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ruth6060

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Von Frauen und Pferden: Zur Geschichte einer besonderen Beziehung
Von Frauen und Pferden: Zur Geschichte einer besonderen Beziehung
von Bärbel Wegner
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 20,40

5.0 von 5 Sternen Für die Freudinnen der Reiterei!, 12. November 2010
Bärbel Wegner, Helga Steinmaier
Von Frauen und Pferden
Zur Geschichte einer besonderen Beziehung

'Le Paradis de la terre se trouve sur le dos des chevaux, dans le fouillement des livres.' Elois Melena 1860
(Das Paradies der Erde liegt auf dem Rücken der Pferde (und) im Studium der Bücher.)

Zwei große Freundinnen der Reiterei im allgemeinen, die Buchhändlerin und Pferdehalterin Bärbel Wegner und die Pädagogin und Freizeitreiterin Helga Steinmaier, sind der besonderen Beziehung von Frauen/ Mädchen und Pferden sehr erfolgreich nachgegangen. Sie folgten den Fährten reisender Reiterinnen, beleuchteten alte und neue Frauenberufe rund ums Pferd und sichteten Hufspuren aller Arten in der Frauengeschichte. Beginnend mit Pferdegöttinnen - fast jede griechische Göttin besaß ein Pferd oder war gar selber eins - und den Reiterinnengruppen der Amazonen, weiter mit den über die Himmel reitenden Walküren und den Frauen zu Pferde im alten Orient, über die Pferdenärrin Sisi und diversen Revolutionärinnen und Kriegerinnen hoch zu Roß, bis zu den Zirkusreiterinnen und mit ihren Pferden reisenden Frauen der Jetztzeit, berichten die Autorinnen sehr fundiert und immer wieder sehr amüsant. 'Was treibt die Frauen und Mädchen in die Ställe und Sättel'? Die Autorinnen geben auf diese Frage viele aufschlussreiche Antworten und decken die zahlreichen sexistischen Mythen ' u.A. "Wahrscheinlich ist das mit dem Reiten verbundene Gefühl der Macht und Stärke als eine Art Ersatz für den nicht vorhandenen Penis aufzufassen,'' , 'Mädchen gehen in der Versorgung der Pferde ihrem natürlichen Pflegetrieb nach', 'Das Pferde ist der erste Liebespartner der Mädchen und wird dann vom Ehepartner abgelöst' - in Religion, Theorie und Aberglauben zum Thema Frau und Pferd auf. Verschiedene Statistiken zum Thema Frauen und Pferde geben genaue Auskunft zu den Geschlechterverhältnissen in der ReiterInnenszene. In der BRD sind 2/3 aller ReiterInnen Frauen und in der Altersgruppe der 19 bis 26 jährigen sind es sogar 85%. Viel Lob und Anerkennung für die mutigen, besonnen Pferdemädchen und Reiterinnen, die auch in den Ställen sehr schwere Arbeit leisten, gibt es hier zu lesen. Verschiedenste Abbildungen ' nicht nur von Pferden - und eine ausführliche Literaturliste ergänzen die Texte vorzüglich.
Ein kurzweiliges Buch, das pferdebegeisterte Frauen mit viel Freude lesen werden und nichtreitende Mütter und/oder LehrerInnen von sogenannten Pferdemädchen werden ihre Töchter/Schülerinnen nach dieser Lektüre um Einiges besser verstehen.


Älter werden. Notizen
Älter werden. Notizen
von Silvia Bovenschen
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,95

