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Rezensionen verfasst von
MM "Rockarchiv"

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Love (Omnibus Edition)
Love (Omnibus Edition)
Preis: EUR 20,99

5.0 von 5 Sternen Soll man, oder soll man nicht..., 18. Juli 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Love (Omnibus Edition) (Audio CD)
diese Omnibus Edition bestellen? Scheint es nicht übertrieben ein Package dieses Albums, das damals zur Erstveröffentlichung einfach und bequem auf eine simple CD gepasst hat, auf ein Volumen von vier CDs quasi "aufzublasen" und es nochmals auf den Markt zu werfen? The Cult steht ja immerhin nicht alleine da mit der Wiederveröffentlichungswut der Plattenlabels: Deluxe Versionen, Limited Editions, Anniversary Editions, Expanded & Remastered Versionen, etc. haben den Markt seit Ende der 90er überschwemmt und sollen so noch einmal Geld in die Kassen spülen... Und von The Cult also eine 4CD-Omnibus-Edition ihres 80er Jahre Outputs "Love". Übertrieben? Lächerlich?

Ich glaube wir sind uns alle einig, daß so manche der oben angesprochenen Wiederveröffentlichungen einiger Bands purer Mist sind: verunglücktes Remastering, weggefallene Titel, zurückbehaltenes Material usw. zwingen den Musiksammler schonmal genau hinzusehen was man sich da ins Haus holt. Mein Statement über die Omnibus-Edition von "Love"? Stark. In jeder Hinsicht lohnenswert. Was diese Wiederveröffentlichung von anderen unterscheidet: Man hat nicht gekleckert, sondern geklotzt. Auf CD1 findet man das Originalwerk inkl. eines sehr guten Remasterings, CD2 beinhaltet die damals ausgekoppelten Singles in teilweise anderen Versionen plus die dazugehörigen B-Single Seiten, die es eben nicht auf dem regulären Album gegeben hat. CD3 wird umschrieben mit "Demos". Normalerweise bin ich kein großer Freund von Demoveröffentlichungen auf den neuen Editionen. Lieber sind mir die B-Single Seiten und Outtakes...Aber in dem Fall verhält es sich anders. Denn wer die Geschichte des Albums kennt, weiß, daß es schon fertig war, aber der Band Anlaß gegeben hatte mit dem Ergebnis nicht zufrieden zu sein. So holte man sich das Producer-Schwergewicht Rick Rubin mit ins Boot und der veredelte dann den ganzen Output.

Herausgekommen ist ein Dunkelrock-Album von Zeitlosem Glanz. CD4 ist ein Konzert im Londener Hammersmith Odeon aus dem Jahr 1985 und man promotete natürlich das aktuelle Album. Somit ergibt sich ein absolut rundes Ganzes und eine Omnibus-Edition erhält von mir tatsächlich das Prädikat: überaus gelungen! Einzig und allein mit der Verpackung bin ich etwas unzufrieden. Licht und Schatten liegen hier dicht zusammen. Das Package - ein stabiler Karton - hat ungefähr Din A5 Größe und die CD stecken in Papphüllen (die großzügig verarbeitet wurden). Überdies stecken die CDs noch in kleinen Plastikhüllen die so die CDs vor Kratzern beim raus- und reinstecken schützen. Darüberhinaus gibt es noch ein wirklich fettes Booklet (eher Buch) mit Informationen und Fotos der Band satt zum damaligen Entstehen des Albums. Meine Kritik daran: So schön und liebevoll das Alles gemacht ist, es ist einfach etwas umständlich. Package öffnen, Buch rausnehmen, die CDs durchkramen welche man denn jetzt hören will... Aber das ist schon Jammern auf hohem Niveau. Diese Edition lohnt sich allemal. Erst recht, wenn man wie ich das Original-Album noch nicht hatte. Selbst wenn man die "Best of Rare Cult" besitzt und man zumindest drei der seltenen Versionen oder Single-B-Seiten schon hat (drei ist doch überschaubar!). Auch preislich kann man hier getrost zugreifen. Wenn man bedenkt, daß man ca. 8 Euro ausgibt für das Original in Remaster-Qualität und was man für einen Gegenwert erhält für ca. 18 Euro... So muss das sein. Nur so können die etablierten Label noch bei uns Musikliebhabern punkten: Value for money rules!


