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Rezensionen verfasst von
sluning

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Sterne steuern unser Klima: Eine neue Theorie zur Erderwärmung
Sterne steuern unser Klima: Eine neue Theorie zur Erderwärmung
von Henrik Svensmark
  Gebundene Ausgabe

16 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Svensmark sollte man kennen, 14. Februar 2010
Der Weltklimarat ist sich im Laufe der Jahre immer sicherer geworden: Die Sonne hat mit dem aktuellen Temperaturanstieg nichts zu tun. Schuld ist fast alleine das anthropogen ausgestoßene Kohlendioxid aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe. Als Grund wird genannt: Die Schwankungen der solaren Strahlkraft sind zu gering. Die Computermodelle könnten es angeblich ganz genau beweisen. In der Vergangenheit, ja, da wäre es wohl mal ab und zu vorgekommen, dass die Sonne das Zepter übernommen hat. Die Kleine Eiszeit vom 15.-19. Jh. fiel in eine Phase mit sehr geringer Sonnenaktivität. Auch das Mittelalterliche Klimaoptimum (9.-14. Jh.) sowie der Temperaturanstieg bis 1980 sind mit Phasen hoher solarer Strahlung verbunden. Aber das will nichts heißen. Denn was nicht sein kann, darf auch nicht sein. Jedenfalls nicht für die Heutezeit.

Da paßt die These des dänischen Physikers und Klimaforschers Henrik Svensmark so gar nicht ins Konzept des IPCC. Vereinfacht gesagt, postuliert Svensmark einen Verstärkungsprozess, der die geringen solaren Änderungen zu einem klimawirksamen Steuerungsfaktor anschwillen läßt. Hierbei moduliert und begrenzt das Sonnenmagnetfeld die kosmische Strahlung, die Kondensationskeime für kühlende Wolken liefert. Je stärker die Sonne und das solare Magnetfeld, desto mehr kosmische Strahlung wird davon abgehalten, auf die Erde zu prasseln, desto weniger kühlende tiefe Wolken entstehen, desto wärmer die Erd-Temperatur. Selbstverständlich ist dieser Prozess noch in keinem der IPCC-Modelle enthalten. Neben der Darstellung des Svensmark-Modells, enthält das Buch auch äußerst aufschlußreiche historische Informationen. So mußte Svensmark fast 10 Jahre auf die Durchführung einer umfangreichen Experiment-Kampagne warten, angeblich weil kein Geld hierfür zur Verfügung stand. In der gleichen Zeit wurden Milliarden an Forschungs- und Steuergeldern an anderer Stelle der Klimaforschung zur Verfügung gestellt. Man bekommt das beklemmende Gefühl, daß hier eine Forschung bewußt durch Mittelentzug sabotiert wurde, weil inkompatibel mit der herrschenden IPCC-Konsens-Lehrmeinung. Dies sollte in einer aufgeklärten Gesellschaft mit ergebnisoffener Grundlagenforschung eigentlich nicht sein.

Ich halte das Buch für eine absolute Pflichtlektüre für alle, die sich ernsthaft an der Klimadiskussion beteiligen wollen. Es kursieren vielerlei Gegenargumente gegen das Svensmark-Modell, das sich im Laufe der Zeit (wie viele andere Modelle) immer weiter entwickelt hat. Svensmark & Wissenschaftsjournalist Calder gehen in ihrem Buch auf diese Gegenargumente ausführlich ein, und man bekommt fast das Gefühl, als wäre man bei der Lösung der Widersprüche live dabei, so spannend sind manche Passagen beschrieben. Natürlich können nicht alle Bedenken restlos ausgeräumt werden, jedoch bekommt man das Gefühl, daß es den Svensmark-Solar-Vorverstärker wirklich geben könnte. Dies ist die Forschungsfront, wo fast monatlich wichtige neue Ergebnisse hinzukommen.

Natürlich hat das Buch auch einige Längen und einige wenige Teile sind schon etwas sehr speziell. Dafür gibt es ganz zu Beginn ein schönes Übersichtskapitel, in dem sich der geneigte Leser einen Gesamtüberblick über die wichtigsten Gedanken bilden kann. Gegen Ende des Buches wird das Modell auf geologische, 100er Millionen Jahre-Maßstäbe ausgeweitet. Auch dies könnte so stimmen, jedoch ist dieser Teil sicher etwas abgehobener und abstrakter. Vielleicht hat sich Svensmark schießlich in die Weite der erdgeschichtlichen Zeit und in die Milchstraße geflüchtet, als er genug von der ständigen Kritik der CO2-Steuerungs-Verfechter hatte. Derzeit laufen wichtige Experimente am CERN in Genf, die hoffentlich helfen werden, die Svensmark-Theorie zu stützen oder zu falsifizieren. Irgendwann wird dann klar werden, ob Svensmark nur ein armer Don Quichotte im Kampf gegen die Windmühlen ist, oder einer der klügsten Köpfe der letzten 100 Jahre, der es geschafft hat, sich gegen den festungsmäßig verbarrikadierten CO2-"Konsens" durchgesetzt zu haben.

