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Rezensionen verfasst von
Paulchen Panther "Paulchen Panther"

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Panasonic Lumix DMC-TZ10EG-S Digitalkamera (12 Megapixel 12-fach opt. Zoom, 7,6 cm (3 Zoll) Display, Bildstabilisator, Geo-Tagging) silber
Panasonic Lumix DMC-TZ10EG-S Digitalkamera (12 Megapixel 12-fach opt. Zoom, 7,6 cm (3 Zoll) Display, Bildstabilisator, Geo-Tagging) silber

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zuverlässig, schnell, tolle Bilder, 15. Mai 2011
Meine letzte kompakte Digitalkamera war eine Fuji Finepix, die mir zuletzt immer weniger gefallen hat, da sie sehr langsam reagierte und auch insbesondere bei weniger gutem Licht große Probleme mit der Schärfefindung hatte. Da ich natürlich gerade im Urlaub oder unterwegs auf Ausflügen nicht immer meine große klotzige Spiegelreflex mit mehr oder weniger großen Objektiven mitnehmen wollte, war ich auf der Suche nach einem kompakten und zuverlässigen Alleskönner. Eines kann ich an dieser Stelle schon vorwegnehmen. Ich habe ihn gefunden.

Eigentlich hatte ich mich für das neueste Modell, die TZ22 interessiert. Nachdem ich die unterschiedlichen Testberichte in einschlägigen Fachzeitschriften dazu gelesen hatte, ebenso wie die Rezensionen hier bei amazon, habe ich mich schnell neu orientiert und bin dabei auf dieses Modell gestoßen.
Die Lumix TZ10 hat wirklich alles, was man von einer kompakten Digitalkamera erwartet und darüber hinaus noch vieles mehr. Öfter ist bei der Kamera der Automatikmodus kritisiert worden, der ja gerade bei einer kompakten besonders gut funktionieren muss. Denn was macht man mit einer solchen Kamera am häufigsten? Schnappschüsse natürlich! Und die entstehen nicht nach stundenlangen Einstellungen von Blende, Schärfe und Lichtempfindlichkeit. Ich habe die Kamera jetzt schon ein paar Wochen im Gebrauch und bin begeistert. Die TZ10 kann problemlos bedient werden, ohne dass man auch nur einen einzigen Blick in die Bedienungsanleitung werfen muss. Einfach Akku aufladen, einlegen, anschalten und los geht's. Natürlich die Speicherkarte nicht vergessen!
Sowohl im Freien bei gutem Licht, wie auch in Innenräumen am Abend bei weniger gutem Licht liefert die Kamera einfach klasse Ergebnisse. Ich habe meine ersten Bilder allesamt mit der Einstellung "Intelligente Automatik" gemacht. Das funktioniert super. Sicher ist es so, dass bei schummerigem Licht ein Motiv im Vordergrund so ausgeleuchtet wird, dass es nicht überstrahlt und ausgebrannt ist. Dass dabei der Hintergrund je nach Entfernung auch mal ein bisschen absaufen kann, halte ich für normal. Schließlich arbeitet die Kamera nicht mit einem Megaflash mit Reflektorkarte, sondern mit einem Miniblitz in der Front, der für meine Begriffe wirklich gute Ergebnisse liefert.
Was die Schärfeeinstellung der Motive angeht war ich echt baff. Die Kamera hat eine Einstellung mit der sie bewegte Motive verfolgt und dabei die Schärfe hält. Das liefert wirklich beeindruckende Ergebnisse. Hier mein Beispiel: Ich stand am Rand eines Weihers und wollte fotografieren, wie meine beiden Labradore mit Anlauf ins Wasser springen. Sicher nicht ganz so leicht zu fotografieren. Mit dieser Kamera gelang es gleich beim ersten Schuss. Aufnahme mit Hund im Sprung in der Luft. Gestochen scharf. Hierbei auch anzumerken, dass die Auslöseverzögerung so gut wie nicht zu bemerken ist. Man drückt den Auslöser und das Bild wird gemacht.
Ich habe später auch einmal noch die Funktionen ausprobiert, die für bestimmte Situationen vordefiniert sind wie zum Beispiel Portrait, Schöne Haut etc. Ich muss aber sagen, dass die intelligente Automatik der Kamera so gut ist, dass man diese Eintellungen nicht wirklich vermissen würde, wenn sie nicht da wären.
Sehr gut ist, dass man mit einem Tastendruck auf der Rückseite in ein Quick-Menü gelangt, mit dem man häufig gebrauchte Einstellungen direkt erreichen kann inkl. Selbstauslöser.

Ein Wort noch zu der Videofunktion. Zweimal ausprobiert, Super Ergebnisse. Echte HD-Videos in brillanter Qualität.

Wo Licht ist, ist auch Schatten? Ja es gibt auch Kritik. Aber wenig. Was ich tatsächlich als störend empfinde, ist die Bedienung des Zooms. Der sitzt in einem Ring um den Auslöser. Von der Wippenfunktion her eigentlich gut, allerdings reagiert die Zoomoptik darauf etwas merkwürdig: zuerst sehr träge bis gar nicht, dann zu schnell, dann mal wieder zu langsam. Das macht die Einstellung des richtigen Bildausschnitts manchmal zur Geduldsprobe. Da gibt es noch Verbesserungsbedarf.
Ansonsten ist die Kamera nun auch nicht gerade ein Leichtgewicht. Mit 220 Gramm Gewicht inkl. Akku kann sie einem schon die Hemdstasche ausbeulen. Beide Kritikpunkte sind für mich aber keine ausreichenden Gründe für eine Abwertung.

Fazit:
Die Lumix TZ10 ist meiner Meinung nach ein großer Wurf, wie er einem Hersteller nur alle paar Jahre einmal gelingt. Eine Kompaktkamera, die mich bisher nicht nur zufrieden gestellt, sondern regelrecht begeistert hat. Da mittlerweile schon mehrere Nachfolgemodelle auf dem Markt sind, ist damit zu rechnen, dass die letzten Stücke gerade verkauft werden. Ich bin sehr froh, dass ich noch zugegriffen habe. Ein echter Kauftipp.