Bonfire Box
Bonfire Box
Preis: EUR 22,99

7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Würdigung einer Legende, 27. Dezember 2011
Rezension bezieht sich auf: Bonfire Box (Audio CD)
Über diese Kapelle braucht man nun wirklich keine Worte mehr zu verlieren. Und auch kaum über den 1979 verstorbenen Lead-Sänger, Bon Scott. Eben jener soll mit dieser Veröffentlichung geehrt werden. Aus diesem Grund trägt dieses Package auch den Namen, den der gute Bon für ein eventuelles späteres Solo-Album im Sinn hatte: "Bonfire". Die Box enthält daher auch nur Aufnahmen, bei denen Scott die Vocals beisteuert oder zumindest von ihm beeinflußt worden sind. Im einzelnen: CD1 mit einer Live-Aufnahme aus den Atlantic Record Studio in New York, CD2 und CD3 einem Live-Konzert aus Paris während der letzten Tour von ACDC mit Bon Scott, CD4 mit raren Studio- und Live-Aufnahmen und CD5 dem "Back in Black"-Album von 1980.

In jeder Hinsicht ist diese Zusammenstellung eine Bereicherung für den Rockfan. Die Live-Aufnahmen aus den Atlantic-Studios klingen, als ob die Band im eigenen Wohnzimmer aufspielt. Unverfälschtes, authentisches Live-Feeling. Zwischen den Songs Applaus und "Lärm" von geschätzten 10 livehaftig Anwesenden. Und man wünschte man wäre dabeigewesen... CD2 und 3 sind der Live-Mitschnitt des Konzertes in Paris 1979 und ist quasi der "Soundtrack" zum Konzertfilm "Let there be Rock", der bei diesem Ereignis gedreht wurde. Hier haben wir natürlich etwas mehr Publikum als in den Atlantic-Studios und eine andere Live-Athmosphäre. Aber auch hier unverfälscht und rau im Sound. Man hört während der Pausen zwischen den Stücken, als Bon Scott mit dem Publikum plaudert und die Songs ankündigt, die Monitorboxen summen oder auch mal eine Rückkopplung vom Mikro. Das alles macht den ganzen Spaß herrlich ungeschliffen und ehrlich! CD4 ist eine interessante Zusammenstellung von seltenen Live-tracks und Studioaufnahmen. Teilweise haben wir altbekannte Songs in einem ganz neuen Gewand, wie beispielsweise "a Touch too much" mit anderem Text und anderer Musik, ebenso wie "Get it Hot". Oder "School Days" vom australischen Release des TNT-Albums... Hier gibt es wahrlich viel zu entdecken. Wieder und immer wieder stellt man fest, was für eine grandiose Mischung das war: Der um einige Jahre ältere Bon Scott mit seinem von Natur aus gegebenen heißeren Timbre und die jungen Gebrüder Young mit ihren lärmenden Gitarren...

Der fünfte und letzte Silberling der Box ist das bekannte und das zweitmeistverkaufte Album der Musikgeschichte - "Back in Black", in der neuesten remasterten Edition. Hier ist nunmehr Brian Johnson am Mikro. Daß das Album dennoch in dieser Box keine "Fehlbesetzung" ist, liegt zum einen darin, daß es wesentlich von Bon Scott beeinflußt wurde. Zum anderen markiert es einen kleinen Wendepunkt in der Bandgeschichte. Es ist das erste Album ohne Bon, aber dennoch schwebte sein Geist noch über der Band, zu deren Erfolg er maßgeblich beigetragen hatte. Dieser Release feiert einen der ganz großen des Rock. CD rein in den Player, Volume aufdrehen. Hell und klar wie Sonnenlicht ist die Botschaft. Dieser Mann ist nicht tot. Bon Scott lebt ewig.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 2, 2013 6:33 PM CET


