Profil für JestersTear > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von JestersTear
Top-Rezensenten Rang: 3.950
Hilfreiche Bewertungen: 239

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
JestersTear "stschmmz" (Mainz)

Anzeigen:  
Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6
pixel
Zosamme Alt (Limited Deluxe Edition)
Zosamme Alt (Limited Deluxe Edition)
Preis: EUR 20,99

6 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen In der Ruhe liegt die Kraft, 16. September 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Die Songs von BAP unplugged zu erleben war mir schon immer ein großes Bedürfnis. Leider wurde das bis jetzt nie richtig umgesetzt. Der erste Versuch, bei dem dies gewagt werden sollte, endete in dem etwas halbherzigen "Tonfilm"-Album, das weder rein unplugged noch richtig rockig daherkam. Das Unplugged-Album der Pandorareihe kam dem schon näher, enthielt aber nur neues Material.

Nun endlich hat Herr Niedekcen sich aufgemacht und eine Reihe von Songs, die alle seiner Frau gewidmet sind, in einem Tonstudio in Woodstock, New York, mit einer exquisiten kleinen Truppe an Mitmusikern neu aufgenommen. Ein paar Gitarren, ein bißchen Baß, Saxophon, Piano - kein Schlagzeug. Letzteres war wohl auch einer der Gründe dafür, daß das Album als Solowerk eingespielt und nicht als Bandprojekt verwirklicht wurde. Alle alten Songs erscheinen nun pur und ohne Schnörkel. Einige Songs gewinnen durch dieses Entkleinden von Überflüssigem deutlich. Z.B. Griefbar noh, das mir im Original nur durchschnittlich gefallen hat, oder auch Magdalena (eigentlich im Original schon unplugged). Bei anderen muß man sich erst reinhören, z.B. Rääts uns links vom Bahndamm - auf dem vorletzten Live-Album wiederentdeckter Abrocker, der hier wirklich sehr eingebremst wird.

Daß Niedecken kein zweiter Caruso ist, sollte hinlänglich bekannt sein - aber seine Art die Songs vorzutragen hat etwas, was vielen anderen heute fehlt: Seele und - bedingt durch das Konzept - Gefühl.

Besonders ansprechend aufgemacht ist das Booklet der Deluxe-Ausgabe. Sehr stilvoll. Zusätzlich gibt es noch einige Songs extra - die Version von Maat et joot ist auch sehr gelungen - der alten Reggae-Variante war ich ohnehin schon ein bißchen überdrüssig geworden. Den kurzen Auszug aus der "Für 'ne Moment"-Lesung hätte ich dagegen nicht unbedingt gebraucht (werde mir aber bei Gelegenheit endlich mal die Hörbuchvariante des Werkes antun, nachdem ich das Buch bereits vor über einem Jahr gelesen habe).

Ich freue mich schon auf die Konzertreihe mit BAP im Frühjahr 2014, zumal zu erwarten ist, daß auch die ruhigen Arragements noch einige Anpassungen erfahren werden, wenn sie von der Band live dargeboten werden.


Live in Gdansk
Live in Gdansk
Preis: EUR 22,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Pink Floyds Erbe, 5. September 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Live in Gdansk (Audio CD)
Pink Floyd gibt es nicht mehr, Das letzte Lebenszeichen ist schon lange verklungen, aber das Erbe dieser Super-Band wird von den einstigen Streitern noch weitergetragen. Aktuell (2013) von Roger Waters mit seiner gigantischen The Wall-Inszenierung, vor ein paar Jahren von David Gilmour, der hier einen mitreißenden Abend auf - je nach Ausgabe - drei bis vier Silberlinge gebannt hat.

