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Rezensionen verfasst von
Tartaruga

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Die Alchemisten: Die geheime Welt der Zentralbanker
Die Alchemisten: Die geheime Welt der Zentralbanker
von Neil Irwin
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 26,00

2.0 von 5 Sternen Wenig wirklich Neues, 30. Juni 2015
Nach der Hälfte war ich das Buch leid. Die meisten sachlichen Informationen kennt man schon aus der Zeitung. Der Autor liefert eine Reihe von Insiderinformationen, die aber weniger inhaltlicher Art sind, sondern sich mehr aufs Persönliche konzentrieren. Er gibt Charakterbeschreibungen der wichtigsten Akteure. Er erzählt uns, in welchen Hotels sie wohnen, und gerne auch, was sie zu essen vorgesetzt bekamen. Das war anfangs ganz unterhaltsam und sogar interessant, aber nicht genug für knapp 500 Seiten.


Es reicht! Schluss mit den falschen Vorschriften
Es reicht! Schluss mit den falschen Vorschriften
von Werner Bartens
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 12,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nicht neu, aber lesenswert, 11. Mai 2015
Im dem kleinen Buch räumt Bartens mit einigen Mythen bezüglich guter Ernährung auf. Zum Beispiel mit dem Märchen, dass Salz schädlich sei, während Obst und Gemüse Krebserkrankungen verhinderten. 1997 hatte der „World Cancer Research Fund“ die Beweislage hierfür noch als „überzeugend“ bezeichnet. 2007 räumte man ein, dass es keine Belege für die Richtigkeit dieser These gäbe. (Seiten 37 u 44). Auch Entschlackungskuren und Diäten hält Bartens für eher schädlich. Wer leichtes Übergewicht habe, lebe am Längsten. Die Festlegungen der WHO zum Body-Mass-Index seien willkürlich. Selbst Waldimir Klitschko ( 1,98m, 110kg) gilt nach ihren Maßstäben als übergewichtig. (S 75) Am Schluss bringt der Auto noch ein interessantes Beispiel dafür, wie mit statistischen Tricks Gefahren dramatisiert werden und wie der blinde Glaube an „Studien“ letztlich der Bevölkerung Schaden zufügt: 1995 warnte die britische Arzneimittelbehörde, Antibabypillen der dritten Generation würden das Risiko für Thrombosen verdoppeln. 190.000 Ärzte erhielten einen Warnbrief. Tatsächlich zeigten Studien, dass zwei von 7000 Frauen, die diese Pillen nahmen, eine Thrombose bekamen, in der Kontrollgruppe eine von 7000 Frauen. Der Anstieg bewegt sich also im Zehntelpromille-Bereich. Wieviel dramatischer klingt es da, wenn man von einem 100% Anstieg spricht – mathematisch sogar richtig. Im Folgejahr kam es 13.000 zusätzlichen Abtreibungen.
Was Bartens uns mitteilt, ist nicht unbedingt neu. Vieles wurde schon zum Beispiel von Udo Pollmer aufgedeckt. Auch fehlen „Hintergrundinformationen“. Könnte der Alarmismus der WHO damit zu tun haben, dass sie sich zu drei Vierteln aus Spenden, wohl überwiegend der Pharmaindustrie, finanziert? Trotzdem lesenswert, da in knapper Form und gut geschrieben wichtige Informationen gegeben werden.


Der neue Tugendterror: Über die Grenzen der Meinungsfreiheit in Deutschland
Der neue Tugendterror: Über die Grenzen der Meinungsfreiheit in Deutschland
von Thilo Sarrazin
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,99

12 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Den Buchhändler fragen, ob man auch das halbe Buch kaufen kann, 6. Februar 2015
Sarrazin stellt im ersten Kapitel einige Gedanken zur Rolle der Medien vor. Medienvertreter, ergänzt um taugliche Wissenschaftler, hätten die Position eingenommen, die früher mal Theologen und Philosophen hatten, nämlich "Sinnvermittler“ zu sein(26). Die wachsende Komplexität der Welt und die Notwendigkeit, sich zu einer großen Anzahl von Themen und Fragen eine Meinung zu bilden, ist leichter zu ertragen, wenn Interpretationen und Sinnvorgaben gemeinsam mit der Information angeboten werden. Dies geschieht zum Beispiel durch die Schaffung bestimmter Begrifflichkeiten, die unterschwellig bereits eine Bewertung beinhalten. Sarrazin macht dies am Begriff des "Wutbürgers“ deutlich. „Wer die Wut hat, hat sich nicht unter Kontrolle, dessen Rationalität ist eingeschränkt…“ (30). Die Verwendung der richtigen Begriffe und Interpretationen wird gesichert über einen "Satz von Regeln über das, was man oder nicht sagen soll, oder wie man es sagen muss.“ (36), also die sogenannte "Political Correctness“. So wird eine Art Meinungsterror ausgeübt, bestimmte, vom Mainstream abweichende Meinungen werden tabuisiert. Wer aus der Reihe tanzt, muss mit hefigsten Sanktionen rechnen. Es gäbe eine "Moralisierung aller Lebensbereiche, „ eine Neigung zum Tugendterror, die Maß und Mitte verloren hat.“ (17) Die Reaktionen auf seine vorherigen Bücher sieht Sarrazin als "Fallstudie“ und stellt sie daher vor allem im zweiten Kapitel ausführlich dar.