Jane III
Jane III
Preis: EUR 9,99

13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Space-Rock made in Germany, 18. Juni 2011
Rezension bezieht sich auf: Jane III (Audio CD)
Über die Formation Jane aus Hannover braucht man nicht mehr viel zu sagen. Seit den frühen 70ern stehen sie für guten Hardrock - was aus Deutschland immer unter "Krautrock" subsumiert wurde - auf internationalem Niveau. Von Jane werden eigentlich immer und immer wieder die gleichen drei Alben zitiert: Das Debüt "Together", "Fire, Water, Earth & Air" und "Between Heaven and Hell" (abgesehen vom Live-Album "Live at Home"). Jedoch war und ist Jane (in jeder Version) eine Band deren Kreativität sich immer auf einem hohen Level befand, bzw. befindet.
Das vorliegende Album ist ein Beleg dafür. Geboten wird ein psychedelischer Hardrock, der ein ums andere mal tief in Space-Rock Gefilde eintaucht. Dabei schütteln Jane scheinbar mühelos haufenweise trockene, erdige Riffs und griffige Hooklines aus dem Ärmel. Teilweise eckten sie damals wegen des raueren Stils bei einigen Kritikern an. Dem kann ich mich nicht anschließen. Meine Wertung: 4,5 Sterne. Aufgerundet zu fünf Sternen, allein weil der kreative Output dieser tollen Band insgesamt das rechtfertigt.

Übrigens: Der Sound der Scheibe (2004er Version von Universal) ist klasse. Oft wird hier leider in den Rezensionen zuwenig über den Klang/Sound eines Reissue, die meist remastered sind, besprochen. Dabei ist das meist wichtig und von Interesse für eine Kaufentscheidung.


The Warning (Remastered)
The Warning (Remastered)
Preis: EUR 5,99

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Frühes Meisterwerk, 22. März 2011
Rezension bezieht sich auf: The Warning (Remastered) (Audio CD)
der Gruppe aus dem Jahr 1984. Die nach dem Bandnamen betitelte Debüt-EP war im Jahr davor erschienen und sorgte auf Anhieb für internationale Reputation: Nachdem die Band auf ihrem eigenem Label diese Scheibe herausgebracht hatte, nahm EMI die Jungs unter Vertrag und brachte die EP noch einmal auf den Markt. Die zweite Scheibe, "Warning", war also in gewisser Hinsicht ein zweites Debüt, nun mit entsprechendem Druck und der Verpflichtung eine LP zu produzieren. Das Ergebnis: "Warning" ist einfach gut.

Der Stil der Band hob sich schon damals ab von den verschiedenen Richtungen des Hardrock und Heavy-Metal. 1984, gerade noch auf der abschwächelnden Phase der NWOBHM, präsentierte sich eine amerikanische Band (dazu noch aus Seattle!! - Mitte der 90er war das für eine Band nix besonderes mehr...) die sich etwas an Judas Priest anlehnte, da vor allen Dingen Geoff Tates Falsett-Stimme an Rob Halford erinnert. Dennoch war und ist der Sound eigenständig, die Songstrukturen weisen schon erste Prog-Elemente auf und die Gitarrenarbeit ist filigraner ausgelegt. All das machte die Band schon Mitte der 80er zu etwas Besonderem. Inmitten der Hochphase des Metals, zwischen Haispray- und Glam-Metal aus LA, den klassischen Metal-Bands aus Europa, insbesondere Britannien, und dem aufkommenden Speed- und Trash-Metal-Bands schafften es Queensryche sich einen Platz zu erobern, quasi sich selbst eine Nische zu bauen, die keine andere Band ausfüllen hätte können.

