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Rezensionen verfasst von
Eithan Angel "eithanwalk" (Wien)

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Ein Parkplatz für Pontius Pilatus
Ein Parkplatz für Pontius Pilatus
von Michael Rips
  Taschenbuch

2.0 von 5 Sternen Dahingeschludert statt hintergründig, 23. März 2008
Bücher über das Leben im Ausland können so wunderbar sein: Witzig, fremd, unergründlich... oder wie dieses Buch dahingeschludert.
Ich habe mich auf die kleinen Anekdoten über das Leben eines amerikanischen Lebemanns in der fremden Welt Italiens gefreut, doch leider handelt es sich um zusammengesetzte Kurzberichte ohne einem roten Faden. Die Geschichten wirken willkürlich und ohne Nachvollziehbarkeit hintereinander angereiht, und der humorvolle Unterton wird oftmals durch Gedanken gestört, die statt Nachdenklichkeit nur Verständnislosigkeit zu Tage bringen. Die Hauptfigur wirkt nicht sympathisch, und den Geschichten fehlt der Wortwitz eines Tim Parks. Wer also Auslandsgeschichten mag, und die Lebensart der Italiener im Bezug auf Fremde kennenlernen will, greift lieber zu "Das Haus im Veneto".


Ein Sommertag mit Willi Bär
Ein Sommertag mit Willi Bär
von Camilla Ashforth
  Gebundene Ausgabe

4.0 von 5 Sternen Alte Werte für neue Kinder, 23. März 2008
Wenn man in einer Generation aufgewachsen ist, in der Kinderbücher noch Charme hatten und mit Pinsel und Farbe illustriert waren, wird man auch gerne in diese Zeit zurückversetzt. Es macht oft traurig, dass heute Mangas und japanische Computerfiguren den Kinderbüchermarkt beherrschen. In diesem Sinne ist dieses kleine unscheinbare Bilderbuch mit seinen einfachen Texten ein Kleinod unter den auf nostalgisch getrimmten Werken. Es wird wohl Erwachsenen mehr gefallen als Kindern, doch spätestens beim Singen des Liedes von "Das Rudern ist des Bären Lust" finden alte und neue Welt wieder zusammen.


Blutige Steine: Commissario Brunettis vierzehnter Fall
Blutige Steine: Commissario Brunettis vierzehnter Fall
von Donna Leon
  Gebundene Ausgabe

14 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Das Langeweile & Ideenlosigkeit Syndrom, 28. August 2006
Als Fan von Comm. Brunetti wartet man jedes Jahr auf eine Neuerscheinung. Leider wurde ich nun zum 2. Mal in Folge enttäuscht.

Sind die alten Fälle noch echte Krimis, so gerät die Handlung d.h. die Suche nach dem Täter in diesem Band zur Nebensache. Zu konstruiert wirken die Machenschaften der bösen, bösen Regierung und der Waffenkonzerne. Hätte sich auf diesem Gebiet noch ein Michael Moore oder Oliver Stone austoben können, so erwartet man von einem Donna Leon Roman doch etwas mehr als triste Endzeitstimmung.

Auch die bisherigen Highlights der Serie, wenn Brunetti mit seiner Frau diverse Diskussionen führt, werden hier Mittel zum Zweck, wie beispielsweise die endlosen Gespräche, ob man Rassismus überhaupt mittels guter Erziehung entgegenwirken kann. Irgendwie hat man das Gefühl, dass der Autorin kein neuer spannender Fall eingefallen ist, und sie einfach aus Gewohnheit den Alltag der venezianischen Polizei mit Handlungen der großen Verschwörungs-Thriller-Autoren mischen wollte.

So überrascht es nicht, dass am Ende des Falls keine Aufklärung des Falles erfolgt, und die Lösung des Rätsels auf gerade mal einer halben Seite beschrieben wird.

Wie immer jedoch ist die Kulisse Venedigs der wunderbare Hintergrund der Geschichte - vor allem, wenn diesmal auch Plätze vorkommen, die man als Tourist kennt, und diese sozusagen "nach Ende der Geschäftszeit" beschrieben werden.

Wir wollen bitte, bitte wieder erleben, wie Brunetti mit unkonventionellen Mitteln kleinere und größere Verbrechen vor der wunderbaren Kulisse Venedigs aufklärt.