Nokia E75 Smartphone (UMTS, GPS, UKW Radio, 3 Monate DACH Navi, Nokia Messaging, 3,2 MP) red
Nokia E75 Smartphone (UMTS, GPS, UKW Radio, 3 Monate DACH Navi, Nokia Messaging, 3,2 MP) red
Wird angeboten von c-commerce2010

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Weiterentwicklung dringend nötig, keine Kaufempfehlung, 27. März 2010
Zum Verständnis meiner Rezension vorneweg: das Handy ist für mich ausschließlich ein Arbeits- und Kommunikationsinstrument. Ein Werkzeug, das mir das Leben und die Arbeit einfacher machen soll. Kein Prestigeobjekt, nichts zum Angeben und auch nichts, womit ich Spaß haben oder meine Freizeit gestalten will. Der Vorgänger meines neuen E75 war das Nokia 6300 und ich ziehe daher selbstverständlich immer wieder Vergleiche zwischen den beiden Geräten.

Ich habe mir die Version in rot gekauft. Mein erster Eindruck: gut verarbeitet und absolut wertig. Der Slider funktioniert prima, wackelt und klappert nicht. Da ich mein Handy meistens in der Hosentasche oder im Hemd in der Brusttasche bei mir trage, fand ich es mit 140 Gramm Gewicht (inkl. Akku) zu Beginn ein bisschen schwer. Aber man gewöhnt sich dran. Eine Schutzhülle sollte man sich dazu gönnen.

Handhabung
Im Vergleich zum 6300 ist die Handhabung deutlich komplizierter. Natürlich ist das auch der Tatsache geschuldet, dass das E75 deutlich mehr Funktionen hat. Ging bei meinem Vorgänger die Steuerung aber hauptsächlich über die Haupttaste in der Mitte und die 4-Funktionen-Navigationstaste, so muss das Hauptmenü über eine sehr kleine Taste links oben aufgerufen werden. Hier beginnt die erste Kritik. Es wurden direkt unter dem Display insgesamt 4 Tasten (links und rechts je 2) mit ganz wichtigen allgemeinen Funktionen angeordnet. Diese Tasten sind ohne Übertreibung winzig und zu allem Unglück auch noch links- und rechtsseitig belegt. Denn je nach dem ob man diese Liliput-Tasten weiter links oder rechts drückt passiert etwas anderes. Das Treffen der gewünschten Funktion wird damit jedes Mal zum echten Glücksspiel und das gerade bei wirklich wichtigen Aufgaben wie Wählen, Anruf entgegennehmen, Tastensperre aufheben etc. Ärgerlich!
Ist man im Menü, hat man viele Möglichkeiten, das Handy auf seine Bedürfnisse zu individualisieren. Leider (und das muss ein Softwarefehler sein) werden manche Funktionen (z.B. das UKW-Radio) nicht auf der Bedienoberfläche angezeigt, obwohl sie eingeschaltet sind.

Positiv
Wie schon erwähnt, nutze ich das Gerät als echtes Business-Handy und dementsprechend setze ich Prioritäten. Die Akustik steht bei mir zum Beispiel ganz weit oben und da ist das E75 ohne Frage das Beste, was ich bisher in der Hand hatte. Ich telefoniere mit einer T-Mobile-Karte und hatte bisher mit keinem Handy eine derart gute Sprachqualität, die der Qualität eines Festnetzgesprächs in nichts nachsteht, im Gegenteil von mir sogar oft als besser empfunden wird. Absolut hervorragend. Das liegt vielleicht auch daran, dass das Gerät zwischen einfachem GSM- und UMTS-Netz (3G) hin und her wechselt und immer die beste Verbindung sucht. In welchem Netz man sich gerade befindet, wird auch angezeigt.

Dank des guten Druckpunktes der Zifferntasten auf der Frontseite sowie der Buchstabentasten der QWERTZ-Tastatur wird sowohl das Wählen wie auch das SMS-Schreiben, aber auch das Eingeben von Namen und Adressen zu einem Kinderspiel. Dabei muss man gar nicht mal so viel Tippen, denn das Gerät hat eine komplette Sprachsteuerung. Man kann also alle Funktionen oder Namen per Sprache anwählen. Dazu braucht das Handy nicht einmal eine zuvor eingegebene Sprachprobe (war bei meinem Motorola Razr so). Außerdem kann man sich von dem Handy jede SMS vorlesen lassen. Verblüffend, wie gut das funktioniert und sehr praktisch im Auto, wenn man sich aufs Fahren konzentrieren muss und keine SMS lesen kann. Leider gibt es mit der Sprachsteuerung auch Probleme, dazu unten mehr.

Noch nicht oft benutzt, aber wenn, dann hat das Navi sehr gut funktioniert. Der eigene Standort wird innerhalb von wenigen Sekunden präzise angezeigt und man kann sich gut orientieren.
Ebenfalls nicht beklagen kann ich mich über die WLAN-Funktion. Die benutze ich zwar ebenfalls kaum (warum soll ich mit dem Handy surfen, wenn ich ein Notebook habe), aber ich habe es eben mal ausprobiert und da hat das Einloggen schnell geklappt und die Darstellung der Internetseiten war okay. Wie gesagt, es ist für mich ein Business-Handy und ich mache keine Internet-Recherche auf einem Mini-Display. Ebenso mute ich weder mir noch meinen Kunden eine Präsentation oder ein Video auf dem Mini-Display eines Handys zu, was das E75 ja auch könnte. Insofern stehen diese Punkte für mich außerhalb der Kritik.
Ebenfalls positiv ist die Zuverlässigkeit: das Handy ist bei mir bisher kein einziges Mal abgestürzt. Das würde ich auch bei einem Mobiltelefon nicht akzeptieren und es ist auch beim 6300 nie passiert. Tatsächlich ist Abstürzen ein Problem, das ich vom Handy nicht kenne. Hoffentlich bleibt das so. Toi, toi, toi. Allerdings habe ich auch nie 20 Anwendungen gleichzeitig offen. Vielleicht liegt es daran.

