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Woodstock

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Halfway to the Grave: A Night Huntress Novel
Halfway to the Grave: A Night Huntress Novel
von Jeaniene Frost
  Taschenbuch
Preis: EUR 6,00

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Miss Blade läuft Amok, 15. Mai 2009
Erfahrungsbericht eines Vampirgenre-Junkies:
Eigentlich hatte ich die Nase gestrichen voll von der Vampirwelt. Ich hatte mich förmlich daran satt gelesen und gesehen, und nachdem ich das letzte belletristische Vampirblutbad mit Ach und Krach und viel gutem Willen durchwatet hatte, habe ich mir geschworen, um die blutsaugende und nachtaktive Zunft für den Rest des Jahres einen großen Bogen zu machen. Es war ja eh' immer derselbe, schlecht geschriebene Einheitsbrei. Mein Vorsatz hat genau vier Wochen gehalten, bis ich in Amazonien über das extrem ansprechende und sexy Cover dieses Buches gestolpert bin. Cover gesehen, Rezensionen gelesen, Buch bestellt!
Und als meine Reflexbestellung dann ratzfatz angeliefert wurde, und ich das Buch ungläubig in Händen hielt, habe ich mal wieder an meinem Verstand gezweifelt. Da habe ich also schon wieder einen Vampirroman gekauft, der sicher nur üblicher Standard war und mir spätestens nach 50 Seiten zum Hals heraus hängen würde, weil er vermutlich nichts, aber auch gar nichts Neues zu bieten hatte, sondern bestimmt von abgedroschenen Klischees, 24Stunden-Sex, Hämoglobin-Erotik und Beißorgien überlaufen würde.
Ganz offensichtlich bin ich ein Vampirroman Junkie, der es trotz indizierter Nebenwirkungen einfach nicht lassen kann. Aber was soll ich denn machen? Am Buchmarkt herrscht gerade Vampirhochsaison, und in den Buchhandlungen muss man schon über meterhohe Stapel mit Vampirromanen weg steigen, wenn man sich überhaupt bis zu einem anderen Genre vorarbeiten will. In der S-Bahn schwelgt inzwischen jede zweite Leserin in prosaischen Bissphantasien und die Leserforen haben sich geradezu in dieses Genre verbissen - und außerdem und überhaupt - schließlich war ich noch nie resistent gegen die Verlockungen des Mainstream und nicht selten habe ich im trivialen Massengeschmack meine intellektuelle Heimat gefunden. ;-)
Lange Rede kurzer Sinn: Ich komme einfach nicht los von diesen Blutsaugergeschichten und wenn sie dann überraschenderweise so ganz anders sind als erwartet und dazu noch so romantisch und spannend wie "Halfway to the Grave", dann gibt's von mir auch eine 5 Sterne Rezension.

Also Zurück zum Cover:
Das trägt schließlich an allem die Schuld. Es versprach mir eine sehr attraktive, sehr heiße und sehr taffe Vampirjägerin in einem dermaßen gefährlichen Outfit, dass ich sie bereits im Geiste vor mir sah all die bösen Vampire, die von Fräulein Cat angepeilt werden, ihr zuerst reihenweise verfallen und dann mit ihrem silbernen Pflock Bekanntschaft schließen. Yeah!
Cat Crawfield heißt der weibliche Vamp auf dem Cover, der im Buch übrigens genau so beschrieben ist, wie das Cover es zeigt. Mein Dank an die Gestalter (der deutsche Verleger könnte sich ein bis zweihundert Scheibchen davon abschneiden)!
Cat ist halb Vampir, halb Mensch und ihr Hobby ist das Pfählen und nachhaltige Beseitigen der Vampirgattung. Sie hat dabei ein recht einfaches Weltbild, anerzogen von ihrer Mutter, die einst von einem Vampir vergewaltigt wurde: Alle Vampire sind böse und müssen getötet werden. Den Kenner erinnert diese Konstellation sofort an den armen Blade, das männliche und nicht halb so aufreizende Pendant zu Cat. Aber im Gegensatz zum Griesgram Blade hat die unverzagte und geistreiche Cat schon bald die einmalige Chance ihr Weltbild zu überdenken. Sie begegnet nämlich dem Alt-Vampir Bones, der nicht nur selbst Jagd auf die Bösen seiner Art macht sondern ihr auch noch ein paar essentielle Tricks im Nahkampf mit denen beibringt.
Danach ist die Vampirjagd für Cat nur noch ein Spaziergang, zumindest bis zu dem Tag, an dem sie und Bones einem Mädchenhändlerring auf die Spur kommen, hinter dem weit mehr als nur ein übermächtiger und bitterböser Vampir steckt. Nun wird es brenzlig und seeeeehr spannend.