Was hier kommt, ist tatsächlich einigermaßen erschütternd. Auf Grund seiner im ersten Buch geäußerten Auffassungen verlor er seine Anstellung im Vorstand der Bundesbank. Sigmar Gabriel kündigte an, ihn aus der SPD ausschließen zu wollen, scheiterte aber an der Schiedskommission der Partei, die Sarrazins Werke nicht bemängelte. Das hinderte aber die Mainstreammedien nicht, in beleidigender und herabsetzender Weise mit ihm umzugehen. Modephilosoph Richard David Precht machte sich über die "näselnde Stimme“ des Autors lustig (58), der Feuilletonchef der Frankfurter Rundschau Widmann meinte gar: "Der Mann ist verrrückt, und sonst gar nichts.“ Die Taz sprach vom "Quartalsirren Thilo Sarrazin“ (59) Gefällige Wissenschaftler gaben dem Ganzen eine Art höhere Weihe. So zum Beispiel der immer wieder gerne zitierte Politikprofessor Frank Decker, der zu Sarrazin interviewt wurde und ihn als "Rechtspopulisten“ bezeichnete. Später aber gab er zu, dass er das Buch gar nicht gelesen und sich in seinem Urteil an zwei Fernsehtalkshows orientiert hatte(87).

Sarrazin weist richtig darauf hin, dass die Kritik an seinen beiden ersten Büchern mitunter einen merkwürdigen Zungenschlag bekam, wenn ihm Kritiker vorwarfen, sein Buch "sei nicht nützlich“. Schäuble nannte das Buch über den Euro "verantwortungslosen Unsinn“ (50), DIE ZEIT unterstellte ihm, er wolle "zündeln“. Sachbücher nicht nach ihrer inhaltlichen Richtigkeit, sondern nach ihrer Nützlichkeit für die Regierungspolitik zu beurteilen hat einen totalitären Beigeschmack.

Der Tiefpunkt der öffentlichen Auseinandersetzung war aber wohl, dass auch seine Frau ins Kreuzfeuer der Kritik geriet, obwohl sie als Lehrerin mit dem Verfassen der Bücher gar nichts zu tun hatte. Sie quittierte den Schuldienst wegen andauernden Mobbings und verfasste ein Buch darüber. Eine Buchvorstellung in einer Kirchengemeinde wurde abgesagt, weil "ähnliche Konflikte wie beim Auftritt ihres Ehemanns Thilo Sarrazin befürchtet werden müssten“ (111). Dass die Frau eines in Ungnade gefallenen in Sippenhaft genommen wird, ist schon extrem. Ansonsten ist Sarrazin, darauf weist er selbst auch hin, natürlich nicht der Einzige, der an den "Medienpranger“ gestellt wurde. Die Skandalisierung bestimmter tabuisierter Meinungen und persönliche Angriffe im Internet oder in den Medien gegen diejenigen, die sie vertreten, ist ein höchst problematisches Element der öffentlichen Debatte. Nicht de jure, aber de facto ist es eine Einschränkung der Meinungsfreiheit. Es ist klar, dass die kritisierten Medien selbst dies natürlich anders sehen und behaupten, der Tugendterror sei eine reine Einbildung des Autors und es gäbe gar kein derartiges Problem. Man muss Sarrazin daher dankbar sein, dass er aufzeigt, was mit Abweichlern passiert und dies ausführlich belegt. Da Sarrazin einen linksgrünen Medienklüngel verantwortlich macht (141f), sei darauf hingewiesen, dass auch mit linken oder friedenspolitischen orientierten Auffassungen so umgegangen wird, wenn sie sich zu akzentuiert vom Mainstream unterscheiden. Erinnert sei etwa an die bösartige Kritik an Peter Handke, der eine proserbische Position einnahm, während die Nato Belgrad bombardierte. Oder an den Antisemitismusvorwurf gegen Günther Grass nach einem Gedicht, in dem er vor einem israelischen Angriff auf den Iran warnt. Unlängst mussten sich gestandene Ex-Bundeskanzler und andere politische Größen als naive „Putinversteher“ beschimpfen lassen, weil sie Kritik an der Russlandpolitik des Westens übten.

