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schrottvogel

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Pt.1-Back from the Grave
Pt.1-Back from the Grave
Preis: EUR 18,99

7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Authentischer Garagensound der 1960er, 7. September 2005
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Pt.1-Back from the Grave (Audio CD)
Ich bin ja seit den Nuggets-Compilations ein großer 1960s-Garage Rock-Fan. Unglaublich, wie vielfältig die Musik damals bereits war. Von wunderschönen Pop-Perlen, die die Beatles nicht besser machen könnten, aber weniger abgedroschen sind, bis hin zu lautem, rotzigen und schnellen Punk, Jahre vor den Stooges.
Nach vielem Hin und Her habe ich nun mein Geld in diese Compilation investiert. Hier sind fast dreißig Garage-Songs versammelt, und während die Nuggets-Songs größtenteils einen wirklich guten Klang, sind hier teilweise Stücke darauf, bei denen man die Garage wirklich hört. Viele von den Songs wurden damals von den Bands selbst hergestellt, teilweise nur mit 500 Kopien. Natürlich wurde keiner einziger ein Hit.
Warum sich eine Compilation kaufen, auf der kein einziger Hit ist? Nun, gute Musik hat meines Erachtens nichts mit Hits oder Flops zu tun. Gute Musik ist meiner Meinung nach Musik, die ein Gefühl vermittelt, die von Herzen und aus dem Bauch kommt, und die versucht Grenzen zu überschreiten. Und die Musik auf dieser CD erfüllt diese Kriterien voll und ganz. Gehen wir mal ein paar der Stücke durch, die mir besonders gefallen haben.
The Rats - "Rats Revenge" - ein Stück in zwei Teilen, das überhaupt gar nichts mit den üblichen Strukturen herkömmlicher 1960er-Musik zu tun hat. Die Band jammt lose herum, dazu ein improvisiert klingender Gesang über böse Riesenratten. Alles eigentlich abartig schlecht, aber so voller Spaß am Unsinn, dass es auch beim Zuhören Spaß macht.
The One Way Streets - "We All Love Peanut Butter" - Ein ruhiges, melancholisches, poppiges, wunderbares Stückchen... Man könnte es für ein ernsthaft schmachtendes Liebeslied halten, wenn, ja wenn nicht dieser völlig bekloppte Text wäre, den man doch immer wieder gerne mitsingt! (Zumindest als Freund des Unsinns.)
The One Way Streets - "Jack the Ripper" - Wieder die One Way Streets (für mich die Garage-Entdeckung dieser Platte), diesmal mit einem richtig kranken Punk-Kracher. Totaler Garagensound, so schnell, krachig und böse wie möglich. Mit einer der besten Beweise, dass Punk Rock nicht erst mit den Sex Pistols angefangen hat.
The Outsiders - "Summertime Blues" - Waaas, schon wieder eine öde Cover-Version von "Summertime Blues"? Ja, und was für eine! Die Jungs rocken sich auf dieser Live-Aufnahme die Seele aus dem Leib, und der Sänger scheint mit dem Publikum viel Spaß zu haben (obwohl das Gekreische auch nachträglich draufgeklatscht sein könnte, das war damals ziemlich beliebt, um Stücke aufzupeppen).
The Triumphs - "Surfside Date" - Zu guter Letzt dieses ganz unglaubliche Stück Musik. Es vereinigt Surf, Garage, Punk und Pop, wobei die Melodie irgendwie ein bißchen nach Varieté klingt. Und das ganze so schnell und krachig wie möglich.
Aber auch andere Songs sind echte Highlights: Der "Psycho"-Cover von den Swamp Rats (ursprünglich von den Garage-Ikonen The Sonics); "Scream" von Ralph Nielsen, das eigentlich nur aus Gekreische besteht; das spielw7ütige "Dinah Wants Religion" von den Fabs; die Pop-Perle "I'll Come Again" von den Legends; "The Crusher" von den Novas mit echtem Metal-Gegrunze, und und und... Ich lasse lieber diese Auflistung und komme zum Fazit.
Diese CD ist nichts für jene, die gern angenehm aus den Lautsprechern perlende Melodien ohne Ecken und Kanten in CD-Qualität hören. Bei vielen Stücken hört man, dass sie in einer Garage aufgenommen wurden, und meist hört man auch noch Rauschen und Knacksen von der Single. Dennoch ist die Musikqualität nicht so schlecht, dass man sich die Stücke nicht anhören kann. Viele Songs kommen richtig wuchtig rüber, da muss man den Remasterern ein großes Lob aussprechen.
Menschen, die ihre Musik gerne authentisch, laut und wild haben und die auch nichts gegen 1960er-Sound haben, werden diese CD sicher ins Herz schließen. Vielleicht muss man ein zweimal reinhören - ich war beim ersten Mal noch ein wenig enttäuscht. Leute, die Garage noch gar nicht kennen, sollten vielleicht erstmal in die "Nuggets"-Compilation reinhören; wenn ihnen diese noch nicht wild genug ist, dann werden sie sich sicherlich über diese CD freuen. Ich für meinen Teil würde mich über mehr solche Musik freuen, und ich gebe dieser gelungenen Compilation gerne fünf Sterne.


