Profil für Xirxe > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von Xirxe
Top-Rezensenten Rang: 503
Hilfreiche Bewertungen: 961

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
Xirxe (Hannover)
(TOP 1000 REZENSENT)   

Anzeigen:  
Seite: 1-10 | 11 | 12 | 13 | 14 | 15 | 16 | 17 | 18 | 19 | 20 | 21-30
pixel
Weil ich Layken liebe: Roman
Weil ich Layken liebe: Roman
von Colleen Hoover
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schön - aber nicht schnulzig!, 5. November 2013
Rezension bezieht sich auf: Weil ich Layken liebe: Roman (Taschenbuch)
Geht man nach dem Titel, glaubt man eine mehr oder weniger schnulzige Liebesgeschichte vor sich zu haben - und wird tief enttäuscht sein, wenn man sich genau darauf gefreut hat. Der englische Titel trifft es um Längen besser: Slammed - Aufprall, Kollision, Zusammenstoß. Zudem ist er herrlich doppeldeutig, denn im Buch spielen Poetry Slams eine wesentliche Rolle.
Layken, die nach dem plötzlichen Tod ihres Vaters mit ihrer Mutter und ihrem kleinen Bruder von Texas nach Michigan ziehen muss, trifft an ihrem neuen Wohnort am ersten Tag auf ihren Nachbarn Will, ein gutaussehender und äusserst symphatischer junger Mann. Es knistert nicht nur, nein es schlägt Funken zwischen den Beiden und nach drei Tagen, in denen sie sich wiederholt treffen, ist zumindest für Layken klar: Sie hat sich Hals über Kopf verliebt. Doch dann macht sie eine Entdeckung, die ihren Höhenflug in den siebten Himmel in einen Absturz ins Bodenlose verwandelt...
Das könnte nun alles kitschig und rührselig werden, denn die Thematik ist ja gerade prädestiniert dafür. Doch die Erzählweise von Layken, der Icherzählerin, ist völlig frei von Selbstmitleid und Gejammer. Stattdessen berichtet sie mit viel Selbstironie (beispielsweise wie sie gleich zu Beginn Will in den Darth-Vader-Plüschschuhen ihres kleinen Bruders gegenübertritt) und einer trotz aller Schicksalsschläge immer vorhandenen Lebensfreude; das Ganze in einem lockerleichten Ton, der jedoch kein Blabla darstellt. Ich habe beim Lesen mit Layken gelitten, mich gefreut und konnte ihre Gefühlsregungen sehr gut nachempfinden, obwohl ich schon einige Jährchen älter bin als sie. Trotz der teilweise sehr traurigen Thematik (es geht viel um Tod) ist es ein Mutmachbuch - und hier kommen die Poetry Slams ins Spiel. Fasst eure Gefühle in Worte und erzählt sie Anderen - sie werden es euch danken. Denn ist es nicht wunderbar festzustellen, dass man mit seinen Empfindungen nicht allein auf dieser Welt ist?
Ein wirklich schönes Buch mit einigen wirklich guten Lebens-Ratschlägen von Laykens Mutter (nicht nur) auf der letzten Seite. Nur zwei davon als Beispiel:
- Denkt immer daran: Grenzen sind dazu da, erweitert zu werden.
- Zu guter letzt: Bereut nichts. Niemals
Im nächsten Jahr soll ein zweiter Band folgen - ich werde ihn mir schon mal vormerken.


