und konnte den somit nicht herunterladen. Wer es bei Windows-Live-Spielen genau so hält, rechne bitte nach 90 Prozent der Haupthandlung damit. Ebenfalls beklagenswert: Ich erinnere mich nicht, jemals derart lange Installationszeiten notiert zu haben. Dafür, dass ich nichts herunterlud, sondern das Spiel direkt von DVD aufspielte, dauerte das mit über zwei Stunden entschieden zu lange.

Fazit - Nett für zwischendurch. Ein entspannendes Action-Spiel für ein, zwei Wochenenden und Batman-Liebhaber kommen zur Gänze auf ihre Kosten. Kauft es von der Software Pyramide, aber legt euch ein Online-Profil an.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 24, 2014 3:29 PM MEST


Die Siedler - Aufstieg eines Königreichs [Software Pyramide]
Die Siedler - Aufstieg eines Königreichs [Software Pyramide]

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ein klassisches Drei-Sterne-Spiel, 18. November 2012
= Spaßfaktor:3.0 von 5 Sternen 
Losgelöst von seinem namhaften Franchise, bringt es Die Siedler - Aufstieg eines Königreichs (DS:AeK) durchaus auf drei Sterne. Schlimme Bugs sind mir in sechzehn Missionen nicht untergekommen, Abstürze ebensowenig. Und es hielt mich von Anfang bis Ende bei der Stange. Natürlich müssen das Siedler-Fans anders sehen. Sie werden die patentierten Charakteristika vermissen und ihren Aufbausimulationspionier im RTS-Einheitsbrei versinken sehen.

Mein letztes Siedler war der 1998 erschienene dritte Teil, als erstmals in der Geschichte der Marke kleine Armeen dicker Römer unabhängig vom Einzugsgebiet ihrer Häuschen über die Karte gescheucht werden durften. Seitdem hat sich wenig bewegt - in keine Richtung. Das Siedeln ist noch etwas einfacher, der Echtzeitstrategiepart dafür schwerer geworden. So oder so, mit der Zeitlupenwirtschaftssim der Neunziger hat DS:AeK nur noch wenig gemein.

Die Story ist geradezu kindlich und knochentrochen aufbereitet. Das Feature, zwischen sechs Rittern wählen zu dürfen, die praktisch wie Helden in WarCraft III funktionieren, mehr Schaumschlägerei. Gewiss, jeder von ihnen hat besondere Fertigkeiten, die aber den Kohl selten fett machen und zumeist nur derbe Fehler im Macromanagement auswetzen. Also wählt man einfach, wen man sympathisch findet, und ab die Post.

Das Gameplay teilt sich nunmehr in zwei Aufgabenbereiche: Den, eine florierende Siedlung aus dem Boden zu stampfen, die genug hermacht, um eine kleine Garnison zu unterhalten, sowie die, das Heer dann zu Felde zu führen. Ganz ohne Micro geht das übrigens nicht mehr, womit ich vor 14 Jahren ja nie und nimmer gerechnet hätte. Stürzt sich der Ritter blind ins Getümmel, ist er ratzfatz tot. RTS-Spezis hingegen lassen sich vom Feindestrupp Nahkämpfer wie in einem Cartoon von links nach rechts und wieder zurück jagen, während die eigenen Bogenschützen ungestört draufhalten. Damit ist oft schon in der Anfangsphasen einer Mission etwas zu reißen. In einer entscheidet Geschick gar über Sieg und Niederlage. Gemütlich vor sich hingesiedelt, wird also woanders. Und überhaupt definiert sich der Schwierigkeitsgrad nur noch selten über den Aufgau der eigenen Siedlung.

Zugegeben: Fällt viel Schnee, gibt es wenig zu futtern, weil das Getreide nicht wachsen will und fischreiche Seen meterdick zugefroren sind. Und in Wüsten sind Bäume nun einmal Mangelware. Ins Schwitzen bringen derlei Umstände aber niemanden. Es müssen auch keine Laufwege mehr berücksichtigt werden wie früher einmal. Da hieß es Schlachter neben Schweinebauer, sonst dauert es ewig und drei Tage, bis das Schnitzel fertig ist. In DS:AeK wandert alles zunächst ins zentrale Lagerhaus. Das macht es viel einfacher. Zeit und Nerven, die man hier spart, fließen dann aber postwendend in die Kriegsführung. Die wiederum lässt sich oft haargenau timen.

