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Beiträge von Sebastian Günther
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Rezensionen verfasst von
Sebastian Günther (Berlin)
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Die Kultur der Reparatur
Die Kultur der Reparatur
von Wolfgang M. Heckl
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 17,90

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Reparatur ist eine Kulturtechnik die wir verlernt haben - aber dieses Buch animiert zum loslegen!, 5. August 2015
Rezension bezieht sich auf: Die Kultur der Reparatur (Gebundene Ausgabe)
Reparatur ist eine Kulturtechnik. Sie drückt Wertschätzung gegenüber der Kreativität kluger Erfinder aus. Sie vermeidet unnötige Ressourcenverschwendung. Sie hilft uns, Technik-autonom zu werden. Und trotzdem haben wir sie verlernt. Warum? Und was geht uns dadurch verloren? Diese Fragen werden in diesem Buch beantwortet.

Hier eine kurze Überflug des Inhalts:

Der erste Teil des Buches zeigt eine kurze Parallele der Reparatur in chemischen und organischen Prozessen auf: Bergkristalle formen ihre Schönheit durch Optimierung des Atomrasters, sie werden Energiesparend platziert und dadurch kontinuierlich Dellen ausgebessert. In Organismen sorgt die RNA für die Reparatur und Erneuerung der eigenen Zellen. Die Reparatur wirkt nicht unbegrenzt - auch hier gibt es natürlich Grenzen.

Nach diesem Ausflug geht es direkt zum Thema Geplante Obsolenz und persönliche Reparatur-Erfahrungen. Ein gutes Beispiel: Leuchtstoffröhren für Fernseher. Diese sind bis heute gut zu beschaffen und damit auch die Fernseher immer noch gut in Schuss zu halten. Es wird von einem Sony-Fernseher erzählt der bis auf den Kippschalter und den Elektronenstrahlraster keine original Bauteile mehr hat, aber er funktioniert noch.

Der Autor bemängelt weiterhin dass Nachfolgemodelle technisch inkompatibel gemacht werden - am Beispiel einer Pumpe für ein Motorrad, die ein besonderes Ventil benutzt und nur noch eine Einheit aus Motor und Pumpe anbieten. Er muss "am Markt vorbei" um sich nur die Pumpe zu besorgen, und er muss viel herumfragen um das besondere Ventil zu bekommen. Dies ist ein absichtliches Erschweren der Reparatur-Kultur. Es kommt auch die geplante Obsolenz und das Glühbirnen-Kartell zur Sprache und die am längsten glühende Birne in einer Feuerwehrstation. Sehr gut finde ich seine immer wieder auftauchenden Einschübe um zum einen auf die Verschwendung und Ressourcenausbeutung hinzuweisen, dann aber gleich im Ansatz Verständnis für die kapitalistischen Bestrebungen zu äußern.

Auf der sozialen Ebene kann die Reparatur-Kultur eine umfassende Änderung erwirken. Mit viel Freude erzählt er von einer Zufallsbekanntschaft auf dem Flohmarkt, der ihm bei der Pflege eines alten italienischen Motorrads hilft. Und er erzählt wie sich in den Repair-Cafes und anderen Einrichtungen Gruppen von Gleichgesinnten herausbilden die sich regelmäßig treffen, fachsimpeln, unterstützen. Für das Individuum entsteht aus der erfolgreichen Reparatur heraus ein Gefühl der Autonomie, ein ausgeprägtes Verständnis des gesamten Wertstoffkreislaufs der für ein Produkt notwendig ist, und damit ein bessere Bewusstsein und letztlich Verständnis und Akzeptanz für die heutigen Produkte. Schließlich kann es natürlich auf der ökonomischen Seite auch Geld und Ressourcen sparen.

Fazit: Das Buch animiert zum nachmachen, zum loslegen mit einem kleinen Reparatur-Projekt. Der Autor bringt seine Leidenschaft und Begeisterung auf den Seiten lebendig zum Ausdruck.


Work-Life-Bullshit: Warum die Trennung von Arbeit und Leben in die Irre führt
Work-Life-Bullshit: Warum die Trennung von Arbeit und Leben in die Irre führt
von Thomas Vasek
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,99

4.0 von 5 Sternen Denken Sie auch, dass man Arbeit und Leben strikt trennen muss?, 5. August 2015
Denken Sie auch, dass man Arbeit und Leben strikt trennen muss? Dass Arbeit nur den Lebensunterhalt schafft? Dass man nicht zu viel Freizeit haben kann? Dann kann Ihnen dieses Buch helfen, ihre Gedanken mal gründlich umzustellen.

