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Beiträge von N. Kittel
Top-Rezensenten Rang: 259.335
Hilfreiche Bewertungen: 77
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Rezensionen verfasst von N. Kittel "Bewerberblog.de" (Jena)
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5.0 von 5 Sternen
Der eierlegene Wollmilchsau-Ratgeber, 22. Juni 2009
Der Fundus an Bewerbungsratgebern scheint unerschöpflich, die Qualität schwankt meist extrem. Im Folgenden soll sich dem Werk 'Die 101 häufigsten Bewerbungsfehler" von Claus Peter Müller-Thurau gewidmet werden. Dieser Bewerbungsratgeber brüstet sich mit Experten wie Klaus Zumwinkel - Wollen wir mal schauen was wirklich dahinter steckt.Vor mir liegt nun das Buch, das mit ansehnlichen 174 Seiten daherkommt und bei Eurem Buch-Dealer des Vertrauens für 16,80€ zu haben ist. Das Buch ist sehr handlich und robust, die Schrift ist auch unter widrigen Bedingungen, so etwa im Zug, gut zu lesen. Außerdem hat man das Gefühl, dass man nicht bei jedem Umblättern bald jede Seite einzeln in der Hand hält. Zudem glänzt das Buch weniger durch nervige Farbspiele, sondern ist im klassischen Schwarz und Weiß gehalten, welches dem Leser den Fokus auf das Wesentliche ermöglicht. Obendrauf gibt es eine CD, auf der sich Musterbewerbungen, Formatvorlagen, Tests und ein Gehaltsrechner befinden. Ohne CD wird wahrscheinlich kein Bewerbungsratgeber mehr ernst genommen. :-) Komisch ist nur, dass sich auf der CD Formatvorlagen für Deckblätter befinden, jedoch sich der Autor gerade über diese 'lästigen Deckblätter" in seinem Buch beschwert. Die Tests hingegen sollen Euch helfen, Eure Stärken und Schwächen richtig einzuschätzen. Diese finde ich auch ganz sinnvoll, da man sich ja nicht immer über alles, was man will und kann hundertprozentig im Klaren ist. Das Inhaltsverzeichnis verzichtet, anders als der Titel vermuten lässt, auf eine bloße Anreihung begangener Bewerberfehler. Stattdessen finde ich übersichtliche Kapitel mit zusätzlichem Hintergrundwissen vor. Jedoch müssen dabei Abstriche gemacht werden. So werden zwar alle für den Bewerber relevanten Themen angesprochen, gehen jedoch nicht besonders in die Tiefe. Die große Stärke dieses Ratgebers liegt hingegen in der Vielzahl der abgehandelten Themen, die von der Selbsteinschätzung bis hin zum Verhalten im Assessment-Center reichen. Und da wären wir schon bei dem Inhalt angelangt: Den Anfang machen Anregungen zur Selbsteinschätzung. Expertentipps, so z.B. von Klaus Zumwinkel, sollen dabei helfen, die Fragen zu beantworten: Was bin ich? Was kann ich? Was will ich? Zusammen mit der hilfreichen CD sollte dies für Euch kein Problem mehr sein. Welche Fehler Ihr vor dem eigentlichen Start Eurer Bewerbungsaktion unterlaufen können, schildert Euch der Autor anschließend. So etwa beklagt er sich zu Recht über Massenbewerbungen, denen der individuelle Charakter fehlt. Der zweite Abschnitt beschäftigt sich mit den Äußerlichkeiten einer schriftlichen Bewerbung. Auch wenn meiner Meinung nach die schriftliche Bewerbung in den meisten Branchen eine aussterbende Gattung ist, möchte ich kurz auf den Abschnitt 'Abgegriffene Unterlagen" eingehen. Dazu findet sich zum Thema Bewerbungshefter folgender Eintrag im Buch: '(...) Hier ein Beispiel: Nehmen Sie eine preiswerte Prospekthülle, legen Sie ein Blatt Papier darauf und schreiben Sie auf dieses Blatt die Worte 'ungeeignet" und 'Absage". Alles klar! Alles klar? Sie können auf der Plastikhülle lesen, was Sie geschrieben haben. Es gibt Bewerber, die solche Prospekthüllen mit Kommentaren aus missglückten Aktionen ahnungslos weiterverwenden. Auf diesem Wege wurden bereits viel ungewollte Botschaften verschickt, die zudem manchmal nur wenig schmeichelhaft waren." (Müller-Thurau 2004, S. 37f.). Vor geraumer Zeit ließ ich mich genau über dieses Thema in einem Blogartikel aus. Dieser Abschnitt beweist, dass ich doch nicht so verrückt bin, wie ich dachte. Trotzdem wäre es mir lieber, wenn jemand aus der anonymen Masse tatsächlich schon mal eine solche Post bekommen hätte. Wenigstens einen Kaffeefleck?! So viel dazu. Der dritte Abschnitt beschäftigt sich ganz klassisch mit dem Anschreiben. Dabei werden Euch nicht nur stupide begangene Fehler aufgezeigt, sondern vielmehr Hilfestellungen für ein gutes Anschreiben gegeben. So werden von möglichen Starttechniken bis hin zum gelungenen Abschluss des Schriftstückes Anregungen gegeben. Im Anschluss daran folgt ein Passus über den Lebenslauf. Und wenn Ihr zudem wisst, dass es nach dem Absenden Eurer Bewerbungsunterlagen heißt: 'Abwarten und Tee trinken", könnt Ihr Euch den darauf folgenden Abschnitt sparen. Interessanter wird es dann schon wieder bei dem Thema Vorstellungsgespräch, hier schöpft der Autor aus seinem unerschöpflichen Repertoire an Erfahrungen, die er in seiner langjährigen Tätigkeit als Personaler sammeln konnte. Von dem zu unterlassenden 'Aktenvermerk-Gesichtsausdruck" (verkrampfte Gesichtsmimik) über nerviges Profilierungsgehabe bis hin zur Märchenstunde im Vorstellungsgespräch wird dem Leser alles geboten. Der Umgang mit der Frage nach dem Wunschgehalt widmet sich der Autor in einem separaten Kapitel. Dabei grast er sehr anschaulich alle auftretenden Eventualitäten ab. Im Anschluss daran werden noch Tipps zum Thema Anstellungsvertrag gegeben, was sehr lobenswert ist, denn dieses Thema wird oftmals von Bewerbungsratgebern vernachlässigt. Der Umgang mit Psychotests sowie das Verhalten im Assessment-Center ist zu meiner Überraschung mehr als eine erste Einführung, denn hier werden Euch Checklisten und Experten-Tipps von wertvoller Natur gegeben. Sehr gut finde ich auch den Abschluss dieses Buches, welches realitätsferne Ansprüche sowie den Umgang mit Absagen lehrt. Das Bewerberblog-Fazit zum Ratgeber: Das Werk von Herrn Müller-Thurau besticht vor allem durch seine übersichtliche Gestaltung, dadurch findet Ihr Euch schnell in seinem Buch zurecht. Das Werk ist zudem von Hinweisen zur klassischen schriftlichen Bewerbung gefärbt, welche ja aber auch für eine Online- oder E-Mail Bewerbung wichtig sind. Auf eine explizite Darstellung der Bewerbung im Netz wird jedoch verzichtet. Der Praxisbezug des Werkes ist positiv hervorzuheben, neben der Aufbereitung der ohnehin sehr praxisnahen Bewerbungsfehler werden auch immer wieder anschauliche Beispiele gegeben. An der einen oder anderen Stelle könnten die Beispiele jedoch verständlicher erklärt werden. Außerdem findet Ihr immer wieder lohnenswerte Tipps. Dabei animiert Euch der Autor zur kritischen Selbstreflexion. Der allgemeine Informationsgehalt ist aufgrund der umfangreichen Kapitelliste als positiv hervorzuheben. Bewerberblog-Urteil: Sehr gut mit kleineren Einschränkungen; Prädikat eierlegende Wollmilchsau :)
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Bewerberblog-Testurteil: Sehr gut!, 23. August 2008
Frisch aus der Druckerpresse kommt die 11. Auflage von 'Das erfolgreiche Bewerbungsgespräch. Die härtesten Fragen - die besten Antworten' von Martin John Yate, einem Ausbildungsleiter einer angesehenen Personalberatungsagentur in den USA. Die Zitate zweier renommierter Fachblätter, die die vorherigen Auflagen beloben, machen mich da schon neugierig und schon vorneweg kann ich sagen: Die haben nicht unrecht! Ich weiß, ich hab die ganze Spannung nun schon rausgenommen, sicher wollten sich alle Leser erstmal durch die laaange Liste von Argumenten und Zitaten durcharbeiten, bis mein finales Urteil fällt. ;-) Aber nun doch zu den Details, die hoffentlich verdeutlichen, dass sich diese Investition von zugegeben nicht zu verachtenden 24,90 Euro lohnen kann. Das Buch ist in einem angenehmen Sprachstil verfasst, es ist nicht zu hochgestochen, aber auch weit entfernt von Sätzen, die über Subjekt, Prädikat und Objekt nicht hinaus kommen. Die eine oder ander Pointe läuft einem auch mal über den Weg, so dass mich eine gewisse Kurzweiligkeit befallen hat beim Lesen und das kann bei solch einem Thema nicht schaden. Sehr gut ist die vorgelagerte Einleitung zu jedem Teil, in welcher der Autor kurz darlegt, worum es im jeweils geht. Der Ratgeber behandelt, wie man unschwer am Titel erkennen kann, vornehmlich das Vorstellungsgespräch. Nichts desto trotz kommt im ersten von vier Teilen die Sprache zunächst auf die Bewerbungsunterlagen, auf persönliche Voraussetzungen, das Persönlichkeitsprofil usw. Das ist ein