Angriffe des Gegners erfolgen nämlich meist erst nach Äuslösen eines Triggers. Das kann die Inanspruchnahme eines zuvor noch neutralen Gebiets sein, das Betreten eines feindlichen oder das Erreichen eines Titels. Wer darum weiß, baut zunächst munter vor sich hin, gibt acht, wo er hinläuft und löst den Trigger erst aus, wenn alles steht. Mit Übereifrigen hat das Spiel trotzdem regelmäßig Gnade. Da stürmen gegnerische Soldaten die eigene Stadt und geben sich damit zufrieden, die bewaffneten Verteidiger zu töten. Und weg sind sie wieder. Praktisch, denn das heißt, lästiger Sold weniger, bis man finanziell auf sicheren Beinen steht. Schwierig wird das kleine Abenteuer also höchst selten.

Fazit: Siedler der ersten Stunde mit mehr als einer Dekade Pause wird der Schlag treffen, alle anderen finden ein mittelmäßiges Echtzeitstrategiespiel vor, dessen Wirtschaftssystem etwas komplexer ist als das Gold-und-Holz-Modell Warcrafts. Der Plot verdient das Prädikat 0-8-15 und bleibt damit Nebensache. Potentielle Interessenten sollten deshalb mit sich abmachen, ob sie damit leben können, eine kleine Armee befehligen zu müssen - mit Katapulten, Rammen und Belagerungstürmen. Denn das verheißt manchmal Hektik.


Warhammer 40.000: Space Marine
Warhammer 40.000: Space Marine
Wird angeboten von maxifreund2
Preis: EUR 9,50

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Der Codex Astartes empfiehlt ..., 11. November 2012
= Spaßfaktor:3.0 von 5 Sternen 
... dem Mann ab Dreißig, widerborstige Augenbrauen mit dem Kettensägenschwert zu stutzen, unschöne Ohrenhärchen mit einem Flammenwerfer abzufackeln und wenigstens an einem Wochenende des Kalenderjahres in einer Terminatorenrüstung Orcs zu massakrieren. Daran halte ich mich, komme, was da wolle. Ohrenhärchen sind schließlich ein echtes Übel. Und Orcs natürlich auch. Warhammer-Spiele waren traditionell mein Zugeständnis an den Neandertaler in mir, das Überbleibsel Schlächter, den man mir in Anzug und Krawatte nicht auf den ersten Blick ansieht. Und Warhammer 40.000: Space Marine (WH:SM) macht da keine Ausnahme.

Exemplars, Imperial Fists oder Blood Ravens - der Imperator liebt seine auf Vernichtung gebürsteten Schäfchen und weit reichen ihre Namen. Doch kaum ein Orden brachte es seit der Ersten Gründung zu derartigem Ruhme wie der des Primarchen Roboute Guillaumes. Seine Ultramarines sind auch Hauptdarsteller dieser Geschichte, allen voran Squadführer Captain Titus. Augenscheinlich ein typischer Diener des Göttlichen, entdeckt er bei der Verteidigung der Schmiedewelt Graia gegen Invasionlegionen der Orcs, dass er den als unheilig verschrienen Warpenergien widerstehen kann. So versucht er gemeinsam mit seinen Brüdern den Warlord-Klasse Titanen Invictus zu erreichen. Eine gewaltige Kriegsmaschine, von Hundertschaften gesteuert. Sie scheint die letzte Hoffnung ...

Die Story lässt sich Zeit, ehe es erstmals spannend wird. Abermals überschwemmen Orcs einen Industrieplaneten der Menschheit, den imperiale Soldaten verzweifelt zu halten versuchen, da erscheinen Space Marines als Retter in letzter Sekunde. Die fürchten bekanntlich weder Tod noch Teufel und Grünhäute schon mal gar nicht. Heikel wird es warhammertypisch erst, als Chaostruppen auf den Plan treten und der Vorwurf der Ketzerei das makellose Image der unbezwingbaren Spezialeinheiten infrage stellt. Für ausgemachte Fans des Universums Usus, für alle anderen platteste Unterhaltung.

