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Rezensionen verfasst von
ALu69 (Hamburg, Germany)

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Gone Tomorrow: A Jack Reacher Novel
Gone Tomorrow: A Jack Reacher Novel
von Lee Child
  Taschenbuch
Preis: EUR 7,30

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Not what you expect in the beginning but thrilling - and gruesome, 28. März 2012
PLOT: Once Jack Reacher was a Major in the US MP, now he is a loner, a wanderer with no phone, no permanent address, no family to call, no credit card, no car, no suitcase, no nothing. At 2:00 AM Reacher sits in a New York City subway train when he realizes that there is one among the few passengers that shows all signs of a suicide bomber. Could it be possible or is his hunch wrong this time? And what should he you do to save lives without getting killed in the process? Reacher has no idea what he is getting himself into as soon as he takes his first step. What starts out as a potential rescue mission soon spins into a top of the notch cat and mouse game with a bunch of some of the most evil bunch in the world...

OK, I admit it: I am a fan of the Jack Reacher character for years. How can you not be a fan of a guy who is tall, big, strong, good looking, smart, helps those in need and brings down the bad guys? ("Women want him, men want to be like him.") A brilliant character as Jack Reacher combined with highly entertaining stories made me buy and read all of Lee Child's books. But a year ago I read "Nothing to Lose" and the book was so unbelievable boring that it took me a whole year before I dared to touch another Reacher story. (Check my review if you like.)
Luckily this one is clearly better! This is the way I like Reacher - hard as a rock, going back and forth through every aspect of a possible scenario, using mental and physical power to achieve his goal, showing some great detective work and also educated guesses. A lot of aspects in the story are not obvious, simple or easy to guess so there are dead ends, twist and turns, surprises and characters that change a lot during the story. (Today's enemy could be your helping hand or best friend tomorrow - and vice versa.)
Overall the story is pretty good, it develops in directions never expected from the beginning and Reacher faces a really worthy opponent this time.

Are there flaws?
As in almost every story (movie or book) you will find some bits and pieces that lack logic or do not rhyme completely. In this case e. g. I was wondering if cell phones are different in the USA. You can switch them off completely but you do not need any code to unlock them?
It is also strange how easily police officers work together with a private person as Reacher, share information or let him go in and out of police stations. (That is also a flaw that is evident in other books of Lee Child.)
Some readers might dislike the strong violence part of the story and I cannot really argue against it here. There are some drastic murder and torture scenes that are hard to overlook but they might be necessary to demonstrate just how ruthless and sinister this adversary is.
More important: You could argue that this enemy is a bit too big for a Reacher story (or any single man). Is it plausible that there is any chance in hell right from the beginning that he could figure out so much and has any chance to succeed? But hey, we are talking about Jack Reacher! ;-)
Please note that this book is written as first-person narrator. Therefore the reader only sees and knows as much as Reacher does.

Bottom Line:
This book is quite the opposite of "Nothing to Lose" as it is really thrilling and entertaining, has ample twists and turns, is easy and fast to read - and kept me up and guessing for long hours of reading.
For some readers the ending might be a bit unsatisfying as there is one aspect that leaves space for your own interpretation and especially speculation. (On the other hand I am not sure if a clever solution could be offered anyway. Therefore I cannot really argue against it.)
I am not sure if "Gone Tomorrow" is the book to get new readers addicted to Child's books or the Reacher character. Better start with "The Enemy" and read "Killing Floor" afterwards.


Slumdog Millionär
Slumdog Millionär
DVD ~ Dev Patel
Preis: EUR 7,99

5 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Originell, beeindruckend und interessant!, 27. Februar 2011
Rezension bezieht sich auf: Slumdog Millionär (DVD)
Kann ein einfacher Junge aus einem Callcenter, der als Kind in den Slums und auf der Straße aufwuchs, intelligenter sein als Gebildete, Professoren, Studierte oder wohlhabende Bürger? Kann ein solcher Junge es dann schaffen, beim indischen "Wer wird Millionär" bis zur letzten Frage richtig zu antworten und so möglicherweise die Million zu gewinnen? Alles tatsächlich ohne unlautere Hilfsmittel? Das glaubt in Indien niemand - insbesondere niemand vom Sender. Und daher wird Jemal nach seinem Auftritt ergriffen und von der Polizei gefoltert, um den Betrug zu beweisen. Nach und nach erzählt Jemal, dass nicht die Bildung Grundlage seines Wissens ist, sondern sein karges, entbehrungsreiches Leben ihm die Antworten offeriert.

Der gesamte Film wird in verschachtelten Rückblenden erzählt, was einerseits etwas den Erzählfluss bremst, andererseits aufgrund der Geschichte aber auch gar nicht anders funktionieren würde. Hätte man erst Jemals Heranwachsen am Stück gezeigt und dann am Ende die Show, wäre der Film wesentlich uninteressanter gewesen und Überraschungen hätte es keine gegeben.

Der Film ist keine leichte Kost, zeigt viel von Armut und Not in den untersten indischen Schichten und enthält auch ein paar Szenen, die eher zum Wegsehen oder vorspulen verleiten. Gerade was den Umgang mit Kindern anbelangt, ist der Film nicht gerade zimperlich.
Wer also einen seichten, romantischen (Bollywood) Film über den wundervollen Aufstieg eines Jungen aus Armut zum Reichtum erwartet, der wird eine unangenehme Überraschung erleben.
Wer jedoch offen ist für einen Film voll mit neuen Gesichtern, einer Prise Humor und Wehmut, teilweise spannenden und erschreckenden Wendungen und (glücklicherweise!) ohne Bollywood Charme, der erlebt einen wahrlich meisterhaften Film!

Ich gebe zu, dass meine Erwartungen eher gering waren und ich anfänglich sogar mehrfach überlegt hatte abzuschalten, weil besonders der Anfang nicht gerade leichte Kost ist. Letzten Endes habe ich aber einen großartigen Film sehen dürfen, der eine originelle neue Geschichte erzählt. Daher vergebe ich trotz des teilweise finsteren Themas (Bettelkinder etc.) und des etwas kitschigen Tanzabspanns gern volle 5 Sterne.