guter Einstieg, der hilft, zu rekapitulieren, was wichtig ist für Anschreiben, Lebenslauf und Co. Vor allem findet man hier Hinweise, wie man denn am sichersten und besten offene Stellen findet. Yate schlägt vor: Die Kombination mehrerer Wege erschließt die meisten Quellen. Und er hat da auch ein paar Tipps, die mir persönlich bisher in keinem anderen Ratgeber über den Weg gelaufen sind, zum Beipiel der Weg in die Bibliothek, um dort die halbjährlich aktualisierten Firmenverzeichnisse mit Profil, Anzahl der Mitarbeiter usw. einzusehen. Das Internet ist dazu zwar erheblich einfacher zu bedienen, aber nicht zu Unrecht verweist der Autor darauf, dass nicht alle über einen Zugang verfügen, so schwer das manchmal zu glauben ist. Für diese Bewerber hat er zudem noch Hinweise parat, wie man sich auch ohne PC Zugang zum Netz verschaffen kann. Beeindruckend kurz (und sicher grundlegend falsch in den Augen einiger anderer Autoren) widmet er sich der Variante des Eigeninserats: Genauso gut können Sie ihr Geld gleich zum Fenster rauswerfen. (S. 21) Das nenne ich mal auf den Punkt gebracht! Abschließend zum ersten Teil: Es gibt hier einige gute Ideen, das Internet als Quelle und Kommunikationsmittel wird angemessen berücksichtigt, nicht nur bei der Auflistung der Jobbörsen, sondern auch bei der Auflistung von Online-Ausgaben überregionaler Zeitschriften zur Stellensuche. Es gibt keine Vorlagen, aber trotzdem Hinweise zur Überarbeitung der Bewerbungsunterlagen. Der Teil ist ganz gelungen, auch wenn man sich ünber den einen oder anderen Kommentar sicher streiten kann. Doch kommen wir zum Hauptteil und dem eigentlichen Thema: das Vorstellungsgespräch. Im Teil II fällt sofort die ausführliche Behandlung der sonst eher vernachlässigten Themenbereiche wie Telefonat, Kleidung, Körpersprache etc. auf. Das Telefongespräch zum Beispiel wird als solches sehr genau behandelt, nicht nur nach Formalien (Wie stelle ich mich vor?) sondern auch, wie man die Gesprächsführung übernimmt und beibehält. Manchesmal klingen die Beispielsätze etwas zu sehr nach jenen Menschen, die einem meist zur Abendbrotzeit einen neuen Mobilfunkvertrag andrehen wollen, was mich persönlich schon etwas abschreckt. Ebenso unpassend kann es auch sein, immer den Hinweis zu berücksichtigen, auf gefährlichere Fragen mit Gegenfragen zu reagieren. Ich hätte nach der fünften Gegenfrage keine Lust mehr auf dieses Gespräch. Immerhin erwarte ich dann auch einfach einmal eine Antwort. Ganz abgesehen davon, dass geübte Gesprächspartner diese Masche mit Sicherheit als Vermeidungstrategie enttarnen können. Da ist mir der Tipp einfach zu pauschal formuliert, ohne auf Gefahren und Probleme dieser Technik hinzuweisen. Aber wie gesagt, dass es überhaupt zu einer solch ausführlichen Betrachtung des Themas kommt, finde ich sehr gut. Im dritten Teil geht es dann ans Eingemachte: Der Anzug bzw. das Kostüm sitzt, wir sind nicht 30 Minuten zu früh oder zu spät, haben keine Zigaretten- /Cognacfahne ' Auf gehts ins Getümmel! Als erstes wird der Bewerber dazu aufgefordert, sich in den Personaler hinein zu versetzen. Was will dieser im Gespräch herausfinden? Wie geht er vor? Und nicht zuletzt: Der Interviewer ist dem Unternehmen verpflichtet, deshalb ist das Vorstellungsgespräch dazu da, den fachlich und sozial bestgeeignetsten Bewerber heraus zu finden. Als Bewerber muss man sich dessen bewusst sein, dass Sympathie da zweitrangig ist und man sich selbst als potentiell zukünftiger Teil des Unternehmens am besten präsentiert. Die Fragen selbst und wie man am besten mit ihnen umgeht, werden sehr diffenrenziert behandelt. Zunächst einmal wird wieder unterteilt: Fragen zur beruflichen Qualifikation zuerst, dann Fragen zur Persönlichkeit. Etwas deplatziert zwischen diesen Fragenkatalogen allgemeiner Natur und Stressfragen wird auf die Typen von Interviewern eingegangen. Der Ort ist ein bisschen fragwürdig, aber an sich ist das Kapitel sehr viel Wert. Es wird von den beiden Extremen ausgegangen: Der geschulte Profi-Interviewer mit eienr ausgefeilten Struktur, durchdachten Fragen und Mit Fragen mehrdimensionaler Natur erfordert einen anderen Umgang als der 'unbewusst inkompetente Interviewer', der meist in Fachfragen sehr versiert ist, aber in Fragetechniken und Gesprächsführung keine Kenntnisse hat. Das hilft sehr, sich in den anderen hinein zu versetzen. Doch um dem Buch als Ganzem nicht vorweg zu greifen: Es wird in diesem Teil auf jedwede mögliche Situation eingegangen, zum Beispiel auch dem Szenario, dass das Gespräch nicht in einem Büro stattfindet. Die Antworten werden dem Leser sinnvollerweise nicht abgenommen, bis auf Beispielantworten zur Verdeutlichung ist man gezwungen, selbst die Antworten zu finden. Im gesamten Teil versucht der Autor, dem Bewerber die Angst vor dem Gespräch zu nehmen; er zollt dabei dem Fakt, dass man nervös ist in dieser Situation durchaus Beachtung. Ebenso geht er nach all seinen Ausführungen, die eher auf Bewerber mit beruflicher Erfahrung zugeschnitten sind, in einem gesonderten Kapitel auf Berufseinsteiger ein, die mit frischem Zeugnis den ersten Schritt in den Beruf wagen. Auch hier findet man Beispielfragen, die ihrer Intention nach erläutert werden und auf welche Art sie am besten beantwortet werden können. Nach diesem Loblied auf diesen Teil des Buches doch kurz ein Kritikpunkt: Es wird angemahnt, auf keinen Fall nach Gehalt, Urlaub oder Sozialleistungen zu fragen. Am Ende des Gespräches sollte der Bewerber durchaus die Möglichkeit haben, diese Fragen zu stellen. Vor allem die Frage des Gehaltes ist berechtigt, schließlich ist man auf das Gehalt zur Sicherung seiner Existenz angewiesen. Warum also nicht. Der letzte Teil des Buches beschäftigt sich nun mit dem Eindruck, den man als Bewerber hinterlässt. Hier finden sich Hinweise darauf, was man alles so aus de Trickkästchen zaubern kann, um beim Gesprächspartner in Erinnerung zu bleiben. Einiges ist zu aufdringlich. Ich finde, es grenzt an Belästigung, nach zwei Tagen einen Brief und nach fünf Tagen ein Telefonat folgen zu lassen, um deutlich zu machen, dass man wirklich wirklich wirklich diese Stelle haben will. Der Bewerbungsprozess dauert seine Zeit, vor allem in größeren Unternehmen, da sollte man der Personalabteilung gegenüber etwas Geduld walten lassen. Das eine Absage nicht Untergang sein muss, das wird im letzten Teil ebenfalls veranschaulicht. Auch von Absagen kann man lernen. Nun könnte man denken, das Buch ist am Ende angelangt, aber Nein! Da liegen noch einige Seiten vor uns: Die Vertragsverhandlungen! Die ersten Fragen, die sich der Bewerber stellt, wenn er überzeugt hat, sind meines Erachtens auch beim Vorstellungsgespräch mögliches Thema: Um welche nahe liegenden zukünftigen Projekte handelt es sich? Ist man allein verantwortlich? Ist Reisetätigkeit von Nöten' Dieses Kapitel also ruhig schon vor dem Gespräch durchlesen und persönlich wichtige Infos dazu aufschreiben. Die Gehaltsfrage ist hier sehr gut dargestellt: Begonnen beim persönlichen Bedarf bis hin zur Recherche, was in der Branche und bei vergleichbarer Position in der Region gängig ist. Das erleichtert es, das Thema zur Sprache zu bringen, weil wohl eines der Themen ist, die am meisten verunsichern. Niemand spricht gern von sich aus über Geld. Mögliche Fragestellungen, mit denen das Unternehmen auf die Gehaltsfrage zu sprechen werden wieder exemplarisch aufgeführt und helfen im Vorfeld, sich eine angemessene Antwort zu überlegen. Das Ende des Ratgebers ist in Sicht und zwar mit dem abschließenden Kapitel zu psychlogischen Test. Ich kann nur raten, wieso das Kapitel dort angesiedelt wurde' Das Kapitel hätte viel besser in Teil III gepasst, aber in Anbetracht der Tatsache, dass es in der Regel sonst gar nicht zur Sprache kommt, sei die unglückliche Positionierung mal außer Acht gelassen. Nun findet sich nioch einmal ein Überblick über alle Fragen, unterteilt in die einzelnen Bereiche und eine Bibliographie, allerdings ohne noch einmal gesondert auf Webseiten einzugehen. Da hätte ich mir noch einmal eine Auflistung gewünscht. Zusammenfassend finde ich das Buch sehr hilfreich, gut geschrieben, manchmal etwas seltsam gegliedert, aber äußerst umfangreich und mit Berücksichtigung von Themen, die bei anderen stiefmütterlich bis gar nicht zum Zuge kommen. Ich würde es Jedem empfehlen, auch wenn der Preis vermutlich einige schmerzt. Alle relevanten daten hier noch einmal auf einem Blick: Das erfolgreiche Bewerbungsgespräch: Die härtesten Fragen - die besten Antworten