CD1 beginnt mit der Geräuschkulisse vom Anfang von The Dark Side of the Moon" und einer sehr gelungenen Version von Time". Nach der Reprise zu Breathe ist dann erst einmal Schluß mit Pink Floyd und es folgt in Gänze das damals aktuelle Solo-Album Gilmours On an Island" unterstützt durch ein Orchester und eine hervorragende Band, in der neben einigen Musikern, die bereits auf dem PULSE-Album zu hören waren, der inzwischen verstorbenen ex-Pink-Floyd-Kollege Rick Wright zu hören ist. In der Liveversion kommt das Solowerk Gilmours in weiten Teilen lebendiger daher, als in der Studioversion. Bei dem ein oder anderen Stück erlebt man durchaus floydeske Momente, wobei ich nicht verschweigen möchte, daß es durchaus auch Passagen gibt, wo es Längen hat. Insgesamt würde ich für diesen Teil des Konzerts drei bis vier Sterne verteilen.

CD2 beginn mit Shine on you Crazy Diamond, dem Opener schlechthin. Auf Astronomy Domine und Fat old Sun aus der früheren Pink-Floyd-Phase hätte ich für meinen Teil verzichten können, was jetzt aber mehr daran liegt, daß ich eher ein Freund der späteren Pink Floyd Scheiben bin. Auf diese beiden Durchhänger folgen dann meine beiden Highlights um derentwillen ich dieser Veröffentlichung die 5 Sterne gegeben habe. Zum einen die orchesterbegleitete Version von High Hopes mit einem Akkustikgitarrensolo am Ende und die unbeschreiblich geniale Version von Echoes". Abgeschlossen wird das Set mit einer ebenfalls hörenswerten Mischung aus alt und (vergleichsweise) neu. Die Version von Comfortably Numb ist gut, kommt aber nicht an die PULSE-Version ran.

Die beiliegende DVD (ich bin im Besitz der 3-Disc-Edition) gibt einen leicht verkürzten Eindruck des Konzertes in der Danziger Werft wieder. Das Konzert beginnt hier direkt mit der On an Island"-Interpretation und auch von CD2 fehlen einige Stücke. Die Highlights sind aber alle enthalten.

In einigen Rezensionen wird bemängelt, daß bei Pink-Floyd-relevanten Veröffentlichungen immer wieder die gleichen Stücke zum Einsatz kommen (ein Makel, den ich in meinen Rezensionen zu einer anderen Band selbst anbringe). In diesem Fall sehe ich das aber nur bedingt als Minuspunkt. Zugegeben: Wish you were here und Comfortably Numb waren auf jeder Live Veröffentlichung von Pink Floyd & Co. seit 1988 zu finden, auf PULSE gar das komplette The Dark Side of the Moon"-Album. Dennoch würde ich hier anders bewerten, als z.B. bei den Scorpions, die sich immer wieder aus dem selben Material bedienen, obwohl sie auch reichlich gleichwertig anderes Liedgut hätten. Dies ist hier doch etwas eingeschränkter der Fall und die Performance enthält immerhin Stücke aus sieben verschiedenen Alben, davon sechs Bandalben, so daß das Repertoire ein breites Spektrum fast aller Schaffensphasen abbildet.

Insgesamt ist es ein sehr gelungenes Album, das vor allem auf CD2 einen guten Einstieg in die Pink-Floyd-Welt vermitteln kann und auf CD1 eine gelungene Interpretation des aktuellen Solowerks Gilmours enthält.


Black Masquerade (Rockpalast)
Black Masquerade (Rockpalast)
Preis: EUR 16,99

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Rock and Roll is still Alive, 5. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Black Masquerade (Rockpalast) (Audio CD)
Wir schreiben das Jahr 1995 - Ritchie Blackmore hat nach seinem endgültigen Ausstieg bei Deep Purple im Jahr zuvor sein langjähriges Eigen-Projekt wieder revitalisiert, ein Album veröffentlicht und ist auf Tournee gegangen. In der Düsseldorfer Philippshalle entstanden im Rahmen eines Rockpalast-Konzerts die Aufnahmen zum vorliegenden Album auf dem Songs aus allen Phasen Rainbows präsentiert werden. Als Zugabe gibt es dann mit "Burn" und "Smoke on the Water" noch zwei Deep Purple Klassiker.