Auf "Warning" findet sich all das, was die Band ausmacht und was man mit ihr verbindet. Wer Queensryche in Hochform mag wie auf "Empire" oder dem Überwerk "OM", der wird mit diesem Silberling seine wahre Freude haben.

P.S.: Die Rezension bezieht sich auf die 2003-Remaster-Edition. Der Sound ist absolut Top. Als Bonus gibts 2 Live-Versionen und das interessante Stück "Prophecy", das meines Wissens damals nicht auf Vinyl erschienen ist.


Knosti 1300001 Disco-Antistat-Schallplattenwaschmaschine
Knosti 1300001 Disco-Antistat-Schallplattenwaschmaschine
Preis: EUR 39,99

8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen gut, umständlich, einfach und preiswert, 4. Februar 2011
Mit der Überschrift ist eigentlich schon alles gesagt über die berühmte "Knosti" Schallplattenwaschmaschine. Nun zu den Details. Die Handhabung ist denkbar einfach, aber dennoch etwas umständlich. Das ist auch der Punktabzug in der Gesamtbewertung. Dennoch ist die Knosti unverzichtbar für jeden Plattenliebhaber mit schmalem Geldbeutel. Und da sind wir schon beim Thema. Die Audiophilen propagieren eine Naßwäsche mit Punktabsaugung. Und sie haben recht. Natürlich ist eine Schallplattenwaschmaschine mit solch einer Technik das Optimalste. Denn allein das 15minütige trocknen an der Zimmerluft kann dazu führen, daß sich wieder Staubkörner auf der noch feuchten Oberfläche absetzen. Aber nicht jeder hat 400 - 500 € für ein Einsteigermodell flüssig und aus diesem Grund ist die Knosti hier die beste Lösung. Die Platten werden sauber und das auf eine schonende Art und Weise.

Die Handhabung mit der Platte, das anschließende aufstellen zum trocknen, das alles ist in der Tat etwas umständlich. Und die Labels werden wahrscheinlich naß. Aber da habe ich eine kleine Besonderheit kreiert, um diese zu schützen. Dazu braucht man einfach nur eine selbstklebende und eine nichtklebende Folie, sowie einen Zirkel. Alles in einem Drogeriemarkt für ein paar Euro zu bekommen. In Größe des Labels schneidet man einen Kreis aus der nichtklebenden Folie. Aus der selbstklebenden Folie schneidet man dann einen "Rand" heraus. Dieser kreisrunde Rand ist nur 1 cm breit. Diesen Rand klebt man dann auf den Kreis der nichtklebenden Folie. Der Rand, der mit einer Klebefläche von 0,5 cm über das Label hinausragt, wird auf das Vinyl (im Bereich der Auslaufrille) geklebt. Klare Vorteile: Das Label bleibt trocken (insbesondere bei seltenen, wertvollen Platten sehr wichtig) und wellt sich somit auch nicht mit der Zeit und der Anzahl der Waschungen. Außerdem kann man die Folie problemlos mehrmals verwenden. Mit 10 so gebastelten Schutzfolien wasche ich 15 - 20 Schallplatten. Übrigens: Auch die selbstklebende Folie lässt sich oft problemlos wieder vom Label abziehen (vorausgesetzt man presst die Folie nicht in jede Pore und das Label ist nicht punktuell beschädigt, dann zieht man natürlich mehr ab von der Oberfläche und beschädigt das Label weiter).