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
Empfehlenswert, 15. August 2008
Ich war sehr gespannt, was mich erwartet, weil ich mir unter einer solchen Software gar nichts vorstellen konnte. Also habe ich mir die knallgelbe, ziemlich unübersichtlich gestaltete CD-Hülle von Data Becker genommen, und die CD eingelegt. Und jetzt gehts los: Dass es jetzt brummt als würde eine Rakete starten, hat wohl etwas mit meinem Rechner zu tun. Ist aber trotzdem beängstigend. Anschließend folgt ein ewiges Rumgeklicke, weil ich die Software installieren muss sowie eine Zustimmungserklärung, dass meine Daten verwendet dürfen. Und das beim sensiblen Thema Bewerbung...? Und der Hammer: Die Software macht sich mit unglaublichen 1,6 Gigabyte (!!!) auf meiner Festplatte breit. Ich bin fassungslos. Wozu dann die CD? Es würde ja reichen, Internet-Codes zu verkaufen... Sieht halt dann nicht mehr nach so viel aus. Jedenfalls bin ich froh, dass mein Rechner noch funktioniert. Falls nicht: Es gibt eine Telefon- und Internetsupport-Hotline. Beeindruckend. Als das Programm dann endlich startet, bin ich fasziniert von der Menge an Möglichkeiten, die sich dem Nutzer bietet. Zunächst gibt es einen direkten Zugang zum Onlineshop von DataBecker. Dort kann man neben Ratgebern wie "Glückwunsch-Druckerei 10" und "3D-Gartenplanung" auch Bewerbungsmappen und entsprechendes Zubehör kaufen. Echt clever, keine Frage. Aber dann: Ausführliche Bewerbungstipps vom Deckblatt bis zu Ankleidungstipps fürs Vorstellungsgespräch, die fast alle auch durchaus vertretbar sind (wenn man von der teilweise sehr saloppen Sprache absieht). Eine ausführliche Linksammlung (bei der -zeitbedingt- der Bewerberblog fehlt), ein komplettes Bewerbungsratgeber-eBook, ein Kostenmanager für die Ausgaben im Rahmen der Bewerbung (gut für die Steuererklärung!). Dazu die Möglichkeit, sich direkt bei www.stellenmarkt.de einzuloggen und dort seinen Lebenslauf als Stellengesuch zu hinterlassen, ein Firmenadressbuch, ein Bewerbungsorganizer um seine laufenden Bewerbungen im Blick zu behalten (sehr gut!), eine Verknüpfung mit Outlook, die automatisch aus den Unterlagen eine E-Mail-Bewerbung erstellt, eine Gehaltsanalyse verschiedener Berufsgruppen und vieles mehr. Das Angebot ist sensationell abwechslungsreich und ich zumindestens könnte mich ewig damit beschäftigen. Nun aber zum eigentlich interessanten Teil: Mit der Software kann man ohne viel Aufwand Bewerbungsunterlagen erstellen. Und das macht, im Gegenteil zum Verfassen von Texten "auf dem weißen Blatt Papier" echt Spaß. Es gibt viele Eingabemasken, die ein wenig antiquiert wirken, aber gut bedienbar sind. Dort schreibt man dann seine persönlichen Daten rein, auf welche Stelle man sich bewirbt, welche Stärken und Kenntnisse man hat, welche Referenzen man vorweisen kann und so weiter. Anschließend sucht man sich eine Schriftart und ein Layout aus, drückt aufs Knöpfchen und die Software spukt Deckblatt, Anschreiben und Lebenslauf aus. Genial! Ich war echt überrascht. Sogar die Dokumente auf englisch erstellt das Programm automatisch. Formal sind die Dokumente auch absolut in Ordnung und die Auswahl an Layout und Varianten ist gigantisch. Schaut man sich dann die Texte (vor allem vom Anschreiben) an, ist es leider schon ein wenig gruselig: Zum Teil wurden bei meinem Test Sätze generiert, die inhaltlich überhaupt nichts mit meinem Werdegang zu tun haben (so wurden meine vertrieblichen Stärken mehrfach angepriesen - dabei habe ich das weder angegeben, noch besitze ich ein besonderes Verkaufstalent) und die Texte enthielten grammatikalisch und rechtschreibliche Fehler. So hieß es im Anschreiben für mich zum Beispiel: Was meine beruflichen Fähigkeiten betrifft, so stehen an erster Stelle meine überdurchschnittlichen Erfolge im vertrieblichen Bereich. Meine Leistung gründet nicht nur auf meinem vertieften Produktwissen und meiner ausgezeichneten Menschen- und Sachkenntnis. [...] Nicht zuletzt zeichnen mich aus: meine Kontakt- und Kommunikationsstärke, meine hohe Frustrationstoleranz, meine konstante Belastbarkeit sowie tadellose Umgangsformen. Zielvereinbarungen halte ich stets konsequent ein.[...] Ich will nicht behaupten, dass der Text schlecht ist, aber gut ist er auch nicht, zumal ich -wie gesagt- nie etwas von vertrieblichen Stärken in die masken eingegeben habe und auch Zielvereinbarungen nicht thematisiert habe. Das ist alles nicht so schlimm, wenn der Nutzer der Software aufmerksam ist und die Texte individuell anpasst. Das ist natürlich möglich und sollte auch unbedingt getan werden.Die ausgespuckten Texte sind perfekt, wenn man Probleme hat, überhaupt einen Text zu formulieren. Man generiert eine Vorlage und ändert dann darin herum. Dass man dann auch noch eine formal einwandfreie E-Mail erstellen kann, seine Dokumente ins Word exportieren und weiterbearbeiten kann, jeden Absatz des Anschreibens in zig Varianten anpassen kann und auch sonst einen großen Spielraum hat, macht die Software auf jeden Fall zu einer sinnvollen Angelegenheit. Sogar eine dritte Seite kann man erstellen. Auch wenn man von dritten Seiten halten kann, was man will. Dennoch bleibt das Problem, das ich (und vermutlich die meisten meiner Personaler-Kollegen) mit Vorlagetexten für Bewerbungen haben: Sie sind nicht authentisch und sagen damit kaum etwas über den Bewerber aus. Vor lauter überflüssigen Phrasen erkennt man nicht mehr den Menschen, mit dem man es zu tun hat. Aus diesem Grund kann ich von Bewerbungssoftware grundsätzlich abraten. Andererseits verstehe ich, dass man sich als Bewerber davor scheut, mit viel Mühe eigene Texte zu verfassen und froh ist, wenn man einen fertigen Text "ausgespuckt" bekommt. Wenn man wirklich Probleme hat, eine Bewerbung selbst zu verfassen, kann diese Software eine Hilfe sein. Verändert man den vorgegebenen Text so, dass er aussagekräftig ist, können dabei schon vernünftige Bewerbungsunterlagen herauskommen. Neben der Software zum Erstellen von Texten enthält die CD, wie schon am Anfang angedeutet, eine Menge anderer Sachen. So gibt es zum Beispiel ein Hilfsprogramm zur Erstellung von Arbeitszeugnissen. Das ist zwar eine lustige Idee, aber warum sollte ein Bewerber sich selbst ein Arbeitszeugnis erstellen? Das habe ich nicht verstanden. Ich hoffe nicht, dass man hier zum Fälschen von Zeugnissen angehalten wird. Die umfangreichen Hinweise zum Umgang und Inhalt von Arbeitszeugnissen sind wiederum super und sehr nützlich. Außerdem gibt es ein Assessment Center-Training. Dort erzählt ein kleines Männlein wunderliche Dinge über diese Form der Personalauswahl und gibt Tipps, Erklärungen und Probe-Tests in gruseligem Design zum Besten. Diesen Teil der CD kann man sich getrost schenken. Das mit Abstand Wertvollste beim "BewerbungsGenie 5" ist das eBook von Bewerbungscoach Gerhard Winkler, der auch die Seite www.jova-nova.de betreibt. Auf 56 Seiten im pdf-Format werden hier echt gute, praxisrelevante Tipps gegeben. Noch dazu absolut lesenswert und zum Teil ungeheuer amüsant. Großen Respekt, Herr Winkler. Wir könnten's fast nicht besser machen. Auf jeden Fall lohnt sich der Kauf der CD schon deshalb. Nach so viel Text endlich mein Fazit zum "BewerbungsGenie5": Der Inhalt der CD ist sehr umfangreich, interessant und lädt zum Experimentieren ein. Im Zentrum des Ganzen steht die Bewerbungserstellungssoftware, die nach ein paar Klicks eine ganz anständige Bewerbung ausspuckt. Ich persönlich halte nichts von Standard-Vorlagen, aber wem's hilft, der sollte sich diese CD kaufen. Es lohnt sich. Ich persönlich finde die ganzen Zusatzdinge toll, wie den Bewerbungsmanager oder die Tipps. Das Bewerberblog-Urteil: Empfehlenswert, mit kleinen Einschränkungen.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
Schnelle Hilfe für ganz Eilige, 5. August 2008