Hautfarbe Nebensache
Hautfarbe Nebensache
von Hans-Georg Noack
  Taschenbuch

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Jugendbuch über Rassismus, 5. November 2013
Rezension bezieht sich auf: Hautfarbe Nebensache (Taschenbuch)
Anfang der 60er Jahre: Jonny, ein farbiger Jugendlicher, beginnt in einer Kleinstadt eine Ausbildung und lebt dort in einem Lehrlingsheim. Alles läuft gut, er ist beliebt bei den Anderen bis er sich mit Brigitte anfreundet. Erhard, der eifersüchtig ist, fängt an, die Anderen gegen Johnny aufzuhetzen: Er soll weg, weil er schwarz ist. Zuerst nur mit Worten, dann mit Bildern am Schwarzen Brett und Wandschmierereien, schlußendlich mit Gewalt wird soviel Druck erzeugt, sodass Jonny im Heim keinen einzigen Freund mehr hat. Es bleibt ihm nur noch Brigitte, doch auch der Kontakt zu ihr wird ihm untersagt....
Das Buch wurde bereits 1960 geschrieben, was sich sowohl im Inhalt wie auch in der etwas betulichen Sprache wiederfindet: Heutzutage werden andersfarbige Menschen auch in Kleinstädten sicherlich nicht mehr so unverhohlen angestarrt wie in diesem Buch geschildert und die Art der Ausgrenzung wie in Johnnys Fall ist gegenwärtig nicht denkbar, was nicht heisst, dass es sie nicht mehr gibt. Die Methoden sind lediglich subtiler geworden, sie sind nicht mehr so leicht als rassistisch zu kennzeichnen wie in diesem Buch dargestellt. Doch trotz dieser Schwächen bleibt die Lektüre aktuell wie eh und je: Es wird beispielhaft gezeigt, wie aus persönlichen Motiven pauschale Vorurteile werden, wie sich aus Furcht, Gleichgültigkeit und Ignoranz eine ganze Gruppe einem Einzelnen unterordnet, um einem Unbescholtenen das Leben zur Hölle zu machen. LESEN!!!!


Der Tod des Landeshauptmanns
Der Tod des Landeshauptmanns
von Eugen Freund
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,00

3.0 von 5 Sternen Der Titel verspricht zuviel, 24. Oktober 2013
Eines ist bei diesem Titel bereits klar: Das Buch handelt ganz offensichtlich von den Hintergründen des Todes Jörg Haiders. Und auch der Klappentext bestätigt dies: War es der US-Geheimdienst? Oder der Mossad? Oder kroatische Extremisten? In jedem Falle eine Menge Stoff, um daraus einen spannnenden Krimi mit realem Hintergrund zu produzieren. Doch ich bin über die Art und Weise, wie es in diesem Buch realisiert wurde, nicht so glücklich.
Mehr oder weniger gibt es zwei Handlungsebenen: Der Freund der Journalistin Jasmin Köpperl, der beim Heeresnachrichtenamt tätig ist, scheint plötzlich spurlos verschwunden. Es sieht sogar so aus, als ob sein Tod vorgetäuscht werden sollte. Gemeinsam mit dem Revierinspektor Bugelnik machen beide sich daran, die Ursache seines mysteriösen Abtauchens zu beleuchten. Gleichzeitig erhält die Journalistin in gewissen Abständen Mails von ihrem Freund, deren Inhalt offenbar in Romanform die Hintergründe darlegen sollen, die zum Tod Jörg Haiders führten. In beiden Handlungssträngen, den Mails und der eigentlichen Geschichte, gibt es zumindest zu Beginn eine Reihe von Sprüngen in andere Zeitebenen, was bei mir zu einiger Verwirrung führte. Doch nach und nach lichtet sich der Nebel und man beginnt mitzurätseln, wer nun wann wo zuschlägt - und was davon nun stimmt.
Der Roman ist spannend und unterhaltsam geschrieben mit sehr viel österreichischem Lokalkolorit (es gibt eine Menge Ausdrücke, die mir völlig unbekannt sind), doch ich frage mich jetzt noch, wieso der Tod des Landeshauptmannes dem Buch seinen Titel gegeben hat. Um die Verkäufe anzukurbeln? Denn auch wenn es das Thema des Romans im Roman ist, ist es doch eher Nebensache. Und dass die zwei Handlungsstränge nur lose miteinander verknüpft sind, verstärkt mein zweispältiges Gefühl. Zusammengefasst: Gut geschrieben, aber an der eigentlichen Geschichte könnte man noch ein bisschen feilen.


