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Woodstock

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The Fountain
The Fountain
DVD ~ Hugh Jackman
Preis: EUR 7,99

19 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Überkandideltes und langweiliges Gehabe um Tod und ewiges Leben, 24. Januar 2009
Rezension bezieht sich auf: The Fountain (DVD)
Hugh Jackmann und Rachel Weisz haben mich bei diesem Film wirklich in die Falle gelockt, denn wer ahnt schon bei deren Namen, dass hinter "The Fountain" ein überambitionierter Pseudo-Erlösungs- und Psychoquark der langweiligsten Sorte steckt?

Okay, vielleicht fange ich besser beim Anfang an, nämlich mit dem schwierigen Versuch knapp zu umreißen worum es in dem Film überhaupt geht.

Es geht um ein Paar, das auf drei Handlungsebenen in verschiedenen Zeiten und Sphären auf der Suche nach der Unsterblichkeit ist. Da ist zum einen die Geschichte der krebskranken Izzi (Rachel Weisz) und ihres Gatten Tommy (Hugh Jackmann), der als Arzt wie verbissen nach einem Heilmittel für seine Frau forscht. Und da ist zum Anderen die Novelle, die Izzi während ihrer Krankheit schreibt. Eine Geschichte über die spanische Königin (Rachel Weisz) und ihren Konquistadoren (Hugh Jackmann), den sie auf der Suche nach der Quelle des ewigen Lebens nach Südamerika geschickt hat. Und da ist eine Art Hilfs-Buddha (Hugh Jackmann), der in einer Seifenblase und in Gesellschaft eines Baumes (das dürfte wohl der Baum des Lebens sein) durch das All driftet und irgendwie die beiden anderen Geschichten miteinander zu verknüpfen versucht, und am Ende, Hallelujah, mit der großen Erleuchtung für sich selbst und den Zuschauer aufwartet.

Ich habe ehrlich gesagt, nicht kapiert was der Knabe in seiner Seifenblase konkret treibt, ich habe aber kapiert, dass seine große, letzte Erkenntnis eigentlich ein gar zu offensichtliches Gemeinplätzchen ist, das man noch nicht mal wirklich spoilern kann, weil eigentlich sogar der Dümmste darauf kommen könnte, wenn er sich lange genug einen Komposthaufen anschaut.

Sorry ich will die "überwältigende" Botschaft des Filmes eigentlich gar nicht schlecht machen, denn natürlich ist es eine uralte und wichtige Wahrheit der Welt, dass der Weg zum Leben über den Tod führt oder dass es ohne Tod kein Leben gäbe! Immerhin kann man sich auch ernsthaft und wissenschaftlich mit dem Thema auseinandersetzen. (Z.B. in Das kosmische Ballett. Physik und östliche Philosophie zeigen das neue Bild der Welt von Denis Postle.) Und wenn man im Religionsunterricht gut aufgepasst hat, dann erübrigt sich das große Staunen über das Ende des Filmes sowieso.
Ich will aber die unverständliche und leider sehr langweilige Art bemängeln, mit der man sich in diesem Film dem Thema Tod und Auferstehung/Widergeburt/ewiges Leben nähert, denn diese Art konnte mich absolut nicht überzeugen oder gar berühren. Ganz im Gegenteil. Ich fand den Film überfrachtet und gleichzeitig ermüdend. Offenbar versucht man der Story einen esoterischen Drall zu geben und sie philosophisch dadurch aufzuwerten, dass man alles in ein transzendentes und reichlich surreales Szenario verpackt hat.
Für mich war das jedenfalls viel zu krampfhaft um Anspruch bemüht, einfach nur exzentrisch, völlig unecht und manchmal (ich gebe es zu) auch total unverständlich.
Aber wer surrealem oder (über)ambitioniertem Filmstoff zuneigt ist, der dürfte womöglich wirklich angetan sein, davon wie Tomas/Tommy/Tom allmählich kapiert, dass er stets an der falschen Stelle nach der Unsterblichkeit gesucht hat.
Vielleicht braucht man aber auch eine volle Ladung Cannabis oder einer Hand voll bunter Pillen um sich mit Mister Hugh Pseudo-Buddha identifizieren und abheben zu können.
Keine Ahnung, da ich den Film in der Erwartung gekauft habe, eine "bildgewaltigen Mischung aus Science-Ficiton, Historienfilm und Drama" (so das DVD Cover) mit geschätzten Darstellern zu sehen, war meine Enttäuschung entsprechend groß, denn selbst die "Bildgewalt" lässt nach meinem Geschmack noch einige Wünsche offen.
Ein kleines Lob habe ich aber doch übrig, denn die zentrale Geschichte um die sterbenskranke Izzi und ihren verzweifelt forschenden Ehemann hat durchaus einige, wenige spannende und bewegende Momente, die mich immerhin bis zum bitteren Ende durchhalten ließen.

Fazit:
Von mir gibt es eine ganz und gar voreingenommene und unspirituelle Warnung an alle, die nicht auf dem Erleuchtungspfad ihr Heil suchen sondern nur nach guter und gescheiter Unterhaltung Ausschau halten: Finger weg von "The Fountain"! oder wenigstens vorher, der Erleuchtung wegen, einen Joint bereit halten.