Das Buch sieht für den potentiellen Leser aufgrund seines kleinen kompakten Formats recht ansprechend aus. Schnell verschwindet es in meiner Handtasche oder einem Beutel? (für die Männer unter uns). Ob in der Bahn, im Wartezimmer oder irgendwo anders, überall kann es herausgeholt und durchschmökert werden. Das Design und das Foto sind nicht gerade die schönsten wenn ich ehrlich bin, aber das ist ja nicht das Anliegen eines Buches! Die sehr gute Gliederung macht die ganze Sache übersichtlich und der Themenaufbau des Buches ist glücklicherweise praktisch orientiert. Die Autorin beginnt Fragen zu klären, die sich jeder Bewerber vor einem Vorstellungsgespräch stellt und bietet praktische und effiziente Ideen zur Lösung an, auf die man selbst vielleicht nicht gekommen wäre. Sehr hilfreich finde ich den Tipp der Autorin zum Thema Kleidung bei einem Vorstellungsgespräch. Sie meint, dass man sich zunächst ein Bild davon machen soll, wie man sich in der jeweiligen Branche kleidet. Dies gelingt indem man sich eine kurze Zeit vor den Eingang des Unternehmens stellt und schaut, wie die Leute aussehen. Außerdem soll man nur kleine Muster oder uni Farben bevorzugen, da beispielsweise große auffällige Motive die Aufmerksamkeit auf sich ziehen und von dem Bewerber an sich ablenken . Bevor man als Leser auf Fragen und Antworten während eines Vorstellungsgesprächs vorbereitet wird, erläutert die Autorin, wie man mit Worten und Gestiken überzeugen kann. Ein sehr guter Tipp ist meiner Ansicht nach, dass man in realistischen Bildern und Geschichten erzählen soll, da sich der Gegenüber genau solche Erzählungen merkt und der Bewerber im Gedächtnis bleibt. Fragen zum Thema Stärken oder Schwächen sollen möglichst nicht nur mit einem Satz, wie zum Beispiel: 'Ich bin sehr kommunikativ.' abgehandelt werden, sondern in Bezug auf eine lebensnahe Situation gesetzt werden. Der Bewerber könnte sagen, dass er seitdem er denken kann sehr gut mit Menschen umgehen und kommunizieren kann. Vielleicht hat sich das in seinem beruflichen Werdegang bereits geäußert. Falls ja sollte er kreativ sein und das im Gespräch mit anbringen. Im weiteren Verlauf geht Svenja Hofert darauf ein, wie man ein paar Schönheitsfehler erfolgreich übergehen oder positiveren kann. Mit Schönheitsfehlern meint die Autorin zum Beispiel Lücken im Lebenslauf, Tätigkeiten, die nicht in das eigentliche Berufsbild des Bewerbers passen oder auch häufige Positionswechsel. Sollte dies der Fall gewesen sein, ist ein guter Tipp, dass man dieses Thema nur kurz und nur auf Nachfrage erläutert, damit es möglichst nicht im Gedächtnis 'hängen' bleibt. Dabei ist es ganz wichtig die Schuld nicht auf alle Anderen zu schieben, sondern kritisch sich selbst gegenüber zu sein. Zu guter Letzt erläutert sie im Abklang, wie sich ein Bewerber nach einem Vorstellungsgespräch optimal verhält, ob er sich noch einmal melden sollte, falls ja wie und wie er auf eventuelle Absagen reagieren kann wenn es mal nicht geklappt haben sollte. Als Beispiel führt Svenja Hofert eine Situation an, die leider hin und wieder einmal vorkommt. Man hat sich auf einige Stellen beworben, erhält Absagen und weiß einfach nicht warum. Wenn man es nach vielen Anläufen nicht bis zu einem Vorstellungsgespräch geschafft hat, sollte man sich vielleicht doch an einen Fachmann wenden, um überprüfen zu lassen, ob die Bewerbung so in Ordnung ist und was man vielleicht besser machen könnte. Kritisch betrachte ich allerdings den Tipp nach einem Vorstellungsgespräch anzurufen und sich ''einfach noch einmal für das Gespräch und die Einladung (zu) bedanken.' (S.71), da man nicht anrufen sollte um einfach nur anzurufen, ohne eine konkrete Frage zu haben. Solch ein dankender Anruf wird von keinem erwartet und bringt meiner Meinung nach nicht unbedingt Pluspunkte. Die Beispiele sind zumeist sehr realitätsnah und auf alle Branchen anwendbar, wobei es hier kleine Aussetzer gibt. Die Idee speziell und außergewöhnlich zu sein, um im Gedächtnis zu bleiben, gefällt mir sehr gut, aber folgendes Beispiel führt meiner Ansicht nach nicht zum Erfolg, sondern eher zu einer ganz klaren Absage. 'Ich kenne jeden Mörder der deutschen Kriminalgeschichte mit Namen. Erinnern Sie sich noch an den Schlächter von Potsdam 1987? Er hieß Joachim Bulle.' Man muss allerdings erwähnen, dass dieser Bewerber mit Sicherheit im Gedächtnis bleibt ;) . Die Tipps waren vereinzelt kritisch zu betrachten. Die Autorin spricht immer davon, sich nicht negativ früheren Chefs, Kollegen, etc. gegenüber zu äußern und vor allem kritisch sich selbst gegenüber zu sein. Dem widerspricht meiner Meinung nach ganz klar folgende Beispielantwort auf die Frage nach einer unterdurchschnittlichen Note in BWL. 'Unterdurchschnittlich? Wie kommen Sie darauf? Ich lag im Mittelfeld. Die Note hätte besser sein können. Sicher kennen Sie das auch: Manche Dozenten vermitteln Themen lebendig, andere immerhin mittelmäßig. Mein BWL-Dozent konnte weder das eine noch das andere.' (S.40) Ansonsten war alles sehr angenehm geschrieben, die Sprache war leicht verständlich bis auf ein paar Fachbegriffe, bei denen ich mir dachte, dass sie einfach nicht jeder wissen kann, ich zum Beispiel nicht (Ich weiß nun was 'fringe benefits' sind! Für alle, die es nicht wissen: fringe benefits sind zusätzliche Leistungen, Gehaltsnebenleistungen, freiwillige Sozialleistungen). Der Zeitaufwand ist zumindest für mich höher als 30 Minuten einzuschätzen, was aber nicht das Problem darstellen sollte wenn man sich schon entschlossen hat sich vorzubereiten. Es lohnt sich also das Geld und die Zeit zu investieren und optimal auf ein Vorstellungsgespräch und die ganz fiesen Fragen der Personaler vorbereitet zu sein ;) !
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13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
Empfehlenswert mit Einschränkungen, 5. August 2008
Vor mir liegt nun der Bewerbungsratgeber, bei dem man vermutlich die meisten Seiten für sein Geld bekommt. 340 Seiten! Und dünnes Papier! Und ganz kleine Schrift. Ich vermute mal, dass schon das den einen oder anderen davon abhält, den Wälzer zu kaufen oder gar zu lesen. Aber ich will's trotzdem versuchen. Bei einem Blick in das Inhaltsverzeichnis wird schnell klar: Wo Duden drauf steht, ist auch Duden drin. Der Umfang der behandelten Themen ist riesig, alles ist genau sortiert und wird einzeln behandelt. Das Inhaltsverzeichnis umfasst selbst 9 (!!!) Seiten. So viel dazu. Optisch ist der Wälzer ansprechend und dezent, ein Softcoverumschlag in frühlingshaftem Grün (zumindest in der 2. Auflage von 2007). Auch innen die totale Seriosität: Kein bunt, kein Schnickschnack - blau und schwarz, kleine Schrift, aufgeräumtes Layout, blau unterlegte Info-Boxen. Mehr braucht man ja auch im Grunde nicht. Ein Lesevergnügen soll's wohl auch nicht sein, es geht ja um eine ernste Angelegenheit. Nun aber zum Inhalt: Vorbildlich wird mit Bemerkungen zur Stellensuche und Selbsteinschätzung begonnen. 'Harte' und 'weiche' Qualifikationen werden erklärt, toll finde ich die Beispiele in den blauen Boxen, dort werden reale Beispielsituationen verschiedener 'Bewerber-Typen' (z.B.: 'Martin Langer hat Fortwirtschaft studiert [...], 'Lisa Reich hat gerade ihre Promotion im Fach Archäologie beendet [...]'dargestellt. So kann man sich in eine echte Situation hineinversetzen und gleichzeitig lernen, dass jede Biographie eine andere Art der Bewerbung notwendig macht. Für die Stellensuche werden unter anderem pauschal 'Online Stellenbörsen' empfohlen, allerdings ohne konkrete Linktipps. Das ist aber im Grunde gut so, denn die Stellenbörsen-Landschaft verändert sich schnell. Eine aktuelle Liste findet sich unter dem angegebenen Link zur Duden-Homepage. Eine gute Lösung! Positiv hervorzuheben sind der Teil über den Umgang mit 'Mängeln' in der eigenen Biographie, die Checkliste auf Vollständigkeit der Unterlagen (auch wenn die sehr gern gesehene Fachkenntnis-Übersicht total fehlt), ein ausführliches Kapitel zu Arbeitszeugnissen sowie ein Hinweis auf den Umgang mit Zeugnissen aus der DDR-Zeit. Zum ungeliebten und in der Tat schwierigen Thema 'Anschreiben' finden sich im Duden-Ratgeber ganze 30 Seiten Hinweise, Erklärungen und Tipps. Hier geht's wie auch in den anderen Teilen des Buches, ins kleinste Detail: Hinweise zur Schriftart, die empfohlene Seitenrandgröße, Schreibweise des Datums und so weiter. Der Duden eben. Der Ratgeber lässt sich also auch prima für jede andere Form der schriftlichen Kommunikation verwenden. Schaden können die Ratschläge jedenfalls nicht. Die Textbausteine helfen bei Gliederung und inhaltlicher Orientierung des Anschreibens - oft das größte Problem beim Erstellen einer Bewerbung. Sehr nützlich sind auch die vielen Beispiel-Texte. Problematisch finde ich den Hinweise an verschiedenen Stellen, dieses der jenes Detail könne