[THE KINDLY ONES BY GAIMAN, NEIL(AUTHOR)]PAPERBACK
[THE KINDLY ONES BY GAIMAN, NEIL(AUTHOR)]PAPERBACK
von Neil Gaiman
  Taschenbuch

4.0 von 5 Sternen Great stories again, 19. Oktober 2013
This time the Sandman is in real trouble. The little son of a young woman has been kidnapped and she is persuaded of the blame of the Lord of Dreams. In search of her child, she meets The Three Furies, whose duty is practicing bloody revenge without a soupçon of pity. And so their next object will be the Sandman...
But this is not the only story in this volume, which is at least twice as thick as the previous ones. Among other things, there is Lady Delirium looking for her dog; also there is Nuala and her unrequited love for The Sandman; we follow Loki's cruel fate and additional a young woman who is attending an acquaintance while a deadly disease – and to be honest: I don’t have any idea what kind of proportion is this tale to the main story. Like before at the last book I come to the same conclusion: I have to read the previous books probably once again ;-)
The stories are devilishly good as usual. However, this time I quarrel with the drawings. They are rougher painted than the previous images, almost in a sort of cubist way which I don’t find that appealing as a basis for a graphic novel. It would be wonderful if in the next volume the illustrators return to the old drawing style.


Arthur oder Wie ich lernte, den T-Bird zu fahren: Roman
Arthur oder Wie ich lernte, den T-Bird zu fahren: Roman
von Sarah N. Harvey
  Broschiert
Preis: EUR 13,95

5.0 von 5 Sternen Arthur die Artischocke, 15. Oktober 2013
Royces Großvater ist ein Ekel wie es im Buche steht. Offenbar von sich und der Welt enttäuscht, schnauzt er alles und jeden an, ist mit nichts zufrieden und Mitmenschlichkeit scheint ein Fremdwort für ihn zu sein. Doch ist er mittlerweile in einem Alter, in dem es ohne Hilfe nicht mehr geht. Seine Tochter ist nicht in der Lage, sich in der Form um ihn zu kümmern wie es notwendig wäre. Und die Pflegekräfte, die sie ihm vermittelt, vergrault er bereits nach kurzer Zeit. So bleibt als letzte Lösung: Royce. Nicht dass er darüber begeistert wäre, es lockt ihn lediglich die Aussicht auf einen guten Verdienst.
Die Geschichte wird aus der Sicht des 16jährigen Royce erzählt, der ein mehr oder weniger normaler Teenager ist und seinen Großvater nicht ausstehen kann. Doch nach und nach nähern die Beiden sich an und auch wenn sie es nicht zugeben würden: Es entsteht sogar mehr als Sympathie zwischen ihnen.
Die Sprache ist recht gut getroffen, leicht schnoddrig altklug, sodass ich immer wieder grinsen musste. Zudem gelingt es der Autorin selbst bei so ernsten Themen wie Pflegebedürftigkeit im Alter und Sterbehilfe, einen humorvollen Grundton zu bewahren. Dass auf nicht einmal 250 Seiten derart große Themen abgehandelt werden (dazu noch in einem Jugendbuch), könnte einen fürchten lassen, dass sie allenfalls oberflächlich kurz angerissen werden. Doch weit gefehlt: Man spürt die Sorgen und Nöte, die Angst und Verzweiflung, die Arthurs Familie umtreiben. Und am Ende nahm ich eines noch mit: Patientenverfügung - muss ich unbedingt machen.

Ach ja, wieso Artischocke? Es ist die Definition seiner Exfrau Coralee: Aussen stachlig, innen ein weiches Herz.