Fazit: günstiges Gerät, das für wenig Geld auf schonende Weise saubere Schallplatten liefert. Die Handhabung ist einfach, kriegt also jeder hin, aber durchaus etwas umständlich. Wer darüber hinaus nicht etwas Bastelarbeit scheut hat auch trockene und allzeit perfekte Labels.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 23, 2012 4:35 AM MEST


LP Schallplatten Innenhüllen Deluxe Protected (100 Stück)
LP Schallplatten Innenhüllen Deluxe Protected (100 Stück)
Wird angeboten von Protected
Preis: EUR 21,90

12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen praktisch, gut und günstig, 30. Januar 2011
100 Inslaves für das Geld ist absolut in Ordnung. Günstiger hab ichs nirgends finden können. Der Versand war auch schnell. Einzig kleiner Kritikpunkt: am oberen Rand, also der Öffnung, ists nicht so ganz sauber verarbeitet. Ab und an schaut auch mal ein Stück Innenfolie heraus oder es ist nicht 100%ig gut geschnitten, so daß einige feine "Streifchen" des Materials noch am Rand haften und so auch in die Hülle hineingelangen können. Letztendlich kann das dann auf der Platte haften. Aber das ist wahrhaftig kein großes Manko. Ich würde mir wieder diese Innenhüllen zum Schutz meiner Platten bestellen.


Shout at the Devil
Shout at the Devil
Preis: EUR 14,22

0 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen gut - nicht mehr, 22. Dezember 2010
Rezension bezieht sich auf: Shout at the Devil (Audio CD)
aber auch nicht weniger. Shout at the Devil, 1983 erschienen, war das erste Album bei einem Major Label. Nachdem man weitgehend allein das Debüt aus dem Hut zaubern musste, war Mötley Crüe nun in einer gewünschten und erträumten Position. Man hatte etwas erreicht. Und genau hierin liegt das Problem. Alle Mitglieder - drei noch sehr jung, zwischen 22 und 25 und Mick Mars mit 32 - hatten jetzt etwas zu verlieren. Zugegeben: Keine einfache Situation. Was macht man in einer solchen Lage?

Man liefert etwas Solides, bodenständiges ab und geht keine Risiken ein. Ganz in diesem Sinne präsentiert sich der 2. Longplayer der MC. Geboten werden straighte, einfach strukturierte Stadionrock-Hymnen mit Mitgrölfaktor. Alle Songs sind von ihrer Komposition überaus ähnlich. Die angesprochenen Risiken in Form von interessanten Breaks oder hinreißenden Gitarrensoli, die auch schonmal einen lauen Track aus seiner Mittelmäßigkeit pushen und eine markante Note setzen können, werden leider vermieden. Vince Neil singt (oder gockelt) erdiger als auf dem Debüt. Natürlich passt das zu dem breit konzeptionierten Sound, der so manche Schwäche übertünchen soll. Aber gerade der cool-laszive Gesang beim Debüt "Too Fast For Love", der im Gegensatz zum rauen Gitarrensound stand, war etwas ganz besonderes, den man hier, wie auch für alle anderen nachfolgenden MC-Alben, zusammengestrichen hat.

Bei vielen MC und generell Metal-Fans steht SATD sehr weit oben und wird auch in der "Rock Hard 300" (als einziges Album der Crüe) auf Platz 191 geführt. Ich kann die Beliebtheit nicht so recht nachvollziehen. Gerade im Gegensatz zu "Too fast for Love" ist der Gegensatz überdeutlich. Das Debüt bietet einfach Alles: kreative Hooklines, markante Riffs, interessante Breaks, hinreißende Soli und den schon erwähnten Gesangsstil. Das Material auf SATD kann es einfach nicht aufnehmen mit den Songs eines Kalbers wie "Live Wire", "Public Enemy #1", "Take me to the Top" oder "On with the Show". Das ist offensichtlich und da brech ich auch mit jedem den größten Streit vom Zaun, der etwas anderes behauptet.

Schlecht ist SATD ganz gewiß nicht. Es ist gut. Aber halt nur gut und nichts Außergewöhnliches. Vielleicht war es damals etwas Besonderes, zu einer Zeit als Bon Jovi den ganz großen Stadionrock in Kürze quasi erfinden sollten. MC haben aber trotzdem etwas außergewöhnliches geschafft: nämlich aus einer Karriere eine Kunst zu machen. Sie waren der Inbegriff von Sex, Drugs & Rock'n Roll. Das muß man auch erst einmal schaffen. Einmal, ein einziges mal legten die Jungs von Mötley Crüe ihr Genie in einen musikalischen Output, nämlich in ihr Debüt, "Too fast for Love". In alle anderen Alben, zumindest der 80er, legten sie nur ihr Talent und ihr Genie in ihren Lifestyle.