7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Pures Lesevergnügen für alle, die gerne Denken und gerne Nachdenken., 12. November 2010
Rezension bezieht sich auf: Älter werden. Notizen (Taschenbuch)
Ein sehr persönlicher Text der weisen Literaturwissenschaftlerin Silvia Bovenschen. Berührende, auch witzige Sequenzen einer bürgerlichen Mädchenzeit in Deutschland nach 1945 erfreuen Herz und Hirn. Berichte einer tapferen Frau, die an MS erkrankt ist, berufstätig war/ist und mitten im Leben steht oder besser gesagt sitzt! Kluge und immer wieder sehr amüsante Überlegungen zum Älter werden und zum Alter an sich: 'Grammatik: Das ist bekannt: eine ältere Frau ist jünger als eine alte Frau. Wie groß muss doch die Angst vor dem Alter sein, dass sie sogar die Grammatik vergewaltigt.' Silvia Bovenschen vermag es mit Leichtigkeit und Heiterkeit über große und immer wieder sehr traurige, schwere Themen zu schreiben: 'Zu meiner Zeit ' höre ich mich tatsächlich sagen: Zu meiner Zeit? Wie kam diese alberne Formulierung in meinen Sinn? Die liebe Zeit, wann ist, vielmehr wann war das denn: meine Zeit? Bin ich schon aus der allgemeinen Zeit herausgefallen?' Böse kann sie auch sein und sogar dies kann sie auf eine kluge Art und Weise: 'Was mich ärgert. Dass sie (die 68 sechziger, die immer noch abschwören) in ihrem Renegatentum vergessen, dass nicht alles dumm oder falsch an der Sache war, dass nicht alle sich damals in allem irrten, nein, falsch gedacht, sie vergessen es gar nicht, sie müssen es zum Verschwinden/Vergessen bringen und das Ganze denunzieren, um ihren individuellen Irrtum zu verwässern ' es allgemein in einer pauschalen Irrtumsbezichtigung vergessen zu machen. Verallgemeinerter Selbsthass. Ach, würden sie sich doch weniger lieben. Ach, würden sie sich doch weniger hassen.' Auch die ein wenig spöttische Aufzählung einzelner Symptome des Älterwerdens erheitern:
1. Symptom: 'Untrügliches Anzeichen des Älterwerdens. Ich ertappe mich beim Konsum von Tierfilmen im Fernsehen. Das hätte ich nicht von mir gedacht. Ich höre aber wieder damit auf. Ich kann den verschmunzelten onkelhaften Ton der Kommentatoren nicht ertragen.'
2. Symptom '''
3. Symptom: 'Ein aus meiner Perspektive sehr junger (er ist mindestens 20 Jahre jünger als ich), attraktiver Freund vertraut mir an, dass er die ersten Spuren seiner Alterung daran erkenne, dass er sich seit kurzem dabei ertappe, wie er in bestimmten Situationen 'ach, herrjemine' zu sich selbst sagte.'

Silvia Bovenschens Gedanken zu Raucherzimmern in den Krankenhäusern, zu Zahnbehandlungen, zum Gralshüter der Kritischen Theorie Theodor W. Adorno - u.a. 'ich fand den kleinen rundlichen Mann mit den großen dunklen Augen sehr liebenswürdig' ' zur Domestikation der Erinnerung, zu den Wegen aus der Verzweiflung, zu den Versäumnissen, zum Glück, etc. berühren. Die Zitate anderer AutorInnen regen an, bei diesen weiter zu lesen. Einfach ein feinsinniger Bericht über eines der zentralen Themen unserer nahen Zukunft und somit von ungewöhnlicher Notwendigkeit für alle, die alt werden möchten und pures Lesevergnügen für alle, die gerne Denken und gerne Nachdenken.


Schnauze voll. Geschichte einer Mädchenbande
Schnauze voll. Geschichte einer Mädchenbande
von Heidi Hassenmüller
  Taschenbuch

4.0 von 5 Sternen In dem Roman "Schnauze voll - Geschichte einer Mädchenbande" geht es um mehr als nur Gewalt und Macht..., 12. November 2010
In dem Roman "Schnauze voll - Geschichte einer Mädchenbande" geht es um mehr als nur Gewalt und Macht, es geht um Einsamkeit, Anerkennung und das eine gemeinsame Handlung nicht immer Freundinnenschaft entstehen lässt.