Mad Men - Season 1 [4 DVDs]
Mad Men - Season 1 [4 DVDs]
DVD ~ Jon Hamm
Wird angeboten von FLIP4NEW
Preis: EUR 12,49

30 von 45 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Gepflegte Langeweile und Belanglosigkeiten im Look der 60er, 27. Februar 2011
Rezension bezieht sich auf: Mad Men - Season 1 [4 DVDs] (DVD)
Die Serie wurde uns bereits im Sommer 2010 von ein paar Amerikanern empfohlen und da wir wiederholt sehr gute Kritiken in Zeitschriften mit allgemein gehaltenen Aussagen gesehen hatten (inkl. Hinweise auf diverse Auszeichnungen), griffen wir aufgrund eines guten Angebots spontan zu. Um nicht zu sehr vorab beeinflusst zu werden oder entsprechende (inhaltliche) Erwartungen aufzubauen, wurde bewusst auf weitere inhaltliche Kritiken verzichtet. Zudem kann man jedes Thema interessant gestalten - reine Inhaltsangaben sagen meist nicht viel aus.

Positiv:
Das Arbeiten in einer Werbeagentur in New York und das Leben in den 60ern? Eine Serie aus einer entfernen (aber nicht gänzlich unbekannten) Epoche hebt sich von den heutigen Serien ab, ist nicht die x-te Kopie irgendeines bereits vorhandenen Formats und somit dadurch durchaus originell. Und tatsächlich, die Kostüme, Autos, Maschinen, Arbeitsgeräte, Möbel - einfach alles wirkt authentisch. Super.
Außerdem besteht die Riege der Schauspieler weitgehend aus wenig bekannten Darstellern, die nicht bereits durch andere Formate und Rollen abgenutzt sind und/oder und bestimmte Assoziationen / Erwartungen mit sich bringen.

Neutral:
Sonderbarerweise gibt es in der Serie fast nur Erwachsen von 20-45 Jahren sowie vereinzelt Menschen über 50 Jahre und Kinder unter 10 Jahren. Jugendliche scheint es hingegen in den 60ern nicht gegeben zu haben. Das muss man wohl unter einem Generationssprung verstehen. :-)
Das Bild der DVDs ist gut und gibt keinerlei Anlass zum Klagen. Der Ton liegt im englischen Original und auf deutsch in 2.0 Stereo vor. Leider kann man während einer Folge die Tonspuren nicht wechseln - dazu muss man erneut über das Hauptmenü gehen. Da ich gelegentlich gern bei Passagen Original und Übersetzung vergleiche, ist das für mich sehr ärgerlich und umständlich. Das Genuschel im Original ist allerdings deutlich leiser und oftmals kaum zu verstehen.
Nur wenige Figuren sind (optisch) ansprechend und das liegt nicht an den Kostümen oder Frisuren. Sympathiepunkte sammelt kaum einer der Charaktere.

Negativ:
Alkohol ist in aller Munde - im wahrsten Sinne des Wortes. Im Büro finden sich bei den Herren täglich mehrfach Anlässe genug während der Arbeitszeit einen Whiskey o. ä. zu kippen - gern auch zwei oder drei. Dazu kommen natürlich noch die Drinks in der Mittagspause und am Abend.
Geradezu grotesk und lächerlich ist der extrem nervige Dauereinsatz von Zigaretten. Quasi jede(r) raucht - nein qualmt Kette - jederzeit und überall: am Arbeitsplatz, in der Bahn, im Restaurant, im Auto, im Garten, im Haus, beim Essen zubereiten, im Bett, direkt vor und nach dem Sex, sogar der Frauenarzt raucht bei der Untersuchung! Es fehlt nur rauchen beim Akt selbst, auf dem Klo oder während der Dusche. Nach drei Folgen hatten wir bereits ein Kratzen im Hals, nach 6 fingen wir an zu husten und am Ende der Staffel waren wir sicher, dass wir Lungenkrebs durch Passivrauchen hatten. Wird die Serie etwa von der Zigarettenindustrie produziert?
Möglicherweise erklären Alkoholgebrauch und Ketterauchen auch, warum es im Film fast keine alten Menschen mehr gibt.

Der Hauptkritikpunkt:
Worum geht es in der Serie eigentlich? Männer haben stets eine Geliebte (meist eine der Sekretärinnen)? Jeder Erwachsene raucht? Alle Männer trinken während der Arbeitszeit?
Die Arbeit in der Werbeagentur steht bei weitem nicht im Mittelpunkt und die Tätigkeiten, Ideen, Kreativität der Branche werden fast nur am Rand gezeigt. Also was soll das Ganze, wo soll die Faszination herkommen?
Die Serie ist nicht witzig, sie ist nicht spannend, sie enthält keine Actionsequenzen (muss ja auch nicht), sie ist nicht politisch, nicht romantisch, sie ist nicht (sozial) kritisch, sie ist nicht informativ und eine Handlung die entwickelt und konsequent weitergeführt wird und ggf. auf etwas zusteuert gibt es auch nicht wirklich. Viele Szenen und Dialoge verpuffen, laufen ins Leere, werfen die Frage nach deren Sinn auf - etliches hätte man sich sparen können und die Staffel locker auf die Hälfte der Zeit kürzen können.
Die ganze Serie ist eigentlich nur Mittel zum Zweck, die 60er Jahre ein wenig optisch (!!!) zu beleuchten. Und das ist uns als "Inhalt" einer umfangreichen Serie (!), die ja mittlerweile bereits in die 4. Runde geht, schlicht und einfach zu wenig. Die Folgen dümpeln vor sich hin und man schaut mit jeder Folge immer öfter auf die Uhr, wann endlich Schluss ist. Die Serie ist vor allem eines: langweilig, nichts sagend und belanglos.
Wir haben uns die ersten 6 Folgen innerhalb von 3 Tagen angesehen, bis zu den nächsten 3 Folgen verging etwas Zeit und zu den letzten 4 Folgen der Staffel mussten wir uns regelrecht zwingen.

