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Rezensionen verfasst von
JestersTear "stschmmz" (Mainz)

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A Sunday Night Above the Rain
A Sunday Night Above the Rain
Preis: EUR 8,99

7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sounds that can't be made - LIVE, 2. Juli 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: A Sunday Night Above the Rain (Audio CD)
A better way of Life - so das Motto auf der Marillion-Hompage Und in der Tat kann man auch in dieser Veröffentlichung wieder einige positive Eindrücke gewinnen. Aufgenommen beim Marillion Weekend 2013 ist schon einmal eine Sache klar: im Publikum befinden sich nur ausgewiesene Marillion-Fans. Für die Stimmung, die mit den beiden Silberlingen transportiert wird, ist das von sehr großem Vorteil. Das Publikum liebt halt nun mal seine Gastgeber.

Präsentiert werden an diesem Abend hautsächlich die Songs vom letzten Album "Sounds that can‘t be made". Die acht Lieder von diesem Album werden komplett dargeboten. Dazwischen werden einige Goodies aus 30 Jahren Bandgeschichte gesetzt. Gleich der Opener "Gaza" kommt recht fulminant daher. Die ersten Strophen kommen in der Live-Variante ähnlich brachial rüber, wie schon auf der Studio-CD. Mit seinen fast 19 min (incl. Applaus) weißt das Stück eine durchaus Progressive-Rock-taugliche Länge auf. Aber die Marillion von 2013 sind diesem Genre meines Erachtens nur noch bedingt zuzurechnen. Und "Gaza" ist mir, wie der Protagonist aus dem Text, in sich zu zerrissen, um zu einem wahren Klassiker zu werden. 18 min. Laufzeit ergeben leider nicht automatisch ein "Ocean Cloud" (oder, für die Nostalgiker unter den Hörern, ein "Grendel").

Auf CD1 wechseln sich Stücke vom Sounds-Album mit älteren Werken ab. Bezeichnend ist, daß gerade die älteren Werke beim Publikum die wahren Renner sind. Den Beginn von „Waiting to Happen“ trägt das Publikum in weiten Teilen alleine. „This Strange Engine“ und „Neverland“ werden komplett abgefeiert.

Der zweite Silberling fällt gegen den ersten leider etwas ab. Dazu ist er dann zu Sounds-lastig. Montréal, Power und The Sky above the Rain wissen aber dennoch zu gefallen, bleiben aber nahe an den Studioversionen. Nur noch zwei weitere Titel verbleiben von anderen Alben: King of Sunset Town, das auf keiner der zahlreichen Live-Veröffentlichungen jüngeren Datums zu finden ist (außer der zweiten Bootleg-Box) und Garden Party als Abschluß. Gerade letzteres, so sehr es vom Publikum auch gefeiert wird, hinterläßt einen faden Beigeschmack, da h und Fish-Material halt nur bedingt zusammengehen und es unter dem h-Material sicherlich Stücke gegeben hätte, die das Konzert hätten genauso gut abschließen können.

Insgesamt begeistert mich das Album (noch) nicht so sehr, wie die vorangegangenen Live-CDs von Marillion. Vielleicht war es für eine Komplettaufnahme von „Sounds“ einfach noch ein bißchen zu früh. An der Stimmung liegt es jedenfalls nicht, die war hervorragend und wurde bereits eindrucksvoll in der Doppel-CD „Brave live 2013“ gewürdigt, die einen Tag vor dieser Scheibe hier an gleicher Stelle aufgenommen wurde (im Onlineshop von Marillion erhältlich). Mit der Präsentation von "Brave" kann Sounds leider nicht mithalten.

Dennoch gebe ich vier Punkte, wovon mind. einer dem Umstand geschuldet ist, daß es sich um Marillion handelt und Live-Aufnahmen von Marillion eigentlich immer sehr hörenswert sind. Für alle, denen Sounds can‘t be made schon gefallen hat, ein großer Hörspaß auf über 130 min.


