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Rezensionen verfasst von
Matthias DPunkt (Göttingen)

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The Elder Scrolls V: Skyrim (X360, Standard-Edition)
The Elder Scrolls V: Skyrim (X360, Standard-Edition)
Preis: EUR 16,90

233 von 255 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Dovahkiin! Dovahkiin!, 11. November 2011
= Spaßfaktor:5.0 von 5 Sternen 
Die Rezension wurde am 22.11.2011, am 1.12.2011 und am 7.12.2011 jeweils noch um ein Update ergänzt.

Wow'
Wer ein Fazit zu diesem Spiel braucht, der hat es. Für alle, die ein paar weitere Details erfahren möchten, gehe ich aber mal etwas ins Detail.
Mittlerweile befinde ich mich seit drei Tagen in Skyrim, bin auf Stufe 30 aufgestiegen und habe trotzdem noch nicht einmal annähernd alles in der Welt gesehen. Im Gegenteil. Ich habe das Gefühl, dass ich erst an der Oberfläche gekratzt habe. Es ist einfach unglaublich, was die Entwickler mit Skyrim vollbracht haben.

Die Welt:
Ein großes, frei begehbares RPG wie Skyrim steht und fällt mit der Welt, die es dem Spieler bietet. Wer Morrowind und Oblivion gespielt hat, der wird sich in Skyrim direkt heimisch fühlen. Die idyllische Natur des nördlichen Teils Tamriels ist atemberaubend. Nebelverhangene Berggipfel, Schneewehen, Nadelbäume, Serpentinen, von Flüssen durchzogene Ebenen und verschiedenste Städte und Dörfer. Skyrim dürfte für jeden Freund von mittelalterlicher Fantasy etwas zu bieten haben. Die Welt wirkt hierbei extrem stimmig. Vorwiegend sind die Kaiserlichen und die Nordmänner in Skyrim vertreten. Exotische Rassen wie die Khajit, Argonier oder auch Rothwardone (da alle von anderen Kontinenten stammen) sind in Skyrim auch eher selten anzutreffen, was die Welt glaubwürdiger macht.
So ist bei einem Drachenangriff etwa eine Dorfbewohnerin umgekommen (kein Spoiler, sondern ein Random Kill) und als ich mit ihrem Mann gesprochen habe, ließ der sich entschuldigen und zog sich zurück. Erst 24 Stunden später stand er wieder als Schmied zur Verfügung. An anderer Stelle ziehe ich mit jemandem durch die Familiengruft, um einen Totenbeschwörer zur Strecke zu bringen. Ich knacke eine Truhe und nehme den Inhalt an mich, was der Begleiter mit 'Hey, das ist Familienbesitz. Aber gut' Ihr helft mir XXX zur Strecke zu bringen und dürft euch dafür bedienen.' kommentiert.
Kurzum: Die Welt reagiert auf alles was man tut. Schade finde ich, dass die Sprecher der deutschen Sprachausgabe zwar einen super Job machen, aber zu wenige ausgewählt wurden. Wenn der zehnte Charakter jemanden mit derselben Stimme anspricht, dann fragt man sich, ob da nicht mehr drin gewesen wäre.

Grafik:
Die Grafik ist überraschend gut. Auf der sechs Jahre alten Xbox360 hatte ich eigentlich nicht mehr viel erwartet, aber sie ist wunderschön. Vor allem wenn man in Bewegung bleibt, ist alles extrem schön. Hält man dagegen an und schaut sich die Texturen im Detail an, dann sieht man wie matschig das ganze eigentlich ist. Hierzu gibt es jedoch eine Diskussion, da dies wohl (noch) hervorgerufen wird, wenn man das Spiel auf der Festplatte installiert. Ansonsten sollen die Texturen eine ganze Ecke schärfer sein. Doch auch so sieht es fantastisch aus.
Ich spiele Skyrim allerdings nicht wegen der Grafik, sondern wegen des Spielgefühls. Darum sehe ich über die teils matschigen Texturen hinweg. Ein großes Kompliment muss man auch für die Designer der weiblichen Figuren machen. In Oblivion fand ich, dass auch die weiblichen Figuren sehr maskulin und robust wirkten. In Skyrim sehen die Frauen dagegen wirklich weiblich und hübsch aus. Da macht das Heiraten doch gleich viel mehr Spaß. Die Figurenmodelle sind übrigens auch geschlechterübergreifend sehr gut gelungen.

Der Sound:
Toller Soundtrack (obwohl er stark an Oblivion erinnert), gute Vertonung (trotz der wenigen Sprecher) und gute Soundeffekte. Es gibt tausende kleiner Geräusche, die sich zu einer lebensnahen Kulisse zusammensetzen. Leider kommen (gerade bei einem Surround Sound System) ein paar Töne seltsam rüber. Etwa klingt ein Hase beim laufen fast genauso schwerfällig wie ein Hirsch oder eine Ziege, was regelmäßig zu panischem Umschauen veranlasst. Insgesamt ist der Sound trotzdem sehr rund. Vor allem die epischen Stücke des Soundtracks können sich hören lassen.

Der Charakter:
Der eigene Charakter kann (wie man es von den Vorgängern kennt) aus einer Rasse ausgewählt und dann über Talente individuell spezialisiert werden. Der Krieger setzt verstärkt auf Nahkampfwaffen und schwere Rüstungen. Der Magier kann verschiedene Magieschulen erlernen (Zerstörung, Wiederherstellung, Veränderung usw.) und über Alchemie stärkende Zaubertränke brauen. Der Dieb meuchelt aus dem Hinterhalt, setzt auf leichte Rüstungen, Bögen und Dolche. Prinzipiell kann natürlich jede Klasse auch alle anderen Talente hochleveln und spezialisieren. Vorgefertigte Klassen gibt es nicht. Nur die Rasse gibt einen Bonus auf bestimmte Fertigkeiten. Aber es macht Sinn, sich auf einen Weg zu spezialisieren, da über sogenannte 'Wächtersteine' die entsprechenden Fertigkeiten schneller aufgelevelt werden können.

Die Schwierigkeitsgrade:
Man kann jederzeit den Schwierigkeitsgrad wählen. Zur Auswahl stehen von Novize über Adept bis Meister insgesamt fünf Abstufungen. Ich spiele auf Meister und sehe mittlerweile, da ich auf Stufe 30 bin, langsam etwas Land beim Kämpfen. Oder anders ausgedrückt: In Skyrim kämpft man permanent ums Überleben. Die Gegner leveln nicht mit dem Charakter gemeinsam, sondern sind entweder zu leicht, zu schwer oder genau richtig. So kann es auch schon einmal vorkommen, dass man mit Stufe 5 plötzlich einem Bären gegenübersteht, das Schild hebt, sich auf einen harten Kampf einstellt und nach dem ersten geblockten Angriff tot ist. Das führt dazu, dass man Gegner locken muss, die Deckung nicht vernachlässigen darf und manchmal auch die Beine in die Hand nehmen muss. Im Nahkampf gibt es dabei nicht mehr die taktischen Angriffsvariationen aus Oblivion, sondern nur noch Blocken, Angriff, Gegenangriff (und entsprechende Verstärkungen). Dabei fühlen sich die Kämpfe aber auch realistischer an, weil der kleinste Fehler bestraft werden kann.
Ein Beispiel hierzu: Ich streife bei Nacht durch die Natur, als ich plötzlich Schritte höre. Ich drehe mich um und sehe eine Rothwardonin mit langem Zweihandschwert auf mich zurasen. Ich gehe in den Nahkampf und blocke einige Schläge, setze ein paar Konter. Nach einer halben Minute mache ich einen fatalen Fehler. Sie manövriert mich aus und sticht mir in den Rücken. Beim zweiten Mal mache ich es ähnlich. Nach einer Minute liege ich erneut im Gras. Erst beim dritten Anlauf überstehe ich den zweiminütigen Kampf knapp und stehe triumphierend über der besiegten Gegnerin.

Und sonst':
Die Geschichte des Spiels sollte zumindest allen in Ansätzen klar sein, die das Spiel kaufen. Man ist ein Drachenblut, ein sogenannter 'Dovahkiin' . Als solcher kann man es mit Drachen aufnehmen, über ihre Sprache mächtige Schreie erlernen und so zur Rettung der Welt beitragen. Weiter möchte ich auf die Geschichte nicht eingehen, da ich ungern spoilern möchte. Nur dies sei verraten: Die Kämpfe gegen die Drachen sind ansprechend inszeniert und werden per Zufall getriggert, wenn ich mich nicht irre. Es kann also vorkommen, dass man gerade in einem Dorf steht und vom Drachen angegriffen wird. In dem Fall kämpft man mit allen Bewohnern gemeinsam. Oder aber ein Drache greift auf weiter Ebene an. Dann heißt es Auge um Auge, Zahn um Zahn. Naja, wer da den Vorteil hat, sollte klar sein. Trotz des heftigen Schwierigkeitsgrades habe ich mittlerweile fünf Drachen erlegt. Einen davon sogar 'fast' ohne fremde Hilfe.
Schwerwiegende Bugs sind mir bislang noch nicht untergekommen (außer dem Texturbug). Ich muss allerdings zugeben, dass ich nicht danach gesucht habe. Doch solange alle Questtrigger funktionieren, bin ich eigentlich zufrieden. Da ist es auch zu verkraften, dass bei manchen Händlern die Ware ohne Sanktionen mitgenommen werden kann (ohne, dass sie mit 'stehlen' markiert sind). Das verwundert doch etwas, wenn man den Händlern die Ware vom Tisch nehmen kann und sie ihnen direkt wieder verkauft.
Das Skillsystem ist vielseitig, aber ich vermisse neben den ganzen Talenten die Attribute. Diese wurden auf das elementarste heruntergebrochen. Es stehen bei Stufenaufstieg nur noch Magicka, Gesundheit und Ausdauer zur Verfügung. Fabei wird nicht wirklich erklärt was ein Aufstieg jeweils bewirkt. Ausdauer steigert zum Beispiel nicht nur die Ausdauer beim Sprinten, Kämpfen und Blocken, sondern steigert auch die maximale Traglast. Hier wäre eine genauere Erklärung im Handbuch oder in der eigens integrierten "Hilfe"-Sektion im Spielmenü sinnvoll gewesen.
Das Menü ist übrigens sehr übersichtlich. Ein echtes Kunststück, wenn ein Spiel so viele Facetten hat.
Ich hatte bislang durchschnittlich 1 Freeze pro 10 Stunden in der gesamten Spielzeit, was durchaus ein guter Schnitt ist, wie ich finde.
Es gibt übrigens einige humorvolle und subtile Verbeugungen vor den Vorgängern. Eine Neuauflage des 'alten Orks', der einen ehrenvollen Tod sucht und einfach nicht totzukriegen ist, inklusive. Außerdem trifft man auch Sheogorat mal wieder, der im Geiste eines Mannes herumspukt. Dass es auch immer wieder Infos aus den anderen Regionen gibt, die man in den Vorgängern bereisen konnte, versteht sich von selbst.