(Hinweis: Die Rezension bezieht sich auf das englische Original, das aber mit der deutschen Übersetzung inhaltlich deckungsgelich sein sollte).
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 9, 2010 7:25 AM MEST


Kulturgeschichte des Klimas: Von der Eiszeit bis zur globalen Erwärmung: Von der Eiszeit zur globalen Erwärmung
Kulturgeschichte des Klimas: Von der Eiszeit bis zur globalen Erwärmung: Von der Eiszeit zur globalen Erwärmung
von Wolfgang Behringer
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,90

8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Pflichtlektüre für alle Klimadiskutanden, 11. Februar 2010
Es muß für den Autor Wolfgang Behringer wie ein Schlag ins Gesicht gewesen sein, als der Weltklimarat IPCC die beiden Klimaanomalien der Mittelalterlichen Wärmeperiode (9.-14. Jh.)und der darauf folgenden Kleinen Eiszeit (15.-19. Jh.) nach und nach von 1990 bis 2001 aus seinen Klimakurven tilgte und schließlich nur noch die berühmt-berüchtigte (inzwischen diskreditierte) Hockeystick-Kurve im Programm hatte. Durch seine Forschung hatte Behringer nämlich Zugang zu unzähligen historischen Details, die zusammengenommen einen eindrucksvollen Beweis der Existenz beider Klimaextreme abgeben. Die Existenz von historischen Temperaturschwankungen bei gleichzeitig stablilem Kohlendioxidgehalt der Atmosphäre ist dabei Auslöser für die Frage, wie wohl das wirkliche Verhältnis von anthropogener zu natürlicher Steuerung des aktuellen Temperaturanstiegs sein könnte. Mit Ausnahme von ein paar Zeilen in der Einleitung sowie dem Epilog hält sich jedoch der Autor aus der aktuellen Klimawandel-Diskussion weitgehend heraus und beschränkt sich auf die solide und eindrucksvolle Schilderung der historischen Klimaschwankungen der letzten paar Tausend Jahre. Lediglich in ein paar Abbildungen (z.B. 40 & 44) blitzt nochmal kurz Widerstand gegen die IPCC-"Konsensmeinung" auf, ansonsten hält sich der Autor weitgehend dezent (und vielleicht klug?) zurück und läßt die Fakten sprechen.

Nach einer kurzen Einleitung beginnt das Buch mit der knappen Schilderung des Klimas der letzten paar hundert Millionen Jahre. Dann jedoch geht es schnell ins Holozän, also die letzten 12.000 Jahre. Es ist dies die Endphase der letzten Eiszeit sowie vor allem die nacheiszeitliche Erwärmung. Ein erster für mich sehr interessanter Punkt ist eine kurze Rückkehr eiszeitlicher Bedingungen (Jüngere Dryaszeit) während der allgemeinen Erwärmungsphase. Ein Beweis dafür, dass das Klima sich unter bestimmten Voraussetzungen sehr abrupt ändern kann. Vor 8000 Jahren dann das holozäne Klimaoptimum, wo es deutlich wärmer war als heute. Und all das bei relativ geringem CO2-Gehalt in der Atmosphäre. Der Autor schildert wie die Entwicklung von Zivilisationen oft an das Klima gekoppelt war. Fortschritte wurden überwiegend innerhalb von Wärmephasen erzielt.

So arbeitet sich Behringer allmählich durch die ständigen Klimawechsel der letzten paar tausend Jahre vor. Es gibt vieles Interessantes zu lernen. Manchmal verliebt sich der Autor jedoch so ins Detail, dass man sich ab und an beim Querlesen ertappt. Aber schon wenig später ist man dann wieder voll dabei. Bemerkenswert ist das Kapitel "Klimadeutung als neue Religion" wo Behringer den Klima-Alarmismus anprangert und einen Vergleich mit der Sündenökonomie des Spätmittelalters anstellt.