Bis hierhin ist die Lektüre des Buchs ein Gewinn, und das gilt auch für die folgenden beiden Kapitel, in denen Sarrazin historische Beispiele für "Tugendterror“ vorstellt, psychologische Erkenntnisse zu Gruppenzwang referiert und die an Orwells „Newspeak“ erinnernden Regeln für politisch korrekte Sprache kritisiert. Er bezieht sich dabei immer auf die Sphäre der Politik. Dass „Correctness“ auch in anderen Bereichen eingefordert wird, ist nicht sein Thema. Erinnert sei an die genauen Regeln für Tabak- und Alkoholkonsum, an die zahllosen Bücher zu Fleischkonsum und Süßigkeiten, also zu „korrekter Ernährung“, und an die bis in kleinste Details (Toilettenspülung) gehenden Regeln zu Vermeidung der „Klimakatastrophe“.

Problematisch wird das Buch für mich, wenn Sarrazin die aktuelle Ausprägung des Tugendwahns auf den "Gleichheitswahn“ (341) zurückführt. Damit kritisiert er zwar weder Chancengleichheit noch das Streben nach sozialer Gerechtigkeit. ("Es geht nämlich nicht um gleiche Chancen für unterschiedliche Menschen. Es geht um die tatsächliche Gleichheit der Menschen.“ S. 342) Sein Thema sind hier die Unterschiede zwischen den Kulturen. Konkreter: die Negation der Unterschiedlichkeit des Islams.
So besteht der zweite Teil des Buchs darin, dass Sarrazin "14 Axiome des Tugendwahns“ karikierend darstellt und dann kritisiert. Obwohl der Autor im Schlusswort sagt, offenbar wissend, dass er dazu neigt: "Ich wollte nicht einfach über etwas schimpfen, was mir nicht gefällt.“ (341) nimmt dieses Kapitel doch stark den Charakter einer Abrechnung an. Es erinnert an die Weisheiten, die meine Gymnasiallehrer vor 30 oder 40 Jahren vertraten, nur man damals Prügel bekam, wenn man sie kritisierte, während es heute umgekehrt ist. Vieles wirkt von Alltagserfahrungen geprägt und nicht wirklich durchdacht. Wenn, um willkürlich ein Beispiel herauszunehmen, gegen Entwicklungshilfe polemisiert wird und der Autor schlankweg behauptet, die ehemaligen Kolonialmächte könnten zum Beispiel für die Situation in Afrika "nach über einem halben Jahrhundert nicht mehr verantwortlich gemacht werden.“ (309) Allein verantwortlich sicher nicht. Aber 500 Jahre Kolonialismus, in denen Grenzen neu gezogen wurden, Sprachen verschwanden, andere implantiert wurden und viele Generationen der leistungsfähigsten Menschen als Sklaven nach Amerika verkauft wurden, sollten nach wenigen Jahrzehnten keine Auswirkungen mehr haben? Die Kolonialzeit ging erst vor 40 Jahren, nach der portugiesischen Nelkenrevolution zu Ende und die ehemaligen Kolonialmächte, vor allem Frankreich, übten lange Zeit noch großen Einfluss auf die Entwicklung der neuen Staaten aus.

Gleiches gilt für die Auseinandersetzung mit dem Islam. Offenbar will Sarrazin seine Auffassungen aus seinem ersten Buch noch einmal rechtfertigen. Aber was hat das in einem Buch zu suchen, das beansprucht, die Struktur des Tugendwahns in Deutschland zu analysieren? Der Autor kritisiert Bildungsdefizite islamischer Mitbürger und die diktatorischen Zustände in islamischen Staaten sicherlich zu Recht, aber ist dies wirklich auf den Islam zurückzuführen, der ja in seine Blütezeit große kulturelle Leistungen hervorgebracht hat? Oder hängt die bemängelte "Bildungsferne“ nicht eher damit zusammen, dass viele türkische Einwanderer aus den unterentwickelten Gebieten Ostanatoliens kamen und schon wegen des Verbots der kurdischen Sprache wenig Zugang zu Bildungsangeboten hatten? Auch wirkt vieles mit der heißen Nadel gestrickt. So ist der Autor zum Beispiel der Meinung, dass der Islam der wirtschaftlichen Entwicklung eines Landes abträglich sei. Das überrascht, der ärmste Kontinent, Afrika, ist in etwa gleichem Maße christlich wie islamisch. Aber Sarrazin schreibt: „Das heutige Indien, in dem der Hinduismus dominiert, entwickelte sich seit der Unabhängigkeit von England weitaus besser als die beiden islamischen Nachfolgestaaten Pakistan und Bangladesch. Ethnische Gründe kann das nicht haben….“ (292) Also, so der Schluss, muss es an der Religion liegen. Wikipedia nennt für Indien ein BIP/ Einwohner von 1398 $, für Pakistan 1201 $. Beide unterscheiden sich auf niedrigstem Niveau so gut wie gar nicht. Bangladesch kommt nur auf 678 $, was man als Beleg für Sarrazins These nehmen könnte. Das nördliche Nachbarland Indiens, Nepal, kommt aber bei fast ausschließlich hinduistischer Bevölkerung sogar nur auf 450 $. Die von Sarrazin behauptete negative Korrelation zwischen Islam und Wirtschaftserfolg ist also zumindest in dieser Weltgegend schlicht nicht zu beobachten.