UPDATE vom 22.11.2011 / 7.12.2011:

Mittlerweile habe ich:
-die Main-Quest-Reihe
-die Gefährten-Quest-Reihe
-die Magierakademie-Quest-Reihe
-die Dunkle Buruderschaft-Quest-Reihe
-die Diebesgilde-Quest-Reihe
-die Bürgerkriegs-Quest-Reihe
-alle Daedra-Quests
-zig Nebenquests, die nicht einer bestimmten Fraktion zugeordnet sind.
Ich muss sagen, dass das Spiel den Spielspaß auch über 100 Stunden konstant hochhalten kann und die einzelnen Fraktionen sogar im Gameplay verschiedene Herangehensweisen fordern. Das bringt ein wenig Abwechselung rein. Hut ab Bethesda, das Spiel ist wirklich einmalig.
ABER
Dank einem mittlerweile ausführlichen Testen dieses Spiels, habe ich auch einige Probleme gefunden, die zu Beginn nicht stören/auffallen, später aber nervig werden können. Das wichtigste zuerst:
1. Die deutsche Version (sowie alle nicht-englischsprachigen Versionen) haben keine eigene Aufschlüsselung über die Kopfgelder, die in den einzelnen Regionen über den Charakter verhangen wurden. Das Resultat? Das "Master Criminal" (30G) Achievement ist bislang noch nicht freischaltbar. Nun mag man zurecht sagen, dass man Skyrim nicht wegen des Gamerscores spielt, sondern wegen des grandiosen Spielspaßes. Aber einen bitteren Beigeschmack hat es trotzdem.
2. Die Daedra-Quest um Sinding und Hircine war bei mir verbuggt, sodass ich sie nicht beenden konnte und einen vorigen Spielstand laden musste. Auch dies ist ärgerlich, wenn man längere Zeit nicht gespeichert hat.
3. Hier ein paar Kleinigkeiten, die ärgerlich sind.
Oftmals kreisen Drachen nur herum und landen nicht oder nehmen gar nicht erst den Kampf auf. Dann greifen sie Schneebären oder ähnliche Kreaturen an, die in den Kampf verwickelt werden. Wenn der Drache dann abhebt, greift der Bär/ die Spinne/ der Bandit den Charakter an. Das kann frustrieren, wenn man schon mit dem Drachen allein Probleme hat.
Die Tötungsanimationen sind meiner Meinung nach überflüssig. Zudem sehen sie nicht immer schick aus, weil auch die Animationen für das Schwert und die Axt vorkommen, wenn man einen Streitkolben nutzt. Das ist einfach unsauber.
Die Bewegungsanimationen der Figuren sind schön gelungen. Manche Animationen dagegen gar nicht. Bestes Beispiel das Blutritual der Gefährten. Erst schneidet er neben der Hand entlang und plötzlich ist die ganze Schale mit Blut voll. Das wirkt alles andere als zeitgemäß.
Ich vermisse eine Lock-Funktion. Manchmal erwische ich im Kampf ausversehen einen Verbündeten. Manchmal macht es sie sogar feindlich (bei Wachen). Da wünsche ich mir etwas mehr Präzision im Kampfgetümel.
Das Balancing ist (auf Meister) sehr schlecht. Zu Beginn kämpft man bei jedem Popelgegner ums Überleben und nachdem man Stufe 50 erreicht hat, schwere Rüstung schmieden und verzaubern kann, wird jeder Gegner ein Klacks.
Zudem stimmt die Aussage Bethesdas nicht ganz, dass die Gegner immer auf demselben Schwierigkeitsgrad bleiben. Als ich mit Level 50 durch Dungeons zog, die ich auch mit Level 10 hätte erkunden können, wimmelte es dort von Todesdraugrfürsten. Teilweise zwei oder drei auf einmal. Ich tippe mal, dass die Mobs doch in Anzahl und Typ ein wenig angebessert werden.
Manche Questgegenstände wird man nicht wieder los. So sammeln sich mittlerweile knapp 20 Kilo an Tand in meinen Taschen, die ich gerne ablegen würde. Dies geht jedoch nicht, weil es sich um Questgegenstände handelt. Dass ich die Quest schon lange abgeschlossen habe (wie ich glaube), interessiert das Spiel wohl nicht. Schade.
Sooo, mit dem Update kam nun doch nochmal einiges an Kritik nach. Schadet das dem Spiel großartig? Nein. Aber es sollte erwähnt werden. Dadurch wird auch die Aussage meinerseits, Skyrim kratze an der Perfektion, wieder etwas revidiert. Kaufempfehlung und "Spiel des Jahres"-Prädikat verleihe ich aber trotzdem ohne zögern.

UPDATE vom 1.12.2011:
Der Patch, der seit dem 28. November zur Verfügung steht, hat bei mir den Textur-Bug behoben und mir wird erst jetzt richtig deutlich, auf was man zuvor verzichtet hat. Das Spiel sieht einfach super aus. Leider ist der Achievement-Glitch noch nicht behoben.

UPDATE ENDE

Fazit:
Ich könnte hier noch stundenlang weiterschreiben und trotzdem nur einen flüchtigen Einblick in dieses Spiel geben. Es ist riesig, es spielt sich gut und es macht unglaublich viel Spaß. Nach meinem persönlichen Empfinden kratzt Skyrim an der Perfektionsmarke. Ich hatte hohe Erwartungen und bin sehr froh, dass sie sogar übertroffen wurden. Alle, die spielerische Freiheiten lieben und viel für Liebe zum Detail übrig haben, dürfen beherzt zugreifen. Fans der Vorgänger bekommen ein vertrautes, in Punkten verbessertes Produkt, das nicht nur ein Addon, sondern ein vollwertiger Nachfolger ist (leider ist das ja längst nicht mehr bei allen Spielen der Fall). Rollenspielfans greifen ohnehin zu. Für mich ist klar: Skyrim besteigt den Genrethron. Doch auch darüber hinaus ist Skyrim meiner Meinung nach das bislang mit Abstand beste Spiel des Jahres.
In diesem Sinne: 'Dovahkiin! Dovahkiin!'
Kommentar Kommentare (49) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 10, 2013 2:55 PM CET


Battlefield 3 - Limited Edition
Battlefield 3 - Limited Edition
Wird angeboten von games.empire
Preis: EUR 34,95

110 von 127 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ab aufs Schlachtfeld, 27. Oktober 2011
= Spaßfaktor:5.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: Battlefield 3 - Limited Edition (Videospiel)
Der Kampf ist eröffnet. Knapp zehn Tage vor dem Release von CoD MW3 läutet Battlefield 3 den Kampf um den diesjährigen Militärshooter-Thron ein. Und eins kann ich vorweg nehmen: Battlefield 3 hat eine starke Linke. Leider vernachlässigt es aber auch ein wenig die Deckung. Doch bleiben wir konkret und gehen das Spiel der Reihe nach an. Alle, die einfach ein Fazit wollen, die können sich die Pros und Contras anschauen und dazu das Fazit am Ende lesen. Für alle anderen habe ich mal die Lupe herausgeholt.

+++++++++++++++++Singleplayer+++++++++++++++++
Dramaturgie:
Das Spiel setzt stark auf eine dramatische Erzählweise. Man beginnt im Prolog direkt am Ende des Spiels. In einem Flash Forward erlebt man das vorweggenommene Finale ansatzweise. Bereits bei der Inszenierung wird hier klar, dass Battlefield 3 keine Gefangenen macht. Die Grafik und die Soundkulisse sind hervorragend. Nach knappen fünf Minuten ist der Prolog beendet und man befindet sich acht Stunden zuvor in einem Verhörraum. Hier ist die Schnittstelle, die alle weiteren Missionen verbindet. In Rückblicken erlebt man die Geschichte von Blackburn. Der Soldat erzählt seine Geschichte, wobei man in seine Rolle und die seiner Verbündeten schlüpft. Das kommt einem aus CoD Black Ops bekannt vor. Und nicht nur hier lässt sich Battlefield 3 klar beim Konkurrenten inspirieren.

