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Rezensionen verfasst von
Xirxe (Hannover)
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Liebe unter kaltem Himmel
Liebe unter kaltem Himmel
von Nancy Mitford
  Broschiert

4.0 von 5 Sternen Unter Adligen, 24. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Liebe unter kaltem Himmel (Broschiert)
Wer sich vergewissern möchte, dass früher auch nicht alles besser war als heute ;-) sollte dieses Buch von Nancy Mitford lesen. Sie beschreibt am Beispiel einer der reichsten Familien des Landes das Leben der High Society in Großbritannien der 30er Jahre des letzten Jahrhunderts. Der ehemalige Vizekönig von Indien, Lord Montdore, kehrt mit seiner Familie zurück ins kalte nebelverhangene England. Die größte Sorge seiner ebenso egozentrischen wie exaltierten Gattin Sonia gilt ihrer bildschönen Tochter Polly, die sich im Gegensatz zu ihren Altersgenossinnen nicht im Geringsten für einen möglichen Heiratskandidaten interessiert. Sämtliche Versuche ihrer Mutter lässt Polly ins Leere laufen und so hängt schon bald der Haussegen gewaltig schief.
Nancy Mitford, die selbst die Tochter eines Barons war, kannte das Milieu aus eigenen Erfahrungen, was sie jedoch nicht davon abhielt, in einem spöttischen und auch zuweilen recht sarkastischen Ton das Auftreten der Aristokratie deutlich zu beschreiben. Ein Beispiel: "Wegen ihrer (Lady Montdores) kräftigen Statur glichen ihre Knickse dem anmutigen Sichneigen des Weizens im Winde allerdings nicht ganz. Sie sackte eher zusammen wie ein Kamel und erhob sich dann wie eine Kuh, mit dem Hinterteil zuerst - eine seltsame Darbietung und, so sollte man meinen, für die Darstellerin sehr beschwerlich, aber deren Miene bestätigte diese Vermutung nicht." Die Geschichte selbst ist weder sehr spannend noch tiefschürfend, sondern schlicht vergnüglich unterhaltend - aber das dafür ausserordentlich. Ich habe mich auf jeden Fall vorzüglich amüsiert ;-)


Der Alpdruck: Roman (Fallada)
Der Alpdruck: Roman (Fallada)
von Hans Fallada
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

4.0 von 5 Sternen Dunkle Zeiten, 19. Mai 2014
Deutschland in den Monaten des Zusammenbruchs der Jahre 1945/46: Die Siegermächte nahen, im Osten des Landes kann es nicht mehr lange dauern, bis die russische Armee eintrifft. Viele packen ihr Hab und Gut und fliehen in den Westen, denn wenn der Russe kommt... Doch die Dolls in einem kleinen mecklenburgischen Dorf freuen sich, ganz im Gegensatz zum Rest der Bewohner. Zunächst sieht es gut für das Paar aus: Trotz Verleumdungen wird Dr. Doll vom russischen Kommandanten zum Bürgermeister ernannt. Doch die Arbeit fordert mehr von ihm als er zu leisten fähig ist und so kommt er, gemeinsam mit seiner ebenfalls kranken Frau, ins Krankenhaus. Mehr oder weniger genesen gehen beide nach Berlin, wo Frau Doll noch eine Wohnung besitzt. Doch als sie dort ankommen, wird ihnen nicht geöffnet: Ihre Wohnung ist besetzt, ihr Hab und Gut verstreut. Mitten im zerstörten Berlin stehen sie wie tausend Andere auch vor dem Nichts...
Es ist die Geschichte Hans Falladas, und die Aussage des Vorwortes, das Buch sei autobiographisch inspiriert, halte ich persönlich für stark untertrieben. Zuviele der handelnden Personen sowie der Geschehnisse des Romanes stimmen mit dem realen Leben Falladas überein. Und mir erklärt es den stark Ich-bezogenen Ton, der das ganze Buch durchzieht. Doll/Fallada krankt an den Verbrechen die das deutsche Volk verübte ebenso wie an dem stillen Mitläufertum, das das Alles erst ermöglichte und wozu er sich auch selber zählt. Er verurteilt ohne Ausnahme einschließlich seiner eigenen Person und wird erst angesichts konkreter Armut und Hilfsbedürftigkeit milde und mitfühlend, aber auch dann ohne jede Einschränkung. Kein Gedanke daran, dass auch diese Menschen vielleicht überzeugte Nazis oder Mitläufer waren - hier zählt plötzlich nur der Mensch. Diese Einseitigkeit des Protagonisten, egal in welche Richtung, ist vermutlich der Krankheit Dolls/Falladas zuzuschreiben, der zeit seines Lebens an Depressionen litt, was es mir aber schwermachte, mich mit Doll als Romanhelden anzufreunden. Unter dem Aspekt Biographie betrachtet ist es jedoch ein ungemein ehrliches wie auch schonungsloses Zeugnis einer Zeit, die schlimmer kaum hätte sein können.
Es gibt auch (wenige) humorvolle Stellen, an den durchschimmert, welch 'anderer' großer Erzähler Fallada ebenfalls war. Ich werde mir in jedem Falle seine weiteren Werke früher oder später zu Gemüte führen.