Das Buch der Fälscher: Roman
Das Buch der Fälscher: Roman
von Charlie Lovett
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,95

4.0 von 5 Sternen Toller Schmöker nicht nur für Bibliophile, 8. Oktober 2013
Peter Byerly, amerikanischer Antiquar mit leicht autistischen Zügen, fährt einige Monate nach dem überraschenden Tod seiner Frau Amanda in ihr soeben erst fertig gestelltes Cottage in Kingham, Großbritannien. Noch völlig benommen von dem Verlust entdeckt er in einem Antiquariat ein Bild einer Frau, das seiner Amanda verblüffend ähnlich sieht. Peter macht sich auf die Suche nach der Herkunft dieser Zeichnung und stößt dabei auf ein Manuskript, das die Literaturwelt auf Dauer verändern könnte. Bei seinen weiteren Recherchen muss er jedoch feststellen, dass er damit wohl jemandem in die Quere gekommen ist - der oder die auch nicht vor Mord zurückschreckt.
Zwei weitere Handlungsstränge umfasst dieses Buch: Wie sich der menschenscheue, überaus schüchterne Peter und die gut organisierte Amanda kennen und lieben lernen sowie die Entstehung und der weitere Weg des geheimnisvollen Manuskripts bis zu seiner Wiederentdeckung durch Peter. Die Geschichten ergänzen sich auf's Beste und meine Befürchtung, dass der Teil mit Peter und Amanda womöglich das weinerlich-schmalzige Kapitel ;-) darstellt, hat sich nicht bewahrheitet. Natürlich gibt es rührselige Momente, aber ich empfand es nur selten kitschig-überladen, da sich zudem ein Großteil dieses Abschnittes mit Peters Liebe zu Büchern befasst. Auch das historische Drittel betrachte ich als gut gelungen und wahrheitsgetreu (wobei ich nicht gerade die große Historienleserin bin), was der Autor im Nachwort schlussendlich ja bestätigt. Ganz am Rande meine Lieblingsszene: Die Entdeckung des Buchhändlers, dass seine Küchenfee die vermeintlich gut versteckten Originaltheaterstücke aus dem 15. und 16. Jh. als Backpapier missbraucht hatte... Übrigens, falls es bis hierhin noch immer nicht durchgedrungen ist: Es geht um Bücher, Bücher, Bücher ;-) - und die Liebe dazu!
Leider gibt es doch ein bisschen Grund zur Mäkelei: Der Schluss war mir persönlich etwas zu weit hergeholt. Der zeitweise fast schon autistische Held wächst am Ende über sich hinaus, hat aber keine Vorstellung wer der/die Schurke/Schurkin sein soll. Der/Die TäterIn hat einen Plan, den die Polizei schon bei näherer Betrachtung zerpflücken würde. Und dann die letztendlich enthüllten Zusammenhänge, die mir doch ein bisschen des Zufalls zuviel sind. Beim nächsten Buch am Ende bitte ein bisschen mehr Sorgfalt? Sonst aber ein rundum schöner Lesegenuss!!!


2084 - Noras Welt
2084 - Noras Welt
von Jostein Gaarder
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,90

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Mehr Sachbuch als Jugendroman, 5. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: 2084 - Noras Welt (Gebundene Ausgabe)
Ein brisantes Thema: Die 15jährige Nora, die sich schon immer für ihre Umwelt interessiert hat, reist in ihren Träumen in die Zukunft. Dort erkennt sie sich selbst als die ebenfalls 15jährige Nova, aber auch sich selbst als die Urgroßmutter Uma. Die Beiden leben in einer Zeit (2084), in der der Klimawandel bereits extreme Umwälzungen auslöste. Tier- und Pflanzenarten sterben aus wie die Fliegen, Heerscharen von Menschen sind auf der Flucht vor Dürre und Überschwemmungen, das Wetter ist meist nass, feucht und warm. Nora ist klar: Dies ist ein Blick in die Zukunft der Erde, wenn es nicht gelingt, die Menschen zur Umkehr zu bewegen...
Das Alles hört sich spannend an und wäre es sicherlich auch, wenn es eine richtige Geschichte geben würde. Stattdessen ist es lediglich eine Untermalung des eigentlichen Themas, der Klimazerstörung der Erde durch den Menschen, das in langen Passagen ständig wiederholt wird, wenn auch in anderen Worten. Doch andere Abschnitte werden fast exakt zweimal wiedergegeben: Nora träumt und erzählt daraufhin das Gleiche nochmals. Ok, das Buch ist für 12-15jährige gedacht - aber ich bin mir sicher, diese sind durchaus in der Lage, solche Geschehnisse im Gedächtnis zu behalten.
Was mich zudem störte, sind die nach meinem Verständnis unplausiblen Verhaltensweisen insbesondere von Nora: Die Art und Weise, wie sie mit dem Psychiater spricht, speziell als sich dieser in einer Extremsituation befindet. Oder auch das Gespräch mit seiner Tochter. Völlig unglaubwürdig und unsinnig. Und als zuguterletzt in einer Unterhaltung das Rätsel um die merkwürdigen Träume von Nora gelöst wird, geschieht dies derart am Rande, dass ich fast darüber hinweg gelesen hätte.
Alles in allem ist es weniger ein Jugendroman als ein Sachbuch mit einer Geschichte drumrum, die man auch hätte weglassen können. Schade, denn Jostein Gaarder kann es besser!