Der Autor Thomas Vasek ist Philosoph und Herausgeber des philosophischen Magazins "Hohe Luft". Ihm ist es ein Anliegen zu zeigen, dass die zu strikte Trennung zwischen Arbeit und Leben nicht unreflektiert übernommen werden soll. Dazu stellt er verschiedene Aspekte dar: Wo kommt diese Trennung überhaupt her? Was ist der Ursprung von leistungsorientierter Arbeit? Stimmt es das Arbeit entfremdet? Was steckt wirklich hinter der Berufskrankheit Burn-Out? Und letztlich: Macht Arbeit glücklich oder unglücklich?

Vasek gibt vor allem eins: Denkanstöße, seine eigene Position zu verstehen. Und Änderungsanstöße, seine eigene Einstellung zu Arbeit zu überdenken. Denn gute Arbeit, d.h. Arbeit mit deren Inhalte und Zielen man einverstanden ist, die einem hilft, sich weiterzuentwickeln, und die durch gute Kollegen und liebgewonnen Routinen dem eigenen Leben Struktur und ja, auch Sinn, gibt, ist das, wonach wir streben sollten. Die Arbeit zu ergreifen, die Arbeit zu gestalten, so dass sie uns zu Lebensglück verhilft. Wer sein Glück eben nur in der Freizeit sucht, für den wird Arbeit auch nur Arbeit bleiben.

Das Buch ist überzeigend geschrieben und hat vielfältige Querverweise. Man kann es sehr gut Überblicks-artig lesen: Die ersten und letzten Absätze geben einen guten Einblick in die zentrale Botschaft des Buches. Wer in die einzelnen Kapitel abtaucht, findet viele weitere Aspekte, die je nach Wissenshintergrund neu oder bekannt sind. Mich hat gestört dass diese Aspekte nicht in einer Art "Große Zusammenfassung" mündeten, sondern oftmals mitten in den Kapiteln hängen blieben, damit also der Zusammenhang zu Vaseks Schlussfolgerungen offen bleibt - oder man gar denkt, dass diese gar keinen Zusammenhang haben. Das ist schade und nimmt dem Buch etwas Überzeugungskraft.

Fazit: Bücher, die tiefe Überzeugungen ins Wanken bringen, sind immer eine geistig bereichernde Beschäftigung. Dieses Buch schafft genau das: Den Gedankenspiegel vorzuhalten und zu helfen, eine reflektierte Auffassung zum Mantra "Man muss Arbeit und Freizeit trennen" zu bekommen. Trotz der genannten Schwächen des Buchs eine unbedingte Empfehlung.


Red Notice: Wie ich Putins Staatsfeind Nr. 1 wurde
Red Notice: Wie ich Putins Staatsfeind Nr. 1 wurde
von Bill Browder
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 21,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Überlebenskampf in der russischen Wirtschaft - fesselnd erzählt, 25. Juni 2015
Bill Browder ist ein erfolgreicher Anleger, der mit Hermitage Capital einen erfolgreichen Fonds in Russland führte. Über verschiedene Station bei der BCG und einem Studium in Harvard landet er schließlich bei der Investment-Forma Salamis zu landen. Dort kommt er mit der Sowjetunion in Kontakt und findet die Investment-Idee seines Lebens: Durch die Privatisierung der russischen Betriebe werden an alle Russen ausgegeben. Diese jedoch veräußern die Coupons für wenige Rubel oder im Tausch gegen Vodka anstatt Miteigentümer zu werden. Browder kauft massenhaft Coupons auf und sichert sich dann einen großen Anteil an verschiedenen Öl-Unternehmen. Quasi umgehend mit Einsetzen der Privatisierung verzehnfacht sich der Wert der Coupons. Browder macht für Salamis einen unglaublichen Gewinn.