DVD 9:
Region 2/PAL, Laufzeit 93 Minuten, Sprachen, Ton: Deutsch 5.1. Dolby Digital, 6.1 DTS-ES, Englisch 5.1. Dolby Digital, Untertitel: Deutsch
Bildformat: 1,85:1 anamorph,
Extras: Interviews, Die Filmmusik, Bildschirmschoner, Fotogalerie, TV-Spots, Trailer

P.S.
Es besteht natürlich durchaus die Möglichkeit, dass meinem pragmatischen und hedonistischen Wesen einfach die transzendente Ader fehlt, und ich die Bedeutung dieses "rauschhaften und visionären Meisterwerkes der Filmgeschichte" einfach nicht erkennen kann.
Doch, ja, möglich wär's. ;-))
Kommentar Kommentare (10) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 3, 2013 11:21 AM CET


She's the Man - Voll mein Typ!
She's the Man - Voll mein Typ!
DVD ~ Amanda Bynes
Preis: EUR 11,49

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ultrawitzige Tennie-Komödie frei nach Shakespeare, 23. Januar 2009
Rezension bezieht sich auf: She's the Man - Voll mein Typ! (DVD)
Die Namen sind dieselben geblieben, und auch den Plot kann man an vielen Stellen wieder erkennen, aber ansonsten hat man von Shakespeares Komödie "Twelfth Night" oder "Was ihr wollt", die für diesen Film als Vorlage diente, nicht mehr allzu viel übrig gelassen. Man hat sie vom Tiefgang befreit, spürbar gekürzt, in unser Zeitalter gebeamt, mit attraktiven Jungdarstellern versehen und in eine erzoberwitzige aber typisch amerikanische Teenie-Komödie verwandelt.

Die neue alte Story:
Viola ist total verzweifelt, denn ihre geliebte Schul-Fußball-Frauenmannschaft wird mangels Beteiligung aufgelöst. Als ihr Zwillingsbruder Sebastian heimlich nach London ausrückt um sich dort als Musiker zu verwirklichen, schlüpft Viola kurzerhand in seine Kleidung und seine Rolle und besucht von nun an das Illyria-College. Dort gibt es nämlich eine famose Männerfußballmannschaft und in der will Viola als Sebastian spielen und siegen. Natürlich ist so ein Rollentausch mit allerlei Verwicklungen und Risiken verbunden, so dass man als Zuschauer reichlich und herzhaft zu lachen bekommt. Nicht nur weil Viola krampfhaft versucht einen knallharten Kerl zu mimen, sondern auch weil sich Olivia, die heißeste Braut auf dem College, in Sebastian aka Viola verliebt, und ausgerechnet Violas Zimmergenosse Duke Orsino hat ein Auge auf die genannte heiße Braut geworfen und hofft mit Hilfe von Sebastian aka Viola an Olivia heran zu kommen. Dumm nur, dass Sebastian, äh Viola sich wiederum in Duke verliebt hat.
Alles klar? Falls nein, macht das auch nichts, denn genau so soll es sein. Schließlich hat man es hier mit einer verworrenen Geschichte zu tun, deren witzige Verwicklungen eigens von Herrn Shakespeare zur Erheiterung der Menschheit ersonnen wurden und deren Entwirrung bis hin zum Happy End letztlich nicht alleine mit dem sprichwörtlichen "Hosen runter Lassen" abgetan ist ;-). Aber schaut einfach selbst.

Und wer kann sich das nun anschauen?
Man muss nicht unbedingt ein Vollblut-Teenie sein, um diesen herrlichen Spaß genießen zu können, aber man sollte zumindest ein wenig Ahnung davon haben, wie Teenies ticken und welche kleineren und größeren Macken, Freuden und Abneigungen sie heutzutage so pflegen, denn sonst kann man den vielen Possen, Wortspielen und Späßen in diesem Film sicher nicht viel abgewinnen. Man muss auch Shakespeares Originalkomödie überhaupt nicht kennen, um diesen Film in vollen Zügen zu genießen, aber ich fand es dennoch sehr erheiternd, dass eine gewisse Tarantel Malvolio heißt oder der multifunktionale Schulrektor sehr an einen gewissen Narren namens Feste erinnert.
Der Humor in diesem Film gründet sich natürlich auf dem Rollentausch und auf den diversen Verwechslungen, aus der Feder von Herrn Shakespeare, aber einen Gutteil des Lobes gebührt auf jeden Fall auch Amanda Bynes (Was Mädchen wollen) welche die Viola/Sebastian mit all ihren/seinen Fußball- und Männerdaseins- und Mädchenaufreiß-Nöten derartig gekonnt spielt, dass oft schon ihr Gesichtsausdruck oder eine Bewegung von ihr ausreichte um mir ein schallendes Lachen zu entlocken. Und Channing Tatum (Step Up) als Duke ist eine absolut perfekte optische und darstellerische Ergänzung zu Viola, und das wiederum lässt auch das anspruchsvollste romantische Herz noch auf höchsten Frequenzen schlagen.

Kurz gesagt:
Dies ist ein rasanter, junger und romantischer Film mit einem Hauch von Shakespeare, mit fast Non-Stop-Lachern und einem perfekten Casting, denn auch die Darsteller in den Nebenrollen (Mutter, Mitschüler, Friseur, Ex-Freund usw.) lassen absolut nichts zu wünschen übrig.
Ein Film mit Teenies für Teenies, über den ich als Nicht-Teenie beim Ansehen aber ebenso herzhaft gelacht habe, wie meine Kids. Daher gibt's von mir eine 100 % überzeugte Ansehempfehlung.

