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Dizzyfugu "dizzyfugu" (Düsseldorf)

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Heidelberger HE483 - Das Ältere Zeichen: Verborgene Mächte, Erweiterung
Heidelberger HE483 - Das Ältere Zeichen: Verborgene Mächte, Erweiterung
Preis: EUR 19,95

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Zwiespältig: Die Extra-Box, die eigentlich im Grundspiel inklusive sein sollte. Es riecht leider nach Geldschneiderei..., 14. Juli 2014
"Verborgene Mächte" ergänzt das Würfelspiel "Das Ältere Zeichen", welches quasi eine stark vereinfachte "Kniffel"-Version des vielschichtigen Brettspiels "Arkham Horror" darstellt. Es handelt sich um eine bloße Erweiterung und kein eigenständiges Spiel.

Leider ergänzt "Verborgene Mächte" das Grundspiel um keine wesentlichen Aspekte. Neu sind einige Ermittler, vier Große Alte, mehr Abenteuerkarten inkl. Ausrüstung für die Ermittler, ein paar Monster extra, eine Option auf ein verschärftes Niveau bei den Schicksalskarten sowie ein ganz guter Mechanismus für die aus Arkham Horror bekannten Flüche/Segen, mit denen Ermittler belegt werden können.
Auch der einfache "Eingangs-Referenzbogen" (eine wunderbar bürokratisch-germanische Übersetzung) wird nun in separate Locations aufgelöst.

So weit, so gut.

Das Ergebnis ist aber weniger dramatisch oder positiv als es sich anhört, denn es ist eigentlich nur mehr vom bereits Bekannten - die Ermittler sind wiederum alles altbekannte Figuren aus Arkham Horror. Doch sie unterscheiden sich untereinander kaum, bzw. weniger, als man es vom viel komplexeren Brettspiel kennt.

Segen und Flüche werden sehr elegant durch je einen Extra-Würfel ins Spiel integriert. Der Segen stellt quasi einen zusätzlichen grünen Würfel dar, während ein Fluch den Segen cancelt oder sogar einen schwarzen Würfel "einbrockt", der mitgeworfen werden muss - dieser neutralisiert dann das erste identische Wurfergebnis eines anderen Würfels (er hat Werte wie ein grüner Standardwürfel). Das ist nett gelöst und fügt sich nahtlos ein.

Auch die Tatsache, dass es nun keine Älteren Zeichen mehr zu kaufen gibt, werte ich positiv - erhöht es doch den Druck, sich mit den Abenteuern auseinanderzusetzen, um an die Älteren Zeichen zu kommen.

Alldieweil, ich bin insgesamt aber tendenziell von dem Angebot enttäuscht, das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt m.E. nicht. Man beachte, dass die Expansion fast genausoviel kostet wie das Grundspiel, das in seiner Kiste aber nur rund ein Drittel Raum ausfüllt. Bei der Expansion wiederum wird es dagegen im kleinen Karton fast schon zu eng - was aber nicht bedeutet, dass die Box das ganze Geld wert sei!

Irgendwie habe ich den schalen Eindruck, dass ein ursprünglich an sich ganz gutes, komplettes Spiel einfach "zersägt" und in zwei Kisten aufgeteilt wurde, um ordentlich Geld zu ziehen. Man führe sich vor Augen, dass man für Basis und diese Erweiterung zusammen locker über EUR 40,- aufbringen soll/muss. Und das nur für ein Würfelspiel mit ein paar (viel zu klein und mit dürrer Typo bedruckten) Karten und Papp-Countern? Es gibt ja nicht einmal Aufsteller für die Ermittler, nur fitzelige Papp-Flips!
Beides zusammen in einer Kiste für EUR 25,- wäre ein gutes Angebot und gerechtfertigt, EUR 30,- hätte ich auch noch akzeptiert. Aber so? Ich bin... irritiert. Das Vorgehen erinnert mich stark an die VÖ-Politik bei "Munchkin Quest" vor ein paar Jahren, und anders als bei den zahlreichen Erweiterungen für Arkham Horror bekommt man eben KEIN Ambiente-Szenario geliefert, sondern nur den Eindruck, dass man nun endlich das eigentliche, komplette Spiel in den Händen hält?