Das Buch ist all denjenigen wärmstens zu empfehlen, die sich ein eigenes, Fakten-belegtes Bild zur natürlichen Klima-Variabilität der letzten paar Tausend Jahre machen möchten. Etliche Aha-Erlebnisse sind garantiert. Nach der Lektüre wird man das aktuelle Klimageschehen sehr viel differenzierter sehen und die dazugehörige Diskussion vermutlich mit etwas kritischeren Augen verfolgen.


Cool it!: Warum wir trotz Klimawandels einen kühlen Kopf bewahren sollten
Cool it!: Warum wir trotz Klimawandels einen kühlen Kopf bewahren sollten
von Bjørn Lomborg
  Gebundene Ausgabe

5 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Rückkehr zur Vernunft - Das beste Buch das ich in den letzten 5 Jahren gelesen habe, 3. Februar 2010
Dieses Buch ist uneingeschränkt empfehlenswert. Ich habe es geradezu verschlungen. Lomborg spricht die Knackpunkte direkt an, in einer erfrischenden, scharfsinnigen Art. Dabei bleibt er stets höflich, ein angenehmes Kontrastprogramm zu den oft lauten Klima-Versen anderer Autoren. In "Cool it!" geht es nicht um einen wissenschaftlichen Streit um klimasteuernde Mechanismen. Lomborg akzeptiert den Temperaturanstieg, eine mögliche Zunahme von Hurrikanen, den Meeresspiegelanstieg und kritisiert auch nicht das Modell, daß diese Veränderungen durch CO2-Eintrag menschengemacht sein könnten. Es geht vielmehr um die wichtige Frage, wie wir unsere begrenzten Ressourcen einsetzen sollten, um die Klimawandelfolgen abzumildern und einen bestmöglichen Lebensstandard für möglichst viele Menschen auf der Erde zu ermöglichen. In beeindruckender Weise zeigt Lomborg an unzähligen Beispielen, dass die von einigen geforderten gigantischen CO2-Vermeidungsinvestitionen die Klimawandelfolgen nur kurzfristig verzögern, jedoch auf keinen Fall vermeiden würden. Würde man nur einen Bruchteil dieser Finanzmittel auf direkte Problemlösungen verwenden, könnte man den Menschen sehr viel effektiver helfen. Zudem wird immer nur von den negativen Seiten einer Klimaerwärmung gesprochen. Natürlich gibt es auch jede Menge Verbesserungen, die meist unerwähnt bleiben. Ein eindrucksvolles Beispiel: Eine Temperaturerhöhung führt zwar zu vermehrten Todesfällen durch Herzinfarkte, jedoch würden zigfach mehr Menschen gerettet werden, die sonst durch Kälte & Erfrieren umkämen. Malaria, Armut, Hunger, Wassermangel etc. lindert man am besten durch Verbesserung der Lebensumstände und nicht primär durch schlagartige, kostspielige Drosselung von CO2. Der Autor spricht sich für einen Umbau der Energielandschaft auf regenerative, CO2-freie Energien aus, jedoch in einem volkswirtschaftlich vernünftigen, nicht überstürzten Tempo. Das Buch zeigt, daß die Holzhammermethode nicht immer die beste ist.


Eine kurze Geschichte des Klimas: Von der Entstehung der Erde bis heute
Eine kurze Geschichte des Klimas: Von der Entstehung der Erde bis heute
von Karl-Heinz Ludwig
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,95

6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Interessanter Rundumschlag für Einsteiger, 31. Januar 2010
In knapper und übersichtlicher Form galoppiert Karl-Heinz Ludwig durch die komplette Erdgeschichte. Leser, die sich in der Materie schon ein bisschen auskennen, werden immer wieder etwas vorblättern müssen. Der rote Faden ist zwar das Klima, jedoch bringt der Autor immer wieder eine Vielzahl von Seitenaspekten ins Spiel. Einen entscheidenden Einfluß der Sonne auf das Klimageschehen negiert Ludwig (S. 120), obwohl sogar Fachleute wie Latif eine geringe Sonnenstrahlkraft als Auslöser der Kleinen Eiszeit ansehen. Die Klimaentwicklung seit der Industriellen Revolution schildert der Autor komplett aus Sicht des IPCC.