Negativ
Leider macht das E75 im tagtäglichen Gebrauch auch erhebliche Probleme, die mich dazu veranlassen für das Gerät in dieser Entwicklungsstufe keine Kaufempfehlung auszusprechen.
Von der Anwendungssoftware her ist das Telefon sehr spärlich ausgestattet.
In den bisherigen Rezensionen ist z.B. nirgendwo erwähnt, dass das Gerät nicht einmal über eine Stoppuhr verfügt. Für mich eine absolute Selbstverständlichkeit, die gerade zu einem geschäftlich genutzten Handy unbedingt dazu gehört. Die Länge von Redebeiträgen für Konferenzen oder Vorträge auszumessen ist für mich enorm wichtig und mit meinem alten 6300 ging das hervorragend. Wie man so etwas bei einem Business-Handy einfach unter den Tisch fallen lassen kann, ist mir ein absolutes Rätsel. Man kann das Tool zwar nachträglich aufs Handy laden. Das ist allerdings mit (meiner Meinung nach) unverhältnismäßig hohen Kosten verbunden. Und hieraus erwächst der nächste Kritikpunkt, denn diese simple Anwendung verkauft Nokia für 4,99 Euro. Meiner Meinung nach eine Unverschämtheit für ein Stoppuhr-Tool. Natürlich versucht man als Verbraucher, sich das Tool über Freeware zu besorgen, aber dann stellt man fest, dass sich fremde Software auf dem Handy nicht installieren lässt. Das liegt an einer Werksvorgabe, die man Zertifizierung nennt (hatte ich vorher bei Handys noch nie gehört) und die bei Smartphones dieser Generation heute wohl üblich ist. Das Handy ist vom Hersteller so eingestellt, dass nur Software darauf installiert werden kann, die von Nokia zertifiziert oder zertifizierbar ist. Das soll vorgeblich dazu dienen, den Benutzer vor Schadsoftware zu schützen. Tatsächlich aber schottet Nokia damit nur seinen eigenen Softwaremarkt ab, indem jede Fremdsoftware gesperrt wird. Man stelle sich mal vor, man könnte auf einem Windows-basierten Rechner nur Microsoft-Software installieren und nichts anderes. Ein Unding und meiner Meinung nach ein Fall für den Verbraucherschutz!!! Beim Nokia-Handy aber wohl Gang und Gäbe aber für mich als Endverbraucher mehr als ärgerlich, zumal ich es in diesem Fall für ein Tool anwenden wollte, was eine absolute Selbstverständlichkeit für ein Business-Handy sein sollte. An dieser Stelle sollte man auch erwähnen, dass die von Nokia im OVI-Store kostenlos angebotene Software in sehr vielen Fällen nur eine Test- oder Demo-Version des echten Programms darstellt, das man im kostenpflichtigen Bereich als Vollversion dann ebenfalls wieder findet.

Bei dieser Gelegenheit sollte auch erwähnt werden, dass das E75 wohl nicht zu den besonders weit verbreiteten Handys gehört. Nachteil: egal wie oft man seine Probleme in den einschlägigen Fachforen im Internet postet von denen man sich Hilfe erhofft, man bekommt nahezu keine qualifizierte Antwort und steht letztendlich mit seinen Problemen alleine da.

So sehr ich die Sprachqualität loben kann, wenn ich das Handy am Ohr habe, so schrecklich ist das Hallen und die Rückkopplung beim Telefonieren mit der Freisprechanlage im Auto. Ich habe ein Alpine KCE-300BT in das sich das Gerät per Bluetooth einloggt. Das Telefonieren mit meinem alten 6300 ging immer bestens und ich dachte, das bliebe auch so, wenn man in der selben Produktfamilie bleibt. Falsch gedacht. Ruft mich ein Kunde im Auto an, muss er gegen eine Rückkopplung ankämpfen, die schon so manchen ganz ohne Blutalkohol erheblich zum lallen gebracht hat. Einfach nur ärgerlich und für mich nicht nachvollziehbar, dass man bei einem so umfangreich ausgestatteten Mobiltelefon die Qualität der Vorgängergeneration nicht aufrecht erhalten konnte.

Die Sprachsteuerung ist Fluch und Segen zugleich. So zuverlässig sich Funktionen des Handys per Sprache ansteuern lassen, z.B. Taschenrechner oder Mitteilungen, so peinlich versagt das Gerät beim Aufrufen von Telefonpartnern. Um die richtige Telefonverbindung zu bekommen, muss man nicht selten 4-5 Versuche starten und das unabhängig von der Einstellung der Sprachempfindlichkeit. Hier muss die Technik noch massiv nachgebessert und weiterentwickelt werden.

Gleiches gilt auch für die Kamera, die von mir zum Glück nicht oft genutzt wird. Die Fotos sind schlicht gruselig. Blass, blau- bis graustichig, oft unscharf und einfach nicht anzusehen. Meine 8 Jahre alte Fuji 2-Megapix-Kamera macht Bilder in einer Qualität, an die diese Kamera nicht im Entferntesten heranreicht. Obwohl mich die Helligkeit des eingebauten Blitzlichts zu Anfang sehr beeindruckt hat.

Als letzten großen Kritikpunkt muss man die stark eingeschränkte Individualisierung bei der Tastenbelegung aufführen. Beim einkommenden Anruf hat man für die Annahme beim 6300 einfach die große Navigationstaste in der Mitte gedrückt, die einfach zu finden und zu treffen war. Als ich zum ersten Mal auf dem E75 angerufen wurde, ging ich davon aus, dass das hier ebenso funktioniert. Falsch gedacht. Ich drückte und drückte und plötzlich war der Anruf weg und die Zertrümmerungsgefahr für das Handy sehr groß. Man muss zum Abheben tatsächlich die winzige grüne Taste drücken und das auch noch auf der richtigen Seite, sonst passiert nichts. Nun kann man im Menü einstellen, dass das Handy den Anruf beim Drücken jeder Taste entgegen nimmt. Problem: nun hebe ich manchmal schon ab, wenn ich das Handy aus der Hosentasche ziehen will. Eine Kontrolle der Anrufannahme ist somit nicht mehr möglich. Bei dieser Einstellung hat man also nur die Wahl zwischen Pest und Cholera. Absolut ärgerlich und nicht nachvollziehbar, weshalb das Handy in seiner Funktionalität so blöd programmiert und damit in seiner komfortablen Handhabung eingeschränkt wurde.
Es gibt noch viele kleine Dinge, die mich verärgert haben, die aber jetzt zu weit führen. Es sind alle samt Unzulänglichkeiten, die leicht zu vermeiden gewesen wären.