Lieber wütend als traurig: Sprecher: Eva Mattes, Alois Prinz, Axel Milberg. 5 CDs in Box, 6 Std. 20 Min.
Lieber wütend als traurig: Sprecher: Eva Mattes, Alois Prinz, Axel Milberg. 5 CDs in Box, 6 Std. 20 Min.
von Alois Prinz
  Audio CD

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nicht nur eine Lebensgeschichte, 15. Mai 2014
Jede/r die/der sich für die Geschichte und Politik der BRD interessiert, wird früher oder später zwangsläufig auf den Namen Ulrike Meinhof stoßen. Sie war eines der führenden Mitglieder der Rote-Armee-Fraktion (RAF) und Hass und Gewalt gegen den Staat und dessen VertreterInnen waren für sie alternativlos. Doch dies war nicht immer so: Als Studentin und auch in den ersten Jahren als erfolgreiche Journalistin war die Christin eine überzeugte Friedensfreundin. Doch die Feststellung dass sie offenbar mit ihren Worten deutlich weniger zu erreichen schien als andere Systemkritische mit diversen illegalen Aktionen, ließ sie immer mehr an ihrer Haltung zweifeln.
Diese Entwicklung hin zu einer christlichen Pazifistin und weiter zu einer der am meist gesuchtesten Terroristinnen der BRD zeichnet Alois Prinz ausführlich ab der Zeit ihrer Kindheit nach, während er parallel dazu auch ein detailgetreues Bild der jeweiligen Gesellschaft der BRD liefert. Keine Frage, diese damaligen Verhältnisse mussten jedem demokratie- und gerechtigkeitsliebendem Menschen übel aufstoßen, sodass es gerade auch für besonders empfindsame Menschen nur noch ein kleiner Schritt in die Radikalität war. Wie diese jedoch den Schmerz und das Leid der von dieser Radikalität Betroffenen so vollständig ausblenden konnten, ist eine Frage, die noch immer viele der Freunde von Ulrike Meinhof (und vermutlich auch anderen) umtreibt. Auch der Autor hat dafür nur Vermutungen und so bleibt einem beim Hören nichts Anderes übrig, als sich seine eigenen Gedanken zu machen.
Eine tolle Biographie, die durch Axel Milberg als Vorleser und Eva Mattes als Ulrike Meinhof (mit kleinen Texten von ihr) kongenial ergänzt wird.


Keiner kommt davon - eine Geschichte vom Überleben
Keiner kommt davon - eine Geschichte vom Überleben
von Sally Nicholls
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,90

4.0 von 5 Sternen In Zeiten des Todes, 14. Mai 2014
1349 - die Pest hat den europäischen Kontinent fest im Griff, Millionen Menschen sterben. Auch das Dorf, in dem die 14jährige Isabel mit ihrer Familie lebt, bleibt davon nicht verschont und schon muss auch sie im direkten Umfeld ihrer Bekannten, Freunde und Verwandten die ersten Toten beklagen.
Es ist eine unglaublich düstere und streckenweise sehr hoffnungslose Lektüre, man wird von dem grenzenlosen Grauen das in dieser Zeit herrschte, förmlich hineingezogen in dieses Buch (vielleicht sollte man es als Erwachsene/r mit jugendlichen LeserInnen gemeinsam lesen). Die Hauptperson Isabel ist für ihr Alter und die damalige Zeit sicherlich überdurchschnittlich reflektiert, vielleicht schon fast etwas zu viel. Denn obwohl mir die Schrecken dieser Pestzeit deutlich vor Augen traten, hatte ich dennoch nur selten das Gefühl, mich im Mittelalter zu befinden. Theoretisch hätte sich das Ganze auch vor 150 Jahren in einem hinterwäldlerischen Dorf ereignen können. Doch die Gedanken Isabels machen dafür deutlich klar, wie schwach es um Nächstenliebe und Empathiefähigkeit gerade in Notzeiten gestellt ist. Fast jede/r ist sich selbst dann am nächsten und nur Wenige noch halten die Fahne der Barmherzigkeit und Menschenliebe empor. Für Isabel selbst wird diese Zeit zu einer Auseinandersetzung mit sich selbst - was und wer ihr wichtig ist und wie weit sie dafür bereit ist zu gehen. Und dass es sich lohnt, für das Leben zu kämpfen.
Spannend - auch für Erwachsene!