Rasant, sexy, witzig, actiongeladen, knisternd und romantisch:
In der Geschichte findet man freilich einiges was man als Genre-Junkie schon zig mal gelesen hat, aber darauf will ich gar nicht näher eingehen, denn gewisse Klischees wie Reißzähne, eiweißhaltige Ernährung und nächtliche Umtriebe liegen einfach in der Natur des Vampirromans. Was an Jeaniene Frosts Vampirlady hingegen anders, besser, ja, zum Teil sogar herausragend ist, und diesen Roman für mich zu einem Highlight im Genre macht, ist die geballte Action. Die Kampfszenen sind plastisch und fesselnd beschrieben. Wenn Cat eine Übermacht an Vampiren nach Strich und Faden aufmischt, so kann man sie förmlich vor sich sehen, wie sie durch die Luft springt, Tritte und Hiebe austeilt, Dolche und Silberpfähle schleudert und dabei selbst nicht wenig einzustecken hat. Zudem ist Cat sehr sympathisch beschrieben (trotz Ich-Erzählform, ist sie eine richtig liebenswerte Psychopathin ;-)). Mit all ihren Komplexen und Ängsten, ist sie alles andere als perfekt, und obwohl sie vor einem Rudel ausgewachsener Vampir keinerlei Angst hat, so zittert sie doch bei dem Gedanken, die Liebe ihrer Mutter zu verlieren. Auch die neurotische Frau Mama ist absolut glaubwürdig geschildert. Und es ist leicht nachvollziehbar warum Cat am Ende dieses ersten Teils in einer emotionalen Zwickmühle steckt. Aber mehr wird nicht verraten, außer dass auch das Ende mir sehr gut gefallen hat, weil es eben nicht in Schmacht und Schmalz versinkt sondern eine reifere, noch härtere und zu allem entschlossene Cat zu neuen aufregenden und (hoffentlich) vor Erotik knisternden Abenteuern schickt.

Die deutsche Übersetzung ist bei Blanvalet unter dem unglaublich "einfallsreichen" Titel Blutrote Küsse erschienen.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 6, 2009 5:53 PM CET


Lincoln's Dreams
Lincoln's Dreams
von Connie Willis
  Taschenbuch
Preis: EUR 5,67

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Connies Debutroman, 15. Mai 2009
Rezension bezieht sich auf: Lincoln's Dreams (Taschenbuch)
...und leider nicht ganz so perfekt wie ihre anderen Bücher.
Der Historiker Jeff Johnston erledigt die aufwändigen Recherchearbeiten für den berühmten Bestsellerautoren Broun, der in seinem neuen Roman über Präsident Lincoln schreiben möchte. Als Jeff sich an seinen früheren Studienfreund Richard, einen Psychiater, wendet um mit ihm über Lincolns merkwürdige Träume zu reden, lernt er dessen Freundin Annie kennen. Wie sich herausstellt leidet Annie selbst unter schweren Alpträumen, und Jeff erkennt, dass Annies Träume von realen Ereignissen aus dem Leben des Konföderiertengenerals Robert E. Lee handeln, Ereignisse, die kaum einer kennen, geschweige denn träumen kann.
Jeff erkennt, dass Richard Annies labilen Zustand offenbar ausgenutzt hat und sie mit fragwürdigen Medikamenten behandelt und so befreit er Annie aus dem Einfluss von Richard, doch bei dem Versuch ihr zu helfen, muss Jeff sich nun selbst mit General Lee's Albträumen und noch etlichen anderen Widrigkeiten auseinandersetzen.
Ein spannender und mystischer Ausflug in das Unterbewusstsein von Lebenden und Toten, in die Fahrnisse der Psychologie und Traumanalyse und in die Aufarbeitung des amerikanischen Bürgerkriegstraumas beginnt.

Mit einem satten Touch an paranormalen Phänomenen steigt Connie Willis in ihren ersten Roman ein und entwickelt einen fesselnden Spannungsbogen, der zum Ende hin aber leider etwas schwächelt. Insgesamt ist die Geschichte recht dünn ausgefallen (zumindest für ein Willis-Buch). Ohne echte Höhen und Tiefen kommt sie nicht richtig in Fahrt und bremst sich mit einem zwar unerwarteten aber auch sehr unspektakulären Ende selbst aus. Connie Willis arbeitet hier zudem noch mit einer zweiten Handlungsebene, in der sie Auszüge aus dem Bürgerkriegsroman von Broun einflicht, aber diese Passagen, verzetteln die Haupthandlung nur, ohne den Leser in irgendeiner Weise dem "Geheimnis" näher zu bringen.

Für einen gewöhnlichen Roman aus dem paranormalen Genre ist "Lincoln's Dreams" immer noch eine überaus spannende und perfekt recherchierte Geschichte und hat ihre satten vier Sterne redlich verdient. Wer aber Connie Willis andere Geschichten kennt, wird unweigerlich enttäuscht sein, denn in diesem Erstlingswerk fehlt leider ihr sprühender Witz, ihre liebevoll-ironischen Charakterzeichnungen und ihre verwickelten und doch perfekt durchdachten Handlungsstränge - eben genau das, was Connie Willis zu einer der meist ausgezeichneten SF-Autoren macht.
Auf jeden Fall scheint Mrs. Willis eine gesunde Aversion gegen die selbsternannten Siegmund Freuds dieser Welt zu pflegen, und wenn sie den Psychiater Richard mit spitzer Feder schildert,und ihn ebenso anmaßend wie ignorant das Verhalten anderer erklären lässt, da kommt dann doch ihre große Menschenkenntnis und ihre Hang zu geistreicher Spöttelei zum Vorschein und schon das macht die Story lesenswert.
Kommentar Kommentare (6) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 10, 2009 12:19 PM MEST


Catherine Cookson - The Wingless Bird [UK Import]
Catherine Cookson - The Wingless Bird [UK Import]
DVD ~ Catherine Cookson
Wird angeboten von ZOverstocksDE
Preis: EUR 3,23

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Friendship without love is like a bird without wings, 7. Mai 2009
Dieses schöne Perioddrama im TV-Miniserien-Format ist genau genommen eine richtige Saga, denn über 3 Stunden lang wird die Lebensgeschichte von Agnes Conway (Claire Skinner) erzählt, wie sie vom einfachen Ladenmädel zur Lady aufsteigt, nach vielen Höhen und Tiefen unabhängig wird und endlich auch die Liebe findet, bis ihr wieder Flügel wachsen.