Parallelen'
Wer Battlefield 3 spielt, der wird so manches Mal ein Ach-Was-Erlebnis haben, wenn er sich an vergangene CoD-Titel erinnert. Das anfängliche Setting im Irak erinnert stark an den Beginn von MW2, die Rahmenhandlung scheint bei Black Ops abgeschaut, der sturmartige Lauf im Zug zu Beginn erinnerte mich etwas an den Miles High Club aus MW und die Mission als Wingman im Jet erinnert an die Skandalmission aus MW, in der man ebenfalls weiße Punkte durch Beschuss von oben zermürbt.
Nun kann man über CoD denken was man will, aber bei der Präsentation konnte sich die Reihe nur sehr selten was ankreiden lassen. Also warum nicht ein bisschen was abgucken? Doch leider hat sich Battlefield 3 auch einige negative Aspekte abgeschaut. Teilweise heftige Gewaltdarstellungen (gerade in Quicktime-Events) und unreflektierte Kommentare in der Flugmission ('Good Kill') mildern zumindest bei mir den Spielspaß.

und Unterschiede:
Doch Battlefield 3 hat natürlich auch einige Unterschiede zu den bisherigen CoD Titeln, die das Spiel für mich ein wenig spielenswerter machen. Hier wären zum einen die taktischeren Spielweisen zu nennen. In Battlefield steckt man nicht viel weg (zumindest auf hard). Die Gegner zielen genau und sie nehmen einen unter Sperrfeuer. Dadurch muss man sich als Spieler ziemlich vorsichtig vorwagen. Die freundliche KI stürmt gerne vor ohne alle Gegner im Visier zu haben. Manche Feinde verstecken sich und erschießen einen dann von hinten. Battlefield ist ein Lehrstück für die alte Shooter-Weisheit 'Check your Corners'. Das ganze lässt Battlefield ein wenig taktischer wirken als die bisherigen CoD Teile. Und sehr wohltuend empfinde ich den nicht vorhandenen (bis ganz dezent vorhandenen) Patriotismus in Battlefield, der mich bei CoD immer wieder enttäuscht. Der Krieg wird hier nicht heroisiert und er wird nicht glorifiziert. Man spielt keine Helden, sondern Soldaten.

Gelungene Ideen:
Battlefield 3 macht zusammenfassend einiges richtig. Die Präsentation ist umwerfend. Die nette Erzählweise bringt Abwechslung und verknüpft die einzelnen Missionen sinnvoll. Die Grafik gehört zum Besten, was es bislang für die Box gibt und der Sound kommt über ein Surroundsound System richtig gut. Auch die musikalische Untermalung wirkt immer stimmig und treibt die Atmosphäre mit an. Das Spiel ist zudem komplett auf englisch spielbar. Das Gameplay ist super flüssig, die Steuerung geht gut und präzise von der Hand. Die Gegner sind clever, fallen dem Spieler in den Rücken und erfordern an den meisten Stellen nur ein wenig Geschick, an manchen Stellen aber echtes Taktieren.

Schlechte Ausführungen:
Weniger gelungen finde ich folgende Punkte. Klar ist Battlefield 3 nicht BFBC 3, aber mir fehlen trotzdem die Identifikationsfiguren. Ich mochte die schlechte Gesellschaft, in der ich bei BFBC immer war. So etwas fehlt Battlefield 3. Naja immer noch besser gar keine Identifikationsfigur zu haben als einen patriotischen Superelitesoldaten, der für das einzig gerechte Land der Welt gegen das pure Böse kämpft. Die Verbündeten-KI ist manchmal nervig. Wenn man direkt hinter der Deckung liegt, weil man unter Beschuss genommen wird, kann es schon mal vorkommen, dass ein Verbündeter die Deckung nehmen möchte und den Spieler herausdrängt. Das hat mich bereits diverse Bildschirmleben gekostet, weil ich plötzlich neben der Deckung lag. Zudem gibt es (selten) Stellen, an denen Endlosspawns von Gegnern kommen.

Das Fazit für alle, die nicht den ganzen Text lesen wollten:
Pro:
- Präsentation
- Dramaturgie
- Grafikbombe
- Soundbombe
- komplett auf englisch spielbar
- Gameplay ist extrem flüssig
- Kluge Gegner
- Taktischer Ansatz

Contra:
- Keine humorvoll skurrilen Personen (Ich vermisse den Sarge)
- Verbündeten-KI ist manchmal eher hinderlich als hilfreich
- Manchmal nervige Endlosspawns

+++++++++++++++++Multiplayer+++++++++++++++++
Die Kampagne ist ja schön und gut. Aber Battlefield und CoD tragen ihren eigentlichen Kampf ja online aus. Hier kann man Battlefield 3 nur gratulieren. Es macht da weiter, wo BFBC 2 aufgehört hat. Ein gutes Levelsystem und weitläufige Karten, die wirklich für alle Klassen Möglichkeiten bieten, campen aber fast unmöglich machen. Ich persönliche spiele am liebsten den Capture Modus, weshalb ich auch vor allem auf den Karten unterwegs bin. Und die sind durch die Bank weg gelungen. Es gibt wieder die Ribbons, Medals, Dogtags und Fahrzeuge. Zudem gibt es freischaltbare Items, die mit Levelanstieg zur Verfügung stehen. Dies hat leider den bitteren Beigeschmack, dass die Pro-Gamer (zu denen ich mich nicht zähle) nicht nur den Skillvorsprung, sondern auch die besseren Waffen haben. Das frustriert etwas. Zudem gibt es keine Spawn-Protection, was etwas nerven kann, wenn jemand meint, er müsse die feindliche Basis nicht einnehmen, sondern lieber Spawn campen. Aber für solche Spieler (sie sind ja mittlerweile eher selten) gibt es Gott sei Dank die negative Rückmeldung, damit man sie nicht so schnell wieder sieht.

Fazit:
Was bleibt nun? Ein echt gelungenes Spiel für Erwachsene, das eine gut präsentierte Kampagne (ich habe knapp 8 Stunden auf hard gebraucht) und einen hervorragenden, taktischen Multiplayer bietet.

Update: In einem Thread habe ich gelesen, dass das HD TexturePack nicht auf einer 4GB Festplatte installiert werden kann. Es hat zwar nur eine Größe von 1,5GB, aber da der 4GB Speicher scheinbar als interner Speicher und nicht als Festplatte erkannt wird, gibt es da scheinbar Probleme. Das nur als Info für alle, die es betrifft.

PS: Ich hatte ziemliche Probleme mit dem Spiel (technischer Natur). Da ich bislang aber der einzige bekannte Fall davon bin, habe ich es nicht in die Bewertung einfließen lassen. Hier trotzdem ein Link zum von mir erstellten Thema. Ich hatte das Problem, dass die Kampagne nach dem Update nicht starten wollte. Also fall du, lieber Leser, dasselbe Problem hast, dann schau hier:
http://www.amazon.de/gp/forum/cd/discussion.html/ref=cm_cd_fp_ef_tft_tp?ie=UTF8&cdForum=FxM2UQ249EZUM1&cdThread=TxKY38E0LPE2WW
Kommentar Kommentare (21) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 9, 2012 2:16 PM MEST


Red, White & Blue - Störkanal Edition
Red, White & Blue - Störkanal Edition
DVD ~ Noah Taylor
Wird angeboten von Drehscheibe24
Preis: EUR 5,59

3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Zwei halbe Filme machen keinen ganzen, 3. August 2011
Rezension bezieht sich auf: Red, White & Blue - Störkanal Edition (DVD)
Nachdem ich 'Red, White & Blue' gestern gesehen habe und mir der Film noch immer ein wenig im Kopf rumgeistert, möchte ich nun auch meine Erfahrungen erläutern, um für den ein oder anderen Interessierten ein Kaufargument oder -gegenargument zu liefern.

Grundsätzlich finde ich es schwer, diesen Film fair zu bewerten, weil er eigentlich zwei Filme in sich trägt. Da wäre die erste Stunde, die sich ganz der Figurenzeichnung widmet und dann wären da die letzten 40 Minuten, die sich der Schlachtung dieser Figuren verschreibt.
Die ersten 40 Minuten lässt Simon Rumley sich viel Zeit für die Charaktere, zeigt ihre Lebenswege nahezu schmerzhaft realistisch und lässt für alle Figuren Empathie aufkeimen. Die Darsteller kommen dabei ohne große Gesten aus und wirken trotzdem sehr glaubhaft. Ohne nun konkrete Inhalte verraten zu wollen, sollte nur erwähnt werden, dass die Minuten 40 bis 60 dann zeigt, wie das Leben der Figuren auf verschiedene Weisen durch Schicksalsschläge kippt. Es folgen 40 Minuten Gewalt und die Frage, wieso Rumley aus der guten ersten Stunde nicht einfach ein gutes Drama weiterentwickelt hat.
Simon Rumley tappt hier in eine Falle, in die schon andere große Filmemacher getappt sind. Auch Robert Rodriguez hatte mit seinem 'From Dusk Till' Dawn einen Gangsterfilm, der sich ab der Hälfte plötzlich in einen Vampirslasher verwandelt. Mir persönlich gefallen derartige drastische Umbrüche in Filmen nur ganz selten. Und so ist es auch in 'Red, White & Blue'. Hier haben wir es mit einem stillen, schwer zugänglichen Drama zu tun, das sich etwa ab der Hälfte in eine gewalttätige Tour de Force verwandelt. Und genau bei diesem Bruch verliert der Film an Glaubwürdigkeit.

SPOILER!

Wieso muss die angehende Band beispielsweise den Körper von Erica in verschiedene Teile schneiden und warum behält jeder von ihnen einen Teil? Nur damit ihr verrückter Freund (heimlicher Soziopath und Trauma aus dem Irakkrieg, um das Klischee abzurunden) auch wirklich einen Grund hat bei jedem von ihnen vorbeizuschauen und sie zu foltern? Nach Logik sucht man in den letzten 40 Minuten vergebens. Warum lässt der liebende Familienvater bitte einen Teil der Leiche im Kofferraum seines Wagens und fährt damit nach Hause? Warum schickt er den Verrückten auch bei allen anderen Kumpels vorbei und nicht nur bei Ericas Mörder?