Ich glaube, es hackt!: Ein Blick auf die irrwitzige Realität der IT-Sicherheit
Ich glaube, es hackt!: Ein Blick auf die irrwitzige Realität der IT-Sicherheit
von Tobias Schrödel
  Taschenbuch
Preis: EUR 17,99

6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen IT für Nicht-ITler - und das auch noch witzig ;-), 9. Mai 2014
Nicht erst seit den Enthüllungen Edward Snowdens ist klar, dass im digitalen Zeitalter Überwachung, Manipulation und Betrug eine ganz neue Qualität entwickelt haben. Doch was dies für das eigene Leben bedeutet, ist den meisten Menschen noch immer unklar. Während die Einen nun vollständig die Finger von PCs und ähnlichem lassen ('Viel zu gefährlich. Nix für mich!'), ist es Anderen entweder völlig gleichgültig ('Ich hab' nichts zu verbergen.') oder sie ergeben sich resigniert in ihr Schicksal ('Man kann ja eh nix machen.')
Tobias Schrödel versucht hier mit seinem Buch Abhilfe zu schaffen. Und gleich vorweg: Dies gelingt ihm auf wirklich unterhaltsame Weise, was bei einer so drögen Materie wie IT-Sicherheit nicht gerade eine Selbstverständlichkeit ist. Es geht um so alltägliche Themen wie u.a. Passwörter, Handys, E-Mails oder Online-Einkäufe, aber auch um exotischere Dinge wie Biometrie oder Funknetze. Die jeweiligen Kapitel sind wiederum in recht kurze, überwiegend nur 2-3seitige Artikel unterteilt, die immer mit einer meist amüsanten Einleitung aus dem 'normalen' Leben beginnen. Schrödel schreibt locker-leicht und ich habe die ganzen 361 Seiten mit einem permanenten Grinsen gelesen - und trotzdem (oder gerade deshalb?) viel Neues und Interessantes erfahren und gelernt. Auch wenn es als Ergebnis erschreckend ist wie weit sich die technischen Möglichkeiten schon entwickelt haben, macht der Autor klar, dass man etwas dagegen tun kann. Man muss es nur tun! Zugegeben, einen 100%igen Schutz gibt es nicht, aber wo gibt es den schon?
Weshalb dann nach solch einer Lobeshymne ;-) nicht die volle Punktzahl? Obwohl dieses Buch ganz klar für IT-Laien geschrieben wurde, gibt es doch immer wieder Fachausdrücke die nicht erklärt wurden: Algorithmus, Bootbereicht, Logfile... Weiterhin habe ich mich bei manchen Artikeln gefragt, was sie in diesem Buch sollen: Beispielsweise wie man bei einer Autovermietung ein Upgrade bekommt oder wie man ein zweites Getränk im Flieger erhält. Glücklicherweise gibt es nur wenige dieser 'Ausrutscher'. Daher ist dieses Buch wirklich Allen, die bisher nur keine oder wenig Ahnung von IT-Sicherheit haben, wärmstens ans Herz zu legen!


Mission Hydra: Thriller (Ein Delta-Team-Thriller, Band 1)
Mission Hydra: Thriller (Ein Delta-Team-Thriller, Band 1)
von Jeremy Robinson
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,95

