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Rezensionen verfasst von
Heinz Ketchup (München)

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Miss Bohemia: Roman
Miss Bohemia: Roman
von Mathias Nolte
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,90

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Im totalen Leserausch, 7. Februar 2013
Rezension bezieht sich auf: Miss Bohemia: Roman (Gebundene Ausgabe)
Eigentlich war mir schon vor dem Lesen klar, dass wird wieder ein ganz besonderes Lesevergnügen, denn ich kannte schon "Louise im blauweiß gestreiften Leibchen" (ISBN 978-3552061187), "Roula Rouge" (ISBN 978-3552060531) und "Großkotz" (ISBN 978-3257016666) von Mathias Nolte. Was soll ich sagen, der Autor hat mich auch dieses Mal nicht enttäuscht.

Die Geschichte wird aus der Sicht von Lukas Moskowicz aufgezäumt. Als Lukas in der New York Times vom Tod seines Bekannten und Schriftstellerkollegen Philipp Bach erfährt und in dem Bericht ein Bild von Tara entdeckt, werden alte Erinnerungen wach und er beginnt zu recherchieren. Zuerst tritt der Schriftsteller Bach in das Leben von Lukas. Bach ist irgendwie ein richtiger Unsympath. Trotzdem bittet er Lukas einige historische Dinge für seinen "Roman des Jahrhunderts" in seinem Verlag recherchieren zu lassen. Später überrascht Bach Lukas, der inzwischen in Big Pine Key lebt, mit einem Besuch. In seinem Schlepptau bringt er die wunderschöne Tara mit. Es entwickelt sich eine Ménage à trois, denn Tara ist keineswegs kokett. Nach und nach erfährt man mehr über Bachs Leben. Er war ein Freund von Franz Krohn, eines erfolgreichen DDR Schriftstellers, der ihm auch bei der Flucht in den Westen half. Mehr will ich an dieser Stelle nicht verraten. Tara bleibt zunächst geheimnisvoll.

Wie alle Romane von Nolte nimmt auch dieser am Schluss eine ungewöhnliche Wende. Einfach wunderbar wie der Autor die Charaktere, Symbole und Handlungsstränge miteinander verwebt. Ein absoluter Lesegenuss, der natürlich 5 Sterne verdient.


Als ich vom Himmel fiel: Wie mir der Dschungel mein Leben zurückgab
Als ich vom Himmel fiel: Wie mir der Dschungel mein Leben zurückgab
von Juliane Koepcke
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Bin hin und hergerissen, ob es ein gutes Buch ist oder nur OK, 5. Februar 2013
Zunächst ist das eine Geschichte, die sicher ihre Berechtigung in Buchform hat. Wer jetzt ein Buch erwartet (nur) über einen Flugzeugabsturz und den einsamen Kampf gegen Bestien und Gefahren einer mutigen Überlebenden, der wird enttäuscht werden. Juliane Koepcke will bzw. kann diese Geschichte nicht bieten. Sie ist geprägt von ihren Eltern Maria Koepcke geb. Mikulicz-Radecki und dem leicht eigenbrötlerischen Vater Hans-Wilhelm Koepcke, die sich der peruanischen Forschungsstation "Panguana" mit all ihrer Biodiversität verschrieben hatten. Juliane pflegt das Erbe ihrer Eltern. So ist der Absturz fast nur eine Nebengeschichte, denn es geht um Peru, den Dschungel und nicht verarbeitete psychische Geschichten. Für mich war die Geschichte an und für sich schon interessant. Was mir nicht gefallen hat, war der Schreibstil. Zu oft werden für den Leser (vielleicht nicht für Juliane Koepcke selbst) Nebensächlichkeiten wiederholt. Es reicht einmal zu erwähnen wie der Mädchenname der Mutter war oder dass die Zigeunerhühner ihr Leben gerettet haben. So gibt es im Buch viele andere Beispiele. Das Verhältnis zum Vater hätte in einem komprimierten Kapitel wohl besser abgearbeitet werden können. Stattdessen wird immer wieder das schwierige Verhältnis zum Vater und die schweren Schuldgefühle die Juliane wegen des Todes ihrer Mutter hegt, thematisiert. Ein ordentliches Buch, das mich aber sprachlich und von der Art der Gliederung nicht 100 % abgeholt hat (trotz aller Empathie, die ich für Frau Koepcke hege).
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 13, 2015 3:42 PM CET