DVD Typ 9:
Laufzeit 101 Minuten, Amaray Case, Bildformat 16:9 (1.85:1) anamorph, Tonformat: Deutsch und Englisch Dolby Digital 5.1
Untertitel: Deutsch
Ausstattung:
Trailer, Kapitelauswahl, Making Of, Animiertes, DVD-Menü mit Soundeffekten,
Extras:
2 Audiokommentare,
"Die Truppe" Featurette,
"Durch Shakespeare inspiriert" Featurette,
Spaß mit den Stars - Featurette,
"Was macht einen Mann aus?" - Featurette,
"Wie wurde Viola zu Sebastian?" - Featurette,
Musikvideos "Let's Go" mit 'David Lichens',
Deleted Scenes mit opt. Audiokommentar,
Fotogalerie,
"Shakespeare und Fußball" - Wissenswertes zum Film
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 24, 2009 12:30 PM CET


As You Like It
As You Like It
DVD ~ Brian Blessed
Wird angeboten von nagiry
Preis: EUR 3,84

25 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen I don't like it, 6. Januar 2009
Rezension bezieht sich auf: As You Like It (DVD)
Schwierig, schwierig! Ich habe lange überlegt wie unverblümt ich meine Meinung zu dieser Verfilmung von Shakespeares Schäferspiel kundtun darf, ohne mich als gänzlich ignorant und polemisch zu outen, aber ich komme leider nicht umhin zu gestehen, dass mir diese Inszenierung nicht gefallen hat.
Als der Abspann des Filmes lief, blieb ich mit einem Gefühl großer Unzufriedenheit sitzen, und fragte mich verwundert, woran es liegt, dass ich mich trotz namhafter Darsteller, schillernder Farben, ungewöhnlicher Kulissen und schmissiger Dialoge von Branaghs Inszenierung so gut wie gar nicht beeindruckt fühlte (um es mehr als vorsichtig auszudrücken).

Der Plot der Geschichte ist ziemlich einfach: Ein Herzog (Brian Blessed) wird von seinem Bruder (auch Brian Blessed) abgesetzt und verbannt. Seine Tochter Rosalind (Bryce Dallas Howard) verkleidet sich als Mann und flieht vom Hof des Onkels zu ihrem Vater in den Wald. Ihre Kusine Celia (Romola Garai), Tochter des Usurpators begleitet sie. Rosalind trifft im Wald Orlando (David Oyelowo) wieder, den enterbten Bruder von Sir Oliver (Adrian Lester) in den sie sich schon bei Hofe verliebt hat. Auch sonst tummeln sich im Wald von Arden allerlei schräge und interessante Typen, die sich nach und nach dem verbannten Herzog anschließen.
Und so sieht man ein shakespeareskes Verkleidungs- und Verwechslungsspiel mit den üblichen Irrungen und dem unerlässlichen Überwinden aller Hindernisse, die sich der wahren Liebe in den Weg stellen könnten.

Auf der einen Seite bietet Shakespeare ganz simple pastorale Unterhaltung mit Gesangseinlagen und vielen Zoten aber auf der anderen Seite lässt er einige seiner skurrilen Charaktere auch elaborierte Betrachtungen über das Leben, die Liebe, das Alter, den Tod und den Gang der Welt anstellen, und diesen bunten Reigen, der hauptsächlich vom Können der Darsteller und den geistreichen Dialogen lebt, in ein lustiges und bewegendes Stück Film zu verwandlen, das ist Branagh meines Erachtens nicht gelungen.

Branagh wartet mit jungen und attraktiven Darstellern auf und hat die Handlung in die Kulisse des feudalen Japans im 19. Jahrhunderts gesetzt. Aber statt Geist und Witz und Romantik hat er ein multikulturelles Chaos an Farben und Extravaganzen geschaffen, die Original-Dialoge selbstbewusst umgeschneidert und die gesamte Komödie so gründlich vom elisabethanischen Flair befreit, dass man "seinen" Shakespeare allenfalls noch im dauerdepressiven Barden Jaques und an den typischen Kabalen der Verliebten wieder erkennt.
Im Allgemeinen bin ich ein großer Fan von Branaghs Inszenierungen, aber in diesem Fall hat Herr Branagh meinen Geschmacksnerv weit verfehlt. Schon alleine das fernöstliche Szenario ging mir so sehr gegen den "klassischen" Strich, dass mir bereits der Einstieg (ein Kampf der Sumoringer) schweres Unbehagen verursachte. Natürlich muss man bei Branaghs Inszenierungen von vorne herein eine große Toleranz mitbringen was Logik und Authentizität angeht, aber hier fehlte mir nicht nur viel vom ursprünglichen geistreichen Text und von den gepfefferten Dialogen, sondern auch das gesamte Flair vom guten, alten, elisabethanischen William Shakespeare. In diesem Film wurde Shakespeare entthront und es herrscht Branagh (und das mit einem Hauch zuviel Selbstgefälligkeit seinerseits). Sorry.

Auch von Bryce Dallas Howard bin ich enttäuscht. Vielleicht waren meine Erwartungen in sie zu hoch gesteckt, denn ich hätte im Vorfeld schwören können, dass es keine bessere Besetzung für die Rosalind geben könne. Aber diese Rosalind ist soooo blutleer, dass ich heulen könnte. (Wer's nicht glaubt, der möge sich im Vergleich dazu eine gewitzte und großartige Helen Mirren in der TV Verfilmung von 1978 ansehen.) Auch David Oyelowo als Orlando sieht wirklich attraktiv aus, aber auch hier kommt kaum Leidenschaft beim Zuschauer an. Von "compelling romantic" kann bei diesem Duo wirklich nicht die Rede sein. Die anderen Darsteller können sich sehen lassen, allen voran Kevin Kline der den ewigen Schwarzseher Jaques gigantisch spielt.
Ansonsten gibt das Drehbuch (und ein stückweit wohl auch die Komödie selbst) kaum mehr her, als dass Alfred Molina als Narr Touchstone und Janet McTeer als seine Audrey ziellos durch den Forest of Arden geistern und Brian Blessed als Herzog im Lagerfeuer herumstochert, während er als sein Bruder eine Art übergewichtigen Ninja mimt.

