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STB

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Heaven & Hell - Live From Radio City Music Hall
Heaven & Hell - Live From Radio City Music Hall
DVD ~ Heaven & Hell

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Dass ich das nochmal erleben darf, 19. Oktober 2007
Ronnie James Dio, Tony Iommi, Geezer Butler, Vinny Appice - Namen wie in Stein gemeißelt. Am 30. März 2007 geben diese Götter des Metal - Geschäfts ein Konzert in der alt ehrwürdigen Radio City Music Hall in New York, das lange in Erinnerung bleiben wird.

Nicht nur, dass diese Mannen gemeinsam unter dem Namen "Heaven and hell" und nicht, wie zu Beginn der 80er und einmal Anfang der 90er als "Black Sabbath" auftreten ist neu. Auch die Tatsache, dass die einstigen Feinde Tony Iommi und Dio nach 15 Jahren wieder gemeinsam auf einer Bühne stehen, bleibt irgendwie unbegreiflich.

Der große Streit nach dem "Dehumanizer" - Album von 1992 scheint völlig vom Tisch zu sein und die Formation zeigt sich bester Laune und sehr spielfreudig. Zwar sind die Herren deutlich gealtert, was sich besonders in Ronnie James Dios schon sehr schütterem und dünnem Haupthaar manifestiert, ihre Kraft und Ausstrahlung ist jedoch keinesfalls verloren gegangen.

Bereits in der als Opener ungewöhnlichen Instrumental/Lied - Kombination "E5150/ After all (the dead)" wird deutlich, wer im Metal (immer noch) das Sagen hat. Nach den düsteren Klängen zu Beginn schlägt das markante, aber enorm schwerfällige Riff von "After all (the dead)" auf und zieht einen sofort in seinen Bann - wenn man Black Sabbath - Fan ist. Deshalb ist dieser Titel als Einsteig auch ungewöhnlich: Er ist zäh und geht nicht unbedingt ins Ohr, ist schwer zugängig. Eine etwas unglückliche Wahl, zumal die vier schon wesentliche bessere Songs komponiert haben. Ein schneller Brecher der Marke "TV Crimes" wäre wohl besser platziert gewesen.
Kein schlechter Song, aber als Opener etwas deplatziert.

Aber sei's drum, dafür macht das zweite Stück "The Mob rules" mit einem gigantischen Schrei von Sänger Dio zu Beginn ordentlich Druck und zeigt die Formation von der härteren Seite.

Im weiteren Verlauf des Konzertes folgt ein Klassiker auf den nächsten, Iommis legendäre Gitarre feuert ein markantes Riff nach dem anderen ab. Man sieht sich in dunkle geheimnisvolle Welten versetzt, wird mitgerissen vom Strudel der Emotionen und verwaschenen Visionen der Düsternis.

Manche Songs wirken live wesentlich brachialer als auf der LP. So entfaltet sich zum Beispiel "I" zu einem Highlight des Auftritts. Sein messerscharfes Riff kommt auf Iommis "Old Boy", der Gitarre die seit 1976 aktiv im Einsatz ist, besonders gut rüber.

Zwei der drei neuen Songs aus der Compilation "The Dio years" werden zum Besten gegeben und können den Klassikern in den Live - Versionen nur bedingt das Wasser reichen. Die Single "The Devil cried", in der Studio - Version ein echter Knaller, wirkt live irgendwie unsortiert und lasch. Auch das angehängte Drumsolo von Vinny Appice zeigt dessen Fertigkeiten zwar deutlich, hätte aber in seiner Länge nicht unbedingt sein müssen. Drumsoli sind ein Relikt vergangener Tage und sollten heute nicht mehr so exzessiv betrieben werden, finde ich.

Der nach diesem Solo beginnende zweite Teil der Show zeigt Dio mit frischem, schwarzen Oberteil, das weitaus seriöser wirkt als das unglücklich gewählte und in der Presse als "Nachthemd" verspottete weiße Oberteil vom Beginn der Show. In selbigem sieht der über 60 - Jährige einfach zu sehr seinem Alter entsprechend aus.

Der zweite Teil wird eingeleitet von der absolut besten Komposition, die diese Band jemals getätigt hat - "Computer God". Ein wahnsinnig intensiver Song, der jedoch in einer derart laschen Version dargeboten wird, dass ich beim ersten Hör schwer enttäuscht war. Ronnie James Dio zeigt sich bei den hohen Parts überfordert, seine ansonsten sehr eindrucksvolle Stimmgewalt kommt hier nicht zur Geltung.
Musikalisch ist die Umsetzung gelungen, aber das was diesen Song in der Albumversion so enzigartig macht, der zerrissene, verzweifelte, bombastische Gesang des kleinen Amerikaners kommt live nicht zur Geltung. Schade dass ausgerechnet diese Großtat so verhunzt wurde.

Doch mit dem zweiten neuen Lied "Shadow of the wind" wird es deutlich besser. Das Riff ist düster und gewaltig, Dios Gesang berührend und stark. Zurecht wurde diese Version als Art "Live - Single" an diverse Fernsehkanäle verschickt.

Weitere Klassiker wie "The sign of the Southern cross", "Die young" oder der unverwüstliche Alltime - Hit "Heaven and hell" kommen in den Live - Umsetzungen angenehm hart herüber.

Spätestens wenn zum Abschluss der schnellste Song "Neon Knights" durch die Halle donnert erhebt sich auch der Letzte ehrfürchtig von seinem Sitz, um einer absoluten Legende des Geschäfts Respekt zu zollen.

Knapp 100 Minuten Heavy Metal eines Dinosauriers, der eine gewaltige Wiederbelebung erfährt und noch einmal zeigt, warum er als das mächtigste Geschöpf gilt, das je auf der Erde gelebt hat.

Der Einfluss der als "Black Sabbath" (nach der Ozzy - Ära) bekannt gewordenen Band auf die heutige Musikszene und die Entwicklung des Metal ist unermesslich. Deshalb ist es umso interessanter diese doch recht Antik wirkenden Greise der Szene noch einmal in Aktion erleben zu dürfen.

Der Sound ist okay, hätte aber wuchtiger ausfallen können. Die Bildführung und das aufwändige Bühnenbild jedoch wissen zu begeistern.

Die Bonus - Sequenzen sind ganz interessant, jedoch nicht der Rede Wert.

Fazit: JEDER der sich Metal - Fan nennt braucht diese als historische Bildungseinrichtung zu verstehende Show um zu sehen, was richtig guter Metal bedeutet.


Junge
Junge
Wird angeboten von cdfever
Preis: EUR 29,50

8 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Junge, Junge!, 10. Oktober 2007
Rezension bezieht sich auf: Junge (Audio CD)
Das ist sie also nun, die neue Single der selbsternannten "Besten Band der Welt". Die Herren Vetter, Felsenheimer und Gonzalez, besser bekannt unter BelaFarinRod, legen mit "Junge" einen Ohrwurm hin, der fast vergessen lässt, dass das letzte Album "Geräusch" bereits 4 Jahre zurück liegt, denn es wirkt als seien die drei nie weg gewesen.

Der Song ist eine typische Farin Urlaub - Komposition. Melancholische Gitarrenparts erzeugen zu Beginn eine nachdenkliche Stimmung, die jedoch sofort durch den ironischen Text durchbrochen wird. Es geht um die ewigen Vorhaltungen von Eltern und Großeltern an ihre Kinder, die in ihren Augen zu rebellisch sind, laute Musik hören und einen schlechten Schulabschluss riskierehn. Zitat aus dem Refrain: "Und immer deine Freunde, ihr nehmt doch alle Drogen...". Es geht aber auch um überhöhte, nicht erfüllbare Erwartungen.

