Profil für Xirxe > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von Xirxe
Top-Rezensenten Rang: 495
Hilfreiche Bewertungen: 911

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
Xirxe (Hannover)
(TOP 500 REZENSENT)   

Anzeigen:  
Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11-20
pixel
Alle Jahre Widder
Alle Jahre Widder
von Martin Klein
  Gebundene Ausgabe

4.0 von 5 Sternen Weihnachtsprobleme..., 23. November 2013
Rezension bezieht sich auf: Alle Jahre Widder (Gebundene Ausgabe)
Weihnachten steht vor der Tür - und Meister Matthäus, Leiter der Abteilung 'Auslieferung', muss sich mit dem Vorsitzenden der Himmlischen Rentiergewerkschaft, Herrn Kaurismäki, auseinandersetzen. Die Rentiere sind völlig überlastet, da mittlerweise ALLE Menschen (egal, welcher Religion oder welchem Land sie angehören), Weihnachtsgeschenke beanspruchen. So fordert Herr Kaurismäki Verstärkung, egal in welcher Form, denn ansonsten wird an Weihnachten gestreikt. Meister Matthäus gibt nach und es wird eine weltweite Stellenanzeige geschaltet, die sich an alle Zug-, Last- und Huftiere richtet. Zeitgleich schreibt die kleine Lina ihren Wunschzettel, der nur einen einzigen, dafür aber umso größeren Wunsch enthält: ein Kaninchen, genauer: ein Widder. Aber Linas Eltern lehnen diese Bitte rundweg ab, ein Haustier kommt nicht in Frage. Doch ohne dass Lina es weiss, hat sie einen Verbündeten in der himmlischen Postlagerhalle, Abteilung 'Wunschzettel'. Und dieser hält sich nicht immer an alle Vorschriften...
Eine herrlich verrückte und wunderbar bezaubernde Weihnachtsgeschichte, aus der man nicht nur erfährt, wie es an Weihnachten tatsächlich hinter den Kulissen so zugeht, sondern dass Dromedare, Milchkühe, Stiere und nicht zuletzt Zebras auch gerne mal ihr Betätigungsfeld wechseln. Dass Gewerkschaftsorganisationen nicht nur welt- sondern auch himmelweit bereits Fuss gefasst haben. Dass Weihnachtsmänner in gewisser Weise auch nur Menschen sind. Undundund...
Das Ganze wird ergänzt mit liebevollen kleinen Zeichnungen, die schön zu dieser Erzählung passen.
Und weshalb 'nur' vier Sterne? Weil es doch nicht ganz an die Bücher von Philipp Ardagh heranreicht, die mir persönlich ebenso wie die dazugehörigen Illustrationen doch NOCH etwas besser gefallen als 'Alle Jahre Widder'.


Das Lächeln des Elefanten: Roman
Das Lächeln des Elefanten: Roman
von Marco Missiroli
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,00

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Pietros Liebe, 21. November 2013
Pietro, ein ehemaliger Priester aus Rimini, der mit seinem Gott hadert, erhält nach vielen Jahren von seiner einzigen Liebe einen Brief aus Mailand. Mit all seinen Sachen zieht er daraufhin in diese Stadt und beginnt ein neues Leben als Portier in einem Mietshaus. Auch wenn er ein eher verschlossener Charakter ist, fassen nach und nach alle BewohnerInnen zu ihm Vertrauen und er beginnt, deren Geheimnisse zu erfahren...
Bis auf einen kleinen Teil am Ende wird die ganze Geschichte in einem kargen und spröden Stil aus der Sicht Pietros erzählt, der voll und ganz seinem Wesen entspricht. Pietro ist ein Waisenkind und nur in kleinen Anmerkungen am Rande erfährt man, dass er nie Nähe, Liebe und Zärtlichkeit zu spüren bekam (S. 230: Doch er fuhr wortlos fort, ungelenk, mit Armen aus Stahl, die nie gelernt hatten zu streicheln, linkisch, mit harten Fingern, die nie gelernt hatten zu fühlen). So vermittelt die Geschichte überdeutlich die Einsamkeit des Protagonisten, aber gleichzeitig auch die Gefühle die er für seine Freunde hegt. Denn auch wenn es wie ein Widerspruch klingen mag: dem Autor gelingt es trotz des eher kühlen Stils eine poetische und gefühlvolle Stimmung zu vermitteln, obwohl der Inhalt alles andere als poetisch daherkommt. Es geht um Vaterliebe, Sterbehilfe, Einsamkeit, Tod - viele Dinge, mit denen man sich lieber nicht beschäftigen möchte, denen man jedoch immer wieder ins Auge blicken muss.
Für mich ist dies ein Buch mit vielen bewegenden Momenten, das überdeutlich zeigt, dass es nichts Wichtigeres gibt als die Liebe, die einem sogar hilft, die schwierigsten Phasen im Leben zu überstehen. Ohne Liebe ist alles nichts.