Effektiv C++ programmieren (Programmer's Choice)
Effektiv C++ programmieren (Programmer's Choice)
von Scott Meyers
  Taschenbuch

28 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schatzkiste für gutes C++, 4. August 2005
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich habe dieses Buch gekauft, weil ich das (ebenfalls sehr empfehlenswerte) "Effektiv Java programmieren" von Joshua Bloch kenne, und mir ein Freund & Programmierer dieses Buch wärmstens ans Herz gelegt hat.
Scott Meyers gibt in seinem Buch 50 einfache -- bzw. einfach klingende -- Ratschläge, wie man gutes C++ schreibt.
Das Schöne an dem Buch ist, dass Meyers die Regeln immer als Faustregeln versteht und nicht als endgültige Weisheit. Oftmals prallen bei "Regeln für gutes C++" ja ganze Philosophien aufeinander, die teilweise recht dogmatisch vorgebracht werden. Meyers dagegen gibt sich große Mühe, dem Leser zu vermitteln, warum diese Regel Sinn macht, so dass man danach in der Lage ist, situationsbedingt selbst zu entscheiden, wann man eine der Regeln anwenden sollte oder nicht.
Ein anderer großer Pluspunkt ist, das jeder der Ratschläge so erklärt wird, dass man ihn wirklich versteht. Ich habe selten bei einem Buch so viele Aha-Erlebnisse gehabt. Das Buch geht schon in die Tiefe und bescreibt auch, warum C++ mit seinen manchmal schrullig scheinenden Verhaltensweisen so ist, wie es ist.
Das Buch ragt desweiteren aus der Masse von C++-Büchern durch seine sehr lockere Schreibweise heraus. Humorvoll, stellenweise ironisch -- so macht das Lesen wirklich Spaß. Und trotzdem schafft es Meyers, immer knapp, sachlich und informativ das Wesentliche zu sagen. Eine wahre Wohltat, verglichen mit manch anderem unsäglichem C++-Buch.
Manche Ratschläge entspringen einfach "gesundem Menschenverstand" (was auch immer das sein soll), aber viele der Richtlinien haben mir wirklich die Augen geöffnet dafür, was C++ ist, was es sein soll und wie man es besser verwenden kann.
Kurzum: Ich halte dieses Buch für eine einmalige Bereicherung eines jeden praktischen C++-Programmierers. Jeder, der sich bemüht, sicheres, flexibles und verständliches C++ zu schreiben, sollte es wenigstens einmal lesen. Er wird danach gerne hin und wieder einen Blick hineinwerfen. 5 Sterne.


The Big Heat
The Big Heat
Preis: EUR 15,87

10 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nicht übel, aber an Camouflage reicht es nicht heran, 27. Juni 2005
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: The Big Heat (Audio CD)
Ich habe letztens bei einem Freund wieder "Camouflage" gehört, war völlig begeistert und dachte mir, ich brauche dieses Lied!
Und so erstand ich diese CD. Ja, "Camouflage" ist drauf, aber was sonst? Nun, hauptsächlich recht melancholischer Synthie-Pop, der vor allem von Ridgways unglaublicher Stimme lebt. Viele der anderen Songs sind sehr hörenswert, etwa der Opener "The Big Heat" oder "Walkin' Home Alone". Viele der anderen Songs sind aber recht durchschnittlich, auch wenn es sicher viele gibt, die diesen Stil mögen werden.
Unter den Bonus-Tracks fällt "Foggy River" positiv auf, eine recht ausgefallene Synthie-Pop'N'Roll-Mischung.
Insgesamt eine CD, die Spaß macht, wenn man 1980er-Mucke mag, von der ich aber mehr erwartet hatte.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 15, 2010 3:07 PM CET


Left of the Dial:Dispatches...
Left of the Dial:Dispatches...