Fazit:
In den letzten Jahren haben wir sehr unterschiedliche Serien gesehen. Dazu zählen u. a. Boston Legal, Nip/Tuck, Sex in the City, Prison Break, Vampire Diaries, The Black Donellys, Dexter, How I met your Mother, Harpers Island, Desperate Housewives, Spartacus, Eureka, Lost, Ally McBeal, Heroes, McLeods Töchter, Dr. House etc. Keine davon hat lange gebraucht, um die Charaktere vorzustellen, die Geschichte(n) zu entwickeln und unser Interesse zu wecken.
Bei Mad Men ist das gänzlich anders. Es scheint so, als bräuchte man die gesamte erste Staffel als Einleitung. Als Mini-Serie von max. 6 Folgen mag Mad Men bedingt empfehlenswert sein, aber 13 Folgen und mittlerweile 4 Staffeln? Auch wenn die letzten 2-3 Folgen tatsächlich mal etwas interessante Handlungsansätze vorweisen, würde niemand von uns die Serie weiter empfehlen oder hegt auch nur ansatzweise das Bedürfnis eine Folge einer weiteren Staffel zu sehen. Egal, ob die nachfolgenden Staffeln unterhaltsamer und besser sein sollen, uns ist jegliches Interesse an den Charakteren gänzlich vergangen.


Nothing to Lose: A Jack Reacher Novel: #1 New York Times bestseller
Nothing to Lose: A Jack Reacher Novel: #1 New York Times bestseller
von Lee Child
  Taschenbuch
Preis: EUR 7,30

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen The No-Plot Scenario, 25. Februar 2011
'Hope' and 'Despair' in Colorado - two small towns in the middle of nowhere. Nothing but 12 miles of empty road between them. No place anybody wants to be, no reason to go there. Except for Jack Reacher - former Major in the MP, now a loner, a wanderer with no phone, no permanent address, no family to call, no credit card, no car, no suitcase, no nothing. He just happens to walk into 'Despair' because he cannot find a ride. A cup of coffee is all he wants. Hostile locals, a vagrancy charge and an order to move on is what he gets. Reacher might have nothing but hardheaded curiosity and he is nobody to mess with. With just one ally and many enemies, Reacher goes up against a whole town trying to find the answer to one simple question: What is the secret that 'Despair' seems so desperate to hide?

OK, I admit it: I am a fan of the Jack Reacher character for years and l bought and read all of Lee Child's books without checking reviews first. A short summery or introduction (e. g. like mine) will give the reader only a short / general overview what a book is about but it hardly stands for the quality of the story. In this case I wish I had checked reviews first because this book's "quality" could be put into one short sentence:
The low case or better the NO case scenario!

Throughout the whole book hardly anything really happens. Especially not anything thrilling or entertaining. Reacher is constantly going back and forth to find answers to his questions - and faces one dead end after the other. This becomes more and more dreary the longer you keep on reading.
To make things worse scenarios and events in the story just do not fit together. (E. g. Reacher gets arrested only for coming into the town of Despair but when he damages buildings later on he is free to go?)
Aside the lack of logic in some events, the unbelievable boredom while reading 400 plus pages and the idiotic names of the two cities there is something even worse: the solution in the end = the answer to the secret.
The idea is so bad, stupid and ridiculous it hurts. To me it was even a lot worse than the solution of Child's "One Shot". A lot worse actually.

What is wrong with Lee Child - the author of such great books as "Killing Floor", "The Visitor", "Without Fail" or "The Enemy"?
Did he have an early deadline to finish this book and/or a lot of pressure from his publisher? Otherwise it is not explainable how somebody can come up with such a dull storyline/scenario including that crappy solution.
Therefore Lee' message seems to be "If I am under pressure and you give me no time to write a decent story you will get lame crap like this".
If this were the first Jack Reacher novel I would never read another one! This book is so bad and so damn lackluster!

Bottom line:
Is there really "Nothing to Lose"? Hell no! The reader will lose a lot of time and patience while trying to finish this book. Extremely boring to read and an unbelievable stupid finale.
Up to now I bought all Lee Child / Jack Reacher books without reading any comments before. But it this will be the last one for a long, long time because his books become more and more bromidic. Too bad for such a great character...


ES läuft: Sei stark, Schweinehund!
ES läuft: Sei stark, Schweinehund!
von Marvin Running
  Broschiert
Preis: EUR 9,95

12 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Marvin - die philosophische Antwort auf die Achilles' Verse?, 12. November 2010
Was macht dieses Buch aus?
ES ist aus der Sicht des inneren Schweinehundes (Marvin genannt) eines Läufers und Familienvaters geschrieben - einem der i. d. R. nie zufrieden mit den Plänen oder Taten seines "Herrchens" ist.
ES ist kein normales Buch übers Laufen oder folgt gängigen, bereits vielfach verbreiteten Schemata.
ES erinnert allerdings stellenweise an "Achim Achilles", was aber ja beileibe keine schlechte Referenz wäre.
ES bietet einen interessanten Mix aus Laufberichten, inneren Zerwürfnissen und Alltagssituationen.
Grand Canyon (USA), Tafelberg (Südafrika), Alsterrunde vor der Dämmerung (Hamburg), Thy (Dänemark), Glaskogen (Schweden), Laufweg zur Arbeit durch den Freihafen Hamburg oder der Olympic National Park (Washington State, USA) - viel unterschiedlicher könnten die Laufabenteuer nicht sein.
ES gibt einen sukzessiven Spannungsaufbau - nach einer Geschichte (Kapitel) fragt sich der geneigte Leser ständig "Was kommt als nächstes?" oder gar "Was kann das jetzt noch toppen?"

Prinzipiell könnte man das Buch wie folgt versuchen zusammenzufassen:
Marvins "Herrchen" sucht immer weitere Grenzerfahrungen und findet am Ende heraus, wozu das gut war.

