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Rezensionen verfasst von
Nice2829 (Frankfurt am Main)

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Die Unruhezone: Eine Geschichte von mir
Die Unruhezone: Eine Geschichte von mir
von Jonathan Franzen
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,95

6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Dem Kommerz geschuldet, 5. Oktober 2008
Der Literaturmarkt giert nach neuem Material des Superstars Jonathan Franzen. In dieser Logik muss man das Buch mit dem (dämlich übersetzten) Titel "Die Unruhezone" betrachten. So ziemlich jeder begeisterte Leser der "Korrekturen" will mehr von Franzen. Deshalb werden ein paar Essays ergänzt, irgendwie zusammengepackt und zwischen zwei Buchdeckeel gepresst.

Das klingt jetzt schlimmer, als das Resultat dieses Prozesses wirklich ist. Gelangweilt haben mich die Erinnerungen des Autors nie. Manches ist interessant, um Hintergründe seines Werks zu verstehen, manches liest sich unterhaltsam, manches ist auch belanglos.

Niemand muss dieses Buch gelesen haben. Auf keinen Fall sollte man die "Unruhezone" als erstes Franzen-Buch lesen. Wer aber den Rest kennt und schätzt: Bitte zugreifen.


Stiller: Roman (suhrkamp taschenbuch)
Stiller: Roman (suhrkamp taschenbuch)
von Max Frisch
  Taschenbuch
Preis: EUR 10,00

12 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Wechselbad für den Leser, 4. Oktober 2008
Es ist sicherlich nicht populär, ein Werk, das allgemein als Klassiker, ja sogar als Teil der Weltliteratur gilt, mit gerade mal 3 Sternen zu bewerten. Aber hier geht es nur um meinen persönlichen Eindruck. Und dieser Eindruck ist nun einmal nicht uneingeschränkt positiv.

Für mich war die Lektüre des Stiller ein Wechselbad. Auf eine interessante Passage folgen wirklich zähe Ergüsse, gefolgt von einer wiederum packenden Episode. In diesem Stil geht das 438 Seiten lang. Ich bin wahrlich kein Verächter der etwas sperrigeren Literatur, aber Frisch führte mich manches Mal an die Grenze meiner Geduld.

Dass der Autor stilistisch und sprachlich alle Möglichkeiten hat - geschenkt. Hier war es wohl wirklich die Story und vor allem ihr Protagonist, die mich ratlos zurückließen. Der Mensch Anatol Stiller wurde mir während des Lesens zunehmend unsymphatisch, ich wehrte mich geradezu gegen seine Gedanken. Das sind sicher keine besonders guten Voraussetzungen.

Vielleicht habe ich auch persönlich einfach keinen Zugang zu Frisch. "Biedermann" und "Homo Faber" habe ich mit mäßiger Begeisterung gelesen, "Montauk" war für mich gar eine Enttäuschung.


Der Prozeß: Roman (suhrkamp taschenbuch)
Der Prozeß: Roman (suhrkamp taschenbuch)
von Franz Kafka
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,00

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein packendes Stück Weltliteratur., 2. Oktober 2008
Es ist im Grunde genommen ein wenig albern, hier ein paar amateurhafte Sätze zu hinterlassen, die dieses Werk in irgendeiner Form angemessen bewerten sollen. Genau genommen ist es ziemlich anmaßend. Über Kafka und dieses Buch haben Germanisten tausende von Seminarvorträge, Magisterarbeiten und Dissertationen verfasst. Das Thema ist von allen Seiten professionell ausgeleuchtet, es existieren Regalmeter an Sekundärliteratur. Es kann also hier nur darum gehen, einen spontanen Eindruck wiederzugeben, der dem einen oder anderen, der den "Prozeß" tatsächlich noch nicht gelesen hat, eine Hilfestellung sein mag.

Ich habe nach rund 15 Jahren wieder zu dem Buch gegriffen - einfach um zu sehen, ob ich es nicht unangemessen verklärt hatte und meine Begeisterung der damaligen Jugend geschuldet war. Um es kurz zu machen: Es hat mich sofort wieder gepackt. Kafka schafft es, in wenigen Sätzen eine beklemmende und fesselnde Atmosphäre zu erzeugen. Das ganze ist traurig, bewegend, begeisternd und niemals langweilig. Ich bin tatsächlich erstmals seit Jahren wieder von einem Buch in den Schlaf verfolgt worden - "Der Prozeß" rief finsterste Träume hervor, wie es Thriller niemals schaffen.