Back To Front - Live In London - DVD Deluxe Edition [Deluxe Edition]
Back To Front - Live In London - DVD Deluxe Edition [Deluxe Edition]
DVD ~ Peter Gabriel

3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ausgezeichnetes Live-Spektakel, 26. Juni 2014
Mit diesem hochwertigen Package übertrifft sich Peter Gabriel wieder einmal selbst. Ich besitze die 2 DVD/2CD-Ausgabe Auf die Beurteilung von Sound- und Bildqualität möchte ich an dieser Stelle nicht eingehen. Für mich ist an dieser Stelle nur der Unterhaltungsfaktor von Interesse - der ist zwar sehr subjektiv - aber bei mir war er beim Betrachten der DVD auf einem durchweg enorm hohen Level.

Das dargebotene Konzert teilt sich, so Peter Gabriel zur Begrüßung der Fans in der ausverkauften 02-Arena, wie eine gute Speisfolge in mehrere Gänge. Als Vorspeise werden die Stücke in einer Akustik-Fassung angeboten. Den Opener - ein neues sich noch in Arbeit befindendes Stück - präsentiert der Meister am Klavier begleitet nur von Tony Levin am Bass, Danach kommt der Rest der Band, die auch schon 1986/87 auf der So-Tour dabei war, auf die Bühne. Mitten in Family-Snapshot endet der Akustik-Teil und der Elektro-Teil beginnt mit einer fulminanten Lightshow. Es folgt eine gute Best of Auswahl, Stücke, die man von zahlreichen anderen Veröffentlichungen kennt, bis mit "Red Rain" ein weiterer Höhepunkt des Abends beginnt: die komplette Präsentation des Albums "So". Mit Ausnahme von "In your Eyes" auch in der gleichen Reihenfolge, wie auf der Original-CD.
Das über 25-Jahre alte Material erscheint in einem aufgefrischten Gewand und viele Stücke bestehen die Zeitreise ins 21. Jh. mit Bravour. Einzig bei einem meiner Favorites - Don't give up - das mit einem Solo von Tony Levin beginnt, möchte ich leichte Abstriche machen, da Jeanny Abrahamson hier nicht an eine Kate Bush oder an Pala Cole, die bei der Secret World Tour die Duettpartnerin von PG war, heranreichen kann. Als Zugabe gibt es dann noch "The Tower that ate People" visuell sehr stimmig umgesetzt und das schon fast unvermeidliche "Biko" mit dem PG das Publikum dann nach Hause entläßt.

Das gesamte Konzert ist visuell hervorragend umgesetzt, die Lightshow innovativ und abwechslungsreich, wie man es von PG schon gewohnt ist. Die Songauswahl läßt keine Wünsche offen. Mit dem der Deluxe-Edition beiliegenden Buch - wobei beiliegend falsch ausgedrückt ist, da die vier Silberling ihren Platz in der zweiten Seite des Hard-Covers finden - bekommt man ein wirklich hochwertiges Package auch wenn sich musikalisch nichts wirkliches Neues tut.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 27, 2014 11:39 AM MEST


Der Medicus
Der Medicus
DVD ~ Tom Payne
Preis: EUR 7,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nettes Filmerlebnis aber ..., 23. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: Der Medicus (DVD)
keine Literaturverfilmung im eigentlichen Sinne. Dazu weicht der Film zu sehr von der Originalvorlage ab. Die Punkte, wo es Übereinstimmungen zum Buch gibt wären an dieser Stelle schneller aufgezählt als die Abweichungen. Im Grunde müßte es im Vorspann heißen "sehr frei nach Motiven aus dem Roman "Der Medicus" von Noah Gordon".