Der Text ist genial und dürfte jedem bekannt vorkommen. Eine geniale Melodie und ein witziger Text - ich habe fast das Gefühl, dass hier eine neue Nummer 1 vorliegt.

Wie es sich für die Ärzte gehört, gibt es auf der Single zwei Bonustracks, die nicht auf dem am 2.11. erscheinenden neuen Album "Jazz ist anders" enthalten sind. Beide wurden von Schlagzeuger Bela B. geschrieben. "Das schönste Lied der Welt" ist ein typischer Punkrock - Song mit lustigem Text, aber nichts besonderes. Bela behauptet, er habe das schönste Lied der Welt geschrieben, ein Lied für das Campino seine Band auflösen würde, jedoch hält er es nicht für nötig es auch zu veröffentlichen.

"Tut mir Leid" geht schon wesentlich besser ins Ohr und spielt einmal mehr mit dem Thema "Saufen" - ein hitverdächtiger Song, der allerdings auf einem Album deplaziert wäre.

Schließlich gibt es als zusätzlichen Bonus noch das zensierte und wenig gute Video zu "Junge". Wie immer "value for money" bei den Ärzten. Ich bin schon sehr gespannt auf das neue Album, der Single - Vorbote macht schon einmal ordentlich Lust und Laune.

Sie haben es immer noch, das Hit - Gen.


Reunion (Live)
Reunion (Live)
Preis: EUR 8,97

16 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Rückkehr der Giganten des Metal, 7. August 2007
Rezension bezieht sich auf: Reunion (Live) (Audio CD)
Das Undenkbare wird 1997 Wirklichkeit: Die Urformation von Black Sabbath, die von 1970 - 1978 mit acht Alben Musikgeschichte geschrieben hat und seither getrennte Wege geht, vereint sich zu einer großen "Reunion" - Tour.
Bei der vorliegenden Liveaufnahme vom fünften Dezember 1997 aus ihrer Heimatstadt Birmingham in England lassen es die Herren Ozzy Osbourne (Gesang), Tony Iommi (Gitarre), Geezer Butler (Bass) und Bill Ward (Schlagzeug) nochmal so richtig krachen. Sämtliche Klassiker aus der Zeit der acht gemeinsamen Studioalben werden in atemberaubenden Versionen dargeboten.

Dabei ist von der Anti - Kriegs Hymne "War Pigs", über die krachenden Kopfnicker "N.I.B.", "Sabbath bloody Sabbath" oder "Children of the Grave" bis zu düsteren Großtaten wie "Black Sabbath" (erneut hervorragend gesungen) oder den alltime Hits "Paranoid" und "Iron man" alles vertreten.

Alle 16 Titel kommen in astreinem Sound um die Ecke, der an manchen stellen jedoch etwas nachbereitet klingt. Iommis Gitarre hat trotzdem immer noch diesen unverkennbar druchvollen Düster - Sound, Butlers Bass rumpelt böse dazu, während Osbourne ab und an psychadelisch nölt, meistens jedoch erstaunlich klar und präzise singt und Ward's Schlagzeugsound so dumpf klingt wie in den Anfangstagen der Formation.

Es ist eine wahre Freude diesen Giganten zuzhören wie sie zeitlose Metal - Klassiker intonieren, die Generationen von Musikern beeinflusst haben und immer noch beeinflussen. Mancher Rock - Veteran mag sich das eine oder andere Tränchen verdrücken müssen ob dieses herausragenden Konzertes absoluter Heroen des Geschäfts.

Als besonderes Schmankerl für die Fans haben sich Tony Iommi und Ozzy Osbourne, lange Zeit Erzfeinde, im Studio zusammengetan und zwei Bonustracks komponiert, die ebenfalls auf "Reunion" zu hören sind.
Einer davon, "Psycho man" ist mit einem typischen Black Sabbath - Riff ausgestattet. Tonnenschwer walzt sich Iommis Gitarre durch die Boxen und Ozzy singt die Strofen erstaunlich tief, was gar nicht schlecht klingt. Lediglich der etwas arg genölte Refrain wird manchen stören. Ich finde den Track okay und durchaus hörenswert,auch wenn man über den Pseudo - düsteren Text eher schmunzeln kann.

Klar, dass der Titel als Single keinen Erfolg hat, aber es ist trotzdem interessant die Urformation nach 20 Jahren mit einem neuen Studio - Song wiederzuhören. Er hat immer noch alle Elemente die man erwartet: stampfendes Midtempo und am Ende einen herrlichen Tempowechsel.

Der zweite Song "Selling my Soul" klingt etwas klassischer. Erneut ein schweres Iommi - Riff und ein Refrain der durchaus ins Ohr geht. Wahrscheinlich die stärkere Komposition als "Psycho man", aber Bill Ward fehlt am Schlagzeug. Ich habe schon zwei Versionen zu "Selling my Soul" gehört. Eine davon besagt, dass die Schlagzeug - Parts von einem Drum - Computer stammen sollen, eine andere, dass Mike Bordin, Ozzy Osbournes Solo - Drummer die Parts eingespielt haben soll. Wer es letztlich war ist jedoch egal, der Song an sich ist durchaus hörenswert.

Das erstaunlichste an beiden Tracks ist die Tatsache, dass sich Black Sabbath nach ihrem Album "Forbidden" (1995) eigentlich von jeglichen Studio - Aktivitäten verabschiedet haben und nun, drei Jahre später, tatsächlich noch einmal zwei Studiosongs erscheinen. Vielleicht will man den treuen Fans auf der "Abschiedstour" nochmal eine kleine Freude bereiten.

Heute im Jahr 2007 weiß man, dass es letztlich keine Abschiedstour geworden ist und dass die Metal - Legende immer noch auf diversen Festivals in der Ur - Formation zu hören und zu sehen ist.
Zwar gehen Iommi und Butler zusammen mit Ronnie James Dio und Vinny Appice 2007 unter dem Namen "Heaven and hell" und mit drei neuen Studiotracks aus dem Album "The Dio years" im Rücken auf Tour, das heißt jedoch nicht, dass sie mit diesem Projekt das endgültige Ende von Black Sabbath einläuten wollen. Vielleicht wird es ja noch einmal die Chance geben, ein letztes Studioalbum der Urbesetzung zu hören...

"Reunion" ist ein zeitloses Live - Dokument einer einmaligen Band, die den Heavy Metal begründet und zahllose Musiker wie Lars Ulrich und James Hetfield, Zakk Wylde oder andere geprägt und inspiriert hat. Sie nach so lange Zeit auf einer Doppel - CD in Bestform erleben zu dürfen, bedeutet einfach einen Pflichtkauf.

Black Sabbath haben in vielen Besetzungen gespielt, hatten die größten Sänger an Bord (Ozzy, Dio, Tony Martin, Ian Gillan, Glenn Hughes), so wichtig jedoch wie in der Urbesetzung waren sie nie mehr. Man kann sagen was man will, aber es lässt sich nicht verleugnen, dass ohne eine solche Band, deren Namen als Anlehnung an einen Horrorfilm kreiert wurde, der heutige Metal weitaus schwieriger auf den Weg gebracht worden und um einige Jahrhundert - Songs ärmer wäre.

Danke für dieses "Best of" - Statement zum Ende des Musik - Jahrhunderts, das ohne Black Sabbath so viel ärmer gewesen wäre.