Ehrlich gesagt konnte ich mich nie dazu durchringen, das Buch "Per Anhalter durch die Galaxis" von Douglas Adams zu lesen. Die verfilmte BBC Serie (1981) hatte mich damals nicht mal ansatzweise zum Grinsen bringen können und den Kinofilm (2005) habe ich nur in Auszügen gesehen - was aber aufgrund der mir zu flachen Komik auch völlig ausreicht. Somit ist "Marvin" bei mir eigentlich negativ vorbelastet.
Glücklicherweise gibt es in diesem Buch nur den Namen als Gemeinsamkeit! Denn in "Es läuft" gab es jede Menge Stellen an denen ich grinsen, schmunzeln oder gar schallend lachen musste! Keine regelmäßigen Kalauer alle X Seiten, sondern eher unregelmäßig. Passagen, die ich schlicht sau-komisch fand, und dann wieder seitenweise Fokus auf gänzlich andere Dinge wie bspw. Naturbeschreibungen, Atmosphäre, Gedanken übers Laufen, Gefühlszustände, eine Hitparade der Gruselessen etc.

Muss man für das Buch selbst Läufer sein? Ich glaube nicht, es könnte aber hilfreich sein, um einige der geschilderten wirklich schönen Laufmomente entsprechend zu würdigen. Andererseits können sich notorische Nicht-Läufer viel leichter auf Marvins Seite schlagen. Gründe nicht zu laufen finden sie im Buch bestimmt zur Genüge. :-)

In der heutigen Zeit mit abkürzungswütigen und versimpelnden Bloggern, Chattern, Internet Usern usw. sei noch lobenswert erwähnt, dass sich das Buch auch sprachlich überdurchschnittlich präsentiert. Einige Wörter oder Formulierungen hörte man heutzutage (leider) wenig bis gar nicht (mehr) im Alltagsgebrauch. Es ist zwar kein Werk nur für Studierte, differenziert sich aber dennoch stellenweise klar, vom plumpen Schreibstil der Generation 2.0. Bravo, weiter so!

Fazit:
Auf rund 310 Seiten in 10 Kapiteln ist vielleicht nicht alles Gold, was glänzt, aber vieles funkelt schon sehr stark!
Gerade das letzte Kapitel fand ich persönlich etwas zu Dialog-lastig (Marvin contra Sigmund Freud) und philosophisch, was das Kapitel eher anstrengend oder stellenweise gar etwas langweilig macht. So neigte ich dazu, dem Buch ggf. 4 Sterne zu geben. Andererseits ist das Gesamtwerk als Mix so einmalig, dass man nie erraten kann, was den Leser im nächsten Kapitel oder gar schon auf der nächsten Seite erwartet. Fast so, als wenn es ein Sammelwerk an Kurzgeschichten verschiedener Autoren wäre. Daher gibt es letztendlich doch volle 5 Sterne von mir!

PS
ES lohnt sich auch mal den Blog von Marvin Running zu lesen! Dort findet man noch die eine oder andere Perle, die es leider nicht ins Buch geschafft hat. Zumindest nicht in dieses?


Boston Run - Der Marathon-Thriller
Boston Run - Der Marathon-Thriller
von Frank Lauenroth
  Broschiert
Preis: EUR 8,95

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Buch für Läufer oder für Thrillerliebhaber?, 30. Oktober 2010
Brian Harding ist ein recht guter, aber kein herausragender Läufer - und schon gar kein Profi. Dennoch will er bereits bei seinem zweiten Marathon den großen Coup landen: ein Sieg in Boston, einem der renommiertesten Rennen der Welt. Schon vor dem Startschuss weiß Brian, dass nur er gewinnen kann, denn ein neuartiges Dopingmittel verleiht ihm das Mehrfache seines normalen Leistungsvermögens. Da sich das Mittel während des Rennens vollständig abbaut, wird es bereits im Ziel nicht mehr nachweisbar sein. Sieg und Preisgeld sind Brian eigentlich nicht zu nehmen. Währenddessen vermutet die NSA bereits ihren ehemaligen Mitarbeiter Christopher Johnson als Erfinder der Substanz und möchte sowohl diesen, als auch das Mittel schnellst möglich in die Finger bekommen. Doch für die Substanz braucht man Brians Blut - bevor er die Ziellinie überquert. Und so beginnt für Brian die Hatz auf 42,195 km gegen die anderen Läufer, sich selbst und die NSA...

Ist Frank Lauenroth die deutsche Antwort auf Matthew Reilly? So muss es einem anfangs zwangsläufig vorkommen. Eine Vorgeschichte oder ein paar Seiten um Szenerie, Leute etc. näher kennen zu lernen, gibt es nicht. Genau wie Reilly gönnt auch Frank Lauenroth dem Leser nur ein paar kurze Seiten, bevor man ins (Renn-) Geschehen geworfen wird.
Da das Buch fast nur den Zeitraum des Rennens beschreibt und die Männerspitze in Boston zwischen 2:06 und 2:10 Std. läuft, bleibt wenig Raum für eine ausladende Geschichte. Folglich ist das Buch mit rund 210 Seiten nicht sonderlich üppig ausgefallen.
Der Leser darf jedoch kein "24" in Buchform erwarten. (Oder gar befürchten?) Einerseits werden neben Brians Rennverlauf die parallelen Tätigkeiten von Christopher Johnson und der NSA geschildert und andererseits gibt es immer mal kleinere Rückblenden oder Anekdoten, die Hintergründe beleuchten. Notwendige Informationen über Personen, Vorfälle und Verbindungen werden somit schnell nachgereicht. Das nimmt zwar wieder etwas Tempo aus der Geschichte, aber insgesamt steigen Spannung und Dramatik im Verlauf des Buchs stetig.

Der Autor stand sicherlich vor dem Problem, wie ausführlich er bei der Beschreibung des Boston Marathons wird. Aktive Läufer werden die eine oder andere Information vermissen, Nicht-Läufer könnten wohl auf das eine oder andere vorhandene Detail verzichten. Am Ende sollte - laut eigener Aussage - ein Thriller herauskommen und kein Laufbuch. Aus meiner Sicht ist dieser Spagat durchaus gelungen. Das Buch ist ausführlich genug, aber nicht überfrachtet mit Information übers Laufen.
Persönlich hätte ich mir - als aktiver Marathonläufer - jedoch zumindest gewünscht, dass man die Besonderheiten des ältesten Stadtmarathons der Welt gebündelter erhält und nicht stückchenweise übers Buch verteilt. Etwas ausführlicher könnten die Eigenheiten des Marathons in Boston auch dargestellt werden - besonders das recht schwere Streckenprofil (die ersten 32 km ständig leicht ansteigend) wird mir zu wenig erklärt.
Positiv hervorzuheben ist meinerseits die Karte von der gesamten Rennstrecke. (Dadurch wird auch klar, dass die Streckenführung nicht wie üblich im Kreis verläuft, sondern in eine Richtung.)