Das alleine macht die Sache von Anfang an spannend - gerade für Fans, denen die Formationen um u.a. Sänger Ronnie James Dio, Schlagzeuger Cozy Powell als heilige Kuh gelten. Doch Doogie White gelingt es den Stücken aus den 70er und 80er Jahren seinen eigenen Stempel aufzudrücken und sie gefällig zu präsentieren. Rainbow 1995 ist nicht mit Rainbow 1976 zu vergleichen, das vorliegende Album kein zweites On Stage, aber sicherlich um einiges besser als die bunt zusammengewürfelte Livecompilation Finyl Vinyl. Auf lange Instrumentalparts, die On Stage so außergewöhnlich gemacht haben, wird fast völlig verzichtet. Auch die Solis halten sich in Grenzen. Die Lieder kommen dadurch schneller auf den Punkt, sind - und das ist nicht negativ gemeint - mainstream-orientierter und dadurch eingängiger.

Für einen Einstieg in die Rainbow-Welt würde ich das Album nur bedingt empfehlen, da hier die Originale einfach besser sind. Da der Live-Katalog von Rainbow für die Jahre nach 1977 eher dünn ist, ist es auf jeden Fall eine Bereicherung in jeder Hardrock-affinen CD-Sammlung.


Live/The Way we walk, Volume One: The Shorts
Live/The Way we walk, Volume One: The Shorts
Wird angeboten von Dvd Overstocks UK
Preis: EUR 8,87

3.0 von 5 Sternen Tour 1992 - Teil 1 und 2, 22. Juli 2013
Die Konzertreihe im Sommer 1992 war sicherlich großartig. Ich habe Genesis damals zusammen mit zig-tausend anderen Fans auf dem Hockenheimring erlebt und freute mich, als ich erfuhr, daß es eine Live-CD zu dieser Tournee geben würde. Nach Seconds out und Three Sides Live war meine Erwartungshaltung relativ hoch. Das Ergebnis ist dann eher durchschnittlich geworden. Auf der ersten CD waren nur die Short-Tracks des Konzerts ... und die stimmten nicht mal komplett mit dem überein was gespielt wurde. Gut, die Enttäuschung wurde durch die wenig später erfolgte Veröffentlichung der Long-Tracks vermindert, aber richtiges Konzertfeeling kommt so auf keiner der beiden CDs auf, da alle Stücke aus dem wohlerdachten Kontext des Gesamten gerissen werden. Die einzelnen Versionen sind durchaus gelungen und hörenswert, das sei an dieser Stelle unbestritten, aber schon bei der Songauswahl bleibt so mancher Wunsch offen. Stellvertretend sei hier nur Throwing it all away aufgeführt, daß auf der später veröffentlichen DVD durch Dreaming while you sleep ersetzt wurde, welches mir besser gefallen hätte. That's all wurde auf der Tour gar nicht gespielt und war Teil des Old-Medleys. Ebenso war Mama nocht Teil der 92er Tour, die Aufnahmen stammen, soweit ich weiß, noch von 88er Tour. Dafür hätte mir das Konzert-Schlußlied, "Turn it on again", das weggelassen wurde, besser gefallen.

Im Live-Box-Set wurden die Songs wohl in die richtige Reihenfolge gebracht - schade, daß das nicht zusätzlich nochmal als Einzelveröffentluchung erschien, das hätte gut und gerne 5 Sterne verdient, wie das auf Video/DVD veröffentlichte Konzert aus dem Earls Court von dem ich leider nur die VHS kenne.