Doch selbst wenn Sarrazin Aussagen zum Islam stimmten – wieso ist das wichtig für den deutschen Tugendterror? Was in islamischen Ländern passiert ist in erster Linie Angelegenheit der dort Lebenden. Dass wir uns mit dem Islam auseinandersetzen müssten, weil er auch das Leben in Europa dominiert, ist abwegig. Michel Houellebecq beschreibt in "Unterwerfung“ ein Szenario, bei dem eine islamistische Partei die Parlamentswahlen in Frankreich gewinnt und den Staat islamisiert. Das wäre natürlich übel. Aber in Deutschland sind etwa 980.000 Türkeistämmige wahlberechtigt Dies entspricht einem Wählerpotenzial von ca. 1,5% der insgesamt 61,8 Millionen deutschen Wahlberechtigten. Selbst wenn man – völlig unsinnigerweise – unterstellt, sie alle würden islamistisch wählen, wäre eine solche Partei weit von der Mehrheit entfernt. Sie würde krachend an der 5% Hürde scheitern.


Ende der Fiesta: Südeuropas verlorene Jugend
Ende der Fiesta: Südeuropas verlorene Jugend
von Miguel Szymanski
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 17,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Als Deutscher in Portugal, als Portugiese in Deutschland, 12. Januar 2015
Hinter dem reißerischen Titel und dem ekeligen Titelbild mit einem Vogelskelett vor einer portugiesischen Kachelwand verbirgt sich ein sehr differenziertes Buch. Der Autor entstammt einer deutschen Fabrikantenfamilie, die in Portugal Korken produzierte, aber während der Revolution 1974 alles verlor und nach Deutschland übersiedelte. Während sich seine Geschwister rasch in Deutschland einlebten und dort beruflich erfolgreich waren, zog es den Autor wieder zurück nach Lissabon, die „tropischste Hauptstadt Europas.“ Dort gelang es ihm als Wirtschaftsjournalist in die höchsten Kreise vorzudringen. Anekdoten über das Leben in dieser Schicht (auch die aktuelle Finanzministerin kommt vor) und Analysen des wirtschaftlichen Niedergangs sind im Buch gut gemischt und humorvoll erzählt. Man erfährt eine Menge über die Korruption in den höheren Sphären. Später verschlägt es den Autor an die Algarve wo er ähnlich negative Erfahrung mit dort lebenden Deutschen macht. Nach Ausbruch der Wirtschaftskrise ist er gezwungen, in Deutschland eine Arbeit anzunehmen. Eine gewaltige Umstellung.
Am interessantesten für mich sind seine Beschreibungen der Lebensstilunterschiede zwischen Deutschen und Portugiesen. Viele seiner Beobachtungen sind feinfühlig und für jeden, der Portugal besser kennt, sofort nachvollziehbar. Zum Beispiel der Umgang mit Hunden, für Deutsche Kindersatz (oder Leibwächter), an der Algarve oft ein Art Nachbar, der in lockerer Anbindung an die ihn versorgende Familie ein recht freies Leben führt. Oder die Neigung der Portugiesen, bei jeder sich bietenden Gelegenheit in einen unverbindlichen Plausch zu verfallen und das Gegenüber dabei sogar leicht freundschaftlich zu berühren. Welch ein Unterschied zu den doch häufig sehr aggressiven und unfreundlichen Kontakten in Deutschland. Der Autor kann dabei noch von Glück reden, dass es ihn nicht in eine von überlaunigen Radfahrern dominierte norddeutsche Stadt verschlagen hat.
Dass solche, sagen wir: kulturellen Unterschiede bestehen, ist meines Erachtens nicht zu bestreiten und macht einen Teil der Attraktivität und Vielfalt Europas aus. Ob man den lässigeren südlichen Lebensstil oder den effektiveren nördlichen vorzieht, ist Geschmackssache. Aus seiner Liebe zum Mediterranen macht der Autor keinen Hehl. Unfair oder einseitig wird er meines Erachtens nicht. Aber zugegeben, die Deutschen kommen dabei etwas schlechter weg. Trotzdem oder vielleicht grade deswegen ein lesenswertes und sehr unterhaltsames Buch für alle deutschen Portugalfreunde.