Das Gameplay ist nichts für Feinschmecker. Third Person-Shooter und Hack & Slay ergeben schlicht eine strunzdumme Mischung. Titus trägt ein kleines Waffenarsenal mit sich herum - darunter leichte Bolter, Plasmawummen und Granatwerfer - und teilt auch im Nahkampf heftig aus. Dabei wächst in ihm peu à peu die Wildheit, die einmal entfesselt Schadenswerte und Regenerationsrate nach oben schnellen lässt. Das ist es. Abwechslung gibt's nur in Form seltener Jump Pack-Passagen, bei denen Titus als Ein-Mann-Sturmtrupp durch die Lüfte fliegt und wie eine Landekapsel auf dem Boden aufschlägt. Ist er bei knapper Gesundheit, kann er Gegner mit Finishing-Moves exekutieren und dadurch wieder an Lebenssaft dazugewinnen. Ansonsten erledigt man Wellen über Wellen von Orcs. Abwechslung ist WH:SM Stärke also nicht. Wozu auch, wenn man dafür einen schweren Bolter aus der stationären Verankerung reißen darf, um damit die grünen Hälmchen am Horizont zu mähen? Die Spieldauer für einen Komplettdurchlauf ist gnädig gehalten. Acht Stunden, dann war es das auch schon wieder. Trotzdem braucht es nicht allzu viel Grips und selbst der Fight gegen den Obermotz am Ende erweist sich als kinderleichtes Quick Time Event-Geklicke.

Fazit: Online habe ich mich nicht versucht, ich bewerte nur den Singleplayer. Der wiederum ist genau das, was man von einem Warhammer-Shooter erwartet: Simpel und pathetisch. Wer nicht auf das Franchise steht, könnte sich ob der kurzen Spieldauer, der tausend Mal erzählten Story sowie des mageren Anspruchs an Kreativität und Einfallsreichtum schlecht bespaßt fühlen. Meine Empfehlung geht daher nur an Warhammer-Fans und ausgemachte Liebhaber des Genres.


Mafia II (uncut) - [PC]
Mafia II (uncut) - [PC]

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Uninspirierend, 28. Oktober 2012
= Spaßfaktor:2.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: Mafia II (uncut) - [PC] (Computerspiel)
Seit knapp einer halben Stunde versuche ich, mir diese Rezension schmackhaft zu machen. Mit einem Einstieg lyrischer Vollendung vielleicht oder - besser noch - zweideutigen Anspielungen auf die zarten Nebendarstellerinnen dieser müden Geschichte. Schlüpfrige Wortspielchen tun's für gewöhnlich auch, wenn die Muse wieder Migräne vorschützt. Gleichwohl, es will mir nicht gelingen. Der Grund: Hier geht's um ein Zehn-Euro-Spiel ohne Schwierigkeitsgrad von knapp dreizehn Stunden Spielzeit. Mit der Toprezension ist praktisch alles gesagt und gar die Durchschnittsbewertung spiegelt die meine. Das junge Gemüse sei noch einmal auf die rote Achtzehn am linken unteren Rand der Verpackung verwiesen, weil derart verschwenderischer Umgang mit Menschenleben und Geld unbedingt reflektiert werden will, sonst aber darf jedermann bedenkenlos zugreifen. Mittelmaß hat schließlich noch niemandem geschadet.

Zu den Feinheiten: Mafia II überzeugt grafisch, ist sonst aber in jeder Hinsicht Action-Einheitsbrei. Das Gameplay heißt Faustkämpfe, Schießereien und Verfolgungsjagden. Überhaupt, mit Autofahren verbrachte ich gefühlt die Hälfte der Spielzeit. Man wählt aus einem reichen Pool an Schlitten sowie drei verschiedenen Weisen, sie zu knacken und ist danach einer ausgefeilten Straßenverkehrsordnung unterworfen. Bei Rot über die Ampel und der Beifahrer meckert, zu schnell gefahren und die Polizei winkt mit einem satten Bußgeld, aus Versehen ein Auto gerammt und schon droht die Festnahme. Wer dem Falschen hinten draufbrettert und so dumm ist, nicht sofort aufs Gas zu treten und die Kurve zu kratzen, wird aus dem eigenen Wagen gezerrt und verprügelt. Bei allem Detailfetischismus, doch derlei Tiefgang hätte ich mir an anderer Stelle gewünscht.