Bis der Tod Uns Scheidet
Bis der Tod Uns Scheidet

4.0 von 5 Sternen Spannend zu hören, 5. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: Bis der Tod Uns Scheidet (Audio CD)
Die Schwesternhelferin Susanne Balker wird von ihrem Ehemann ermordet im Schlafzimmer aufgefunden. Für Erik Winter ist er der Hauptverdächtige, hat bedauerlicherweise jedoch ein wasserdichtes Alibi: Er war auf den Kanaren, tausende Meilen weg von Schweden. Andere Motive sind nicht zu finden, bis plötzlich ein zweiter Mann in Susannes Leben auftaucht und Eriks kleine Tochter ihrem Vater auf die Sprünge hilft ...
Stephan Schade liest die Kriminalstory gut betont vor. Zwar erhalten die einzelnen Mitwirkenden keine unverwechselbaren Stimmen, aber seine Betonung der spannenden Stellen lässt einem beim Zuhören geradewegs inne- und auch den Atem anhalten, egal was man tut. Schöne Geschichte für zwischendurch!


Wo die Angst ist: Der erste Fall für Behrens und Kamm
Wo die Angst ist: Der erste Fall für Behrens und Kamm
von Dinah Marte Golch
  Broschiert
Preis: EUR 14,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Spannende Inszenierung, 2. Oktober 2013
Ein türkischer Jugendlicher, der eine erfolgreiche Antirassismusinitiative gegründet hat, wird kurz vor Weihnachten brutal zusammengeschlagen und dabei lebensgefährlich verletzt. Tatverdächtig ist ein Nazi, den ein Zeuge vor Ort gesehen hat und der noch Schlimmeres verhinderte. Dem Vater des Opfers gehen die Ermittlungen zu langsam voran und er beginnt, auf seine Art den Hinweisen nachzugehen. Als der Zeuge nach einem Überfall aus Angst um seine Familie seine Aussage zurückziehen will, wird die Situation äusserst brisant... Hauptkommissar Sigi Kamm und die Psychologin Alicia Behrens, die seit einer gemeinsamen Begegnung vor Gericht eine gegenseitige Abneigung miteinander verbindet, sind gezwungen, in diesem besonders brisanten Fall zusammenzuarbeiten.
Die beiden Hauptfiguren könnten kaum gegensätzlicher sein. Während die Psychologin davon überzeugt ist, dass Worte und Geduld mehr ausrichten können als Gewalt und Zwang, ist der Hauptkommissar nach vielen Berufsjahren der Auffassung, dass bei seiner Aufgabe nichts mehr hilft als Härte und Druck. Die Zwei fetzen sich immer und immer wieder und doch müssen sie (widerwillig) anerkennen, dass jede/r auf auf seine/ihre Weise auch Erfolg hat. Es macht Vergnügen, den Wortduellen der Beiden zu folgen.
Die Geschichte selbst besitzt für einen Krimi einen ungewohnt hohen psychologischen Anteil, was jedoch der Spannung nicht im Geringsten abträglich ist, ganz im Gegenteil. Man gewinnt einen kleinen Einblick in ein Nazimilieu, bei dem einem das Messer in der Tasche aufgeht ('Wie übe ich Druck aus, ohne dass ich strafrechtlich belangt werden kann?' Trifft natürlich auf alle anderen kriminellen Bereiche ebenso zu). Man lernt eine völlig normale Familie kennen, die jedoch alles andere als normal ist und doch in dieser und ähnlicher Konstellation vermutlich überall anzutreffen ist. Kurz: Ein Krimi, der wie aus dem echten Leben gegriffen scheint.
Einziges Manko: Ausgerechnet beim Täter bleiben die psychologischen Erklärungen, weshalb er dies alles so steuern konnte, im Dunkeln. Schade, das hätte mich doch sehr interessiert.