Ich gebe daher wohlwollende drei Sterne, denn das Spiel als solches ist gut. Aber ich würde für die Erweiterung keine Kaufempfehlung geben; das Grundspiel reicht für einen "Quickie" im Lovecraft'schen Universum allemal, aber wirklich Neues kommt mit "Verborgene Mächte" nicht ins Spiel, außer ggf. ein paar Errata, die aber m. E. schon in der aktuellen Ausgabe des Grundspiels integriert sind.

Man muss m. E. schon ganz schön Fan sein, um nun noch einmal nachzulegen. Ich habe mir jedenfalls mehr versprochen und muss die kritische Frage stellen: warum nicht gleich alles auf einmal in den Basiskarton, denn da wäre für alles ab Werk sogar ordentlich Platz drin gewesen?


Heidelberger HE420 - Das Ältere Zeichen
Heidelberger HE420 - Das Ältere Zeichen
Preis: EUR 23,68

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen "Arkham Horror" meets "Kniffel". Geht das?, 2. Juni 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ja, durchaus - wenn man sich von der Idee verabschiedet, mit diesem Spiel eine Art Light-Version des sehr komplexen Brettspieles "Arkham Horror" zu erhalten.
Denn "Das Ältere Zeichen" nimmt zwar die Grundidee von "Arkham Horror" auf, aber dies beschränkt sich nur aufs Spielprinzip: eine Gruppe unerschrockener Ermittler (sprich: die Spieler mit je einer Figur) nimmt den Kampf gegen einen noch schlummernden Großen Alten auf, um ihn entweder rechtzeitig zu bannen, bevor er erwacht, oder ihn in einem finalen Kampf doch noch 'per Hand' zu besiegen. Es ist mithin eines der gegenwärtig sehr populären Die-Spieler-gemeinsam-gegen-das-System-Spiele, bei denen entweder alle zusammen gewinnen oder verlieren, es keine Einzelkämpfer gibt.

Damit hört die Ähnlichkeit zu "Arkham Horror" als Urmeter von Spiel-Derivaten vor dem Lovecraft'schen Literatur-Hintergrund aber auf, denn "Das Ältere Zeichen" ist ein reines Würfelspiel - die Spieler müssen mit ihren Figuren, die unterschiedliche, hilfreiche Talente besitzen und auch Gegenstände finden/einsetzen können, sog. Abenteuer lösen. Letztlich ist das Spiel ein virtueller Wettlauf gegen den schlummernden Großen Alten: die Spieler müssen ausreichend viele Abenteuer bestehenen (bzw. Ältere Zeichen erringen oder auch kaufen), dass sie ein bestimmtes Limit vor einem parallel laufenden Countdown zum Erwachen des Großen Alten erreichen. Alles also recht simpel und stringent.

Die Abenteuer wiederum sind Spielkarten, auf denen bestimmte Würfelergebnisse erzielt werden müssen (z. T. in vorgegebener Reihenfolge), um sie zu lösen. Erfolg zieht Belohnungen nach sich, ein Scheitern kann dagegen durchaus drastische Konsequenzen haben. Wie im wahren Leben halt.

Zu tief will ich nicht in die Mechanik eingehen, nur so viel: Wahl der Aufgaben, des Abenteurers und Einsatz des Equipments sollten durchaus überlegt geschehen. Auch die strategische Planung wer wann was macht ist durchaus wichtig, denn manche Aufgaben sind so tough oder werden es durch erscheinende Monster oder andere Effekte, dass sie kaum von einer Figur alleine gelöst werden können.

Was gibt es aber anzumerken?