Humanity Hour, Vol. 1 (Ltd. Edition)
Humanity Hour, Vol. 1 (Ltd. Edition)

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gute Arbeit, 28. Juni 2007
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ist es möglich, als Rockband ernst genommen zu werden, wenn man mit Produzenten zusammen arbeitet, die gemeinhin eher Pop - Acts betreuen? Diese Frage muss sich jeder Musikhörer selbst beantworten. Im Falle der Zusammenarbeit der deutschen Rocklegende Scorpions mit dem Duo Desmond Child/James Michael, welches zuletzt u.a. Meat Loaf's Meisterwerk "Bat out of hell3: The Monster is loose" produzierte, leidet die Glaubwürdigkeit der Band nicht.

Aus dieser Verbindung finden sich 12 Songs auf dem aktuellen Scorpions - Werk "Humanity - Hour 1" wieder, die alle Facetten der Hannoveraner bieten: Satt rockend, schmeichelnd balladesk oder im wuchtigen Midtempo angesiedelt.
Wenn man sich die Credits des Albums ansieht, wird schnell ersichtlich, dass die 5 um Sänger Klaus Meine kenen Titel zusammen komponiert haben und insgesamt so wenig wie noch nie am Songwriting beteiligt sind. Zwar schreibt an jedem Song mindestens ein Scorp mit, doch überwiegt der Teil der Produzenten stets.
Im großen Kompositions - Team arbeiten unter anderem Marti Fredriksen, der Ozzy Osbourne's "Down to earth" mitgestaltete, und Eric Bazilian (Ex - Hooters), der sich als Songschreiber für große Popacts einen Namen gemacht hat, mit.
Die Lieder klingen dementsprechend auch sehr modern und frisch.

Den Auftakt macht der fette Rocker "Hour 1". Knackige, heruntergestimmte Rhythmus - Gitarren schlagen auf, es groovt mächtig. Kein Übersong, aber ein schöner Einstieg, der Lust auf mehr macht. Ein Klaus Schnenker - Riff, wie es im Buche steht. Höre ich da gegen Ende gar Double - Bass - Elemente von Schlagzeuger James Kottak?
"The Game of life" ist nicht ganz so hart, überrascht aber mir leicht melancholischem Unterton und einem eingängigen Chorus. Stark!
"We were born to fly", geschrieben von Matthias Jabs, Marti Fredriksen und Eric Bazilian klingt sehr modern. Dieser Titel könnte von einer aktuellen Rockband sein, die im Radio rauf und runter gespielt wird. Nicht typisch Scorpions, aber doch ein interessanter neuer Ansatz.

"The future never dies" beginnt als typische Klaus Meine - Ballade, und steigert sich später zur mitreissenden Power - Hymne mit Streichern und fetten Gitarren. Der Klavier - Part geht unter die Haut. Dieses Stück mag manchem Fan zu "soft" sein, ich persönlich finde es okay.

"You're lovin' me to death" klingt manchem etwas zu flach und einfach. Trotzdem ist es so etwas wie mein heimlicher Lieblingssong des Albums, weil mich der Refrain einfach umhaut und berührt. Toll geeignet zum eifrigen Mitsingen und angesiedelt im kräftigen Midtempo - richtig überzeugend.

Der wahrscheinlich beste Titel der CD ist jedoch "321". Ein wahrliches Killer - Riff wie man es von Rhythmus - Gitarrist Schenker erwartet. Der Song groovt böse, der Refrain verleitet zum lautstarken Mitsingen. So muss guter Hard Rock klingen: Satt groovend und doch mit einem melodischen Refrain gesegnet. Genial. Und dieses Riff...
Leider hat man auf "Humanity - Hour 1" viel zu selten das Vergnügen in den Genuss solcher erstklassiger Kopfnicker zu kommen, stattdessen regieren die harmonischen Elemente.

So auch auf "Love will keep us alive", welcher am ehesten an das herankommt, was Fans und Kritiker gleichsam seit Jahren an den Scorpions bemängeln - dass sie zu satten Balladenonkeln verkommen wären. Diesem Urteil möchte ich mich jedoch keinesfalls anschließen und kann auch sagen, dass sich hier eine astreine Radio - Hit - Single findet, die nach einem echten Klassiker klingt und in den 80ern mit Sicherheit ein Erfolg geworden wäre. Ganz stark, wenn auch etwas seicht.

"We will rise again" baut da schon etwas mehr Spannung auf, beginnt mit einem satten Riff, ehe es in ruhigere Gefilde übergeht, um schließlich im Refrain zu explodieren. Mancher mag sich bei selbigem beim kräftigen Mitschunkeln erwischt haben, das macht aber nichts, die enthaltene Melodie ist großartig. Einer meiner Lieblingssongs einer starken LP.

Mein Topfavorit folgt jedoch an Position 9. "Your last Song" ist eine wunderbare Power - Ballade. Das Gitarren - Thema zum Einstieg verursacht Gänsehaut, die harmonischen Gesangs - und Rhythmusparts steigern sich grandios zum königlichen Refrain. Großartige Musik mit Ohrwurmqualitäten. Hat nicht mehr viel mit echtem Hard Rock zu tun,ist aber trotzdem verdammt gut.

Der einzige etwas schwächere Song ist "Love is war", der doch etwas zu seicht und belanglos klingt und zudem im Refrain fast Schlagerartige Züge aufweist. Überflüssig.

Kerniger ist hingegen "The Cross". Brachiale Gitarrenwände und ein gut aufgelegter Klaus Meine, der mit mittlerweile 58 - Jahren auf der gesamten LP eine hervorragende Gesangs - Leistung abliefert machen diesen Track aus. Geht ins Ohr und rockt kräftig - da hätte es auch nicht der gewöhnungsbedürftigen Stimme von Smashing Pumpkins - Frontmann Billy Corgan als Unterstützung bedurft.

Wie das so ist bei guten Mahlzeiten folgt das beste zum Schluss, das Tüpfelchen auf dem I sozusagen. "Humanity", die erste Single, vereint alle Scorpions - typischen Elemente. Sie beginnt als nachdenkliche Ballade, entwickelt sich zum kraftvollen Midtempo - Rocker und wird schließlich eine eindrucksvolle Rock - Hymne, die im Text die fehlende Menschlichkeit auf der Welt anprangert. Besonders eindrucksvoll sind auch die Streicharrangements, welche die apokalyptische, vernichtende Stimmung des Tracks nachhaltig unterstützen.
Ganz zum Schluss endet der Song in einem beschwingten Thema, welches mich doch etwas stark an den alten Skiffle - Klassiker "Bei mir bist du schön" erinnert.

"Humanity - Hour 1" zeigt die Scorpions mal wieder so wie sie sind - stets offen für Neues und doch im typischen Gewand. Die Zusammenarbeit mit Pop/Rock - Größen wirkt sich nicht negativ aus auf das Album, im Gegenteil, es lässt die Deutschen Vorzeige - Rocker auch 2007 modern wie eh und je klingen, und das nach über 40 Jahren im Geschäft! Eine starke Leistung.

Leider wird der Band im eigenen Land viel zu wenig Respekt zu Teil, was sich auch mit diesem Album nicht geändert hat. Zwar gab es eine Top 10 - Platzierung, aufgrund der gebotenen Qualität hätte diese Platte jedoch weitaus mehr verdient gehabt. Im Ausland sind die Scorpions Giganten - nur hierzulande verschmäht man sie konsequent. Warum, weiß kein Mensch.