Die Eistoten: Thriller
Die Eistoten: Thriller
von Christian Buder
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,99

3.0 von 5 Sternen Starker Beginn, schwaches Ende, 26. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Die Eistoten: Thriller (Taschenbuch)
Es gibt eine neue Ermittlerin im Krimi-Bereich: Alice, eine 11jährige Hochbegabte mit der (zweifelhaften?) Gabe, tote Philosophen zu sehen und sich mit ihnen unterhalten zu können. Insbesondere Wittgenstein gesellt sich immer wieder an ihre Seite. Doch statt philosophische Gespräche zu führen, ist Alice auf der Suche nach einem Serienmörder in ihrem kleinen beschaulichen Dorf im Allgäu, in dem der Stumpfsinn regiert. Seit mehreren Jahren gibt es immer wieder Tote im Winter, die man erfroren auffindet. Auch Alices Mutter gehörte dazu, doch wie in allen anderen Fällen ist die Polizei davon überzeugt, dass es sich um einen Unfall handelte. Doch Alice glaubt daran nicht: Als sie gemeinsam mit ihrem Freund Tom ein erfrorenes Mädchen im Wald entdeckt, machen sie sich auf die Suche.
Es ist wirklich eine andere Art von Krimi: Alice, die schlaue und auch altklug daherkommende Elfjährige, amüsiert immer wieder mit ihren klasse Bemerkungen und stellt wiederholt die passenden, von den Erwachsenen jedoch unbeachteten Fragen. Immer wieder werden philosophische Betrachtungen dazwischen gestreut, jedoch nie unverständlich oder in übertriebenem Maße, sodass man beim Lesen nie Gefahr läuft sich plötzlich zu fragen, ob man vielleicht das falsche Buch in Händen hat. Und spannend ist das Ganze auch, wobei gelegentlich einige kleine Ungereimtheiten auftauchen (Weshalb ist die Polizei so blind? Und der Vater sooo taub?) Doch die fallen nicht allzu sehr ins Gewicht, zumindest nicht in den ersten Teilen.
Doch damit ist es meiner Meinung nach spätestens im letzten Abschnitt vorbei. Ein Ende, das jedem Hollywood-Actionfilm Ehre machen würde; Erklärungen, die nicht nachzuvollziehen sind und schlicht Unlogiken, die einen nur den Kopf schütteln lassen. Schade, wirklich sehr schade, denn so bleibt ein eher fader Nachhall.
Allerdings ist mir nach dem Lesen des Interviews mit dem Autor (im Anhang des Buches) klar geworden, weshalb die Story so abbaute. Originalzitat: 'Das Ende schreibe ich nur, um eines zu haben.' Kein Wunder, dass das Buch so abfiel. Nochmals: Schade, denn so ist aus einem zu Beginn durchaus starken Krimi nur noch Durchschnittware geworden. Vielleicht sollte Herr Buder seine Einstellung zum Ende noch einmal überdenken.


Seite: 1-10 | 11 | 12 | 13 | 14 | 15 | 16 | 17 | 18 | 19 | 20 | 21-30