Abschließendes Fazit
Das E75 ist ohne Frage vom Prinzip her ein sehr gutes Handy mit einem enormen Potential. Leider wurden, warum auch immer, große Chancen leichtfertig verspielt. Das Handy muss sich in der augenblicklichen Marktsituation mit jedem anderen Touchscreen- und Business-Handy messen lassen. Ich bin überzeugt, dass das E75 es mit einer Überarbeitung bzw. einer Modifizierung sicher drauf hätte. Man bekommt aber den Eindruck, dem Handy wurden absichtlich mehrere Klötze ans Bein gehängt.
Ich hatte mich in den Testberichten der Fachzeitschriften von der guten Beurteilung bezüglich Sprachqualität leiten lassen und da ist das Handy ja auch Spitze. Aber für ein Mobiltelefon dieser Preiskategorie reicht das heute einfach nicht mehr.
Im Moment kann man daher leider nur sagen: schade für diese verpasste Chance und leider in dieser Version keine Kaufempfehlung.


Die Uhrmacherschule: Einführung in die Uhrenlehre
Die Uhrmacherschule: Einführung in die Uhrenlehre
von Hermann Brinkmann
  Taschenbuch
Preis: EUR 15,95

59 von 59 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Für das Selbststudium leider völlig ungeeignet, 10. Januar 2010
Man denkt, der Buchdeckel ist eine Reminiszenz an die gute alte Zeit, in der das Handwerk noch goldenen Boden hatte und ein Uhrmacher einen ganz besonderen Ruf.
Leider falsch gedacht. Die altbackene Aufmachung ist Programm. Sprache und Stil scheinen aus einer anderen, längst vergangenen Zeit zu sein. Das Buch ergießt sich in Theorie ohne auch nur den Hauch von Beispielen aus der praktischen Anwendung des Uhrmacherhandwerks zu nennen. Im Gegenteil. Am Ende eines jeden Kapitels werden Fragen "Zum Üben und Nachdenken" aufgeführt, die sich nach Durcharbeiten des vorherigen Kapitels oft nicht klar lösen lassen. Wie auch? Man erhält ja nicht einmal den Hauch einer Andeutung zum praktischen Bezug. Hier hätte ich eigentlich so etwas erwartet wie: "Und so wendet man das nun in der Praxis am Beispiel des Uhrwerkskalibers XY an". Oder: "so zerlegt man ein Uhrwerk. Man beginnt mit...". Dass die praktische Seite vollkommen fehlt, erzeugt hier eine Riesenenttäuschung. Man stelle sich mal ein Lehrbuch des Bäckerhandwerks vor, in dem ausführlich alle Backformen beschrieben werden und Öfen, in denen gebacken werden kann mit allen Mehlsorten und Zutaten, aber ohne die Beschreibung auch nur eines einzigen beispielhaften Backvorgangs. Stattdessen immer wieder Theorie und nochmals Theorie. Genau so ist dieses Buch aufgemacht.
Und dann diese Uralt-Aufmachungen. Die abgedruckten Zeichnungen sind klar vom Reißbrett und noch von Hand gezeichnet. Außerdem lassen sie jegliche Anschaulichkeit vermissen. Das Buch hätte eine Modernisierung sowohl in Sprache wie auch bei den Darstellungen dringend nötig. Eine fotorealistische Darstellung vom Computer, eventuell noch in 3-D-Optik ist doch heute kein Hexenwerk mehr.
Das alles geht einem beim Lesen durch den Kopf und klärt sich bei einem Blick in den Literaturnachweis auf. Das Buch stammt aus dem Jahr 1964 und ist seither in der X-ten Auflage (aber leider immer wieder unverändert) erschienen. Man fragt sich wirklich weshalb dieses Werk nicht längst modernisiert wurde, zumal in den letzten 46 Jahren viele neue Uhrwerkskaliber auf den Markt gebracht wurden und sich auch die Qualität der Werke, insbesondere die der Armbanduhren, deutlich verbessert hat. Sätze wie "Automatische Aufzüge sind daher nur für hochwertige Uhrwerke geeignet" lassen einen schlicht an der Ernsthaftigkeit des Buchs zweifeln.
Sehr schade auch Folgendes: Kapitel, die man von einem solchen Buch (zu Recht) erwartet und die jeder Uhrmacherlehrling ja auch lernen muss, wie zum Beispiel das Zerlegen eines Uhrwerks und die anschließende Zusammensetzung, Pflege der Uhrwerksteile und Einstellung des Gangs, all das bietet das Buch überhaupt nicht. Nicht einmal im Ansatz, und das ist sehr enttäuschend. Stattdessen erhält man Lektion über Lektion theoretisches Wissen über Mechanik generell. Kurios und ärgerlich: immer dann, wenn man denkt, dass jetzt aber etwas zur praktischen Anwendung kommen muss, enden die Ausführungen und fahren mit dem nächsten Thema in der Theorie fort. Auch werden die Teile eines Uhrwerks und ihre Funktion nicht wirklich detailreich beschrieben. Dagegen nervt es sehr, dass etliche Seiten des ohnehin sehr dünnen Buchs auf die Klärung von Grundbegriffen (Stunde, Minute, Sekunde) verbraten werden.