SPOILER ENDE!

Die Ungereimtheiten, die sich in der zweiten Hälfte auftun machen eines deutlich, was den Film tief herabsenkt: Hier wird Gewalt nicht als ein Mittel zur Kritik eingesetzt, wie es bei anderen Dramen mit gewalttätigem Finale (etwa 'Ex Drumer' von Koen Mortier) passiert. Hier wird die Handlung mit der Brechstange verbogen, um irgendwie Gewalt unterbringen zu können. Die Gewalt wird somit zu einem Selbstzweck und ist meiner Meinung nach fehl am Platze.
Der Film hat als Gesamtkonzeption eigentlich nur zweieinhalb Sterne verdient, weil die erste Hälfte gut, die zweite Hälfte überflüssig ist. Doch einen halben Stern gibt es für die schöne musikalische Untermalung. Diese passt sich trotz einer minimalistischen Pianotonspur der Stimmung der jeweiligen Szene an und reicht somit von tragisch mitfühlend bis zu verstörend und hart gespielt.
Drei Sterne für einen Film, der fast sein gesamtes Potential auf halber Strecke verspielt.


L. A. Noire (uncut) [PEGI]
L. A. Noire (uncut) [PEGI]
Wird angeboten von Elektronik-Versand
Preis: EUR 10,99

14 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Meilenstein? Ein Meilengebirge!, 20. Mai 2011
= Spaßfaktor:5.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: L. A. Noire (uncut) [PEGI] (Videospiel)
(Der erste Abschnitt dieser Rezension erzählt eine kurze Videosequenz zum Fall 'The Red Lipstick Murder'. Er verrät keine Dinge, die für die Gesamtkonzeption der Story wichtig wären, sondern schildert nur einen kurzen Ausschnitt, der die Stimmung des Spiels widerspiegelt. Wer aber keine Einzelheiten zum Spielinhalt erfahren möchte, überspringt ihn besser.)

Der Motor läuft, während sich die Schritte langsam dem stehenden Wagen nähern. Die Büsche und Sträucher des abgelegenen Parkstücks scheinen im weißen Scheinwerferlicht nur in Grauschattierungen. Die düstere Welt aus schwarzen und weißen Farben wird nur leicht durch das rote Bremslicht des Wagens durchbrochen. Mit einem schnellen Ruck greift der Mann an die Wagentür, reißt sie auf und zerrt die schreiende Frau an den Haaren nach außen. Seine dunkle Silhouette hebt sich gegen den mondbeleuchteten Hintergrund ab, während er mit dem Brecheisen mehrmals zuschlägt bis die Schreie verstummen. Willkommen in der Stadt der Engel, willkommen im Film Noir.

(Ende des ersten Abschnitts.)

Ein Bruch mit der Tradition:
L.A. Noire tritt ein sehr schweres Erbe an. Entwicklerstudio Rockstar hat mit GTA 4 und Red Dead Redemption die Messlatte für sich selbst sehr hoch gelegt. GTA 4 führte das Open World Actionspiel in die Moderne und begeisterte durch starke Charaktere, hervorragendes Gameplay und einen satirischen Seitenhieb auf den American Way of Life. Red Dead Redemption übernahm das Gameplay, die Charakterzeichnung und die Satire. All das überführte es in ein historisches Setting und setzte zudem neue Maßstäbe im Storytelling (SPOILERANFANG: Nachdem die Hauptstory abgeschlossen war, folgte ein genialer Seitenstrang der Geschichte, der die Spielgewohnheiten auf den Kopf stellte. Vieh züchten, Krähen verjagen, ein ganz gewöhnliches Farmerleben führen und am Ende von der Vergangenheit eingeholt werden und sogar das Ende der eigenen Hauptfigur erleben. SPOILERENDE). Wie wird sich nun L.A. Noire in dieser Reihe machen? Indem es die Stärken übernimmt und neue Elemente einbaut.

Das alte Gameplay:
Wer die Spielfigur das erste Mal bewegt, wird die Ähnlichkeiten zu GTA und RDR sofort bemerken. Die Spielfigur kann in der 3rd Person Perspektive frei durch ein herrlich in Szene gesetztes L.A. laufen. Die obligatorische Minimap, gelegentliche Schießereien mit Deckungssystem, Schlägereien und Fahrermissionen sind natürlich auch mit dabei. Aber sie sind stark reduziert und stellen den geringeren Anteil am Spiel dar.

Das neue Gameplay:
Doch der eigentlich Reiz von L.A. Noire liegt darin, wofür diese Spielelemente gewichen sind. Denn der Hauptcharakter ist kein Kleinkrimineller oder Outlaw, sondern ein Polizist. Als Officer Phelps beginnt man seine Karriere in der Stadt der Engel. Und genau in dieser Spielwelt macht Rockstar keine Gefangenen. Die Stadt ist genial in Szene gesetzt, die Figuren ebenso. Das Voiceacting der englischen Sprecher ist nah an der Perfektion und die Animationen der Gesichter suchen auf der Xbox360 ihresgleichen. Die Mimik stellt einen wichtigen Teil des Gameplays dar, denn als Polizist stehen etwas andere Aufgaben auf dem Tagesplan. Tatortuntersuchungen, Zeugenbefragungen, Verhöre und eine ganze Menge Intuitionsgabe sowie Kombinationsvermögen lassen hier nicht nur die Herzen der Actionfans, sondern vor allem die Herzen der Adventurefans höher schlagen. Und sollte man sich etwas verzockt haben, kann man den Verdächtigen noch immer beschatten. Schließlich kann ja nicht jedes Verhör perfekt ablaufen. Aber was man nicht im Kopf hat, das hat man eben in den Beinen und im Tank. So macht sich Phelps mit seinen ersten Fällen einen Namen. Die Beförderung winkt und bald hat er es regelmäßig mit verschiedenen Kapitalverbrechen zu tun. Je weiter er auf der Karriereleiter steigt, desto dunkler wirkt auch der Moloch LA. Die Stadt der Engel entpuppt sich als ein korruptes Herz der Finsternis.

Die Präsentation:
Wie von Rockstar gewohnt, zeigt sich LA von seiner schönsten und dunkelsten Seite. Die Hintergrundmusik orientiert sich deutlich an den schwermütigen Melodien des Film Noire. Mit Piano und Saxophonklängen versetzt der Soundtrack den Spieler direkt in die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg.
Die Grafik kann sich sehen lassen, wobei natürlich die Gesichtsanimationen einen ganz besonderen Stellenwert haben. Das peinlich berührte Augenniederschlagen einer Zeugin, weil sie Angst hat bei einer Lüge erwischt zu werden. Das selbstverliebte Lächeln eines echten Drecksacks, der glaubt, man könne ihm ohnehin nichts anhaben. Das wütende Ausrasten eines cholerischen Verdächtigen, der gerade etwas zu sehr gereizt wurde. All das zeigt sich sehr eindrucksvoll in der Mimik und trägt tatsächlich dazu bei, dass man in den Gesichtern lesen kann. Dies ist für das Gameplay wiederum elementar.
Die Film Noir Stimmung ist ebenfalls sehr schön eingefangen. Die Fälle werden jeweils mit einer kurzen stimmungsvollen Sequenz eingeleitet. Die Erzählstimmung des Spiels ist schön düster, wie man es vom Spieltitel und dem darin genannten Genre kennt. Von schlagkräftigen Cops über Crime bis zur begehrenswerten Femme Fatale ist alles in diesem Spieljuwel vorhanden. Ebenso wie die genretypischen Rückblenden. Eine unglaublich dichte Inszenierung lassen den Spieler in die Geschichte und das digitale LA abtauchen.
Zudem sind die Figuren realistischer gehalten als bei GTA und RDR. Dies spiegelt sich auch in der Grafik wieder. Den überzeichneten Comicstil sucht man hier vergeblich. Abgerundet wird die Präsentation durch die gute Vertonung von ausgezeichneten Dialogen.

Lose Enden:
Trotz der genialen Neuerungen gibt es bei L.A. Noire noch immer etwas zu bemängeln. Dadurch, dass der Spieler quasi einen Krimi spielt, ergeben sich einige negative Aspekte. Denn ein Krimi ist immer solange spannend, bis man ihn das erste Mal ausgelesen hat. Danach kann das Buch zwar noch immer super sein, aber den ganz besonderen Reiz hat es verloren. So ähnlich verhält es sich auch bei L.A. Noire. Die tolle Story trägt die Motivation ohne Probleme konstant hoch. Aber der Wiederspielwert sinkt im Vergleich zu GTA oder RDR stark ab, weil man die Rätsellösungen natürlich schon kennt. Und genau dieses Knobeln steht im Vordergrund des Gameplays.
L.A. Noire hat leider auch nicht so viele Nebenaufgaben wie GTA oder RDR zu bieten. Es wirkt auch etwas komisch, dass man als Polizist keine Straßenverkehrsregeln befolgen muss, Autos rammen kann und ungestraft davon kommt.
Zudem zeigt sich, dass der Xbox360 langsam die Puste ausgeht. Das Spiel kommt auf drei Discs' Die meisten wird es nicht stören, alle acht bis zehn Stunden die Disc zu wechseln, aber trotzdem zeigt sich daran, dass die Konsole langsam ein Update zur BluRay bräuchte.