Durch die zahlreichen Weglassungen und Umgestaltungen des Handlungslaufs wird der Film in weiten Teilen unlogisch. Dazu zählen m.E. die sehr rasch gewonnenen Sprachkenntnisse des Rob Cole und außerdem seine beachtlichen Lesefähigkeiten, die auch das arabische mit einbeziehen. Wo bitte soll ein, bei einem Bader aufgewachsenes Waisenkind, lesen lernen??? Und kann mir mal einer erklären, warum das Mittelalter in deutschen Produktionen immer so abgrundtief schmutzig dargestellt wird. Die armen Leute und Bauern strotzen nur so vor Dreck. Der Lehrmeister von Cole war "Bader" (doppelt unterstrichen). Das beschränkte sich auch bei Reisenden dieses Berufsstandes nicht nur auf Bart scheren und Zähneziehen, sondern beinhaltete auch auf die Körperpflege, deren Sinn und Wichtigkeit auch im 11. Jh. schon bekannt war.

Kennt man das Buch nicht und sieht über die zahlreichen logischen Brüche und historischen Fehler (die es auch im Buch gibt) hinweg, kann man einen ganz unterhaltsamen Kinoabend erleben. Die Besetzung ist sicherlich sehr gelungen (vor allem Ben Kingsley und Stellan Skarsgard). Die einzelnen Charaktere, die der Film beschreiben will, bleiben aber alle verhältnismäßig flach und es entwickelt sich zu keinem Zeitpunkt eine emotionale Ebene zu den Agierenden.


Men in Trouble
Men in Trouble
Preis: EUR 19,98

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Pop/Rock/Blues - richtungsloses Werk, 24. Januar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Men in Trouble (Audio CD)
Viele Jahre war es um das langjährige musikalische Mastermind von BAP still geworden. Die erste Aktivität nach seinem Ausstieg bei den Kölnern, das Album Major & Suzan, das in Zusammenarbeit mit der Berliner Sängerin Susanne Werth entstand, brachte leider nicht den gewünschten Erfolg, obwohl es musikalisch nicht uninteressant war. Danach war es wieder lange still um Herrn Heuser, bis er in Zusammenarbeit mit Herrn Bargel seine bluesige Seite entdeckte (zu der ich mich aktuell aber noch nicht äußern kann). Da Herr Bargel seine musikalischen Aktivitäten aus gesundheitlichen Gründen Ende 2012 reduzieren mußte, übernahm Herr Heuser die Musiker aus dem gemeinsamen Men in Blues-Projekt, um dieses Werk hier einzuspielen.

Soviel zur Vorgeschichte. Major ist noch immer ein guter Komponist, das möchte ich gar nicht mal so sehr in Frage stellen, er hat ein gutes Händchen für eingängige und gefällige Melodien (das war bei BAP schon so). Aber für ein gutes Lied reicht eine schöne Melodie leider nicht aus, wenigstens dann wenn man nicht rein instrumental arbeitet. Der Gesang und die Texte sind da mindestens ebenso wichtig. Leider sind diese hier größtenteils nur banal zu nennen und laufen meist nach dem gleichen Schema ab. Außerdem habe ich das Gefühl, das Textaussage und Musik teilweise nicht zueinander passen, spätestens dann, wenn es textlich darum geht das Wochenende abzurocken und die Musik mit angezogener Handbremse in einem eher schleppenden Blues daherkommt.

Will nicht heißen, daß ich das Gesamtwerk schlecht finde, aber ich hätte mir deutlich mehr erwartet.


Genesis Revisited: Live at Hammersmith
Genesis Revisited: Live at Hammersmith
Preis: EUR 18,99

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Genesis LIVE-Highlight, 24. Januar 2014
Nach dem hervorragenden Revisited II-Album brachte Steve Hackett die neuinterpretierten Werke von Genesis in einer ausführlichen Tournee auch auf die Bühne und vor Publikum. Ich selbst habe Anfang Mai eine Vorstellung live erlebt und war davon fast restlos begeistert. Und nun hat der Gitarrenmeister das Ganze auch noch als Live-CD/DVD-Package veröffentlicht und der Nachwelt ein herrliches Geschenk unterbreitet. Ein etwas zu üppig geratenes, meiner Meinung nach, denn fünf Scheiben hätte das Package nicht unbedingt benötigt. Den CD-Anteil hätte man auch auf zwei Silberlingen unterbringen können, und für die Show wäre auch eine DVD ausreichend gewesen - damit hätte man das Package auch etwas günstiger anbieten können. Aber hätte, wäre wenn ... ist jetzt auch egal - es kommt halt so wie es kommt, und das was kommt ist einfach hervorragend.