Winter der Welt: Die Jahrhundert-Saga. Roman
Winter der Welt: Die Jahrhundert-Saga. Roman
von Ken Follett
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 29,99

4.0 von 5 Sternen Nicht ganz so starke Fortsetzung der Jahrhundersaga, 9. Juli 2013
Mit "Winter der Welt" präsentiert Ken Follett die Fortsetzung von Sturz der Titanen und Teil 2 seiner Jahrhunderttrilogie. Auf knapp über 1000 Seiten wird der Leser durch die Zeit des 1000-jährigen Reichs geführt. Im Wesentlichen spielt der Roman in der Zeit von 1933 bis 1945 und klingt im letzten Teil bis Anfang 1949 aus. Ken Follett versteht es auch in diesem Werk seinem leicht verständlichen Schreibstil treu zu bleiben und eine spannende Geschichte abzuliefern, die sich flüssig lesen läßt.

Seine Protagonisten entstammen wiederum den Familien, die in Teil 1 der Saga bereits eingeführt wurden. Im Mittelpunkt der Erzählung steht aber größtenteils die jeweils nächste Generation. Leider gelingt es Follet m.E. nicht, seine Figuren und Handlungsstränge mit der gleichen Tiefe auszufüllen, wie es noch in Teil 1 der Fall war. Waren seine Protagonisten im ersten Teil noch in verschiedensten Führungsrollen an historischen Ereignissen beteiligt, wirken sie hier nur in der zweiten Reihe, sind zwar auch Teil des Geschehens, aber ohne wesentlichen Einfluß auf die Ereignisse. Auch die historischen Schwerpunkte sind seltsam gesetzt. Der faschistischen Bewegung in England wird fast mehr Raum eingeräumt, als dem Naziterror in Deutschland, der lediglich an der Person eines Gestapo-Kommissars und der Euthanasie an Kranken und Behinderten deutlicher beschrieben wird. Der Holocaust mit seinen sechs Millionen Opfern verkommt zur Randnotiz. Hier zeichnen sich auch historische Ungereimtheiten ab (ein jüdischer Arzt, der im Berlin bis 1945 heimlich praktiziert - kann es das wirklich gegeben haben?). Und auch das Gut-Böse-Schema in der Beschreibung sowjetischer Geheim- bzw. Nachrichtendienste erscheint mir zu klischeehaft und stereotyp - auf der einen Seite der GRU-Agent mit seinen Beziehungen zu Deutschland, der so nebenbei alle möglichen Informationen beschaffen kann, auf der anderen sein sadistisch veranlagter Schwager, der für die Schrecken des stalinistischen Terrors herhalten muß.

Die ganzen Schrecken des Krieges an allen Fronten bleiben distanziert und berühren nur selten tiefer und das obwohl die einzelnen Protagonisten an vielen kriegsentscheidenden Ereignissen beteiligt werden: der Besetzung Frankreichs, dem britischen Debakel bei Dünkichen, dem Überfall auf Pearl Harbour, dem Rußlandfeldzug, der Invasion in der Normandie um nur einige zu nennen.

Das Buch endet mit der Neuordnung Europas in die zwei Blöcke Ost und West. Die zweite Generation hat die Geschehnisse gemeistert und die nächste Generation ist am Heranwachsen. Wie wird sie die weitere Welt gestalten, wohin wird der dritte Band uns führen? Das ist die Frage, die am Ende noch offen bleibt.

Insgesamt ist es ein gut zu lesendes Werk, das aber nicht ganz die Ansprüche erfüllen kann, die ich nach Teil 1 gehabt habe. Hatte ich im ersten Band das Gefühl, etwas mehr über die Hintergründe, die zum Ausbruch des 1. Weltkrieges geführt haben, erfahren zu haben, bleibt mir hier rückblickend nur eine unterhaltsame Lektüre mit der ich ein paar angenehme Lesestunden verbringen konnte.