Der Klimaschwindel: Erderwärmung, Treibhauseffekt, Klimawandel - die Fakten
Der Klimaschwindel: Erderwärmung, Treibhauseffekt, Klimawandel - die Fakten
von Kurt G. Blüchel
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,95

24 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Gut recherchiert und lehrreich, abschnittsweise zu lang und romanhaft, 30. Januar 2010
Das Buch beginnt leider etwas wortreich und langatmig. Aus den historischen Fetzen wird nicht ganz klar, wo die Reise hinführt. Dies ändert sich zum Glück maßgeblich in Kapitel 2, in dem es um die Rolle von CO2 als Treibhausgas geht. Ein entscheidender Satz fällt auf S. 64, wo Blüchel den renommierten AWI-Polarforscher Prof. Heinz Miller zitiert: Günstigstenfalls wirke CO2 wie ein Vorverstärker". Und 2 Seiten später bringt Blüchel ein weiteres wichtiges Zitat, diesmal von Prof. Jan Veizer, ehemals Universität Bochum: Vor 300 Millionen Jahren waren die CO2-Konzentrationen 10- bis 20-mal so hoch wie heute. Gleichzeitig herrschte eine Eiszeit." Auch der weitere Verlauf des Kapitels bleibt spannend. Es geht um die zweifelhafte Aussagekraft von zu groben Klimamodellen, um die Objektivität des IPCC, die gerne von einigen Fachleuten kleingeredete Mittelalterliche Wärmephase, die Abkühlung durch Aerosole aus großen Vulkanausbrüchen und vieles mehr. Blüchel zeigt hier sein ganzes Können, Es hagelt klug vorgebrachte Argumente Schlag auf Schlag.

Auch im 3. Kapitel geht es munter weiter. Ein wahrer Lesespaß. Blüchel begeht hier auch nicht den Fehler, allzu obskure und leicht angreifbare Argumente aufzufahren. Man merkt, hier hat sich jemand aus erster Quelle bei querdenkenden Experten aus der Wissenschaft informiert. Im 4. Kapitel verfällt Blüchel wieder etwas zu sehr in den romanhaften Erzählstil. Trotzdem gibt es noch immer einige interessante Dinge zu lernen, wenn man denn durchhält. Im 5. Kapitel geht es um die Akteure der Klimadiskussion und einige spannende geschichtliche Hintergrundinformationen. Wer hätte schon gewußt, daß Al Gore den heißen Sommer 1988 als Kristallnacht des Erwärmungsholocaust" bezeichnet hat.

Das 6. und letzte Kapitel behandelt das Thema Gashydrate und Methan. Hier taucht leider auch kurz das Bermuda-Dreieck auf, das man hier nicht erwartet oder gar verlangt hätte. Auf Seite 246 schließlich endet dann das lange Buch doch recht abrupt. Ein zusammenfassendes und resümierendes Abschlußkapitel fehlt. Dafür folgt jedoch ein umfangreicher Anhang mit einer Chronik extremer Wettereignisse des 20. Jahrhunderts. Wenn man sich diese Aufstellung so anguckt, dann beginnt man langsam zu verstehen, daß es schon immer extreme Wetterverhältnisse gegeben hat. Es mag menschlich sein, daß wir die heutige Zeit in der wir leben immer als die wichtigste empfinden, und daher auch annehmen, dass unsere heutigen Wetterkapriolen etwas noch nie dagewesenes sein müssen.

Zusammengenommen ist Blüchels Buch empfehlenswert. Besonders für Leser, die bereits ein gewisses klimatisches Grundwissen mitbringen, um das Geschriebene besser einordnen zu können. Einsteiger sollten vielleicht zunächst ein anderes, strukturierteres und stärker bebildertes Buch durchschmökern. Es ist sicher auch nicht absolut notwendig, alle Blüchel-Kapitel von vorne bis hinten zu lesen. Es gibt hier stärkere und schwächere Abschnitte, die zum teilweisen Kursivlesen einladen. Besonders in den Kapiteln 2 und 3 gibt es jedoch sehr viel zu lernen. Blüchels Text unterscheidet sich hier deutlich von andern klimaskeptischen" Büchern, indem er immer sachlich und gut lesbar bleibt und eine Vielzahl von relevanten und gut vorgetragenen Argumenten bringt.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 25, 2010 4:02 PM MEST


Bringen wir das Klima aus dem Takt? Hintergründe und Prognosen. Forum für Verantwortung
Bringen wir das Klima aus dem Takt? Hintergründe und Prognosen. Forum für Verantwortung
von Klaus Wiegandt
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,95

5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Erstklassige Information in gutverständlichem Stil, leider mit einigen Stellen über die man sich etwas wundert, 24. Januar 2010
Das dem Buch vorgeschaltete Vorwort der herausgebenden Stiftung Forum für Verantwortung" gibt gleich zu Beginn die Marschrichtung des Buches vor. Von Irrwegen" und Gefährdung mit unübersehbaren Risiken" ist die Rede. Naturkatastrophen hätten sich in den letzten Jahren gehäuft (haben sie?), was Böses ahnen ließe. Im 68er-Ton wird ein unerschütterlicher Glaube...an ein unbegrenztes Wirtschaftswachstum" verurteilt, der als Ursache allen Übels herhalten muß.