Fazit:
Rockstar hat sich hier mal wieder ein Denkmal geschaffen. Nachdem die Gesichtsanimationen bereits als 'Meilenstein' in den Medien bezeichnet wurden, darf man dies auch für das Gesamtkonzept des Spiels unterschreiben. Die tatsächlichen Auswirkungen des neuen Gameplays auf die Videospiellandschaft wird man wohl erst in einigen Jahren absehen können, doch ich bin mir sicher, dass L.A. Noire für die Weiterentwicklung des Mediums in Sachen Storytelling, Animationen und Spielkonzeption eine tragende Rolle spielen wird.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 26, 2011 7:31 PM MEST


Brink (uncut)
Brink (uncut)
Wird angeboten von skgames
Preis: EUR 9,99

31 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Große Erwartungen - große Enttäuschungen?, 13. Mai 2011
= Spaßfaktor:4.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: Brink (uncut) (Videospiel)
Monatelang machten die Publisher Werbung für Brink. Es würde das Multiplayererlebnis revolutionieren, hieß es. Die Grenze zwischen Online- und Offlinegaming würde verwischen, hieß es. Doch was ist nun, da das Spiel den Weg in die Laufwerker aller Spieler findet, tatsächlich von den vollmundigen Versprechungen geblieben?

Die Geschichte:
Die Geschichte ist schnell erzählt und bei einem Multiplayershooter ohnehin oft nur Beiwerk, um die einzelnen Gefechte zu verknüpfen. So auch hier. Die Welt ist fast vollständig im Wasser versunken. Es bleibt die Arche, eine Stadt, die für die Überlebenden Zuflucht bietet. Auf dieser 'Insel' keilen sich die zwei gegnerischen Parteien. Die Sicherheit und der Widerstand sind sich spinnefeind und bekriegen sich bis aufs Blut. Nun also rein in den Klassenkampf. Zu gewinnen gibt es Lebensmittel und Trinkwasser. Achja' Und eine Menge XP.

Der Charakter:
Mit den XP lässt sich der eigene Charakter aufmöbeln, denn durch die Punkte steigt man nicht nur um Level und Ränke auf, sondern darf ihn auch in verrückte, anarchische (Widerstand) oder futuristisch gepanzerte (Sicherheit) Outfits kleiden. Hier zeigt sich Brink von seiner besten Seite. Während die meisten Shooter einfach nur Klassen bieten, kann man bei Brink seinen Charakter individueller gestalten. Durch Tätowierungen, Narben und diverse Kleidungsstücke kann man seinem Charakter so den eigenen Stempel aufdrücken. Für das Spielgefühl entscheidend ist dabei lediglich die Statur. Dürre Charaktere sind Parcour-Experten, die jedes Hindernis geschmeidig überspringen und sehr schnell zu Fuß sind. Die Muskelpakete sind dagegen wandelnde Panzer, die langsamer sind, dafür aber einiges an Schaden einstecken können.

Die Klassen:
Jede Klasse hat eigene Fähigkeiten. Der Soldat verteilt Munition und kann Missionsziele sprengen. Der Engineer kann Maschinen reparieren, Schaden boosten, Geschütztürme aufstellen und Minen legen. Der Sanitäter kann die Gesundheit boosten, heilen und Teammitglieder wiederbeleben. Der Spion kann sich verkleiden und das Gegnerteam infiltrieren.

Die Missionen:
Startet man dann die Kampagnen, Herausforderungen oder ein freies Spiel, muss man Missionsziele erfüllen. Hier hätten sich die Entwickler ein wenig mehr einfallen lassen können. Es gibt die typischen Aufträge: Sprengladungen anbringen oder entschärfen, Wagen oder Spione eskortieren, Tore verteidigen oder erstürmen und ähnliches. Manche Missionen können nur von bestimmten Klassen erfüllt werden, weshalb ein ausgewogenes und vor allem geplantes Vorgehen unabdingbar ist.

Die Maps:
Die Entwickler haben sich Mühe gegeben, die futuristische Welt nett zu gestalten. Oft kommt sie jedoch etwas kahl und steril in blauen oder braunen Tönen daher. Die Levelstruktur bietet diverse Routen zum Ziel. Man kann zusätzliche Durchgänge sprengen oder verriegeln und über die SMART-Funktion im Parcour-Stil durch die Levels flitzen.

Die KI:
Das interessanteste Feature an Brink ist die KI. Tatsächlich zeigt sie sich von ihrer besten Seite. Die Gegner rücken in Stoßtrupps vor, geben sich Deckung, erfüllen ihre Aufgaben und wählen alternative Routen, wenn ein Durchgang zu stark gesichert wird. Mitunter ist es sogar schwerer die KI zu knacken, als menschliche Gegner, da diese oft nicht ganz so organisiert auftreten. Auf der schweren Stufe hat man als unkoordiniertes Team kaum eine Chance auf den Sieg, da die KI gnadenlos gut verteidigt. Vor dieser Leistung des Entwicklerteams ziehe ich meinen Hut.
Lediglich stört es, dass man die eigenen KI Teamkameraden nicht über ein Ringmenü beeinflussen kann, wie man es von GRAW kennt. Oftmals setzen sich die Bots der eigenen Teams an einer Front fest und wenn man einen anderen Weg einschlägt, um die Front zu umgehen, folgt niemand. Man wird von hinten erschossen, nachdem man die Sprengladung angebracht hat und muss zusehen, wie sie entschärft wird. Hier hätte ich mir gewünscht, dass man zwei Bots als Begleiter ordern könnte. Es würde viele Frustmomente verhindern und ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass die Entwickler nicht auf eine derartige Idee kommen konnten.

Und trotzdem'
Leider bleibt von den großspurigen Versprechungen kaum etwas übrig. Die KI überzeugt, aber die Missionsziele sind altbacken, das Leveldesign etwas kahl und die Levels sind zu eng begrenzt. Der Trailer versprach weite Areale, aber tatsächlich kämpft man sich durch ziemlich enge Räume, die sich je nach Missionsziel immer etwas weiter verschieben. So bleibt auch die SMART-Funktion über weite Strecken witzlos. Zudem ist der Spielinhalt ziemlich begrenzt. Je acht Missionen, vier Herausforderungen und das offene Spiel sind einfach nicht genug für einen Vollpreistitel. Das bekommt man (zwar in anderem Stil) bei Spielen wie CoD oder Battlefield ausgewogener und als Bonus zum Singleplayerspiel. Zudem können das Tempo und das Balancing in anderen Titeln besser überzeugen. Brink wird sicher nicht die Spitze des Multiplayerbergs erklimmen. Es passt wunderbar in die Reihe großer Onlinegaming-Enttäuschungen wie 'Enemy Territory: Quake Wars' und 'Shadowrun'. Zugegeben, kann Brink noch eher überzeugen als diese Spiele, doch eine Revolution ist es definitiv nicht.

Fazit:
Für mich persönlich ist Brink eine Enttäuschung. Das liegt ganz einfach daran, dass ich mir von dem Spiel sehr viel mehr erwartet habe. Es ist kein schlechtes Spiel, aber es fehlt an spielerischer Freiheit, Innovation und an Umfang. So hat man bereits nach vier Stunden das Gefühl, man habe alles an diesem Spiel gesehen, was es zu sehen gibt. Ein Titel, der so riesiges Potential hat, darf nicht in dieser Form (zu wenig Umfang, fehlendes Feintuning am Balancing und zu triste Präsentation) in den Handel gehen. Es gibt viele tolle Ansätze, aber leider ebenso viele Enttäuschungen. Brink wird die Spielergemeinde wohl spalten, wie man bereits in den Foren erkennen kann. Die einen lieben es, die anderen hassen es. Eine unbedingte Kaufempfehlung kann ich deshalb nicht aussprechen. Aber einen Blick sollte es den Interessenten definitiv wert sein.

PS: Ich hoffe, dass sich der Eindruck noch ändert, wenn ab Releasetag noch mehr Spieler online sind. Bislang werden die Teams oft noch mit Bots aufgefüllt. Das ist dann ungefähr so, als spiele man in einem von zwei Teams, die auf derselben Seite sind. Die menschlichen Spieler kommunizieren und machen einen Plan, während die KI-Gefährten ihre eigene Suppe kochen. Insofern ist die Bewertung nur vorläufig und wird hoffentlich noch nach oben korrigiert. Vor allem, da die Server-Verbindungen bislang so schlecht sind, dass man sich nicht wie in einem Next-Gen Shooter, sondern wie in einer Diashow fühlt. Ich hoffe, dass sich das mit dem Release ändert. Bislang überwiegt aber vor allem Enttäuschung.
Kommentar Kommentare (5) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 15, 2011 9:53 AM MEST


Crysis 2 - Limited Edition (uncut)
Crysis 2 - Limited Edition (uncut)
Wird angeboten von toppreis321
Preis: EUR 22,03

12 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Crysis 2, 24. März 2011
= Spaßfaktor:5.0 von 5 Sternen 
Ein paar Worte vorab: Da ich lediglich eine Konsole besitze, habe ich Crysis 1 nicht gespielt. Insofern verzichte ich auch auf Vergleiche und kann nicht hervorstellen, welche Aspekte verbessert, hinzugefügt oder verschlimmbessert wurden.

Grafik:
Crysis war ja lange Zeit der Überlegenheitsbeweis für die Grafik des PCs. Dies wird sich wohl auch mit Crysis 2 nicht ändern. Die Grafik sieht zwar fantastisch aus, aber man merkt der Konsole doch ihr Alter (mittlerweile immerhin etwa 5 Jahre) an. Trotzdem gehören die visuellen Effekte (Wassereffekte, Flammen, Explosionen und natürlich die atmosphärische Kulisse) zu den überzeugendsten auf der Xbox360. Besonders New York bei Regen lässt einem die Augen aufgehen, wenn man kurz verharrt und sich die Wasserbewegungen auf dem Asphalt anschaut. Bei der Weitsicht zeigen sich dann allerdings auch einige Schwächen. Wer in Goulds 'Büro' einen Blick durch das Teleskop wirft, der wird wissen was ich meine.