Zwei Bemerkungen noch:
- Ich will hier wirklich nicht in die Interpretation einsteigen. Aber wer in diesem Buch in erster Linie eine Kritik an Justiz und Bürokratie sieht, sollte nochmal zwei, drei Minuten länger nachdenken.. ;o)
- Es ist sensationell und auch erschreckend, wie wenig sich in der Arbeitswelt seit 1920 geändert hat. Die Beschreibung der Atmosphäre in der Bank, die Konkurrenzkämpfe, die Angst, Schwächen zu zeigen - all das könnte sich genauso in unserer Zeit zutragen.


Der Fliegenfänger
Der Fliegenfänger
von Willy Russell
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,95

26 von 70 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen An der Kitschgrenze..., 28. Mai 2006
Rezension bezieht sich auf: Der Fliegenfänger (Taschenbuch)
Russels Buch ist in einem flotten Stil durchgeschrieben, hat einen recht symphatischen Protagonisten und macht es dem Leser sehr einfach.

Was es nicht hat: Eine auch nur einigermaßen glaubwürdige oder zumindest plausible Story sowie Nebenfiguren, die wenigstens ein, zwei Widersprüche in sich tragen, das heißt: in irgendeiner Weise lebendig sind. Die Wichtigkeit der Botschaft des Buches - Toleranz, Nächstenliebe - wird kaum jemand bestreiten. Doch wenn einem die "Wahrheiten" mit dem Holzhammer näher gebracht werden und sich das ganze dem Kitsch mehr als einmal nähert, schwindet die Wirkung zumindest bei mir rapide.

Die Schilderungen beispielsweise von Onkel Jason und Tante Fay erinnern permanent an jene der Dursleys aus Harry Potter. Nun hat JK Rowling dabei nur ein paar Randfiguren als lustige Karikaturen gestaltet (noch dazu in einem Kinder-/Jugendbuch). Russell wollte es wohl etwas anders verstanden haben. Auch der Rest der Welt im "Fliegenfänger" teilt sich in ein paar sehr wenige gute Menschen und abgrundtief böse, dumme, oberflächliche Wesen.

Wem schwarz-weiß-Malerei auf Soap-Niveau gefällt: Bitte zugreifen. Allen anderen dürfte spätestens bei der Schlußpointe auf der letzten Seite richtig übel werden.

Ach, noch eins: Wer als Fans von Morrissey und den Smiths (so wie ich) meint, man müsse den Fliegenfänger mal gelesen haben, irrt sich. Mit Mozza hat dieses Buch im Grunde gar nichts zu tun, genauso wenig wie mit Weltliteratur oder wie mit Sallingers "Catcher in the Rye".
Kommentar Kommentare (5) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 17, 2013 3:53 AM CET


Völker dieser Welt, relaxt!
Völker dieser Welt, relaxt!
von Tom Robbins
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

8 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Laut und enttäuschend, 28. Februar 2006
Rezension bezieht sich auf: Völker dieser Welt, relaxt! (Taschenbuch)
Wenn ich sehe, dass im Anhang für Werke von T.C. Boyle geworben wird, frage ich mich, ob der Verlag diese beiden Autoren tatsächlich in einer Liga einordnet. Robbins möchte bestimmt gerne in dieser Liga spielen, aber sorry... keine Chance. Wo Boyle skurrile Figuren und absurde Handlung zu einem in sich logischen Gesamtkunstwerk zusammenfügt, reiht Robbins nur Absurditäten aneinander - ohne Sinn und Zusammenhang. Hauptsache auffällig.
Mit keiner der Figuren kann man sich in irgendeiner Weise identifizieren, sie sind nicht glaubwürdig, ihre Motive bleiben bloße Behauptungen. Über die "Story" muss man kein Wort verlieren. Höchst ärgerlich nur, dass uns der Autor nicht einmal eine Schlusspointe gönnt. Die Geschichte versandet einfach im Nichts.
Der Stil schwankt zwischen flott und angestrengt originell. Robbins bemüht sich noch um die 10000. möglichst ausgefallene Metapher. Das ist einfach nur ermüdend. Die freidenkerischen philosophischen Ergüsse sollten nicht immer im Detail unter die Lupe genommen werden. Lohnt sich meist nicht.
Robbins kann schreiben. Sonst hätte ich nicht trotz aller eklatanten Schwächen 630 Seiten durchgehalten. Deshalb gibt es gerade noch den 2. Stern.