Wohin geht die Liebe, wenn sie durch den Magen durch ist?
Wohin geht die Liebe, wenn sie durch den Magen durch ist?
von Eckart von Hirschhausen
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Thema verfehlt, 25. Januar 2013
Ich gehe ein Stück weiter, als der Benutzer Groffin und attestiere dem Buch "Thema verfehlt". Mit dem Thema Liebe hat dieses Buch nur rudimentäre Berührungspunkte. So kommt es mir vor, als ob ein prägnanter Titel über ein Thema, welches Menschen immer bewegt, gesucht wurde und dieses mit durchaus humorvollem Allerlei gefüllt wurde. Was haben Themen wie Alkohol, Rauchen oder Lästern etc. mit dem Thema Liebe zu tun? Nicht viel, außer dass sie eventuell für Konfliktpotenzial in einer Beziehung sorgen könnten. Das Konfliktpotential ist aber nicht die Intention in all diesen Kapiteln. Natürlich ist das Buch unterhaltend, witzig und doch wissenschaftlich fundiert. Es gibt nichts daran auszusetzen wie Eckart von Hirschhausen sein Repertoire präsentiert. Ich habe mir das Buch mit einer Erwartungshaltung rund um ein bestimmtes Thema zugelegt. Dieses kommt im Buch leider zu kurz.

Man kauft schließlich auch keinen Krimi bzw. Thriller und freut sich dann wie ein Schneekönig wenn man in Wirklichkeit eine Liebesschnulze im Stile einer Rosamunde Pilcher lesen muss (ohne Verbrechen und doppelten Boden). Für den humorvollen Esprit gibt es trotzdem einen Stern mehr, obwohl "Thema verfehlt" in der Schule mit "Ungenügend" bewertet wird.


Du
Du
von Zoran Drvenkar
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wirklich tiefste Abgründe, 22. Januar 2013
Rezension bezieht sich auf: Du (Taschenbuch)
Alles beginnt mit dem Reisenden. Er berichtet aus seiner Sicht von einem Massenmord auf der A4. Dann erfährt der Leser erste Details der Geschichte von Ragnar Desche, einem gnadenlosen Drogendealer aus Berlin. Auch dieser wird aus der Sicht des Protagonisten berichten. Nach und nach geht der Leser auf die Lebensreise der 5 Teenagerinnen & Freundinnen Stinke, Rute , Nessi, Schnappi und Taja. Nicht zu vergessen sind Ragnars Sohn Darian bzw. Ragnars Bruder Oscar. Alle sehen die Welt aus ihren Augen und alle haben eine gemeinsame Geschichte, die sich nach und nach wie ein Puzzel zusammensetzt.

Alle Geschichten sind spannend in sich, so dass Dir (dem Leser) während des Lesens nie langweilig wird. Du bist von A bis Z vom Geschehen gefesselt. Natürlich wirkt die Geschichte für Dich etwas konstruiert, fast schon überfrachtet. Doch Du musst weiterlesen, fasziniert von den Abgründen, die sich von Zeile zu Zeile auftuen. Ein gelungenes Werk von Zoran Drvenkar.