direkt zu einer Absage führen. Das ist übertrieben und stimmt nicht. Natürlich sollen sich Bewerber möglichst viel Mühe geben um sich von der besten Seite zu zeigen. Aber ich bezweifle, dass man eine Absage erhält, weil man einen Namen falsch schreibt. Zudem fallen die Unterschiede eines 'Papier-Anschreiben' im Vergleich zu einem 'E-Mail-Anschreiben' völlig unter den Tisch. Dieses Thema sollte aber in einem modernen Ratgeber unbedingt behandelt werden. Dafür gibt es Minuspunkte. Sehr gut und ausführlich wird auch das Thema Initiativbewerbung behandelt, es folgen ein paar kurze Hinweise zur Gestaltung des Deckblattes mit entsprechenden Beispielen. Intensiv wird auch die Erstellung des Lebenslaufes besprochen. Die meisten Hinweise sind richtig, leicht verständlich und praxisnah. So wird zum Beispiel darauf hingewiesen, dass es unnötig ist, Angaben über seine Eltern zu machen. Besonders, wenn man über 25 Jahre alt ist. Ein strittiges Thema ist die so genannte 'dritte Seite'. Frau Engst umgeht das Problem, indem Sie die Seite 'Erklärungsseite' nennt und darauf hinweist, dass diese nur sinnvoll ist, wenn man auch wirklich etwas zu sagen hat. Phrasen, Lebensmotti und andere wenig hilfreiche Sprüche gehören nicht in eine Bewerbung sondern sind in den meisten Fällen eher peinlich. Allerdings fehlt hier der Hinweise auf eine Detailübersicht der Fachkenntnisse, die vor allem bei technischen Berufen sehr nützlich ist. Enttäuschend für einen Bewerbungsratgeber aus dem Jahr 2007 sind die nur 6 Seiten zum Thema E-Mail-Bewerbung, die auch noch mit dem Hinweis beginnt, die Mappe sei immer noch vorzuziehen. Zum Glück gibt es aber auch die Bemerkung, bei IT-Firmen solle man sich schon digital bewerben. Die Tipps zur E-Mail sind allesamt gut und empfehlenswert. Dennoch fehlen viele wichtige Hinweise, zum Beispiel zum Thema 'Netiquette' und Gestaltung einer E-Mail, zu Anredeformulierungen und Ähnlichem. Dort sollte in einer neueren Ausgabe mehr Gewicht liegen. Immerhin gibt es auch ein Kapitel zu Online-Formular-Bewerbungen. Der Teil ist im Grunde in Ordnung. Aber: der wichtigste Hinweis, die wesentlichen Schlagworte seines Profils mehrmals und eindeutig zu nutzen, fehlt. Denn gerade die große, beliebten Unternehmen nehmen zum Teil ausschließlich Online-Bewerbungen entgegen. Die Personaler durchsuchen die Datenbank und finden nur, was 'richtig' verschlagwortet ist. Weil dieser wichtige Punkt fehlt, gibt es auch hier Abzugspunkte. Zum Vorstellungsgespräch hat die Autorin viele nützliche Hinweise zusammengestellt, allerdings nehmen die im Verhältnis zu anderen Themen im Buch einen sehr kleinen Teil ein (30 Seiten für das Anschreiben). Dabei ist doch so ein Gespräch für Bewerber meist sehr aufregend und mit viel Unsicherheit belegt. Immerhin endet das Kapitel mit einer sehr schönen Zusammenstellung der 12 wichtigsten Fragen mit Hinweisen zur Beantwortung, ohne dabei vorformulierten Antworten zu geben. Kaum Hinweise finden sich zu Verhalten, Kleidung und einigen anderen Themen, die Bewerber oft verunsichert Zum Schluss des Ratgeberteils wird auf das Thema Reisekostenabrechnung eingegangen: Das ist eine gute Idee, wird es doch sonst nicht behandelt, obwohl Bewerber doch oft mit der Frage kämpfen, wie sie mit der heiklen Frage nach der Erstattung der Kosten umgehen sollen. Damit wären wir am Ende des Ratgeberteils des Buches angekommen. Über die Hälfte besteht allerdings zusätzlich aus Sprachhinweisen, so kommt man dann auf die stolze Seitenanzahl. Das lässt leider die Vermutung aufkommen, man wolle Seiten füllen, damit der Ratgeber wertvoll und groß erscheint. Die Sprachtipps à la Duden sind zwar nützlich, aber nicht notwendig. Meiner Meinung nach überflüssig. Das Bewerberblog-Fazit zum Duden-Ratgeber: Seriöser geht es kaum, Frau Engst hat ein beeindruckend umfangreiches Buch geschrieben. Die meisten Hinweise sind nützlich, praxisnah und gut umzusetzen. Leider kommt der 'Internet'-Teil des zeitgemäßen Bewerbens deutlich zu kurz. Zudem ist der umfangreiche Sprachteil nicht notwendig. Der Ratgeber ist für Akademiker zu empfehlen, die kein Problem mit textlastigen Büchern haben, ein fundiertes Grundwissen über das Verfassen von Bewerbungen schon besitzen und sich mit kleinsten Details Ihrer Bewerbung auseinandersetzen wollen oder müssen. Eine Link- oder Literaturliste zum Thema Bewerben, Stellensuche oder ähnlichem fehlt leider völlig.
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17 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
Sehr gut für den klassischen Bewerbungsweg, 17. Juli 2008
Etwas grau kommt es daher, das Buch von Dr. Wolfgang Reichel: 'Erfolgreiche Musterbewerbungen und Lebensläufe: 50 Beispieltexte und Gestaltungsvorschläge.' Vor allem im Vergleich zum ersten Ratgeber, der durch Farbigkeit und lockere Sprache besticht. Und deshalb, bevor wir auch nur einen Schritt weiter in Richtung 'inhaltliche Verwertbarkeit' gehen, ein Minuspunkt. Denn das einzige, was den Textfluss visuell unterbricht, sind noch grauer unterlegte Beispieltexte. Aber richtig: Der Charakter zählt! Und da hat das Buch tatsächlich etwas zu bieten, was man nicht überall findet. Bild mit Buch und GiraffeHier findet man vor allen Dingen, wie schon aus dem Titel hervorgeht, Musterbewerbungen und die Krux im positiven Sinne daran ist, dass es sich dabei um Muster entsprechend verschiedenster Berufe handelt. Hier sieht man konkrete Unterschiede zwischen handwerklichen Berufen, Verwaltungsposten und sozialen Berufen und findet damit auf die jeweilige Branche zugeschnitte Vorschläge. Den einen oder anderen Bewerber wird das wahrscheinlich zum Kopieren motivieren, auch wenn Dr. Reichel dezidiert darauf hinweist, dass das den Genickbruch im Bewerbungsverfahren zur Folge haben kann. Denn Personaler (jedenfalls die meisten) sind ja nicht blöd und erkennen spätestens beim Vorstellungsgespräch eine nicht vorhandene eigene Persönlichkeit. Doch was bietet das Buch sonst noch? Das Buch gliedert sich in mehrere Teile: Im ersten geht es um die Vorbereitung zur Bewerbung, also um Eigenbilanz, passende Stellenangebote, die Analyse selbiger auch im Hinblick auf das Unternehmen, im zweiten Teil wird die eigentliche Bewerbung behandelt, also Anschreiben, Lebenslauf, Zeugnisse und im dritten Teil schließlich kommen die Musterbewerbungen zum Zug. Der erste Teil ist tatsächlich sehr hilfreich, vor allem wenn es darum geht, eine Bewerbung möglichst konkret auf ein bestimmtes Stellenangebot auszurichten. Es wird also vom Bewerber ein hohes Maß an Reflexion gefordert darüber, was er genau für eine bestimmte Stelle liefern kann. Damit wird klar gemacht, dass ein Standard-Anschreiben, selbst bei Initiativ-Bewerbungen, ein No-Go ist. Unterschiedliche Anzeigentypen werden auch beleuchtet, aber hier wieder ein wesentliches Manko: 2005, im Erscheinungsjahr des Buches, war das Internet bereits erfunden mit Stellenbörsen, der Homepage der Agentur für Arbeit und Firmenhomepages. Das findet im Buch leider keinerlei Berücksichtigung. Auch wenn die Zielgruppe von vorn herein vielleicht als weniger internet-affin festgelegt wurde, sollte zumindest erwähnt werden, dass es Online-Stellenbörsen gibt, wo man auch als Einzelhandelskauffrau bei der Stellensuche Angebote finden kann. Es gibt also nicht nur keine Online-Bewerbung, sondern auch keine Linkliste mit Online-Stellenbörsen. Auch im zweiten Teil stolpert man über den einen und anderen kleinen Faux pas: Es ist durchaus erlaubt, auch zwei Seiten für das Anschreiben zu verwenden, wichtig ist jedoch, dass man Niemanden mit einem Haufen Text, am besten noch ungegliedert, erschlägt. Auch ein Foto, hier als unabdingbarer Bestandteil genannt, ist nicht zwingend notwendig, ebenso wenig wie die Angabe der Grundschule im Lebenslauf. Aber das sind eher Kleinigkeiten, richtig miese und verhängnisvolle Fehlinformationen gibt es nicht! Ein echter Pluspunkt sei am Ende nun aber doch noch vergeben: Am Ende der Kapitel werden zumindest die wichtigsten Hinweise noch einmal in Form einer kompakten Checkliste zusammen gestellt, an der man sich in jeder einzelnen Bewerbung noch einmal entlang hangeln kann. Zudem wird ein kurzer Ausblick geboten, was denn nach der versendeten Bewerbung zu erwarten ist. Das Buch eigent sich im Ganzen also eher nicht für Berufe im Bereich IT oder anderer Branchen, in denen man schon vom Internet gehört hat. Eine sehr gute Hilfe ist es hingegen für Menschen, die den klassischen Weg der Bewerbung wählen und sich vor allem das erste Mal mit dem Thema Bewerbung auseinander setzen. Durch die Muster bekommt man einen Blick dafür, worauf im jeweiligen Beruf besonders geachtet wird und wie man sich dahingehend mit der Bewerbung am besten präsentiert.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen
Bewerberblog-Testurteil: Wenig empfehlenswert, 17. Juli 2008
Die Autoren des Ratgebers Uta Rohrschneider und Michael Lorenz sind beide in der grow.up.-Managementberatung GmbH als HR- und Unternehmensberater tätig. Auf den ersten Blick macht das Buch einen recht aufgeräumten und modernen Eindruck, der sich innerhalb des Buches leider nicht bestätigen lässt, aber dazu später mehr. Der erste Abschnitt des Buches widmet sich einem Bereich des Bewerbens über den viel zu selten gesprochen wird. Umso angenehmer war ich überrascht, dass man sich hier ganze 40 Seiten Zeit dafür nimmt, den Leser darauf einzustimmen, wie wichtig es ist, sich vor dem Bewerben Gedanken über die eigenen Ziele, Motivation und Kompetenzen zu machen. Es wird deutlich, dass diese eingehende Beschäftigung mit sich selbst essentiell für das Finden einer geeigneten Position im richtigen Unternehmen ist. Für den völlig Ahnungslosen, der mit Schlagworten wie Arbeitsstil, Teamorientierung oder Führungsmotivation gar nichts anfangen kann, haben die Autoren Fragelisten zusammengestellt, die beim Entdecken der eigenen Kompetenzen helfen können. Ich habe mich einmal daran probiert und die Ergebnisse gehen, zumindest was mich betrifft, in die richtige Richtung. Eine wirklich umfang- und hilfreiche Zusammenstellung, bei der man nicht vergessen sollte, dass sie dennoch sehr theoretisch und schematisch ist. Auch ist die Auswertung der Ergebnisse ein wenig zu grob. Dennoch ist dieser Teil des Buches lobend hervorzuheben, weil er das Bewusstsein des Lesers überhaupt erst einmal für diese Fragestellung zu schärfen beginnt. Weiterhin positiv zu erwähnen ist die Bemühung der Autoren, die Kapitel 'lebendig' wirken zu lassen. So sind die einzelnen Kapitel nicht mit schnöden Aussageüberschriften und einer Nummerierung versehen, sondern glänzen mit aufgeworfenen Fragen und Situationen, in denen sich der eine oder andere Bewerber sicherlich wieder finden wird. Leider geht diese Lebendigkeit sehr auf Kosten der Übersichtlichkeit des Buches. Auf den ersten Blick ist nur schwer zu erkennen, wo sich einzelne Inhalte verstecken. Auch in den Kapiteln wirkt es ähnlich unaufgeräumt. Der Versuch aus dem durchgängigen Text einzelne Inhalte mit Bildern auf dem Rand hervorzuheben, wird dadurch gestört, dass es neben dem Bild für 'Expertentipp' auch noch 'To-Do', 'CD-ROM', 'Praxis-Beispiel' und 'Checkliste' gibt. So folgt nun also Bild auf Bild. Und als ob das nicht genug wäre, streut man zwischen die Bildchen immer auch noch einzelne Texthinweise, die es noch wirrer werden lassen. Wirklich schade. Ein weiterer guter Gedanke, der im ersten Kapitel aufgeworfen wird, ist die Frage, die sich jeder Bewerber beantworten sollte: 'Will ich lieber in einem Konzern oder bei einem Mittelständler arbeiten?' Schön, dass daran gedacht wurde, dieses Thema anzuschneiden. Auch das dritte Kapitel zu 'Wie sammle ich relevante Informationen über ein Unternehmen?' ist in Bezug auf die Grundidee als positiv zu bewerten. Mit einigen Hinweisen zu Offline- und Onlinequellen sowie einer Checkliste, bekommt man hier einige gute Hinweise, die einem bei der Bewertung des Unternehmens und dem Schreiben der Bewerbung helfe sollten. Im Kapitel über die zu wählende Bewerbungsstrategie, werden die verschiedenen Möglichkeiten angeschnitten und auf deren Vor- und Nachteile hingewiesen. Die Autoren verschaffen dem Leser einen guten Überblick. Eigenartig ist dabei, dass sich von den 33 Seiten zum Thema 10 mit der aus meiner Sicht recht veralteten Variante des Stellengesuchs via Zeitung befassen. Im Gegenzug ist die Liste der auf der CD angegebenen Jobbörsen im Internet auch für 2006 ziemlich unvollständig. Hier ist die Gewichtung der einzelnen Strategien auf jeden Fall veraltet. Das folgende Kapitel zu der Frage, wie man Stellenanzeigen eigentlich liest, ist wiederum gut gedacht, aber leider, wie so vieles in diesem Buch, nicht mehr ganz zeitgemäß. Kapitel 6 widmet sich nun der Frage, wie eine Bewerbung zu gestalten ist. Hier fällt wieder auf, dass die Zeilen schon einige Jahre alt sind. Einige Beispiele: 'Sie können auch eine CD-ROM mit Ihren Unterlagen verschicken. Auf der anderen Seite dürfen Sie aber nicht damit rechnen, dass wirklich jeder Personalleiter einen PC mit CD-ROM-Laufwerk hat.' (S. 107) Abgesehen davon, dass das Beilegen einer CD-ROM nur dann erfolgen sollte, wenn sich darauf auch zusätzlich nützliche Informationen befinden, konnte man auch im Jahr 2006 durchaus davon ausgehen, dass PCs mit dem entsprechenden Laufwerk ausgestattet waren. 'Häufig werden die einzelnen Blätter in Klarsichthüllen gesteckt. Damit schützen Sie die Unterlagen zusätzlich vor Verschmutzung und es sieht auch noch schöner aus. Diese Trend ist insgesamt etwas zurückgegangen, Sie können aber immer noch vorbreitete Mappen mit Hüllen kaufen. Wenn Sie Klarsichthüllen verwenden'' (S.109) Dieser Hinweis ist nicht nur nicht mehr zeitgemäß, er kann, wenn man sich an ihn hält, dafür sorgen, dass man aussortiert wird. Die Unterlagen in Klarsichthüllen zu stecken, ist ganz klar nicht erwünscht. Kein Personaler hat Freude daran, jedes einzelne Blatt aus einer Hülle zu ziehen, um Notizen machen zu können. Leider ziehen sich derlei Informationen, wenn auch nur von Zeit zu Zeit, durch das ganze Buch, was es für den Bewerber schwierig macht, zu erkennen, welche Information für ihn die richtige ist. Die Hinweise zu Bewerbungsfotos sowie zum Verfassen von Anschreiben und Lebenslauf sind im Großen und Ganzen in Ordnung, weisen aber an der einen oder anderen Stelle wiederum veraltete Informationen auf. Beispielsweise hat sich auch in Deutschland seit 2-3 Jahren der amerikanische, also gegenchronologische, Aufbau des Lebenslaufs durchgesetzt. Einen großen Minuspunkt gibt es für das nahezu komplette Ignorieren von E-Mail-Bewerbungen. Während es für Bewerbungen via Onlineformular noch den einen oder anderen Tipp gibt, wird die Möglichkeit der E-Mail-Bewerbung an sich zwar noch vorgestellt, von deren Nutzung aber abgeraten. Abschließend noch ein paar Worte zur mitgelieferten CD-ROM: Den ersten Minuspunkt gibt es dafür, dass man zur Verwendung der CD eine Teil- oder Komplettinstallation der CD vornehmen muss. Die bereits erwähnten Checklisten sind gut zusammengestellt und finden sich auch auf der CD wieder. Für eine erste Orientierung kann man auch einen Blick auf die Musterlebensläufe, -Deckblätter und so weiter werfen. Allerdings sind auch diese mit Vorsicht zu genießen. In den Vorlagen befinden sich Fehler (z.B. 'email', 'e-mail' etc. - laut Duden ist die richtige Schreibweise: E-Mail). Auch ist die Formatierung der Worddokumente recht dilettantisch. Von den Autoren selbst in das Buch aufgenommene Hinweise, wie 'Bitte keine Formatierung mit Blanks und Tabs, dies wirkt äußerst unprofessionell', wurden bei den Musterlebensläufen nicht beachtet. Auch die Eingangs berichteten Fragenkataloge, die einem Klarheit über die eigenen Kompetenzen geben sollen, befinden sich mit auf der CD. Leider liegen diese auch nur als Word-Dokumente vor. Eine Variante bei der man sich nicht mehr mit Zettel und Stift hinsetzen muss, sondern bei der die Punkte direkt berechnet und das Ergebnis ausgegeben wird, wäre wesentlich ansprechender gewesen. Mein Resümee: Es handelt sich um ein Buch mit gut recherchierten und zusammen getragenen Informationen. Die ausführliche Behandlung der Bedeutung eigener Fähigkeiten, Ziele und Motive ist sehr gut gelungen. Minuspunkte gibt es dagegen für die Nutzerfreundlichkeit und die Aktualität. Die Mängel in der Aktualität wirken sich auch auf den Informationsgehalt des Buches aus, welches zumindest in Sachen Praxisbezug und Verständlichkeit noch ein paar Pluspunkte sammeln kann. Hätte man im Jahr 2006 eine umfangreiche Überarbeitung des Buches vorgenommen, würde es sicherlich weitaus besser abschneiden. Vielleicht geschieht dies ja bei der 4. Auflage. Letztlich bekommt das Buch von mir eine 2,8 und gehört damit schon in die Kategorie wenig empfehlenswert.