Es mag sein, dass ein Uhrmacher heute diese Art von Theorie noch lernen muss (für mich der einzige plausible Grund für die Existenz des dünnen Büchleins in dieser Form), aber als geneigter Uhrenfreund, der an seine liebsten Stücke selbst einmal Hand anlegen und sich dazu im Selbststudium Uhrmacherwissen aneignen möchte, ist das Buch völlig ungeeignet. Dabei ist im Vorwort noch zu lesen, dass es Ziel des Buches ist, dem Leser genau diese Möglichkeit zu eröffnen.
Für mich als Laie, der sich die Praxis im Selbststudium aneignen wollte, leider ein völliger Fehlgriff.


Für immer, euer Prince
Für immer, euer Prince
von Matt Haig
  Taschenbuch

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Phantastischer Perspektivenwechsel, 27. Februar 2009
Rezension bezieht sich auf: Für immer, euer Prince (Taschenbuch)
Wer hat nicht schon einmal versucht, sich in seinen Hund hineinzuversetzen? Man muss seinen Vierbeiner schon sehr gut kennen, damit einem das gelingt. Matt Haig hat es geschafft. Ganz hervorragend beschreibt er das Leben des Labradors Prince in seiner Familie und seine Sicht der Dinge. Seine Vorstellungen vom Leben, seine Aufgaben in der Familie wie er sie sieht und wahrnimmt und seine Einschätzung der Umwelt und von Besuchern, die ins Haus kommen.
Herrlich sind auch die Dialoge zwischen den Hunden, zum Beispiel über ihre Familien in denen sie leben. Aber auch die Namen, mit denen sich die Hunde untereinander ansprechen, sind einfach klasse. Da hat der Autor seiner Phantasie wirklich großen Raum gegeben. Die absolute Krönung aber sind die Reaktionen des Hundes in (aus seiner Sicht) Krisensituationen. Was sich Prince da einfallen lässt, um Auswege zu finden und die Situation zu retten, ist manchmal wirklich zum piepen. Mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten. Als Besitzer und großer Fan meines Labradors kann ich aber sagen, dass so manche Beschreibung von Pflichtbewusstsein etc. eher ein bisschen übertrieben ist, aber dem Gesamtwerk mag man es gerne verzeihen. Ohnehin darf man das Buch nicht an fehlenden oder übertriebenen Details messen. Das Gesamtpaket ist stimmig. Die Beziehung Hund-Mensch steht hier im Mittelpunkt und sie wird in großartig pointierter Weise beschrieben.
Dass Prince, der Hauptakteur des Buches, am Ende sterben muss, erfährt man als Leser schon gleich auf den ersten Seiten des Buchs. Das muss einen aber nicht davon abhalten, die Geschichte trotzdem zu lesen, denn zwischen Anfang und Ende liegen 370 wundervolle, spannende und witzige Seiten, die sich wirklich zu lesen lohnen. Selbst als Hundefreund oder Hundebesitzer wird man sich nicht die Augen aus dem Kopf heulen, wenn man das Buch mit ein klein wenig Distanz liest. Auch nicht dann, wenn die Geschichte sich ihrem Ende nähert. Denn der endgültige Abschied wird zwar mit viel Gefühl, aber nicht mit übermäßiger Dramatik geschildert.
Das Buch ist die ganze Zeit über im Ich-Stil geschrieben, also Prince erzählt aus seinem Blickwinkel. So auch die Situation, als es zu Ende geht.

Fazit: allein schon wegen des phantastischen Perspektivenwechsels und der witzigen Dialoge zwischen den Hunden ein absolut lesenswertes und empfehlenswertes Buch für Hundefreunde und die, die es noch werden wollen. Ein Buch, das einem in verschiedener Hinsicht die Augen öffnet und neue Betrachtungsweisen offenbart.


Leichenblässe
Leichenblässe
von Simon Beckett
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,90

59 von 72 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Leider nicht so spannend wie der Vorgänger, 1. Februar 2009
Rezension bezieht sich auf: Leichenblässe (Gebundene Ausgabe)
Liegt es daran, dass es nun mein dritter David Hunter Thriller in Folge war oder ist es Simon Beckett wirklich nicht gelungen an sein hervorragendes Vorgängerwerk "Kalte Asche" anzuknüpfen? Ich befürchte Letzteres.
Die grundlegenden Ansprüche, die man an einen Beckett-Thriller stellt, werden auch hier erfüllt. Wieder gerät der Hauptakteur David Hunter in die Ermittlungen eines mysteriösen Mordes, aus dem schon bald eine Serie wird. Wieder sind es vertraute wie auch zwielichtige Gestalten, die ihn umgeben und wieder ist der Ausgang der Geschichte bis zum Ende offen.
Die Örtlichkeit, in der sich die Geschichte zuträgt, ist dieses Mal nicht ganz so abgelegen und einsam gewählt. Allein daran kann es aber nicht liegen, dass es dem Autor irgendwie nicht gelingt, einen Spannungsbogen zu erzeugen, der einen das Buch nicht mehr aus der Hand legen lässt. In "Leichenblässe" ist die Verflechtung der Personen in die Geschichte bei weitem nicht so komplex und fein gesponnen wie beim Vorgänger "Kalte Asche". Auch die Ereignisse treten nicht so überraschend sondern irgendwie unspektakulär ein, wodurch dem Buch ein gutes Stück an Unterhaltungswert verloren geht. Insbesondere in der ersten Hälfte liest sich das Buch eher etwas schwerfällig und die Handlung plätschert ein bisschen vor sich hin. Vielleicht rührt dies daher, dass Beckett dieses Mal sehr die Person David Hunter mit ihren Schwächen, Fehlern und Zweifeln in den Fokus gerückt hat. Auffällig bezüglich des Stils ist, dass Beckett sich wesentlich stärker auf die Darstellung der Verwesungsprozesse der Mordopfer und damit auf Ekel-Effekte konzentriert hat (die man von "Chemie des Todes" und "Kalte Asche" ja schon zur Genüge kennt). Leider sehr auf Kosten von Spannung und einem gutem Nervenkitzel, den man sich hier so sehr wünschen würde. Meiner Meinung nach hat er hier auf die falsche Karte gesetzt, denn einen solchen Thrill zu erzeugen, der einem beim Lesen einen kalten Schauer über den Rücken schickt und einen nicht mehr loslässt, das beherrscht Beckett bestens, und genau dafür hat man seine Bücher bisher so geliebt. Da die Story eine wirklich gute stoffliche Grundlage für einen Thriller bietet, wäre es ein Leichtes gewesen, hier in gleicher Weise weiterzumachen.
Was ich niemals erwartet hätte: es ist mir dieses Mal recht früh gelungen, in der Geschichte den späteren tatsächlichen Täter zu erraten, oder besser gesagt relativ sicher zu mutmaßen.