Too Fast for Love
Too Fast for Love
Wird angeboten von renditeplus
Preis: EUR 16,90

5.0 von 5 Sternen Grandioses Debüt!, 16. Dezember 2010
Rezension bezieht sich auf: Too Fast for Love (Audio CD)
Ich muß zugeben: entdeckt habe ich MC erst sehr spät. So ungefähr erst vor ca. 6 Monaten und noch hinzu kommt: nicht mit einem Album aus der klassischen Phase der 80er. Mein Einstieg war der bandbetitelte 94er Output. Den Tip bekam ich vor einiger Zeit von einem Kumpel, der selbst Musik macht (Drummer der Stereopilots). Das Album, fett produziert von Bob Rock, inmitten der Hochphase des Grunge, ist schlicht der Hammer. Aber das ist eine andere Geschichte...

Das Debüt, "Too fast for Love", ist ein Album aus einem Guß, was die Band damals zurecht für einen Major-Deal interessant machte. Roh und wild gehts zu und dabei kann ich beim besten Willen nicht erkennen, daß hier nur Glam-Rock Klischees runtergeritten werden. Ähnlich wie Kiss auf ihrem Debüt schaffte die MC einen harten Punch zu landen. Mick Mars röhrender Gitarrensound, eine straffe Rhythmus-Abteilung und Vince Neils cool-lasziver Gesang liefern die Zutaten für eine neue Trademark anfang der 80er. Ach es macht einfach Spaß und es groovt wie Sau!

Der Sound der Scheibe ist leider nicht so ganz sauber. Wie unlängst bekannt, hatten die Jungs damals keine Kohle und mussten die Produktion fast im Alleingang stemmen. Daher ist es kaum verwunderlich, das auch jetzt mit einem zeitgemäßen Remaster wohl nicht mehr alles möglich war. Die 2003er Version, die ich hier bewerte, hat einen etwas schrammeligen Sound. Aber keinesfalls schlecht! Irgendwie finde ich so nach einigen Durchläufen den Sound geradezu charmant für diese Scheibe.

Fast bedauerlich ist nur, daß ich solang gebraucht habe die MC zu entdecken. Manchmal gehen Bands und deren Musik einfach so an einem vorbei. Ist halt so. Passiert sogar dem Rockarchiv.


In Concert
In Concert
Wird angeboten von XXLMusicworld
Preis: EUR 69,90

4.0 von 5 Sternen Raw 'n rare, 17. Juni 2010
Rezension bezieht sich auf: In Concert (Audio CD)
...gilt für diese Scheibe Thin Lizzys. Seltenheitswert hat sie schon seit langer Zeit, wofür es eigentlich keine vernünftige Erklärung gibt. Spätestens mit dem glorifizierenden 78er "Live and Dangerous" krönten sich Thin Lizzy mit einer der besten Live-Compilationen der Rock-Geschichte, so daß auf Vinyl und CD verewigte Live-Auftritte seitdem immer den Touch des Besonderen hatten. Neuerdings werden fast jährlich Live-Schätze aus den Archiven der Plattenlabels gehoben und veröffentlicht. Die aktuelle: Das 77er Konzert in Philadelphia.
Nun aber zur BBC-Scheibe. Dieses Konzert wurde Ende August 1983 in Reading aufgenommen und war das letzte Konzert der UK-Tour. Die Setlist beinhaltet selbstverständlich die klassischen Angeber-Hymnen "Waiting for an Alibi", "Jailbreak", "The boys are back in town" sowie auch drei Songs des aktuellen Albums "Thunder and Lightning". Im Gegensatz zum Dangerous-Album ist hier kaum oder eher gar nichts overdubt worden. Der raue, ursprüngliche Livesound knallt einem hier aus den Boxen. Neben den besonderen Schmankerln wie einem Medley aus drei Lizzy-Songs und der großartig eingefangenen Live-Stimmung ist eben diese Ursprünglichkeit, die sich am markantesten in der klobigen Kantigkeit von John Sykes Gitarrenriffs bricht, die große Stärke dieser Scheibe.

