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Rezensionen verfasst von
A. Tobias Schönberg (Berlin, Deutschland)

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Schlaue Netze: Wie die Energie- und Verkehrswende gelingt
Schlaue Netze: Wie die Energie- und Verkehrswende gelingt
von Weert Canzler
  Broschiert
Preis: EUR 9,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen So gelingt die Wende, 24. Oktober 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Im Economist oder in der ZEIT lasse ich keinen Artikel zum Thema Verkehr aus. Schon von Berufs wegen interessiert mich, wohin sich unsere Gesellschaft bewegt in Sachen Mobilität. Die sogenannte Shareconomy (zu deutsch: Kokonsum) liegt dabei meist im Zentrum der Diskussion. "Nutzen statt besitzen" ist die Devise einer immer größer werdenden Gruppe von Menschen, die auf das (Zweit-)Auto verzichtet und stattdessen z.B. Car2Go oder Call-a-bike bucht.

Die Mobilitätsforscher Canzler und Knie denken in diesem Buch noch einen Schritt weiter. Sie entwerfen die Voraussetzungen dafür, dass jeder Einzelne nicht nur dazu beitragen kann, den Verkehr sinnvoller zu gestalten, sondern auch die Energienetze. Die Solarpanele auf dem Dach sind nur der Anfang einer Welt, in der nicht mehr vier überregionale Stromversorger den Markt bewegen, sondern wir alle.

Dabei verlieren sich die Wissenschaftler nicht in visionären Zukunftsbildern, sondern schlagen ganz konkret Modelle und die dafür nötige Gesetzgebung vor. Gut lesbar geschrieben. Sollten sich Verkehrs- und Energiepoitiker zu Gemüte führen.


Extreme Productivity: Boost Your Results, Reduce Your Hours
Extreme Productivity: Boost Your Results, Reduce Your Hours
von Robert C. Pozen
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 15,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen ExtremeOberflächlichkeit, 3. März 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Selten habe ich mich über ein Buch so geärgert wie über dieses. Es ist der Beweis dafür, dass der Absatz von Sachbüchern stark von Aufmachung, Titel und Klappentext getrieben ist - auch ich bin auf dieses Marketing hereingefallen.

Erwartet hatte ich einen umfassenden Ansatz dazu, wie ich meine Produktivität im Job steigern könnte. Lesen musste ich eine Sammlung von Allerweltsweisheiten, die jedem Berufstätigen nach ein paar Jahren im Job auch schon klar geworden sind.

An wen richtet sich dieses Buch? Nicht an Berufsanfänger, dafür schreibt Pozenzu sehr aus der Sicht des CEOs, der gleichzeitig eine Harvard-Professur inne hat. Aber eben auch nicht an Spitzenmanager, dafür sind die Inhalte zu banal.

Dennoch haben mich ausgewählte Kapitel zu der einen oder anderen Idee inspiriert, wie ich z.B. laufende Aufgaben besser auf meine Ziele ausgerichtet priorisieren kann. Die Ausbeute ist aber so mager, dass ich das Buch nicht empfehlen kann.


Die kürzeste Geschichte Europas (Zeitgeschichte)
Die kürzeste Geschichte Europas (Zeitgeschichte)
Preis: EUR 7,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen 2000 Jahre passen nicht auf fünfzig Seiten, 5. Januar 2013
Fünfzig Seiten für einen Abriss der europäischen Geschichte, gefolgt von sechs Kapiteln à ca. zwanzig Seiten, um Queschnittsthemen (z.B. Sprache, Staatsformen) abzuhandeln, für die andere ganze Bücher schreiben, um jeweils eine Einführung in das Thema zu geben. Was hat sich der australische Historiker John Hirst dabei nur gedacht?

Hirst will seinen Studenten, die bestenfalls die Geschichte des eigenen Landes ab 1800 kennen, die Grundlagen geben, die sie brauchen, um ihre eigene Herkunft besser zu verstehen. So weit so gut. Könnte ein interessantes Buch auch für den einen oder anderen Geschichts-Laien in Deutschland sein. Dachte sich offenbar Hoffmann und Campe, als sie das Buch übersetzen ließen - und damit ein wirklich enttäuschendes Buch auf den Markt gebracht haben.