Kein Titel verfügbar

4.0 von 5 Sternen Schon tausend mal geschrieben ;-) Schön, aber viel zu teuer, 20. November 2013
Da ich mich dem Kindle verweigere, habe ich diese Hülle für meinen Sony-Reader gekauft, der exakt hineinpasst. Durch das flauschigzarte Innenfutter habe ich auch keinerlei Bedenken, dass irgendetwas den Reader zerkratzen könnte. Wäre er ein Lebewesen, wäre ich mir sicher: Er hat es kuschlig mollig warm da drin ;-)
Praktisch finde ich die kleine Reissverschlusstasche, die genügend Platz für das Kabel, den Stift und noch ein bisschen mehr Kleinkram bietet. Das Design empfinde ich fröhlich, aber auch nicht zu aufdringlich, obwohl mein Exemplar doch etwas mehr Farbe bei den Punkten zu bieten hat als das hier dargestellte.
Ein schönes Teil ohne überflüssigen Schnickschnack von dem ich nun nur noch hoffe, dass es eine waaaaahnsinns-Lebensdauer hat - bei DEM Preis!
Übrigens: Man kann es auch etwas günstiger bekommen ;-)


Eine kurze Geschichte der Menschheit
Eine kurze Geschichte der Menschheit
von Yuval Noah Harari
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,99

7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Gut geschrieben, aber voller Fehler, 19. November 2013
Gut geschriebene Sachbücher sind ja bedauerlicherweise immer noch recht rar in der deutschen Sprache. So hatte ich mich auf dieses Buch wirklich gefreut, da ihm diesbezüglich doch schon einige Lobeshymnen vorauseilten. Doch leider hielt meine Freude nicht allzu lange an. Nein, nichts gegen den Schreibstil des Herrn Harari: Er schreibt locker und leicht von der Leber weg, unterhaltsam und verständlich mit bildlichen, aktuellen und witzigen Vergleichen (manchmal vielleicht sogar etwas zu flapsig) - es wäre alles gut, wenn er (und vermutlich auch der Übersetzer) beim Inhalt doch etwas mehr Sorgfalt hätten walten lassen. Einige Beispiele hierzu:
S. 12: Mitglieder verschiedener Arten können keinen fortpflanzungsfähigen Nachwuchs hervorbringen. Auf S. 14 werden dann verschiedene Arten von homo benannt, die aber lt. S. 27 durchaus fortpflanzungsfähigen Nachwuchs zeugten.
S. 37ff: Hier wird der Begriff Abstraktum und Nichtexistenz völlig durcheinander geworfen. Das Unternehmen Peugeot wird als nicht existent bzw. Phantasieprodukt bezeichnet statt als abstrakt.
S. 45: Harari schreibt, der Peugeot-Gründer hätte 1896 eine GmbH gegründet - die gab es in Frankreich erst ab 1925, da war der Gründer bereits tot.
S. 46: Hier wird aus der GmbH plötzlich eine AG (was zumindest stimmt).
S. 166: Mathematik ist eine Weltsprache - einige Zeilen erklärt der Autor, dass die meisten Menschen der Welt sie nicht verstehen.
S. 204: kognitive Dissonanz wird als eine häufige psychische Störung dargestellt.
S. 258: Monotheistische Religionen sind Gehirnwäsche. Dies mag die Meinung des Autors sein, aber dann ist sie auch als solche zu kennzeichnen.
Es gibt noch eine ganze Menge an solchen Fehlern, Widersprüchen und Ungenauigkeiten. Dazu kommen eine Vielzahl von Rechtschreibefehlern (dort fehlt ein e, da ist eines zuviel, ein Wort erscheint zweimal undundund) und so zieht sich das Lesen doch ziemlich in die Länge, da es immer weniger Vergnügen macht, das Buch in die Hand zu nehmen.
Schade, es ist wirklich schade dass hier so geschludert wurde. Denn Hararis Schreibstil ist durchweg vergnüglich zu lesen.