Die Geschichte beginnt kurz vor dem Ausbruch des 1. Weltkrieges. Die junge Agnes arbeitet in der Confiserie ihres Vaters und "schmeißt den Laden" gewissermaßen. Der Vater kann zwar die köstlichsten Konfekte herstellen aber sein Familienleben ist eine einzige Bitternis. Er pflegt - wie bei Cooksons Helden oft üblich - nebenher ein Verhältnis. Seine verbitterte Ehefrau ist gezwungen sein Kind aufzuziehen das nicht ihres ist, und lässt es an Liebe hinten und vorne mangeln. Nur die Schwestern Agnes und Alice halten zusammen. Aber der mittelständische Dünkel des Vaters wird zum Verhängnis der Familie, denn als Alice sich in einen einfachen Dogarbeiter verliebt und von ihm schwanger wird, zerbricht die Familie daran. Agnes verliebt sich natürlich auch, in denn jungen Charles Ferrier (Edward Atterton), der aus bestem Hause ist. Seine Beziehung zu Agnes hat wiederum unter der Ablehnung von dessen Eltern zu leiden und auch die Fürsprache seines Bruders Reginald (Julian Wadham), der Agnes mehr als in sein Herz geschlossen hat, ändert nichts an der Ablehnung der vornehmen Eltern.
Dann bricht der erste Weltkrieg aus, und wirbelt das soziale und emotionale Gefüge der Welt durcheinander und erst nach vielen Härten und schweren Leiden kommt Agnes Leben wieder ins Reine.

Was soll ich eigentlich noch viel mehr schreiben!
Das ist eine der besten Cookson Verfilmungen. Kostüme und Kulissen sind perfekt, die Darsteller sind durch die Bank ausgezeichnet. Bewegende und fesselnde Unterhaltung im Weltkriegs-England mit allen Klischees und Wendungen, die man von Mrs. Cookson kennt und liebt: Tragödien, Hass, Leidenschaft, Lug und Trug, Sozialkritik und viel, viel Romantik.
"The Wingless Bird" ist ein absolutes Highlight innerhalb der Cookson-Sammlung und kann sich auch außerhalb derselben, im Reigen namhafter Period Dramas sehen lassen.

DVD: Laufzeit 156 Minuten Sprache Englisch, Untertitel Englisch
Kommentar Kommentare (9) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 5, 2009 12:55 PM MEST


Equilibrium
Equilibrium
DVD ~ Christian Bale
Wird angeboten von Multi-Media-Trade GmbH - Alle Preisangaben inkl. MwSt.
Preis: EUR 8,78

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wo kein Hass ist, ist auch kein Krieg, 5. Mai 2009
Rezension bezieht sich auf: Equilibrium (DVD)
So lautet die Glaubensbotschaft in der Welt Libira, in einer Zeit nach dem 3. Weltkrieg. Dort werden die Menschen mit einer Droge versorgt, die alle Gefühle unterdrückt und auf diese Weise Konflikte und Kriege jeder Art verhindern soll. Wer die Droge verweigert oder absetzt und Gefühle zulässt, wird als Sinnesstraftäter angesehen und verfolgt.
Soviel zum friedvollen Miteinander in dieser angeblich heilen Welt, die so gleich ist, dass alle gleich aussehen, gleich denken und gleich handeln. Dort gibt es so genannte Grammatonkleriker, die für die Ordnung des Systems zuständig sind und in Jahre langem unerbittlichem Training zu wahren Killer- und Kampfmaschinen herangebildet werden. John Preston (Christian Bale) ist einer von ihnen. Seine Aufgabe ist die erbarmungslose Vernichtung aller Sinnesstraftäter und die endgültige Beseitigung aller gefühlsauslösender Objekte, seien es Gemälde, Bücher, Musik, Farben oder gar Haustiere.
Als John seinen abtrünnigen Kollegen hinrichten muss, kommen ihm erste Zweifel an seiner eigenen Existenz, und als ihm versehentlich eine Dosis seiner Droge verloren geht, nimmt er das zum Anlass die Droge abzusetzen, mit fatalen Folgen für sich und seine Welt.