Öffne meine Augen - Te doy mis ojos
Öffne meine Augen - Te doy mis ojos
DVD ~ Laia Marull
Preis: EUR 10,99

5.0 von 5 Sternen Verschließt eure Augen nicht vor alltäglichem Leiden, denn unser Bewusstsein darf für seine Existenz nicht abstumpfen., 3. Januar 2013
Rezension bezieht sich auf: Öffne meine Augen - Te doy mis ojos (DVD)
Pilar (Laia Marull) ist verheiratet und hat einen Sohn Juan (Nicolás Fernández Luna). Ihr Mann Antonio (Luis Tosar) ist gewalttätig und verprügelt sie. In einer Nacht und Nebel Aktion entschließt sich Pilar mit ihrem Juan nach Toledo zu ihrer Schwester Ana (Candela Peña) zu flüchten. Ana mochte Antonio noch nie. Ihre Meinung wird bestärkt, als sie zufällig die Krankenakte Pilars in die Finger bekommt. Die Mutter Aurora (Rosa Maria Sardà) wünscht sich hingegen, dass Pilar zu ihrem Mann zurückkehrt.

Um die Ehe zu retten begibt sich Antonio in Therapie. Der Therapeut (Sergi Calleja) zeigt ihm Wege aus dem Dilemma. Pilar baut sich zwischenzeitlich eine eigene Karriere im Museum auf. Im Inneren liebt sie Antonio noch. Und Antonio kämpft um seine Frau. Gibt es eine Rettung für die zerrüttete Ehe? Kann sich Antonio ändern?

Ein emotionsgeladener Film rund um das Thema häusliche Gewalt. Die Schauspieler überzeugen in einem Spiel zwischen Liebe und Gewalt. Dem Regisseur Icíar Bollaín ist ein Film gelungen, der zum Nachdenken anregt. Ein absolut empfehlenswerter Film.


Lonely Planet Reiseführer Kuba
Lonely Planet Reiseführer Kuba
von Brendan Sainsbury
  Broschiert

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Guter Reiseführer für Kuba mit kleinen Schwächen, 27. November 2012
Rezension bezieht sich auf: Lonely Planet Reiseführer Kuba (Broschiert)
Eigentlich kann ich nur bestätigen - dieser Lonely Planet fast perfekt für eine Reise auf Kuba. Die allermeisten Höhepunkte sind mit Sicherheit abgedeckt.

Was ich persönlich etwas schlecht fand ist der Index des Reiseführers. Ich will ein paar Beispiele geben. Mit Camilo Cienfuegos gibt es, neben Ché Guevara und Fidel Castro, eine weitere wichtige Persönlichkeit der kubanischen Revolution. Das "Museo Nacional Camilo Cienfuegos" (S. 319) in Yaguajay in der Provinz Sancti Spíritus ist zwar im Buch beschrieben, aber im Index findet sich keine Referenz zum Protagonisten. Für den Cienfuegos Interessierten also nur schwer zu entdecken (außer man nimmt sich die Zeit alles zu lesen). Der Ort Yaguajay ist dort gleich gar nicht zu finden. Ein weiteres Beispiel ist die "Bahía de Taco (Bucht von Taco)". Da ich mich insbesondere für die Natur interessierte, las ich natürlich das Kapitel "Tiere und Pflanzen". An der Bahía soll es nämlich Rundschwanzseekühe geben. Die Neugier war geweckt, doch weder im Index noch in der Karte ist die "Bahía de Taco" zu finden. Eigentlich habe ich die Bucht nur durch Zufall im Teil des Nationalpark Alejandro de Humboldt plus der Karte der Provinz Guantánamo gefunden. So ist es mir in diesem Führer öfters ergangen.

Ornithologen sind die Autoren bzw. Übersetzer ganz bestimmt auch keine, denn der Cartacuba heißt auf deutsch Vielfarbentodi (Todus multicolor), der Zunzuncito ist die Bienenelfe (Mellisuga helenae) und der Zunzun ist der Kubasmaragdkolibri (Chlorostilbon ricordii) etc. pp.. Dies ist ein deutscher Reiseführer, also dürfen auch bitte die deutsche Worte verwendet werden.

Sicherlich fehlen auch einige schöne Dinge wie das Valle de Yumurí (gut zu sehen vom Ausichtspunkt bei der Bacunayagua-Brücke 7 Kilometer westlich von Matanzas) oder für Beatles Fans der John Lennon Park im Stadtteil Vedado in Havanna (und dem nahen Club "Submarino Amarillo", wenn es mal nicht Salsa und Konsorten sein soll).