Sound:
Der Sound läuft bei mir über das Turtle Beach X 31 Headset. Das klingt super. Soundeffekte klingen überzeugend, die Synchronsprecher wurden ordentlich gewählt und der Soundtrack kann ebenfalls punkten.

Gameplay:
Das Gameplay von Crysis 2 zeigt die eigentliche Stärke des Spiels. Während es eine Menge Spiele im Militärshooterbereich (BFBC, CoD) gibt und einige Science-Fiction Shooter (etwa Halo), ließe sich dieser wohl am ehesten in letztere Ecke schieben. Das würde dem Titel jedoch nicht gerecht. Vielmehr gehen beide Shooterformen eine Symbiose ein. Dementsprechend sind die Gegner auch aus den beiden Fraktionen: menschliche Soldaten und Aliens.
Wie man diesen Gegnern beikommt, ist dem Spieler überlassen. Crysis 2 bietet neben den Shooterelementen auch Stealth-Gameplay, um Gegner heimlich auszuschalten. Durch ein Upgradesystem lassen sich die Fähigkeiten verbessern und so kann man noch effizienter seinen gewählten Pfad einschlagen. Somit kann man sich zum Guerillakrieger entwickeln, der zuschlägt und wieder verschwindet oder eben die Ein-Mann-Rambo-Armee spielen. Das Spiel bietet beide Möglichkeiten.

Präsentation:
Hier gibt es ebenfalls nichts zu meckern. Das Setting und die Atmosphäre sind sehr gut in Szene gesetzt. Vor allem die Anfangssequenz zeigt gleich einmal die Qualitäten des Spiels. Innerhalb einer Flucht aus einem sinkenden U-Boot wird die Steuerung erklärt. Dabei ist die Szene so dicht inszeniert, dass man sofort ins Spiel eintaucht und völlig verzückt aus dem Wrack auftaucht. Kaum an der Wasseroberfläche, erblickt man die halb zerbombte Statue of Liberty, die bereits die ersten Ausmaße der Zerstörung New Yorks erahnen lässt. Es folgen die vorgezogenen Credits, die in Actionfilmmanier die Vorzüge des Nano Suites demonstrieren. Innerhalb einer Stunde hat man dann auch alle Tutorials für die Funktionen des Suites abgeschlossen und kann ein wenig experimentieren. Die Gegner reagieren hierbei ziemlich clever, stellen aber auf der normalen Schwierigkeit keine Gefahr dar.

Kleine Mankos:
Bislang sind die Mankos vor allem außerhalb des Gameplays zu finden. So habe ich zum Beispiel einen Bug entdeckt, der mir nach einer Sequenz den Waffengebrauch unmöglich gemacht hat. Zuerst dachte ich, es wäre ein Stealthabschnitt, aber nach etwa 20 Minuten und ständigem hit and run wurde ich dann doch erschossen und hatte prompt meine Waffen wieder. Zudem finden sich minimale Schönheitsfehler bei der Steuerung der Fahrzeuge. Laternenmasten sind unüberwindbar. Selbst Raketen machen da nichts. Und die Levelbegrenzungen für Fahrzeuge sind teils durch unsichtbare Wände gegeben.

Multiplayer:
Die Beta hat ja bereits gezeigt in welche Richtung der Multiplayer sich entwickelt hat. Hierbei hat sich auch nicht viel verändert, wie es scheint. Nach einigen Runden im Onlinemodus zeigt sich jedoch, dass der Frustfaktor schon ganz schön steigen kann, wenn alle im Tarnmodus umherschwärmen und nur angreifen, sobald die Energie dafür aufgebraucht ist. Aber ansonsten können die Maps und die Spielmechanik auch hier überzeugen.

Fazit:
Crysis 2 bietet tolle Atmosphäre und eine spannende Geschichte. Auf Spoiler habe ich hier bewusst verzichtet (obwohl ich in der Story auch noch nicht allzu weit fortgeschritten bin). Das Gesamtpaket des Spiels kann sich wirklich sehen lassen und braucht sich vor großen Seriennamen wie CoD, BFBC, MoH oder Halo nicht verstecken. Als Crysis Neuling wusste ich nicht was mich erwartet und habe einfach einmal auf Verdacht gekauft. Das bereue ich auch nicht, denn offensichtlich hat CryTek hier eine Spielspaßgranate abgeliefert.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 24, 2011 9:30 PM CET


Red Dead Redemption: Undead Nightmare
Red Dead Redemption: Undead Nightmare
Wird angeboten von games.empire
Preis: EUR 15,99

25 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Undead Nightmare - Befremdliches Addon mit Luft nach oben, 6. Dezember 2010
= Spaßfaktor:4.0 von 5 Sternen 
Nachdem ich mich mit dem Produkt nun einige Zeit auseinandergesetzt habe, möchte ich meinen Eindruck schildern. Vorab sollte vielleicht die Frage geklärt werden, wen dieses Standallone-Addon überhaupt ansprechen soll. Wer Red Dead Redemption besitzt und nur den Singleplayer spielen möchte, der ist mit dem Download besser beraten, weil er günstiger ist. Wer allerdings noch keine anderen Inhalte heruntergeladen hat und auch in den Genuss der Multiplayer DLCs kommen möchte, der kann hier beherzt zugreifen, denn streng genommen ist diese Disc nur eine Zusammenfassung aller bisher erschienenen DLCs. Zudem spricht dies natürlich alle an, die auf eine Internetverbindung zur Xbox360 verzichten müssen.

Der Singleplayer:
Das Herzstück dieser Disc ist natürlich das namensgebende Addon, das im Singleplayer einige Stunden Spielspaß bündelt. Hierbei muss allerdings angemerkt werden, dass Undead Nightmare einen eigenständigen Story-Strang erzählt und dabei auch eine eigene Atmosphäre entwickelt. Diese kommt meiner Meinung nach aber nicht annähernd an die nahezu perfekte Inszenierung des Hauptspiels heran. Wo bei Red Dead Redemption eine unglaublich dichte Prärie gezeichnet wird, die dem digitalen Wilden Westen Leben einhaucht, breitet sich in diesem Addon eher Tristes und (wie könnte es eher sein) der Tod aus. Die Atmosphäre ist demnach auch weniger wildwestlich, sondern etwas trashiger und düsterer.
Die Missionen haben hierbei auch einen herben Dämpfer erfahren. Sie sind nicht mehr so abwechselungsreich gestaltet und bieten keine Schießereien, wie man sie aus dem Hauptspiel kennt. Da die Zombies nicht zurückfeuern, sondern vor allem auf den Protagonisten zustürmen, zielt man permanent in kopfhöhe und feuert auf die Gegner, während man im Rückwärtsgang unterwegs ist. Kommen die Gegner dann zu nah an den Kuschelkurs, dreht man sich um und erläuft sich etwas Distanz oder schaltet auf Dead Eye. Das Deckungssystem ist obsolet. Leider läuft so ziemlich jede Mission nach dem Muster "Reite zu Punkt a, erlöse alle Gegner und reite zu Punkt b" ab. Die Nebenmissionen haben auch kaum anderen Inhalt als Zombiehorden zu dezimieren. Schade, da hätte man Rockstar doch mehr Kreativität zugetraut.
Ganz lustig ist die Idee mit den untoten Pferden. Man kennt ja vielleicht die Redewendung "Einen Gaul zu Tode reiten"... Genau diese Gefahr besteht nun nicht mehr, sondern die Pferde sind nicht länger von Erschöpfung geplagt und haben endlose Ausdauer. Zudem sind sie schneller und die vier Pferde der Apokalypse haben noch eine Zusatzfähigkeit. Optisch wissen sie ebenfalls zu gefallen. So kann man mit dem brennenden "Krieg" zum Beispiel nicht nur wie der Wildwest-Ghost-Rider durch die Nacht reiten, sondern entzündet auch jedes Lebewesen, das sich zu nah heran wagt.
Der Singleplayer bleibt aber zumindest einer Qualität treu: Skurrile Charaktere und jede Menge Seitenhiebe auf die amerikanische Kultur in hervorragenden Cutscenes. Die Zusammentreffen mit den bekannten Charakteren gehören immer zu den Höhepunkten des Spiels, doch eigentlich sollten die Cutscenes nicht die Höhepunkte sein, sondern sie lediglich einleiten.

Der Multiplayer:
Der Multiplayer bringt neue Spielmodi wie Poker, Würfelpoker oder Pferderennen ins "Freie Spiel" und gibt mehr Motivation, sich einige Erfolge zu erarbeiten. Gerade dies fand ich wichtig, da der RDR Online MOdus lange nicht genug gefesselt hat, um seinen Multiplayer-Char auf Level 50 zu bringen. Bis dahin hatte man längst alle anderen Erfolge abgehakt. Hier kommt zumindest nochmal etwas Motivation dazu, um sich länger in der Onlinewelt zu bewegen.

Fazit:
Das Addon ist von dem schwarzen Humor abgesehen ein überraschend "anderes" Addon. Meiner Meinung nach passen die Zombies allerdings gar nicht in den Wilden Westen und die daraus resultierenden Änderungen im Gameplay überzeugt mich nicht. Aus dem actionhaltigen Duck and Run System ist ein Shoot and Run Gameplay geworden. Das Wildwest-Feeling ist einem trashigen Pseudo-Horror-Feeling gewichen, bei dem aber keine Gruselstimmung aufkommen will. Das alles wirkt befremdlich und kehrt dem eigentlichen Hauptspiel zu sehr den Rücken zu. Für das nächste Addon sollte sich Rockstar mal bei den hochwertigen DLCs von Mass Effect 2 Anreize holen. Hier wird gezeigt, wie man durch Addons das Hauptspiel weiterführt und dafür nur einen Bruchteil des Geldes verlangt.