Keine Quellen, keine Bibliographie, keine Verweise, noch nicht einmal ein Index. Immer wieder will Hirst intelligente Pointen setzen, die sich verbieten. Immer wieder setzt er nicht nachvollziehbare Schwerpunkte.

Beispiel Rolle der Frau: Ritter beschützten im Mittelalter die Schwachen, insbesondere edle Damen, was sich in der europäischen Kultur bis hin zur Respekthaltung des Gentleman erhalten hat (Aufstehen, wenn eine Frau den Raum betritt, Hut abnehmen etc.). Als die Frauen (viel später) Gleichheit mit den Männern wollten, mussten sie laut Hirst also von einem Sockel herabsteigen, um mit den Männern auf gleicher Ebene zu stehen - eine Bewegungsrichtung, die in Europa dazu geführt habe, dass der Feminismus bereitwilliger akzeptiert wurde als anderswo. Diese für eine Kurzfassung europäischer Geschichte völlig unerhebliche Beobachtung halte ich für falsch. Ich denke nicht, dass eine einzige Feministin einen Vorteil darin erlebt hat, dass Männer (wenn sie Manieren hatten), vordergründig besonderen Respekt vor Frauen ausdrückten.

Beispiel Auswahl der Materie: Wenn man auf nur 50 Seiten vom Altertum bis ins Jahr 1800 die wesentlichen historischen Abläufe und Zusammenhänge in Europa aufzeigen will, verbringt mann dann zweieinhalb Seiten mit Erklärungen zur griechischen Geometrie? Oder eineinhalb Seiten zur Schöpfungsgeschichte, wie sie in der Bibel und bei den Aboriginees erzählt wird? In den Vorlesungen, die die Grundlage für dieses Buch gebildet haben, mögen das interessante Pointen gewesen sein, in einem Buch ist es einfach eine schlechte Schwerpunktsetzung.

Mir fällt keine Zielgruppe ein, für die dieses Buch interessant sein und Mehrwert stiften könnte.


Abspringen
Abspringen
von Tobias Elsäßer
  Taschenbuch
Preis: EUR 7,99

4.0 von 5 Sternen Im Kopf eines 14-jährigen, 2. Juli 2012
Rezension bezieht sich auf: Abspringen (Taschenbuch)
Eigentlich verschenke ich nur Bücher, die ich schon gelesen habe. Wenn mir aber meine Lieblingsbuchhändlerin mit Nachdruck ein Buch für meine Schwester empfiehlt ("Das muss jede Mutter eines 14-jährigen Sohns gelesen haben"), dann greife ich auch ohne einen zweiten Blick zu.

Zur Sicherheit habe ich Abspringen gleich noch einmal gekauft und am selben Tag wie meine Schwester angefangen zu lesen.

Hätte ich zweimal auf das Cover oder den Titel geschaut (man ersetze "ng" mit "tz"), hätte ich wahrscheinlich noch ein, zwei Nachfragen an Beate gehabt, bevor ich das Buch beim Familienbrunch meiner Schwester überreichte.

Sei es wie es sei: Es ist ein gutes Buch. Und tatsächlich gut für Mütter, zumindest für die, die der Pubertät ihrer Söhne vor allem mit Gelassenheit begegnen. Indem sie Abspringen lesen, werden sie aufgeklärt. Was geht in seinem Kopf vor? Ja, er denkt fast immer an Sex. Es gibt Gründe, warum er sich prügelt - auch wenn er nicht darüber spricht. Pornografie, Joints, Rumfummeln. Er wird alles ausprobieren und er wird viele richtige Entscheidungen treffen ... und ein paar falsche.

Irgendeine der Geschichten in diesem Buch haben alle Jungs mal erlebt. Nur sprechen sie nicht darüber, so dass das Buch fast einem Tabubruch gleichkommt. Männer werden schmunzeln, Frauen werden überrascht sein. Oder vielleicht ging es ihnen genau so als sie 14 waren? Als Mann kann ich nur sagen: Keine Ahnung.