3.0 von 5 Sternen Splatter-Action-Movie ;-), 30. April 2014
Na hier fliegen aber die Fetzen im wahrsten Sinne des Wortes - und zwar keine Klamotten ;-) Was mit einem mysthisch anmutendem Prolog beginnt (weit vor Christi-Geburt folgen Männer einer Art Gott, um für ihn in den Tod zu gehen), entfaltet sich in kürzester Zeit zu einem heftigen Action-Thriller, der nach und nach in ein riesiges Gemetzel übergeht. Archäologen haben in Peru offenbar Überreste der Hydra entdeckt. Doch sie sind nicht die einzig Interessierten: Ein Multimillionär will um jeden Preis das Geheimnis der Unsterblichkeit lüften und braucht dazu die DNA der Hydra. Dafür geht er über Leichen - im wahrsten Sinne des Wortes...
Tja, was will man von solch einem Buch schon erwarten? Tiefgründige Gespräche? Protagonisten mit feinsinnigen Persönlichkeiten? Bedeutungsschwere Gedanken und Fragen? Sicherlich nicht, denn hierfür wäre bei der Hochspannung unter der die Geschichte steht, schlicht weder Zeit noch Raum. Ein Nervenkitzel folgt dem nächsten und ein Abenteuer jagt das andere. Man kommt beim Lesen überhaupt nicht dazu sich noch Fragen nach dem Warum, Wieso und/oder der Sinnhaftigkeit zu stellen. Das Ganze ist völlig überzogen und so gut wie überhaupt nicht glaubwürdig, doch die Story ist einfach spannend zu lesen. Zudem hält sich trotz der ganzen Action und der stattfindenden Materialschlacht das Waffenfachchinesisch noch in Grenzen, sodass man ohne Schwierigkeiten darüber hinwegsehen kann.
Sicherlich kein literarischer Höhepunkt ;-) das Ganze, aber für Action- und Splattermoviebegeisterte vermutlich ein Genuss. Für den Rest - spannend aber mehr auch nicht.


Du bist ein Künstler: Eine inspirierende Reise zur Kreativität und zu sich selbst
Du bist ein Künstler: Eine inspirierende Reise zur Kreativität und zu sich selbst
von Nick Bantock
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,99

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Für dieses Buch benötigt man Zeit, 28. April 2014
Und zwar mehr als für andere. Normalerweise habe ich ein Buch mit 200 Seiten in nicht mehr als vier Tagen (wenn überhaupt) gelesen, aber nun bin ich schon fast drei Wochen dabei - und brauche vermutlich nochmal so lange. Denn hier wird nicht nur Lesestoff konsumiert, nein, man muss auch selbst aktiv werden. Und das dauert einfach.
Nicht weniger als in jeder Leserin und jedem Leser die Kreativität zu wecken ist das Ziel von Nick Bantock, der selbst mehr Künstler ist als Autor. Hierzu hat er 49 Übungen entwickelt mit sehr unterschiedlichem Zeitaufwand: Manche sind in 10 Minuten erledigt, an anderen kann man das ganze Wochenende sitzen. Es wird gebastelt, geschrieben, gesprochen, gemalt undundund - unglaublich, wieviele Möglichkeiten in diesem Buch aufgeboten werden. Und das Alles, ohne dass man allzu viele Sachen dafür benötigt. Häufig reicht ein Stift und Papier.
Wie es sich für ein kreativitätsförderndes Buch gehört ;-) ist die Aufmachung ausgesprochen anregend sowie kunst- und phantasievoll. Auf festem weissem Papier finden sich überall zwischen den Anleitungen kleine und große Bilder, Zeichnungen, Collagen, Fotografien von Skulpturen, Alltäglichem undundund. So macht es einfach auch Freude, 'nur' darin herumzublättern.
Wer gerne mal etwas Anderes machen möchte (und vor allem auch die Zeit hat bzw. sie sich nimmt), wird viele schöne Anregungen in diesem Buch entdecken - und vielleicht für sich selbst ein neues Hobby. Ansonsten ist es auch eine wunderschöne Geschenkidee ;-)


Von der Nutzlosigkeit erwachsen zu werden
Von der Nutzlosigkeit erwachsen zu werden
von Georg Heinzen
  Broschiert