Gelegentlich benutzt der Autor Worte/Ausdrücke, die man nicht im alltäglichen Gebrauch findet. Das hebt das Buch auch in bessere Sprachgefilde. Andererseits werden englische Ausdrücke benutzt, für deren Verwendung ich keinerlei Notwendigkeit zu erkennen vermag. (Bspw. "Sie schrieb ans Whiteboard".)

Nach meiner Lesevorliebe ist es bedauerlich, dass der Autor aus dem Thema nicht etwas noch Komplexeres gemacht hat - Potential dafür wäre reichlich vorhanden gewesen! Dafür hätte man die Hintergründe in eine längere Vorgeschichte umschreiben müssen und das Rennen quasi als "200 Seiten langen Showdown" verwenden können. Dann wäre es ein Roman für lange Lesestunden auf dem Sofa geworden und weniger Kurzlektüre für zwischendurch.

Das alles sind aber nicht die Gründe, dem Buch keine 5 Sterne zu geben, wie es immerhin 13 Leser bereits getan haben.

Einige Aktionen der NSA empfand ich als arg übertrieben. Sie sind teilweise plump, fast mit der Holzhammermethode, und keineswegs unsichtbar vor der Öffentlichkeit - wobei das Rennen ja auch noch von diversen Kameras live in die Welt übertragen wird. Egal wie sehr man auch an die Formel möchte, so würde sich eine Organisation wie die NSA sicherlich nicht gebärden.
Der größte Schwachpunkt stellt für mich jedoch das Ende dar. Dort wartet das Buch mit drei Überraschungen auf. Eine davon wird von den meisten Lesern wohl erwartet. Was die beiden anderen zusammenhängenden Wendungen anbelangt, so kann man damit wahrlich nicht rechnen. Der erste Teil stellt für mich einen gelungenen Knalleffekt dar, die zweite führt jedoch einige der Geschehnisse aus meiner Sicht regelrecht ins Absurde! Hier wäre weniger mehr gewesen.

Fazit:
Alles in allem ein kurzweiliges, sehr unterhaltsames Buch, sehr schnell u. einfach zu lesen und mit problemlosem Einstieg in die Lektüre -> eine gute Kombination zwischen Krimi und Sportroman. Somit ein empfehlenswertes Buch für Läufer UND Thrillerliebhaber!


Superbad / Unrated McLovin Edition (Amaray Version) [2 DVDs]
Superbad / Unrated McLovin Edition (Amaray Version) [2 DVDs]
DVD ~ Michael Cera
Preis: EUR 4,99

3 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Der Name ist Programm und "Qualitätsmerkmal" zugleich, 22. Oktober 2010
OK, ich gebe zu, dass ich dem Teeniealter lange entflohen bin. Dennoch kann ich mich auch heute noch über sog. Teeniefilme köstlich amüsieren. "American Pie 1 u. 2", "Rache ist sexy", "10 Dinge die ich an dir hasse" oder bspw. auch "Can't buy me Love" kann ich durchaus guten Gewissens empfehlen.

"Superbad" hat hier überwiegend gute Kritiken bekommen, aber diese kann ich nun wirklich gar nicht nachvollziehen.
Die reine Story an sich, ist durchaus Teeniefilm geeignet und könnte auch lustig sein. Nur der gesamte Film funktioniert (für mich) überhaupt nicht.
Das fängt damit an, dass die 3 männlichen Hauptdarsteller 18 Jahre alt sein sollen, jedoch keiner von denen älter als 15 aussieht und sich die meiste Zeit keiner älter als 13 benimmt.

Es ist aber nicht die Optik, die den Film versaut, sondern die extrem nervige, übertriebene Darstellung, der primatenhaft agierende Darsteller.
Dabei grenzt die Darstellung von Jonah Hill beinahe an Körperverletzung! Sein ständiges Gebrabbel (meist ohne zwischendurch Luft zu holen) ist so dermaßen nervig, dass man spätestens nach 10 min versucht ist jedes Mal auf Tonstopp zu drücken sobald er den Mund aufmacht.
(Dummerweise gibt es wohl auch keinen Film mit ihm, in dem seine Rolle nicht so dauerquasselnd angelegt ist. Nur im Film "Beim ersten Mal" war er erträglich - möglicherweise, weil seine Rolle kleiner war.)

Unerträglich auch die beiden grenzdebilen Polizisten. Alkohol im Dienst und während der Fahrt? Schießen auf Verkehrsschilder im Wohngebiet? Für sich genommen könnte das FAST noch lustig sein, WENN nicht auch diese beiden Charaktere noch weiter maßlos überzeichnet wären und die beiden von Anfang an wie 12-jährige auf LSD agieren würden. Auch hier schwankt man ständig zwischen dem Wunsch auf 'Tonstopp' zu drücken oder gleich vorzuspulen.

Seth Rogen hat mit 13 Jahren angefangen das Drehbuch zu schreiben? Na dann muss er es mit 14 beendet haben, denn anders ist die Darstellung der Charaktere nicht zu rechtfertigen. An keiner Stelle habe ich lachen oder wenigstens schmunzeln können - letzteres wäre mir vermutlich gerade noch mit 15 Jahren gelungen.
Ich vertrage durchaus derben Humor oder gar Slapstick, aber das funktioniert für mich nur, wenn die Darsteller selbst dabei äußerlich ernst bleiben und nicht ständig rumhampeln wie Schimpansen auf Crack.
-> Die FORM der Darstellung macht den Film völlig zunichte.