Im krassen Gegensatz hierzu beginnt das Buch dann schließlich mit einer sehr gut verständlichen und gut strukturierten Erläuterungen des Klimasystems. Latif übernimmt. Der Lesespaß setzt sich auch im Kapitel Treibhauseffekt grundsätzlich fort. Leichte Wolken ziehen am Horizont auf als der Autor eine IPCC Graphik von 2001 bemüht, in der die einzelnen Klimasteuerungsfaktoren gestaffelt nach ihrer angeblichen Wirksamkeit aufgelistet werden. Der bislang noch unverstandene aber potentiell wichtige Faktor Sonne wird bewußt an den äußersten rechten Rand der Graphik gedrängt und mit marginaler Bedeutsamkeit kleingehalten. Da sich der genaue klimatische Prozess des Einflusses der Sonne noch in der Erforschung befindet (z.B. durch Svensmark), wird der solare Effekt kurzerhand in den Modellen marginalisiert.

Auf Seite 62 weist Latif auf eine "erstaunliche Parallelität" zwischen CO2-Gehalt und Temperatur in den letzten 400.000 Jahren hin und schließt hieraus: "Eine Temperaturänderung führt zu einer Änderung der Treibhausgaskonzentrationen...Ebenso führt eine Änderung der Treibhausgaskonzentration zu einer Änderung der Temperatur...". Diese Passage ist ziemlich geschickt gestrickt. Der unvorbelastete Leser sieht nun sofort das böse CO2, das die Temperatur nach oben treibt. Aus unerfindlichen Gründen entschied sich Latif an dieser Stelle ein kleines aber feines Detail auszulassen, das er erst mehr als 100 Seiten später (auf S. 199) nachschiebt: Die Temperaturentwicklung hat nämlich gegenüber dem CO2 während der letzten 400.000 Jahre einen Vorlauf von etwa 800 Jahren. Und gerade an dieser wichtigen Stelle vertippt sich auch noch Latif auf S. 199 und schreibt statt 800 Jahren 8.000 Jahre. Im Gegenzug nennt er nun endlich Ross und Reiter. Durch den warmzeitlichen Temperaturanstieg vermindert sich die Löslichkeit von CO2 im Ozeanwasser, was zur fortschreitenden Entgasung und CO2-Anreicherung in der Atmosphäre führt. Warum konnte uns Latif dies nicht schon im Treibhauskapitel mitteilen? Könnte es sein, daß das CO2 historisch-erdgeschichtlich gesehen wohl doch nicht diese ihm heute zugedachte überlegene Temperaturtreiberrolle innehatte, abgesehen von untergeordneten Feedback-Effekten? Wieviel Prozent des aktuellen Temperaturanstiegs verantwortet das CO2 und wieviel Prozent gehen auf das Konto der Sonne? 80-20%, 50-50% oder gar nur 20-80%? Wenn man die Sonne nicht in die Klimamodelle mit Svensmark- oder anderen Effekten einspeist, kann auch niemals etwas anderes als CO2-Steuerung herauskommen.

Latif hat recht, wenn er den aktuellen CO2-Anstieg der Verbrennung fossiler Brennstoffe zuschreibt. Letztendlich geht es aber um die Frage, ob das CO2 überhaupt die ihm zugedachte große Wirksamkeit hat. Aufgrund der noch bestehenden Unklarheiten, ist es vermessen anzunehmen, die Computermodelle könnten uns hier einen exakten Wert errechnen.

Im Kapitel 3 gibt es viel über interessante natürliche Klimaautozyklen zu lernen. Das Kapitel ist gut durchstrukturiert und bestens lesbar. Insbesondere die Nordatlantische Zirkulation überrascht, indem sie nun für einen mehrjährigen Abfall der Temperaturen sorgen soll, bevor es dann ganz bestimmt bald mit der anthropogen verursachten" Klimaerwärmung weitergeht. Auf Seite 102 beschreibt Latif die Dansgaard-Oeschger-Ereignisse als interne Schwingung der thermohalinen Zirkulation. Andere Autoren sehen hier vielmehr die Sonne am Werk, deren Aktivitätsfluktuationen im 1000-1500 Jahre Dansgaard-Oeschger-Rhythmus in neuerer Zeit die Römische, Mittelalterliche und aktuelle Wärmephase hervorgebracht haben könnten. Gegen Ende des Kapitels gibt uns Latif noch einige angstmachende Schreckensvisionen für die Zukunft mit auf den Weg, getreu nach dem Motto: Zwar sehen wir noch wenig davon und auch die aktuellen Trends sind noch undeutlich, aber es wird garantiert grausam.

