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Rezensionen verfasst von
Heinz Ketchup (München)

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Die Vorsorgelüge: Wie Politik und private Rentenversicherung uns in die Altersarmut treiben
Die Vorsorgelüge: Wie Politik und private Rentenversicherung uns in die Altersarmut treiben
von Holger Balodis
  Broschiert
Preis: EUR 18,00

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Beängstigende Aussichten für Otto Normalverbraucher, 26. November 2012
Sicherlich ein Buch, dass die Problematik leicht und einfach verständlich beschreibt. Auf der einen Seite wurde uns Deutschen mit dem demografischen Faktor Angst eingejagt. Auf der Anderen wurde die Privatvorsorge als Ultima Ratio angepriesen. Ob es stimmt, das der demografische Wandel so wenig Einfluss auf die gesetzliche Rentenversicherung hat, wie es uns die Autoren weismachen wollen, da habe ich meine leisen Zweifel. Es wird dadurch mittel- bis langfristig wahrscheinlich weniger Beitragszahler geben und mehr Rentenempfänger. OK, man kann wie die Autoren schildern die Basis der Beitragszahler erhöhen, in dem man Selbständige etc. mit einbezieht. Dann mag man das Übel lindern. Im Gegenzug entstehen hier aber auch später Ansprüche an die Rentenkassen. Ob das alles ganz so einfach ist, wie es im Buch geschildert wird? Die gesetzliche Rente ist sicherlich komplexer.

Trotzdem ist es wichtig die vielen negativen Aspekte der privaten Vorsorge zu verstehen. Wer das Buch gelesen hat, der wird verstehen, dass die Versicherungswirtschaft nur das Eine im Sinn hat: "Wie kommt das Geld der Bürger in ihre Tasche?" In den Beratungsgesprächen wird es bestimmt kein Thema sein, wie viel Provision geht vom eingezahlten Geld direkt an den Verkäufer, was für Kosten fallen an, wenn man zwischen Fonds oder Versicherungen wechselt oder noch schlimmer was passiert, wenn man die Beiträge nicht mehr zahlen kann. Und laut Statistik sind Kündigungen gar nicht so selten. Dazu werden in der Tat Renditen für die Rentenfonds vorgaukelt, die so wohl nicht zu erwirtschaften sind. Und auch das Problem, dass die Sterbetafeln der Versicherungen weit über den Lebenserwartungen des Statistisches Bundesamt kalkulieren, ist im Verkaufsgespräch kein Thema. Natürlich gibt es hierzu keine gesetzlichen Vorschriften. So werden die Kunden laut Sterbetafel der Versicherung einfach länger leben, als dies wirklich der Fall ist. Jedes Jahr in dem der Klient früher stirbt, als auf der zugrunde liegenden Sterbetafel angegeben ist, ist also Bares für Ergo, Allianz und Co. Da kann den besten Verkäufern schon mal eine Lustreise zugestanden werden.

So weit, so gut, ein spannendes Buch. Bisweilen ist es in einigen Punkten zu populistisch. Bedauerliche Einzelfälle wie die von Frank Goldschmidt oder Ernst Grünewald etc. sind natürlich noch lange keine Beweise. Das es sie gibt, das ziehe ich nicht in Zweifel. Dafür gibt es einen Stern weniger.

Bedenklicher finde ich die Verstrickungen von Riester, Rürup oder Raffelhüschen mit der Versicherungswirtschaft. Das Buch arbeitet diese Aspekte hervorragend heraus.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 3, 2012 12:22 PM CET


Ist das noch Punkrock?
Ist das noch Punkrock?
Wird angeboten von ZUMM31
Preis: EUR 7,98