Live und in Farbe
Live und in Farbe
Preis: EUR 24,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Live die 4., 3. Juli 2013
Rezension bezieht sich auf: Live und in Farbe (Audio CD)
Das vierte Livealbum von BAP wurde wieder größtenteils in Köln in der KölnArena (heißt jetzt anders) aufgenommen. Einzelne Stücke stammen von verschiedenen anderen Konzerten aus dem ersten Teil der Pandora-Tour 2008/2009. Alle Konzerte wurden damals von Concert-Online aufgenommen und am Ende des Konzertes konnte man einen USB-Stick mit dem gerade erlebten Konzert erwerben. Die Aufnahmen vom Weihnnachtskonzert in der KölnArena waren wohl die Grundlage für dieses Album, wobei der Inhalt der drei CDs etwas umfangreicher ist, als die jeweiligen Konzerte selbst waren. Erstmalig wurde damit sogar mehr als ein komplettes Konzert auf CD festgehalten. Über drei Stunden gute Unterhaltung.

Die neuen Stücke stellen selbstverständlich einen Schwerpunkt auf diesen drei Scheiben. Insgesamt sind die drei CDs vollgepackt mit feinstem Kölsch-Rock. Neben den Pandora-Songs, zu denen nicht wenige Potential zum Klassiker haben, befinden sich noch reichlich alte Klassiker im Programm, zu denen man auch schon einige Stücke aus den Alben der "neuen" Besetzung zählen kann. "Rövver noh Tanger" und "Unger Krahnebäum" vom SONX-Album zählen auf jeden Fall zu meinen Favoriten. Wie man das von BAP kennt, erscheinen viele Songs in einem modifizierten Gewand. Mit einigen der Neueinspielungen zum 30-jährigen Bandjubiläum habe ich aber so meine Probleme, stellvertretend sei hier nur Frau ich freu mich" erwähnt, das mir in der Originalversion einfach besser gefällt. Andere Stücke mußten einfach aufgrund der reduzierten Besetzung modifiziert werden - so z.B. wurde das Saxophon-Solo in "Amerika" durch ein gelungenes Keyboard-Solo ersetzt. Aber auch Stücke, die lange nicht mehr Live gespielt wurden, z.B. "Rääts un links vom Bahndamm" oder "Ens em Vertraue", zeigen wie vielfältig das Repertoire der Band ist. Dem irischen Gitarristen Rory Gallagher erweist man mit "Millionen Meile", in dessen Ansage WN über seine Begegnung mit dem Ausnahmemusiker beim Rockpalast OpenAir auf der Loreley erzählt, eine Hommage.

Wie auf allen Live-CDs (bis zu diesem Zeitpunkt) ist einer der Höhepunkte das Lied, "das einst ein Sohn für seinen Vater geschrieben hat": "Verdamp lang her". Es ist und bleibt einer der BAP-Songs, an denen ich mich in all den Jahren seit 1981 nie satt gehört habe. Mit "Alexandra nit nur do" und einer Unplugged-Version von "Wie ne blaue Ballon" klingt eine tolle Live-CD dann erst schwungvoll und dann bedächtig aus.

Fazit: Wem die beiden Pandora-Alben gefallen haben, kann hier ohne Bedenken zugreifen, auch wenn meines Erachtens der Unplugged-Teil aus dem Pandora-Material, von dem einiges durchaus zu meinen Favoriten gehört, etwas zu kurz kommt. Im Grunde ein unverzichtbares Muß für jeden BAP-Begeisterten, aber auch für Neueinsteiger interessant, weil eine sehr breite Palette an Material geboten wird.


BAP Live Volles Programm [DVD-AUDIO]
BAP Live Volles Programm [DVD-AUDIO]
Preis: EUR 21,99

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nichts Halbes und nichts Ganzes, 1. Juli 2013
Als langjähriger BAP-Fan, der vor allem die Live-Qualitäten der Mannen um Herrn Niedecken immer wieder sehr schätzt, habe ich mich sehr auf dieses Album gefreut. Auch wenn ich zuerst ein wenig überrascht war, da nach dem fast schon perfekt zu nennenden "Live und in Farbe" kaum noch eine Steigerung möglich war. Auch wenn es sich hier ebenfalls um drei Silberlinge handelt, ist das leider auch so eingetroffen. Volles Programm kann nicht da ansetzen, wo "Live und in Farbe" aufgehört hat. Es wird nicht ein komplettes Konzert wiedergegeben, sondern Ausschnitte aus drei verschiedenen. Und das ist auch schon mein erstes Problem, das ich mit diesem Album habe.