Davon angespornt verlässt er Salamis und gründet seine eigene Investment-Firma die mit ähnlichen Mitteln und durch sehr gute Marktbeobachtungen hohe Gewinne erwirtschaftet. Doch dann verlässt ihn das Glück: Beim Nachbohren über die tatsächliche finanziellen Verhältnis von Ölfirmen gewinnt er Gegner, die sich letztlich die Firmen schnappen in den Browder investiert ist. Durch verschiedene legale und illegale Methoden wird sein Investment abgewertet, gezahlte Steuern abgezogen, und ein Kampf ums Geld entfesselt an deren Ende nicht nur die erste Ehe Browder scheitert, sondern auch Mitstreiter erpresst werden. Der tragische Höhepunkt des Buchs ist der Tod von Sergei Magnitsky in einem russischen Gefängnis. Von diesem Augenblock an wird Browder zum Menschenrechtler der es u.a. schaffte einen Gesetzesentwurf in den USA umzusetzen mit denen russische Beamten, die eindeutig der Korruption und anderer Verbrechen beschuldigt werden können, die Einreise zu verweigern und deren Konten einzufrieren.

Fazit: Ein spannendes Buch mit klarer, fesselnder Sprache und einer fast autobiographischen Handlung die fesselt. Man lernt viel über die Abgründe der russisches Oligarchen, die Menschenrechtsverletzungen, und wie unermüdliches Engagement etwas wie Gerechtigkeit schaffen kann.


Wege zum Ruhm: 13 Hilfestellungen für junge Künstler und 1 Warnung
Wege zum Ruhm: 13 Hilfestellungen für junge Künstler und 1 Warnung
von Robert Gernhardt
  Taschenbuch
Preis: EUR 7,45

5.0 von 5 Sternen Ich will Künstler werden - aber wie?, 25. Juni 2015
Auf dem Flohmarkt fand ich dieses Kleinod, eine prosaische, humorvoll hinterfragende Sammlung imaginärer Briefe, in dem ein künstlerisch erfolgreicher Onkel seinem jungen Enkel von der Plackerei mit der Kunst, besonders mit der Schreibkunst, berichtet.

Es geht um so einfache Fragen wie "Welchen Künstlernamen gebe ich mir?", "Welcher Kunst soll ich nachgehen?", "Wie viel verdiene ich?" aber auch um "Wie soll ich diese Welt verlassen?" (ein besonders tragischer Tod führt zu medialer Aufmerksamkeit und eben - ja - mehr Verkäufe der eigenen Werke).

Die Briefe sind feinfühlig, intelligent, herausfordernd, spitzfündig - interessant und mit Genuss zu lesen. Sie strotzen gerade in späteren Abschnitten von intimer Kenntnis der Schriftsteller jener Zeit.

Entstanden aus einer Serie in der FAZ des Jahres 1987 sind die Briefe zwar nicht mehr aktuell, aber der Leser wird in den Briefwechsel gezogen und lernt die vielfältigen Gefahren des (Erwerbs-)Künstlerlebens in einer sehr ansprechenden und unterhaltsamen Form wieder.

Fazit: Ein ungewöhnlicher, anspruchsvoller und humoristischer Lesegenuss
So wird der Leser einfach in den Briefwechsel hineingezogen und kann sich verlieren in der zusammenfassenden Beschreibung der vielen Details.


Floating City. Gangster, Dealer, Callgirls und andere unglaubliche Unternehmer in New Yorks Untergrundökonomie
Floating City. Gangster, Dealer, Callgirls und andere unglaubliche Unternehmer in New Yorks Untergrundökonomie
von Sudhir Venkatesh
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,00

5.0 von 5 Sternen Einblick in die sozialen Strukturen der Schattenwirtschaft, 25. Juni 2015
Die Floating City, New York, ist die kulturell prägende Stadt unserer Zeit. Auch wirtschaftlich ist New York mächtig - doch vielen davon spielt sich in der Schattenwirtschaft ab, dem Drogenhandel, der Schwarzarbeit, der Prostitution. Was verbindet Menschen, die in diesen Arealen arbeiten, miteinander? Wie sind die sozialen Beziehungen zueinander? Um eine wesentliche Erkenntnis gleich vorneweg zu nehmen: Floating. Beziehungen sind ein Zweck zum Mittel, des Überlebens in der Stadt, des Herrschens.

Sudhi Vandrakesh ist ein Soziologe der lange Zeit an der Universität in Chicago arbeitete und dann nach New York zur Columbia Universität wechselte. Leser kennen ihn vl. als Co-Autor von Steven Levit und dem unvergleichlichem "Freakonomics". Vandrakeshs Interesse am Aufdecken sozialer Strukturen in gesellschaftlichen Randgruppen hat sich erhalten: In diesem Buch geht es um die Verbindung von Escort-Services und Drogenhandel.