Fazit: "Leichenblässe" ist ein handwerklich ordentlich abgefasster Thriller, der sich gut lesen lässt und dem auch ein gewisses Unterhaltungspotential nicht fehlt. Man muss aber auch klar festhalten, dass es Simon Beckett dieses Mal nicht gelungen ist, an die gruselige Stimmung und die fast beklemmende Spannung, die das Vorgängerwerk "Kalte Asche" dominierte anzuknüpfen, geschweige denn sie zu toppen. Und das ist das eigentlich Enttäuschende. Ich hätte dem Buch gerne dreieinhalb Sterne gegeben, da das aber nicht geht neige ich eher zu 3 als zu 4 Sternen. Man kann bei diesem Werk getrost die Taschenbuchausgabe abwarten. David Hunter Fans sollten es aber auf jeden Fall lesen.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 12, 2012 4:54 PM MEST


Mieses Karma
Mieses Karma
von David Safier
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Grandiose Idee gut umgesetzt, leider schwacher Schluss, 23. Januar 2009
Rezension bezieht sich auf: Mieses Karma (Taschenbuch)
Beim Thema Wiedergeburt denkt man entweder an den Religionsunterricht früher in der Schule (gäähhhhn) oder an abgedrehte Hollywood-Stars, die plötzlich auf Sinnsuche gegangen sind. Mieses Karma wirft all diese Vorurteile über den Haufen und macht von der ersten Seite an klar, dass hier einmal völlig anders an die Sache herangegangen wird. Wie erlebt man eine Wiedergeburt denn nun aus ganz persönlicher Sicht, darum geht es hier.
Mit viel Ironie, Satire und Bissigkeit erzählt die erfolgreiche Fernsehmoderatorin Kim Lange, wie sie ihr erstes Leben als Mensch und die weiteren danach erlebt und erleidet, denn - soviel darf verraten werden - es bleibt nicht bei der einen Wiedergeburt. Die Art und Weise Dinge wahrzunehmen und aufgrund der dann vorliegenden Handicaps als Tier im Vergleich zum Menschen einfach mit Engelsgeduld verschiedene Leben durchmachen zu müssen, hat mir als Leser mal ganz neue Denkansätze geliefert. Es macht einen Riesenspaß, sich in die Perspektive einer Ameise oder eines Hundes hinein versetzen zu müssen, die/der als Wiedergeborener das Leben der Menschen natürlich versteht und versucht, sich menschlich zu verhalten, was selbstverständlich nur sehr eingeschränkt funktioniert. Dabei wählt David Safier eine Sprache, die ein bisschen schnodderig, aber auf jeden Fall ganz nah am Leben und am Puls der Zeit ist. Eben passend zu dem Bild einer taffen Fernsehmoderatorin, und eine solche erzählt hier ja ihren Lebens- und Leidensweg.
Für die Erzählung der Erlebnisse von Kim Lange kommt Safier sicher auch seine Erfahrung als Drehbuchautor erfolgreicher Serien wie "Berlin, Berlin" oder "Mein Leben & Ich" zugute. In der beißenden Ironie und seinem schwarzen Humor erkennt man ganz klar die Handschrift des Autors der Seriendialoge wieder. Bei den Sprüchen der Erzählerin bekommt man manchmal vor Lachen kaum noch Luft.

Leider ist der Schluss meiner Meinung nach ein bisschen ideenlos geworden. Die Story endet zwar nicht unbedingt vorhersehbar aber doch mit einem esoterischen Beigeschmack. Die Auflösung am Ende müsste ganz anders gewählt werden. Aber leider wird sie zu Gunsten eines Happy Ends total verbaselt. Aus der witzigen Geschichte wird somit plötzlich ein bisschen Science Fiction. Schade. Fünf Seiten mehr für einen realistischeren Abschluss und es wäre rund gewesen.

Fazit: Mieses Karma ist Satire pur und der Lesespaß (mit Betonung auf Spaß) ist garantiert. Wer "Berlin, Berlin" oder auch "Mein Leben & Ich" im TV gesehen hat und sich über die ironischen Sprüche bzw. den subjektiven Erzählstil amüsieren konnte, der wird auch beim Lesen dieses Buchs voll auf seine Kosten kommen. Echt gutes Training für die Lachmuskeln.


Die Chemie des Todes: David Hunters 1. Fall
Die Chemie des Todes: David Hunters 1. Fall
von Simon Beckett
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Guter Thriller - gruselig und mysteriös, 21. Januar 2009
Ich muss vorweg sagen, dass "Die Chemie des Todes" für mich Becketts zweites Buch war. "Kalte Asche" habe ich zuerst gelesen, weil ich viele Rezensionen gesehen habe, die "Die Chemie des Todes" besser beurteilten. Also wollte ich das vermeintlich spannendere Buch später genießen. Leider verhält es sich mit den beiden Büchern in Wahrheit genau umgekehrt.