Eine Spieltiefe wie bei "Arkham Horror" darf man hier nicht erwarten, vieles ist optischer Zuckerguß. So sind Zauber und Gegenstände, die die Spieler erhalten können, technisch oftmals ein und dasselbe "Ding". Es handelt sich außerdem in der Regel um 'One-shot-Objekte', die man nicht, wie etwa bei Arkham Horror, dauerhaft besitzt. Meist dienen sie nur dazu, für ein Abenteuer Zusatzwürfel oder -ergebnisse zu erzielen.
Dies deutet auch an, dass dieses Spiel keine allzu große Spieltiefe hat - man ist dran, guckt, was man am besten lösen kann, würfelt und hofft, dass es hinkommt. Im komplexesten Fall hilft man einem Kollegen aus, wenn eine Aufgabe besonders tough ist - das war's aber auch schon mit großer Zugplanung. So was kann aber auch ganz angenehm sein! ;)

Was ferner ein wenig ärgert: das Material ist schön gemacht und haltbar, warum aber eine derart mikroskopische und schlecht lesbare Typo auf den Spielkarten verwendet wurde, bleibt ein Rätsel des Verlages. O.K., es ist z. T. viel Information auf den Karten unterzubringen - aber man sollte sie auch ohne Lupe entziffern können? Vor allem, wenn es Ambiente-Text ist!
Hinzu kommt, dass man beim Verlag offenbar sehr beschränkte Rechte am Artwork hat. Daher trifft man (auch) in diesem Spiel auf wohlbekannte Figuren, Monster und Objekte, wie auch deren Illustrationen. Das ist durchaus etwas eintönig und wirkt (subjektiv) einfallslos.

Ebenfalls kritisch anzumerken ist, dass die Regeln manchmal etwas brutal eingedeutscht wurden (Herrlich: der "Eingangs-Referenzbogen", konnte aus dem Baurecht stammen), und dass Formulierungen öfters nicht ein-eindeutig oder klar genug sind. Es ist außerdem sehr viel Fließtext durchzuackern - hier wären eine bessere Gliederung und ein paar Beispiel-Spielzüge ganz hilfreich gewesen, denn eigentlich erschließt sich manches erst aus dem laufenden Spielbetrieb, weil es nicht anders sein KÖNNTE. Da kommen bestimmt noch Errata nach...

Ein weiterer Kritikpunkt: natürlich ist kurz nach Erscheinen des Basisspiels direkt eine Expansion mit erweiterten Regeln, Großen Alten und Zubehör rausgekommen. Wie das Ganze gestrickt ist wirkt es, als sei das Original-Spiel für die deutsche Auflage einfach in zwei Teile zersägt und in zwei (teurere) Kisten verpackt worden. DAS Geld ist die Chose m. E. kaum wert, denn die Basis-Box ist zu 2/3 mit Luft befüllt. Die kleine Kiste für die Expansion hätte es auch getan - und die 'große' Box NUR für die komische Papp-Uhr? Na ja, das wäre cleverer lösbar gewesen.

Positiv ist wiederum, dass das Spiel (tatsächlich!) mit 1 bis zu 8 Spielern funktioniert und ggü. "Arkham Horror" erfrischend simpel ist. Wenn man weiß, wie's geht, kann man die Kiste schnell auspacken und loslegen - ein komplexer Aufbau eines Spielbrettes entfällt fast völlig.

Mein Fazit insgesamt: drei Sterne, aber nur eine bedingte Kaufempfehlung.

"Das Ältere Zeichen" ist in der Grundausführung ein einfaches und durchaus flottes Wir-gegen-das-System-Spiel. Es spielt zwar vor dem Lovecraft'schen Erbe, aber den Charme des Mythos bekommt man hier ebenso wenig zu spüren wie etwa bei "Villen des Wahnsinns". Da ist der Klassiker "Arkham Horror" unerreicht, der direkte vergleich verbietet sich aber trotz oberflächlicher Ähnlichkeiten und Analogien.
Hat man die Mechanismen von "Das Ältere Zeichen" einmal verstanden (was nach zwei, drei Spielzügen eigentlich passiert sein sollte), ist es unterhaltsam und sogar durchaus spannend. Ein sehr guter "Absacker", wenn man ein paar Stunden "Arkham Horror" hinter sich hat, aber noch Zeit für eine kleine, weitere Weltenrettung bleibt... ;)