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nein, es ist halb vier, 29. Oktober 2012
Rezension bezieht sich auf: Ist das noch Punkrock? (Audio CD)
Nach "Punk ist..." auf 13 nun also die neue Single Auskopplung "Ist das noch Punkrock?", ein Lied, dass mich irgendwie an die alten Moskito Songs mit besagtem "Punk ist..." Text erinnert. Bei Moskito hießen sie noch Gabi & Uwe und heute ist es halt Andrea. Dieses wenig innovative Lied führt bei mir unweigerlich zum Schluß, dass ich "Ist das noch Punkrock?" nicht unter der Kategorie brauche ich unbedingt noch mal, nachdem ich stolzer Besitzer von "auch" bin, einordne. Doch Laternen-Joe rettet die Show und ist der Grund, warum man dann doch volle Sterne geben muss. Wie einst DÄ mit ihrem Konzeptalbum "Le Frisur", in dem sich alles um das Thema Haare drehte, handelt sich bei den Laternen-Joe Liedern alles um, man höre und staune, Laternen-Joe. Musikalisch absolut erste Sahnie (Rod möge mir das verzeihen), witzig und epiphanisch. Die Zeit rennt aber mal wieder beim Rezension schreiben, und da frage ich mich "Ist es tatsächlich schon viertel vor zwölf"?


Die Taube (Hors Catalogue)
Die Taube (Hors Catalogue)
von Patrick Süskind
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,90

4.0 von 5 Sternen Aus der Bahn geworfen, 26. Oktober 2012
Rezension bezieht sich auf: Die Taube (Hors Catalogue) (Taschenbuch)
Jonathan Noel ist ein selbstgewollter Außenseiter. Er kapselt sich von der Gesellschaft ab und lebt ein Leben, das er wohl selbst als "harmonische Monotonie" bezeichnen würde. Alles läuft nach minutiösem Plan und das Leben birgt keine außergewöhnlichen Schrecken. Er hat eine fast abbezahltes Zimmer und einen soliden Job als Wachmann einer Bank. Doch eines Morgens wirft ihn eine Taube vor seiner Zimmertür völlig aus der Bahn. Die "Ratten der Lüfte" entsprechen nämlich nicht seinen Hygienevorstellungen. Wird es der Aufgalopp zu einem vollkommenen Absturtz?

Ich finde eine sehr gut geschriebene Geschichte von Patrick Süskind, die durchaus zum Denken anregt. Oft sind es die kleinen Ereignisse, die große Wirkung zeigen. Und das wurde in diesem Büchlein wunderbar in einer bewegenden Geschichte verpackt.


Zibulsky oder Antenne im Bauch. Satiren
Zibulsky oder Antenne im Bauch. Satiren
von Edgar Hilsenrath
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,90

5.0 von 5 Sternen Die Facetten des Herrn (und der Frau) Zibulsky, 23. September 2012
Ich glaube Edgar Hilsenrath mag man oder man ist von ihm vor den Kopf gestoßen. Viel dazwischen gibt es wohl nicht. Ich gehöre eher zu denen, die seine sarkastische Art mag. "Zibulsky oder Antenne im Bauch" hat zusätzlich den Vorteil, dass man die relativ kurzen Geschichten gut auf Zugfahrten lesen kann, denn es führt nie zum Bruch einer Gesamtgeschichte, wenn man das Buch mal eine Zeit lang weglegen muss. Ich persönlich wollte es aber gar nicht weglegen, denn trotz der manchmal weniger lustigen Themen, musste ich das eine oder andere Mal über die grotesken Dialoge schmunzeln. Sicher merkt man das Hilsenrath ein gebranntes Kind der NS-Zeit ist. Das ist auch sein ureigenes immer wiederkehrendes Thema. Aber er belässt es nicht nur dabei die Vergangenheit aufzuarbeiten, denn z.B. der Dialog über das Kernkraftwerk in der Friedensrepublik >>Respublico<< könnte als äußerst aktuell betrachtet werden. Deshalb meine Empfehlung, lesen, lesen und noch mal lesen.


Sieben Tage Sonntag [Special Edition]
Sieben Tage Sonntag [Special Edition]
DVD ~ Ludwig Trepte
Preis: EUR 9,10

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Immer wieder Sonntags (hat nix mit Cindy & Bert zu tun), 23. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Sieben Tage Sonntag [Special Edition] (DVD)
Adam (Ludwig Trepte) und Tommek (Martin Kiefer) sind gute Freunde. Sie leben in einer Welt ohne Perspektiven und voller Drogen. In der Clique gibt es die attraktive Sarah (Jil Funke), an der der selbsternannte Macher Tommek beständig rumbaggert, die aber eher auf den schüchternen Adam steht. Sarah ist etwas vernünftiger und könnte Adams Entwicklung gut tun. Doch die Kumpels fristen lieber ein Leben ohne Plan und Ziel. Auf einer Party im Suff hecken sie dann doch noch einen Plan aus. Kann dabei etwas herauskommen?