Auch in "Chemie des Todes" findet man schnell in die Geschichte hinein und man folgt den Spuren des Protagonisten Dr. David Hunter, der im Ich-Stil erzählt auf Schritt und Tritt. Ohne zuviel zum Inhalt sagen zu wollen (weil ich ja keinem die Spannung verderben will), wird eine mysteriöse Szenerie aufgebaut. Denn der Ort in dem die Handlung spielt, ist ein Dorf, das von seinen Bräuchen und von der Mentalität seiner Bewohner her irgendwie im Mittelalter stehen geblieben zu sein scheint. Sowohl die Art und Weise wie die Menschen sich dort geben wie auch die Ereignisse die dann eintreten sind nicht nur seltsam, sondern auch angsteinflößend. Undurchsichtige Geschehnisse in der Umgebung erinnerten mich beim Lesen an okkulte Rituale des Vodoo-Zaubers, wie man sie aus einschlägigen Erzählungen und Filmen kennt. Gerade in diesen Situationen jagt einem das Buch wahre Schauer über den Rücken. Beckett schafft es, die Urängste eines jeden Menschen aus den tiefsten Tiefen an die Oberfläche zu holen und dem Leser dicht vor Augen zu führen. Die Szenarien wirken dabei aber nicht immer ganz authentisch. Stellenweise fühlt man sich in einen guten alten Alfred-Hitchkock-Film zurückversetzt. Allerdings wird der Leser hier zu keiner Zeit in Sicherheit gewogen, da der Protagonist David Hunter alles andere als ein starker Held ist, der die Situationen zu jeder Zeit im Griff hätte.

Wie bei Beckett nicht anders zu erwarten, treten alle Ereignisse völlig unvorhersehbar ein, was einen unglaublichen Nervenkitzel provoziert. Auch das Ende und die Auflösungen der Geschehnisse sind überraschend, so dass das Buch bis zur letzten Seite spannend bleibt. Es gibt keinen logischen Bruch in der Erzählung und man bleibt gerne an der Geschichte dran.

Fazit: "Die Chemie des Todes" ist ein guter Thriller mit vielen Überraschungsmomenten und in einem unterhaltsamen und flotten Schreibstil verfasst. Teilweise ist dieses Buch ein echter Page-Turner. Leider hält Simon Beckett dieses Tempo nicht kontinuierlich durch. Einige (aber wenige) Passagen lesen sich sogar relativ zäh.
Ich finde, wenn man sich vorgenommen hat, auch "Kalte Asche" zu lesen, sollte man sich die Bücher chronologisch vornehmen, denn in seinem zweiten David-Hunter-Roman hat Beckett an Spannung und Dramatik nochmals eine Schippe draufgelegt. Außerdem finden in "Chemie des Todes" Ereignisse statt, auf die "Kalte Asche" zurückgreift. Will man sich also hier nicht selbst etwas vorweg nehmen, sollte man beim Lesen diese Reihenfolge besser einhalten.


Kalte Asche: David Hunters 2. Fall
Kalte Asche: David Hunters 2. Fall
von Simon Beckett
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Blick in die tiefsten menschlichen Abgründe, spannend und fesselnd, 11. Januar 2009
Für mich war es das erste Buch von Simon Beckett. Sein Erzählstil ist mitreißend und faszinierend. Beckett muss ausgezeichnet recherchiert und die Psychologie des Verbrechens sehr gut studiert haben, um einen solchen Thriller schreiben zu können.

Die Ausgangssituation ist einfach und plausibel und somit findet man schnell in das Buch hinein. Die Geschichte ist im Ich-Erzählstil aus der Sicht des Forensikers David Hunter geschrieben. Dieser subjektive Stil bezieht den Leser von Anfang an in die Vergangenheit und in die Gedankenwelt dieses Kriminalexperten mit ein.
Die Geschichte bekommt gleich zu Beginn eine mysteriöse Facette als der Erzähler von seinen Vorgesetzten auf eine völlig abgelegene und - wie sich später bald herausstellen wird - auch leicht zu isolierende Insel vor der schottischen Küste geschickt wird, wo man vielleicht alles mögliche erwarten würde, aber keinen bestialisch grausamen Mord. Dann überschlagen sich die Ereignisse und man möchte einfach nicht mehr aufhören zu lesen.

Durch die Aufklärung der Ereignisse und ihrer Zusammenhänge erhält man als Leser einen Einblick in die tiefsten Abgründe der menschlichen Seele. Dabei wirkt die Geschichte aber zu keinem Zeitpunkt klischeehaft oder irreal. Auch wenn für den Erzählhintergrund eine sehr entfernte, aber dennoch real existierende Kulisse gewählt wurde, könnten sich alle Ereignisse tatsächlich so zugetragen haben. Dadurch wird der Grusel-Faktor der Geschichte nochmals gesteigert, und deshalb muss man Beckett dafür besonders loben.
Das besonders Faszinierende aber ist, dass genau in dem Augenblick als die Lösung des Falles quasi offensichtlich ist, sich alles wieder wendet und man sich als Leser schon fragt, wie es denn anders überhaupt noch weitergehen kann. Der Spannungsbogen bleibt bis zum Schluss oben. Das geht ohne Übertreibung bis zum letzten Satz des Buches.

Fazit: Die Geschichte ist komplex aber übersichtlich aufgebaut und die Abfolge der Ereignisse ist vollkommen unvorhersehbar und überraschend. Wahrlich alles andere als ein 08/15-Krimi. Für mich ist "Kalte Asche" ein absoluter Top-Thriller und sicher eines der 10 spannendsten Bücher, die ich bis heute gelesen habe.


Magma
Magma
von Thomas Thiemeyer
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Großes Kopfkino, spannend und unterhaltsam, 2. Januar 2009
Rezension bezieht sich auf: Magma (Taschenbuch)
Wenn Frank Schätzing für einen Wissenschaftsthriller eine Empfehlung ausspricht, dann kann so ein Buch kaum langweilig sein. Genau so ist es auch bei Magma. Man kommt sofort in die Story rein und möchte eigentlich nur noch weiterlesen, um zu erfahren, wie sich die Geschichte entwickelt und letztendlich auch ausgeht.
Im Stil eines Frank Schätzing baut Thiemeyer Szene um Szene großes Kopfkino mit enormer Spannung auf.