Ein Wort zum Schluss: "Humanity - Hour 1" als hartes Album zu bezeichnen, halte ich für völlig falsch. Außer "Hour 1", "321" und "The Cross" gibt es keine "echten" Hard Rock - Titel. Das macht jedoch nichts, denn selten habe ich so viele starke Melodien und große Refrains auf einem Haufen gehört. Man beschränkt sich auf Songs zwischen 3 und 4 Minuten, lediglich "Humanity" überschreitet die 5 Minuten - Marke. Auffällig sind zudem die viele Refrain - Wiederholungen, die ab und an etwas zu häufig eingesetzt wurden.

Insgesamt liefern Klaus Meine (Gesang), Rudolf Schenker (Rhythmusgitarre), Matthias Jabs (Lead - Gitarre), Pavel Macivoda (Bass) und James Kottak (Schlagzeug) einfach ein Top - Album ab, das uneingeschränkt zu empfehlen ist.

Die Limited Edition bietet als Bonus eine DVD, auf welcher ein kurzer Film mit Hintergründen zur Entstehung des Albums und außerdem der zurecht nicht auf dem Album befindliche, belanglose Extra - Track "Cold" enthalten sind. Ein schönes Extra, aber eigentlich nicht der Rede Wert. Viel interessanter ist hingegen das professionel im Thema der Platte gehaltene Booklet, das jedoch leider nicht die gesamten Texte der Songs beinhaltet, sondern lediglich kurze Exzerpte.


Black Rain
Black Rain
Preis: EUR 6,99

7 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der "neue" Ozzy, 26. Mai 2007
Rezension bezieht sich auf: Black Rain (Audio CD)
Am 18. Mai 2007 ist es endlich so weit: Ozzy Osbourne präsentiert den Nachfolger für sein Cover - Album "Under Cover" und sein erstes Album mit eigenen Songs seit 6 Jahren. Im Vergleich zu jenem "Down to earth" hat sich auf dem neuen Werk "Black Rain" einiges geändert. Die 10 neuen Tracks klingen frisch und ungewohnt "modern" für Ozzy - Verhältnisse, der Sound ist angenehm druckvoll und direkt. Es gibt wieder haufenweise starke Riffs und eingängige Refrains.

Los geht's mit der brachialen Wuchtbrumme "Not going away", in der Ozzy deutlich macht, dass er noch immer so verrückt ist wie man ihn liebt und dass er es zudem weiterhin versteht, geniale Metal - Songs abzuliefern. Ein schweres Midtempo - Riff und ein mitreissender Power - Refrain und schon hat das neue Album sein erstes Ausrufezeichen, auch wenn hier noch alles recht klassisch klingt.

Dies ändert sich mit der ersten Single "I don't wanna stop". Auch hier verdeutlicht der Engländer, dass er noch lange nicht genug hat und mit stolzen 58 Lenzen noch im Stande ist, kräftig zu rocken. Der Refrain und der fette Groove fressen sich sofort im Gehörgang fest und lassen einen nicht mehr los. Zurecht die erste Single - ein Ozzy - Klassiker der sich auch vor den ganz großen Glanztaten aus den 80ern und 90ern nicht verstecken muss...auch wenn Zakk Wylde das Anfangs - Riff aus dem Black Label Society - Song "Demise of Sanity" geklaut hat...

Interessant wird es mit dem Titelsong "Black Rain". Ozzy's Text beschäftigt sich mit der Sinnlosigkeit der Kriege auf dieser Welt und fragt, wie lange das Sterben noch weitergehen muss. Dazu spielt Gitarrist Zakk Wylde zunächst ein düsteres Thema, ehe ein schweres Midtempo - Riff losdonnert. Der Refrain ist durch seine Mehrstimmigkeit ebenfalls erwähnenswert und gegen Ende des Songs ist sogar ein Didgeridoo zu hören. Erfrischend anders und doch Ozzy pur!

Mit "Lay your world on me" folgt dann die erste von zwei Balladen. Ein schönes Liebeslied mit einem anrührenden, emotionalen Refrain. Der Titel ist zwar sehr getragen dargeboten und mit Streichern unterlegt, zeigt aber Ozzy's feines Gespür für tolle Balladen und seine hohe Musikalität. Ein wundervolles Stück.

"The almighty Dollar" lässt es dann wieder ordentlich krachen. Ein böser Bass - Groove des neuen Mitgliedes Blasko trägt diesen Song bis zum hymnenhaften Refrain, in dem ein unvergleichliches Zakk Wylde - Riff hinzukommt. Eine sehr offene Kritik an den Menschen, die stets die Augen vor allen wartenden Katastrophen verschließen, bis diese schließlich nicht mehr aufzuhalten sind. Trauriges Thema, aber ein starker Song.

Noch ungewöhnlicher ist "11 Silver". Ein fetter Stakkato - Beat und ein aggressiver Refrain - klingt alles sehr modern. Kraftvoll nach vorne gepeitscht von Schlagzeuger Mike Bordin - stark.

Mit dem Militär - Thema spielt erneut "Civilize the Universe". Der Mensch drängt immer darauf, die Welt zu zivilisieren und verleugnet dabei seine eigene Rückständigkeit. Ein weiteres markantes Statement und ein weiterer Hymnen - Refrain. Besonders gelungen finde ich die Textzeile "Freedom is just man's invention"...

"Here for you" nimmt vor dem großen Finale noch einmal das Tempo heraus. Es ist eine wunderschöne Ballade im Stil des großen Ozzy Hits "Dreamer" und besitzt einen unglaublich berührenden Refrain. Gänsehaut pur und ein weiterer Ozzy - Klassiker. Für mich gar DER Song des Albums. Wäre als nächste Single fast unumgänglich, auch wenn es Ozzy's Image als alterndem Balladenonkel nicht gerade entgegenwirkt.

Nach diesem getragenden Stück schlägt die große Stunde von Gitarrist Zakk Wylde. Der Us - Amerikaner, mittlerweile zum fünften Mal auf einer Ozzy - LP am Start und diesmal wieder stärker ins Songwriting eingebunden, liefert auf "Countdown's begun" eines seiner unvergleichlichen Monster - Riffs ab. Der musikalisch härteste Titel beschäftigt sich erneut mit militärischem Wahnsinn und der kurz bevorstehenden Apokalypse. Für mich neben "Here for you" und "I don't wanna stop" der herausragende Song der Platte. Einfach ein fetter Metal - Song.

Dieses Prädikat verdient auch der Abschlussong "Trap door". Ein pfeilschnelles Monster Riff und ein groovendes Grundschema - das letzte Ausrufezeichen einer sagenhaften Comeback - CD.

"Black Rain" ist mit seinen 47.30 Minuten ein kompaktes Werk voll Schmerz und düsteren Zukunftsvisionen. Wo "Down to earth" noch eher in düsteren Unterwelt - Szenarien angesiedelt war, wird diesmal die Gesellscahftskritik in den Vordergrund gestellt und Ozzy gelingen dabei einige wirkliche sprachliche und musikalische Geniestreiche.

"Black Rain" als Osbourne's härteses Album zu bezeichnen halte ich für schlichtweg falsch. Besonders der Vorgänger "Down to earth" war was die Brachialität und die düsteren Riffs angeht deutlich härter.
Das neue Werk ist schlichtweg ein saustarkes Heavy Metal - Statement einer Ikone des Geschäfts, die sich erfolgreich das musikalische Altern wehrt. Neben Ozzy Osbourne und Zakk Wylde ist außer Produzent Kevin Churko niemand an den Kompositionen beteiligt und genau das macht das Album so wertvoll. Ozzy braucht hier nicht die Unterstützung von Leuten wie Marti Fredriksen oder anderen sondern liefert im Verbund mit den genannten eigenständige Arbeit ab.