13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Prima 80er-Indie-Compilation, 27. Juni 2005
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Left of the Dial:Dispatches... (Audio CD)
Rhino ist ja bekannt für seine gut gemachten Boxed Sets, und auch dieses hier ist keine Ausnahme: 4 CDs, vollgepackt mit einer runden Mischung aus Hits und weniger bekannten Titeln, unter denen es (wie immer) keine einzige Totalausfall gibt.
Ein Booklet gibt es nicht, anstelle gibt es ein wahres Buch, mit vielen interessanten Essays über die damalige Zeit und Musik und, vor allem, Informationen zu jedem einzelnen Lied.
Von der Musik her ist es wirklich so, dass keines der Lieder völlig aus dem Rahmen fällt. Natürlich gibt es welche, die mir weniger gut gefallen -- aber die 80er hatten, auch in der "Indie"-Szene, auch recht Schrröckliches zu bieten ;-)
Nun, ich bin mit der Mischung hier sehr gut klargekommen: Schrebbel-Rock, Synthie-Pop, Punk & Hardcore, sogar ein wenig Industrial, fast alles dabei, in ausgewogener Mischung. Nur die Gothic-Fraktion wurde etwas vernachlässigt. Einige Songs hatte ich fast wieder vergessen bzw. habe ich ganz neu entdeckt ("Temptation" von New Order), andere waren mir völlig unbekannt ("Song from under the Floorboards" von Magazine -- einfach toll!), insgesamt aber ist jede einzelne der 4 CDs so, dass man sie einfach einlegen und abspielen kann. Die Soundqualität ist 1A, wie immer bei Rhino.
Also ich kann diese Compilation uneingeschränkt allen empfehlen, die gerne Musik hören! Natürlich vor allem jenen, die gerne Indie mögen. Der Preis ist natürlich nicht gerade niedrig, aber es lohnt sich. Hier kriegt man wirklich Qualität: Songauswahl, Soundqualität, Aufmachung und Book"let" -- alles stimmt. Es mag billiger sein, sich vier 80er-Billigcompilations zu kaufen -- ein gebrauchter Golf ist auch billiger als ein neuer Ferrari :-)
Darum satte 5 Sterne für eine Compilation, die einfach Spaß macht und ihr Geld auf jeden Fall wert ist.


Mass in F Minor
Mass in F Minor
Wird angeboten von -uniqueplace-
Preis: EUR 21,77

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sehr ambitionierte und eigenartige Klassik-/Rock-Mischung, 19. Mai 2005
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Mass in F Minor (Audio CD)
Diese Platte ist eine sehr eigenartige Mischung aus Klassik und Rock, genauer: Gregorianische Chöre und 1960er Garage Rock.
Die Electric Prunes wollten gegen Ende der 1960er mehr in Richtung Psychedelic Rock gehen, doch ihre Plattenfirma wollte kommerziellere Musik. Ihr Manager brachte dann den Kompromiss auf, eine Messe zu schreiben. So richtig glücklich war mit dieser Idee wohl niemand -- so konnte nur der Bassist die Noten lesen, und der Sänger konnte auch kein Latein; während der Aufnahme wurden mehrere Bandmitglieder rausgeworfen und durch "fähigere" Musiker ersetzt; die einzige Live-Aufführung war eine einzige Katastrophe. Und das hört man dem Werk auch an: Garage Rock und klassische Elemente stehen etwas beziehungslos nebeneinander. Am bekanntesten ist wohl der Song "Kyrieleison", der im Soundtrack von "Easy Rider" aufgenommen wurde.
Wohlgemerkt: Die Musik ist nicht wirklich schlecht. Und interessant ist diese Mischung allemal. Aber sie reisst einen auch nicht vom Hocker. Besser ist da schon Deep Purples "Concerto for Band and Orchestra".
Was dieser Ausgabe dennoch zu ihren 4 Sternen verhilft (neben ihrem "Einzigartigkeits-Bonus"), sind die beigefügte A- und B-Seite einer Prunes-Single, "Hey Mr. President" und "Flowing Smoothly". Diese sind prima Garage Rock, vor allem ersteres. Außerdem gibt es hier ein sehr informatives Booklet, dass die seltsame Geschichte dieser seltsamen Platte erzählt.
Geeignet ist diese Platte wohl nur für Freunde seltsamer Musikexperimente und musikalischer Kuriositäten. Alle anderen sollten erstmal reinhören.