Dorfpunks
Dorfpunks
von Rocko Schamoni
  Taschenbuch
Preis: EUR 7,99

30 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Opa erzählt wieder vom Krieg..., 27. Februar 2006
Rezension bezieht sich auf: Dorfpunks (Taschenbuch)
Kinder, wie die Zeit vergeht… Die Punks sind alt geworden und erzählen von früher: Saufgelage, Stress mit Poppern und Faschos, viel Musik und manchmal auch Frauen. Man kennt das ja. So eine Bilanz kann sehr schnell peinlich werden, wenn die nötige Distanz fehlt. Rocko Schamoni schaffte es in diesem unterhaltsamen Buch aber gut, den Leser in die späten Siebziger/frühen Achtziger in der schleswig-holsteinische Provinz zu führen. Das ist alles sehr vorhersehbar und ohne großartigen Erkenntnisgewinn, aber auch…unterhaltsam.
Eben weil der alternde Ex-Dorfpunk seine Vergangenheit nicht allzu ernst nimmt, zieht sich ein angenehm entspannter Ton durch das Buch. Das Aufeinandertreffen von Punkszene und Dorfleben schafft einige lustige Momente. Und Schamoni hat auf jeden Fall (Achtung: schreckliches Wort…) street credibility.
Viel länger dürfte das Buch allerdings nicht sein, und am Ende freut der Leser sich mit dem Autor, dass dieser die tragisch-komische Provinz hinter sich lassen durfte. Ein bisschen erinnert das Buch an Heinz Strunks „Fleisch ist mein Gemüse“, erreicht aber nicht ganz dessen unglaublich witzige Höhen und todtraurige Tiefen. Dennoch: Unterhaltung und Erinnern mit einem Augenzwinkern – nicht mehr, aber auch nicht weniger bietet „Dorfpunks“.


Tauben im Gras: Roman
Tauben im Gras: Roman
von Wolfgang Koeppen
  Taschenbuch

18 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Blick in die Vergangenheit, 27. Februar 2006
Rezension bezieht sich auf: Tauben im Gras: Roman (Taschenbuch)
Wenn von den Nachkriegsjahren die Rede ist, existieren in meiner Generation (Jahrgang 1969) recht holzschnittartige Vorstellungen: Hunger, amerikanische Befreier, beginnendes Wirtschaftswunder... Koeppen zeichnet ein Bild, das der Realität weit besser entsprechen dürfte. Es sind keine glücklichen, befreiten Menschen, die "Tauben im Gras" bevölkern. Gescheiterte, Hungernde, Suchende, aber auch dekadente Prasser treffen aufeinander. Sie alle teilen die Erfahrung des Kriegs, die sie prägt. Dass eine neue Zeit begonnen haben soll, ein frischer Start in eine freie Gesellschaft spürt man kaum. Die Protagonisten irren durch Trümmerlandschaften und Nobelhotels, ohne zu wissen, was nun eigentlich kommen wird.
Doppelmoral, Rücksichtslosigkeit, jeder ist sich selbst der nächste - ein Schicksalsgemeinschaft, die vereint am Wiederaufbau arbeitet, hat man sich anders vorgestellt. Erhellend die Schilderung der Amerikaner und die Reaktion der Deutschen auf diese. Von "Befreiern" zu sprechen, wie es oft in Sonntagsreden geschieht, ist Heuchelei. Sie werden als Besatzer empfunden.
Der Roman schildert diese Schicksale - wie man so gerne sagt - kaleidoskopartig. Oft genug bedeutet das, dass der Autor nicht in der Lage war, seiner Geschichte einen logischen Aufbau, einen roten Faden zu geben. Hier aber spiegelt die zerrissene, unstete Form nur den Inhalt wider. Wer sich ein Bild über die Nachkriegsjahre in Deutschland machen will, kommt an Koeppens nicht immer ganz einfachem, aber stets lesbarem Werk nicht vorbei.


Spirallo Reiseführer, Irland
Spirallo Reiseführer, Irland

7 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Könnte besser sein..., 28. März 2002
Rezension bezieht sich auf: Spirallo Reiseführer, Irland
...die meisten Informationen sind OK. Allerdings kommt der Spirallo etwas schlecht gelaunt daher. Touristenattraktionen macht er gerne madig und mäkelt an diesem und jenem herum.
Besonders ärgerlich: Die Ausgehtipps in Dublin werden von Einheimischen fast durchweg als üble Touristen-Abzocker-Läden beschrieben.
Der Vorteil der Spiralbindung hat sich mir nicht erschlossen.


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