Barry Trotter und die schamlose Parodie
Barry Trotter und die schamlose Parodie
von Michael Gerber
  Taschenbuch

5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Die wirklich UNNÖTIGE Parodie, 28. August 2006
Hurra, eine Harry Potter Parodie, so dachte ich beim Kauf. Klappentext und Inhaltsangabe versprachen einiges, und vergleicht man parodistische Fantasy von Douglas Adams oder Terry Pratchett, so erwartet man doch einiges.

Leider bewahrheitete sich jedoch der Klappentext: Diese Parodie ist UNNÖTIG! Auf den ersten Blick wirken die Parodien noch witzig, insbesondere "Der der stinkt", mit Ausnahme von Barry Trotter selbst, der in keiner Sekunde Sympathie aufkommen lässt. So verwundert es auch nicht, wenn die guten Bewertungen dieses Buches von Leuten zwischen 13 und 16 kommen, wird doch nicht an sexuellem Inhalt auf dem Niveau von American Pie Filmen gespart.

Die Story ist für den Autor eher Nebensache, so scheint es, und den angegebenen Wortwitz a la Monty Python sucht man vergeblich. Einzige Rettung vor der 1-Sterne-Bewertung ist die Beschreibung der Machenschaften des Verlages, der die Autorin im Keller gefangenhält um unendlich viele Fortsetzungen zu erwirken, sowie das Auftauchen der Marketoren, einer fürchterbaren Gruppe von Marketing-Experten, die den Originalfiguren in puncto Horror sicher nichts nachstehen.

Fazit: Lahme Story, viel zu deftige Ausdrucksweise, und so wirklich spannend oder witzig ist es auch nicht.

Im Übrigen sollte auch dem Buchdeckel der Hinweis erfolgen, dass dieses Buch nichts für Jungleser der Zielgruppe des Originals ist.


Liebe und Brüderlichkeit / Montalbano weigert sich, 1 Audio-CD
Liebe und Brüderlichkeit / Montalbano weigert sich, 1 Audio-CD
von Andrea Camilleri
  Audio CD

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Für Montalbano-Neulinge und Fans, 12. August 2006
Zu aller erst: Ich habe noch nie einen Commissario Montalbano Roman gelesen, kenne aber die meisten aus Erzählungen. Und somit gab es auch keine Enttäuschung beim Anhören!

Die erste Geschichte - eine klassische "Wer war es" Story - ist genau das Richtige für eine halbe Stunde Autobahnfahrt. Hier sehe ich auch den großen Vorteil dieses Hörbuches: kurz, prägnant, und gerade mal so spannend, dass man den Verkehr im Auge behält. Absolut auch für Neueinsteiger geeignet.

Die 2. Geschichte ist eher für Fans und Insider, ist es doch eigentlich eine Persiflage auf sich selbst. Die Geschichte entwickelt sich derart ungustiös und brutal, dass es dem Protagonisten schließlich zu viel wird und er sich bei seinem eigenen Schöpfer beschwert (Stephen Kings "Susanna" lässt grüßen).

Fazit: Absolut den niedrigen Preis wert, wird man doch eine gute Stunde unterhalten und kann die Stories ruhig mehrmals hören.


Kleine freie Männer: Ein Märchen von der Scheibenwelt
Kleine freie Männer: Ein Märchen von der Scheibenwelt
von Terry Pratchett
  Gebundene Ausgabe

8 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Märchen - aber doch nicht für Kinder, 1. August 2006
Als Leser ALLER Pratchett-Romane und auch aller bisherigen Rezensionen zu diesem Buch brauche ich den Inhalt wohl nicht neu aufwärmen.

Nachdem "Maurice der Kater" bei einigen Fans eher gemischt aufgenommen wurde (ich fand das Buch hervorragend), kommt das 2. Scheibenwelt-Märchen jedoch nicht an Maurice heran. Zu glatte Story ohne witzige Nebenhandlungen, zu vorhersehbare Pratchett-Version von Wolfgang Hohlbeins MÄRCHENMOND, und für ein Kinderbuch zu viele Tiefgründigkeiten.

Gerade diese "Tiefgründigkeiten", also das, was sich eigentlich im Kopf der angehenden Hexe abspielt, sind Passagen, die von Erwachsenen verstanden werden (vielleicht sogar als zu durchschaubarer Wink mit dem moralischen Rohrstock), jedoch meines Erachtens Kinder komplett überfordern würden. Daher verstehe ich die Kritik "Kinderroman" nicht ganz. Ich finde es auch als Erwachsener recht amüsant, so typische Märchen mal in einer Scheibenwelt-Version zu lesen, und der Werdegang einer Hexe ist ja auch ganz amüsant (und hier etwas anders beschrieben als in den Büchern aus Esoterikläden).