Das Buch ist am ehesten mit einem Roman vergleichbar. Vandrakesh erzählt die vollständige Geschichte seiner sozialen Forschung in New York. Er berichte von dem Drogenhändler Shine, der als Straßendealer erkennt wie sich die Stadt verändert und er sein Geschäft an die neue Situation anpassen muss. Er erzählt von einer Tochter wohlhabender Eltern die sich letztlich auf dem Kunstmarkt wiederfindet nachdem sie sich an verschiedenen anderen Dingen probiert hat. Und es wird von indischen Videotheksbetreibern, die Prostituierte beheimaten und in ihren Räumlichkeiten Zimmer bereitstellen, beschrieben. Vandrakesh folgt der Spur dieser Menschen, die sich in der Stadt verlieren, und deckt auf wie sich die Beziehungen in dieser Metropole und zwischen diesen Menschen in ständigem Wandel befinden.

Fazit: Dieses Buch ist ein Augenöffner wie Gesellschaften im Untergrund funktionieren und arbeiten. Spannend, unglaublich informativ, lebensnah an den handelnden Personen, teil schockierend in den aufgedeckten Details. Unbedingte Leseempfehlung.


Agent Storm: Mein Doppelleben bei Al-Qaida und der CIA
Agent Storm: Mein Doppelleben bei Al-Qaida und der CIA
von Morten Storm
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Leben zwischen Extremismus und Spionage, 23. Juni 2015
Das Buch handelt von einem Dänen der sich zum Salafismus, einer extremistischen Strömung des schiitischen Islams, bekehrt, 'seinem Glauben voller Inbrunst auslebt, nur um dann schlagartig abzufallen und zu einem Doppelagenten zu werden der die islamistische Szene für den dänischen, britischen und amerikanischen Geheimdienst ausspäht.

Das Buch ist im autobiographischen Stil geschrieben. Es erzählte die Jugend und frühe Erwachsenenzeit von Storm. Die entscheidende Lebenserfahrung ist ein Besuch in der Bibliothek bei dem ihm ein Exemplar des Koran in die Hände fällt, Dort findet er Ordnung, Überzeugung, Glauben. Hin- und hergerissen zwischen seinem Leben als Drogenhändler und Rocker und dem Wunsch, mehr zu sein, schließt er sich dieser Glaubensrichtung an.

Durch sein Charisma und seine Lebenserfahrung lernt er schnell einflussreiche Geistliche kennen und geht frühzeitig für fast 1 Jahr in den Jemen - den Geburtsort des islamischen Terrors durch Al-Qaida. Die Koranschule, die er besucht, vertritt die strenge salafistische Auslegung des Islams. Der Däne fällt auf - er ist fleißig, tiefgründig, lebenserfahren. Schnell schließen die Geistlichen zu ihm auf und er wird innerhalb eines Netzwerkes bekannt aus dem sich verschiedene Terroristen in der Zukunft entwickeln werden: Einen Attentäter vom 09/11, dem Schuhbomber, dem Unterwäschebomber, auch Menschen rund um die Londonern-U-Bahn Anschläge und die Vergeltung für die Mohammed-Karikaturen.

Es ist eine Stärke des Buches, dem knappen, informatorischen und auto-biographischen Stil immer wieder mit den realweltlichen Ereignissen in Verbindung zu setzen und dadurch den Leser zu sensibilisieren für die Gesamtheit des islamischen Terrors in der westlichen Welt.

Im letzten Teil des Buches wird Morten erneut eingeholt. Sein fortwährende Tätigkeit für den Geheimdienst erschöpft ihn vollständig:
- Finanziell, weil er ein Tarnunternehmen in Nigeria auf eigenen Namen betreibt.
- Emotional, weil er fortlaufend von seiner Familie getrennt lebt, sein Doppelidentität vor seinen Freunden geheimgehalten werden muss, und immer wieder aus den Nachrichten mitbekommt, wie Menschen, denen er begegnete, als Terroristen getötet wurde.
- Psychisch, weil er sich der ständigen Doppelrolle Terrorist in England, Dänemark und dem nahen Osten, Bürger bei seinen Freunden und Familien, unter ständiger Doppel-Beobachtung von beiden Seiten steht und sich sehr umsichtig verhalten muss. Und auch weil er die starke moralische Korruption des dänischen Geheimdiensts PETA erlebt.
- Physisch, weil er ständig von einem Ort zum anderen wechselt und zeitweilig eine Kokain-Abhängigkeit entwickelt.