Heidi Hasenmüller
SCHNAUZE VOLL
Ein packender Roman über die Geschichte einer Mädchenbande

'Jody brauchte die Spannung, den Kick, die Macht, die sie fühlte, wenn sie die Angst ihrer Opfer spürte. Bei der letzten Aktion hatte sich gezeigt, dass jede ihrer Hyänen zuschlagen konnte. Klar war aber auch, dass die Hyänen ohne sie, ohne Jody, nichts zustande brachten.'
Patty hat eine große Klappe. Magda ist ein 'Engelchen', das vom Stiefvater unterdrückt wird. Cindy ist elternlos, schüchtern und wird von keiner ernst genommen - und Ayaan soll bald mit einem viel älteren Mann verheiratet werden. Allein fühlen sich die Mädchen schwach, als Bande der Hyänen werden sie stark und fühlen sich auch so und sie werden gefährlich: Hyänen! Und Hyänen lassen sich schließlich nichts gefallen. Als Ayaan von einem ihrer Brüder geohrfeigt wird, zögern die Mädchen nicht lange und schlagen zurück. Auch gegen die Wölfe, einer Bubenbande aus der Stadt, wissen sie sich erfolgreich zu wehren. Aber dann macht Judy einen Fehler und die Hyänen geraten ins Visier der Polizei. Die Mädchenbande steht auch in dieser Situation zusammen, aber bis dies klar ist, geht es bergauf und bergab mit den Freundinnen untereinander. Spannend bis zuletzt. Fetzig geschrieben und doch frage ich mich ob die Autorin Mädchen mag. In der Geschichte erleben wir, wie vereinsamte Jugendliche (auch weibliche) buchstäblich alles tun, um Gemeinschaft und Anerkennung zu finden und um das Gefühl von Stärke zu erleben. Doch gleichzeitig wird deutlich, dass aus dieser Gemeinschaft keine wirkliche Freundinnenschaft wächst. Ist die Bande nur eine Nutzgemeinschaft oder doch mehr. Vertrauen, Wärme und Verständnis finden die Mädchen dort, jedenfalls mehr als zu Hause. Sie greifen zu immer gewaltsameren Methoden und als sich bei einer der Mädchen schließlich das schlechte Gewissen zu regen beginnt, gerät die Bande in eine ernsthafte Krise. Heide Hassenmüller beschreibt die Geschichten ihrer jungen Heldinnen mit Klarheit und Schonungslosigkeit. Sie lässt uns an deren Gefühlen teilhaben. Doch da sie mit fünf Hauptfiguren gleichzeitig balanciert, bleiben sie dennoch alle etwas farblos und gleiten teilweise auch ins Klischeehafte.

Noch eine Geschichte einer Mädchenbande:
'Foxfire. Die Geschichte einer Mädchenbande.' von Joyce Carol Oates


Das ewige Leben der Albaner: Roman
Das ewige Leben der Albaner: Roman
von Ornela Vorpsi
  Gebundene Ausgabe

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Marmelade bekommt man nur, wenn man mit einem Bein im Grab steht., 12. November 2010
Ornela Vorpsi
Das ewige Leben der Albaner
Zsolnay Verlag

Ornela Vorpsi erzählt lebhaft und überzeugt vom Heranwachsen, Leiden und Denken eines klugen, lese- und lebenshungrigen Mädchens im Albanien der letzten 20 Jahre. Eine Mädchenwelt mit all den brennenden Dringlichkeiten, Wünschen, Sehnsüchten und auch den Grässlichkeiten einer sehr patriarchalen Gesellschaft taucht bildhaft vor der Leserin auf und wird zum Leben einer klugen, jungen Frau. Ornela Vorpsi begleitet minuziös durch das Leben in Armut, durch die alltägliche drohende Gefahr der sexuellen Gewalt, durch die Willkür der Partei gegenüber dem vermeintlich falschen Verhalten, durch das Groteske, Tragischkomische und Grausliche einer zerbrechenden Mädchenzeit. Dramatisch und banal schildert Ornela Vorpsi die Geschichten des bleischweren Alltags der Menschen im Albanien des Enver Hoxhas. Feinsinnig ist Ornela Vorpsi in ihrer Sprachwahl. Sie führt die leidlichen Angelegenheiten des Mädchens, der jungen Frau mit der Leichtigkeit einer guten Schriftstellerin aus. Eine großartige Erzählerin ist sie gewiss und der klare Blick auf das Mädchen fernab von rührseligem Mitleid und psychologischer Interpretation überzeugt endgültig. Eine neue Literatin wurde hier aufgelegt und die Leserin freut sich auf mehr! Der Schluss dieses außerordentlichen Debüts überrascht!