Summa summarum:
Eine ziemlich unromantische, ziemlich konfuse und ziemlich freie Verfilmung eines frühen Shakespeare Stückes. Einzig die Farbenflut der Kostüme, die Pracht der Kulissen sowie die atemberaubend schönen japanischen Landschaftsgärten fesseln die Aufmerksamkeit des Zuschauers, weder die Hauptdarsteller noch die Story vermögen das. Diese extravagante Inszenierung ist unbestritten ein optisches Elysium, aber definitiv nicht nach meinem Gusto.
3 unzufriedene und sehr großzügige Sterne.

DVD:
Eine DVD Ausgabe, die gemessen am Preis sehr wenig zu bieten hat; Dolby digital 5.1, 16:9 Widescreen Color, Laufzeit ca. 122 Minuten, Sprache Englisch, mit Englischen Untertiteln für Schwerhörige, Dual-Layer Format,
Special Features: Featurette, Photo Gallery
Kommentar Kommentare (14) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 1, 2012 2:46 PM CET


Lover Enshrined: A Novel of The Black Dagger Brotherhood
Lover Enshrined: A Novel of The Black Dagger Brotherhood
von J.R. Ward
  Taschenbuch
Preis: EUR 6,00

26 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Phury kommt nicht zu Potte, 23. Dezember 2008
Dies ist nun der vorerst letzte Band der Brotherhood-Story (schnief). Der 7. Teil, Lover Avenged, ist aber schon in Arbeit und erscheint im April 2009.

Bei "Lover Enshrined" wird die Liebesgeschichte zwischen dem drogenabhängigen Phury und der "Chosen" Cormia erzählt, die eigens zum Wohle der Rasse als Phurys Hauptfrau auserwählt wurde aber bei Phury nicht so ankommt wie es sich gehört ;-).

Im Gegensatz zu den vorhergehenden Büchern hält sich die Liebesgeschichte in diesem Teil sehr stark im Hintergrund. Zwar finde ich Cormia sehr sympathisch aber ein bisschen arg naiv und unbeholfen (zumindest für eine eigens zur Fortpflanzung ausgebildete Chosen), und auch Phurys Karriere als Drogenjunkie bewegte mich durchaus und ging zu Herzen, aber seine endlose Selbstzerfleischung und seine Halluzinationen nervten ab einem gewissen Grad dann doch ziemlich. So kommen die beiden "Stars" einfach nicht zu Potte miteinander und dabei bleiben die üblichen erotischen Szenen, die man von Mrs. Ward gewöhnt ist und die man so an ihren Romanen liebt, weitgehend auf der Strecke, und wer es nur darauf abgesehen hat, sei hiermit vorgewarnt und liest vielleicht besser die Romane von Lara Adrian.

Trotzdem hat die schwache Liebesgeschichte dem Buch nicht geschadet - meine ich - denn auf Kosten der Romanze werden die anderen Erzählstränge ausgebaut und immer vielschichtiger und spannender. In "Lover Enshrined" kommt nun die ganze Komplexität der Brotherhood-Welt zum Vorschein.
Viele Helden und Antihelden sind inzwischen eingeführt und den Lesern ans Herz gewachsen. Sie entwickeln sich weiter, tragen unterschiedliche äußere und innere Kämpfe aus und werden für die Fortsetzung der Geschichte in strategische Position gebracht. So ist "Lover Enshrined" eigentlich keine banale Vampir-Erotik-Story mehr sondern ein wohldurchdachtes, extrem spannendes Teilstück einer ausgesprochen gelungenen und fesselnden Gesamtsaga. John und vor allem Quinn und Blay erhalten viel Raum um ihre interessanten Persönlichkeiten zu entfalten. Rehvenge (mein neuer Liebling) wächst geradezu über sich hinaus. Alte Freunde tauchen auf, neue Helden werden eingeführt und versprechen bereits neue prickelnde Leseerlebnisse für die Zukunft.
Diese Saga ist ein Wahnsinn, von dem ich einfach nicht ablassen kann. Und obwohl ich mich gelegentlich über einzelne dramaturgische Schwächen oder über den "unlogischen" Gang der Handlung aufgeregt habe, so dauerte es meist nur zwei gewitzte Ward-Sätze, bis ich wieder vollauf mit der Geschichte versöhnt war.

Fazit:
Ich bin und bleibe ein hoffnungsloser Brotherhood-Junkie und kann es kaum erwarten bis endlich "Lover Avenged" erscheint.


Final Fantasy VII: Advent Children (Special Edition, 2 DVDs)
Final Fantasy VII: Advent Children (Special Edition, 2 DVDs)
DVD ~ Ayumi Ito
Preis: EUR 9,99

7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Oper für's Auge - Digitalis für's Gamerherz, 17. Dezember 2008
Es ist zwar alles schon gesagt, was es zu diesem Kunstwerk der CGI-Animation zu sagen gibt, aber trotzdem muss ich unbedingt auch noch eine Rezension schreiben, um sehr verdiente 5 Sterne und einem winzigen Klecks Woodstock-Senf loszuwerden:

Für Fans und FF-Gamer ist dieser Film das Sahnehäubchen auf dem Gesamtkunstwerk "Final Fantasy". Ein Augenüberlaufenlasser und Herzschlagbeschleuniger, ein Animationswunder und Fest der Sinne, ein Bilder- und Actionrausch der finalen Sorte und ein glückseliges Wiedersehen mit Cloud und den anderen geliebten Helden der Avalanche.