Hamburg-Rom (Live)
Hamburg-Rom (Live)
Preis: EUR 12,99

4.0 von 5 Sternen Eine Band an ihrem künstlerischen Zenith - und eine gute Live-Ergänzung zu den Alben bis 1997, 13. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Hamburg-Rom (Live) (Audio CD)
Wolfsheim ist ein Lehrstück zum Thema Bandkarriere - von ersten, unbeholfenen Schritten (aber guten Ideen) im Untergrund über den "Club-Geheimtip" zu wachsender Professionalität und Divergenz bis zum Niedergang unter einem großen Label im Kommerz und Knatsch unter den Beteiligten sowie einem unrühmlichen Ende in der Bedeutungslosigkeit. Wenn man ein Drehbuch schreiben würde - Wolfsheims Werdegang käme vermutlich nahe heran.

Das Live-Album "Hamburg-Rom" ist für meine Begriffe der Höhepunkt des Duos. Es besteht aus Aufnahmen während der Tour zum 1996 erschienenen Album "Dreaming Apes", ist aber erst mit etwas Abstand, 1997, veröffentlicht worden - sicherlich um Hype und Absatzzahlen ein wenig am Köcheln zu halten und Zeugnis der beginnenden, professionelle(re)n Vermarktung von Wolfsheim, die m.E. stark zum Niedergang der Band beigetragen hat.

"Hamburg-Rom" lohnt in vlelerlei Hinsicht. Einmal ist es eine Art "Best of..." bis zum Jahre 1997, mit einem Spektrum von drei Alben, einigen Singles und Veröffentlichungen über andere Medien, die wiederum als das Sammelsurium "55578" 1995 veröffentlicht wurden.

Ferner lohnt sich dieser offizielle Live-Longplayer, weil einige Stücke in einem veränderten Arrangement dargeboten werden. Z. B. "For you I'm bleeding", das ein langes Intro erhalten hat, oder das nahtlose Mash-up von "Lovesong" und "A Million Miles", die zusammen einen 7-Minuten-Hybriden namens "A Million Lovesongs" bilden. Wolfsheim-Klassiker wie "The sparrows and the nightingales" fehlen aber ebensowenig wie reine Album-Tracks ("Kiss the wall", "Übers Jahr") oder Exoten (das Cover von "Ruby, don't take your love to town"). Es gibt also durchaus exklusiven Mehrwert, der die Anschaffung - neben der guten Sound-Qualität - rechtfertigen.

Für meine Begriffe eine sehr gute Werkschau der Band, vielleicht sogar der beste Longplayer überhaupt. Daher selbstbewusste vier Sterne mit Tendenz für fünf (auch wenn es für mich persönlich bei Wolfsheim nie zu fünf gereicht hat, dazu war alles zu simpel gestrickt), ein Must-Have für Wolfsheim-Fans.

Hinzu kommt eine durchaus authentische Live-Atmosphäre, selbst wenn das Album kein Einzelkonzert von A bis Z ist, sondern aus verschiedenen Aufnahmen/Konzerten zusammengehäkelt worden ist. Das merkt man durchaus, es wirkt aber nicht gekünstelt - daher mein aufrechter Daumen.

Sehr schade, dass dies Geschichte ist...


No Happy View
No Happy View
Preis: EUR 18,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Das kreative Frühwerk des Duos - etwas unbeholfen, aber frisch und authentisch, 13. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: No Happy View (Audio CD)
Wolfsheim ist ein Lehrstück zum Thema Bandkarriere - von ersten, unbeholfenen Schritten (aber guten Ideen) im Untergrund über den "Club-Geheimtip" zu wachsender Professionalität und Divergenz bis zum Niedergang unter einem großen Label im Kommerz und Knatsch unter den Beteiligten und einem unrühmlichen Ende in der Bedeutungslosigkeit. Wenn man ein Drehbuch schreiben würde - Wolfsheims Werdegang käme vermutlich nahe heran.