Die Band um den Altmeister ist gespickt mit absoluten Größen. Gitarrist Zakk Wylde liefert auf seiner heruntergestimmten Bullseye - Gitarre filigrane Soli und wuchtige Riffs ab und klingt auf diesem Album stärker als auf dem Großteil der Soloalbem mit seiner Band "Black Label Society".
Schlagzeuger Mike Bordin ist zum dritten Mal auf einem Ozzy - Album zu hören und spielt druck - und kraftvoll.
Neu im Bunde ist Bassist Blasko. Nach dem Abgang von Rob Trujillo zu Metallica und einem kurzen Intermezzo von Chris Wyse auf "Under Cover" präsentiert sich der Ex Rob - Zombie Mann als vollwertiges und spielstarkes Mitglied der Ozzy Osbourne Band.

Wenn man bedenkt wie alt Ozzy schon ist wird man beinahe traurig, denn besonders viele Geniestreiche des Kalibers von "Black Rain" wird er nicht mehr veröffentlichen. Es ist sowieso ein Wunder wie der gesundheitlich stark gezeichnete Sänger eine derart klare und starke Stimmführung erreichen konnte. Manches Mal hilft zwar ein Effektgerät, aber dies geschieht stets songdienlich.

"Black Rain" ist Ozzy's 10. Solo - Werk und wer ihm nach dem zwar guten, aber doch recht "soften" letzten Album "Under Cover" nichts mehr zugetraut hat, der sieht sich nun eines besseren belehrt.
Die Kritik, das Werk sei "uninspiriert", kann ich in keiner Weise nachvollziehen. Selten klang Ozzy so vielseitig, frisch und modern wie auf "Black Rain". Klar, die Puristen schimpfen ob der Effekte, aber die stören mich nicht. Die Musik zählt!

Eine absolute Kaufempfehlung für alle Headbanger und Metalheads - etwas besseres wird sich im Hard und Heavy - Sektor nicht finden! Der Altmeister macht vor wie es geht.

Ozzy never dies!


Forbidden [Musikkassette]
Forbidden [Musikkassette]

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ganz schwacher Abschied, 16. Mai 2007
Rezension bezieht sich auf: Forbidden [Musikkassette] (Hörkassette)
Das Black Sabbath - Album "Forbidden" erscheint 1995 unter keinen guten Vorzeichen. Die Nu Metal - Welle beginnt zu Rollen und kaum einer will mehr alte Metal - Hasen hören, die wieder und wieder ihren brandheißen, aber eben doch längst bekannten Cocktail aus tonnenschweren Lava - Riffs und bösen Satanstexten mischen.

Nach etlichen Besetzungswechseln am Mikrofon steht für "Forbidden" Tony Martin zum fünften und letzten Mal an selbigem. Seine Stimme klingt so klar und kraftvoll wie eh und je, doch die 10 Songs der mittlerweile 17. Studio - LP der Engländer sind seiner Stimmkraft nur sehr bedingt gewachsen.

Gewohntes dröhnt zu Beginn aus den Boxen: Der schwerfällige, düstere Doomer "Illusion of Power" passt zu Black Sabbath wie die Faust auf's Auge. Als jedoch plötzlich aggressive Rap - Parts von Ice - T einsetzen, reagiert so mancher eingefleischter Metal - Fan befremdlich. Ich meine diese in der Sabbath - Historie einmalige Symbiose aus Metal und Rap klingt ganz interessant, gibt dem Song einen speziellen touch. Leider ist der Opener nicht mehr als Mittelmaß.

So wie auch die Single "Get a grip". Sie enthält ein gutes Midtempo - Riff, mehr aber auch nicht. Das Zeichentrick - Video hierzu verschreckt ebenfalls die Fans.

Einer der wenigen Höhepunkte ist die Halb - Ballade "Can't get close enough". Zunächst beginnt sie getragen und emotional, ehe sie sich in einen groovenden Midtempo - Kopfnicker verwandelt. Fegt angenehm durch die Gehörgänge.

Doch schon "Shaking off the Chains" lässt den guten Eindruck verblassen, als habe es ihn nie gegeben. Ein laues Riff und ein nerviger Refrain - für mich gar der schwächste Black Sabbath - Titel überhaupt! Etwas derart schwaches habe ich von den jeweiligen Mannen um Tony Iommi noch nie gehört.

Die obligatorische Bombast - Ballade "I won't cry for you" wirkt zwar etwas aufgeblasen, gehört aber aufgrund der emotionalen Gesangsleistung von Tony Martin zu den stärkeren Kompositionen des Albums. Berührend und eingängig - davon hätte man sich auf "Forbidden" mehr gewünscht.

Solide geht es weiter mit dem Midtempo - Groover "Guilty as hell". Ordentlich, aber nichts besonderes.

"Sick and tired" fährt die gleiche Schiene und ist mit seinen 70er Gesangslinien durchaus bemüht, schafft aber auch nicht mehr als solides Mittelmaß.

So wie auch "Rusty Angels", das jedoch einen interessanten Refrain besitzt, welchen ich mir gerne anhöre. Sehr melodisch.

Mein Liebing dieser Platte ist der Titelsong "Forbidden". Hier groovt es an allen Ecken, auch der Refrain bleibt im Gedächtnis. Starke Nummer!

An den monströsen Schluss - Track "Kiss of death" muss man sich aber erst gewöhnen. Zunächst wirkt er wenig spektakulär, wenn man ihn jedoch ein paar Mal gehört hat wird deutlich, dass er am ehesten an das heran kommt, was man gemeinhin als Stärke Black Sabbaths bezeichnet. Er ist eine düstere, schwerfällige Doom - Hymne, der zumindest künstlerisch annehmbar gestaltet wurde und an einigen Stellen sogar mitreisst.

Leider ist "Forbidden" das einzige Black Sabbath - Album, das man als wirklich schwach bezeichnen kann und ich war fast verleitet, ihm nur 2 Sterne zu geben. Doch dies käme einer Majestätsbeleidgung gleich...

Außer den drei Titeln "Forbidden", "Can't get close enough" und "I won't cry for you", die jedoch im Vergleich zum Gesamtwerk der Briten eher im Mittelfeld angesiedelt wären, weiß keine der 10 Kompositionen zu überzeugen.

Und das, obwohl absolute Profis am Werk waren. Gitarrist und Gründungsmitglied Tony Iommi versammelt das "Tyr" - Lineup um sich, das heißt Tony Martin als Sänger, Neil Murray am Bass und Cozy Powell am Schlagzeug - doch leider können sich diese musikalischen Genies nicht zu einem Meisterwerk befähigen. Soundtechnisch ist "Forbidden" durchaus okay, lediglich Powell's pentrante, "harte" Bass - Drum nervt etwas.

Leider lässt das Songmaterial derart zu wünschen übrig, dass man "Forbidden" als das schlechteste Werk im langen Schaffen von Black Sabbath bezeichnen muss.

Logischerweise verkündet Iommi nach der Veröffentlichung des Werkes auch das Ende der Metal - Legende - zumindest was Studio - Alben angeht.