Es macht einen Riesen-Spaß dieses Buch zu lesen, dennoch müssen einige wenige Kritikpunkte genannt werden. Die Hauptfiguren des Buchs werden in ihren Charakteren zwar glaubwürdig aufgebaut, wirken aber hier und da doch etwas überzeichnet und klischeehaft, fast wie im Comic. Das hält sich allerdings im Rahmen und ist daher nicht weiter störend.
In einer Schlüsselszene der Geschichte geschieht etwas, bei dem den geneigten Leser die Befürchtung beschleicht, dass jetzt alles unwiderruflich in billige Science Fiction abgleitet. Diese Bedenken sind allerdings völlig unbegründet. Die Geschichte bleibt authentisch und bewegt sich auch weiter vor einem wissenschaftlichen Hintergrund, wenngleich einem schon klar sein muss, dass es sich um eine Fiktion handelt. Die hält allerdings noch viel Spannung und viele Überraschungen für den Leser bereit.
Letzter Kritikpunkt: der Schluss hätte ein bisschen raffinierter sein dürfen. Die Auflösung des Problems gestaltet sich am Ende doch zu einfach. Hatte hier der Autor vielleicht keine Lust mehr und wollte mit seinem Buch einfach nur fertig werden? Oder sind ihm etwa - was wir alle nicht hoffen wollen - letztendlich die Ideen ausgegangen? Hier hätte man noch mal richtig Spannung aufbauen können. Schließlich tut das dem guten Gesamteindruck des Buchs aber keinen so ganz großen Abbruch.

Fazit: Thiemeyer ist noch nicht ganz vom Kaliber eines Frank Schätzing, denoch habe ich das Buch mit Genuss und in sehr kurzer Zeit gelesen. Fand es sehr schade, als ich bei der letzten Seite angekommen war. Wem Schätzings Romane wie "Der Schwarm" oder "Lautlos" gefallen haben, der wird auch Magma mit Haut und Haaren verschlingen. Einfach ganz großes Kopfkino. Der Lesespaß ist garantiert.


Mein Leben mit Beau: Wie ein Labrador mein Herz gewann
Mein Leben mit Beau: Wie ein Labrador mein Herz gewann
von Anna Quindlen
  Gebundene Ausgabe

9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Leider eine große Enttäuschung, 26. Dezember 2008
Was erwartet man sich als Leser, von einem solchen Buch mit dieser Kurzbeschreibung? Wahrscheinlich dasselbe wie ich: eingehende und ergreifende Geschichten aus dem Zusammenleben der Autorin mit ihrem Labrador. Dabei wünscht man sich, dass es der Autorin - so wie angekündigt - gelungen ist, aus den verschiedenen Erlebnissen allgemeine Erkenntnisse über das Leben an sich zu gewinnen.
Wer mit dieser Erwartung an das Buch herantritt, wird bitter enttäuscht. Dazu trägt der Titel des Werks, der meiner Meinung nach völlig falsch gewählt wurde, nicht unwesentlich bei. Dem Buch ist sicher ein gewisser Unterhaltungswert nicht abzusprechen, aber irgendwie passt der Titel nicht so recht zu dem Inhalt. Der amerikanische Originaltitel "Good dog, stay" trifft es wesentlich besser. Denn es geht nicht speziell um Labradore und auch weniger um das Leben mit als vielmehr um das Abschiednehmen von dem Hund.

Schon beim ersten Durchblättern, fällt auf, dass es die Autorin mit dem Bezug speziell zu dieser Rasse nicht so genau nimmt. Etwa die Hälfte des nur etwa 100 Seiten starken Büchleins besteht aus Bildern von allen möglichen Hunden. Nur auf einigen Fotos kann man einen Labi erkennen, der tatsächlich derjenige der Autorin sein könnte. Man gewinnt schnell den Eindruck, dass hier mit einer gewissen nicht zu übersehenden Oberflächlichkeit ans Werk gegangen wurde.
Das Buch beginnt mit einer Episode kurz vor dem Tod des geliebten Hundes. Das kann man machen, wenn danach eine gewisse Chronologie der Ereignisse von Beginn an wieder eingehalten wird. Doch gerade hier hat das Buch seine größte Schwäche. Die Erzählung ist ein wildes Durcheinander von Ereignissen ohne zeitliche Einordnung. Nichts gegen eine Story mit ein paar eingebauten rückblickhaften Episoden solange man noch einigermaßen einen roten Faden erkennen kann. Aber hier gewinnt man nach einiger Zeit den Eindruck, es handele sich nur um eine Zusammenschrift der Merkzettelsammlung von der Kühlschranktür. Dabei enttäuscht besonders, dass es oft genug überhaupt keinen Zusammenhang zu dem Labrador selbst gibt, sondern ganz allgemein Episödchen aus dem Familienleben der Autorin zum Besten gegeben werden.
Auch auf die besonderen Erlebnisse mit den tiefgründigen Erkenntnissen mit dem Labrador wartet man vergebens. Stattdessen verzettelt sich Anna Quindlen in alltäglichen Kurzgeschichten wie sie jedem Hundebesitzer schon viele Male passiert sind. Sehr allgemein und vollkommen beliebig, ohne Überraschungen und ohne Tiefgang. Fast schon banal. Echte Highlights mit Lehren fürs eigene Leben bleibt uns die Autorin schuldig.
Der Schluss geht dann in der Tat sehr ans Herz, ist allerdings viel zu kurz gehalten.

Bleibt unterm Strich leider nur die Einsicht, dass es sich bei dem Büchlein im Prinzip um ein in die Länge gezogenes Dossier handelt, das ebenso gut auf einer bis zwei Seiten in einer Sonntagszeitung hätte abgedruckt werden können. Der Schreibstil ist zwar flüssig, wenngleich die Übersetzung an manchen Stellen etwas unbeholfen und umständlich wirkt.
Auf mich als Besitzer eines Labradors und großer Fan dieser Hunderasse, mit der man wirklich viel Außergewöhnliches und Schönes erleben kann, hat dieses Buch einfach nur oberflächlich und zusammengestückelt gewirkt. Wahrlich nicht Pulitzerpreis-verdächtig.


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