Drei Gründe, die für diesen Film sprechen:
1. Christian Bale
2. Christian Bale
3. Christian Bale
OMG! Was für ein Gesicht und was für eine Mimik! Wären da nicht noch drei überragenden Nebendarsteller Sean Bean, Taye Diggs und Emily Watson, könnte man diesen Film fast als Bale'sche One-Man-Action-Show bezeichnen.
Und jetzt noch ein paar andere Gründe, warum dieser Film zu meinen Top 10 SF zählt:
Oberflächlich betrachtet wirkt Equilibrium wie ein monumentaler und sogar noch actionreicherer Aufguss von Matrix und anderen namhaften SF-Filmen, aber eben nur oberflächlich betrachtet.
Manchmal wird man von der Optik so überwältigt, dass man fast das Denken vergisst und sich einfach nur von der Flut der visuellen Effekte mitreißen lassen muss. Die atemberaubende Bildsprache macht die meisten Dialoge überflüssig, was die bedrückende Stimmung der Geschichte nur noch verstärkt. Es wird wenig geredet, viel geballert und noch viel mehr einfach nur gezeigt. Man schaut als Zuschauer - mit aufgesperrtem Mund - und versteht mit dem Herzen.
Menschenmassen grau in grau leben absolut gleichgeschaltet in einer angeblich friedlichen Welt. Die riesigen Gebäude erinnern an nationalsozialistische oder kommunistische Gigantomanie (zum Teil wurde am Flughafen Tempelhof und im Berliner Olympia Stadion gedreht). In den Straßen klingt an allen Ecken die Propaganda des "Vaters". Seine Phrasen sind erschreckend leicht austauschbar durch beliebige bekannte Phrasen von Ideologen und Agitatoren aus unserer Geschichte und Gegenwart. Und inmitten dieser tristen Gleichförmigkeit von roboterartigen Menschen und gehirnwaschender Gleichschaltung steht Christian Bale, der Herr im schwarzen Lederdress, der Elitekämpfer, ein Staatskiller, Kleriker genannt, der steinern und kalt seinem Tagwerk nachgeht und alles vernichtet, das nicht in die gefühllose Monotonie von Libira passt. Sein Gesicht ist eine bleiche Maske absoluter Emotionslosigkeit. Seine Haut wird erst rosig, als er sein erstes Gefühl empfindet, seine Wahrnehmung der Umwelt erhält nur ganz langsam zarte Töne, bis sie am Ende bunt vor Gefühlen ist.
Die genialsten Gänsehauteffekte des Films sind denn natürlich auch jene Momente in denen John Gefühle verspürt: Als er Musik, genauer gesagt Beethovens Neunte, hört, einen Hund im Arm hält, ein Parfüm riecht oder eine Hinrichtung miterleben muss. Endlos und vielschichtig ist die Bandbreite der unterdrückten menschlichen Regungen und ebenso vielschichtig sind die vielen kleinen Details und Anspielungen dieses Films, die Huldigungen an das Ureigenste in uns, die Menschlichkeit.

Da mag der Protagonist, ähnlich wie der matrizzene Neo, durch die Gegend fliegen und ballern wie ein High-Speed-Shaolin, während er feindlichen Kugeln mit rasenden Bewegungen und vollendeter Kampftechnik ausweicht. Er mag die Welt von Libria aufmischen bis kein Stein mehr auf dem anderen bleibt und bis der Zuschauer das Atmen vergisst, aber all diese durchaus imposanten Szenen - John in langen, riefenstählernen Fluren, im Kampf gegen eine Übermacht an Maschinengewehren und Klerikern - bleiben gerade zu belanglos, gemessen an all den unterschwelligen und beklemmenden Bildern, die diese düstere Zukunft zeigen.

Equilibirum ist einer meiner liebsten SF, die Beste aller Dystopien, die bei mir mit großem Abstand vor Matrix und Fahrenheit 451 rangiert, wegen Geniekleriker Christian Bale, wegen der 102 Minuten Überflutung mit atemberaubenden optischen Reizen und der emotionalen Betroffenheit von der ersten bis zur letzten Minute.

Einige wirklich gravierende Logikschwächen werden von mir übrigens nicht zur Kenntnis genommen bzw. als irrelevant abgeschmettert. Baaaasta. ;-)

DVD:
Laufzeit 102 Minuten, Bilformat: 16:9 (2.35:1) anamorph, Tonformat:
Deutsch: DTS 5.1,Deutsch: Dolby Digital 5.1,Englisch: Dolby Digital 5.1
Untertitel: Deutsch
Bonusmaterial:
Kinotrailer, Trailer von anderen Filmen, Animiertes DVD-Menü mit Soundeffekten, Audiokommentar des Regisseurs, Audiokommentar des Regisseurs und Produzenten, Blick hinter die Kulissen (mit deutschen Untertiteln), Darsteller und
Crewinformationen über: Christian Bale; Sean Bean; Taye Diggs; Emily Watson; Jan de Bont, Der besondere Filmtipp
Kommentar Kommentare (21) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 11, 2009 1:45 AM MEST


Die Nacht des Falken
Die Nacht des Falken
von David Gemmell
  Taschenbuch

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wie der Vater so der Sohn, 4. Mai 2009
Rezension bezieht sich auf: Die Nacht des Falken (Taschenbuch)
Es ist schon ein paar Jahre her, seit Connavar die Armeen von Stone besiegt hat und Hochkönig der Riganten wurde. Inzwischen ist sein unehelicher Sohn Bane zu einem aufrechten jungen Mann herangewachsen. Sein Herz allerdings steckt voller Verbitterung auf seinen Vater, der ihn nie anerkannt, ja ihn nicht einmal eines Blickes gewürdigt hat. In gefährlichen Aktionen sucht er nach dem Tod. Aber dann bittet ihn die Hexe Vorna ihren Sohn Banouin auf seiner Reise nach Stone zu beschützen. Auf dem Weg nach Stone findet Bane, wie es scheint, einen neuen Lebensinhalt: Er wird ein Gladiator und hat nur noch ein Ziel, den grausamen und unbesiegbaren Voltan für eine böse Tat zahlen zu lassen.
Aber Bane ist ein anderes Schicksal bestimmt. Als der Kaiser von Stone höchstpersönlich sein Regimenter nach Rigante führt, muss Bane eine wichtige Entscheidung treffen.