Der blutrote Chevrolet
Der blutrote Chevrolet
Preis: EUR 1,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Warum nur? Warum?, 13. November 2013
Rezension bezieht sich auf: Der blutrote Chevrolet (Kindle Edition)
Don Muller (oder auch Jakob Rossi für seine Freunde) staunt nicht schlecht: Ein wunderschöner blutroter Chevrolet mit einer nicht weniger schönen (dafür aber nicht blutrot ;-)) Blondine steht vor seinem Werkstatttor. Es gibt Schwierigkeiten mit der Lenkung und den Bremsen, für Don nichts Neues bei dieser Marke. Er nimmt den Auftrag an, wohlwissend dass diese Probleme sich nicht gänzlich beseitigen lassen, aber voller Vorfreude auf den nächsten Besuch der schönen blonden Elena. Doch bevor er sich an die Arbeit machen kann, wird ihm der Wagen gestohlen. Und Elena erscheint nicht wie vereinbart, um ihn abzuholen. Don macht sich auf die Suche...
Die Geschichte ist actionreich und zudem witzig geschrieben, die verbalen Schlagabtausche zwischen Don und der Kneipenwirtin Carol machten richtig Spaß zu lesen. Allerdings fragte ich mich während der ganzen Zeit, warum stürzt sich ein Automechaniker in Ermittlungen, die ihn beinahe das Leben kosten? Weshalb verschweigt er der Polizei Informationen, die ihm keinerlei Nachteile bringen würden, die aber wohl zur Auflösung des Falles beitragen würden? Weshalb lässt er sich mehrfach verprügeln, obwohl einige wenige Worte ihn davor bewahrt hätten? Ich verstehe es nicht und das hat mir das Lesen dieser Geschichte doch etwas verleidet.
Und auch hier wieder das 'übliche' Manko dieser Reihe: Angegeben sind 41 Seiten (keine Kindle-Ausgabe), tatsächlich gibt es aber nur 29 Seiten zu lesen. Muss das sein?


Endstation Reinbek
Endstation Reinbek
Preis: EUR 1,99

4.0 von 5 Sternen Klasse Kurzkrimi, 11. November 2013
Rezension bezieht sich auf: Endstation Reinbek (Kindle Edition)
Bettina Breuer, Zivilfahnderin bei der Hamburger Polizei, erwischt ausserhalb ihrer Dienstzeit eine junge Diebin. Statt sie direkt zur Wache zu bringen, spendiert sie ihr ein Essen und entlockt ihr eine abenteuerliche Geschichte: Als Aupair aus Ägypten eingereist, wird sie nun von einem Ehepaar gefangen gehalten und verprügelt - ihre misshandelter Körper unterstreicht ihre Aussage. Bettina Breuer lässt sich dazu hinreissen, auf eigene Faust zu ermitteln und wird plötzlich mit einem entsetzlichen Teil ihrer Vergangenheit konfrontiert...
Frank Göhre geht wirklich voll zur Sache ;-) Die Geschichte ist gut geschrieben, Action und Spannung pur und man will nur eines wissen: Wie geht es aus?
Doch eines ist ärgerlich: 46 Seiten werden auf meinem Reader angezeigt (kein Kindle), doch stattdessen sind es gerade mal 35. Der Rest geht für Infos des Verlages, des Autors und eine sechsseitige Leseprobe einer anderen Kurzgeschichte drauf - das ist fast ein Viertel ebook-Shorties. Vielleicht geht es ja nur mir so, aber das empfinde ich fast als Mogelpackung.