Ornela Vorpsi wurde 1968 in Tirana geboren und studierte an der Akademie der schönen Künste. 1991 ging sie nach Mailand und 1977 nach Paris, wo sie als Photographin, Malerin und Videokünstlerin lebt. Das ewige Leben der Albaner ist ihr erster Roman.


Niederungen
Niederungen
von Herta Müller
  Taschenbuch

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen beste literatur, grausame wahrheit, 12. November 2010
Rezension bezieht sich auf: Niederungen (Taschenbuch)
Herta Müller

NIEDERUNGEN

Wenn eine so vortrefflich wie Herta Müller Wörter und Sätze aneinander knüpft, dann kann sie schreiben. Herta Müller ist eine große Literatin und sie ist eine Dichterin. In ihrem Werk 'Niederungen' ist sie eine Poetin des Entsetzens. Des Entsetzens über all die menschlichen Fehlbarkeiten, Unfähigkeiten, Drangsalen und die vielen gräulichen Schrecknisse einer freudlosen Mädchenzeit in einem 'schwäbischen' Dorf. Dichtkunst ist das richtige Wort für diese grauenhaften, bizarren und doch so wahren Geschichten aus dem dörflichen Leben der fünfziger, sechziger Jahre des vorigen Jahrhunderts. Die Geschichten erzählen vom kärglichen Leben und emotional kaum möglichen Überleben im Banat in Rumänien. Sie könnten aber genauso anderswo - in bäuerlichen, von deutschen Faschismus und Diktatur geprägten Gegenden in Mittel- oder Osteuropa, spielen. Schlachtungen, so genannte heilige Messen, Hochzeiten, Begräbnisse, Alltägliches, Familienangelegenheiten, Arbeitstage, Erziehungsmacht; dies alles findet vor dem klaren Blick von Herta Müller kein Erbarmen und wird schonungslos gewalttätig, roh und gefühlsarm dargestellt. Das Schauderhafte und das Groteske liegen wie zwei Seiten einer Medaille stets beieinander. Die Leserin wird erfasst und mitgerissen von eigenen früheren Empfindungen, Träumen und Schrecknissen, ohne in Ohnmacht zu verharren. Wie kann eine so formvollendete Sätze finden, wenn sie so Beklemmendes beschreibt? Eine große Dichterin wie Herta Müller kann dies.


Maschas Glück: Erzählungen
Maschas Glück: Erzählungen
von Ljudmila Ulitzkaja
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,90

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Erstaunliche Menschen, merkwürdige Schicksale und wirkliche Lebenskunst, 12. November 2010
Ljudmila Ulitzkaya
Maschas Glück
Hanser ' Verlag