5 Sterne am blaugrün karierten Band
Obwohl Bane ein Held ist, der in seinem Wesen und Handeln sehr stark an Connavar erinnert, wird diese Geschichte um seinen Werdegang nie langweilig. Schnörkellos und doch ausgesprochen spannend beschreibt Gemmell wieder mal einen sympathischen Kerl, der straight und kompromisslos seinen Weg geht, Liebe und Freundschaft ebenso kennen lernt wie Hass und Verrat. Ach, was rede ich lange! Wenn ich David Gemmells Helden begegne, geht mir einfach das Herz ganz weit auf und es ist mir jedes Mal ein Hochgenuss mit Gemmells Jungs in einer anderen Welt zu versinken. Sie sind genau so, wie ich Helden haben möchte. Die Guten sind nicht einfach nur gut, und die Bösen sind nicht einfach nur böse, sondern sie haben vielschichte Motive und gute und schlechte Seiten, und sie sind oft sogar fähig zur Einsicht und Reue.

Mit der "Nacht des Falken" hat Meister Gemmell ein weiteren Meilenstein in der Heroic-Fantasy gesetzt und dabei an der bewegten Geschichte der tapferen Riganten weiter geschrieben.
Ein Super-Ober-Spitzenroman zum Mitfiebern und Mitlieben und niemals mit Lesen aufhören Wollen.
Zum Glück für mich gibt noch zwei weitere Bände aus dem Rigante Zyklus.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 5, 2009 4:40 PM MEST


Die Zeit-Verschwörung 1: Imperator: Roman
Die Zeit-Verschwörung 1: Imperator: Roman
von Angela Kuepper
  Taschenbuch

17 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Über die eigene Arroganz gestolpert, 30. April 2009
Ich meine nicht etwa den Roman, sondern mich.
Beim Lesen der anderen, negativen Rezensionen zu diesem Buch überkam mich nämlich so eine Art infantiler Trotz, und ich bestellte mir den Roman spontan. Es ist zwar mein erster Roman von Stephen Baxter, aber ich war mir einfach sicher, dass die Story mir gefallen würde und die anderen Rezensenten sich irren mussten und vermutlich einfach nicht kapiert hatten, worum es in dem Roman ging. Wie gesagt, die eigene Arroganz eben ;-).
Aber mal ehrlich Amazon selbst wirbt mit bombastischen Worten wie "Verschwörungsthriller meets Zeitreisegeschichte" und da darf ich als gutgläubige Zeitreisefanatikerin und Nichtkennerin von Baxter doch wohl hoffen, dass ich wenigstens ansatzweise etwas Derartiges im Roman vorfinde.
Aber weit gefehlt.
Ich vermute mal zugunsten von Stephen Baxter, dass sich die angepriesene Verschwörung und die Zeitreise erst bei den Fortsetzungsbänden offenbart, aber bei diesem ersten Teil ist von beidem Weit und Breit nichts zu finden. Stattdessen liest man über 568 Seiten die geraffte Geschichte Britanniens vom Jahre 4 bis ca. 400 nach Christus. Sie ist recht gut recherchiert und unterhaltsam wenn auch extrem verkürzt erzählt, anhand einer Familie von Briganten, die bei der Geburt eines Knaben eine Prophezeiung ominöser Herkunft und Bedeutung erhält. Diese Prophezeiung wird von Generation zu Generation in der Familie weitergeben und erweist sich im Laufe der Jahre als zutreffend. Sie dient den einzelnen Familienmitgliedern immer wieder als Fingerzeig oder sogar als klare Anweisung für ihr Leben und Streben.
Als im Jahre 418 anlässlich einer Geburt eine neue unverständliche Prophezeiung ausgestoßen wird, endet der Zeit-Verschwörung erster Teil.
Kurzum, für einen historischen Roman mit einem Hauch von Metaphysik (und so stellt sich dieser erste Teil für den ahnungslosen Leser nun mal tatsächlich dar), ist der Roman viel zu gehaltlos, die Personen bleiben flach, richtige Spannung kommt nicht auf. Und für einen Science Fiction mit Zeitreise fehlt es leider an zwei wichtigen Bestandteilen: Science und Zeitreise. Das kleine bisschen Verschwörung gegen Kaiser Konstantin wird eher nebensächlich abgehandelt, so dass das Attribut "Thriller" nicht nur lächerlich sondern schlicht falsch ist.