Die Mitmachfalle: Bürgerbeteiligung als Herrschaftsinstrument
Die Mitmachfalle: Bürgerbeteiligung als Herrschaftsinstrument
von Thomas Wagner
  Broschiert
Preis: EUR 12,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Zu negativ, 14. November 2014
Thomas Wagner geht es in seinem neuen Buch um Bürgerbeteiligungsverfahren, wie zum Beispiel das BMW Guggenheim Lab in Berlin, eine Mischung aus Kunstaktion und mobilem Veranstaltungsraum, in Leichtbauweise optisch transparent aus Karbonfasern erstellt, dem Hi-Tech-Anspruch der Marke BMW angemessen. In diesem mobilen Quader können sich Bürger treffen, um über ihre Stadt zu reden.
Der Autor vermutet, sicher zu recht, dass BMW dieses „Lab“ nicht uneigennützig finanziert, sondern sich ein gutes Image verpassen will. Das müsste nicht unbedingt ein Grund sein, es abzulehnen, wenn die dort geführten Diskussionen frei wären. Das aber bestreitet der Autor. Es handele sich vielmehr um den „Versuch, den Verlauf wichtiger gesellschaftlicher Debatten mit Hilfe einer entsprechenden Rahmensetzung zugunsten privater Profitorientierung zu steuern.“ (26) Mag sein, aber ist der Versuch auch erfolgreich? Dazu müsste man sich die Ergebnisse der dort geführten Debatten anschauen, was aber im Buch nicht passiert. Man kann sicherlich vermuten, dass das edle Ambiente und die Auswahl der Themen potentielle BMW Kunden mehr ansprechen als zum Beispiel Obdachlose und dass im Guggenheim Lab keine wirklich repräsentativen Debatten geführt wurden. Wagner reicht aber allein die Tatsache, dass ein großer Konzern involviert war als Nachweis, dass die Diskussionen „auf den Profitzweck des Unternehmens zugeschnitten“ (23) waren.
Nach dem gleichen Muster beurteilt er ein von einer Einzelhändlerinteressengemeinschaft in Hamburg Altona gestartetes „Pro-Ikea-Bürgerbegehren“, in dem sich 77 Prozent für den Bau eines IKEA Marktes aussprachen. Das Bürgerbegehren sei ein trojanisches Pferd neoliberaler Stadtentwicklung gewesen, gefördert von der Immobilienbranche und einem schwedischen Großkonzern. Die Bürger Altonas wurden also überrumpelt und ausgetrickst wie einst die Bewohner Trojas? Dazu müsste man zeigen, dass IKEA die Abstimmung manipuliert hätte, zum Beispiel durch umfangreiche Werbung, denen die Gegner nichts Gleichwertiges entgegensetzen konnten. Ansonsten bleibt die Vermutung, dass viele Bürger, insbesondere die schlechter verdienenden und handwerklich geschickten, ein IKEA Möbelhaus einfach attraktiver fanden als die Alternative, ein „ an den Interessen benachteiligter Schichten ausgerichtetes Soziokulturzentrum“, das Wagner selbst bevorzugt hätte.
Wagner hat sich in vielem Recht, so wenn er kritisiert, dass die Stadtentwicklung einseitig an den Interessen der sogenannten „Kreativen Klasse“ ausgerichtet sei und dass die Geringverdienenden die dadurch steigenden Mieten nicht mehr aufbringen können. Warum er dafür allerdings hauptsächlich Bürgerbeteiligungsverfahren verantwortlich macht, ist nicht recht einsichtig. Diese Verfahren bieten zumindest die Chance, dass sich auch andere Schichten in die Diskussion einbringen.
Dies gilt auch für die sogenannten Mediationsverfahren wie zum Beispiel beim Ausbau des Frankfurter Flughafens. Auf Seite 60 stellt Wagner zurecht fest, dass Mediationsverfahren oft thematisch stark eingegrenzt sind und „die Vertreter von Großunternehmen im Regelfall deutlich mehr Geldmittel, juristische Expertise und Medienunterstützung mobilisieren (könnten)“. Das mag im Einzelfall so sein, muss es aber nicht. Für Wagner schon. Er versucht alles stets als „Klassengegensatz“ darzustellen, also als Gegensatz von Industrie einerseits und Bevölkerung anderseits. Beim Ausbau des Frankfurter Flughafens stehen für ihn die Interessen der Bau- und Rüstungsindustrie gegen die Interessen der Anlieger. Ein Moderationsverfahren kann für ihn daher nur ein Trick der Industrie sein, um den Widerstand aufzuweichen. Eine etwas reduzierte Sicht der Dinge. Flughafenausbauten oder auch Ausbauten von Fußballstadien spalten oft die Bevölkerung selbst. Vielflieger und Fußballfans sind dafür, die Anwohner meist dagegen. Hier kann ein faires Moderationsverfahren zu einem vernünftigen Interessenausgleich führen.