Kapitel 4 handelt von der Kunst der Klimamodellierung. Hier hält man es am besten wie mit der Religion. Entweder man glaubt an die Modellierbarkeit des chaotischen und rückkopplungsverzerrten Klimageschehens, oder man traut den Rechnern eine exakte Wirklichkeitsabbildung schlichtweg nicht zu. Da helfen dann auch keine Lorenz-Attraktoren, griechische Buchstabenformeln oder was hast Du nicht gesehen. An dieser Stelle gerät wohl auch die Interdisziplinarität ins Wanken. Es mögen vor allem die Physiker und Politiker sein, die den Computermodellen wohlgesonnen sind. Geologen und Archäologen werden hier jedoch ihre Probleme bekommen, insbesondere mit Hinblick auf klare erdgeschichtliche Klimamuster mit regelmäßig wiederkehrenden, vorindustriellen Wärmephasen im 1000-1500 Jahre Rhythmus. Und die aktuelle Erwärmung ist die logische Fortsetzung dieser Reihe.

Im 5. Kapitel, das vom menschlichen Einfluss auf das Klima handelt, läßt Latif sich leider zu einigen Inkonsequenzen hinreißen. Gleich zu Anfang behauptet er, es wäre aus Sicht der Klimaforschung schon längst klar, daß der Mensch der Bösewicht ist. Als Begründung nennt er, daß der Klimawandel bewiesenermaßen bereits in vollem Gange sei. Mit letzterem hat er natürlich recht. Aber beweist dies, dass das anthropogene CO2 der Auslöser ist? Was wäre, wenn nun doch beispielsweise die Sonne der Auslöser wäre? Argumentiert das Forum für Verantwortung" hier überhaupt noch verantwortlich?

Auf der nachfolgenden Seite erläutert der Autor, dass das Klima doch recht träge sei und nicht sofort auf äußere Anregungen reagieren könne. Dies mag so manches Jahrzehnt erklären, wo CO2 und Temperatur nicht so gut korreliert haben (zusätzlich zu wärmenden El Nino's und kühlenden Vulkanaerosolen). Fairerweise sollte man diesen Trägheitseffekt aber auch der Sonne zubilligen, die Latif gerne mal wegen angeblich fehlender Korrelation angreift. Im weiteren Verlauf des Kapitels versteigt sich Latif zu wiederholten Angriffen auf den Menschen als Klimakiller, ohne weitere wichtige Argumente zu liefern. Man merkt, jetzt wird es politisch. Die mittelalterliche Warmzeit wird kleingeredet (vielleicht weil kein industrielles CO2 verfügbar). Es werden etliche Folgen der Temperaturerhöhung genannt (mehr Hurrikane, weniger Eis etc.), die aber allesamt keinen Beweis für eine CO2-Steuerung darstellen. Als Steuerung könnte z.B. auch die Sonne in Frage kommen. Wichtig: Die Erwärmung selber bestreitet nämlich niemand. Es geht darum, ob sie menschengemacht ist oder natürliche Ursachen hat.

Das Kapitel 6, Klimaszenarien der Zukunft, möchte ich nicht weiter kommentieren. Es basiert weitestgehend auf der Annahme, daß die Steuerungsmechanismen der Klimaerwärmung quantitativ bekannt wären. Dies ist meiner Meinung nach anzuzweifeln.