Vielleicht beginnt ja Stephen Baxter alle seine namhaften Science Fiction Reihen erst mal mit 500 Seiten zusammenfassender Geschichtsschreibung, bevor er ins eigentliche Genre einsteigt. Falls ja, tue ich Baxter mit dieser Rezension zwar Unrecht, aber dann ist er erst recht kein Autor den ich weiter empfehlen könnte, und falls nein, dann müsste ich ihm gegebenenfalls, mit einer anderen Reihe noch eine zweite Chance geben. Denn eins muss man ihm lassen: Sein Schreibstil ist sehr eingängig und immerhin kann Baxters Ruhm im Genre der Zeitreisen und Multiversen doch nicht ganz unverdient sein, oder. ;-)
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 4, 2011 11:22 PM MEST


Millennium
Millennium
DVD ~ Kris Kristofferson
Wird angeboten von TaJu
Preis: EUR 0,49

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Unterschätzt und fehlbesetzt, 28. April 2009
Rezension bezieht sich auf: Millennium (DVD)
Zwei Herzen schlagen, ach, in meiner Brust wenn es um die Bewertung dieses Low-Budget Zeitreisetrips aus dem altehrwürdigen Jahr 1989 geht.

Auf der einen Seite ist da die wirklich kreative Story um die Zeitreisende Louise Baltimore (Cheryl Ladd), die zusammen mit ihrem Team Menschen kurz vor deren Tod aus der Gegenwart kidnappen um mit ihnen in einer fernen Zukunft die aussterbende Menschheit aufzufrischen. Bevorzugtes Ziel dieser Zeitreisenden sind natürlich Flugzeuge, die sich kurz vor ihrem Absturz befinden. Das ganze Projekt droht jedoch aus dem Ruder zu laufen, als Louise ein paar Gerätschaften aus ihrer Zeit in einem abstürzenden Flugzeug vergisst, und als Bill Smith (Kris Kristofferson), der die Absturzursache untersuchen soll, diese entdeckt. Es entsteht eine Paradoxie, die die Zukunft auszulöschen droht, und deshalb wird Louise noch einmal zurück geschickt um den Fehler wieder gut zu machen. Allerdings bringt das den Zeitablauf noch mehr durcheinander und den armen Bill gleich noch mit dazu. Das Ende der Zukunft und damit der schlechtesten Frisuren seit Geschichtsschreibung scheint unaufhaltbar.

Dieser Film hat es nicht gerade zu großem Nachruhm gebracht, und das ist eigentlich schade, den die Story an sich ist nach der Kurzgeschichte "Air Raid" von John Varley wahrhaft genial erdacht und auch ausgesprochen spannend inszeniert. Die Erzählperspektive wechselt mehrmals zwischen den Personen und den Zeitebenen. Das verkompliziert die ehedem schon paradoxe Geschichte noch ein wenig mehr, was aber einen echten Zeitreisefreak keineswegs abschreckt, ganz im Gegenteil.
Die Spezialeffekte sind gemessen am Alter des Films gar nicht mal so übel, besonders die düstere Zukunft ist recht gut gemacht, auch wenn man hierfür offenbar die primitivsten Billig-Kulissen aller Zeiten verwendet hat.

ABER, und jetzt kommt der Grund warum ich den Film nicht mit 5 Sternen bewerten kann, die beiden tragenden Darsteller Kris Kristofferson und Cheryl Ladd spielen so dermaßen erbärmlich, dass sie mit ihrem 80er-Jahre Hilfsromantik- und Actiongeplänkel immer haarscharf an der absoluten Lächerlichkeit vorbeischrammten. Kris Kristorfferson mit halbintellektuellem Rauschebart wirkt wie eine Mischung aus Hägar dem Schrecklichen und Frankenstein Junior, feinmotorisch behindert und wahrnehmungsverzögert. Hätte ich ihn nicht schon in weitaus besseren Rollen gesehen, würde ich beinahe vermuten er kann's nicht besser. Den vom Beruf völlig vereinnahmten, einsamen Wolf kann er nicht mal ansatzweise glaubwürdig darstellen. Zum Ausgleich dafür darf der leidenschaftliche Fan ihn sporadisch bekleidet vor und nach dem S*x bewundern, gääääähn. Auch die 3-Engel-für-Charlie Wasserstoffblondine Cheryl Ladd, die mich mit ihrer hippen Föhn-Frisur irgendwie an Vanille-Softeis erinnerte, ist allenfalls um eine kleine Nuance besser als ihr männlicher Gegenpart. Ganz nett spielt sie beim Kettenrauchen, lustig wird es wenn sie Auto fährt und ihren smarten Alufolienanzug aus der Zukunft trägt, aber insgesamt hätte auch Cheryl Ladd weit mehr bieten können als bloß blond und blöd frisiert zu sein.

Also:
Millennium ist ein weithin unterschätzter Film, der wegen seiner verwirrenden Zeitreisegeschichte leider niemals die Massen fesseln konnte und dessen angebliche Romanze durch das blutarme Darstellerduo noch öder wird, aber wer den Stil der 80er Jahre schmerzfrei verkraften und sich für etwas anspruchsvollere Zeitreise-Stories erwärmen kann, der hat hier einen sehr spannenden und verwickelten Film vor sich, den man sogar mehrmals ansehen kann.