Bereits 1998 kehren die Engländer jedoch mit einer Live - Scheibe zurück -überraschenderweise in der Originalbesetzung der ersten 8 Alben aufgenommen, die sie zum größten Metal - Act aller Zeiten gemacht hat. Die beiden darauf enthaltenen Studio - Bonustracks können allerdings auch nur mäßig überzeugen und es benötigt weitere 9 Jahre, ehe drei richtig gute, neue Studio - Kompositionen von Black Sabbath erscheinen - diesmal mit Ronnie James Dio als Sänger.

Fatalerweise ist ausgerechnet das letzte Album "Forbidden" auch das Schwächste von Black Sabbath und lässt daher wenig Spielraum einer Auflösung entgegen zu argumentieren. Wo der Vorgänger "Cross Purposes" noch Hoffnung machte, ist nun die Luft raus.

Zuletzt schließt Tony Iommi eine Studio - LP in der Originalbesetzung nicht mehr aus - wann diese jedoch erscheinen wird, bleibt nach den jüngsten Entwicklungen völlig unklar.

Eines bleibt aber bestehen: Der Eindruck, dass Black Sabbath einen derart laschen Abgang nicht verdient haben...


Forbidden
Forbidden
Wird angeboten von EliteDigital DE
Preis: EUR 39,91

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ganz schwacher Abschied, 11. Mai 2007
Rezension bezieht sich auf: Forbidden (Audio CD)
Das Black Sabbath - Album "Forbidden" erscheint 1995 unter keinen guten Vorzeichen. Die Nu Metal - Welle beginnt zu Rollen und kaum einer will mehr alte Metal - Hasen hören, die wieder und wieder ihren brandheißen, aber eben doch längst bekannten Cocktail aus tonnenschweren Lava - Riffs und bösen Satanstexten mischen.

Nach etlichen Besetzungswechseln am Mikrofon steht für "Forbidden" Tony Martin zum fünften und letzten Mal an selbigem. Seine Stimme klingt so klar und kraftvoll wie eh und je, doch die 10 Songs der mittlerweile 17. Studio - LP der Engländer sind seiner Stimmkraft nur sehr bedingt gewachsen.

Gewohntes dröhnt zu Beginn aus den Boxen: Der schwerfällige, düstere Doomer "Illusion of Power" passt zu Black Sabbath wie die Faust auf's Auge. Als jedoch plötzlich aggressive Rap - Parts von Ice - T einsetzen, reagiert so mancher eingefleischter Metal - Fan befremdlich. Ich meine diese in der Sabbath - Historie einmalige Symbiose aus Metal und Rap klingt ganz interessant, gibt dem Song einen speziellen touch. Leider ist der Opener nicht mehr als Mittelmaß.

So wie auch die Single "Get a grip". Sie enthält ein gutes Midtempo - Riff, mehr aber auch nicht. Das Zeichentrick - Video hierzu verschreckt ebenfalls die Fans.

Einer der wenigen Höhepunkte ist die Halb - Ballade "Can't get close enough". Zunächst beginnt sie getragen und emotional, ehe sie sich in einen groovenden Midtempo - Kopfnicker verwandelt. Fegt angenehm durch die Gehörgänge.

Doch schon "Shaking off the Chains" lässt den guten Eindruck verblassen, als habe es ihn nie gegeben. Ein laues Riff und ein nerviger Refrain - für mich gar der schwächste Black Sabbath - Titel überhaupt! Etwas derart schwaches habe ich von den jeweiligen Mannen um Tony Iommi noch nie gehört.

Die obligatorische Bombast - Ballade "I won't cry for you" wirkt zwar etwas aufgeblasen, gehört aber aufgrund der emotionalen Gesangsleistung von Tony Martin zu den stärkeren Kompositionen des Albums. Berührend und eingängig - davon hätte man sich auf "Forbidden" mehr gewünscht.

Solide geht es weiter mit dem Midtempo - Groover "Guilty as hell". Ordentlich, aber nichts besonderes.

"Sick and tired" fährt die gleiche Schiene und ist mit seinen 70er Gesangslinien durchaus bemüht, schafft aber auch nicht mehr als solides Mittelmaß.

So wie auch "Rusty Angels", das jedoch einen interessanten Refrain besitzt, welchen ich mir gerne anhöre. Sehr melodisch.

Mein Liebing dieser Platte ist der Titelsong "Forbidden". Hier groovt es an allen Ecken, auch der Refrain bleibt im Gedächtnis. Starke Nummer!

An den monströsen Schluss - Track "Kiss of death" muss man sich aber erst gewöhnen. Zunächst wirkt er wenig spektakulär, wenn man ihn jedoch ein paar Mal gehört hat wird deutlich, dass er am ehesten an das heran kommt, was man gemeinhin als Stärke Black Sabbaths bezeichnet. Er ist eine düstere, schwerfällige Doom - Hymne, der zumindest künstlerisch annehmbar gestaltet wurde und an einigen Stellen sogar mitreisst.

Leider ist "Forbidden" das einzige Black Sabbath - Album, das man als wirklich schwach bezeichnen kann und ich war fast verleitet, ihm nur 2 Sterne zu geben. Doch dies käme einer Majestätsbeleidgung gleich...

Außer den drei Titeln "Forbidden", "Can't get close enough" und "I won't cry for you", die jedoch im Vergleich zum Gesamtwerk der Briten eher im Mittelfeld angesiedelt wären, weiß keine der 10 Kompositionen zu überzeugen.

Und das, obwohl absolute Profis am Werk waren. Gitarrist und Gründungsmitglied Tony Iommi versammelt das "Tyr" - Lineup um sich, das heißt Tony Martin als Sänger, Neil Murray am Bass und Cozy Powell am Schlagzeug - doch leider können sich diese musikalischen Genies nicht zu einem Meisterwerk befähigen. Soundtechnisch ist "Forbidden" durchaus okay, lediglich Powell's pentrante, "harte" Bass - Drum nervt etwas.

Leider lässt das Songmaterial derart zu wünschen übrig, dass man "Forbidden" als das schlechteste Werk im langen Schaffen von Black Sabbath bezeichnen muss.

Logischerweise verkündet Iommi nach der Veröffentlichung des Werkes auch das Ende der Metal - Legende - zumindest was Studio - Alben angeht.

Bereits 1998 kehren die Engländer jedoch mit einer Live - Scheibe zurück -überraschenderweise in der Originalbesetzung der ersten 8 Alben aufgenommen, die sie zum größten Metal - Act aller Zeiten gemacht hat. Die beiden darauf enthaltenen Studio - Bonustracks können allerdings auch nur mäßig überzeugen und es benötigt weitere 9 Jahre, ehe drei richtig gute, neue Studio - Kompositionen von Black Sabbath erscheinen - diesmal mit Ronnie James Dio als Sänger.

Fatalerweise ist ausgerechnet das letzte Album "Forbidden" auch das Schwächste von Black Sabbath und lässt daher wenig Spielraum einer Auflösung entgegen zu argumentieren. Wo der Vorgänger "Cross Purposes" noch Hoffnung machte, ist nun die Luft raus.

Zuletzt schließt Tony Iommi eine Studio - LP in der Originalbesetzung nicht mehr aus - wann diese jedoch erscheinen wird, bleibt nach den jüngsten Entwicklungen völlig unklar.