2 Sterne kann ich maximal vergeben: Für die gelungene Musik und das klasse Filmintro sowie den teilweise gelungenen Abspann.
Wäre der gesamte Film so erträglich wie die letzte halbe Stunde, dann wäre wohl mehr möglich gewesen. So ist der Film nur etwas für Liebhaber peinlichem Klamauks wie "Hey Mann - Wo is' mein Auto?" oder "Dumm und Dümmer".


Kings and Queens
Kings and Queens

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Auf dem richtigen Weg, 25. November 2009
Rezension bezieht sich auf: Kings and Queens (Audio CD)
Die erste Scheibe von 30StM war einfach grandios: satte Gitarrenriffs ohne Ende, lange rein musikalische Passagen, gut gesungen und die meisten Stücke überdurchschnittlich lang. Herrlich.
Die Nachfolger CD "A Beautiful Lie" war eigentlich gänzlich anders. Die Stücke waren im Schnitt deutlich kürzer und damit auch radiotauglicher, die Songs waren klar schneller, die statten Gitarrenriffs verschwanden leider eher in den Hintergrund und der Gesang ging doch an einigen Stellen eher mal ins Schreien über. Außerdem drohten einige instrumentelle Feinheiten in der Soundwucht und im Soundbrei unterzugehen. Auf der anderen Seite gelang der Band mit der Single "The Kill" aber auch ein Hit, der auf MTV rauf und runter gespielt wurde und 30StM kam dadurch zum wohlverdienten Bekanntheitsgrad.

Anfang Dezember erscheint nun endlich die lang erwartete dritte Platte der Band. Vorab erschien die Single "Kings & Queens" - und sie wird glücklicherweise auch wieder im Radio gespielt, so dass die Band nicht wieder in der Versenkung verschwindet.
Musikalisch sehe ich den Song irgendwo zwischen den ersten beiden CDs der Band.
Einerseits ist das Stück größtenteils doch wieder recht schnell geworden und die langen, satten Gitarrenriffs sucht man leider vergeblich. Außerdem erinnert mich der Refrain ein wenig an den Song "A Beautiful Lie".
Andererseits ist dafür aber der Gesang wieder sauberer geworden, das Stück ist mit fast 6 min wieder länger als übliche Singleauskopplungen und die Einbeziehung des Chors am Ende schafft auch eine klasse Atmosphäre.
Das Video ist optisch ebenfalls wieder recht interessant geraten - aber diese hohe Qualität zieht sich ja durch wirklich alle Videos von 30StM.

Aus meiner Sicht entwickeln sich 30StM "zurück" in die richtige Richtung. "Kings & Queens" ist ein Song, den ich problemlos 10x hintereinander hören kann (oder auch häufiger) und der große Lust auf die neue Scheibe macht!
Somit gebe ich gern 4 Sterne. Für volle 5 Sterne reicht es leider nicht, da mir die satten Gitarrenriffs fehlen und der Song keinen echten Ohrwurmcharakter hat.

PS
Wer es noch nicht gemerkt haben sollte:
30StM gehen im März 2010 auch in Deutschland auf Tour.
Schaut doch mal auf deren Webseite!


Monster
Monster
DVD ~ Christina Ricci
Wird angeboten von Multi-Media-Trade GmbH - Alle Preisangaben inkl. MwSt.
Preis: EUR 14,49

3 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Großartige schauspielerische Leistung in einem unbefriedigenden Film, 25. November 2009
Rezension bezieht sich auf: Monster (DVD)
PLOT: Ende 1980 fristet Aileen Wuornos ein Leben als Prostituierte an Amerikas Straßen. Mit Selbstmordgedanken und ihren letzten Dollars trifft sie in einer Bar auf die junge Selby. Selby wurde von ihren Eltern nach Florida zu ihrer Tante geschickt, um von ihrer Homosexualität los zu kommen. Nach Anlaufschwierigkeiten schließt das ungleiche Paar Freundschaft, aus der - allen Voraussetzungen zum Trotz - sogar eine Liebesbeziehung wird. Das spätere Zusammenwohnen wird dabei Aileens Prostitution finanziert. Als Alieen eines Tages von einem Freier vergewaltigt und misshandelt wird, erschießt sie ihn - und setzt damit eine Spirale der Gewalt in Gang, aus der es für sie kein Entrinnen gibt.

Obwohl die Geschichte auf einer wahren Begebenheit beruht, ist der Name Aileen Wuornos in Deutschland praktisch unbekannt. Zudem dürfte Aileen Wuornos eine der wenigen (amtlich bekannten) weiblichen Serienmörder sein.
Seitens Charlize Theron ist die schauspielerische Leistung einer gebrochene Existenz wahrlich beeindruckend: Gesten, Körperhaltung, Maske, Gewicht = Theron ist praktisch nicht wieder zu erkennen und agiert völlig anders als in allen zuvor gesehenen Filmen. Diese Vorstellung u. ihr Mut zur Hässlichkeit wurden aus meiner Sicht zu Recht mit dem OSCAR und mit diversen anderen Preisen ausgezeichnet.

Eigentlich bietet der Stoff genug Material für einen guten oder aber zumindest interessanten Film. Eigentlich.
Dennoch kann mich in diesem Streifen letztendlich nur die Leistung von Theron überzeugen. Der Film als solches jedoch überhaupt nicht. Das hat verschiedene Ursachen:
Der Film beginnt zeitlich erst relativ kurz vor Wuornos erstem Mord und damit hat man als Zuschauer keine echte Chance Mitgefühl oder zumindest Verständnis für Ihre Prostitution aufzubringen.
Aileen Wuornos ist in dem Film ganz klar Täterin, nicht Opfer! Um als Opfer angesehen/wahrgenommen zu werden hätte man als Zuschauer viel mehr von der Vorgeschichte SEHEN müssen und nicht nur mal kurz davon zwischendurch etwas durch Erzählungen in Erfahrung bringen müssen. Durch diese Behandlung wie in Nebensätzen, bleiben genau diese wichtigen Hintergründe fast vollständig auf der Strecke.
Die Figur Aileen Wuornos wird einem während der gesamten Zeit nie, aber auch wirklich nie, sympathisch - nicht mal am Anfang des Films. Ebenso können für alle anderen Figuren keine positiven Gedanken oder Mitgefühl geweckt werden. Schon viel eher ist das bei Wuornos Opfern möglich (mit Ausnahme des ersten Falls).
Die unglaublich triste Umgebung, die optische Gestaltung mit stets mangelnden Farben (der Film spielt immerhin im sog. Sonnenstaat Florida!), die mehr oder weniger durchgehend vorhandene depressive Stimmung machen den Film für mich als Zuschauer "anstrengend".
Wirklich spannend oder zumindest unterhaltsam wird der Film nie. Jederzeit könnte man ausstellen und am nächsten Tag weiter gucken oder aber gleich ganz abbrechen.