DVD:
Ca. 110 min Laufzeit, Format PAL/4:3, Vollbild (1.33:1), Ton Deutsch: Dolby Digital 2.0, keine Untertitel, keine Extras

Derselbe Film ist als DVD auch unter dem Titel Die 4. Dimension erschienen. Die Ausstattung der DVD scheint auch nicht besser zu sein, aber immerhin dürfte sich ein Preisvergleich der beiden DVD-Ausgaben lohnen.
Kommentar Kommentare (13) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 4, 2011 6:01 PM MEST


Die steinerne Armee: Der Rigante-Zyklus, Bd. 1
Die steinerne Armee: Der Rigante-Zyklus, Bd. 1
von David Gemmell
  Taschenbuch

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Maestro lässt die römischen Legionen aufmarschieren, 23. April 2009
Eigentlich geht es in Gemmells schottischem Heldenepos gar nicht um die echten Römer, sondern um das Volk von Stone, das den Römern nicht unähnlich ist und in einer Welt lebt, die dem antiken Europa nachempfunden ist. Stone ist die ewige Stadt. Machthungrig und expandierend unterwirft und versklavt sie mit ihren gut organisierten Legionen alle anderen Völker der bekannten Welt.
Die keltischen Riganten, im Buch wird der Volksstamm Keltoi genannt, lassen sich leicht mit den Caledoniern oder Schotten vergleichen und der liebenswerte aber keineswegs liebenswürdige Held Connavar, von dem die Geschichte erzählt, ist eine Art antiker William Wallace, der sich im Laufe der Geschichte nicht nur zum Helden sondern auch zum Gegner von Stone entwickeln wird.
Connavar wird als Sohn eines einfachen Knechts geboren und verlebt seine Kindheit wohlbehütet im Kreise einer harmonischen und vom einfachen Leben bestimmten Dorfgemeinschaft. Sein einziger Verdruss ist die Tatsache, dass er seinen verstorbenen Vater für einen Feigling hält und er selbst um keinen Preis jemals als Feigling abgestempelt werden will. Das prägt Connavars Handeln und Denken, und als dem jungen Burschen einmal ein Bär in die Quere kommt, greif er das Tier an, anstatt vernünftigerweise das Weite zu suchen. Er überlebt diese denkwürdige Begegnung zwar, aber das hat nichts mit seiner Heldenhaftigkeit sondern sehr viel mit Magie zu tun, und mit dem Umstand, dass das mysteriöse und uralte Volk der Seidh offenbar "einen Affen an ihm gefressen hat" ;-). Auf jeden Fall gilt Connavar von nun an als Held unter seinesgleichen, und als der blutjunge Bursche mit seinem Freund Banouin, einem Händler aus Stone, auszieht um die Welt außerhalb seiner Dorfes kennen zulernen legt er damit den Grundstein für seine weitere Karriere, als Krieger, Anführer und wahrhaftiger Held.

Ich weiß nicht ob Gemmell mit diesem halb historischen, halb fantastischen Rigantenzyklus abseits seines sonstigen Erzählstils schrieb, aber ich weiß sicher, dass diese Geschichte die beste Low-Fantasy Story ist, die ich bislang kenne. Und Connavar ist ein wirklicher Held, vielschichtig, bewundernswert und gleichzeitig doch sehr menschlich. Kompromisslos und geradlinig geht er seinen Weg, aber im Gegensatz zu manch anderem Helden aus der Welt der Fantasy ist Connavar keine unfehlbare Lichtgestalt, sondern er begeht nicht wieder gut zu machende Fehler und hat durchaus seine schlechten Seiten. Und gerade deshalb bleibt er ganz nahe an uns realen Menschen, und vermittelt damit dem Leser ein bisschen das Gefühl, dass jeder der mutig und rechtschaffen bleibt, ein Held sein kann. Und warum eigentlich nicht? Es gibt weitaus dümmere Utopien in unserer Welt, denen man nacheifern könnte.

20 Sterne für David Gemmell und für Connavar, das Schwert im Sturm:
Vielleicht ist es dieses einfache Rezept, das den Meister ausmacht und sein Buch zu einem Fantasygenuss erster Güte. Gemmells Schreibstil ist sparsam aber sehr angenehm, seine Charaktere sind nicht wortreich beschrieben aber durch ihre Handlungen werden sie glaubwürdig und mehrdimensional. Der Autor konzentriert seine Geschichte auf die Handlung und verzichtet (dankenswerterweise ;-)) auf weitschweifige Landschafts- Kleidungs- oder Physiognomiebeschreibungen. Im Zentrum seiner Geschichten steht die Konfrontation von Gut und Böse, und am Ende die tröstliche, wenn auch nicht gar so realistische Botschaft, dass Geradlinigkeit und Aufrichtigkeit und Liebe sich bewähren und triumphieren werden.
Genau so und nicht anders muss gute Fantasy sein, und selbst wenn für meinen Geschmack dabei manchmal ein ganz klein zu viel gehauen und gestochen wird, so fällt das angesichts der unablässigen Spannung und der erstklassigen Unterhaltung überhaupt nicht ins Gewicht.
Und jetzt geht's weiter im Rigante Zyklus mit "Die Nacht des Falken", "Rabenherz" und "Sturmreiter".
Bis dann also.
Kommentar Kommentare (6) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 25, 2009 1:33 PM MEST