"No happy view" von 1992 war/ist das erste Album des Duos - und das Cover ist Programm: düsterer Depri-Synthpop, schwanger vor Elegie und Weltschmerz, für den "dunklen Fünfuhrtee der Seele". ;)

Das ist aber nicht so negativ gemeint wie es klingen mag, denn "No happy view" zeugt von der ursprünglichen Idee, mit der Wolfsheim in den frühen 90ern losgezogen sind, und den Versuchen diese musikalisch umzusetzen. Das Album hat durchaus etwas Jungfräuliches, Frisches.

Und so birgt dieser erste Longplayer einige echte Elektro-Pop-Perlen. 'The sparrows and the nightingales' sorgte einst als Indie-Clubsong quasi unterhalb des Radars für viel Mundpropaganda, die Wolfsheim zu einem authentischen Geheimtip für Freunde des Synthiepops machte. Andere Titel wie 'Kiss the wall' sind wunderbare, eindringlich vertonte Lieder, die trotz der Beschränktheit der technischen Mittel sehr viel "rüberbringen". Klar, vieles klingt aus heutiger Sicht recht primitiv - damals war das State of the Art, und es wurde auch gerne mit Tönen/Klängen/Samples experimentiert.

Wer sich also für Wolfsheim als Band interessiert sollte tatsächlich hier beginnen und sich chronologisch bis zu den letzten Alben nach der Jahrtausendwende vorarbeiten.
"No happy view" bekommt von mir drei Sterne, und durchaus eine Kauf-/Hörempfehlung. Der Erstling ist sicher kein Meilenstein der Musikgeschichte, nicht einmal der deutschen oder des dunklen Synthie-Pops. Aber das Album ist ein selbstbewusstes Erstwerk, bei dem durchaus das kongeniale Genie des Duos aufblitzt. Hörenswert!


55578
55578
Preis: EUR 18,99

3.0 von 5 Sternen Kein wirkliches Album, sondern eine Sammlung von B-Seiten, Single-Material und anderen Veröffentlichungen, 13. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: 55578 (Audio CD)
Wolfsheim ist ein Lehrstück zum Thema Bandkarriere - von ersten, unbeholfenen Schritten (aber guten Ideen) im Untergrund über den "Club-Geheimtip" zu wachsender Professionalität und Divergenz bis zum Niedergang unter einem großen Label im Kommerz und Knatsch unter den Beteiligten und einem unrühmlichen Ende in der Bedeutungslosigkeit. Wenn man ein Drehbuch schreiben würde - Wolfsheims Werdegang käme vermutlich nahe heran.

"55578 Wolfsheim" von 1995 ist ein Exot im Oeuvre der Band, denn es ist zwar ein Longplayer, aber kein Album im engeren Sinne. Wenn man es abwertend beschreiben soll/will, ist "55578" ein Restebecken, eine Zweitverwertung von Material, das auf eigenen Singles oder auf Samplern bereits erschienen ist. Netter Service am Kunden, der diese ganzen Einzelteile nicht will oder kennt - aber halt kaum Originäres.

Insofern drei Sterne, für eine etwas inhomogene Sammlung von Maxis, Remixen und einer "wunderbaren" Cover-Version des Country-Klassikers 'Ruby, don't take your love to town' oder das wundervolle 'Real', das einen schon mal wieder aufrichten kann.

Insgesamt aber eher speziell - was für Sammler mit Hang zum Vollständigen, sollte man erst erwägen, wenn man die Alben kennt.


Popkiller
Popkiller
Preis: EUR 18,99

3.0 von 5 Sternen Eine Synthie-Band findet langsam zu sich selbst, 13. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Popkiller (Audio CD)
Wolfsheim ist ein Lehrstück zum Thema Bandkarriere - von ersten, unbeholfenen Schritten (aber guten Ideen) im Untergrund über den "Club-Geheimtip" zu wachsender Professionalität und Divergenz bis zum Niedergang unter einem großen Label im Kommerz und Knatsch unter den Beteiligten und einem unrühmlichen Ende in der Bedeutungslosigkeit. Wenn man ein Drehbuch schreiben würde - Wolfsheims Werdegang käme vermutlich nahe heran.