Die DVD wurde bei der "Halv-su-wild"-Plattenpräsentations/WN-Geburtstagsparty mitgeschnitten, die erste CD auf dem Roncalli-Platz mit WDR-BigBand und die zweite CD bei einem "normalen" Konzert am 25. August 2011 auf dem Gelände des Schlosses Merode. Zur DVD möchte ich nicht viel sagen. Die Stimmung kommt gut rüber, der Sound ist okay, was stört sind die laienhaft wirkenden Außenaufnahmen zwischen den einzelnen Stücken.

CD1 enthält die "Deutschlandlieder", eingespielt mit der WDR-Big Band. Bei den ersten beiden Songs geht der BigBand-Sound meines Erachtens in der Weite des Roncalli-Platzes leider völlig unter und auch WN war bei der Aufnahme nicht in bester stimmlicher Verfassung. Sound und Stimme steigern sich jedoch im Verlaufe der nächsten Songs, so daß das ganze doch noch recht hörenswert wird. Sehr schön vor allem die Live-Version von "Nie mit Aljebra". Die beiden Bonustracks auf CD1 hätte ich nicht unbedingt gebraucht.

CD2 enthält Auszüge aus dem 2011er-Liveset. Ein Schwerpunkt der Stücke liegt auf dem damals aktuellen Album Halv su wild von dem sechs der 15 Titel stammen. Damit ist auch bei dieser Live-CD von BAP das aktuelle Studioalbum am stärksten repräsentiert. Der Rest ist eine Mischung durch 30 Jahre BAP, wobei von den älteren Stücken die neueren Interpretationen so weit vorhanden gespielt werden. Besonders auffällig ist dies bei Jupp mit dem fehlenden Schlußteil des Originals. Leider plätschert das Lied damit am Ende langsam aus, statt wie im Original mit einem wahren "Paukenschlag" zu enden. Weggelassen hat man, mit ein/zwei Ausnahmen, die Ansagen von WN. (Bleibt jetzt jedem selbst überlassen, ob das eher positiv oder negativ zu bewerten ist - es geht auf jeden Fall zu Gunsten der Musik). Die rockt aber richtig gut. Los geht es mit "Nemm mich met" - eines der Stücke, das in der neuen Interpretation, im Vergleich zum Original, ein wenig an Energie verloren hat. "Et leeve ess en Autobahn" ist eine BAP-typische On-the-Road-Nummer, wie es sie schon oft gab. Hier halte ich sie für überflüssig, weil das Thema schon soooo oft behandelt wurde und es sicher bessere Songs gibt. Im Grunde geht die ganze CD dann so weiter. Die Songs sind nicht schlecht - die Songauswahl aber nicht zufriedenstellend. Erst gegen Ende wird eigentlich das geboten, was das Motto, das auf der CD aufgedruckt ist, wiedergibt. Die Klassiker. Mit "Waschsalon", "Stell Dir vüür", "Drei Wünsch frei" und "Helfe kann die keiner" schließt die CD versöhnlich ab. Dazwischen hat sich dann noch ein aktueller Song gemogelt. "Noh all denne Johre" erinnert mich thematisch und vom musikalischen Spannungsaufbau ein bißchen an "Schluß, aus okay" (Överall) und gefällt mir von den neuen Stücken mit am besten.

Insgesamt bekommt man viel geboten für sein Geld - aber leider nichts Ganzes und nichts Halbes. Die Soundqualität der CDs könnte besser sein - vielleicht sind ja auch Open-Air-Veranstaltungen für Live-Mitschnitte nicht ganz optimal (jedenfalls für BAP). Und - ein letztes - vielleicht, war es jetzt doch eine Live-Platte zuviel, so kurz nach "Live und in Farbe".