Erstaunliche Menschen, merkwürdige Schicksale und wirkliche Lebenskunst verknüpft Ljudmila Ulitzkaya mit Witz, Charme und Humor und einer großen Portion Weisheit zu ihren ungewöhnlichen, liebenswürdigen Geschichten.
Keine und keiner ist fehlerfrei, nicht in der Liebe, nicht in der Familie, nicht im Leben. Ljudmila Ulitzkaya entlarvt liebevoll viele große und kleine Vergehen und urteilt doch nie und verurteilt schon gar nicht. Ludjmila Ulitzkaya taucht wie schon in ihren großen Erfolgen 'Ergebenst Euer Schurik', 'Medea' und in 'Die Lügen der Frauen' einfache Lebensgeschichten in ein farbenfrohes Licht und lässt ganz 'normale' Menschen zu fabelhaften ' im wahrsten Sinne des Wortes - HeldInnen werden.
Da die gesellschaftliche Entwicklung nicht stehen bleibt, sondern sich vorwärts entwickelt, womöglich aber auch seitwärts, jedenfalls nie linear, geht Ljudmila Ulitzkaya der Stoff für ihre wundersamen Geschichten auch nicht aus. Die Ehefrau die ihren betrunkenen Mann rührend, schrecklich aufrichtig und schutzbedürftig findet, und der Ehemann der, wenn seine Frau heult und mit Gegenständen nach ihn wirft, sie ergriffen betrachtet und denkt: 'Ach wie weiblich sie nicht ist!', der jüdische Kosmopolit, der in einer Affäre in einen Konflikt zwischen der 'Generallinie' seines redlichen Herzens und der 'Generallinie' der Partei geriet und Mascha, deren großes Glück darin liegt, dass sie von ihrem Mann, den sie liebt, verlassen wird, erwärmen das Herz der Leserin und lässt eine auch immer wieder staunen oder auch herzhaft lachen. Die Geschichte über 'den großen Lehrer' ist so erfrischend und heiter, dass ich sie schon mehrmals einfach weitererzählen musste und einer der Gründe warum viele meiner FreundInnen dieses Buch voller lebenssatten Episoden aus Ost - und manchmal auch West - geschenkt bekommen werden. 'Maschas Glück' ist wieder einmal bewährte russische Erzählkunst in bedeutsamen kurzen Geschichten der großen Schriftstellerin Ljudmila Ulitzkaya


Wohlfühl-Apotheke
Wohlfühl-Apotheke
von Sassa Marosi
  Gebundene Ausgabe

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das abendländische Kräuterheilwissen der Heilerinnen, Hebammen, Kräuterfrauen und einer modernen Apothekerin, 12. November 2010
Rezension bezieht sich auf: Wohlfühl-Apotheke (Gebundene Ausgabe)
Maga Sassa Marosi
Wohlfühlapotheke ' das abendländische Kräuterheilwissen der Frauen
Edition Grüne Erde im Verlag Christian Brandstätter

Sassa Marosi ist Pharmazeutin und hat sich bereits im Laufe ihres Studiums auf Kräuterheilkunde spezialisiert. Ihre Diplomarbeit hat sie über 'Hexenkräuter, Wissenschaft und Mythos' geschrieben. Sie arbeitet gemeinsam mit ihrer Mutter in vierter Frauengeneration in der familieneigenen Apotheke, sieht sich als neue Hexe und möchte die weiblichen Traditionen wieder beleben, wobei sie besonders die Frauenkräuter und die Kräutermagie erforscht. Sassa Marosi kennt die Zusammenhänge zwischen alten Pflanzenwirkstoffen und moderner Medizin, ist eine geübte Expertin für die traditionellen Anwendungen von Heilkräutern, weiß um die Machtverhältnisse in der patriarchalen Forschung und hat soeben ihr zweites Frauenkräuterbuch fertig gestellt. Das Buch 'Wohlfühl'Apotheke' ist eine gut gemachte Einführung in den alltagstauglichen Gebrauch verschiedenster Heilkräuter und in eine zweckdienliche Pflanzenmagie und deren Rituale. Sassa Marosi entführt die Leserin auch in die erstaunliche Frauenwelt diverser Göttinnenmythen und Hexengeschichten. Für Frauen, die sich schon ein wenig mit Kräutern beschäftigt haben und genaueres über das abendländische Heilwissen der Frauen lernen wollen, ist dieses Praxisbuch hervorragend geeignet. Beim Zusammenstellen einer eigenen Wohlfühlapotheke kann jede Frau sofort beginnen ihr neues Kräuterwissen umzusetzen. Darüber hinaus ist dieser Band sehr ansprechend gestaltet; -mit schönen Fotos, sorgfältigen Illustrationen von Renate Habinger und einem ausführlichen Pflanzenregister von Alraune über Mariendistel bis Zimt. Bestens geeignet als Geschenk für spirituell und/oder alternativ-medizinisch interessierte Frauen. Leider verliert sich die geschlechtergerechte Sprache immer wieder aus dem Text. Die Fülle des nützlichen Wissens der Heilerinnen, Hebammen und Kräuterfrauen machen dies aber wieder wett. 'Das einzige Gebiet, das in der gegenwärtigen pharmazeutischen Forschung fast komplett ignoriert wird, sind die so genannten Frauenkräuter'und die gewinnen vor allem wegen der kritischen Diskussion rund um die synthetische Hormonersatztherapien während der Menopause, immer mehr an Bedeutung' Sassa Marosi sorgt mit ihrem Engagement und ihren Büchern dafür, dass sich dies ändert!