Schon bei dem von mir besuchten Konzert, war ich anfangs von der Gesangsleistung des Nad Sylvan in weiten Teilen sehr positiv angetan. Das kommt auch auf der Live-Veröffentlichung sehr gut rüber. Es gibt Momente, da klingt Sylvan fast wie Gabriel. Manchmal wünschte ich mir tatsächlich, er würde ein bißchen mehr Eigeninterpretation in die Stücke legen, um sich mehr vom Original zu distanzieren. Bei den Stücken, die im Original von Collins gesungen werden, rächt sich das m. E. auch ein wenig, denn auch hier klingt Sylvan mehr nach Gabriel, denn nach Collins. Das theatralische Gehabe Sylvans in manchen Songs wirkt dagegen eher etwas störend (aber bei den CDs fällt das ja nicht ins Gewicht). Im Großen und Ganzen aber, gefällt mir die Gesangsleistung ausgezeichnet. Für die Live-Aufnahme hat Steve Hackett dann noch Gäste eingeladen, die Nad Sylvan beim Gesang unterstützen. Bis auf Amanda Lehmann, die vergleichsweise blass bleibt, erledigen alle einen guten Job. Auch die Band agiert hervorragend und holt so die Musik von Genesis ins 21. Jahrhundert. Die Songauswahl läßt keinerlei Wünsche offen (außer daß vielleicht Ripples fehlt - aber das covern Genesis auf ihrem letzten Live-Album ja selbst und auch Ray Wilson hat sich dieses Stückes bereits angenommen und eine sehr schöne Live-Version veröffentlicht). Herausragend, und mein absoluter Favorite, ist die Darbietung von Supper's Ready - vor allem das Keyboard-Solo in Apocalypse.

Sicher könnte man dagegen halten, daß die Stücke in der Originalbesetzung viel besser klingen, oder in Frage stellen, ob diese Veröffentlichung überhaupt sinnvoll ist. Meiner Meinung nach werden der Musik von Genesis hier weit höhere Ehren erwiesen als mit der letzten ehrwürdigen Veröffentlichung der Original-Combo selbst. Das steril zusammengewürfelte Live over Europe kann mit dieser Veröffentlichung jedenfalls nicht mithalten. Für alle, die die Musik von Genesis mögen ist diese Scheibe daher nur wärmstens zu empfehlen.


Perfect Strangers Live
Perfect Strangers Live
Preis: EUR 14,97

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Live Juwel, 17. Dezember 2013
Rezension bezieht sich auf: Perfect Strangers Live (Audio CD)
1985 war das Deep Purple Open Air zur Perfect Strangers Tour in Mannheim mein erstes Deep Purple Konzert - und auch mein erstes Open Air Konzert. Insofern hat diese Veröffentlichung für mich auch einen gewissen nostalgischen Charme. Das Konzert damals gehörte rückblickend mit Sicherheit nicht zu den denkwürdigen Highlights in meiner Konzert-Besucher-Laufbahn, was aber auch darin begründet ist, daß ich mich damals noch nicht eingehender mit Deep Purple beschäftigt hatte.

Dieser Konzertmitschnitt ist dazu angetan die Erinnerung an das selbst erlebte ein wenig anzuheben. Technik und Sound auf dem 85er OpenAir waren alles andere als überzeugend. Der Sound auf diesen Datenträgern läßt absolut nichts zu wünschen übrig. Alle Musiker bringen eine Spitzenleistung. Blackmore qüalt aus seiner Klampfe Töne mit Techniken, die einen an mittelalterliche Foltermethoden erinnern. Lord entlockt seiner Hammond Töne, für die die eigentlich gar nicht gebaut war. Paice trommelt sich die Seele aus dem Leib. Und zwischen all den Keyboard-Stürmen, Schlagzeughageln und Gitarrengewittern schwebt Roger Glover als ruhender Pol mit solider Bass-Arbeit. Vokalistisch vervollständigt wird das Ganze von einem hochmotivierten, aber teilweise überforderten Ian Gillan. Gillan 1985 ist nicht mehr Gillan 1972/73. Bei vielen Stücken merkt man davon kaum etwas, bei manchen stellt man jedoch eklatante Schwächen fest, vor allem beim "Duell" mit Blackmore während Strange Kind of Woman. Bei Child in Time (göttliches Solo von Blackmore) erhält er elektronische Unterstützung durch einen Echoeffekt, so daß das Überschlagen der Stimme reduziert wird.