Light Fantastic (Discworld, Band 2)
Light Fantastic (Discworld, Band 2)
von Terry Pratchett
  Taschenbuch
Preis: EUR 7,90

15 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Pratchett in Bestform, 18. Mai 2005
"The Light Fantastic" schließt inhaltlich an den ersten Teil der Scheibenwelt-Serie, "The Colour of Magic", an.
Das Buch beginnt genau da, wo der erste Teil endete: Der verhinderte Zauberer Rincewind und der erste Scheibenwelt-Tourist Twoflower fallen vom Rand der Scheibenwelt... Durch den einzigen Zauber, der in Rincewinds Kopf Platz hat (unfreiwillig dort hinein gelangt), werden die beiden zwar gerettet, haben dann aber ein ganz anderes Problem zu lösen: Ein riesiger roter Stern rast genau auf die Scheibenwelt zu und droht, sie zu vernichten...
In diesem zweiten Teil hat Pratchett zu seinem eigentlichen Stil gefunden. Der (nur in Kapitälchen redende) Tod hat nun den Charakter, den man aus den anderen Folgen kennt, und erstmals spielen auch die Zauberer der Unsichtbaren Universität eine Rolle, und die sind immer wieder für einen Lacher (oder auch lautes Gelächter) gut. Herrlich die Szene, in dem die Mitglieder der verschiedenen Magierzirkel sich gegenseitig in die Haare kriegen, als sie Rincewind schnappen wollen...
Herrlich auch Cohen, der Barbar, der hier ebenfalls seinen ersten Auftritt hat. Er ist der größte Held der Scheibenwelt -- nur ist er leider schon über achtzig und hat keine Zähne, (pardon, Tfähne) mehr. Dieser rüstige Rentner gehört eindeutig zu meinen Lieblingsgestalten in der gesamten Scheibenwelt-Serie.
Wie immer bei Pratchett wird die Geschichte zum Ende hin immer turbulenter, so dass man das letzte Drittel des Buches einfach nur verschlingt. Die Charaktere sind, ebenfalls wie immer, höchst liebenswürdig -- selbst die Bösewichte -- und das Ganze wird getragen von Pratchetts herrlich satirischem Humor, den absurden Situationen, in die er seine Charaktere bringt, und seiner wunderbaren Sprache, die in der deutschen Übersetzung viel verliert.
Als Einstieg in die Scheibenwelt ist dieser Band wie ich finde besser geeignet als der erste, da Pratchett seinen im ersten Teil noch etwas kruden Stil wesentlich verfeinert hat. Wem dieses Buch gefällt, der kann sich eigentlich gleich alle Scheibenwelt-Folgen besorgen. Wem es nicht gefällt... nun... es gibt ja noch Kochbücher... ;-)


Shades Of Deep Purple/The Book Of Taliesyn/Deep Purple [3-CD-Box]
Shades Of Deep Purple/The Book Of Taliesyn/Deep Purple [3-CD-Box]
Wird angeboten von thebookcommunity
Preis: EUR 172,66

4 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Deep Purples Erstlingswerke und ein Höhepunkt der 1960er!, 7. Mai 2005
Bei diesem Set sind die drei ersten Deep-Purple enthalten, die sie herausbrachten, bevor sie 1970 mit In Rock weltweiten Erfolg hatten. Der Sound ist ganz anders als bei den späteren Werken, weniger hart, sondern eher psychedelisch angehauchter, grooviger Flower Power-Rock.
Heute am bekanntesten ist wohl "Hush" vom Erstling "Shades of Deep Purple", das aber auch weitere Knaller enthält, etwa den Opener "And the Address", ein treibendes Instrumental mit einem typischen Jon Lord-Orgel-Intro, oder die wunderschön poppige Schnulze "One More Rainy Day" (ideal für regnerische Tage, wie der Titel schon sagt).
Das zweite Album, "The Book of Taliesyn", ist psychedelischer als das erste, etwa der Opener "Listen, Learn, Read On" oder das paranoide "The Shield". Daneben gibt es aber auch tanztaugliche Instrumentals wie "Hard Road" und schöne Schnulzen wie "Anthem".
Das dritte Album, "Deep Purple" beginnt mit dem perkussionslastigen "Chasing Shadows", und fährt mit der wunderschönen Ballade "Blind". Prima auch "Fault Line - Painter", das psychedelisch anfängt und dann unvermittelt extrem groovig wird. Das Album endet mit der 12-minütigen Ballade "April" mit einem längeren Klassik-Part. (Jon Lord schrieb zu der Zeit eine Klassik/Rock-Konzert, das "Concerto for Group and Orchestra".)
Die drei Alben sind desweiteren gespickt mit sehr eigenartigen Coverversionen, etwa abgefahrene, kaum wiederzuerkennende Versionen von Beatles-Song ("Help", "We Can Work it Out") oder anderer 1960er-Hits ("Hey Joe" von Jimi Hendrix oder das 10-minütige "River Deep - Mountain High" von Ike & Tina Turner).
Die drei Alben sind musikalisch alle sehr abwechslungsreich und genauso virtuos gespielt, wie man es von den 1970er-Deep Purple kennt. Deep Purple-Fans, die diese Platten noch nicht besitzen, sollten zugreifen; aber auch Freunde guter 1960er-Mucke kommen hier voll und ganz auf ihre Kosten.
Für mich persönlich waren die drei Alben die ersten CDs, die ich mir gekauft habe. Das ist schon gut 15 Jahre her, und dennoch kann ich sie mir immer wieder mit Freuden anhören -- das spricht auf jeden Fall für die Musik. 5 Sterne!