Eigentlich müsste ich volle Punktzahl vergeben. An manchen Stellen werde ich aber den Eindruck nicht los, daß ein gescheites Remastering hier von nöten wäre. Gegen Ende der CD macht sich sogar ein wiederkehrendes Störgeräusch bemerkbar, so wie ein Haar-Kratzer bei einer Schallplatte. Ich besitze die 92er Pressung von Windsong, vielleicht ist das bei der 94er von Griffin-records ja anders. Vielleicht habe ich aber auch eine gefälschte Version. Anyway. Wenn ihr irgendeine Edition zu einem vernünftigen Preis erwerben könnt: zugreifen, lohnt sich in jedem Fall!


What Doesn't Kill You
What Doesn't Kill You
Preis: EUR 13,96

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Kein bißchen leise, 28. Januar 2010
Rezension bezieht sich auf: What Doesn't Kill You (Audio CD)
......präsentieren sich Blue Cheer auf dem 2007 veröffentlichten Longplayer "What doesn't kill you...". Und das ist gut so! Immerhin handelt es sich bei Blue Cheer um eine jener legendenumwobenen Bands aus der Gründungszeit des Hardrock und Heavy Metal. Die Gruppe, die sich 1966 gründete, schaffte es rasch sich mit ihrem rüden und lauten Sound zu etablieren und stellte mit Montrose und Mountain die amerikanische Trias, die sich mutig gegen die übermächtige britische Hardrock-Phalanx stemmen konnte. Dabei war ihr rauer Stil so eigenständig, daß sie zurecht als die erste echte Biker-Band gehandelt werden und eine Unzahl an Heavy-Bands beeinflußten, insbesondere solche, die den Stoner-Rock populär machten, wie Kyuss oder Monster Magnet etc., etc....
Da Dickie Peterson, Kopf und einzig verbliebenes Gründungsmitglied der Band 2009 verstarb (R.I.P.), wird es sich wohl um das letzte Studioalbum von Blue Cheer handeln. Insofern muß man bescheinigen: es ist ein gutes Alterwerk und ein würdiges Schlußkapitel geworden. Geboten wird erdiger Rock mal mit southern, mal mit psychedelic Einschlag, grundehrlich mit haufenweisen dreckigen Riffs aus tief gestimmten Gitarren. Genau das, was man von Blue Cheer erwarten durfte. Bei aller Sympathie gibt es dennoch ein wenig Kritik: Wenn bei den langsameren Songs nicht Peterson, sondern der Gittarist Andrew "Duck" MacDonald am Mik steht wird es unfreiwillig komisch. Petersons heisere Reibeisenstimme schien wohl nicht geeignet für Balladen wie "Young Lions in Paradise", was zu der Entscheidung führte "Duck" diesen Gesangspart zu überlassen. Das Resultat: sein arg näselnder Gesang kann auch nicht von zwei Backroundsängerinnen gestützt werden, die dem Ganzen wohl offensichtlich ein solides Fundament geben sollten. Überdies trifft er selten mal den Ton, geschweige das er lange einen halten kann. Aber wer will das schon, wenns schon der falsche ist... Anyway, nach zwei Durchläufen weckt es in einem nur ein augenzwinkerndes schmunzeln.
Fazit: Diese Scheibe ist kein Götterwerk wie z. B. Rainbows "Rising" oder Zeps "Physical Graffiti", aber sie ist ein würdiges letztes Album einer verdienten Hardrocklegende, das eine Menge Spaß macht und auch etwas wehmütig stimmt.


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