In Kapitel 7 schießt Latif scharf gegen seine Kritiker, indem er diese für die Verunsicherung in der Bevölkerung verantwortlich macht. Als Folge könnten die hunderte milliarden-Dollar-schweren Klimaschutzmaßnahmen momentan nicht voll durchstarten. Im Folgenden wird es dann noch kurioser. Eben noch ärgerte sich Latif über seine Kritiker, und schon eine Seite später streitet er die Existenz eines Expertenstreits ab. Schuld hätten die Medien, die diesen erfinden würden. Gegenfrage: Wer sind eigentlich Henrik Svensmark, Chris Landsea, John Christy, Richard Lindzen, Stephen McIntyre und Fred Singer? Diesen und allen anderen Kritikern des CO2-dominierten Klimamodells wirft Latif vor, das Klimaproblem kleinreden zu wollen. Und dann wird es bizarr. Die kritischen Argumente kämen meistens von Menschen, die entweder nicht in der Klimaforschung tätig sind oder gar keine naturwissenschaftliche Ausbildung besitzen." Dies ist selbstverständlich unwahr. Viele der engagierten Klimadiskutanten sind ausgebildete Naturwissenschaftler, darunter Promovierte, Professoren und (ehemalige) IPCC-Autoren. Ich selber bin habilitierter Geologe. Was will Latif mit hiermit bezwecken? Im Folgenden wird Latif wieder sachlicher und geht auf die Argumente der Kritiker ein. In den entsprechenden Rubriken tauchen wieder etliche bereits oben diskutierten Probleme auf. Äußerst interessant ist Latif's Erklärung der Kleinen Eiszeit mit verminderter Sonnenaktivität während des Maunder-Minimums (1650-1710). Mangels Veränderungen in der atmosphärischen CO2-Konzentration, wird die Sonne nun plötzlich doch noch zum anerkannten und entscheidenden Klimasteuerungsfaktor erhoben, zumindest für diesen Zeitabschnitt.

Insgesamt kann man aus dem Buch trotz der geschilderten fragwürdigen Schlußfolgerungen eine Menge lernen. Der gute Schreibstil von Latif ermöglicht eine effektive und angenehmen Lektüre. Und zwar für alle, egal ob man nun einem Lager angehört oder sich einfach nur neutral informieren möchte. Es bleibt zu wünschen übrig, daß in einer Neuauflage einige der oben genannten Kritikpunkte aufgegriffen werden könnten. Unter gebildeten Menschen sollte es nicht notwendig sein das Konsens-Märchen weiterzuspinnen. Zudem geht es in der Wissenschaft nicht um Konsens sondern die Wahrheit, die in der Wissenschaftsgeschichte noch selten demokratisch ermittelt wurde. Vergessen wir einen Moment die voreilig installierten CO2-Zertifikate und das Katastrophengeschrei. Notwendig ist nun eine wissenschaftlich fundierte und ausgangsoffene Erforschung und Diskussion der Klimasteuerungsmechanismen. Hierzu gehören auch die Prozesse, die wir gerade erst beginnen zu verstehen, etwa die Rolle der Sonne. Wenn wir derartige Elemente von vorneherein nicht ausreichend in die Modellszenarien einarbeiten, beschränken wir die Resultate auf unzulässige Weise.


Die Lüge der Klimakatastrophe. Das gigantischste Betrugswerk der Neuzeit. Manipulierte Angst als Mittel zur Macht
Die Lüge der Klimakatastrophe. Das gigantischste Betrugswerk der Neuzeit. Manipulierte Angst als Mittel zur Macht
von Hartmut Bachmann
  Taschenbuch

35 von 40 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Licht und Schatten, 17. Januar 2010
Hartmut Bachmann bezweifelt (meiner Meinung zu recht) die Horrorszenarien einer vom Menschen selbstverschuldeten Klimakatastrophe. Der Autor beleuchtet die historischen Hintergründe und interpretiert die Beweggründe der handelnden Akteure. Hier finden sich eine Reihe sehr interessanter Aspekte.

Jedoch leidet das Buch sehr unter dem recht nervigen Bildzeitungsstil. Fettsetzung ganzer Absätze, vielfache Wiederholungen. Bachmann's Hauptpunkte werden zwar klar dargelegt, die Verpackung ist jedoch gewöhnungsbedürftig. Um die klimatologischen Argumente geht es in diesem Buch nur untergeordnet. Wen diese Aspekte vorangig interessieren, sollte sich lieber zusätzlich ein anderes Buch besorgen. Bachmann's Buch enthält keine einzige Abbildung. Zum Teil überzieht Bachmann auch mit seiner Kritik, die so ein leichtes Fressen für die Anhänger des CO2-dominierten Klimamodells wird. Den 3%igen anthropogenen CO2-Anteil redet er unnötig klein und blendet aus, daß es sich um zusätzlich in das System einströmende Mengen handelt (S. 24). Die Reststrahlung von Atommüll wird verniedlicht "...Risiko ist nicht höher als bei der Verwendung von Feuer..." (S. 34). Auf Seite 67 streitet Bachmann ab, daß es einen Trend zur Meeresspiegelerhöhung gäbe. Dies ist sachlich falsch. In den letzten 300 Jahren stieg der Meeresspiegel stetig an. Vielleicht ließ sich Bachmann hier von kurzperiodischen Zyklen (mehrere Jahre) irritieren, die immer wieder kurze Meeresspiegelsenkungen im langperiodisch ansteigenden Trend hervorriefen.