The 76 Club (Limited Edition)
The 76 Club (Limited Edition)
Wird angeboten von CAPITAL-DISCS
Preis: EUR 23,89

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Authentisches frühes Live-Konzert und Radio-Interview, 4. Mai 2005
Rezension bezieht sich auf: The 76 Club (Limited Edition) (Audio CD)
Diese Doppel-CD umfasst auf der einen CD ein vollständiges Sex Pistols-Konzert von 1976, auf der anderen ein Radiointerview der Sex Pistols kurz vor ihrer Auflösung. Insofern sind hier Anfang und Ende dieser wegweisenden Band dokumentiert.
Die Qualität der Live-Aufnahme ist gut, wenn man bedenkt, dass sie mit primitiven Mitteln in einem kleinen Club aufgenommen wurde, einige wenige Übersteuerungen gibt es schon. Was aber der Punk-Atmosphäre keinen Abbruch tut, sondern ganz im Gegenteil eher zur Atmosphäre beiträgt -- die Pistols sind hier einfach höllisch rotzig, aggressiver als alle Studio-Aufnahmen.
Das Interview auf der anderen Seite, das letzte Interview, bevor sie sich auflösten, ist ein Live-Interview für einen US-Radiosender. Musik gibt es hier keine, aber massenweise rotzige und anzügliche Kommentare der sehr gut aufgelegten Sex Pistols, die die arme Interviewerin des öfteren in Verlegenheit bringen. Danach folgen noch einige Anrufe der Radiohörer, darunter Beleidigungen, Sex-Angebote etc. Einmalig und sehr lustig!
Mir persönlich hat diese Platte sehr gut gefallen. Die erste Scheibe umfasst ein schön authentisches, frühes Pistols-Konzert, und bei dem nicht minder authentischen Interview habe ich mich des öfteren laut auflachen müssen. Endlich was neues von den Pistols!
Fazit: Diese Platte ist nichts für den Pistols-Einsteiger, sondern eher für Leute, die nach den Alben noch authentisches, ungehörtes Pistols-Material suchen (die Best of-Compilations enthalten ja kaum Neues). Pistols-Fans sollten auf jeden Fall zugreifen, allein schon wegen des herrlichen Interviews.


Das Wissen unserer Welt - Erfindungen und Entdeckungen vom Ursprung bis zur Neuzeit
Das Wissen unserer Welt - Erfindungen und Entdeckungen vom Ursprung bis zur Neuzeit
von Isaac Asimov
  Broschiert