All diese Dinge könnten noch verbessert werden. Trotzdem muss ich dem Buch assistieren - ein grundsolider guter Reiseführer, der uns in einem faszinierenden Land große Dienste geleistet hat. Ich kenne für andere Länder sicherlich schlechtere LPs.


Die Vorsorgelüge: Wie Politik und private Rentenversicherung uns in die Altersarmut treiben
Die Vorsorgelüge: Wie Politik und private Rentenversicherung uns in die Altersarmut treiben
von Holger Balodis
  Broschiert
Preis: EUR 18,00

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Beängstigende Aussichten für Otto Normalverbraucher, 26. November 2012
Sicherlich ein Buch, dass die Problematik leicht und einfach verständlich beschreibt. Auf der einen Seite wurde uns Deutschen mit dem demografischen Faktor Angst eingejagt. Auf der Anderen wurde die Privatvorsorge als Ultima Ratio angepriesen. Ob es stimmt, das der demografische Wandel so wenig Einfluss auf die gesetzliche Rentenversicherung hat, wie es uns die Autoren weismachen wollen, da habe ich meine leisen Zweifel. Es wird dadurch mittel- bis langfristig wahrscheinlich weniger Beitragszahler geben und mehr Rentenempfänger. OK, man kann wie die Autoren schildern die Basis der Beitragszahler erhöhen, in dem man Selbständige etc. mit einbezieht. Dann mag man das Übel lindern. Im Gegenzug entstehen hier aber auch später Ansprüche an die Rentenkassen. Ob das alles ganz so einfach ist, wie es im Buch geschildert wird? Die gesetzliche Rente ist sicherlich komplexer.

Trotzdem ist es wichtig die vielen negativen Aspekte der privaten Vorsorge zu verstehen. Wer das Buch gelesen hat, der wird verstehen, dass die Versicherungswirtschaft nur das Eine im Sinn hat: "Wie kommt das Geld der Bürger in ihre Tasche?" In den Beratungsgesprächen wird es bestimmt kein Thema sein, wie viel Provision geht vom eingezahlten Geld direkt an den Verkäufer, was für Kosten fallen an, wenn man zwischen Fonds oder Versicherungen wechselt oder noch schlimmer was passiert, wenn man die Beiträge nicht mehr zahlen kann. Und laut Statistik sind Kündigungen gar nicht so selten. Dazu werden in der Tat Renditen für die Rentenfonds vorgaukelt, die so wohl nicht zu erwirtschaften sind. Und auch das Problem, dass die Sterbetafeln der Versicherungen weit über den Lebenserwartungen des Statistisches Bundesamt kalkulieren, ist im Verkaufsgespräch kein Thema. Natürlich gibt es hierzu keine gesetzlichen Vorschriften. So werden die Kunden laut Sterbetafel der Versicherung einfach länger leben, als dies wirklich der Fall ist. Jedes Jahr in dem der Klient früher stirbt, als auf der zugrunde liegenden Sterbetafel angegeben ist, ist also Bares für Ergo, Allianz und Co. Da kann den besten Verkäufern schon mal eine Lustreise zugestanden werden.

So weit, so gut, ein spannendes Buch. Bisweilen ist es in einigen Punkten zu populistisch. Bedauerliche Einzelfälle wie die von Frank Goldschmidt oder Ernst Grünewald etc. sind natürlich noch lange keine Beweise. Das es sie gibt, das ziehe ich nicht in Zweifel. Dafür gibt es einen Stern weniger.