Eines bleibt aber bestehen: Der Eindruck, dass Black Sabbath einen derart laschen Abgang nicht verdient haben...
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 12, 2014 12:17 AM MEST


Kiss of Death
Kiss of Death
Preis: EUR 17,04

9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen That's Motörhead!, 7. Mai 2007
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Kiss of Death (Audio CD)
"Kiss of death" heißt es also, das aktuelle Album der englischen Krawallbrüder Motörhead. Nach dem gigantischen "Inferno" bewegen sich Lemmy Kilmister (Gesang/Bass), Phil Campbell (Gitarre) und Mikkey Dee (Schlagzeug) auch mit ihrem neuen Werk auf konstant hohem Niveau. Der entscheidende geniale Funke den der Vorgänger noch hatte, wird zwar um haaresbreite nicht erreicht, aber was soll's. Motörhead klingen auch nach Jahren immer noch frisch und unverbraucht und zelebrieren eine weitere Rotzrock - Orgie erster Güte.

Der mittlerweile 61 - jährige Rock and Roll - Veteran Lemmy schreit sich durch 13 saustarke Songs der Marke extraklasse.

Den Auftakt macht die inzwischen traditionelle Speed - Granate. Diesmal heißt sie "Sucker" und knüppelt alles gnadenlos nieder. Ein saustarker Refrain - für mich der beste Titel der CD! Gerade aufgrund solcher Songs werden die Briten immer wieder in die Metal - Ecke gedrängt. Dass sie allerdings eine astreine Rock and Roll - Band sind, zeigen die beiden folgenden Tracks.

"One Night Stand" ist eine groovende Rotzrock - Nummer mit einem saustarken Mitgröhl - Refrain. Ebenfalls klasse!

"Devil I know" überzeugt mich im Refrain nicht besonders, ist jedoch besser als manches was Motörhead bereits veröffentlicht haben.

Wieder etwas flotter geht es mit "Trigger" zu. Phil Campbell's Melodiebogen vor dem Refrain erinnert gar an Iron Maiden. Ansonsten ist beste Rock - Unterhaltung garantiert.

Dem schwerfälligen Kopfnicker "Under the gun" fehlt das gewisse Etwas, das jedoch die einzige Ballade der LP, "God was never on your side" besitzt. Ein religionskritischer Lemmy singt sehr eindrücklich zu großflächigen Akustik - Gitarren, im eingängigen Refrain kommt die E- Gitarre hinzu. Ein ernstes Lied, das besonders durch Zeilen wie "...why is hel silent, is he blind, will he see nothing in the end" besticht. Hier kommt der große Lyriker Lemmy Kilmister einmal mehr zum Vorschein.

Doch sogleich wird die getragenere Stimmung durch eine Killer - Rocksong zerstört. "Living in the Past" groovt gefährlich. Sein böses brachial - Riff und der typische Motörhead - Haare- nach- hinten - Fön - Refrain zeichnen ihn aus. Einfach arschgeil!

"Christine" ist ein wieder etwas fröhlicher angehauchter Boogie - Rock, der jedoch zu durchschnittlich klingt. Gute Unterhaltung. Mehr nicht.

Der resignierte Anti - Kriegs Song "Sword of Glory" ist eine fette Rock 'n' Roll Hymne - rauh, ungeschliffen und dynamisch.

Die Single "Be my Baby" kommt mit einem derart kickenden Riff daher, dass es einen sofort wegbläst. Absolut Autofahr - tauglich - auch der Refrain ist schnell im Ohr und mitsingtauglich.

Verschlossener wird es in der angsteinflößenden, ruppigen Uptempo - Nummer "Kingdom of the worm". Eine exstatische, dunkle Hymne, die Lemmy's tiefes Organ zu einem schauerlichen Gruselkabinett macht.

Doch bevor es zu bedrohlich wird, legen Motörhead gleich einen weiteren Rock and Roll nach. "Going down" ist die obligatorische Abgeh - Hymne zum Schluss.

In der Limited - Edition findet sich als Bonustrack noch eine Coverversion des Metallica - Klassikers "Whiplash" aus deren Debut "Kill 'em all". Lemmy und die Jungs interpretieren ihn brutal geil, zurecht haben sie dafür einen Grammy abgesahnt. Er scheint sogar noch schneller als das Original zu sein, phräst tiefe Löcher in jeden Gehörgang und ist eine Thrash - Granate erster Güte. Wirkt fast als hätte ihn Herr Kilmister selbst geschrieben.

Auch mit ihrem neuen Album halten Motörhead ihre starke Form und liefern energetische Rock - Kracher. Ihr kaputter Sound bleibt dabei genauso selbstverständlich erhalten wie Lemmy's versoffenes Organ, das noch rauer klingt als sowieso schon. Die Abkehr vom brachialeren Metal, der "Inferno" auszeichnete, tut dem Kultstatus des neuen Werkes keinen Abbruch.

"Kiss of death" ist ein Album am Limit ohne Aussetzer - je älter die Herren werden, desto stärker sind auch ihre Veröffentlichungen, so wirkt es. Auch wenn die Engländer schon ewig im Geschäft sind ist "Kiss of death" mit Platz 4 in den deutschen Charts ihr bis dato erfolgreichstes Werk.

Wer auf fette highspeed Rock' n' Roll Mucke steht, der ist bei Motörhead sowieso immer richtig. Seit über 30 Jahren sind sie mittlerweile in den unterschiedlichsten Besetzungen im Geschäft und hauen ein Killer - Album nach dem nächsten heraus. Unglaublich!

Hoffentlich behalten sie den 2 - jahre veröffentlichungs - Turnus bei und schenken uns bereits 2008 einen ähnlichen Knaller.


Holy Diver (Remastered)
Holy Diver (Remastered)
Preis: EUR 7,99

10 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Dio in Hochform, 7. Mai 2007
Rezension bezieht sich auf: Holy Diver (Remastered) (Audio CD)
1983 ist ein extrem markantes Jahr im Metal. Es erscheinen neben den Alben gestandender Bands wie Black Sabbath's "Born again", Saxon's "Power and the Glory", Motörhead's "Another perfect day" oder Ozzy Osbourne's "Bark at the Moon" auch bärenstarke Werke des neu geschaffenen Thrash - und Speed - Metal Bereiches. Hierzu gehört etwa auch Metallica's fulminantes Debut "Kill 'em all"

Mitten in diese turbulenten Zeiten platzt das Solo - Debut eines damals bereits ganz Großen der Szene. Ronnie James Dio's "Holy diver" gilt bis heute als sein stärkstes Werk.

Tatsächlich hat der kleine amerikaner mit der eindrucksvollen Stimme zuvor bereits bei Elf, Rainbow und Black Sabbath einige Meisterwerke der Rockgeschichte eingesungen.

Nach ihrem Ausstieg bei Black Sabbath im Jahre 1982 gründen Dio und der Schlagzeuger Vinnie Appice gemeinsam das Solo - Projekt "Dio". Hinzu kommen der talentierte Irische Gitarrist Vivian Campbell und der alte Rainbow - Haudegen Jimmy Bain am Bass.

Diese Formation komponiert ein starkes Album das heute absoluten Klassiker - Status besitzt, obwohl es den allgemeinen Maßstab für Jahrhundert - Alben nicht ganz erreicht. Es sind einfach zu viele durchschnittliche Titel enthalten, aber eben auch zeitlose Hits.

Einer davon ist der fetzige Utempo - Kracher "Stand up and Shout", der den Auftakt macht. Hier schlägt Dio in die Kerbe der aufkommenden Speed - Welle, ohne jedoch den ihm eigen Stilmix aus Rainbow, Black Sabbath und eigenen Elementen zu verlieren.