Dass Konzerne unter Umständen versuchen, auf das Ergebnis Einfluss zu nehmen, sollte man nicht aus dem Auge verlieren. Es ist gut und wichtig, dass Wagner darauf hinweist. Wichtiger ist aber eine andere Kritik an Moderationsverfahren: sie bevorzugen die intellektuelle Mittelschicht. Lehrern, Rechtsanwälte oder Wissenschaftlern fällt es leichter, auf einer Versammlung andere zu überzeugen, denn sie sind rhetorisch geübt. Wer täglich am Computer sitzt, findet leichter die wichtigen Informationen im Internet als ein Bauarbeiter. Anspruchsvolle Gesprächs- oder Internetbasierte Verfahren sollten daher durch relativ einfache ergänzt werden, zum Beispiel Bürgerentscheide. Und bei diesen muss darauf geachtet werden, dass sie nicht durch Firmenspenden verfälscht werden.


Götter global: Wie die Welt zum Supermarkt der Religionen wird (Beck Paperback)
Götter global: Wie die Welt zum Supermarkt der Religionen wird (Beck Paperback)
Preis: EUR 13,99

3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Protestantismus im Vormarsch, 5. September 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Religionen wandeln sich von tiefen Glaubensüberzeugungen zu Marktanbietern. Sie „müssen fortwährend darauf achten, besonders kundennahe… Dienstleistungen zu erbringen.“ (31) Dienstleistungen, mit denen die Religionen um Anhänger buhlen, sind das Liefern von Gewissheiten, klare Regeln für den Alltag und eine emotionale Gemeinschaft Gleichgesinnter. Die Konsumenten basteln sich dabei aus verschiedenen Religionen und unter Verwendung überkommener religiöser Symbole ihr persönliches Modell zusammen. Der Autor nennt das „Bricolage Prozess“ (60). Entscheidend sind dabei weniger die unterschiedlichen religiösen Deutungen, als vielmehr die Regeln für die Lebensführung. Die Anhänger der neuen Religionen „nehmen ihren Glauben so ernst, dass sie ihr ganzen Leben in allen seinen Facetten streng nach dem Willen ihres Gottes zu führen versuchen.“ (31) Das kann höchst unterschiedlich ausfallen. Während einige Religionen Gesundheit und körperliche Reinheit als höchstes Gut propagieren, fordern andere grade den Verzicht aufs Waschen und Haareschneiden. In vielen Religionen spielen selbstbereitete körperliche Qual und Züchtigung eine große Rolle. (66)
Als ein Beispiel von vielen führt der Autor das urban womens mosque movement aus Ägypten an. Hauptsächlich gebildete Frauen aus der Mittelschicht, die den alten Glauben des Propheten für ihr Alltagsleben neu auslegen und aus ihm genaue Regeln zur Kindererziehung, zum Umgang mit Geld, zur richtigen Kleidung und gar zum maßvollen Gebrauch von Internet und Handy ableiten (67) Man könnte vermuten, dass eine solche „wertorientierte Lebensführung“ grade in islamischen Ländern mit hoher Homosexuellenfeindlichkeit einhergehe, und in zahlreichen muslimischen Staaten ist das zweifellos der Fall. Interessant aber, dass der Autor aufzeigen kann, dass Homophobie kein spezielles Merkmal des Islams ist. Im vormodernen Islam habe es eine gelassene Hinnahme homosexueller Beziehungen gegeben. In Pakistan sei inzwischen sogar das dritte, transsexuelle Geschlecht staatlich anerkannt. Der Islam unterscheide sich nicht wesentlich von den christlichen Kirchen, von denen viele ebenfalls durch Homophobie gekennzeichnet seien und Homosexualität als zu heilende Krankheit ansähen. (69f)
Die Auseinandersetzung mit den rasch wachsenden evangelischen Konfessionskirchen war für mich der interessanteste Teil des Buches. Es ist ein großer Irrtum anzunehmen, dass lediglich in den islamischen Ländern die Religion zunehmend Bedeutung gewänne. Besonders den USA und Südamerika wachsen die Pfingstkirchen in atemberaubenden Tempo. Auch bei ihnen stehen weniger besondere religiöse Deutungen als vielmehr Fragen guter christlicher Lebensführung im Vordergrund. Max Webers These, dass der Kapitalismus lediglich in seiner Anfangsphase den Puritanismus benötigt habe, sei problematisch (140), das Wachsen der Pfingstler spreche dagegen. Die strenge asketische Selbstdisziplin und ihr harter Arbeitsethos ( health and wealth) machten diese Religion für die ehrgeizige Mittelschicht in schnell wachsenden Ländern wie zum Beispiel Brasilien höchst attraktiv. Nicht zufällig sei Brasilien dabei, sich vom katholischen zum evangelischen Land zu wandeln.(146ff) Den Pflingstlern gilt ökonomischer Erfolg als Zeichen besondere Gottesnähe. Im katholischen Diskus seien Reiche dagegen tendenziell faul und hedonistisch, sie sind zum Almosengeben moralisch verpflichtet. (160)