Wirklich überraschend bzw. neu ist für den Zuschauer nur, dass hier eine Frau als Serientäter agiert. Allerdings ist das auch von Anfang an bekannt.

Am Ende bleibt die Frage, was der Film eigentlich aussagen/bezwecken will. Dass das Leben vorher bestimmt ist? Dass so eine Frau nie eine Chance hatte? Dass eine Frau mit so einer Vergangenheit logischerweise zur Mörderin werden muss? (Gibt sicherlich eine ganze Menge Menschen, die übelste Erfahrungen machen mussten und dennoch nicht so abrutschen oder/und morden!)
Will der Film Sympathien oder zumindest Verständnis für eine Serienmörderin erreichen? Falls letzteres der Fall sein sollte, so geht das aus meiner Sicht gründlich daneben (s. o.). Und letzteres hat nichts damit zu tun, dass ich keine Frau bin!

Vermutlich ist die Geschichte sehr realistisch verfilmt worden. Aufgrund der nicht bebilderten Vorgeschichte, dem mangelnden Tiefgang und der ganz und gar nicht vorhandenen Sympathien oder zumindest Verständnis für die Lage von Aileen Wuornos, ist ihr Schicksal für mich eben genau nicht erschütternd. Ganz im Gegenteil - es ließ mich praktisch durchweg kalt!
Der kurze Moment des Mitgefühls und des Verständnisses entsteht einzig durch die gezeigte Vergewaltigung und Misshandlung, so dass ich ihre schiesswütige Reaktion verstehen und sogar (komplett) gerechtfertigt sehe. Aber genau dieses kleine Bisschen Mitgefühl u. Verständnis wird durch die dann folgenden, von ihr geplanten Hinrichtungen komplett verspielt. Erschüttert war ich somit letztlich nur über die Taten von Wuornos und der Wunsch, dass sie möglichst schnell gefasst wird, steigt mit jeder Minute des Films.

Da der Film aus meiner Sicht nicht sonderlich packend war, empfand ich ihn als eher langweilig. Ein zweites Mal würde ich ihn mir ganz sicher nicht ansehen. Ein nachhaltiges Interesse an der echten Aileen Wuornos wurde auch nicht geweckt. Nur aufgrund der Leistung von Charlize Theron ist der Film überhaupt sehenswert. Mehr als 3 Sterne sind beim besten Willen nicht drin.


50/50: Wie ich in 50 Tagen 50 Marathons lief
50/50: Wie ich in 50 Tagen 50 Marathons lief
von Dean Karnazes
  Gebundene Ausgabe

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ausgedehnte Lauftour durch die USA?, 18. September 2009
Das erste Buch von Dean Karnazes "Ultramarathon Man" bekam ich nur per Zufall in die Hände und der Mann war mir gänzlich unbekannt. Obwohl ich selbst über Marathonerfahrung verfüge, konnte ich mir nicht vorstellen, was so toll daran sein sollte, Laufgeschichten (teilweise weit) jenseits der 50 km Marke zu lesen.
Doch schon nach kurzer Zeit konnte ich das Buch kaum noch aus der Hand legen! Es war die gelungene Mixtur aus Erfahrungs- und Leidensbericht kombiniert mit lustigen Anekdoten verpackt in einem höchst unterhaltsamen Schreibstil. Dean ist bislang der einzige, der mir dieses Thema interessant, unterhaltsam und glaubwürdig näher gebracht hat. Auch wenn Dean nicht der beste und schnellste Ultraläufer der Welt ist, so ist mein Interesse an seinen verrückten Lauf-Exkursionen seit dem stetig gestiegen.

Nun endlich erschien das zweite Buch auf dem Markt. Dieses Mal schreibt Dean über den Versuch in jedem der 50 Bundesstaten einen Marathon zu laufen - allerdings in 50 direkt aufeinander folgenden Tagen!!! Also 50 Marathons in 50 Staaten in 50 Tagen hintereinander.
Wer kurz darüber nachdenkt, wird merken, dass das technisch/organisatorisch unmöglich ist. Denn auch in den USA finden die allermeisten Marathons am Wochenende statt. Daher wurden die offiziellen Marathonstrecken in den Städten/Staaten extra für den jeweiligen Tag abgesperrt. Somit handelt es sich zwar stets um offiziell vermessene Marathonstrecken, aber mit wenigen Ausnahmen nicht um offizielle Laufveranstaltungen.

Von der ersten Grundidee bis zur Umsetzung des Unterfangens verging weit über ein Jahr. Das ist nicht dem expliziten Training, sondern vielmehr dem Sponsoring und dem Organisationsaufwand geschuldet. Schließlich bedarf es Genehmigungen, Absperrungen, Helfern und natürlich auch einer Planung, die es erlaubt nach einem Rennen schnell genug zum nächsten Startort viele Kilometer entfernt zu gelangen - und das alles bei zu absolvierenden Läufen, Pressekonferenzen, Verpflegung und auch ein wenig Schlaf.
Die Organisation an sich ist schon mehr als ein Ultramarathon, die Durchführung schließlich wohl gestaltetes Chaos. All das ist Teil der Anekdoten.

Das Buch ist 285 Seiten lang, es gibt ein paar Farbbilder separat in der Mitte, ansonsten ist es eher nüchtern gehalten. Jeder einzelne Marathon ist mit einer kleinen Überschrift gekennzeichnet. (Datum, Ort, Anzahl der zusätzlichen Läufer, verbrauchte [kumulierte] Kalorien etc.)
Im Buch gibt es sowohl kleinere hervorgehobene Sätze, als auch längere Blöcke mit Tipps, die mit einer extra Überschrift versehen sind.