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen So viel verändert hat sich überhaupt nicht..., 27. April 2014
Anfang der 80er gab es potentielle Lehrer ohne Ende - und keine Stellen. Junge Menschen, die sich voller Idealismus in ein Lehramtsstudium gestürzt hatten, mussten feststellen dass ihr Wissen und ihre Kenntnisse nicht gebraucht wurden. Mathias Grewe, geboren 1955, ist einer von ihnen. Von seinen Eltern gefördert und gefordert (er soll es einmal besser haben als sie) sind seine eigenen Erwartungen an das Leben anspruchsvoll: der Beruf soll nicht nur den Lebensunterhalt sichern sondern auch einem höheren Sinn dienen. Die Gesellschaft will er mitgestalten, aktiv in der Demokratie mitwirken. Voller Idealismus und Enthusiasmus engagiert er sich in der Friedensbewegung, demonstriert gegen die Stationierung der Pershing-II-Raketen, schreibt Flugblätter und erledigt so 'nebenbei' sein Studium. Doch irgendwann beginnt er zu realisieren, dass seine Zukunftspläne wohl anders verlaufen werden als geplant, denn es gibt wesentlich weniger Lehrerstellen als Anwärter. Und so findet er sich mit 30 Jahren als Aushilfsfahrer wieder und zieht ein Resümee.
1985 erschien dieses Buch und obwohl ich mehrere Jahre später als der Protagonist an der Uni weilte, sind die Verhältnisse derart exakt beschrieben, dass ich ständig nur zustimmend grinsend nicken konnte. Der Glaube an ein besseres Leben, die Weigerung sich als ein Rädchen in den kritiklosen Konsumkreislauf integrieren zu lassen, sich nicht in einen Kokon des Privatlebens einzuhüllen sondern aktiv auch am politischen Leben teilzunehmen - hehre Vorsätze, die zumeist zugunsten einer möglichen Karriere schnell über Bord geworfen wurden. Und heute, fast 30 Jahre später, sieht es nicht viel anders aus. Nur wird nun die Karriere direkter angestrebt und mögliche anderweitige gute Vorsätze bezüglich einer eventuellen Verbesserung der Gesellschaft häufig nur noch zum eigenen Vorteil verfolgt. Tja, manches ändert sich wohl nur wenig...
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 17, 2014 9:24 AM CET


Der Zorn des Lammes
Der Zorn des Lammes
von Johannes Groschupf
  Broschiert
Preis: EUR 12,99

5.0 von 5 Sternen Liebe und Wahn, 24. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Der Zorn des Lammes (Broschiert)
Jazz und Milan sind zwei junge Menschen die sich noch nie zuvor begegnet sind. Ihre Wege kreuzen sich in Berlin in einem Bus der Linie 29, mit dem Beide immer wieder quer durch die Stadt fahren. Während Jazz den jungen Mann nur beiläufig registriert, ist Milan sofort völlig vernarrt in das Mädchen. Er ist sich sicher: Sie sind füreinander bestimmt.
Die Geschichte wird abwechselnd aus den Perspektiven der beiden Protagonisten erzählt, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Einmal Jazz, die direkt nach der Schule aus einer Kleinstadt nach Berlin gezogen ist, um dort ein Praktikum bei einer Zeitung zu machen. Sie hat noch schwer mit ihrer Vergangenheit zu kämpfen, durch die ihr Leben bei den Eltern stark eingeengt wurde. Und dann Milan: Auch ihn plagt seine Vergangenheit, wenn auch in völlig anderer Art und Weise. Er hört Stimmen in seinem Kopf die ihm heftig zusetzen, immer wieder und wieder, doch er ist sich sicher, sie bezwingen zu können. Ebenso wie er sich sicher ist, dass Jazz und er zusammengehören.
Es ist eine beklemmende Lektüre, Jazz in ihrer Unbedarftheit zu erleben und gleichzeitig zu wissen, welche verrückte Ideen Milans Denken beherrschen. Man ahnt worauf alles hinausläuft und dann - tja, das werde ich hier natürlich nicht schreiben ;-)
In jedem Fall lässt einen die Geschichte nicht so schnell wieder los, denn das Alles wirkt derart realistisch, dass es so und genau so überall immer wieder passieren könnte. Ein klasse Thriller, der zwar als Jugendbuch annociert wird, aber ohne Weiteres auch im 'Erwachsenenbereich' mithalten kann. Und jetzt besorge ich mir noch das erste Buch des Autors ;-)


Sandman, The: The Wake - Book X (Sandman Collected Library)
Sandman, The: The Wake - Book X (Sandman Collected Library)
von Neil Gaiman
  Taschenbuch

4.0 von 5 Sternen I can't believe it, 20. April 2014
Phew, this was probably the most confusing episode I've read so far, at least the first 60 to 80 pages. I could not believe it: One of the Endless died? Or what? Or not? And also the two different stories at the end, which are very nice (especially the drawings of the last but one) confused me at the beginning even further. Do they have anything to do with the death of the Endless? And if yes – what? To complicate matters further all the figures of the past stories turned up again, from those I can remember a few, unfortunately, only vaguely. My conclusion: I have to read all this again, but with less time interval between the different episodes.
Whatever, this is an ending for such a serial like it has to be - mysterious and sad with beautiful pictures, but not without hope. Because: “And everything changes. And nothing is truly lost.”


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