Die 4 Sterne gibts für die Erfindung der kleinen blauen Männer - eine Horde raufender, saufender Scheibenweltschotten - deren Szenen vor Wortwitz und Slapstick sprühen - BITTE MEHR DAVON!

Zum oftmaligen Hinweis einiger Leser, dass das Original in Englisch viel besser ist - mal ehrlich: Wer kennt denn schon ausführliche alle englischen Redewendungen, die zweideutige Inhalte haben. Ich spreche zwar fließend Englisch, aber Wortspiele in einer Fremdsprache verlangen wohl nicht gerade reines Schulwissen. Für alle, die über jene lachen wollen, die alle Bücher "besser übersetzt" hätten, sei "Dear Doosie" von Werner Lansburgh empfohlen - da scheitern unsere Sprachwissenschaftler schon im 1. Kapitel, gell?


Ein gutes Omen: Der völlig andere Hexen-Roman
Ein gutes Omen: Der völlig andere Hexen-Roman
von Terry Pratchett
  Taschenbuch
Preis: EUR 10,99

62 von 66 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Keine Scheibenwelt - und doch der Beste, 31. Juli 2006
Als Superfan der Scheibenwelt-Romane sollte man doch grundsätzlich die Finger von seinen Romanen lassen, die nicht in dieser Umgebung spielen - GANZ ANDERS BEI DIESEM PRACHTWERK!

Ein unbeschreiblich komischer Kampf zwischen Gut und Böse - ad persona zwischen einem Dämon und einem Engel, die sich nach jahrhundertelangem Kampf längst miteinander arrangiert haben, und gerade mal pro forma um die Seelen der Menschen kämpfen. Da wird sogar der Protagonist zum Nebendarsteller, und den bevorstehenden Weltuntergang nimmt man einfach schmunzelnd als gegeben hin.

Vom Inhalt sei nichts verraten (das wäre total unfair), aber als Gag sei verraten, dass ein Teufel Seelen fängt, indem er während der Rush hour den Mobiltelefonempfang auf einer englischen Hauptverkehrsader stört.

...und der TOD kommt auch vor - Fazit: UNBEDINGT LESEN, das Buch ist jeden Euro wert!


Puls
Puls
von Stephen King
  Gebundene Ausgabe

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Der NEUE King ist ein ALTER, 30. April 2006
Rezension bezieht sich auf: Puls (Gebundene Ausgabe)
Mann, was haben King-Fans auf einen neuen, LANGEN Roman gewartet - große Vorfreude beim Lesen der Inhaltsangabe gehabt - und sind maßlos enttäuscht worden...

Die Handlung verspricht anfangs einiges, wird doch jener Teil der Menschheit, der zum falschen Zeitpunkt sein Handy benutzt, in eine Horde zombieähnlicher Kreaturen verwandelt, die entweder sich selbst, ihresgleichen, oder die "Normalen" attackiert und massakriert. Derart horrormäßig liefern die ersten 150 Seiten des Buches wirklich tollen, spannenden Thrill - und doch scheint man das alles aus ZOMBIE - DAWN OF THE DEAD zu kennen. King lässt sogar eine seiner Hauptfiguren diesen Film zitieren. Die Ähnlichkeit ist jedoch nicht weiter störend, treibt er doch die Geschichte um die drei Überlebenden rasend schnell voran.

Doch was passiert dann mit dem Roman? Statt eine "Geschichte zu erzählen" liefert er massig langweilige Spekulationen über die Auswirkungen dieses Monstersignals, und der Roman wird echt mühsam. Ähnlich wie in TOMMYKNOCKERS - DAS MONSTRUM verändern sich die infizierten Personen, aber die Geschichte um die Abwehr der Kreaturen geht vor die Hunde. Mit der Person des Bösen HARVARD-Shirtträgers kopiert er seinen eigenen RANDOLPH FLAGG, den wir aus zig Romanen kennen, und die Geschichte gleicht einer seichten Kopie von THE STAND - DAS LETZTE GEFECHT. Irgendwie hat es den Anschein, der Roman sei noch nicht überarbeitet, und der Weg zum Showdown zwischen "Normal" und "Infiziert" wird mal in die Länge gezogen, mal werden mögliche spannende Handlungsfortsetzungen einfach übersprungen. Das Ende gleicht dann wieder jenem von BRENNEN MUSS SALEM - offen, unbefriedigend, und überraschend schnell da.