Lord Sherry: Roman
Lord Sherry: Roman
von Georgette Heyer
  Taschenbuch

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lord Sherry heiratet sich erwachsen, 20. April 2009
Rezension bezieht sich auf: Lord Sherry: Roman (Taschenbuch)
Der junge Heißsporn Lord Sherry heiratet im Prinzip nicht gerne, aber wenn er schon wegen seines Erbes heiraten muss, dann sollte es wenigstens die "Unvergleichliche", Isabella, die Beauté der Saison, sein. Als Isabella ihn schnöde abweist, nimmt er halt - im wahrsten Sinne des Wortes - die Nächstbeste, seine Jugendfreundin Hero, zum Weibe. Die ist zwar noch sehr jung und kein bisschen erwachsen, aber von jeher unsterblich in Sherry verliebt.
Sherry ahnt jedoch nicht, was er sich da mit Hero ans Bein gebunden hat, denn obwohl sie ein herzensguter und wohlmeinender Mensch ist, tappt Hero doch in der Londoner Gesellschaft von einem Fettnäpfchen ins nächste, und Sherry muss schmerzhaft erkennen, dass einer von ihnen beiden wohl erwachsen werden sollte, um nicht ganz und gar vom unerbittlichen Getriebe der High Society zermahlen zu werden. Und ganz nebenbei muss Sherry natürlich sein von der Unvergleichlichen gebrochenes Herz kurieren, seinen Schuldenberg abbauen, böswillige Zeitgenossen in ihre Schranken weisen und seine hysterische Mutter besänftigen, was unweigerlich dazu führt, dass er seinem unbeschwerten Junggesellendasein für immer Lebewohl sagen muss.

Wer Georgette Heyer kennt, der ahnt schon, dass der leicht selbstsüchtige Sherry und der ihm angetraute Wildfang in diesem Roman die kuriosesten Abenteuer erleben werden, bei denen man sich als Leser(in) niveauvoll unterhalten fühlen wird und bei denen man wieder einmal Personen kennen lernen darf, die mit ihren lieben Macken und fiesen Schrullen direkt aus dem Leben gegriffen sind und für so manches Schmunzeln und Lachen gut sind.
Lord Sherry ist ein romantisch-beschwingter 5 Sterne Heyerling wie er im Buche steht und es ist überhaupt kein Schaden ihn zu lesen, ganz im Gegenteil ;-))).
Kommentar Kommentare (7) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 23, 2009 2:01 AM MEST


Magic Lost, Trouble Found (Raine Benares, Band 1)
Magic Lost, Trouble Found (Raine Benares, Band 1)
von Lisa Shearin
  Taschenbuch
Preis: EUR 6,00

5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Witzig-spritzige Tussi-Fantasy, 18. April 2009
Zumeist werde ich mit Geschichten, die in der Ich-Form erzählt werden, nicht warm, weil's früher oder später immer etwas unbescheiden klingt wenn ein Held sich und seinen Taten huldigt. Aber bei dieser Heldin, der wahrhaft emanzipierten Elfin Raine Benares, die ihr vertracktes Leben mit so viel charmanter Selbstironie schildert, blieb es nicht aus, dass ich schon nach wenigen Seiten gelacht habe und sogar Sympathie für die eher mittelmäßige Zauberin entwickelt habe. Raine gerät bei einem scheinbar harmlosen, wenn auch nicht ganz legalen Einbruch unter die Räder eines mächtigen und machtbesessenen und total durchgeknallten Goblin-Zauberers und ehe sie sich versieht, ist sie im Besitz eines unberechenbaren Amuletts, das ihr ungewöhnliche Fähigkeiten, einige neue Freunde und viele neue Feinde beschert. Das Amulett ist in Wirklichkeit ein Ortungsgerät für ein noch mächtigeres magischeres und bösartigeres Artefakt, einen Seelen fressenden Stein, und Miss Benares ist schon bald sehr dankbar für die fast uneigennützige Hilfe einiger ausgesprochen attraktiver Männer aus Goblin- und Elfenkreisen, denn ihr Showdown mit dem widerwärtigen Gegner dürfte sich nicht gerade fröhlich oder ungefährlich gestalten.

Diese Geschichte ist ein wirklich lustiges und lesenswertes Paradebeispiel für anspruchslose Frauenliteratur aus dem Reich der Fantasy. Ich hätte nie für möglich gehalten, dass man eine Elfenfrau so beschreiben kann, dass sie tatsächlich meinem Bild einer "Chick" oder Tussi entspricht und dennoch glaubwürdig Elfe bleibt. Aber Miss Raine Benares ist wirklich gelungen geschildert. Sie ist eine hippe, feminine und unabhängige Mitt-Zwanzigerin, die in einer mittelalterlichen Welt von Elfen, Goblins, Menschen und allerlei Zauberern ihren Mann, äh ihre Frau steht.
Ihre Abenteuer sind witzig und spannend, und der Stil in dem sie geschildert werden ist ganz typisch für Chick-Lit: Locker flockig, mit einem Hauch von Ironie und ein ganz klein bisschen tussimäßig.
"Magic Lost Trouble Found" ist sicher keine Supernova am Fantasyfirmament, aber ich habe mich zwischen Magie, Selbstverwirklichung und aufkeimender Romantik durchweg gut amüsiert und werde gelegentlich auch noch die beiden Fortsetzungen ("Armed and Magical" und "The Trouble with Demons") lesen.


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