Die Beschreibung der Pfingstler mit ihrer starken Selbstdisziplinierung, dem Verzicht auf Tabak und Alkohol, der Betonung von Kindererziehung und Bildung, der Wichtigkeit eines gesunden Lebensstils und ihre Verwurzelung in der Mittelschicht lässt unwillkürlich an die grüne Bewegung Deutschlands denken. Auch dieser geht es ja um „Ethik, um eine tugendhafte individuelle Lebensführung“ (168) Der Autor sieht durchaus, dass sich das Protestantische „entgrenzt“ habe und zu einem Ideenkomplex geworden sei, der in die unterschiedlichsten gesellschaftlichen Bereiche vordringe (143). Er führt das leider nicht weiter aus und belässt es bei der Bemerkung, dass einige „Gesundheit als religiösen Letztwert“ predigten und „in ihrem selbstkomponierten Bio-Müsli eine heilige, gleichsam eucharistische Speise“ sähen. (35) Und in der Epidemiologie eine so unbedingte Wahrheit vermuten wie der gläubige Moslem im Koran, möchte man ergänzen. Schade, hierzu hätte ich mir mehr gewünscht. Ebenso zum Katastrophendenken, dem nur ein kurzes Kapitel gegönnt wird, obwohl die Angst vor Seuchen oder klimatischen Veränderungen doch im Alltag vieler Menschen grade Westeuropas eine lebensbestimmende Bedeutung hat. Die Auseinandersetzungen mit dem Kreationismus und dem heiligen Krieg, für Nicht-Theologen ohnehin schwer nachzuvollziehen, hätten dagegen für mich kürzer ausfallen können.


Abenteuer Dienstreise: Reportagen und ihre Entstehung
Abenteuer Dienstreise: Reportagen und ihre Entstehung
von Matthias Maruhn
  Broschiert
Preis: EUR 14,95

5.0 von 5 Sternen Total spannende Reportagen, 19. März 2014
Maruhn hat als Journalist bei der Neuen Ruhr Zeitung eine Menge gesehen, nicht nur als Lokalreporter, sondern auch als Korrepondent in Afrika, Bosnien oder Haiti. Und er versteht es perfekt, in kurzen Reportagen den Lesern Einblicke in ganz unterschiedliche Teile der Welt zu eröffnen. Wobei sich subjektive Eindrücke und objektive Informationen ergänzen. Gut hat mir auch der "Ruhrgebietsstil" des Autors gefallen, locker und handlungsorientiert an riesige Probleme heranzugehen.


Die Klimafalle: Die gefährliche Nähe von Politik und Klimaforschung
Die Klimafalle: Die gefährliche Nähe von Politik und Klimaforschung
Preis: EUR 15,99