Sturz der Titanen: Die Jahrhundert-Saga. Roman
Sturz der Titanen: Die Jahrhundert-Saga. Roman
von Ken Follett
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,99

5.0 von 5 Sternen Sehr unterhaltsames Jahrhundertwerk, 25. Juni 2013
Einmal mehr fordert Ken Follett von seinen Lesern höchste Aufmerksamkeit auf über 1000 Seiten spannender Lektüre. Dieses Mal führt der britische Großmeister der Erzählkunst den Leser allerdings nicht ins dunkle Mittelalter, sondern in eine noch viel dunklere Zeit: an den Anfang des 20. Jahrhunderts, einer Epoche des imperialistischen Hochmuts, der Revolution und der Schrecken des 1. Weltkrieges.

Wie bereits in seinen Mittelalterwerken versteht es Follett auch in diesem Werk meisterhaft das Handeln seiner fiktiven Protagonisten mit dem realer historischer Persönlichkeiten zu verknüpfen und ein durchaus reales Bild der zeitgenössischen Ereignisse zu entwerfen. Ich will jetzt nicht näher auf die Handlung eingehen, da sich diese jeder selbst erlesen sollte. Anhand von fünf Familien: einer Bergarbeiterfamilie und einem alten Adelsgeschlecht aus Wales, einer deutsch-österreichischen Diplomatenfamilie, zwei russischen Brüdern und einer amerikanischen Politikerfamilie entwirft Follett ein Sujet, das die näheren Umstände, die zum Ausbruch des 1. Weltkriegs geführt haben ebenso beschreibt, wie die aufkommende Frauenrechtsbewegung in Großbritannien, die menschenverachtenden Kriegsmaschinerie auf den Schlachtfeldern Frankreichs und die Schrecken der Russischen Revolution. Seine Protagonisten sind Ratgeber von Präsidenten, Monarchen und Revolutionsführern und es sind die kleinen Leute aus der Arbeiterklasse, die sich nicht in das ihnen in die Wiege gelegte Schicksal fügen wollen. Follett würzt seine Handlung mit reichlich zwischenmenschlichen Elementen und Beziehungsgeschichten, die die Strenge der Haupthandlung immer wieder auflockern.

Insgesamt ein Roman mit hohem Unterhaltungswert und einem gut recherchierten historischen Hintergrund einer Epoche, die den Wandel der Neuzeit zur Moderne einleitete


Acoustica
Acoustica
Preis: EUR 6,99

5.0 von 5 Sternen Scorpions gehen ins Kloster, 25. Juni 2013
Rezension bezieht sich auf: Acoustica (Audio CD)
2002 erschien mit Acoustica ein weiteres Projekt der Scorpions, auf dem nicht wirklich neues Material präsentiert wurde. Nachdem man auf Moments of Glory Live die symphonische Seite ausgelebt hat, fährt man das ganze nun zurück auf die akustische Ebene, dies aber nicht weniger pompös, da man sich für dieses Projekt wieder die Zusammenarbeit mit Christian Kolonovits gesichert hat, der wie bereits bei Moment of Glory" im Wesentlichen für die neuen Arrangements verantwortlich zeigt. Das Ganze wurde durch die Location (ein Kloster in Portugal) und zahlreiche Gastmusiker dann noch stilistisch aufgemöbelt.

Wenn man böse wollte, könnte man behaupten, daß die Scorpions hier nur auf einer Trendwelle nach der anderen reiten, zumal es im Vergleich zu "Moments of Glory" zahlreiche Dopplungen gibt. Weiterhin wurde wieder kein komplettes Konzert auf CD veröffentlicht, obwohl, wie man der parallel veröffentlichten DVD entnehmen kann, mehr Material vorhanden gewesen wäre. Positiv ist dagegen, daß dieses mal nicht von zig verschiedenen Konzerten Aufnahmen zusammengewürfelt wurden, sondern von einer doch limitierten Anzahl von Auftritten - mehrere Auftritte in besagtem Kloster.

