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Rezensionen verfasst von
Uwe Ditzen "Tonio" (Zürich)
(REAL NAME)   

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Herzblut: Kluftingers neuer Fall
Herzblut: Kluftingers neuer Fall
von Volker Klüpfel
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

3.0 von 5 Sternen Sehr bayrisch, 25. Juni 2015
Vielleicht muss man Bayer sein um diese Hype um den Kommissar Kluftinger zu verstehen. Ganz am Rande werden in diesem Krimi furchtbare Mord geschildert und der Kommissar und sein Team versuchen das so nebenbei zu lösen. Über sehr lange Passagen geht es eher um Gesundheit und Frotzelei untereinander, aber es kommt nicht wirklich komisch rüber. Das Autorengespann Klüpfel/Kobr gestatten teilweise einen tiefen Einblick in die bayrische Gemütslage, allerings oft auf ermüdene Weise mit vielen Längen. Der Plot ist auch nicht gerade umwerfend und auch nicht wirklich nachvollziehbar. Doch es gibt Fortsetzungshelden, die entziehen sich einer realistischen Beurteilung und werden einfach nur geliebt oder eher abgelehnt.


Alles Azzurro: Unter deutschen Campern in Italien
Alles Azzurro: Unter deutschen Campern in Italien
von Markus Götting
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

4.0 von 5 Sternen Sehr amüsant, 10. Mai 2015
Vom Titel könnte man sich abschrecken lassen, doch das wäre eine Fehler. Markus Götting hat zweifelsfrei Talent für Situationkomik und auch wenn vielen das beschriebene Milieu fremd ist und alles sehr klischeehaft wirkt, so ist doch gerade die Bedienung von Vorurteilen die Stärke dieses lustigen Romans. Bekanntlich haben Klischees ihren Ursprung immer in der Realität und das bringt Götting auf den Punkt. Der Leser fragt sich wie er diese Geschichte noch zu einem vernünftigen Ende bringt, doch auch das schafft er mit Bravour. Dieser Roman sei Menschen empfohlen,die noch nicht völlig abgehoben sind und gerne dort sind, wo es immer noch eine natürliche Solidarität gibt.


Montecristo
Montecristo
von Martin Suter
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 23,90

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Beste Unterhaltung, 14. April 2015
Rezension bezieht sich auf: Montecristo (Gebundene Ausgabe)
Im deutschsprachigen Raum gibt es kaum noch einen Schriftsteller wie Martin Suter, der mit so viel Beobachtungsgabe eine Geschichte erzählen kann und dabei noch überwiegend glaubhaft bleibt. Man spürt den Schweizer mit Lebensstil, der es selten unter einem Champagner macht und dabei auch verschiedene andere Milieus so treffend zu beschreiben weiss. Der Unterhaltungswert ist schon vergleichbar mit einem gut gemachten Film, weil der Leser mitgenommen wird auf diese abenteuerliche, aber nicht unwahrscheinliche Geschichte aus der Finanzwelt, die nur zum Teil typisch schweizerisch daherkommt. Gekonnt bringt Suter die vernetzten und sehr engen Verbindungen von Politik und Grossbanken und der mitverstrickten Bankenaufsicht miteinander in Einklang. Auch sein feiner Humor, der immer wieder aufblitzt macht diesen Thriller zu einem Lesevergnügen. Die Frage ist allerdings, ob Leser die die Schweiz nur aus der Ferne kennen diese feinen schweizerischen Besonderheiten noch wahrnehmen können.


Tabu: Roman
Tabu: Roman
von Ferdinand von Schirach
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 17,99

4.0 von 5 Sternen Mysterium, 10. April 2015
Rezension bezieht sich auf: Tabu: Roman (Gebundene Ausgabe)
Ferdinand von Schirach ist schon lange keine Berichterstatter mehr von Gerichtsfällen, die er einmal erlebt hat und wo er den Angeklagten vor dem Gefängnis rettet. Schirach hat sich zu einem Schriftsteller von Format entwickelt, der fast alle Töne auf der Tastatur spielen kann. Ungewöhnliche Begabung für teilweise grandiose Beschreibungen von Situationen, Menschen und sogar Landschaften . Dabei hält er den Spannungsbogen immer aufrecht und langweilt nicht, auch das ist aussergewöhnlich. Sein Protagonist Sebastian von Eschburg hatte viele Facetten und ist nicht immer einfach zu verstehen, er hat Schwierigkeiten mit Menschen und der Welt um sich herum. Der Erzählton bleibt immer unaufgeregt, auch wenn Grund für Panik bestehen könnte, doch er hält Distanz und betrachtet Eschburg wie durch ein Brennglas. Aber auch der Verteidiger Biegler, eigentlich ein Unsympath, wirkt glaubhaft bis in die Haarspitzen. Der Plot hinterlässt allerdings Fragen, die nicht beantwortet werden oder mancher Leser wird sich überfordert fühlen . Ein ungewöhnlicher Roman der viel Beachtung findet.