Geschichte:
Zwei Jahre nach der Handlung des Spiels Final Fantasy VII setzt der Film ein. Die Menschen leiden an einer unheilbaren Krankheit, dem Geostigma. Die Jünger des außerirdischen Wesens "Jenova" versuchen ihren Kopf zu finden und damit Erzfeind Sephirot wieder zu erwecken. Ex-Elitesoldat Cloud lebt mit Schuldgefühlen und will nur noch ein Kurierfahrer sein. Die Bedrohung durch Jenovas "Söhne" animiert Cloud schließlich doch wieder zum Kampf.

Im Gegensatz zu einigen anderen Kritikern bin ich der Überzeugung, dass die Handlung dieses Films für nicht Eingeweihte kaum verständlich ist. Dieser Anime-Leckerbissen erschließt sich in seiner ganzen Genialität leider nur aus dem Kontext der Final Fantasy Welt und nur mit solidem Hintergrundwissen darüber. Das ist eigentlich schade, denn mit einem etwas planvolleren und durchschaubareren Drehbuch hätte man garantiert ein breites Publikum ansprechen und hinreißen können. So aber bleibt der Film in meinen Augen lediglich ein Treue-Geschenk an altehrwürdige Gamer, wenn auch ein sehr kostbares und schönes ;-).

Bilderrausch:
Gleichgülitg ob man den Film nun im genialen OTon oder in der etwas einfältigen deutschen Synchro ansieht (die Dialoge sind nun mal nicht tief schürfend), alleine der optische Input macht diesen Film zu einem finalfantastyschen Erlebnis - ein Augenweide an atemberaubend gut animierten Gesichtern, Kulissen, Kämpfen, Kostümen, Waffen und Landschaften. Ein Film, den man sich durchaus auch ohne Ton anschauen könnte, ohne die geringste Einbuße an Genuss.

Regisseur: Nomura Tetsuya, Komponist: Nobuo Uematsu

DVD Special Edition 2 DVDs:
Dolby, PAL, Surround Sound
Sprache: Japanisch, Deutsch, Englisch: Dolby Digital 5.1, Untertitel: Deutsch, Englisch, Türkisch, Format 16:9 (anamorph, Videostream: 6,80 MBit/s, PAL, 720 x 576, Audiostream: 448 kBit/s
Lauflänge: Hauptfilm 101 Minuten
Features:
Disc 1: Reminiszenz an das Original-Game Final Fantasy VII
Disc 2: Entfallene Szenen, Präsentation - Venedig Film Festival
Making of Final Fantasy VII: Advent Children, Advent Children Trailer
Sneak Peak - Final Fantasy VII Games
Dolby Digital 5.1 (Deutsch, Englisch, Japanisch)
Final Fantasy VII Games: Dolby Digital 5.1 (Deutsch, Englisch, Japanisch)
Videostream: 6,80 MBit/s, PAL, 720 x 576
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 7, 2010 10:15 AM CET


Lover Unbound: A Novel of the Black Dagger Brotherhood
Lover Unbound: A Novel of the Black Dagger Brotherhood
von J.R. Ward
  Taschenbuch
Preis: EUR 5,80

11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wahnsinnsgeschichte, beknackter Schluss, 15. Dezember 2008
Keine Spoiler!
Vishous (viscous = teuflisch, lasterhaft) war von Anfang an mein "Brotherhood-Liebling", und seine Geschichte hat mich von der ersten Seite an gefesselt. Lover Unbound habe ich nicht verschlungen, ich habe es in einem Happen verschluckt ;-).

Vishous ist ein gepeinigtes Wesen, vom eigenen Vater gefoltert und misshandelt, hat er seine Mutter nie kennen gelernt. Erst in der Brotherhood hat er so etwas wie eine Heimat gefunden, der Einzige, den er liebt ist der Ex-Mensch Butch, der aber durch seine Paarung mit Marissa unerreichbar geworden ist. Inneren Frieden gibt es für Vishous offenbar nicht. Seine schrecklichen Erlebnisse in seiner Kindheit versucht er mit ungewöhnlichen Sexualpraktiken zu ventilieren, und zu allem Überfluss soll er der Scribe Virgin auch noch als Primale dienen - sozusagen als Zuchtbulle der Rasse mit einem eigene Harem an auserwählten gebärfreudigen Frauen, den Chosen.
Als Vishous aber die Menschenfrau Jane, eine taffe Ärztin aus der Unfallstation trifft, ändert sich für Vishous alles.
Jane ist eine Heldin ganz nach meinem Herzen, mit einer starken Persönlichkeit, selbstbestimmt und erfolgreich. J.R. Ward beschreibt eine moderne, erwachsene Frau ohne kleinmädchenhafte Zicken und zimperliches Tussi-Getue. Sie weiß was sie will und lässt sich nichts vormachen und so hat sie den entsetzlichen Vampir ziemlich schnell im Griff ;-).
Kurz gesagt, obwohl ich zu Anfang etwas traurig was, dass aus Butch und Vishous nichts wurde, habe ich mich umgehend in dieses Pairing Vishous/Jane verliebt und war hin und weg von der Entwicklung ihrer Liebe und ihrer Geschichte.