Abgesehen von diesen Bemängelungen stimme ich dem Autor auf jeden Fall zu, daß die Einbeziehung historischer, vorindustrieller Klimaschwankungen, insbesondere der Mittelalterlichen Wärmeperiode und dem 1000-1500 jährigen Zyklus, von größter Wichtigkeit sein wird, um zu entscheiden, ob die aktuelle Erwärmung einen außergewöhnlichen Vorgang darstellt oder einfach die beobachtete Klimazyklik der vergangenen paar tausend Jahre fortsetzt. Ich denke viel spricht für letzteres.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 20, 2011 4:09 PM MEST


Die Klimakatastrophe - was ist dran?: Der Nairobi-Report über Klimawandel, Klimawahn und Klimaschwindel
Die Klimakatastrophe - was ist dran?: Der Nairobi-Report über Klimawandel, Klimawahn und Klimaschwindel
von Argus
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,90

43 von 45 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Seriöse Gegenargumentation zum CO2-Alarmismus, 16. Januar 2010
Die Welt scheint sich in zwei Lager aufgespalten zu haben. Die einen halten CO2 für das schlimmste Übel der Erde, die anderen sehen mit Blick auf die vorindustrielle Vergangenheit eher natürliche Vorgänge im Klimageschehen am Werke. Ein sachlicher Austausch von Argumenten scheint kaum noch möglich, zuviele Gesetze, Steuern und Karrieren basieren bereits auf dem in Politik und Presse dominierenden anthrogenen Treibhauseffekt. Kritiker werden unwissenschaftlich als Leugner und Umweltsünder beschimpft.

Das vorliegende Buch bringt Sachlichkeit in die Diskussion. Im Gegensatz zu anderen CO2-Skeptiker-Büchern mit zum Teil fragwürdigem Inhalt und gewöhnungsbedürftigem Stil, ist das Buch "Die Klimakatastrophe - was ist dran?" als absolut seriös einzustufen. Der Autor weiß genau von was er schreibt. Hier werden die wichtigsten Gegenargumente logisch gegliedert, gut verständlich und kurzweilig geschildert. Ich habe das (nur 70-seitige) Buch in einem Rutsch verschlungen. Der Autor kennt sich zudem außerordentlich gut mit den Hintergründen aus. Er stellt die Protagonisten und die möglichen Beweggründe ihres Handelns treffend dar.

Abbildungen gibt es leider nicht so viele, aber der Text ist schon eindrucksvoll genug. Der Autor schreibt unter dem Pseudonym "Argus", vermutlich um sich selbst in seinem fachlichen Umfeld zu schützen. Es ist schon bezeichnend, daß man derartige berechtigte Kritik nicht mehr öffentlich äußern kann, ohne Nachteile im Berufsumfeld befürchten zu müssen. So könnte es sich bei "Argus" um einen Wissenschaftler aus dem Öffentlichen Dienst handeln, der Angst vor zukünftig abgelehnten Forschungsanträgen hat, oder von seiner Institution aus Angst vor Fördermittelausfall einen Maulkorb verordnet bekommen hat.
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 8, 2013 10:41 AM MEST


Naturwunder des Maghreb, 1 DVD
Naturwunder des Maghreb, 1 DVD
DVD ~ Sebastian Lüning
Wird angeboten von dodax-online
Preis: EUR 16,29

5.0 von 5 Sternen Inaltsangabe, 13. März 2009
Rezension bezieht sich auf: Naturwunder des Maghreb, 1 DVD (DVD)
Der Film "Naturwunder des Maghreb" möchte Sie mitnehmen auf eine Zeitreise durch die Erdgeschichte Marokkos. Ziele der Expedition sind zu Stein gewordene Attraktionen, die Mutter Natur Stück für Stück in den letzten 600 Millionen Jahren geschaffen hat. Die Reise führt zu bizarren Granitlandschaften, hohen Wasserfällen, tiefen Canyons. Wir machen Abstecher in abenteuerliche Höhlen und besuchen das El Dorado der Orthoceras-Fossilpräparation im Tafilalt. Die erdgeschichtlichen Zusammenhänge werden von Profis allgemeinverständlich erklärt. Stück für Stück bauen wir die marokkanische Landschaft zusammen, so daß Sie das Land am Ende des Ausflugs aus einer ganz neuen, aufregenden Perspektive sehen werden. Im Film werden Landschaftsattraktionen aus den verschiedensten Teilen des Landes präsentiert mit Schwerpunkten im Anti-Atlas, Hohen Atlas und Mittleren Atlas.


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