Ingesamt zeichnet sich diese CD durch eine gelungene Songauswahl aus. Die damals neue Scheibe ist mit immerhin fünf (von acht) Titeln vertreten, von denen es nur zwei geschafft haben dauerhaft im Programm zu bleiben. Auch die Klassiker wie Highway Star, Black Night oder Speed King sind hervorragende präsentiert. Zwischendurch darf jeder mal sein Solo einlegen. Bei dieser Gelegenheit ist dann auch ein kleines Stück Rainbow in der Setliste zu finden, wenn Blackmore aus seinem Solo heraus Difficult to Cure mit dem Auszug aus Beethovens Ode an die Freude zum Besten gibt.

Wie bereits geschrieben, ich war 1985 selbst auf einem Konzert dieser Tour, im Rockpalast gab es damals den Mitschnitt eines Pariser Konzerts, darüber hinaus wurde auf In Absence of Pink bereits ein Auftritt dieser Tour auf CD veröffentlicht. Qualitätsmäßig steht Perfect Strangers Live m. E. weit über diesen.

Diese Rezension bezieht sich im Wesentlichen auf die CD. Die DVD liefert die Bilder zu diesem außerordentlichen Sounderlebnis und zwar wesentlich ansprechender als beim bereits erwähnten Rockplastauftritt, bei dem Ian Gillan nur fahrig auf der Bühne herumeierte. Die Show ist schlicht aber großartig. Die Musik steht hier eindeutig im Vordergrund und wird nicht durch ein Überangebot an Licht- und Spezialeffekten verdrängt. Die Lasereffekte, die spätere Shows einleiteten, waren hier wohl noch nicht im Einsatz.


a feast of consequences
a feast of consequences

36 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Großartiges Spätwerk, 17. Dezember 2013
Rezension bezieht sich auf: a feast of consequences (Audio CD)
Sechs Jahre nach 13th Star erschien nun endlich das neueste Werk des Schotten. Sechs Jahre in denen Derek Dick nicht ganz tatenlos war, aber die Musik nicht immer die Hauptrolle in seinem Schaffen gespielt hat. So hat er sich u.a. der Schauspielerei gewidmet und ein Buch geschrieben.

Das neue Werk entstand in Zusammenarbeit mit Weggefährten, die auch schon an früheren Alben beteiligt waren. So zeichnen für die musikalische Umsetzung Robin Boult an der Gitarre, Foss Paterson an den Keyboards, Steve Vantsis am Bass und Schlagzeuger Gavin Griffith verantwortlich. Elisabeth Troy Antwi, die einigen vielleicht noch von Plague of Ghost bekannt ist, unterstützt den Schotten beim Gesang. Produziert wurde das Ganze von Calum Malcolm, der bereits an mehreren Fish-CDs beteiligt war.

Das Ergebnis dieser Zusammenarbeit sind elf Songs, die durchaus zu gefallen wissen und schon in weiten Teilen beim ersten Hören bei mir gezündet haben. Highlights sind sicherlich der Opener "Perfume River" und die fünfteilige "High-Wood-Suite", die mit über 28 min Länge neue Maßstäbe setzt. Anders als bei "Plague of Ghost" stehen die einzelnen Teile aber auch unabhängig voneinander gut da und werden nur von dem zugrunde gelegten Thema zusammengehalten. Und das ist ziemlich düster, geht es doch letztlich um Krieg - vermutlich den 1. Weltkrieg - und seine Folgen. Wirklich zwanglos entspannende Lieder findet man auch auf dieser Platte nur wenige. Aber der Grundtenor ist bei Weitem nicht so selbstmitleidszerfließend wie bei einigen Stücken vom Vorgängeralbum.