Der Titelsong "Holy diver" ist wahrscheinlich der bekannteste Dio - Song und zurecht ein Klassiker. Eine kraftvolle Midtempo - Nummer mit düsterem Intro, das mir allerdings etwas zu lange ist.

"Gypsy" ist wie auch "Straight through the heart" ein durchaus interessanter Song, kann aber nicht dem Anspruch an einen Klassiker genügen.

"Caught in the Middle" wirkt zunächst auch recht belanglos, der eingängige Refrain gefällt mir jedoch sehr. In bester Rainbow - Tradition!

"Don't talk to Strangers" wiederum gehört zu den stärksten Songs die Dio je herausgebracht hat. Für mich ist er DER Dio - Song überhaupt. EIne gigantische Gesangs - Leistung. Zunächst beginnt es sehr gefühlvoll und episch, fast schon schnulzig ehe der Titel zu einem brachialen Uptempo - Fetzer wird. Stark auch die gewaltigen Schlagzeug - Parts des Vinnie Appice. Dieser Track steht für Dio wie kein zweiter.

"Invisible" schlägt in eine ähnliche Kerbe, beginnt auch ruhig und getragen, mit gefühlvollem Gesang des Meisters, ehe es sich zu einem groovenden Midtempo - Rocker entwickelt.

Der zweite große Single - Hit der LP ist "Rainbow in the Dark", ein sehr eingängiges, fast "poppiges" Stück - zusammen mit "Holy diver" wohl Dio's bekannteste Nummer. Dieser Titel hätte es beinahe nicht auf das Album geschafft, Dio hielt ihn unter anderem wegen des Keyboard - Themas für zu poppig, aber zum Glück entschied er sich schließlich doch dafür, ihn auf das Album zu packen.

Den Abschluss bildet das eindrucksvolle "Shame on the Night" - ein schwerfälliger, düsterer Groover im Zeichen von Black Sabbath.

Die remasterte Version bietet nach den regulären Songs noch zusätzliches Interviewmaterial mit Ronnie James Dio rund um sein Debutwerk. Ganz nett anzuhören, aber nur etwas für den Fan. Das ausführliche Booklet mit vielen Bildern, Schlagzeilen und einem Hintergrundbericht ist allerdings liebevoll gestaltet.

"Holy diver" ist Dio's zurecht bekanntestes und bestverkauftes Werk, beinhaltet mit dem Titelsong, "Stand up and Shout", "Rainbow in the Dark" und "Don't talk to Strangers" alltime Klassiker die auch heute noch in seinem Live - Programm vertreten sind.

Trotzdem lässt sich durch die wenig druckvolle Produktion (die er übrigens höchstselbst übernommen hat) und ein, zwei zu schwache Titel durchaus Kritik feststellen. Daher auch nur die 4 Sterne - Wertung. Für einen Überklassiker muss einfach durchgehend hohe Qualität geliefert werden.

Dio hat mit seinem Nachfolger "The Last in line" (1984) ein ähnlich starkes Statement gesetzt, danach wurden seine Leistungen jedoch durchwachsener. Ich persönlich halt seine Zeit bei Black Sabbath für die künstlerisch Bedeutendste, Solo ist Dio fast zu schwach.

Nichts desto trotz sollte man die beiden Debutalben "Holy diver" und "The Last in line" als echter Metal - Fan sein eigen nennen, denn sie beinhalten starke 80er Rock - Songs irgendwo zwischen der Melodiosität von Rainbow und der härte von Black Sabbath. Nicht zuletzt auch die skandalösen Cover sind ihr Geld wert...
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 7, 2011 11:25 PM CET


Dark Light
Dark Light
Preis: EUR 7,47

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das bisher beste HIM - Album, 7. Mai 2007
Rezension bezieht sich auf: Dark Light (Audio CD)
Die Finnischen Goth - Rocker von Him sind spätestens seit dem Mega - Hit "Join me" im Jahr 1999 eine feste Größe im Geschäft. Mit "Dark light" veröffentlichen sie 2005 ihr mittlerweile fünftes Album und präsentieren sich in bestechender Form.

Die 10 Titel, alle geschrieben von Sänger und Frontmann Ville Valo, bestechen durch harte, heruntergestimmte Gitarren und die gewohnte Melancholie, ohne jedoch kitschig zu werden.

Im Vergleich zum Vorgänger "Love Metal" klingen HIM auf dem neuen Album noch erwachsener und stärker. Die Gitarren krachen angenehm druckvoll und ein fetter Refrain folgt dem Nächsten.

"Vampire heart" wirkt zunächst nicht ganz so stark, der Refrain ist okay, aber mehr als solider Durchschnitt wird hier leider nicht geboten.

Doch bereits mit Track 2 beginnt das Werk in voller Blüte zu erstrahlen.

Die erste Single "Wings of a butterfly" ist ein absoluter Hit. Der Refrain prägt sich sofort ein und man muss diesen Ohrwurm immer wieder hören. Reiht sich nahtlos in HIM - Klassiker wie "When love and death embrace", "Join me in death", "Right here in my arms", "Pretending" oder "Funeral of hearts" ein. Zurecht ein Erfolg!

"Under the Rose" besitzt einen unglaublich fesselnden Refrain, es zieht einen sofort mit und man möchte für immer gefangen sein im düsteren, kalten Käfig der HIM - Welt.

Die Texte des Albums sind allesamt melancholisch - verklärt bis tieftraurig düster. Das toll aufgemachte Booklet mit Bildern von aufgewühlter See und intensivem Gewitter unterstützt das zerrissene Gefühl welches die Songs hinterlassen.

So auch die zweite Single "Killing Loneliness". Ein unglaublich geiles Keyboard - Thema und ein emotionaler Refrain - klasse.

"Dark light" ist dann eine lieblich wirkende, gefühlvolle Ballade, deren Text allerdings auch nicht unbedingt in das allgemein gültige Schema der Romantik passt.

"Behind the crimson door" und "The Face of God" gehören zum Besten, was HIM je herausgebracht haben. Fette, großräumige Refrains und kickende, dunkle Gitarren - Riffs - die Finnen machen vor wie es geht!

Einzig "Drunk on Shadows" fällt im Gesamtniveau etwas ab, ist aber trotzdem eingängig.

Mit "Play dead" regiert noch einmal das verspielte, traurige Midtempo, ehe im berührenden Refrain und besonders in der Bridge davor Ville Valo seine hohe Stimme herauslässt.

Edel und kräftig rockend geht "Dark light" mit "In the Nightside of Eden" zu Ende. Was für ein Hammer Gänsehaut - Refrain und ein bratendes Riff!

"Dark light" klingt sehr reif, Ville Valo verarbeitet in seinen Texten verlustängste und düstere, morbide Romantik und sorgt nicht nur einmal für warme Gefühls-Schauer. Seine Rhythmus - Mitstreiter tun das Ihrige dazu und fertig ist ein richtig starkes Album!

Sicherlich ist es etwas glatt produziert von Tim Palmer, der unter anderem schon Ozzy Osbourne's "Down to earth" veredelte, aber das kommt den hymnischen Songs entgegen.

Mancher Kritiker mag sagen die Titel klingen allesamt recht ähnlich, aber genau das macht dieses Werk aus. Es klingt wie ein intensiver emotionaler Rausch der leidenschaftlichen, traurigen Gefühle. Leider ist nach gut 45 Minuten schon Schluss.

HIM bieten mit "Dark light" ganz großes Gothic - Kino und zeigen ihren Kritikern deutlich, dass sie ein absoluter Top - Act im Rock - Geschäft sind.


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