Wie in der Charakterentwicklung, zum Beispiel. Die Protagonisten sind, von einer Ausnahme abgesehen, Persiflagen ihrer selbst, allem voran Antiheld Vito Scaletta. Selten ist mir eine derart aalglatte Titelfigur untergekommen, die trotz kriminellem Potential sympathisch zu wirken versucht, um nur keinen Casual Gamer zu vergraulen. Immer wieder scheint er innerlich mit sich zu ringen, um dann doch das Falsche zu tun. Vito ist der geborene Trittbrettfahrer und damit schlicht fehlbesetzt. Überdies wage ich zu bezweifeln, dass so ein Würstchen wie er als Mafioso Karriere machen könnte.

Ich bin kein Fan von Sandbox-Shootern und fürchtete schon, dies hier würde einer werden. Glücklicherweise war dem nicht so. Mafia II täuscht an und bleibt dann doch so schnurgerade, dass ich mich gar nicht versucht sah, abseits des jeweils nächsten Quests eigene Schlenker zu machen. Wozu auch? Was ich an Waffen und Munition brauchte, fand ich auf der Straße, Autos klauten sich quasi im Vorbeigehen und es mangelte selten am Gelde, das ich ohnehin nicht auszugeben wusste. Auch die Steam-Herausforderungen reizten mich nicht, also schritt ich in der Haupthandlung ruckzuck voran. Wer es mir gleichtut, erlebt ein durchgestyltes, fast filmgleiches Spiel. Bar jeder Spannung, aber doch annehmbar, weil eben ständig etwas passiert und man sich in der auf den zweiten Blick eindimensionalen Empire City nicht selbst beschäftigen muss.

Fazit: Spiele wie Mafia II bringe ich nur zuende, weil ich hoffe, dass nach zwei, drei entschlossenen Sessions alles durchgestanden ist. Dennoch weiß ich um ihren Wert für Gelegenheitsspieler, die haargenau das und nicht mehr erwarten. Da müssen vermeintliche Stealth-Missionen nicht funktionieren, wenn man sie auch laut und blutig meistern kann, und der Schlappschwanz von einem Hauptdarsteller wird zum Idol, weil er im teuren Maßanzug schnuckelig aussieht. Da gehen wir doch mit der Zeit ...


FIFA 13
FIFA 13
Wird angeboten von skgames
Preis: EUR 4,99

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Neues Spielgefühl, kleine Macken, 8. Oktober 2012
= Spaßfaktor:4.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: FIFA 13 (Computerspiel)
Es waren ein satter Außenristvolley in die Familienjuwelen und der Verdacht auf eine Bilderbuchhodentorsion, die mich im zarten Alter von 23 die Stutzen an den Nagel hängen ließen. Kreuzband, Patellasehne und Miniskus hätte ich auf dem Altar des Sports aller Sportarten jederzeit mit Freuden geopfert, aber die beiden da unten gehörten rechtmäßig meiner Freundin. Jedenfalls vergingen die Jahre und Fifa avancierte für mich zum tröstenden Kuscheltier, wenn ich den Ball so sehr vermisste, dass es mich schmerzte. An Fifa 13 kamen ein Freund und ich allein schon der Zahl wegen nicht vorbei. Immerhin ist das Müllers Nummer.

Mal ehrlich, Fifa-Spieler fiebern dem Sommertransferfenster doch ganz anders entgegen als Normalsterbliche. Da versucht sich besagter Freund doch allen Ernstes daran, des Italienischen sozusagen ohnmächtig, mit Google-Translator und Leo bewaffnet die Headlines einer Juve-Fanpage zu knacken. Kommt Napolis Cavani oder kommt er nicht, wozu Lucio, wenn er schon Barzagli hat und mopsen ihm die Drecksblues etwa Lichtensteiner? Derweil plagen mich als Milanista ganz andere Sorgen: Pfeif auf Ibra, Cassano und Thiago Silva, aber was mache ich ohne Inzaghi? Pippo, mi manchi sempre! Neue Kader, neues Spiel, meinten wir, aber es kam noch dicker. Das Spielgefühl hat sich bei beinah' gleicher Steuerung nämlich gewaltig verändert.