Durch sein Mitwirken wird der einflussreiche Al-Qaida Terrorist Anwar al-Awlaki eliminiert. Durch zunehmende Verunsicherung wie er als Agent für die USA, England und die Dänen agiert, und als schließlich ein geheimnisvoller, vermutlicher Doppelagent namens Abdul auftaucht, der ihm vermittelt die CIA wolle ihn bei der Eliminierung von al-Awlaki ebenfalls ausschalten, beschließt Morten den Bruch mit den Geheimdiensten. Er bereut es sehr, seine letzte Mission nicht zu Ende geführt haben zu haben: Die Lieferung eines Kühlschranks und eines Computers um den Chef-Bombenbauer von Al-Qaida zu erledigen. Dadurch sollten einige Anschläge in der Zukunft geschehen, u.a. das Verstecken von Sprengstoff in Toner-Kartuschen.

Morten bricht mit dem Geheimdienst. Er geht an die Öffentlichkeit, an die dänische Tageszeitung, und veröffentlicht die Geschichte. Nach der ersten Meldung erkämpft er sich eine Abfindung vom dänischen Staat und die permanente Aufenthaltsgenehmigung für seine Frau. Seit dem hat er die gesamte Geschichte erzählt, er lebt öffentlich, und er gibt weiterhin Einblicke in die Arbeit von Geheimdiensten.

Eines der besten Bücher die ich in diesem Jahr gelesen habe. Es öffnet die Augen für die Bedrohung durch Extremisten, vermittelt die Arbeit von Geheimdiensten, und zeigt welche Persönlichkeiten sich mit einem solchen Leben arrangieren können. Viele Fotos, Auszüge aus Dokumenten und Belege, sind anschaulich aufbereitet und überzeugen zusätzlich vom Wahrheitsgehalt der Handlungen.


Großraumtaxi: Berliner Szenen
Großraumtaxi: Berliner Szenen
von Björn Kuhligk
  Broschiert
Preis: EUR 14,00

5.0 von 5 Sternen "Dit is Berlin" - vergnügsame Alltagsszenen aus der Hauptstadt, 23. Juni 2015
Rezension bezieht sich auf: Großraumtaxi: Berliner Szenen (Broschiert)
Björn Kuhligk veröffentlichte in einer Kolumne der TAZ typische Berliner Szenen wie er sie als Passant erlebte und als Schriftsteller verarbeitet. Er beobachtet konzentriert, aber nicht detailverliebt, er schreibt klar und Eindrücklich, lässt die Situation neu und unvoreingenommen beim Leser entstehen. Die kurzen Dialoge am Rande von Kneipen, Beim benutzen des Buses, oder dem Eisverkäufer werden platt wiedergegeben - wie die maulfaulen Berliner nun mal eben sein können. Sehr vergnügsam sind die beiden Episoden eines längeren Umzugs (Kommentare zur literarischen Hochkultur, die spätestens bei der 10. überschweren Kiste zu Flüchen führen) und die längere Geschichte als Kuhligk selbst als Zeitungszusteller arbeitet ("Da oben, der Meier, bekommt die FAZ einmal gefaltet auf den Türsims").

Fazit: Ein vergnügliches, episodisches Buch dass den ganz normalen Alltag zu einem Erlebnis macht - unbedingte Lebensempfehlung.


Das verzehrende Leben der Dinge: Versuch über die Konsumtion
Das verzehrende Leben der Dinge: Versuch über die Konsumtion
von Wolfgang Schivelbusch
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gelungene Philosophie des Konsums, 23. Juni 2015
Schivelbusch vermittelt eine anthropologische, philosophische Diskussion des Konsum-Begriffs. Er geht zu den antiken, griechischen Wurzeln um das Verbrauchen als Verzehren, als Umwandlung von Materie zu erläutern. Einen Abstecher in die biologische Verdauung folgend und in die Entwicklung des aufkommenden medizinischen Wissens überführend werden verschiedene Begriffstendenzen aufgezeigt. In der modernen Welt ankommend wird der Konsum als reinen Verbrauch, als Sieg des Menschen über die Natur, aber auch als Ausbeuten dieser, dargestellt.