Die Frau auf der Treppe
Die Frau auf der Treppe
von Bernhard Schlink
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 21,90

3.0 von 5 Sternen Liebe und Tod, 23. März 2015
Rezension bezieht sich auf: Die Frau auf der Treppe (Gebundene Ausgabe)
Bevor Bernhard Schlink seinen Welterfolg DER VORLESER landen konnte war er als Krimiautor bekannt und auch geschätzt. Nun hat er mit dem vorliegenden Roman DIE FRAU AUF DER TREPPE einen grossen Erfolg erzielt, zumindest wenn man die Bestseller Liste zugrunde legt. Wie so oft
wird ein Schriftsteller wenn er erst einmal sehr bekannt ist auch von Literarturfernen Lesern gekauft und das ist erst einmal gut so. Leider befinden sich dann aber Bücher darunter, die eigentlich diese Hype gar nicht verdient haben. Leider muss man das vorliegende Buch auch dazu zählen. Der Inhalt lässt sich schnell erzählen, 3 Männer und 1 Frau, doch nur einer liebt diese Frau wirklich mit allen Fasern seines Herzens. Schlink erzählt die Geschichte nicht besonders spannend und , Gefühle werden wohl nur auf wenige Leser in dem Masse übermittelt, wie der Mann der sie empfindet. Schlink kann offenbar eine wirkliche, authentische Liebe nicht erzählen, das kann ein Martin Suter viel besser. Auch die anderen Figuren sind nur flache Schablonen ohne Tiefe. Daraus ergibt sich eine recht gefühllose Beschreibung der Dinge, die da passieren ohne dass der Leser wirklich teilnimmt. Das Resultat ist eine recht zähflüssige und langweilige Geschichte, die vermutlich von weiblichen Lesern eher goutiert wird.


Goethes Freunde in Gotha und Weimar
Goethes Freunde in Gotha und Weimar
von Sigrid Damm
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Goethe und seine Zeit, 26. Februar 2015
Sigrid Damm hat schon einige Bücher über Goethe geschrieben und immer sehr akribisch sein Leben und Wirken beschrieben. Auch in dem vorliegenden Buch befasst sie sich mit einer Zeit von Goethe, die er nutzte um an den Fürstenhäusern Gotha und Weimar seinen Einfluss geltend zu machen. Hierbei war er sehr umtriebig und enorm einflussreich bei den jeweils Regierenden. Es zeigt auch, dass sogar Goethe nie ohne materielle Interessen handelte. Damm geht hier für schulwissende Goethe Verehrer sehr in die Tiefe und jongliert mit sehr vielen heute wohl unbekannten Namen und vor allem einer Fülle von Jahresdaten, die manchmal etwas ermüdend wirken. Die Menschen in der Zeit von Goethe hatten viel Zeit zum Reisen und Gesprächen mit anderen dem Zeitgeist verwurzelten Grössen, natürlich gehörte für Goethe vorallem Schiller dazu. Seinen Tod betrauert er eine Weile, auch wenn solche menschlichen Noten bei Damm keinen sehr grossen Raum einnehmen. Der Leser erfährt vieles was sicher schon einmal an der Wissensoberfläche war, aber im Laufe der Zeit versandete oder es wird ihm bewusst welchen Schachzügen die Menschen auch damals schon unterworfen waren. Das gilt in sehr starkem Masse für Napoleon, der mit seinen Eroberungsfeldzügen Europa in Angst und Schrecken versetzte. Angesichts dieser fürchterlichen Kriege ist es einfach unverständlcih, dass Napoleon in den Geschichtsbüchern einen geradezu heldenhaften Hauch über seine brutalen Angriffskriege ausbreiten kann und auch die Franzosen ihn mehrheitlich verehren. Goethe gehörte auch zu den Bewunderren dieses zwiespältigen Kriegsherrn. Die Recherche von Sigrid Damm wird dann immer wieder besonders interessant, wenn sie sich mit dem Umfeld von Goethe befasst und nicht nur die Geschichtsdaten in Verbindung mit kleinen Ereignissen erwähnt.


Der Ausweg: Eine Erzählung
Der Ausweg: Eine Erzählung
von Georges-Arthur Goldschmidt
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,99

4.0 von 5 Sternen Verstörend, 25. Januar 2015
Gerorges-Arthur Goldschmidt wurde 1928 in Reinbeck geboren undlebt heute in Paris. Seine Erzählung hat er französisch geschrieben und selbst ins deutsche übersetzt.
Es gibt Bücher mit hohem literaischem Wert, die aber trotzdem den "Normalleser" inhaltlich als auch thematisch überfordern. Hierzu zählt für viele Leser sicher diese verstörende Erzählung, die in Anklängen immer wieder an Andre'Gide erinnernt. Die Sätze haben zum Teil eine geradezu beschrauschende Wirkung und fördern Bilder mit gespenstigen Phantasien, doch auch Sätze von unklarer Aussage bringen den Schreibfluss immer wieder ins Stocken.
Goldschmidt hat als Einziger seiner Familie den Holocaust überlebt und leidet unter unsäglichen Schuldgefühlen, dass nur er überlebt hat. Er wächst in einem Internat auf, wo die Prügelstrafe unter beschämenden Bedingungen bis zum Exzess vollzogen wird.Er wird immer wieder von Lehrern, aber auch Mitschülern mit Stöcken, Ruten und Peitschen geschlagen und empfindet grosse Lust dabei. Er muss mit grosser Vorfreude Birkenzweige schneiden und bündeln um dann damit geschlagen zu werden. Seine Phantasien nehmen pathologische Formen an, die wohl von den meisten Menschen nicht nachvollziehbar sind. Goldschmidt wird auf diese Weise zum Masochisten und breitet das bei aller Scham öffentlich aus.
Ein Buch, das sicher nur einen sehr begrenzten Leserkreis erreichen wird.