"Popkiller" von 1993 ist ein Zeugnis der wachsenden Professionalität des Duos, die Richtung wird gegenüber "No happy View" klarer und stringenter. Der frühe Peron-Sound ist aber noch da, unverkennbar, es mischen sich aber neue Ideen unter den Weltschmerz-Pop. Es wird teilweise melodiös, ein wenig fühlt man sich beim Hören des Longplayers an Depeche Modes "Black Celebration" erinnert, das auch einge kurze aber sehr gefühlsintensive Stücke barg.

Wenn man dem Album etwas vorwerfen will, ist es eine gewisse stilistische Eintönigkeit - aber man spürt die Ideen in den Songs, trotz der beschränkten Mittel in der Umsetzung. Drei Sterne.


Casting Shadows
Casting Shadows
Preis: EUR 12,27

2.0 von 5 Sternen Ein Album erzählt vom Niedergang kreativer Ideen, Erfolgsdruck und Kommerz, 13. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Casting Shadows (Audio CD)
Wolfsheim ist ein Lehrstück zum Thema Bandkarriere - von ersten, unbeholfenen Schritten (aber guten Ideen) im Untergrund über den "Club-Geheimtip" zu wachsender Professionalität und Divergenz bis zum Niedergang unter einem großen Label im Kommerz und Knatsch unter den Beteiligten und einem unrühmlichen Ende in der Bedeutungslosigkeit. Wenn man ein Drehbuch schreiben würde - Wolfsheims Werdegang käme vermutlich nahe heran.

"Casting Shadows" ist das letzte Album des Duos und kündet vom Niedergang einer Band und ihrer künstlerischen Idee, aufgerieben vom Kommerz, dem Druck, nach vier Jahren etwas Gleichwertiges zum bereits recht kommerziellen Vorgänger "Spectators" nachzulegen, und inneren Zankereien.

Herausgekommen ist ein für meine Begriffe belangloses Synthie-Pop-Album, das zwar gegenüber früheren Alben toll produziert wurde, aber wie eine leere Hülse voller Selbstzitate wirkt. So ideenlos war kein Wolfsheim-Album zuvor - ich gebe "Casting Shadows" nur (noch) zwei Sterne, weil es tatsächlich nur ein Schatten dessen ist, wofür Wolfsheim in den 90ern erfolgreich gearbeitet haben. Der Pop frisst halt seine Kinder. Schade drum.


Spectators
Spectators
Preis: EUR 13,99

3.0 von 5 Sternen Der Anfang vom Ende: mit 'Spectators' kam der Kommerz und das Ende einer kreativen Band der 90er, 13. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Spectators (Audio CD)
Wolfsheim ist ein Lehrstück zum Thema Bandkarriere - von ersten, unbeholfenen Schritten (aber guten Ideen) im Untergrund über den "Club-Geheimtip" zu wachsender Professionalität und Divergenz bis zum Niedergang unter einem großen Label im Kommerz und Knatsch unter den Beteiligten und einem unrühmlichen Ende in der Bedeutungslosigkeit. Wenn man ein Drehbuch schreiben würde - Wolfsheims Werdegang käme vermutlich nahe heran.

'Spectators' von 1999 dürfte den Höhepunkt der Band bedeuten, gelang es doch mit der Single "Once in a Lifetime" ins öffentliche Gehör vorzudringen - sicher nicht ohne den PR-Support durchs Label. Das dazugehörige Album ist gut, für sich genommen sogar sehr gut - kennt man aber das frühere Oeuvre Wolfsheims merkt man, dass ab diesem Zeitpunkt die Band begann sich selbst zu zitieren. 'Spectators' kann man sehr gut hören, mir persönlich fehlte hier aber die gewisse Sperrigkeit, die frühere Alben ausgezeichnet hat.