Die anderen Handlungsstränge laufen parallel weiter, erhöhen die Spannung und die Neugier mit jeder Seite, und die "Lesser" spielen eine angenehm unwichtige Rolle. Also erschein mir eigentlich alles ab-so-lut perfekt, ein zehn Sterne Roman. Ja, diese Gesichte wäre garantiert zu meinem Brotherhood-und-Liebesschnulzen-Mega-Favoriten avisiert, wäre da nicht DIESER Schluss (der natürlich nicht verraten wird)gewesen.
Was hat sich Mrs.Ward nur dabei gedacht?
Ich war über diesen geistvoll geistlosen, absolut lächerlichen und unerträglich kitschigen Zwangs-Happy-End-Flop so enttäuscht, dass mir rückwirkend das zuvor Gelesene wieder hochkam.
Kaum zu glauben, aber der Schluss hat mir die Geschichte wirklich so sehr vermiest, dass ich inständig hoffe, diesem "Traumpaar" in den Fortsetzungen nicht mehr allzu oft begegnen zu müssen.
Trotzdem gibt es noch vier durchaus berechtigte Sterne von mir weil John und seine Freunde, Rehvenge und Xhex, Phury und Butch mich immer noch reichlich für den Stuss zum Schluss entschädigt haben.
Kommentar Kommentare (5) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 16, 2008 2:53 PM CET


Catherine Cookson - The Secret [UK Import]
Catherine Cookson - The Secret [UK Import]
DVD ~ Catherine Cookson
Wird angeboten von mecodu
Preis: EUR 3,21

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Es ist nichts so fein gesponnen, es kommt doch ans Licht der Sonnen", 12. Dezember 2008
Newcastle 1880, eine düstere Burg an den Ufern des Tyne, der gewalttätige, heroinabhängiger Burgherr Gallagher, der kleine Laufbursche Freddie, der die Drogen liefert und das neugeborene Mädchen Belle, das auf Wunsch des frischgebackenen Vater sofort ersäuft werden soll. Das ist der Beginn vieler düsterer Geheimnisse, die das Leben von Freddie Musgrave (Colin Buchanan) und Belle Hewitt (Hannah Yelland) bestimmen.
Beide sind inzwischen erwachsen und leben bei der pfiffigen Geschäftsfrau Maggie Hewitt (Clare Higgins), die sie wie eigene Kinder großgezogen hat. Aber beide können nicht glücklich werden, bevor nicht das Geheimnis um Belles Herkunft und den gewaltsamen Tod des alten Gallagher gelüftet wird, und es gibt noch weitere Geheimnisse, die es zu lüften gilt:
Wer ist im Besitz der wertvollen Diamanten, die nach Gallaghers Tod verschwunden sind? Welches schreckliche Geheimnis hütet der junge Sohn und Erbe Gallaghers, der Belle heiratet? Wer schreibt die anonymen und belastenden Briefe an die Polizei? Welche wahren Gefühle hegt Maggie für ihren Pflegesohn? Und noch viel mehr...

Diese TV-Verfilmung von Catherine Cooksons Suspense Roman "The Harrogate Secrets" ist spannend, komplex, gruselig, romantisch und typisch Cookson. Es ist ein historischer Thriller, der mit wundervollen und authentischen Periodkulissen unn -kostümen aufwartet, mit ausgezeichneten Darstellern besetzt ist - allen voran Stephen Moyer als psychotischer Marcel Birkstead und die hübsche und beseelte Hannah Yelland - ein Thriller, der mit einer düsteren Atmosphäre versehen ist und mit seinem Handlungsverlauf und gelegentlichen Rückblenden, das Geheimnis nur allmählich lüftet und damit den Spannungsbogen stets gestrafft hält. Ein Film, der voller verworrener Geheimnisse steckt und ebensoviele gute wie bedrohliche Helden zum Zuge kommen lässt.

Ein echtes Cookson-Period-Schmankerl mit viel Spannung und Drama bis zur letzten Minute.

Laufzeit:
156 Minuten, Sprache: Englisch mit englischen Untertiteln
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 12, 2008 4:39 PM CET


Lover Revealed: A Novel of the Black Dagger Brotherhood
Lover Revealed: A Novel of the Black Dagger Brotherhood
von J.R. Ward
  Taschenbuch

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Energischer Butch und zickige Marissa, 11. Dezember 2008
Butch ist der Mensch unter den Vampiren. Mehr oder weniger geduldet und ausgehalten von den Brüdern, fühlt er sich bald schon ziemlich überflüssig und frustriert. Mit seiner Liebe zur aristokratischen Vampirin Marissa klappt es auch nicht so, wie er das gerne möchte und zu allem Überfluss gerät er auch noch in die Fänge des Omega, der ihn irgendwie verändert.
Bis sich Butch wirklich daheim und zufrieden fühlen kann, sind noch viele Kämpfe auszutragen, Missverständnisse zu klären und Tiefschläge ebenso wie Höhepunkte (jeder Art ;-)) zu durchleben.

Wie viele andere Leser auch, fand ich die Lovestory von Butch und Marissa nicht mehr ganz so prickelnd. Das liegt zum Einen an einem gewissen Überdruss, der sich bei mir immer einstellt wenn eine Autorin ein bestimmtes Raster immer wieder anwendet und es mit stereotypen Helden unterschiedlicher Haarfarbe und Körbchengröße füllt. So wurde es mir in diesem Band einfach zu viel mit "Bonding" und "Marking" und dem Happy-Orals*x und dem überdimensionierten männlichen Körperteil, denn unbesiegbaren, besitzergreifenden Männern und den schwachen, schutzbedürftigen Weibchen, und überhaupt... Etwas weniger von diesen Klischees wäre hier sicher besser gewesen. Aber auch Marissa war nicht so recht nach meinem Herzen. Ihr ewiges Zieren und Zicken verführte mich sogar gelegentlich zum Überblättern von Butch-Marissa Passagen.