Verkehrte Welt / Topsy-turvy world
Verkehrte Welt / Topsy-turvy world
von Thilo von Debschitz
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,80

4.0 von 5 Sternen Verkehrte welt en miniature, 2. Juli 2012
Auf einem kurzen Regalbrett in unserem Wohnzimmer stehen Bücher, die in einem Buchladen jeder gern in die Hand nimmt und kaum einer kauft.

Dazu gehört seit letzter Woche die Verkehrte Welt Frank Kunerts. Monate verbringt er mit seinen Modellen, alles ist in Kleinstform nachgebaut. Außer die Schilder, die sind fotografiert und in der richtigen Größe ausgedruckt.

Und so führen Autobahnen durch Häuserschluchten, haben Balkone keinen Durchgang zur Wohnung dahinter oder liegen Tennisplätze in einer Half-Pipe.

Dazu ein einleitender Aufsatz. Schön zum Durchblättern ... und dann wieder zurück ins Regal stellen.


In Bewegung!: Ist nachhaltiger Personentransport möglich?
In Bewegung!: Ist nachhaltiger Personentransport möglich?
von Peter Cox
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 39,90

3.0 von 5 Sternen Wissenschaft gegen immer mehr Autos, 2. Juli 2012
Zuallererst: Weder Titel, Titelbild noch Klappentext ("Die Resultate sind verblüffend") geben den Inhalt des Buchs oder die Zielsetzung des Autors wieder.

Peter Cox hat eine Art Doktorarbeit zum nichtmotorisierten Transport vorgelegt. Das Thema ist ernster und moderner behandelt als es der Hippie-Bully auf dem Cover vermuten lässt. Die Frage des (deutschen) Untertitels ist nicht Gegenstand der Erörterung, wird auch nicht beantwortet, vielmehr gibt das Buch einen Überblick zum Stand der und Denkanstöße zur nachhaltigen Entwicklung von städtischem Verkehr weltweit.

Die einführenden Kapitel zu Definitionen und alternativen Energien umfassen die Hälfte des Umfangs und sind damit zu lang. Nach hinten hinaus gibt es zu viel information über Fahrrad-Projekte in Afrika. Gerade weil der Text einen globalen Anspruch erhebt, frage ich mich, ob es nicht auch aus Europa oder Asien Interessantes zu berichten gäbe.

Überrascht haben mich die zwanzig Seiten über Bogotá. In der kolumbianischen Hauptstadt gibt es Busautobahnen (Bus Rapid Transit System), die im Gegensatz zu ähnlichen Systemen in Asien von umfangreichen verkehrlichen Maßnahmen gegen den Autoverkehr begleitet und unterstützt werden.

Eine Empfehlung nur für wirklich Verkehrsbegeisterte.


Shenzhen
Shenzhen
von Guy Delisle
  Taschenbuch
Preis: EUR 18,00

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen China - Erster gemalter Reisebericht, 2. Juli 2012
Rezension bezieht sich auf: Shenzhen (Taschenbuch)
Allein in einem Land, dessen Sprache man nicht spricht. So hat Guy Delisle 1997/1998 Shenzhen erlebt. Er sollte die nach China ausgelagerte Animationsabteilung koordinieren. Wie in einem Tagebuch hat er seine Eindrücke der Stadt festgehalten, ganz persönlich, nicht als Reporter oder als Reiseberichterstatter.

Die Sonderwirtschaftszone im Schatten Hong Kongs mag wirtschaftlich prosperieren. Im Gegensatz zu Canton oder Hong Kong ist es aber trist und eintönig, oft dunkel und noch nicht in der Moderne angekommen.

Das Buch erinnert an Lost in Translation - der Leser erfährt mehr über Guy als über das Land. Das wird in seinen späteren Büchern anders: Über Jerusalem berichtet er auch mit sehr persönlichem Blick, dort hat er als Hausmann aber mehr Gelegenheit, das Land zu erkunden, so dass man auch mehr von Land und Leuten mitbekommt.