Two Worlds II
Two Worlds II
Preis: EUR 17,84

40 von 45 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Neue Welt, neues Spiel, 9. November 2010
= Spaßfaktor:4.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: Two Worlds II (Videospiel)
Two Worlds war seiner Zeit ein ziemliches Fiasko. Matschige Charakter-Texturen, schlechte Steuerung, unausgereiftes Balancing und eine Menge Bugs. Ganz zu schweigen von dem städnig zurückweichenden Release-Termin (insgesamt 9 Monate).
Ein paar Jahre später kündigt Topware den zweiten Teil des RPGs an und erneut kommt es zu diversen Release-Verschiebungen. Doch dieses Mal hat sich das Verschieben gelohnt. Nachdem ich das Spiel nun durchgespielt habe und auch den Multiplayer testen konnte, möchte ich meinen ersten Eindruck ein wenig relativieren.

Holpriger Start:
Der Einstieg in die neue Welt läuft überraschend lahm ab. Die Grafik weiß zu Beginn in tristen Kellern nicht zu begeistern und die Handlungsfreiheit ist erstmal gleich Null, doch sobald man aus dem Kerker ist und die Kampf- und Handwerkstutorials hinter sich hat, nimmt das Spiel rapide an Fahrt auf.

Das Handwerk kennt man ähnlich aus anderen Spielen:
PAPAK ist die Kunst der Alchemie und erinnert an Oblivion. Einfach Zutaten zu Tränken zusammenbrauen. Je höher die Fähigkeit, desto besser die Tränke.
DEMONS ist die Kunst der Magie und bietet eine Menge Kombinationen. Über ein komplexes Kartensystem kann man sich Element und Wirkung (Umkreis, Geschoss usw.) mit verschiedenen Modifikatoren (höherer Schaden, mehrere Geschosse usw.) zusammenstellen und so verschiedene Zauber erstellen. Je höher die Fähigkeit, desto weiter können die Zauber aufgebessert werden.
CRAFT ist die Schmiedekunst und bietet die Möglichkeit alte Waffen zu zerlegen, um die Materialien zur Aufbesserung der LIeblingswaffe zu nutzen. Dasselbe klappt auch mit Rüstungen und Schilden. Je höher der Level, desto weiter kann man aufbessern.

Das Kampfsystem:
Das Kampfsystem geht fix von der Hand und verlangt ein gesundes Maß an Taktik, um sich mit den stärkeren Gegnern messen zu können. Man kann ganz nach Belieben auf Fernkampf, Magie oder Nahkampf skillen. Zusätzlich gibt es noch den Weg des Assassinen, der mir allerdings bislang noch nicht richtig einleuchten will. Man ist niemals auf eine Klasse festgelegt, was besonders im späteren Spielverlauf zu interessanten Skillkombis führen kann. So ist es mit weniger Knopfdrücken möglich zwischen zwei kompletten Ausrüstungssets hin und her zu switchen, was es ermöglicht als Bogenschütze die Gegner zu attackieren und dann schnell in den Nahkampf zu wechseln. Da gibt es eben viel zu experimentieren und auszuprobieren.

Die Steuerung:
Hier schleichen sich einige Mängel ein. Insgesamt geht das Spiel flüssig von der Hand, doch ein paar Entscheidungen passen nicht so ganz. So sind laufen, blocken und schleichen alle auf dieselbe Taste gelegt. Das Problem dabei ist, dass man manchmal bei einem Fluchtversuch losschleicht oder bei einem Kampf nicht blockt, weil man beim LT-drücken noch nicht völlig still gestanden hat. Passiert relativ selten, aber lässt sich auch nicht ganz vermeiden. Ansonsten ist es den Entwicklern aber gut gelungen die vielen Möglichkeiten auf die begrenzten Gamepad-Tasten zu bannen.

Der Spielumfang:
Die Mainquest-Reihe hat man ziemlich fix durch, doch es warten am Wegesrand eine ganze Fülle an Nebenjobs, die nicht weniger Spaß machen. Die Landschaft beträgt etwa 12,5 Quadratkilometer und ist gut gefüllt, sodass selten Leerlauf vorkommt. Allerdings sei der euphorische Spieler gewarnt. Die Karte zeigt drei kleinere Inseln, die rund um ein riesiges Areal angesiedelt sind. So denkt man, dass die Hauptinsel auch das Hauptareal sein wird. Doch dieses ist lediglich zu etwa 10% begehbar. Der Rest der Hauptinsel wird nur im Multiplayer erforschbar sein. Doch allein im Singleplayer sollte man etwa 30 Stunden beschäftigt sein.

Multiplayer:
Vorab: Der Singleplayer-Charakter kann nicht importiert werden.
Bei fünf Modi muss man dem Multiplayer zumindest ein Manko unterstellen: Nix los. Die Spielergemeinde ist (noch) zu klein, sodass ich bislang noch keinen Spieler für Duelle, Deathmatches oder die Kristalljagd gefunden habe. Hierzu kann ich also noch nix sagen, außer dass das Balancing wohl ziemlich schwierig sein dürfte (für einen Level 20er Spieler werden Gegner im Levelbereich 10-30 gesucht. Das sind zu große Unterschiede).
Der Village-Modus ist ein Aufbaumodus in dem man sein eigenes Dorf aufbaut, zuschaut wie es ein wenig Geld im Schneckentempo einbringt und wie die Dorfbewohner unzufrieden werden. Sinkt die Zufriedenheit zu weit, geht man auf eine "Quest" und muss vier Gegner besiegen, dann sind sie wieder zufrieden. Klingt nicht sehr spannend und ist es auch nicht. Zumindest mich reizt der Modus kaum.
Der Adventure-Modus ist da schon besser. Hier geht man mit bis zu acht Spielern auf "Aventiure" und muss in einem großen Schlauchlevel von Punkt a nach Punkt b laufen. Dazwischen sind allerdings viele Gegner, die auch in großen Gruppen auftauchen. Habe vier der sieben Missionen trotzdem alleine geschafft. Lediglich eine Mission konnte ich auch mit menschlicher Unterstützung probieren und da spielt es sich gleich viel angenehmer. Zu zweit oder zu dritt kommt man bereits problemlos durch, aber zu acht dürfte es ein einfacher Hack'n Slay-Durchmarsch sein.

Die Grafik:
Nach dem öden Anfang, zeigt sich die volle Pracht der neuen Welt. Die Außenareale haben einige atemberaubende Landschaften und Lichteffekte, das Startgebiet erinnert vom optischen Flair an das erste Assassin's Creed. Die Bäume wiegen sich idyllisch im Wind, das lange Gras umspielt die Beine des Helden, da passt einfach eine ganze Menge zusammen. Umso störender, dass die Gestik der Figuren zu Beginn absolut starr und unglaubhaft wirken. Da kommen sofort schlechte Erinnerungen an Two Worlds Teil 1 wieder hoch. Schön zu sehen, dass diese jedoch im Ansatz erstickt werden.

Der Sound:
Grandios. Man kann es nicht anders sagen. Tolle Synchronsprecher, super Orchestrierung und eine insgesamt stimmungsvolle Soundkulisse. Lediglich die Synchronstimme von David Spade kommt für den Protagonisten nciht ganz glaubwürdig rüber. Man hat immer den Eindruck, er würde nur von der Libido gesteuert und jeder Frau hinterher sabbern.

Fazit:
Die Spielwelt ist riesig, die Quests sind unzählig und abwechselungsreich, die Laufwege meist nur kurz und die Motivation ist konstant hoch. Wenn der Multiplayer nun noch mehr Spieler lockt, steht auch dem Online-Vergnügen nix im Weg, aber das dürfte wohl noch bis zum UK-Release im Februar dauern. Leider muss ich trotzdem sagen, dass Oblivion mir besser gefallen hat und Two Worlds 2 das Spiel (trotz dessen fünf Jahren Alter) nicht vom Genre -Thron stoßen kann. Aber es sitzt direkt daneben und kann das Haupt mit Recht hoch tragen. Ich habe überlegt, ob die Mängel (holpriger Start und Steuerung) ausreichen, um die Bewertung auf vier Sterne zu kürzen, doch das Spiel ist ansonsten sehr überzeugend. 9/10 Punkten und in dubio pro reo. Fünf Sterne für diese Rollenspiel-Perle.
Kommentar Kommentare (6) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 16, 2010 6:43 PM CET


At the Edge of Time (Limited Digi Pak + enhanced CD + Download Coupon)
At the Edge of Time (Limited Digi Pak + enhanced CD + Download Coupon)
Preis: EUR 19,90

3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Blind Guardian sind wieder da!, 30. Juli 2010
Für alle, die nur einen kurzen Überblick brauchen sei gesagt: Blind Guardian hat hier kein leeres Versprechen abgegeben. 'Back tot he roots' ist hier in bestmöglicher Form gelungen. Nach dem meiner Meinung nach schwächsten Album der Bandkarriere 'A Twist In The Myth' warten die Krefelder hier mit einer echten Überraschung auf. Starke Songs mit einer typischen Blind Guardian Note, die an die Qualität einer 'Nightfall In Middle Earth' anklopft und zumindest die 'Night At The Opera' übertrifft. Und das will ja schon mal was heißen, hatte diese doch geniale Songs wie 'Punishment Divine' oder 'The Soulforged' im Repertoire. Fans greifen ohnehin zu, alle anderen dürfen gerne mal neugierig rein hören. Anspieltipps sind hier 'Sacred Worlds', 'Ride Into Obsession', 'Curse My Name' und 'Wheel Of Time'. Im Folgenden werde ich auf die Songs einzeln eingehen. Wem das zuviel ist, dem sei das Fazit vorab gegeben: Blind Guardian ist wieder da!