10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einzigartig lesbare Chronologie menschlichen Wissens, 4. Mai 2005
Isaac Asimov ist ja hauptsächlich für seine Robotergeschichten bekannt -- dieses hier ist ein populärwissenschaftliches Sachbuch, eine Chronologie der wichtigsten technischen und wissenschaftlichen Errungenschaften der Menschheit, angefangen beim aufrechten Gang unserer Vorfahren.
Solche Chronologien gibt es ja viele. Diese hier sticht aber vor allem durch Asimovs hervorragende Schreibe hervor -- hier merkt man, dass ein fähiger Schriftsteller am Werk war. Asimov schafft es tatsächlich, eine echte Geschichte des menschlichen Wissens zu schreiben und nicht nur eine Ansammlung von Fakten, Fakten, Fakten. Asimov geht auch auf die Hintergründe der jeweiligen Entdeckungen ein, und zeigt, wie die ganzen Entdeckungen und Erfindungen zusammenhängen.
Ein weiterer großer Pluspunkt ist, dass es Asimov hervorragend versteht, auch komplizierte Sachverhalte einfach und anschaulich darzustellen. Viele Dinge habe ich mit ein zwei Absätzen in diesem Buch viel eher verstanden als mit vielen Seiten in einem Physik-Schinken.
Schön sind auch die "Nachträge", durch die Asimov die wichtigsten Geschehnisse aus Politik und Geschichte einfließen lässt. So erfährt man auch etwas über den Rahmen, in dem Technik und Wissenschaft funktionieren, und kann sich besser in die damalige Zeit hineinversetzen.
Obwohl dies eigentlich eine Chronologie ist, ist dieses Buch auch prima zum Schmökern sowie zum Nachschlagen geeignet. Das einzige, was ein wenig stört, ist Asimovs persönliche Meinung zu einigen Themen, die er dann und wann durchscheinen lässt, die aber an dem positiven Gesamteindruck auch nichts ändern können.
Für jeden, der sich dafür interessiert, wie wir zu dem wurden, was wir sind, mit all unserer Technik und Wissenschaft, ist dieses Buch zu empfehlen, und zwar quer durch alle Alters- und sonstigen Klassen. Das Buch ist einfach so gut geschrieben, dass man es immer wieder gerne liest, und man erfährt immer wieder Neues. Darum gibt's ganz klar 5 Sterne von mir.


The Beauty of Fractals: Images of Complex Dynamical Systems
The Beauty of Fractals: Images of Complex Dynamical Systems
von Heinz-Otto Peitgen
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 80,20

5.0 von 5 Sternen Wunderschönes Buch über Fraktale, 4. Mai 2005
Dieses Buch erschien 1986 anlässlich einer Fraktal-Ausstellung an der Universität Bremen. Die Ausstellung rief ein großes Echo hervor, da hier das erste Mal Fraktale einer größeren Öffentlichkeit vorgestellt wurden -- und mit ihr gezeigt wurde, dass Schönheit auch in Wissenschaft und Mathematik existiert.
In diesem Buch vereinigen Peitgen und Richter einige einführende Artikel renommierter Autoren mit spezielleren Abhandlungen über die den dargestellten Bildern zugrundeliegende mathematische Theorie.
Zu den einführenden Artikeln zählt ein Überblick über das Gebiet der Fraktale und Chaostheorie, gefolgt von Mandelbrots Bericht über seine Entdeckung der Fraktale, einer allgemeine Einführung in Julia-Mengen und die Mandelbrot-Menge (von A. Douady), sowie die eher philosophischen Essays Gert Eilenbergers und Herbert W. Frankes über die in den Fraktalen deutlich werdende Berührungspunkte der Wissenschaft mit Philosophie und Kunst. Alle einführenden Artikel sind leicht zu lesen und verzichten fast ganz auf die Mathematik, so dass sich hier auch Einsteiger zurechtfinden werden.
Die spezielleren Artikel befassen sich sehr genau mit den damals bekannten Erkenntnissen über die Julia- und Mandelbrot-Mengen (Julia, Fatou, Mandelbrot, Douady, Hubbard) sowie zu ihrer Erzeugung. Sie sind zumeist sehr detailliert und informativ, aber auch sehr knapp gehalten, so dass sie sich eher an Vollblut-Mathematiker oder fortgeschrittene Mathematikstudenten richten.
Highlight und "Stars" dieses Buches sind aber die vielen Farbbilder. Sie machen das Lesen dieses Buches zu einem wahren Genuß.
Kurz und gut: Dieses Buch ist ein wunderschönes Stück Wissenschaft und Wissenschaftsgeschichte, das einen umfassenden und gleichzeitig tiefgründigen Einstieg in die Mathematik der Mandelbrot- und Julia-Mengen gibt.
Für den Einsteiger in die Materie gibt es sicherlich einfachere und weniger mathematische Einführungen (empfehlenswert hier "Bausteine des Chaos -- Fraktale" und "Chaos -- Bausteine der Ordnung" von denselben Autoren), doch für den Mathematiker stellt dieses Buch eine ausgezeichnete, fundierte und detaillierte Einführung in die Mathematik der Julia- und Mandelbrot-Mengen dar.


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