Und so ist 'Spectators' nett, aber recht risikolos, auf breite Akteptanz getrimmt, sehr pop-lastig. Was nicht heißt, dass man keine guten Songs fände. "Once in a Lifetime" ist als treibender Synthie-Song zurecht Single und sehr erfolgreich geworden, und man findet versteckte Perlen wie das fast schon rockige "Heroin, she said" am Ende des Longplayers, das früher sicher nicht möglich gewesen wäre.

Jedoch, das Album wirkt auf mich weiten Teilen bemüht (Künstliche Welten) und belanglos - so etwas gefällt auch Leuten, die Unheilig hören. Daher nur subjektive drei Sterne - erste Liga war Wolfsheim nie, und verglichen mit "Dreaming Apes" von 1996 ist dies m. E. künstlerisch sogar ein Rüchschritt, oder zumindest ein Treten auf der Stelle. Der Anfang vom Ende.


Dreaming Apes
Dreaming Apes
Wird angeboten von Multi-Media-Trade GmbH - Alle Preisangaben inkl. MwSt.
Preis: EUR 27,89

4.0 von 5 Sternen Der künstlerische Höhepunkt einer deutschen Indie-Synthpop-Band, 13. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Dreaming Apes (Audio CD)
Wolfsheim ist ein Lehrstück zum Thema Bandkarriere - von ersten, unbeholfenen Schritten (aber guten Ideen) im Untergrund über den "Club-Geheimtip" zu wachsender Professionalität und Divergenz bis zum Niedergang unter einem großen Label im Kommerz und Knatsch unter den Beteiligten und einem unrühmlichen Ende in der Bedeutungslosigkeit. Wenn man ein Drehbuch schreiben würde - Wolfsheims Werdegang käme vermutlich nahe heran.

"Dreaming Apes" ist für meine Begriffe der musikalische Höhepunkt des Duos - voller Ideen und musikalischer Anleihen, ohne dem klassischen Carlos Peron-Sound der früheren Jahre untreu zu werden. Dabei vielschichtige Arrangements und Stile, sowie der Versuch, weg vom Depri-Synthie-Sound der frühen 90er zu kommen und ein wenig mehr Licht und so etwas wie Freude (statt Weltschmerz) aufkommen zu lassen.

Dabei geht es unheilvoll mit "Upstairs" los, das aber direkt die größere Klangvielfalt des Albums deutlich macht - trotz Klospülungs-Sample am Ende. Stücke wie "A Million Miles" oder "Leave No Deed Undone" sind treibende Pop-Songs, die durch wunderbare, stille Songs wie "Anyway" oder "Übers Jahr" konterkariert werden. Eingefasst wird das alles mit kurzen Instrumental-Tracks, die aus "Dreaming Apes" mehr als eine Ansammlung von Songs machen - es ist als Album eher wie eine Reise zu verstehen, zumindest wirkt es so auf mich.

Meines Erachtens der kreative Höhepunkt von Wolfsheim - davor klangen sie eindimensionaler, danach kam praktisch nur noch Selbstzitat, wenn auch professioneller produziert. Vier Sterne, denn zur ersten Musikgarde hat es m.E. nie gereicht. Aber es ist ein verdammt gutes Album geworden, mit wunderbaren Singles und einer intensiven Stimmung.


Supermarine Spitfire, Volume I: Mk.I - Mk.II - Mk.V (Planes and Pilots)
Supermarine Spitfire, Volume I: Mk.I - Mk.II - Mk.V (Planes and Pilots)
von Philippe Listemann
  Taschenbuch
Preis: EUR 21,80

3.0 von 5 Sternen Viel Holz mit wenig Pepp: Die Historie der Spitfire in Profilansichten, Teil 1 von 3 mit den frühen Versionen Mark I, II und V, 5. April 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Wie bei allen der mittlerweile rund 20 "Planes & Pilots" Bücher handelt es sich hierbei um ein Softcover im B5-Format, in denen sich die Autoren jeweils einem Flugzeugtyp bzw. einer -familie widmen, um sie in den Farben aller ihrer historischen Nutzer darzustellen.
Ferner gibt es einige Hintergrundinfos zur Entwicklung des Types und seiner Varianten allgemein.