Musikalisch bewegt sich Fish auch dieses Mal in seiner ganz eigenen Klasse, irgendwo zwischen progressivem und konventionellem Rock mit einem Hauch Folk. Neben Akustikgitarre und Piano hört man Streicher und auch schon mal ein Akkordeon, gleich als Opener Pipes. Dazu gibt es ausladenden E-Gitarrensolos und brachiale Riffs über tragenden Keyboard-Klangteppichen. Die Texte sind wie immer bei Fish sehr poetisch, mehrdeutig ihre Inhalte metaphorisch verschlungen und dann doch wieder unmißverständlich. Seine Gesangstechnik neigt allerdings immer mehr dem Sprechgesang zu - wobei kaum einer wie er die Düsternis seiner Texte mit Spoken Vocals zu unterstützen weiß. Da wo es gesanglich anspruchsvoller wird, greift Elisabeth Antwi unterstützend ein, aber nie zu vordergründig.

Insgesamt ein Werk, das an die guten alten Tage erinnert. Wobei ich zugeben muß, daß mich mit Ausnahme des Felini-Albums alle Werke des Schotten eher positiv beeindruckt haben. Dennoch würde ich dieses Album in einem Ranking der bisherigen Solo-Platten hinter Vigil auf Platz zwei setzen.

Leider gibt es das Werk aktuell (Dezember 2013) noch immer nicht offiziell im Handel sondern nur im Direktvertrieb über Fish's Online Shop. Ich habe dort bislang nur gute Erfahrungen gemacht, da ich die meisten seiner letzten Werke direkt übder den Onlineshop des Künstlers bezogen habe. Ich kann diese Anschaffung nur empfehlen.

Hier noch die Trackliste:
1."Perfume River" (Dick/Vantsis) - 10:58
2."All Loved Up" (Dick/Vantsis/Boult) - 5:07
3."Blind To The Beautiful" (Dick/Vantsis/Boult) - 5:12
4."A Feast Of Consequences" (Dick/Vantsis/Boult) - 4:29
5."High Wood" (Dick/Paterson) - 5:26
6."Crucifix Corner" (Dick/Paterson) - 7:25
7."The Gathering" (Dick/Paterson) - 4:30
8."Thistle Alley" (Dick/Vantsis/Boult) - 6:08
9."The Leaving" (Dick/Paterson/Boult) - 4:59
10."The Other Side Of Me" (Dick/Vantsis/Boult) - 6:08
11."The Unravelling" (Dick/Vantsis/Boult) - 6:31
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 21, 2015 7:42 AM MEST


Verdamp Lang Her (die Verdammt Lange Single!)
Verdamp Lang Her (die Verdammt Lange Single!)

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Verdammt tolle CD, 16. Dezember 2013
Verdamp lang her war das Schlüssellied, das mein Interesse an BAP geweckt hat. Bis heute zählt es zu meinen absoluten All-Time-Favorites (nicht nur auf die Veröffentlichungen von BAP bezogen). Im Laufe der Jahre wurde das Lied praktisch auf jedem Konzert der Kölner gespielt und so haben sich eine Reihe von verschiedenen Interpretationen ergeben. Braucht man das? Ja, unbedingt, denn die Scheibe enthält neben bekannten Darbietungen des Klassikers tatsächlich Versionen, die ich zum Zeitpunkt des Erscheinens noch nicht kannte. Zu den bekannten Versionen zählen die Original-Studioversion, die Studio- und Singleversion von Jubiläumsalbum, sowie die Live-Versionen von Bess Demnähx, Affrocke und Överall. Dazu kommt eine Live-Version aus Wackersdorf mit einem sehr rauhen Sound und eine Coverversion der Toten Hosen mit WN als Gast. Herausragend sind die beiden Versionen, die mir neu waren: die Unplugged VErsion (nicht zu Verwechseln mit dem in diesem Jahr erschienen Unplugged-Album von WN) und die Big-Band-Version, die ebenfalls Live eingespielt wurde und in dieser Form nicht auf der Niedecken Köln CD enthalten war. Alleine diese beiden Versionen machen diese Scheibe lohnenswert - der Rest sind nette Schmankerl.