Bei dem Buch handelt sich aber nicht um eine bloße detaillierte Beschreibung aller 50 Marathons: Einige der Marathons werden einigermaßen ausführlich behandelt, andere mit einem einzigen Satz abgespeist. Und es gibt auch welche, über die es nur die kleine Überschrift mit Eckdaten gibt.
Das Buch ist vielmehr über die anderen Teilnehmer der Marathons und andere Läufer mit denen Dean bereits gelaufen ist oder/und gegen die er im Wettkampf angetreten ist (wie bspw. Ann Trason und Tim Twietmeyer) sowie über Läufer, die Dean selbst als seine Helden bezeichnet (so bspw. Steve Prefontaine - ein Läufer aus den 70er Jahren, der bis heute immer noch etliche US Landesrekorde hält und dessen früher Tod sehr an James Dean erinnert -> Film mit Jared Leto in der Hauptrolle.)
Man erfährt viel über ihre Motivation, deren Hintergrund und Lebensgeschichte. Man könnte das Buch phasenweise in "Every Runner tells a Story" umbenennen. Das soll nicht bedeuten, dass diese Geschichten nicht ebenfalls interessant, amüsant oder/und unterhaltsam sind. Nur ist es das, was der Leser von Dean erwartet?
(Es sei erwähnt, dass man auf der www.amazon.com Seite auch Rezensionen von Teilnehmern an einem oder gar mehreren dieser 50 Marathons findet!)

Während der 50 Läufe oder vor dem Start zu einem weiteren Marathon erinnert sich Dean immer mal wieder an (teilweise weit) zurück liegende Geschehnisse. Einige davon kennt man aus seinem vorherigen Buch. Manchmal überträgt er dabei den Willen eines Mitläufers, der unbedingt seinen ersten Marathon beenden will, auf seine eigenen Erfahrungen und erkennt sich in ihnen wieder.
Aber nicht alle Erinnerungen/Rückblicke haben unbedingt etwas mit Laufen zu tun. Oftmals führen Beobachtungen kleiner Dinge während der Läufe zu Ratschlägen und/oder zu weiteren größeren Geschichten aus Deans Vergangenheit.

Eines der Hauptthemen im Buch ist die zunehmende Fettleibigkeit bei Kindern. Dabei handelt es sich um eine Herzensangelegenheit von Dean und er ist auch abseits der Läufe seit langem karitativ und öffentlichkeitswirksam tätig. Entsprechend oft werden Hilfsorganisationen genannt.
Dass es im Buch auch Gedanken über globale Erwärmung und Umweltverschmutzung ist nicht zu erwarten, passt aber recht gut - wer sonst sollte sich über den Verlust von Natur ärgern, als jemand, der sich ständig damit konfrontiert und diese so sehr zum Laufen liebt?

Was fällt negativ auf?
Bedauerlicherweise gibt es im Buch keine Landkarte der USA, auf der die Bundesstaaten und die Städte der 50 Läufe verzeichnet sind. Eine solche hätte es Nicht-Amerikanern sicherlich wesentlich leicht gemacht Deans Reiseroute zu folgen.
Im Buch finden sich auch Trainingspläne für erfahrene Läufer und Einsteiger. Aber wer wirklich Laufen anhand von Trainingsplänen lernen will, der sollte sich besser gezielt andere Literatur besorgen. Hier wirken die Pläne eher etwas deplaziert und überflüssig. Da wollte wohl jemand auch noch auf diesem Wege nochmals betonen, wie man das Super Durchhaltevermögen erlangt, was auf dem Titel der englischen Ausgabe noch vollmundig angepriesen wird.
Auf die Dauer ist die wiederholte Erwähnung des Sponsors des 50/50 Unterfangens ziemlich nervig. Außerdem werden andere Produkte explizit nur von einem Anbieter genannt (Schleichwerbung).
Glücklicherweise gibt es in diesem Buch keine Erwähnung der verstorbenen Schwester und ihrer Motivation auf Dean, so wie im ersten Buch wiederholt geschehen.

Fazit:
Das Buch keine unterhaltsame Leidensgeschichte aller 50 Läufe geworden. Andererseits stellt eine Marathondistanz an sich auch noch keine Herausforderung für Dean dar. Höchstens, dass sie 50 Tage hintereinander gelaufen wird.
(Allerdings lief der damals 21-jährige Terry Fox bereits 1980 in 143 aufeinander folgenden Tagen jeweils ca. 43 km - aber ohne Sponsor, ohne großes Team und mit einer Unterschenkelprothese! Erst nach fast 5.400 km vereitelte der Lungenkrebs eine Fortführung.)
"50/50" ist dennoch unterhaltsam und auch im Original leicht zu lesen. Daher ist die Anschaffung überlegenswert.

Im Vergleich mit seinem Erstlingswerk "Ultramarathon Man" ist das Buch aber lange nicht so gut, lustig, fesselnd/faszinierend und überraschend. Darüber hinaus wird man hier keine echten "Geheimnisse" finden, die Dean erst während dieser Läufe entdeckt hat. Wer selbst läuft und bereits Laufbücher oder/und Laufzeitschriften hat, der wird dort mehr nützliche Informationen finden. "50/50" ist sicherlich nicht das richtige Buch, um jemanden auf einen (ersten) Marathon vorzubereiten. Unterhaltungslektüre ja, echter Ratgeber nein!
Wer "Ultramarathon Man" gelesen hat, muss zwangsläufig hohe Erwartungen an den Nachfolger haben. Diese können jedoch bei weitem nicht erfüllt werden. Somit auch nur 3 von 5 Sternen.

PS
Wem übrigens die Grundidee der 50 Marathons in 50 aufeinander folgenden Tagen bereits irrwitzig erscheint, der wird sich wundern was Dean ab Tag 51 macht! DAS ist wirklich irre! ;-)
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 7, 2011 11:51 PM CET


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