Was mir aber ausgesprochen gut gefiel, was mich an dem Buch kleben ließ und mich nun zu satten 5 Sternen veranlasst, ist die wunderbar gelungene und sehr spannende Weiterführung der Gesamtgeschichte.
Mister X ist immer noch da und plant neue Schändlichkeiten oder auch Nicht-Schändlichkeiten, John verdaut den Tod seiner Pflegeeltern (eigentlich nicht) und leidet unter seinem Klassenkameraden Lash und der zwiespältige Vishous enthüllt ein wenig mehr von seiner mysteriösen Persönlichkeit. Besonders die Beziehung zwischen Butch und Vishous ist so genial und einfühlsam beschrieben, dass mir das Herz beim Lesen aufging. Von deren "Liebe" war ich deutlich mehr bewegt, als von dem eher abgedroschenen Geplänkel zwischen Butch und Marissa. Auch Bellas undurchsichtiger Bruder Rehvenge rückt etwas mehr und sehr sympath(isch) in den Vordergrund.
Ja, die Welt der Brotherhood ist als Ganzheit so herrlich, spannend, düster, romantisch, kitschig, einfallsreich und sexy geschrieben, dass auch dieser 4. Teil einen rundum perfekten Lesegenuss darstellt.

"Lover Revealed" ist in der Deutschen Übersetzung wieder in zwei Ausgaben aufgeteilt und unter "Menschenkind" und "Vampirherz" zu haben. Wer solides Englisch spricht sollte einfach mal nachrechnen ;-).


Die Chroniken von Narnia - Prinz Kaspian von Narnia
Die Chroniken von Narnia - Prinz Kaspian von Narnia
DVD ~ Ben Barnes
Preis: EUR 7,89

19 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wuchtig, witzig, weitschweifig, 4. Dezember 2008
Vorbemerkung: Hier schreibt eine, die die Bücher von Lewis nicht kennt, und sie weder in naher noch in ferner Zukunft zu lesen gedenkt.

Die vier Könige von Narnia Peter, Edmund, Susan und Lucy tragen wieder Schuluniformen und gehen in London brav zur Schule, prügeln sich mit Gleichaltrigen und warten auf die U-Bahn, derweil in Narnia die Zeit in Jahrtausendschritten vergangen ist und der Thronerbe Prinz Kaspian auf der Flucht vor den Häschern seines Onkels in das Zauberhorn stößt und damit die legendären Könige nach Narnia zurück ruft.
In Narnia liegt natürlich einiges im Argen. Besonders die mit spanischem Akzent synchronisierten Telmarianer sind ein Ärgernis für die armen Narnianer, denn dieses Volk hat die Ausrottung von Zwergen, Cen- und Minotauren und sonstigem sprechendem Viehzeugs beschlossen, und der große Aslan ist leider seit 1000 Jahren verschwunden. Ob das Königs-Quartett mir Hilfe von Schön-Kaspian es wohl schaffen wird, in Narnia für Frieden und Gerechtigkeit zu sorgen?

Woodstocks Senf:
Mit diesem zweiten Teil der Chroniken legen Andrew Adamson und Disney einen gewaltigen Zahn zu. Die Tricktechnik und die Animationen sind atemberaubend die Bildersprache wechselt zwischen düster und idyllisch, bedrohlich und farbenfroh und die Welt von Narnia ist wieder einmal extrem einfallsreich gestaltet, die Schlachten, Kulissen, Uniformen, Waffen, Masken usw. sind wirklich kreativ und monumental und schon deshalb lohnt sich das Ansehen.
Die Geschichte ist bemüht kindgerecht und deutlich humorvoller als der Vorgänger - sprechende Dachse, Mäuse und anderes Getier sorgen für witzige Sequenzen, und der übellaunige Zwerg Trumpkin (Peter Dinklage) ist das darstellerische und dramaturgische Highlight, herrlich witzig, geistreich und cool.
Bei dem Versuch dennoch mit viel Thrill und Action aufzuwarten, hat man allerdings eine Art Filmzwitter geschaffen, der die ganz Großen streckenweise ziemlich anöden und die ganz Kleinen zwischendrin entsetzen dürfte.
Dieses Zwitterding ist leider nicht wirklich ausgegoren und wirft den Zuschauer immer wieder zwischen kindlich-kindischen Dialogen, nicht logisch nachvollziehbaren Handlungsabläufen und dramatischem Gemetzel (ohne Blut) hin und her.

Was mich an diesem Film aber richtig störte, war die Langatmigkeit im Mittelteil. Manche Wanderung oder Mission erschien mir schlicht überflüssig und das eine oder andere Scharmützel war wohl eher dazu gedacht den Film zwanghaft mit Action aufzumotzen als die Geschichte voranzubringen.
Die spannendste und beeindruckendste Sequenz ist zweifellos der Angriff auf die Burg von Miraz aber der Sinn dieser Attacke blieb mir weitgehend unklar. An den vier Hauptdarstellern gibt es meinerseits nicht viel zu meckern. Sie sind zwar in den vergangenen 3 Jahren darstellerisch nicht gerade über sich hinausgewachsen, machen aber ihre Sache auch nicht schlechter als beim letzten Mal. Königin Susan (Anna Popplewell) bietet als "Göttin Diana Verschnitt" in enganliegenden Korsagen einen wirklich netten Anblick, mehr aber auch nicht. Edmund (Skandar Keynes) schwingt seine Taschenlampe (hatte er die nicht schon letztes Mal dabei?) und erleuchtet sich damit bei mir einen echten Sympathiebonus. Die süße Lucy (Georgie Henley) ist immer noch süß. Einen schwereren Stand hat dagegen König Peter (William Moseley) nicht nur in der Geschichte.
Gegen den attraktiven und mit deutlich mehr Leidenschaft spielenden Prinzen Kaspian (Ben Barnes) verblasst er schlicht - sowohl als König wie auch als Darsteller.