Das komplette Gameplay ist noch ein bisschen mehr Simulation und noch weniger Arcade geworden. Idiotensichere Spielzüge sind schwer zu finden, auch weil EAs neues Feature "First Touch" Ballan- und -mitnahme unberechenbar macht. "Not random! It's not predictable, but not random", hatte Lead-Producer David Rutter nach der Ankündigung im Frühling noch beschwichtigt. Technische Unzulänglichkeiten seien am Können des jeweiligen Ballartisten festgemacht und träfen bei Akteuren mit hohem Ballkontrolle-Wert merkbar seltener auf. Das stimmt schon. Dennoch hat man es hier wohl ein bisschen zu gut gemeint. Selbst Futsalpro Robinho passieren zuweilen peinliche Stoppfehler und immer noch guten Männern wie Montolivo regelmäßig so üble Patzer, wie ich sie im Drittligaspiel zwischen Hansa und Osnabrück am letzten Wochenende nicht zu Gesicht bekam. Dabei begrüße ich das Feature selbst. Hier sammelt EA zur Zeit nur eben Erfahrungswerte, wie im Vorgänger mit der inzwischen stark verbesserten Impact Engine.

Flogen dort die Spieler noch mitunter slapstickartig durch den Sechszehner beim Versuch, den Ball ins Aus zu dreschen, sieht das nun sehr viel besser aus. Das Gesamtbild ist ein ungleich flüssigeres, wozu viele Kleinigkeiten beitragen. Details wie der Körpereinsatz von Abwehrspielern im Zweikampf, kleine automatisierte Trickstafetten, wenn ein Spieler einen Ball just gesichert hat, oder eben das Springen über den grätschenden Verteidiger. Jeder Spielzug wirkt wie neu erfunden. Und das, obwohl man sich aufgrund technischer Unfähigkeiten gerade bei hohem Spieltempo auf die schnelleren Schüsse beschränkt. Schlenzer sind indes rar, weil selten genug Zeit für Annahme und Zielen bleibt. Überdies ist der Torwart im Einsgegeneins sehr viel stärker geworden. Angeschnittene Schüsse sind da kein Torgarant mehr.

Ein Lob meinerseits dafür, dass die Macher das Bittflehen der Fangemeinde erhört haben und uns bleibende Onlineaufstellungen schenkten. Einmal eingerichtet, merkt sich Fifa 13, mit welcher Formation und welcher Starting Line-up man die Saisons im Multiplayer bestreiten möchte. Den Saisonmodus gibt nun übrigens auch für das Ultimate Team. Klassenerhalt, Aufstieg und Meisterschaft werden dabei mit Extramünzen belohnt. Man spielt also nicht mehr nur stur vor sich hin.

Echte Schelte hat dafür die Stabilität verdient. Onlineverbindungen brechen vor den Begegnungen sehr häufig ab, was, wie mir Google verriet, vornehmlich daran liegt, dass viele Spieler mit Abstürzen zu kämpfen haben. Unsereins sitzt in dem Fall in der Arena gefangen fest und darf die Anwendungen abschießen, um da wieder herauszukommen. Auch die UT-Server erleben regelmäßige Kernschmelzen.

Fazit: Technische Probleme und fehlendes Fingerspitzengefühl beim First Touch-Feature kosten Fifa 13 einen Stern. Spaß macht das Spielen dennoch, auch weil ich mich vom Gesamtpaket prächtig unterhalten fühle. Dazu trägt vor allem das so flüssige Spielgefühl bei, die nette Idee der Skill-Spiele sowie das bedingt verbesserte Ultimate Team. Liebhabern der Serie sei deshalb ausdrücklick zum Kauf geraten. Mit dem Arcade-Klassiker "Road to the World Cup" aus dem Jahr 1998 hat es allerdings nur noch die altbackenen deutschen Kommentatoren gemein. Poschi und Manni sind wirklich unterirdisch schlecht, beweisen das mieseste Timing und haben nur eine Hand voll Sprüche in petto. Die habe ich nach ein paar Partien schlicht nicht mehr ertragen. Die Suche nach anderen Language Packs gestaltet sich online zum Augenblick aber noch ziemlich umständlich. Weshalb nicht jeweils alle auf jeder DVD enthalten sind, verstehe ich nicht. Die Spielerschaft lechzt offensichtlich danach.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 10, 2012 7:52 PM MEST


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