MTV Unplugged in Athens
MTV Unplugged in Athens
Preis: EUR 10,37

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unplugged!! Stecker raus - Stimmung rein, 3. Dezember 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: MTV Unplugged in Athens (Audio CD)
Da ist es also: das nächste Live-Album der Scorpions von ihrer mittlerweile dreijährigen Abschiedstournee. Von MTV eingeladen hat man sich entschlossen ein Reihe von Unplugged-Konzerten zu geben. Sie Scorpions unpluggged? Geht das überhaupt? Natürlich geht das und so ganz neu ist die Idee ja auch nicht, denn bereits 2001 hat man mit Acoustica ein ähnliches Projekt realisiert. Für die MTV-Veranstaltung man sich eine recht stimmungsvolle Umgebung ausgesucht. War es für die Acoustia-Aufnahmen noch ein Kloster, das für die Konzerte herhalten durfte, so ist es diesmal ein waschechtes griechisches Theater. Ein Gespür für außergewöhnliche Locations kann man den Scorpions daher schon mal nicht absprechen.

Davon hat man als CD-Hörer natürlich erst einmal nur bedingt etwas. Viel interessanter ist hier die Frage nach der Song-Auswahl. Die von mir schön öfter im Zusammenhang mit den Hannoveranern zitierten üblichen Verdächtigen, findet man auch hier wieder: Rock you like a Hurricane, Still Loving you, Wind of Change und einige weitere 80er Jahre Highlights, zu denen auch mal wieder No one like you gehört. Dazu gesellen sich dieses Mal aber einige Stücke, die man schon lange nicht mehr oder noch nie live gehört hat. Hierzu zählen z.B. When you came into my Life und Where the River flows vom so viel gescholtenen Pure Instinct Album (das ich persönlich hervorragend fand). Auch in die 70er Jahre macht man mal wieder einen Ausflug. Von den vier Titeln aus dieser Zeit sei besonders das noch nie live gespielte Born to touch your feelings erwähnt, das sich für diese Präsentationsform hervorragend eignet. Und wer gedacht hätte, daß nur akustiktaugliche Schmusesongs präsentiert werden, wird von den Versionen von Can't live without you oder Blackout positiv überrascht.

Auch eine Reihe von neuen Songs hat man sich für die MTV-Veranstaltung einfallen lassen, die sich mehr oder weniger gut in das Gesamtbild einfügen. Dancing in the Moonlight ist eine scorpionstypische Mid-Temponummer mit einem ganz netten Refrain. Daran folgen Solo-Auftritte von M. Jabs, R. Schenker und K. Meine. Delicate Dance, die Solonummer von M. Jabs ist nach langer Zeit mal wieder ein Instrumental. Nicht so recht überzeugen wollen die beiden Solos von Rudolf Schenker und Klaus Meine, bei denen schon irgendwie klar wird, warum die Band einen Sänger und einen Gitarristen hat.

Unterstützt werden die Scorpions von einer Reihe Gastmusikern u.a einem Streicher-Ensemble, das als Strings from Heaven" vorgestellt wird, die die Songs musikalisch abrunden. Bei einigen Songs hat man sich Gäste eingeladen, die Klaus Meine beim Gesang unterstützen. Ein besonderes Aha-Erlebnis bekommt man tatsächlich bei The Wind of Change", bei dem Morten Harket als Gast auftritt.