Wer Delisle mag (wie ich) sollte alles von ihm lesen. Chroniques de Jérusalem hat mir noch besser gefallen - Pjöngjang und Birma stehen noch an.


Train: Roman
Train: Roman
von Pete Dexter
  Taschenbuch
Preis: EUR 10,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Krimi? Gesellschaftsportrait!, 2. Juli 2012
Rezension bezieht sich auf: Train: Roman (Taschenbuch)
Wenn ein Buch mit dem deutschen Krimi-Preis geehrt wird (und es sogar als Kultkrimi bei der Büchergilde Gutenberg erscheint), handelt es sich wohl um einen ... Krimi. Train ist aber weder ein Whodunnit, noch eine Detektivgeschichte, noch geht es überhaupt darum, einen Mord aufzuklären. Selbst die Spannung, irgendeine Auflösung zu irgendwas zu erfahren, steht nicht im Zentrum.

Ein schwarzer Caddie, ein weißer Cop, eine reiche Witwe im Los Angeles der 1950er. Tobias Gohlis berichtet in seiner Einleitung von der fehlenden Metaebene des Buchs: Die Geschichte ist "wie ein Streifen Zelluloid, der, von der Seite betrachtet, praktisch kaum zu erkennen ist. Aber das sagt bekanntlich nichts über die Emotionen, die er beim Abspielen auslöst."

Dexter erzählt präzise vom Rassenhass. Er beobachtet immer wieder schnelle und brutale Gewalt in allen Ausprägungen, hält dabei eine kühle Distanz. Von ihr berichtet Dexter auf eine Art und Weise, als ob sie typisch und damit normal für das Kalifornien der 1950er wäre.

Als Gesellschaftsportrait interessant und gut geschrieben. Meinen Krimigeschmack trifft es nicht.


Martin Bauman: or, A Sure Thing
Martin Bauman: or, A Sure Thing
von David Leavitt
  Taschenbuch
Preis: EUR 16,69

2.0 von 5 Sternen Wie schade, 2. Juli 2012
Rezension bezieht sich auf: Martin Bauman: or, A Sure Thing (Taschenbuch)
Eigentlich bin ich ein Leavitt-Fan. Lost Language of the Cranes oder die Geschichtensammlung Arkansas haben mich dazu gemacht.

Eigentlich. Hätte ich zuerst Martin Bauman gelesen, hätte ich ein weiteres Buch von Leavitt wohl nicht wieder in die Hand genommen. Und das sollte man als echter Fan von keinem Werk des bewunderten Autors sagen müssen.

Martin Bauman ist nicht gerade misslungen, aber es ist langweilig. Leavitts Protagonist (autobigrafisch inspiriert?) suhlt sich im Selbstmitleid - egal ob er als Schriftsteller gerade erfolgreich ist oder nicht, egal ob er eine Beziehung hat oder nicht, eine Affaire hat oder nicht. Oder in jeder beliebigen Kombination irgendwo auf den 400 Seiten, von denen 200 genug gewesen wären.

Leavitt wiederholt sich ständig wenn er Charaktäre irgendwo im New York der 1980er beschreibt. Wie der Verlag das Buch als Kommödie ausweisen kann, ist mir unklar. Auch gibt es kaum Entwicklung, selbst Martins "Selbsterkenntnis" lässt viel zu wünschen übrig aus Sicht eines jeden Lesers, der über ein gewisses Maß an Selbstreflektion verfügt.

Vom Aufbau kommt das Buch einer Seifenoper nah. Dabei arbeitet Leavitt aber nicht mit Cliffhangern (wie z.B. Maupin in den Stadtgeschichten, die übrigens wesentlich lustiger sind als dieses Buch), sondern durch Vorschauen. Ganze Kapitel lang wird auf eine Trennung oder eine neue Affaire hingearbeitet, deren zukünftige Existenz man schon kennt. Und das dann auch noch begleitet von einem unechten "Oh, I am jumping ahead again, which I should not do."

Ein Buch zum Liegenlassen. Schade.


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