Fazit: Leider wieder kein King-Roman von der Güte seiner frühen Werke, und für Neueinsteiger sicherlich kein Reißer, der Lust auf Mehr macht. Die Grundidee, das Handy, welches sowieso mittlerweile eine Geißel der modernen Zivilisation ist, zum Urheber der Apokalypse zu machen, ist grandios, und dies hätte ein ganz toller Endzeitroman werden können - wurde es aber nicht, sorry Mr. King!


Israel /Palästina: Wenn aus Opfern Täter werden. Eine Recherche
Israel /Palästina: Wenn aus Opfern Täter werden. Eine Recherche
von Dolores M Bauer
  Gebundene Ausgabe

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Und wer sind jetzt die Bösen?, 8. April 2006
Dieses Buch ist nicht einfach zu bewerten - und schon gar nicht für Laien, die sich über den Konflikt zwischen Israel und Palästina informieren wollen. Wer sich viele politische Hintergründe und Fakten erwartet, wird sicherlich enttäuscht sein, verbirgt sich doch der Inhalt des Buches bereits im Titel: Viele Gespräche mit Mitgliedern verschiedener Friedens- und Frauenbewegungen beider rivalisierender Seiten geben viel mehr einen Einblick in private Schicksale, als politische Zusammenhänge zu erklären.
Zwar steigen die Palästinenser menschlich besser aus als die Israelis, doch wer wagt bei Konflikten dieser Art, eindeutige Rollen zwischen Gut und Böse zuzuteilen? Dolores Bauer erspart sich daher sinnvoller Weise jeglichen wertenden Kommentar, zu verworren sind die Fronten zwischen Politik, Religion und Heimatliebe. Ganz und gar als moderne Nazis werden jedoch die ultrarechten Siedler und das jüdische Militär beschrieben, der obige Vergleich mit den Nationalsozialisten ist duchaus beabsichtigt. Die wohl beeindruckendste Erzählung des Buches stammt von einem ehemaligen jüdischen Soldaten, der Nacht für Nacht denselben Alptraum erlebt: Bange Gesichter im jüdischen Ghetto Warschaus, die in einem Keller das Eindringen der Deutschen Armee erwarten. Das erste Gesicht des NS-Soldaten, welches erscheint, ist jedoch sein eigenes, also das des früheren Opfers.
Beklemmend geschrieben, mit einem Funken Hoffnung auf Verständnis, bleibt nach dem Lesen trotzdem das Gefühl der Ohnmacht - wenn Fronten zwischen Völkern eines Landes derart verkrustet sind, scheint ein Ausweg unerreichbar.


Eine Saison mit Verona. Eine Reise durch Italien auf der Suche nach Träumen, Fußball und dem Herzen des Landes
Eine Saison mit Verona. Eine Reise durch Italien auf der Suche nach Träumen, Fußball und dem Herzen des Landes
von Tim Parks
  Taschenbuch

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das beste Fussball-Buch aller Zeiten, 8. April 2006
Das 3. autobiographische Werk des in Italien lebenden britischen Autors unterscheidet sich komplett von seinen beiden Vorgängern. Waren die ersten beiden Bände dem italienischen Leben an sich und der Mentalität gewidmet, liefert er hier einen lupenreinen Reiseroman durch die Fußballstadien des Landes.
Für Fußballfans ist die komplette Beschreibung der Geschehnisse einer Saison mit dem italienischen Abstiegskandidaten Hellas Verona Pflichtlektüre, für Leser, die Italiens Land und Leute, den Fanatismus und die Liebe zum Spiel kennenlernen wollen, die ideale Einstiegsdroge.
Neben den Spielberichten beschreibt er die täglichen Konfrontationen der Fans mit ihren Gegnern und der Polizei, den problematischen Rassismus des italienischen Fußballs, und den Wahnsinn des Fanatismus. Trotzdem bleibt er seiner humorvollen Linie treu, verniedlicht nicht, und bringt die Zusammenhänge zwischen den Clubzwistigkeiten glaubhaft rüber.
Witzig, dass gerade ein Engländer den besten Bericht über südlichen Fußball abliefert, und ich empfehle allen Lesern, die fußballfreien Vorgänger zu lesen, sich aber von den "normalen" Tim Parks Romanen fern zu halten.


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