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0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen
Der erste und der zweite Eindruck, 17. Juli 2008
Eines kann man folgendem Bewerbungsratgeber auf keine Fall absprechen: Er bewegt sich definitiv auf der Höhe der Zeit! Die Herren Maier-Stahl und Stein haben mit dem Buch 'Einzigartig bewerben. Wie Sie aus der Bewerbermenge hervorstechen' mit wenig Farbe aber dafür auf aktuellem Stand alles zum Bewerbungprozess zusammengestellt. Der erste Eindruck war allerdings aufgrund der Sprache nicht wirklich so positiv. Irgendwie scheint es nicht darauf anzukommen, was man zu erzählen hat, sondern wie und wenn dauernd von Selbstvermarktung und dem 'Ich' als anzupreisendem Produkt die Rede ist, dann kommt das nicht so gut. Gott sei Dank lässt diese Tendenz der Eingangskapitel im Laufe des Buches wieder nach. Übrigens ist es eine Erwähnung wert, dass Christoph M. Maier-Stahl neben seinem sehr einprägsamen Namen auch eine putzige Ausbildung hat, er ist nämlich Diplompädagoge, Spiel-und Theaterpädagoge. Holger Stein mit unscheinbarerem Namen ist Diplompsychologe. Diesen beiden Berufsausbildungen ist es dann wohl auch geschuldet, dass sie sehr differenziert mit dem Thema Bewerbung umgehen. Und das gereicht dem Buch auf jedem Fall zum Vorteil. Und auch die Abwesenheit von Farbe hindert beide nicht daran, den Text gut zu gliedern und wichtige Infos/Tipps/Übungen gut hervor zu heben. Und nun ran ans Inhaltliche: Das Buch gliedert sich ganz grob in etwa zwei gleich große Teile, wobei sich im ersten ausschließlich um den Prozess vor der eigentlichen Bewerbung handelt. Hier ist auch die berufliche Herkunft der beiden Autoren spürbar: Es geht im ersten Teil viel um Selbstreflexion, Analyse der Stellenangebote und Bewerbungsstrategien. Deshalb eignet sich das Buch vor allem auch für junge Bewerber, die noch nicht so recht wissen, was sie selbst wollen und können. Man wird ermutigt, nicht nur sich selbst zu hinterfragen, sondern sich zum Beispiel in einen Personaler hinein zu versetzen und zu schauen, was er wohl aus seiner Sicht erwartet. Ausführlich wird das Internet behandelt, ob als Ort der Stellensuche, als Informationsquelle oder als Kommunikationsweg, auf dem man sich per Email oder Formular bewirbt. Sehr schön sind die zahlreichen Links, auch wenn diese übersichtlicher in einer Tabelle hätten zusammengefasst werden können. So sind sie in hervorgehobenen Kästchen im Fließtext eingebaut. Das kann man auch als Vorteil sehen, immerhin sind sie dann gleich dort angesiedelt, wo sich thematisch auch hingehören. Ebenso wie das Internet wird berücksichtigt, wie man das Telefon oder das persönliche Umfeld nutzen kann, um sich freie Stellen zu erschließen. Trotz dem Bezug zu, wenn man so will 'moderneren' Bewerbungswegen, werden die klassischen Bewerbungen nicht außer Acht gelasen: Dass man Stellengesuche veröffentlicht in Printmedien wird ebenso berücksichtigt wie die Tatsache, dass der Bewerbungsprozess in einigen mittleren und kleineren Betrieben vor allem im handwerklichen Bereich eben auch ohne Internet vonstatten geht. Als deutlich negativ habe ich an diesem Buch empfunden, dass zum Teil mit Zahlen hantiert wird, deren Herkunft nicht erläutert wird, oder dass man eine Statistik vom Jahr 2000 heranzieht, das Buch selbst aber 2006 erschienen ist. Mit Statistiken ist das so eine Sache: Entweder man hat eine zum Thema oder hat Pech gehabt. Dann lieber keine als eine, die nach 6 Jahren keine Aktualität mehr aufweist. Gerade die Einbindung des Internets beim Recruitingprozess ist in den letzten Jahren so rasant gestiegen, dass einem das Jahr 2000 wohl wenig repräsentativ erscheint. Ebenso fragwürdig fand im Kapitel zum Lebenslauf zum Einen die Kleinigkeit mit der Erwähnung der Grundschule im Lebenslauf (außer bei Schülern macht das wenig Sinn) und zum Anderen der Hinweis, dass man mit der Nichterwähnung von Monatsangaben seine Lücken retouschieren sollte. Lücken im Lebenslauf wie 2 Monate ohne Job sind heutzutage keine wirklichen Lücken. Jeder kann mal betriebbedingt gekündigt werden und ein Viertel Jahr auf Stellensuche sein. Dass man da schon anfangen muss mit Zahlenspielereien, dem würde ich deutlich widersprechen. Und wer eine Seite später darauf hinweist, man möge doch bitte ehrlich sein, der verliert durch diese ambivalenten Aussagen etwas an Glaubwürdigkeit. Aber das Buch hat seine Stärken, ob man sich damit nun einzigartig bewirbt, dass lassen wir mal dahingestellt sein. Es berücksichtigt auf jeden Fall, dass Bewerbungen keine Sache nur von Formalien sind, dass man Bewerbungsunterlagen immer wieder aktualisieren und auf jede Stelle speziell zuschneiden muss, dass jede Berufsgruppe anderen Anforderungen ausgesetzt ist und man auch immer wieder andere Voraussetzungen für eine Bewerbung und eine Stellensuche vorfindet.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
Bewerberblog-Testurteil: Gut, 17. Juli 2008
Auf den ersten Blick fällt das moderne, dank Zahlen, mathematisch kariertem Hintergrund und dem Schriftzug 'book@web' an das Internet erinnernde Design auf. Außerdem ist auf dem Titel zu lesen, dass man sich neben dem Buch auch über einen dazugehörigen Internetworkshop weiterbilden kann, was sicher nicht unwesentlich zur Kaufentscheidung beitragen wird. Doch dazu später mehr. Das Buch ist angenehm klar strukturiert. Alle im Text erklärten Tipps und Hinweise finden sich am Ende eines Abschnitts noch einmal in prägnanten Stichpunkten zusammengefasst und bilden damit eine hilfreiche Gedankenstütze. Die Kapitel sind eindeutig und sinnvoll voneinander getrennt. Frau Hofert wirft mit Hilfe einer fiktiven Bewerberin Paula am Anfang jeden Kapitels typische Fragen von Bewerbern auf, was es dem Leser leichter macht sich mit den gegebenen Ratschlägen zu identifizieren. Die im Buch verwendete Sprache ist einfach ohne plump zu wirken und damit für Jedermann verständlich und nachvollziehbar. Auch in diesem Ratgeber ist die intensive Beschäftigung des ersten Kapitels mit dem Thema 'Zielfindung', als sehr positiv zu bewerten. Über verschiedene Schritte und gezielte Fragen, die sich der Leser selbst beantworten soll eröffnet die Autorin die Chance, auch dann den richtigen Weg (beziehungsweise den richtigen Job und Arbeitgeber) für sich zu finden, wenn man noch gar nicht weiß, was man will. Das Kapitel dazu, wo man im besten Fall den richtigen Job findet ist dagegen relativ knapp gehalten, bietet aber alle notwendigen Informationen. Mit dem Verweis auf Gerhard Kenks fantastische Seite wird der Bewerber auch jede für sich relevante Online-Stellenbörse samt Bewertung finden. Besonders gelungen finde ich in diesem Kapitel, weil sich viele darüber nich im Klaren sind, den Hinweis: 'Jobsuche bedeutet Arbeit, ist wie Projekt, das Sie erfolgreich planen und zielgerichtet führen und beenden. Um zum Erfolg zu kommen sollten Sie immer mehrere Strategien kombinieren.' So geht Sie im weiteren Verlauf neben der Bewerbung auf Anzeigen auch auf Initiativbewerbungen und andere Formen ein. Neben vielen guten Sachen gibt es hier auch einige Hinweise, die ich so nicht geben würde. Wie in vielen Ratgebern, wird auch hier von einer Bewerbung per E-Mail abgeraten, was für uns kaum nachzuvollziehen ist, aber letztlich ist dieser Tipp ja auch schon wieder vier Jahre alt. Zudem wird empfohlen, es mit einer Art Kurzbewerbung (in einem späteren Kapitel auch Zielgruppenkurzbewerbung) in der Form eines Rundmailings per Brief zu probieren, was ich sehr eigenartig finde. Diese Bewerbung soll nun eher wie ein Werbemailing als wie eine klassische Bewerbung aussehen. Frau Hofert stellt sich das Ganze so vor, dass sich der Bewerber Ansprechpartner (bestenfalls die Geschäftsführer) branchenrelevanter Unternehmen heraussucht und dann etwa 500 Briefe an diese versendet. Aus denn Kennzahlen 'normaler' Werbemailings leitet sie ab, dass es einen Rücklauf von etwas drei bis fünf Prozent geben sollte. Nun mag sie damit Recht haben, ausprobiert haben wir das dieses Mal auch nicht, doch halte ich diesen Weg dennoch nicht für sinnvoll. Neben den hohen Kosten, sprechen noch einige andere Dinge dagegen. So ist fraglich, ob ein solcher Brief überhaupt auf dem Tisch des Geschäftsführers landet (diese haben meist eine Assistentin, die vorsortiert), wenn das so ist, ob dieser sich dafür tatsächlich interessiert oder es nicht vielleicht auch einfach vergisst, dass er da einen interessanten Brief/ Kandidaten vor sich hatte. Letztlich hat es seine Gründe, wenn ein Unternehmen eine Personalvermittlung mit der Suche nach Kandidaten und dem Bewerbermanagement betraut. Die wichtigsten sind meist, dass man sich in der Firma gar nicht mit den ganzen Bewerbungen beschäftigen will oder einem einfach die Ressourcen fehlen es zu tun. Insofern muss ich auch dem Tipp 'Wenn Sie [...] Entscheider suchen, dann suchen Sie hier (in der Fachabteilung). Personaler sind 'nur' Empfehler' widersprechen. Die Ratschläge für den Lebenslauf wie auch für das Anschreiben sind wiederum sehr hilfreich und geben dem aufmerksamen