Stellt sich die Frage: war dieses Album nach Acoustica (das immerhin auch schon 12 Jahre zurückliegt) nötig? Die Antwort darauf ist ein klares Ja, da wir hier nun endlich mal einen Mitschnitt haben, der nahezu den kompletten Konzertablauf wiederspiegelt (auf der CD fehlt im Vergleich zur DVD das Percussion-Duett) - etwas, das es bei einem Scorpions-Live-Album bislang eigentlich noch nie gab. Die Stimmung ist insgesamt gut eingefangen, wobei bei der CD, die Ansagen von Klaus Meine im Vergleich zur DVD etwas gekürzt wurden.

Für Einsteiger in die Musik der Scorpions ist die CD sicherlich hervorragend geeignet, aber man sollte sich kein falsches Bild machen, da das nicht die übliche Präsentationsform dieser Songs ist.


Live in Stuttgart 1993
Live in Stuttgart 1993
Wird angeboten von TwoRedSevens
Preis: EUR 14,19

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Last MK-II-Concert in Germany, 21. November 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Live in Stuttgart 1993 (Audio CD)
Im Rahmen des 2013er Relaunch von verschiedenen Live-Aufnahmen aus dem Purple-Katalog wurde nun auch das Konzert vom 16.10.1993 in der Stuttgarter Schleyerhalle neu veröffentlicht. Der letzte gemeinsame Auftritt von Blackmore mit seinen Kollegen von Deep Purple auf deutschem Boden.

20 Jahre liegen diese Aufnahmen zurück. Ein Teil des Konzertes wurde für die CD Come Hell or High Water" 1994 verwendet. Das komplette Konzert wurde dann einige Jahre später ebenfalls in den Handel gebracht, erst als Doppel-CD, später dann noch zusammen mit dem Birmingham-Konzert vom 09.11.1993, das ebenfalls teilweise in die 1994er Live-CD einfloß, als 4-CD-Box Live in Europe. CHoHW war sicherlich nicht schlecht, war aber halt nur eine Einzel-CD und ließ einiges vermissen.

Angeregt durch die vielen positiven Stimmen zum Stuttgarter Konzert und der hervorragenden Perfect Strangers Live habe ich mir diese Scheibe zum 20-jährigen Jubiläum nun doch zugelegt. Und was soll ich sagen, wow, was für eine Performance. Da bedauert man ja Jahre danach noch, daß man nicht dabei war. Die Mannen rocken und rollen was das Zeug hält. Ian Gillan scheint einen hervorragenden Tag erwischt zu haben - lediglich seine teilweise gezwungen komisch wirkenden Ansagen könnte er sich schenken. Die Songauswahl ist hervorragend - einzelne Stücke hervorzuheben fällt schwer. Eröffnet wird das Set mit den Klassikern Highway Star und Black Night. Das damals aktuelle Album, The Battle rages on, ist mit vier Stücken präsent, die später kaum noch den Sprung ins Liveset schafften. Wie man überhaupt aus der Reunion-Phase nur noch zwei weitere Stücke spielt: Perfect Strangers und Knocking at your Backdoor. Neben diesen Standards gibt es nur aber einige Überraschungen im Set, wie z.B. Anyones Daughter oder erstmalig seit langem wieder das Stones-Cover Paint it Black sowie Hush, das erstmalig in einer Liverversion erscheint. Zwischendurch gibt es diverse Solo-Einlagen, bei denen u.a. auch Beethovens 9. (Difficult to cure) zitiert wird. Highlights sind das danach nur noch selten gespielte Child in Time und vom neuen Album Anya mit einem grandiosen Solo. Speed King wird mit den ersten Takten der deutschen Nationalhymne eingeleitet und enthält im ausgedehnten Instrumentalpart einen Ausflug in die Mark III-Welt, wenn die Band kurz in das Intro von Burn" wechselt. Auch bei Smoke on the Water läßt sich Blackmore einiges an Zeit für kleine Spielereien ehe er den so weltberühmten Riff in die Saiten drischt.

Insgesamt ein hervorragendes Album, das die Leistungsfähigkeit dieser schon etwas in die Jahre gekommenen Band eindrucksvoll wiederspiegelt. Ich bin im Besitz zahlreicher Live-Alben von Deep Purple - dieses wird ab jetzt zu meinen Favoriten zählen.


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