Macht und Moral: 16 Essays zur Aufkündigung patriachaler Denkmuster
Macht und Moral: 16 Essays zur Aufkündigung patriachaler Denkmuster
von Carola Meier-Seethaler
  Broschiert

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kluges und Analytisches zur Aufkündigung patriarchaler Denkmuster, 12. November 2010
Kluges und Analytisches zur Aufkündigung patriarchaler Denkmuster

Carola Meier-Seethaler

Macht und Moral

16 Essays zur Aufkündigung patriarchaler Denkmuster

'Seit Jahrzehnten ignoriert die intellektuelle Machtelite die feministische Kulturkritik und weigert sich, deren enormen Bestand an wissenschaftlichen Untersuchungen zur Kenntnis zu nehmen.'

In diesen 16 scharfsinnigen Essays gibt die Philosophin und Psychotherapeutin Carola Meier-Seethaler kluge Antworten auf die Frage, warum wir heute einen backlash in der Geschlechterfrage erleben und weshalb der Feminismus trotzdem ein voller Erfolg war und ist. Vielfältige Erläuterungen zu patriarchalen Mythen und warum sie definitiv nicht stimmen können, erheitern und regen an, weiter zu denken.

Carola Meier-Seethaler plädiert für eine nachhaltige Kurskorrektur in Richtung konstruktiver Lösungen. Sie erläutert, warum nur der Abschied von den Geschlechterpolaritäten und anderen dualistischen Denkmodellen (Schwarz-Weiß, Ost-West, Licht-Dunkel, Politik-Spiritualität,) uns aus dieser patriarchalischen, rassistischen, frauenfeindlichen und auch menschenfeindlichen Misere führen kann. Carola Meier'Seethalers Blick auf die emotionale Vernunft lässt sie eine Neudefinition von Rationalität und Irrationalität fordern. Die Autorin meint Tugend soll nicht am Modell des tapferen Kriegers, sondern an der sozialen Kompetenz, der Sorge für sich und die anderen festgemacht werden.

Die scharfsinnige 80zigjährige Wissenschaftlerin nimmt auch Stellung zu aktuellen gesellschaftspolitischen Diskursen: den irrationalen Hintergründen der liberalen Wirtschaftstheorie, der Gewalt der männlichen Jugendlichen, dem ambivalenten Verhältnis unserer Gesellschaft zur Sexualität, aber auch zu der Kontroverse um die so genannte Matriarchatsforschung. Besonders erhellend der Text zu der Erkenntnis aus der Entwicklungspsychologie, wonach im menschlichen Dasein die Erfahrung der Solidarität derjenigen der Rivalität vorausgeht. Die Erklärungen von Carola Meier ' Seethaler; warum Emotionalität die gemeinsame Wurzel von Ethik und Religion ist und die geistreichen Antworten auf die Frage, ob es eine wertfreie Wissenschaft gibt, entlarven auch herrschende patriarchale Mythen. Dass der Kerngedanke jeder patriarchalen Mythologie und Philosophie in der Diffamierung weiblicher Symbolfiguren und weiblicher Lebensführung besteht ist für Carola Meier-Seethaler nicht von der Hand zu weisen.
Überlegungen zur Psychopathologie der Grausamkeit diverser Machthaber zeigen die Feigheit der so genannten Helden und Herrscher auf. Meier-Seethaler meint, dass ein stabiles Selbstwertgefühl es kaum nötig gehabt hätte, einen höheren Wert gegenüber dem weiblichen Geschlecht unablässig zu behaupten und durch theoretische Spekulationen und praktische Unterdrückungsmechanismen zu zementieren. Carola Meier-Seethalers Buch macht Lust auf Denken, auf Handeln und auf Kommunikation. Meier-Seethaler betont dass 'wirkliche' Kommunikation, die über bloße Information hinausgeht, nur stattfindet, wenn auch emotionale Erfahrungen und wertgetönte Urteile ausgetauscht werden. In diesem Sinne: Diese Essays sind eindrucksvoll, lesenswert und regen zu Diskussionen an.