Bedenklicher finde ich die Verstrickungen von Riester, Rürup oder Raffelhüschen mit der Versicherungswirtschaft. Das Buch arbeitet diese Aspekte hervorragend heraus.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 3, 2012 12:22 PM CET


Ist das noch Punkrock?
Ist das noch Punkrock?
Wird angeboten von ZUMM
Preis: EUR 12,98

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nein, es ist halb vier, 29. Oktober 2012
Rezension bezieht sich auf: Ist das noch Punkrock? (Audio CD)
Nach "Punk ist..." auf 13 nun also die neue Single Auskopplung "Ist das noch Punkrock?", ein Lied, dass mich irgendwie an die alten Moskito Songs mit besagtem "Punk ist..." Text erinnert. Bei Moskito hießen sie noch Gabi & Uwe und heute ist es halt Andrea. Dieses wenig innovative Lied führt bei mir unweigerlich zum Schluß, dass ich "Ist das noch Punkrock?" nicht unter der Kategorie brauche ich unbedingt noch mal, nachdem ich stolzer Besitzer von "auch" bin, einordne. Doch Laternen-Joe rettet die Show und ist der Grund, warum man dann doch volle Sterne geben muss. Wie einst DÄ mit ihrem Konzeptalbum "Le Frisur", in dem sich alles um das Thema Haare drehte, handelt sich bei den Laternen-Joe Liedern alles um, man höre und staune, Laternen-Joe. Musikalisch absolut erste Sahnie (Rod möge mir das verzeihen), witzig und epiphanisch. Die Zeit rennt aber mal wieder beim Rezension schreiben, und da frage ich mich "Ist es tatsächlich schon viertel vor zwölf"?


Die Taube (Hors Catalogue)
Die Taube (Hors Catalogue)
von Patrick Süskind
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,90

4.0 von 5 Sternen Aus der Bahn geworfen, 26. Oktober 2012
Rezension bezieht sich auf: Die Taube (Hors Catalogue) (Taschenbuch)
Jonathan Noel ist ein selbstgewollter Außenseiter. Er kapselt sich von der Gesellschaft ab und lebt ein Leben, das er wohl selbst als "harmonische Monotonie" bezeichnen würde. Alles läuft nach minutiösem Plan und das Leben birgt keine außergewöhnlichen Schrecken. Er hat eine fast abbezahltes Zimmer und einen soliden Job als Wachmann einer Bank. Doch eines Morgens wirft ihn eine Taube vor seiner Zimmertür völlig aus der Bahn. Die "Ratten der Lüfte" entsprechen nämlich nicht seinen Hygienevorstellungen. Wird es der Aufgalopp zu einem vollkommenen Absturtz?

Ich finde eine sehr gut geschriebene Geschichte von Patrick Süskind, die durchaus zum Denken anregt. Oft sind es die kleinen Ereignisse, die große Wirkung zeigen. Und das wurde in diesem Büchlein wunderbar in einer bewegenden Geschichte verpackt.


Zibulsky oder Antenne im Bauch. Satiren
Zibulsky oder Antenne im Bauch. Satiren
von Edgar Hilsenrath
  Taschenbuch

5.0 von 5 Sternen Die Facetten des Herrn (und der Frau) Zibulsky, 23. September 2012
Ich glaube Edgar Hilsenrath mag man oder man ist von ihm vor den Kopf gestoßen. Viel dazwischen gibt es wohl nicht. Ich gehöre eher zu denen, die seine sarkastische Art mag. "Zibulsky oder Antenne im Bauch" hat zusätzlich den Vorteil, dass man die relativ kurzen Geschichten gut auf Zugfahrten lesen kann, denn es führt nie zum Bruch einer Gesamtgeschichte, wenn man das Buch mal eine Zeit lang weglegen muss. Ich persönlich wollte es aber gar nicht weglegen, denn trotz der manchmal weniger lustigen Themen, musste ich das eine oder andere Mal über die grotesken Dialoge schmunzeln. Sicher merkt man das Hilsenrath ein gebranntes Kind der NS-Zeit ist. Das ist auch sein ureigenes immer wiederkehrendes Thema. Aber er belässt es nicht nur dabei die Vergangenheit aufzuarbeiten, denn z.B. der Dialog über das Kernkraftwerk in der Friedensrepublik >>Respublico<< könnte als äußerst aktuell betrachtet werden. Deshalb meine Empfehlung, lesen, lesen und noch mal lesen.


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