Dieses Buch widmet sich nun (endlich) der Supermarine Spitfire und ist der erste von drei Teilen - ein Novum der Reihe, denn bis dato gab es bestenfalls zwei Bände (etwa für die Bf 109 oder F-4 Phantom II). Die Reihe geht offenbar chronologisch vor, denn der erste Band behandelt die frühen Einsatzvarianten, die Spitfire Mk. I, II und V, und zeigt hauptsächlich Seitenansichts-Profile einzelner historischer Maschinen. Ergänzt werden diese mit knappen Kommentaren zum Einsatzort, ggf. dem Piloten und anderen Umständen, etwa, wenn ein Flugzeug von Land zu Land weitergegeben wurde, es in seiner Karriere besondere Updates gab oder es sich um besondere Anstriche wie. z. B. für Manöver/Trainings oder Seenotrettung(!) handelt. Ein paar Real-Life-Photos im historischen Prolog ergänzen diese Profile.

Diese sind denn auch, getreu dem Stil der Reihe, der Schwerpunkt des Buches. Es gibt unzählige Illustrationen, die einen Überblick über die Nutzerländer, Anstrichen und Varianten gibt.

Natürlich liegt der Schwerpunkt auf der Royal Air Force - dies macht das Buch aber leider auch etwas monoton, denn die Maschinen unterscheiden sich fast nur durch die taktischen Codes und minimale Markierungs-Unterschiede. Ein paar "Exoten" (RAF-Maschinen auf Malta, Spitfires der Seenot-Rettungs-Staffeln) und ausländische Betreiber-Maschinen (Türkei, Italien, Frankreich) sind auch dabei.

Ich persönlich bin aber etwas enttäuscht. Wer das Hawker Hurricane Buch der Reihe kennt, hat einen Eindruck, was hier - in verstärker Form - zu finden ist. Ggf. wird es in Band 2 und 3 (vermutlich zu den späten WWII-Varianten und dann die Griffon-angetriebenen Maschinen, die z. T. weit nach WWII im Einsatz blieben) abwechslungsreicher. M.E. wären womöglich zwei Bände mit größerer Spannweite interessanter (analog den beiden, m. E. sehr guten Bf 109-Bänden), zumal es zu den einzelnen Maschinen nicht wirklich viele Infos gibt?

Die Darbietung birgt darüber hinaus zwei große Mankos, die quasi alle Bücher der Reihe betreffen: es gibt in der Regel nur eine Backbord-Ansicht - wer solch ein Flugzeug im Modell nachbauen möchte, muss sich woanders weitere Ansichten besorgen.

Dort sollte man dann auch checken, welche Farbtöne die richtigen sein könnten. Zwar gibt es hier und da Farbangaben, die Druckfarben weichen aber z. T. deutlich vom realen Eindruck ab, bzw. lassen den Betrachter nahezu ratlos zurück. Auch stimmen einige Beschreibungen schlichtweg nicht mit dem jeweiligen Profil überein, und in mein Exemplar hat sich sogar eine Doppelseite auf Französisch (die Sprache der Erstausgabe) verirrt!?

Insofern ginge sicherlich mehr, für den Preis geht das Buch aber völlig in Ordnung. Es bietet einen kompakten Überblick und Modellbauern durchaus Anregungen, die aber definitiv mit weiterem Material "erschlossen" werden müssen, wenn man was halbwegs Realistisches basteln will.

Aufgrund des m. E redundanten Inhaltes und einiger Detailschwächen ggü. anderen Publikationen der Reihe "nur" drei Sterne. Dennoch, wie die anderen Bücher der Serie, durchaus zu empfehlen, obwohl ich es nicht für eines der besten halte.

Mal sehen, was in Teil 2 und 3 noch zur Spitfire nachkommt?!


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