Carola Meier-Seethaler, geboren 1927 in München, wo sie Philosophie studierte. Parallel dazu Psychologiestudium und Ausbildung zur Psychotherapeutin. Nach leitender Tätigkeit an Erziehungsberatungsstellen, Heirat und Übersiedlung in die Schweiz. Langjährige Lehrtätigkeit an einer sozialen Fachschule in Bern. Ab 1978 eigene Psychotherapeutische Praxis. Die Autorin ist verwitwet und hat zwei Töchter und zwei Großkinder.


Wie kluge Frauen alt werden: Was sie tun und was sie lassen
Wie kluge Frauen alt werden: Was sie tun und was sie lassen
von Heidi Witzig
  Broschiert

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zehn Weise und was wir von ihnen lernen können!, 12. November 2010
Zehn Weise und was wir von ihnen lernen können!

Heidi Witzig
Wie kluge Frauen alt werden
Was sie tun und was sie lassen

Immer gesünder, aktiver und lernbereiter ' so wird die Generation geschildert, die momentan das Pensionsalter erlebt. Inwiefern gilt das auch für die Frauen? Diese hatten wesentlich mehr Bildungs- und Berufschancen als die Frauengeneration davor, wurden geprägt durch die 68er Bewegung und die politischen Fortschritte bezüglich der Forderungen der Feministinnen in den 1970er und 80er Jahren.
Eine besonders tatkräftige Gruppe nahm in irgendeiner Form an der Neuen Frauenbewegung teil oder stellte deren Postulate und Analysen in ihrem beruflichen und persönlichen Leben ins Zentrum. Und nun gehören sie zur älteren Generation. Wie leben sie heute? Und was denken sie über ihre früheren Aktivitäten?

Heidi Witzig, Historikerin und Buchautorin, hat Feministinnen im Alter zwischen 63 und 90 Jahren, die einst rebellisch den Kampf um die Emanzipation von Frauen vorantrieben, zum Älterwerden befragt. Sie beschreibt, wie diese Frauen heute leben, wie sie auch im Alter mit den gängigen Konventionen brechen, mit Lust das Prinzip des «weniger ist Mehr» befolgen ' und aus jedem einzelnen Tag das Beste herausholen. Und sie zeigt weiter auf, wie diese Frauen über ihre früheren Aktivitäten denken, wie sie die nachfolgende Frauengeneration erleben und wie sie mit dem Sterben und dem Tod umgehen.

Die Sammlerin Marthe Gosteli, weiß dass jede Frau die ihre Geschichte nicht weiß, das Rad wieder neu erfinden muss und somit nicht aufbauen kann auf den Erfahrungen früherer Generationen und deshalb gründete sie ein Frauenarchiv. Eine Pionierin der Organisationsberatung, die Theologin Eva Renate Schmidt, entwickelte mit Hilfe der feministischen Sprachkritik neue Methoden in den Organisationsstrukturen verschiedensten Einrichtungen. Ihre erste Begegnung mit Feministinnen veränderte ihre Arbeit und sie ist noch immer begeistert von der Art und Weise wie Feministinnen miteinander umgehen. Eva Maria Schmidt erkennt diese neuen Formen der Kommunikation noch immer als den eigentlichen Durchbruch in der Frauenbewegung. Die Kunsthistorikerin und Ausstellungsmacherin Hanna Gagel lernte während ihres Kunstgeschichtestudiums in den 60 er Jahren von keiner einzigen Künstlerin, nicht einmal Käthe Kollwitz wurde erwähnt. Sie verbrachte ihr Leben damit, dies zu ändern und es gelang ihr vorzüglich. Als 60 jährige veröffentlichte sie ihr erstes Buch. Die Germanistin und Erwachsenenbildnerin Reinhild Traitler plante eine Lange Nacht der Religionen, statt eine lange Nacht der Kirche, weil es soviel voneinander zu lernen gibt und dies besonders für die verschiedenen Religionen gilt. Einige der Frauen berichten, dass sie des öfters durch unfähige Männer in ihrer Arbeit behindert wurden. Alle Frauen erzählen ausführlich und reflektiert von ihren Erkenntnissen und Einsichten, Erfolgen und Misserfolgen, - als Frauen, als Feministinnen und als Pionierinnen in ihren Sachgebieten. Die Erfahrungsberichte dieser lebensklugen, engagierten Frauen machen Mut zur Klärung eigener Lebensprozesse und regen zum feministischen Engagement für eigene politische Anliegen an, allein und gemeinsam mit anderen Frauen. Heidi Witzig hat eine überlegte Auswahl getroffen und vorzügliche Interviews geführt.