Die Songauswahl enthält trotz der üblichen Verdächtigen, zu denen ich neben Rock you like a Hurricane, Still Loving You, Wind Of Change hier auch You & I und Send me An Angel zähle, einige Überraschungen. Neben bekanntem eigenen Material werden drei neue Songs präsentiert und darüber hinaus noch drei Coverversionen bekannter internationaler Hits. Obwohl die ruhigeren Stücke bevorzugt werden, sind mit The Zoo, Catch your Train und natürlich Hurricane auch Stücke enthalten, die im Original richtige Kracher sind, wobei gerade Catch your Train überrascht, da von den 70er-Jahre-Platten nur noch selten Material live gespielt wurde. Die drei Coverversionen kann man in bestem Sinne als "nett" bezeichnen - um ehrlich zu sein, hätte es dieser nicht bedurft, zumal man an die Originale nicht heranreicht. "Love of my Life" gehört einfach zu Freddie Mercury.

Trotz aller Kritikpunkte gefällt mir die Gesamtpräsentation aber hervorragend. Das scorpions-eigene Material lebt im neuen Gewand noch mal richtig auf. Die Stücke sind zum Teil komplett neu arrangiert, so daß man auch bei solchen, die im Original schon eher akustisch aufgebaut waren, noch Neues erhören kann. Hier sei besonders Holiday erwähnt. Aber auch bei den anderen Stücken ist die akustische Präsentation hervorragend umgesetzt. Daher gebe ich dieser Scheibe die volle Punktzahl, auch wenn man noch mehr daraus hätte machen können.


Live Bites
Live Bites
Preis: EUR 10,98

3.0 von 5 Sternen Ohne Biss, 24. Juni 2013
Rezension bezieht sich auf: Live Bites (Audio CD)
Mit Live-Bites legten die Hannoveraner ihr drittes Live-Album vor. Nach den überragenden "Tokyo Tapes" und dem mega-erfolgreichen "World Wide Live" war eine Steigerung nur noch schwer möglich. Und wird leider auch nicht erreicht. Im Gegensatz zu den beiden vorgenannten Scheiben gibt man sich nicht einmal annähernd die Mühe das Live-Feeling eines Abends zu vermitteln. Gut, auch World Wide Live war nicht von einem Konzert, aber wenigstens nur von einer Tour. Hier werden Mitschnitte aus verschiedenen Touren von 1988 bis 1994 ziemlich wahllos aneinander gereiht. Und dann ist nicht einmal genügend Material vorhanden, um die CD voll zu packen - abgeschlossen wird das Ganze dann noch mit zwei Studiotracks, von denen einer, "White Dove", im Rahmen einer Charity-Aktion vorab veröffentlicht wurde.

Der Schwerpunkt der Live-Songs liegt auf dem Album "Crazy World", das mit vier Stücken vertreten ist, zwei sind von "Face the Heat", der Rest ist queerbeet zusammengewürfelt. Für die Freunde mexikanischen Liedguts ist das Volkslied "Ave Maria No Morro" (wollte man hier "Kojo non Tskui" imitieren?). Besonders ärgerlich finde ich die Version von "Living for tomorrow", die in exakt gleicher Weise auf dem Sampler Still Loving You zum Einsatz gekommen ist. Und den Megahit Wind of Change" hat man recht lieblos ans Ende gesetzt.

Alles in Allem hat man den Eindruck, daß man hier auf einem Tonträger zusammengesetzt hat, was nicht wirklich zusammengehört. Ich will damit nicht mal sagen, daß die Qualität der einzelnen Lieder schlecht wäre, aber durch die unterschiedlichen Quellen kommt einfach kein durchgängiges Livefeeling auf. Die ganze Scheibe wirkt irgendwie konzeptlos. Eigentlich knappe 2,5 Punkte, weil`s halt Scorpions live ist (und ausnahmsweise mal nicht nur die üblichen Verdächtigen dargeboten werden) auf wohlwollende 3 Sterne aufgerundet.


Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6