Todestage
Todestage
Preis: EUR 1,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Etwas langatmig zu Beginn, 10. November 2013
Rezension bezieht sich auf: Todestage (Kindle Edition)
Hamburg in den 80ern: Der Fotograf Grettenkamp hört in den Nachrichten von der Ermordung John Lennons. Tief getroffen, denn er kannte die Beatles persönlich von ihren Anfängen im Hamburger Star Club, fertigt er eine lebensgroße Figur John Lennons an und zieht mit ihr durch die Stadt, um sie an und in allen möglichen Situationen und Plätzen zu fotografieren.
Hamburg 2000: Johnny, dessen Vater in seiner Anwesenheit vor 20 Jahren auf brutale Art und Weise ermordet wurde, macht sich auf die Suche nach dessen Mörder, der nie gefasst wurde. Er glaubt zu wissen, wer es war und ein Besuch in einer Ausstellung gibt ihm letzte Gewissheit...
Die Geschichte ist spannend und gut geschrieben, doch zwei Punkte empfinde ich als etwas ärgerlich: Die Vorgeschichte, die auf den ersten Blick nichts mit der angekündigten Handlung zu tun hat, nimmt mehr als ein Drittel der Seiten ein - etwas viel und für Manche vielleicht sogar etwas zu viel um bis zum Ende zu lesen. Zweitens finde ich die Angaben zum Buch schlicht falsch: 55 Seiten werden angegeben, doch tatsächlich sind es gerade mal 40. Der Rest umfasst Verlagsangaben, die Leseprobe eines anderen Buches - ärgerlich wenn man sich auf 55 Seiten Krimi gefreut hat und tatsächlich fast 30 Prozent weniger Lektüre erhält.
Letzteres kann man ja aber leicht ändern :-)


Weil ich Layken liebe: Roman
Weil ich Layken liebe: Roman
von Colleen Hoover
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schön - aber nicht schnulzig!, 5. November 2013
Rezension bezieht sich auf: Weil ich Layken liebe: Roman (Taschenbuch)
Geht man nach dem Titel, glaubt man eine mehr oder weniger schnulzige Liebesgeschichte vor sich zu haben - und wird tief enttäuscht sein, wenn man sich genau darauf gefreut hat. Der englische Titel trifft es um Längen besser: Slammed - Aufprall, Kollision, Zusammenstoß. Zudem ist er herrlich doppeldeutig, denn im Buch spielen Poetry Slams eine wesentliche Rolle.
Layken, die nach dem plötzlichen Tod ihres Vaters mit ihrer Mutter und ihrem kleinen Bruder von Texas nach Michigan ziehen muss, trifft an ihrem neuen Wohnort am ersten Tag auf ihren Nachbarn Will, ein gutaussehender und äusserst symphatischer junger Mann. Es knistert nicht nur, nein es schlägt Funken zwischen den Beiden und nach drei Tagen, in denen sie sich wiederholt treffen, ist zumindest für Layken klar: Sie hat sich Hals über Kopf verliebt. Doch dann macht sie eine Entdeckung, die ihren Höhenflug in den siebten Himmel in einen Absturz ins Bodenlose verwandelt...
Das könnte nun alles kitschig und rührselig werden, denn die Thematik ist ja gerade prädestiniert dafür. Doch die Erzählweise von Layken, der Icherzählerin, ist völlig frei von Selbstmitleid und Gejammer. Stattdessen berichtet sie mit viel Selbstironie (beispielsweise wie sie gleich zu Beginn Will in den Darth-Vader-Plüschschuhen ihres kleinen Bruders gegenübertritt) und einer trotz aller Schicksalsschläge immer vorhandenen Lebensfreude; das Ganze in einem lockerleichten Ton, der jedoch kein Blabla darstellt. Ich habe beim Lesen mit Layken gelitten, mich gefreut und konnte ihre Gefühlsregungen sehr gut nachempfinden, obwohl ich schon einige Jährchen älter bin als sie. Trotz der teilweise sehr traurigen Thematik (es geht viel um Tod) ist es ein Mutmachbuch - und hier kommen die Poetry Slams ins Spiel. Fasst eure Gefühle in Worte und erzählt sie Anderen - sie werden es euch danken. Denn ist es nicht wunderbar festzustellen, dass man mit seinen Empfindungen nicht allein auf dieser Welt ist?
Ein wirklich schönes Buch mit einigen wirklich guten Lebens-Ratschlägen von Laykens Mutter (nicht nur) auf der letzten Seite. Nur zwei davon als Beispiel:
- Denkt immer daran: Grenzen sind dazu da, erweitert zu werden.
- Zu guter letzt: Bereut nichts. Niemals
Im nächsten Jahr soll ein zweiter Band folgen - ich werde ihn mir schon mal vormerken.