Leser die richtigen Anregungen. Einen Zusatz halte ich trotzdem für wichtig. Auf Seite 86 heißt es, dass man im Anschreiben letztlich lediglich eine ordentliche Grammatik und eine richtige Rechtschreibung erwartet. Dem kann ich nicht zustimmen. Wir legen viel Wert darauf, dass unsere Bewerber ein Anschreiben verfassen, in dem sie Ihre Motive und Fähigkeiten nicht einfach nur darlegen, sondern auch entsprechend begründen. Eine gute Rechtschreibung und Grammatik sollte weitgehend selbstverständlich sein. Im weiteren Verlauf finden sich eine ganze Reiher sehr guter Tipps im Hinblick auf die 'geheimnissvolle Seite drei', zu Arbeitsproben, Bewerbungsfoto, (Arbeits)zeugnissen, dem richtigen Bewerbungsweg, dem Vorstellungsgespräch usw. Hierbei sind vor allem die Ratschläge für die Vorbereitung des Vorstellungsgesprächs sehr gut zusammen gefasst. Das Buch ist im Großen und Ganzen empfehlenswert, doch hat sich auch einiges eingeschlichen, was ich als nicht sinnvoll betrachte oder aber mittlerweile überholt ist. Hierbei meine ich vor allem die Bewerbung als Rundmailing und viele Hinweise im Zusammenhang mit E-Mail-Bewerbungen. So kann man mittlerweile davon ausgehen, dass mehr als 25% der E-Mail-Bewerbungen beachtet werden; auch ein kürzer geratender E-Mail-Text hält kaum jemanden davon ab, die Bewerbung im Anhang zu öffnen; Zeugnisse sollten auch hier gleich mitgeschickt werden; sollte die E-Mail-Bewerbung nicht ankommen, erhält man eine Fehlermeldung und auch ein Anhang darf mittlerweile zwischen zwei und vier MB, statt nur einem MB, groß sein. Trotz der Einschränkungen bekommt der Ratgeber von mir die Note: Gut Nachdem ich das Buch nun eingehend beschrieben und bewertet habe, komme ich noch zu dem auf dem Deckblatt des Buches angepriesenen Internetworkshop. Geht man auf www.book-at-web.de landet man auf der Seite des GABAL Verlags. Dort muss man sich zunächst registrieren. Dann geht's los. Im Großen und Ganzen findet man hier die Unterteilung des Buches wieder, bekommt aber mit Hilfe von Eingabefeldern gleichzeitig die Möglichkeit, die aufgeworfenen Fragen zu beantworten. Leider gibt es keine Möglichkeit die Antworten abzuspeichern, so dass man sie sich später noch einmal anschauen kann, oder aber den Workshop nach einer Unterbrechung fortsetzen kann. Vielleicht lässt sich etwas in dieser Art ja noch 'nachrüsten'.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
Mit kleinen Einschränkungen empfehlenswert, 17. Juli 2008
Svenja Hofert ist eine sehr fleißige Bewerbungsratgeber-Autorin und betreibt selbst ein Blog, das wir regelmäßig lesen. Sie ist Karriereberaterin und scheint in allen Medien vertreten zu sein. Jedenfalls ist einer ihrer Schwerpunkte das Recruiting und Bewerben im Internet, was ein sehr lobenswertes Unterfangen ist. Ein Standardwerk zu diesem Thema, 'Stellensuche und Bewerbung im Internet' werde ich heute im Rahmen unseres großen Ratgeber-Tests unter die Lupe nehmen. Die äußere Ausstattung des Buches verleitet, ehrlich gesagt, nicht gerade zum Kauf: Gruseliges Design, altmodische Farben und ein nichts sagendes Bild. Daran sollte der Verlag bei einer (auch inhaltlich notwendigen) Neuauflage dringend arbeiten. Auch das Layout im Buch ist nicht zeitgemäß (auch nicht für das Jahr 2005), das Papier ist irgendwie zu dick und hat keine gute Qualität, es fühlt sich nicht sehr hochwertig an. Aber immerhin ist die Einteilung übersichtlich, es gibt (hässliche) blaue Boxen, die das Wichtigste zusammenfassen und den Inhalt strukturieren, damit taugt der Ratgeber auch als Nachschlagewerk. Frau Hofert weist gleich zu Beginn darauf hin, dass sich das Buch dem gesamten Bewerbungsprozess widmet, dabei aber einen Schwerpunkt auf das Internet legt. Demnach würde es also genügend, sich diesen einen Ratgeber zu kaufen. Da bin ich mal gespannt. Beim Inhaltsverzeichnis fällt auf, dass die Hälfte des Buches die Stellensuche zum Thema hat. Es wird also nicht gleich von Anschreiben und Lebensläufen gesprochen, sondern dem Leser klargemacht, dass die Auswahl geeigneter Stellen die halbe Miete ist. Sehr gut! So sehe ich das auch: Man kann sich einige Absagen ersparen, wenn man sich die Stellen sorgfältig heraussucht und sich nur auf Stellen bewirbt, auf die man auch passt. Und das wiederum fällt deutlich leichter, wenn man weiß, wo man suchen muss. Dass Monster, Stepstone und die Arbeitsagentur nicht für jeden die besten Anlaufstellen bei der Jobsuche sind, ist ja den meisten Personalern klar, den Bewerbern jedoch nicht. Svenja Hofert zeigt Alternativen auf: Sie hat eine gut recherchierte Auswahl von regionalen und branchenspezifischen Jobbörsen, Jobsuchmaschinen und anderen Möglichkeiten zusammengestellt und erklärt jeweils, wann die Suche dort sinnvoll ist. Sie erklärt auch, dass es viele 'verdeckte' Stellen (fast 2/3!) gibt, die man auf den 'normalen' Wegen gar nicht findet. Damit beantwortet Sie leicht verständlich typische und vor allem sehr wichtige Fragen von Bewerbern. Für wen welche Form der Stellensuche und Bewerbung (auf eine bestimmte Stelle oder initiativ) versucht Sie anhand von Fallbeispielen anschaulich darzustellen, Checklisten helfen dem Bewerber, wichtige Regeln und Hinweise im Blick zu halten. Wirklich gut und nützlich finde ich die langen, sortierten und bewerteten Linklisten (auch wenn das 'STEBES'-Bewertungssystem etwas albern und unübersichtlich ist, zumal es nur auf einen Bruchteil der Jobbörsen anwendbar ist) und die vielen Hinweise auf die Möglichkeiten des Internets. Allerdings liegt genau auch da der Hase begraben: Das Internet ist schnell wie der Wind und ein Buch aktualisiert sich nun mal leider nicht von selbst indem es im Regal steht. Viele Hinweise sind veraltet, Links funktionieren nicht mehr und neue Möglichkeiten (RSS-Feeds, Blogs, Social Netwokrs u.ä.) werden nicht erwähnt. Wie auch: Das Buch stammt aus dem Jahre 2005. Und das ist, spricht man vom Internet, eine Ewigkeit. So erklärt Frau Hofert lang und breit die Regeln einer Newsgroup - Viel wesentlicher für die Jobsuche heutzutage wären Hinweise, wie man mit Xing, LinkedIn & Co. umgeht. Nicht schön: 'offene' Stellenbörsen und solche von kleinen Personalvermittlungsunternehmen werden nebeneinander gestellt, auch wenn dort zum Teil keine oder nur sehr wenige Positionen aufgelistet sind. Solche Linktipps sind nicht hilfreich, da bietet das Internet wesentlich bessere Möglichkeiten. Nützlich wiederum sind die praxisorientierten Hinweise, an die Bewerber vielleicht im ersten Moment nicht denken, die aber bei Jobsuche und Bewerbung sehr hilfreich sein können: Wie man zum Beispiel E-Mail-Adressen herausfindet, wie man verdeckte Stellen findet, wen man vorher anruft und so weiter. Im 'Bewerbungsteil' geht Svenja Hofert sehr detailliert auf die Besonderheiten von E-Mail- und Online-Bewerbung ein. Sie sensibilisiert die Leser dafür, dass -so locker es im Internet oft zugehen mag- man die Verfassung einer E-Mail mindestens genauso ernst nehmen sollte wie eine postalische Bewerbung. Sie geht sehr ins Detail, thematisisert Schriftarten, Lebenslauf-Formen, Formulierungen von Anschreiben bis hin zur Größe der Anlagen und zum Dateiformat und wie man selbiges erstellt. Allerdings ist der Hinweis auf pdf-Konvertierungsprogramme, die man kaufen muss, veraltet. FreePdf und andere bieten diese Funktion schon lange kostenlos an. Besonders lobenswert -das ist mir bisher in keinem anderen Ratgeber untergekommen- finde ich den Hinweis, die 'dritte' Seite als Übersicht konkreter Fähigkeiten und Kenntnisse zu nutzen. Besonders für Bewerber in technischen Berufen ist eine solche Liste ein absoluter Pluspunkt. Formular-Bewerbungen, Bewerbungshomepages, Initiativbewerbungen: Die komplette Palette möglicher Bewerbungsvarianten werden hier vorgestellt und Empfehlungen ausgesprochen, für wen welche Form sinnvoll ist. Hier liegt Frau Hofert in den meisten Fällen genau richtig. So ist eine Bewerbungshomepage im Grunde nur dann sinnvoll, wenn man damit zeigen will, dass man Talent und Kenntnisse im Erstellen von Homepages hat (etwa bei einer Bewerbung im Bereich Webdevelopment). Fazit: Der Ratgeber wird seinem Anspruch, online und offline Bewerbungen praxisnah und verständlich zu behandeln, absolut gerecht. Fast alle Tipps können wir empfehlen. Dennoch gibt es Minuspunkte für veraltete Hinweise, unbrauchbare Links und fragwürdige Tipps. So halten wir Massenmailings mit Kurzbewerbung an Geschäftsführer für keine gute Idee. In der Regel werden solche Initiativen nicht ernst genommen. Verglichen mit anderen Ratgebern geht Svenja Hofert sehr viel weiter, gibt zeitgemäße Hinweise und wiederholt nicht nur gebetsmühlenartig die oberflächlichen Tipps, mit denen uns schon Lehrer und Eltern immer auf die Nerven gehen. Die Investition in das Büchlein lohnt sich auf jeden Fall: In Verbindung mit der regelmäßigen Lektüre des Bewerberblogs kann dann gar nichts mehr schief gehen. Das Bewerberblog-Testurteil: Mit kleineren Einschränkungen (vor allem die veralteten Internet-Tipps) empfehlenswert.
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