Sacred Worlds ' Der Anfang erinnert schon nahezu an die epischen Opener der ersten Rhapsody-Alben. Doch nach dem orchestralen Beginn wird sofort klar, dass hier eine härtere, schnellere und reifere Form von Instrumentalarbeit vorliegt. Da dieser Song schon seit längerem im Internet kursiert (nicht zuletzt dank des virtuellen Auftritts der Band im Videospiel 'Sacred 2'), kennen sicher alle Fans dieses Meisterwerk. So fühlt man sich in zweierlei Hinsicht gleich heimisch. Zum einen aufgrund der vorläufigen Bekanntheit, zum zweiten aufgrund der genialen Klänge, die zeigen, dass 'back to the roots' hier nicht nur ein leeres Versprechen ist. Der Opener ist schlicht und einfach ein Meisterwerk, das an die besten Songs der Vergangenheit erinnert und zugleich eine eigene Energie entwickelt.

Tanelorn (Into the Void) - Schnelle und originelle Riffs bestimmen diesen Song, die die Strophen bis zu dem starken Refrain treiben. Wirkt leider nicht ganz so originell wie der Rest des Albums.

Road Of No Release ' Zusammenspiel aus klassischem Klavier und pompösen Metal-Klängen. Kürsch setzt seine Stimme dazu in mitunter melodisch sanfte Klänge, dann wieder in aggressivere Stimmlagen. Nicht zuletzt auch dadurch begründet, dass die Strophen aus der Perspektive von verschiedenen Figuren gesungen werden. Bleibt allerdings auch etwas hinter der restlichen Qualität des Albums zurück.

Ride Into Obsession ' Sehr schnelle Gitarrenriffs, die genau wie auch die donnernde Bassdrum das Tempo ordentlich voran treiben. Ein wundervoller Chorus, sowie eine insgesamt sehr clever abgemischte Vocals-Spur, runden die Sache ab. Hier werden Kürschs Stimmen wieder überlagert, was ja bereits auf der Nightfall-Scheibe, wie auch in zahlreichen anderen Songs (z.B. Under The Ice, Precious Jerusalem u.a.) verdammt gut klingt. Dazu trägt dieser Song ein sehr starkes und energetisches Gitarrensolo im Herzen, das mir bislang auf dem ganzen Album am besten gefällt.

Curse My Name ' Die erste Ballade, die (wie schon so oft) das Flair eines mittelalterlichen Marktes einfängt. Wunderschön gesungen und dank dem gelungenen Drumpart auch nicht plätschernd, sondern angenehm vorantrabend. Lädt zum Verweilen ein. Besonders dank der folklorischen Klänge ab Mitte des Songs. Da mischen sich Dudelsäcke, Flötenklänge und Streichinstrumente mit der Stimme zu einem wundervollen Kanon. Gegen Ende explodiert diese Ballade dann regelrecht und entlädt sich in einer grandiosen Symbiose aus Instrumental und Stimme. Ein wahrer Orgasmus für die Ohren und ein sehr schönes fade (Lange nicht mehr bei BG gehört) in den nächsten Song.

Valkyries ' Die Strophen wirken eher uninspiriert gesungen, aber der Chorus erhebt sich dann einer Walküre gleich in epische Höhen. Zudem zeigt sich im Instrumentellen eine ganz nette Entwicklung über den Song hinweg. Nettes Solo, dessen geifernde Gitarre etwas an Bloodtears erinnert.

Control The Divine ' Diesem Song kann ich bislang am wenigsten abgewinnen. Dies mag sich noch ändern (wäre nicht das erste Mal bei BG Songs), doch bislang taucht er eher etwas ab, da er nichts wirklich besonderes hat (außer dem ein oder anderen starken Gitarrenpart).

War Of The Thrones ' Kennt man von der Single, sollte man denken. Ist hier aber in der Piano-Version. Zudem gibt es noch einige orchestrale Einspieler, die aber perfekt zur träumerischen Atmosphäre des Songs passen. Es ist zwar keine große Überraschung, wenn man die Ballade bereits von der Single kennt, macht aber auf jeden Fall auch in dieser Version sehr viel Spaß.

A Voice In The Dark ' Und noch ein Bekannter. Die einzige Singleauskopplung aus dem Album. Man kennt es und man liebt es. Schnelles Tempo, Kürsch at his best und eine ganze Menge neuer Energie, die für eine klare Entwicklung stehen: Den eigenen Stil weiterentwickeln und dabei die früheren Wurzeln gekonnt einbauen. So muss es sein.

Wheel Of Time ' Eine grandiose Gesamtkomposition, die sich zwischen orchestraler Epik und hervorragenden Metal-Klängen bis zum Höhepunkt entwickelt. Hier wird einfach mal beispielhaft durchexerziert, wie man einen epischen Song mit klugem Aufbau und hervorragenden Vocals produziert. Daumen hoch für diesen Abschluss, der 'Sacred Worlds' in der Stimmung sehr ähnlich ist und somit das neue Album perfekt einrahmt.

Fazit: Start-Zielsieg mit einem sehr ordentlichen Part dazwischen. Nicht die beste Blind Guardian-Scheibe aber auf jeden Fall die lange Wartezeit wert gewesen.

Zum Digipack: Sehr schöne Illustrationen, ein Faltbild un eine zweite CD mit einigen Demo-Tracks und verschiedenen Versionen von anderen Songs. Kernprodukt bleibt (Oh Überraschung) aber klar das geniale Album.


Kein Titel verfügbar

34 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein gewagtes Konzept geht auf., 22. Oktober 2009
= Spaßfaktor:5.0 von 5 Sternen 
Ich habe das Spiel heute bekommen und kann somit meinen ersten Eindruck des Spiels schildern. Dieses Spiel sei jedem zu empfehlen, dem Fallout 3 zu wenig Tempo hatte, denn das ist in Borderlands mehr als genug vorhanden. Die Steuerung geht flott von der Hand und die Vielzahl von Waffen (ein halbes Dutzend Waffengattungen)geben jedem Spieler das richtige Werkzeug an die Hand. Je länger man sich mit einer Waffe beschäftigt, desto stärker wird man im Umgang damit. So werden durch die Benutzung Fertigkeitspunkte der Waffengattung gut geschrieben.
Zusätzlich darf man ab Level 5 Action-Skill-Punkte investieren, um die gewählte Klasse aufzumöbeln. Die Skills richten sich nicht nach dem gängigen Rollenspielthema (ála Schlösser knacken, hacken usw), wie man es von den reinrassigen Rollenspielen gewohnt ist. Stattdessen orientieren sich die Rollenspielelemente an dem FPS-Genre. Da werden Punkte in Geschütztürme gesteckt, sodass man in seiner Nähe Gesundheit oder Munition regeneriert. Oder man steigert einfach den Projektilschaden der Waffen oder des Geschützturms dauerhaft. Dieser gewagte Genremix geht sehr gut auf. Die im Vorfeld oft genannten 650000 Waffen, die es geben soll, regnen übrigens nicht so häufig vom Himmel, dass man alle zwei Schritte Werte vergleichen muss. Bislang ist alles sehr gut ausbalanciert.
Ab Level 10 etwa kann man sich dann auch hinter das Lenkrad eines Wagens schwingen. Der steuert sich so, wie der Warthog in Halo, nur etwas schneller, unrealistischer, arcadelastiger und mit Geschützen (Raketen UND MG). Etwas negativ fällt nur auf, dass der Wagen für die recht dünnen Straßen etwas fix ist, da bleibt man schonmal am Felsen hängen. Aber die Entwickler haben ja auch noch größere Areale versprochen.
Zur Grafik kann ich nur sagen, dass sich das Spiel auch in dieser Hinsicht angenehm vom Einheitsbrei abhebt. Der Comiclook weiß zu gefallen und das Spiel läuft flüssig. Die Texturen sind in der Nähe sehr hübsch und in der Entfernung scharf, allerdings nicht so detailiert. Für einen schönen Hintergrund reicht es aber. Der Sound geht auch in Ordnung. Die musikalische Untermalung ist ganz nett und die Soundeffekte sind gut. Die Sprecher sind nichts besonderes, reichen für das Spiel allerdings, da es ohnehin nicht so dialoglastig ist, wie man es von einigen Rollenspielen gewohnt ist. Die Figuren sind skuril (gelinde gesagt) bis vollkommen durchgeknallt und erinnern optisch an so manchen Raider oder Schurken aus den Madmax-Filmen. Insgesamt kommt einem das Setting sehr bekannt vor und man fühlt sich direkt heimisch, wenn man die Madmax-Trilogie oder Fallout 3 kennt.

Fazit:
Der Genremix geht gut auf, für mich bleibt es aber eher ein Open-World-Shooter mit Rollenspielelementen und weniger ein Rollenspiel mit FPS-Elementen. Wen das nicht stört, der darf gerne zugreifen, denn eines steht schon nach dem Anspielen fest: Der Umfang übersteigt die 10 bis 12 Stunden Kampagnen der meisten Shooter bei weitem.
(Nach mehr als einem halben Jahr muss ich sagen, dass ich bei der Rezension bleibe. Der Dauerspaß ist groß, der Umfang enorm und für den Wagen gibt es im Verlauf des Spiels größere Areale, in denen man dem Gefährt ordentlich die Sporen geben darf. Schwierigkeitsgrad bleibt knackig und die gesamte Präsentation des Spiels bleibt auf seine "irre" Art sehr charmant. Lediglich der Gewaltgrad stößt mir verstärkt negativ auf, da hier schon einiges geboten wird, was man lieber nicht sehen würde. Aber irgendwie will man ja für sein teures Geld auch keinen reduzierten Inhalt und kein beschnittenes Produkt.)
Kommentar Kommentare (7) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 29, 2010 9:07 PM MEST


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