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gut geschrieben und interessant, 19. März 2014
Hans von Storch, der zu den bedeutendsten Klimaforschern Deutschlands gehört, scheint ein Mann mit eher leiser Stimme zu sein. Unaufgeregt, aber fundiert und in einer auch für Fachfremde verständlichen Sprache erklären er und Werner Krauss den Streit zwischen Klimawarnern und Klimaskeptikern, ohne sich von einer der beiden Seiten vereinnahmen zu lassen. Zu vermeiden sei der Klimawandel nicht, auch das 2 Grad Ziel sei unrealistisch. CO2 Emissionen sollten dennoch so weit wie möglich vermindert werden, denn das CO2 trage zweifellos zur Erwärmung bei. Zugleich müsse man mit der Bevölkerung Anpassungsmaßnahmen beraten. Es gehe um eine intelligente Lösung, die unter Einbeziehung aller Akteure gefunden werden muss. Im letzten Teil des Buches machen die Autoren am Beispiel der Nordseeküste deutlich, wie sie sich das vorstellen.
Wozu noch ein weiteres Buch zur Klimakatastrophe? Dieses unterscheidet sich von den meisten anderen durch seinen konstruktiven Ansatz und seine nachvollziehbare Darstellung der Probleme. Das Verständnis der Klimawissenschaft nicht nur als Natur-, sondern auch als Gesellschaftswissenschaft öffnet neue Perspektiven. Eines der interessantes Kapitel war für mich „Die Kulturgeschichte des anthropogenen Klimawandels“, ab Seite 174. Die Autoren stellen dar, dass das Klimathema alles andere als neu ist und seit Jahrhunderten darüber gestritten wird, ob und wie der Mensch das Klima beeinflusst, was er tun oder lassen sollte, um die Wettergötter zu besänftigen. Diesen religiösen Aspekt auch der aktuellen Klimadiskussion (Klimasünden, Klimaleugner) sprechen die Autoren zwar an (besonders Seite 170ff), aber dazu hätte ich mir mehr gewünscht. Ebenso wie zu den wirtschaftlichen Interessen auf beiden Seiten der Klimadebatte.


San Miguel: Roman
San Miguel: Roman
von T.C. Boyle
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,90

7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Der alte Boyle gefiel mir besser, 2. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: San Miguel: Roman (Gebundene Ausgabe)
T.C. Boyle hat seinen Stil in der Tat geändert. Von den grellen Skurrilitäten der frühen Bücher ist nichts geblieben. Boyle ist jetzt ein normaler Autor. Schade eigentlich. Noch etwas hat sich bei San Miguel geändert: Bisher waren seine Romane auch eine Auseinandersetzung mit einem bestimmten gesellschaftlichen Thema. Die Immigration in "América", die Schizophrenie in "Riven Rock", die widersprüchliche Naturvorstellung der Ökologiebewegung in seinem letztjährigen Roman "Wenn das Schlachten vorbei ist", um nur einige Beispiele zu nennen. Auch das fehlt mir bei San Miguel". Es sind zeitlich aufeinander folgende, locker verwobene historische Familiengeschichten. Drei Episoden über Personen, die auf einer abgelegenen Insel leben. Die ersten beiden sind packende Schilderungen des Kampfes zweier Frauen um ihre Rückkehr in die Zivilisation. Die letzte Episode ist harmonischer, fast belanglos. Spannend aber, wie Boyle das tragische Scheitern der Männer beschreibt. Der amerikanische Traum, ein unbesiedeltes Land zu erschließen und in ein blühendes Paradies zu verwandeln - zumindest für die beiden zentralen Männerfiguren des Buches hat er sich ausgeträumt. Das ist interessant und treffend beschrieben. Anfangs konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen. Gegen Ende wurde es allerdings zäh.


Ökofimmel: Wie wir versuchen, die Welt zu retten - und was wir damit anrichten - Ein SPIEGEL-Buch
Ökofimmel: Wie wir versuchen, die Welt zu retten - und was wir damit anrichten - Ein SPIEGEL-Buch
von Alexander Neubacher
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ärgerlich überzeugend, 6. Juni 2013
Spiegel Büchern begegne ich mit Vorbehalten, da sie oft etwas geschwätzig und mit wenig inhaltlicher Tiefe daherkommen, so wie das Magazin auch. Das ist hier anders. Der Autor kennt sein Metier, was ihn aber nicht hindert, trotzdem locker und spannend zu schreiben. Selten habe ich ein Fachbuch so rasch gelesen. Was man schon immer irgendwie ahnte, breitet Neubacher nun detailliert aus: Es macht wirklich keinen Sinn, in einem Land, das ständig von Überschwemmungen heimgesucht wird, auf der Toilette Wasser zu sparen. Es ist auch unlogisch, die Bürger zur Anschaffung giftiger Energiesparbirnen zu zwingen, zugleich aber den Autoverkehr, ja sogar den Fahrradverkehr, elektrisch betreiben zu wollen. Und warum eine Temperatursteigerung von 1,9 Grad noch akzeptabel sein soll, 2,1 Grad aber den Weltuntergang bedeuten, wurde auch noch nie so richtig geklärt.
Sicherlich kann man dem Buch Einseitigkeit und hier und da Polemik vorhalten. Auch ist mir die neoliberale Grundhaltung des Autors nicht sympathisch. Was er zur ökologischen Bewegung schreibt, ist inhaltlich aber überzeugend. Man kann den Stil oberflächlich und verkürzt nennen. Ich würde eher sagen, er spitzt zu und bringt die Dinge auf den Punkt. Eine echte Provokation für den grünen comon sense. Aber eine überfällige.


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