Ich bin stark!: Selbstverteidigung für Mädchen
Ich bin stark!: Selbstverteidigung für Mädchen
von Barbara Götz
  Taschenbuch

5.0 von 5 Sternen für alle Mädchen sehr wichtig!, 12. November 2010
Das ultimative Mut- und Mitmachbuch für alle schlagfertigen Mädchen und solche, die es noch werden wollen!

Barbara Götz und Gabi Späth

ICH BIN STARK!

Selbstverteidigung für Mädchen

'Geh nie mit einem Fremden!" Diese Warnung stimmt zwar durchaus, betrifft aber nur 6 Prozent der Fälle von sexuellen Belästigungen oder anderer sexueller Gewalt an Mädchen. Mit dieser Ermahnung sind Mädchen nicht geschützt! Mädchen brauchen die Erfahrung: ich bin stark, ich kann mich schützen, ich kann mich wehren, ich weiß, was ich tun muss, wenn mir jemand zu nahe kommen will. Zwei erfahrene Ausbildnerinnen in Selbstverteidigung, Barbara Götz und Gabi Späth, geben in diesem vortrefflichen Sachbuch viele praktische Tipps und gute Trainingsvorschläge. Sie zeigen auf, wie sich Mädchen im Ernstfall am besten selbst schützen und verteidigen können. Jedes Mädchen kann sich wehren und ein 'Help-yourself-Baukasten' hilft jeder dabei auf unterschiedliche Weise. Das A und O der Selbstverteidigung ist das Selbstbewusstsein. Das ist die Grundlage dieses Buches. Hier geht es um das richtige Gefühl und die richtige Einschätzung von Gefahren. 'Sich und seinen Gefühlen vertrauen' über 'Vorbeugen ist besser als Zuschlagen' bringt erste Erfolge. Selbstbewusstes Auftreten und das Vorbeugen von Angriffen gehören genauso zur Selbstverteidigung wie die richtige Kampftechnik im Ernstfall. Ausführliche Beschreibungen und aufschlussreiche Fotografien - die 2 schlagfertigen Buchmodels Jasmin und Regina stellen effektvolle Übungen anschaulich und ideenreich auf vielen Fotos nach - erläutern die Kampf- und Befreiungstechniken, mit denen sich auch junge Mädchen einen (oder mehrere) Angreifer vom Hals schaffen können. Auf sehr einfache und wirkungsvolle Weise wird den Mädchen sowohl das körperliche als auch das mentale Training näher gebracht. Denn wer sich stark fühlt, wird gar nicht erst angegriffen und wenn es doch nichts hilft: Die Kapitel 'Jetzt reicht's: Ich schlage jetzt zu', 'Wo schlage ich hin?' und 'Wie werde ich mein eigener Bodyguard?' geben deutliche Antworten auf einen Übergriff und zeigen wie ein Mädchen sich im Ernstfall am besten selbst schützt, verteidigt und auch zuschlägt, wenn es sein muss. Das ultimative Mut- und Mitmachbuch für alle schlagfertigen Mädchen und solche die es noch werden wollen. Für Frauen, die mit Mädchen leben und arbeiten, ist dieses Buch sowieso ein 'Muss!'
Ich bin stark!


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