Hautfarbe Nebensache
Hautfarbe Nebensache
von Hans-Georg Noack
  Taschenbuch

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Jugendbuch über Rassismus, 5. November 2013
Rezension bezieht sich auf: Hautfarbe Nebensache (Taschenbuch)
Anfang der 60er Jahre: Jonny, ein farbiger Jugendlicher, beginnt in einer Kleinstadt eine Ausbildung und lebt dort in einem Lehrlingsheim. Alles läuft gut, er ist beliebt bei den Anderen bis er sich mit Brigitte anfreundet. Erhard, der eifersüchtig ist, fängt an, die Anderen gegen Johnny aufzuhetzen: Er soll weg, weil er schwarz ist. Zuerst nur mit Worten, dann mit Bildern am Schwarzen Brett und Wandschmierereien, schlußendlich mit Gewalt wird soviel Druck erzeugt, sodass Jonny im Heim keinen einzigen Freund mehr hat. Es bleibt ihm nur noch Brigitte, doch auch der Kontakt zu ihr wird ihm untersagt....
Das Buch wurde bereits 1960 geschrieben, was sich sowohl im Inhalt wie auch in der etwas betulichen Sprache wiederfindet: Heutzutage werden andersfarbige Menschen auch in Kleinstädten sicherlich nicht mehr so unverhohlen angestarrt wie in diesem Buch geschildert und die Art der Ausgrenzung wie in Johnnys Fall ist gegenwärtig nicht denkbar, was nicht heisst, dass es sie nicht mehr gibt. Die Methoden sind lediglich subtiler geworden, sie sind nicht mehr so leicht als rassistisch zu kennzeichnen wie in diesem Buch dargestellt. Doch trotz dieser Schwächen bleibt die Lektüre aktuell wie eh und je: Es wird beispielhaft gezeigt, wie aus persönlichen Motiven pauschale Vorurteile werden, wie sich aus Furcht, Gleichgültigkeit und Ignoranz eine ganze Gruppe einem Einzelnen unterordnet, um einem Unbescholtenen das Leben zur Hölle zu machen. LESEN!!!!


Der Tod des Landeshauptmanns
Der Tod des Landeshauptmanns
von Eugen Freund
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,00

3.0 von 5 Sternen Der Titel verspricht zuviel, 24. Oktober 2013
Eines ist bei diesem Titel bereits klar: Das Buch handelt ganz offensichtlich von den Hintergründen des Todes Jörg Haiders. Und auch der Klappentext bestätigt dies: War es der US-Geheimdienst? Oder der Mossad? Oder kroatische Extremisten? In jedem Falle eine Menge Stoff, um daraus einen spannnenden Krimi mit realem Hintergrund zu produzieren. Doch ich bin über die Art und Weise, wie es in diesem Buch realisiert wurde, nicht so glücklich.
Mehr oder weniger gibt es zwei Handlungsebenen: Der Freund der Journalistin Jasmin Köpperl, der beim Heeresnachrichtenamt tätig ist, scheint plötzlich spurlos verschwunden. Es sieht sogar so aus, als ob sein Tod vorgetäuscht werden sollte. Gemeinsam mit dem Revierinspektor Bugelnik machen beide sich daran, die Ursache seines mysteriösen Abtauchens zu beleuchten. Gleichzeitig erhält die Journalistin in gewissen Abständen Mails von ihrem Freund, deren Inhalt offenbar in Romanform die Hintergründe darlegen sollen, die zum Tod Jörg Haiders führten. In beiden Handlungssträngen, den Mails und der eigentlichen Geschichte, gibt es zumindest zu Beginn eine Reihe von Sprüngen in andere Zeitebenen, was bei mir zu einiger Verwirrung führte. Doch nach und nach lichtet sich der Nebel und man beginnt mitzurätseln, wer nun wann wo zuschlägt - und was davon nun stimmt.
Der Roman ist spannend und unterhaltsam geschrieben mit sehr viel österreichischem Lokalkolorit (es gibt eine Menge Ausdrücke, die mir völlig unbekannt sind), doch ich frage mich jetzt noch, wieso der Tod des Landeshauptmannes dem Buch seinen Titel gegeben hat. Um die Verkäufe anzukurbeln? Denn auch wenn es das Thema des Romans im Roman ist, ist es doch eher Nebensache. Und dass die zwei Handlungsstränge nur lose miteinander verknüpft sind, verstärkt mein zweispältiges Gefühl. Zusammengefasst: Gut geschrieben, aber an der eigentlichen Geschichte könnte man noch ein bisschen feilen.


Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11-20