Fazit 3,5 Sterne:
Diese Fortsetzung der Chroniken von Narnia ist sehr viel witziger und monumentaler geworden als der erste Teil aber auch etwas düsterer und verworrener und insofern nicht mehr für die ganz Kleinen geeignet (Altersfreigabe 12 J). Insgesamt ein unterhaltsamen und lustiges Filmerlebnis, vorausgesetzt man erwartet keine oscarverdächtige Literaturverfilmung und setzt in die Logik der Handlung und in den Tiefsinn der Dialoge keine allzu hochgesteckten Erwartungen. ;-)

DVD:
Laufzeit ca. 144 Minuten
Bildformat 16:9 (2.40:1) anamorph
Ton: Deutsch, Englisch, Italienisch, Türkisch: Dolby Digital 5.1
Untertitel: Deutsch, Englisch, Türkisch, Italienisch, Serbisch, Kroatisch, Slowenisch
Untertitel für Hörgeschädigte in Englisch
Extras: Audiokommentar von Regisseur Andrew Adamson und den Hauptdarstellern, Die Sets von Narnia: Ein Klassiker erwacht zum Leben, Ein großer Film in einer kleinen Stadt, In Narnia: Das Abenteuer geht weiter, Zusätzliche Szenen, Die Pannen von Narnia, Prävisualisierung von Narnia, Sprechende Tiere und laufende Bäume: Die magische Welt von Narnia, Geheimnisse des Duells, Peter Dinklage wird zu Trumpkin, Warwick Davis: Der Mann hinter Nikabrik
Kommentar Kommentare (10) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 2, 2009 12:50 PM CET


Bad Santa
Bad Santa
DVD ~ Billy Bob Thornton
Preis: EUR 8,99

5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ganz und gar niederträchtig, 2. Dezember 2008
Rezension bezieht sich auf: Bad Santa (DVD)
Geht Ihnen die unnatürliche Weihnachts-Harmonie auf die Nerven? Finden Sie die Friede-, Liebe-, Familien-Klischees in dieser Jahreszeit total nervig? Sind Sie ein ausgewachsener Weihnachtsmuffel?
Dann ist Bad Santa genau der richtige Film für Sie und Ihre vorweihnachtliche Entspannungstherapie. Denn es gibt keinen fiesern, verdorbeneren, vulgäreren, gewissenloseren und unweihnachtlicheren Weihnachtsmann als Willie T. Stokes (Billy Bob Thornton).
Regelmäßig jedes Jahr in der Weihnachtszeit arbeitet Willie als Weihnachtsmann in Kaufhäusern. Allerdings hat Willie eine eher ungewöhnliche Weihnachtsmann-Mentalität. Er flucht und säuft und beleidigt die Kinder, die sich zu ihm vertrauensvoll auf den Schoß setzen. Und als wäre das nicht genug, räumt er nach getaner Arbeit alljährlich mit seinem Freund, dem kleinwüchsigen Weihnachtselfen Marcus (Tony Cox), das betreffende Kaufhaus komplett leer. Die Einnahmen aus den Diebstählen werden im Sommer mit Weibern und Alkohol verprasst.
Doch in diesem Jahr kommt dem berufsmäßigen Schweinehund-Santa der kleine, dicke und gar nicht süße Junge Thurman (Brett Kelly) in die Quere und der macht den weihnachtlichen Plänen des Santas einen gewaltigen Strich durch die Rechnung.

Produziert von den Coen Brüdern, als widerwärtiger Santa ein Kerl wie Billy Bob Thornton und eine lakonische aber herrlich bösartige Storyline, das ist ein Garant für eine absolut respektlose, wahnwitzige und total abgefahrene Weihnachtskomödie der anderen Art.

Warnung:
Das ist kein Film für den adventlichen Familien-Fernseh-Nachmittag im lauschigen Kreis der lieben Kinderlein, denn Kinder sollte man von diesem Streifen sehr weit entfernt halten (Altersfreigabe 16). Nicht nur Kraftausdrücke (im Englischen noch kräftiger;-)), derbe Sexszenen und zünftige Gewaltauswüchse sind hier zu verdauen, sondern auch ein M*stkerl von Santa Claus, wie er im Buche steht.

DVD, Extended Version:
Lauflänge 95 Minuten, Format: Widescreen 16:9 (1.85:1), Ton: Deutsch, Englisch dolby digital Sourround Sound, Untertitel: Deutsch, Englisch, Englisch für Hörgeschädigte, Türkisch, Hindi
Bonus: Outtakes, Enfallene Szenen, Filmdokumentation, Trailer

P.S. Ich bin ein Vollblut Weihnachtsfetischist und habe mich trotzdem aus ganzen Herzen und vollem Hals über diesen very bad Santa amüsiert.
Kommentar Kommentare (7) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 3, 2010 11:05 AM CET


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