Leben im Mittelalter: Der Alltag von Rittern, Mönchen, Bauern und Kaufleuten - Ein SPIEGEL-Buch
Leben im Mittelalter: Der Alltag von Rittern, Mönchen, Bauern und Kaufleuten - Ein SPIEGEL-Buch
von Annette Großbongardt
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

1 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sehr gute Schullektüre, 20. Januar 2015
Dieses interessante und lehrreiche Sachbuch aus dem SPIEGEL Buchverlag wurde von zahlreichen Spiegel-Redakteuren verfasst und verfügt über ein entsprechendes Niveau. Der Leser erfährt auf unterhaltsame Art Fakten und Anekdoten aus der Zeit von etwa 500 bis 1500 n.Chr. Was auffällt ist die sehr spärliche Geschichtsüberlieferung aus dieser Zeit, zumindest im Vergleich mit der detailgenauen Überlieferung aus der Römischen Geschichte, was auch belegt, dass die Menschen im frühen Mittelalter kaum lesen und schreiben konnten und so auch sehr wenig weitergeben konnten. Allein die Mönche waren zum Teil die Protagonisten die diese Zeit zwischen dem 500. und 1000. Jahrhundert festhalten konnten und so war die katholische Kirche immerhin ein wertvoller Lieferant für teilweise vage Geschichtsüberlieferungen. Es wird aber auch deutlich wie lange das Abendland brauchte um den Vorsprung anderer Kulturen wie z.B. der chinesischen oder ägyptischen aufzuholen. Ein interessanter Aspekt vor dem Hintergrund der heutigen Entwicklung in der arabischen Welt.


Der Junge muss an die frische Luft: Meine Kindheit und ich
Der Junge muss an die frische Luft: Meine Kindheit und ich
von Hape Kerkeling
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Naturtalent, 16. Dezember 2014
Wer mit bereits 50 Jahren seine Biographie schreibt muss entweder unglaublich viel geleistet haben oder über ein besonderes Talent verfügen. Beides trifft in gewisser Weise zu, bei näherem Hinsehen geht es in diesem Buch nur um eine Kindheit im Ruhrgebiet. So lautet der Untertitel quasi einschrenkend " Meine Kindheit und ich" Hape Kerkeling vefügt über Witz,das hat er in seinen vielen Sketschen und Filmen bewiesen und er hat die Gabe so zu schreiben wie er spricht. Schnodderig bis flapsig beschreibt er seine Kindheit, die oft herrlich unverkrampft war, aber auch bittertragisch. Wenn er die Beerdigung seiner Mutter beschreibt wird die Tragik seines Lebens auf krasse Weise deutlich und auch wie unbewusst grausam Erwachsene sein können.Er wächst bei einer Oma auf, die das Herz am richtigen Fleck hat und ihn erzieht, aber nicht verzieht.. Kerkeling beweisst mit seiner Erzählung, dass er ein zutiefst anständiger Mensch ist, der ein grosses Herz für andere hat.
Etwas verwunderlich ist allerdings, wie ein 1jähriger Dialoge zwischen Erwachsenen wieder ausgraben kann, auch wenn er im Nachwort zugibt, dass diese Passagen natürlich von anderen stammen. Gute Unterhaltung


Der beste Roman des Jahres
Der beste Roman des Jahres
von Edward St Aubyn
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,99

3.0 von 5 Sternen Ziemlich banal, 1. Dezember 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Edward St Aubyn hat sich vor allem mit seiner stark autobiographischen Melrose-Saga einen Namen gemacht und das zu Recht. Vor allem SCHÖNE VERHÄLTNISSE ging unter die Haut und zeigte eine zutiefst dekadente englische Upper-Class ohne schwarzen Humor.
Der vorliegende Roman ist ein kleine Provokation und nicht nur wegen des Titels. Es geht um einen begehrten Literaturpreis, der jedes Jahr verliehen wird und die damit verbundenen Machtkämpfe und Intrigen hinter den Kulissen. Da werden dann heisse Kandidaten mit Titeln, wie Die glitschige Stange oder Der gefrorene Wildbach um den Preis ringen, sind die Jurymitglieder mit ganz anderen Dingen beschäftigt. Das Ganze ist mässig witzig und auch nicht unbedingt beste Satire, wenn überhaupt dieser Begriff für diesen Roman zulässig ist. Hinzu kommt ein Schreibstil der Langeweile aufkommen lässt, weil einfach zu viel geschwafelt wird. Schade.


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