Fazit: Ein Buch für philosophisch interessierte Menschen die sich mit dem Konsum von einer naturwissenschaftlichen Seite aus beschäftigen wollen.


Couchsurfing im Iran: Meine Reise hinter verschlossene Türen
Couchsurfing im Iran: Meine Reise hinter verschlossene Türen
von Stephan Orth
  Broschiert
Preis: EUR 14,99

9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Faszinierende Reisebeschreibung eines unbekannten Land, 23. Juni 2015
Stefan Orth ist ein erfahrender Spiegel-Korrespondent. Für 4 Wochen begibt er sich auf eine spannende Reise in den Iran. Er übernachte komplett per Couchsurfing und lernt das Land und seine Bewohner aus nächster Nähe kennen. Er erfährt wie stark die säkulare Gesellschaft in den versch. Landesteilen unterschiedliche Interpretationen des Islam hat: Vom Verschleierungsverbot über den Umgang mit Alkohol, das Bewirten von Gästen, Partys und die Partnersuche. Mal wird offen und direkt mit ihm per diskreter Nachrichten geflirtet, mal erlebt er bei Familienessen wie immer wenn der Herr Vater das Zimmer verlässt, Gesprächsthemen persönlicher werden und die körperliche Distanz zu einer Dame schwindet.

Stefan lernt Arbeiter, Akademiker, Kindererzieher, Schmuggler kennen. Er fährt per Bus und Taxi, per Bahn, per Schiff. Er besucht eine Ferieninsel, nächtigt nahe eines Atomreaktors, durchsucht die Wüste in der Nähe zum Irak mit alten Panzerwracks, und entgeht immer mal wieder zu pingeligen Polizeidurchsuchungen. Letztlich kann er viele Freunde gewinnen - dem Leser eingeschlossen.

Fazit: Ein sympathisches Buch voller vertrackter Momente und Schilderungen des echten Lebens im Iran. Nicht anekdotisch, sondern erzählerisch werden die einfachen Bewohner dargestellt, ihr Leben begleitet. Der Leser kann sich ein umfangreiches und spaßig vermitteltes Bild vom Iran machen und bekommt vielleicht selber Lust dieses Land zu durchreisen.


Fotobearbeitung und Bildgestaltung mit GIMP 2: Arbeitsschritte, Techniken, Werkzeuge
Fotobearbeitung und Bildgestaltung mit GIMP 2: Arbeitsschritte, Techniken, Werkzeuge
von Klaus Gölker
  Taschenbuch

4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Praktische Einführung in die Bildverarbeitung mit GIMP, 28. Dezember 2006
Bevor ich das Buch las, hatte ich keine Ahnung von Bildbearbeitung oder dem GIMP selber. Innerhalb weniger Tage aber konnte ich die Standardwerkzeuge des GIMP eigenständig sehr gut verwenden. Es machte richtig Spaß, jedes neue Bild zu erstellen und zu sehen, wie die einzelnen Ebenen ein Gesamtwerk ergaben. Das Buch vermittelt sowohl die handwerklichen Fähigkeiten als auch das theoretische Wissen z.B. um Farbmodelle, Dateiformate und Qualitäten, den Prozess des Nachbessern von Digitalfotos etc. Nach der Lektüre war ich sehr sicher im Umgang mit GIMP und verwende das Programm nun gerne, um verschiedene Graphiken zu bearbeiten.

Objektiv betrachtet wird in diesem Buch eine leicht nachzuvollziehende, kompakte Einführung mit vielen Beispielen gegeben. Jeder Abschnitt behandelt die Theorie und die wichtigsten Tools, bevor sich der Leser in detailliert beschriebenen Aufgaben mit der praktischen Umsetzung befasst. Gerade in der Mitte des Buches werden viele Werkzeuge wiederholt, so dass man schnell die Kernelemente des GIMP beherrscht. Nur an einer Stelle war die Anleitung nicht präzise genug und ich musste selber experimentieren. Das Buch kann schnell durchgearbeitet werden und bietet einen guten Einstieg in den GIMP - aber auch nicht mehr.

Fazit: Eine praktische Einführung zum GIMP mit vielen Beispielen, die dem Leser schnell die Verwendung der wichtigsten Standardswerkzeuge beibringt. Wer noch mehr müssen will, kann sein Wissen z.B. im Werk "Beginning GIMP. From Novice to Professional" vertiefen.


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