Die deprimierenden Plattenbauten, das erschreckende Milieu und eine Null-Bock-Generation im Film wird dem Betrachter des Geschehens zu denken geben. Dies wiegt umso schlimmer, da der Film auf einer wahren Begebenheit beruhen soll. Es ist Niels Laupert eindrucksvoll gelungen ein düsteres und doch reales Werk über Jugendliche, die getrost zum abgehängten Prekariat zählen müssen, zu zeichnen. Man stellt sich unweigerlich die berechtigte Frage, wie kann so etwas verhindert werden? Ich kann den Film nur empfehlen.


Dr. Siri und seine Toten: Dr. Siri ermittelt 1 - Roman
Dr. Siri und seine Toten: Dr. Siri ermittelt 1 - Roman
von Colin Cotterill
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Laos wie es leibt und lebt, 14. September 2012
Dr. Siri wird wider Willen zum einzigen Pathologen der Demokratischen Volksrepublik Laos bestimmt. Seine Helfer werden die vorlaute Krankenschwester Dtui und der am Down-Syndrom leidende Geung. Dann wird die Gattin Nitnoy des Parteigenossen Kham zur Obduktion eingeliefert. Herr Kham hat es sehr eilig seine Gattin zu bestatten. Dies weckt den Ehrgeiz und die Neugier in Dr. Siri. Auch als eine mutmaßlich vietnamesische Leiche im Institut eingeliefert wird, ist Siri skeptisch. So entstand ein Roman/Krimi mit einer gehörigen Portion laotischen Charme. Sehr amüsant schildert Colin Cotterill wie Siri mit den Behörden, wie beispielsweise dem Richter Haeng, oder Spitzeln, wie der viel zu neugierigen Nachbarin Fräulein Vong, spielt. Nur sein Ausflug zum Bergvolkes der Hmong war mir persönlich etwas zu abwegig. Darum ziehe ich hierfür einen Stern ab, denn dieses Kapitel hätte es so nicht gebraucht. Im Großen und Ganzen aber eine unterhaltsame Geschichte, die etwas laotisches Lebensgefühl versprüht.


Biographies for Birdwatchers: The Lives of Those Commemorated in Western Palearctic Bird Names (Books About Birds)
Biographies for Birdwatchers: The Lives of Those Commemorated in Western Palearctic Bird Names (Books About Birds)
von Barbara Mearns
  Gebundene Ausgabe

5.0 von 5 Sternen Ornithologische Bibliografien, 28. August 2012
Barbara und Richard Mearns haben ja schon einige gleich gelagerte Bücher geschrieben. Ob "Audubon to Xantus: The Lives of Those Commemorated in North American Bird Names" ISBN 978-0124874237, "The Bird Collectors" ISBN 978-0124874404 oder "John Kirk Townsend: Collector of Audubon's Western Birds and Mammals" ISBN 978-0955673900, alle schlagen in die gleiche Kerbe. Es geht um Ornithologen, Museumskuratoren, Sammler, Forschungsreisende und/oder deren Bekannte/Verwandte etc.. Wie alle ihre Bücher (obwohl ich noch nicht alle durch habe) scheinen diese Bibliografien fundiert recherchiert. Ist man ein Korinthenkacker, so würde man schon Kleinigkeiten finden. Beispielsweise steht im Untertitel der "westliche Paläarktis" oder "Vogelbeobachter". Ist der Kaffernadler oder einiges aus Indien wirklich dieser Region zu zuordnen? Ich würde sagen eher nicht. Manche haben keinen Bezug zu Vögeln oder sind Entomologen, aber sicher keine Vogelbeobachter. Das Journal für Ornithologie ist nicht Nachfolger der Naumannia, wie im Kapitel von Johann Andreas Naumann behauptet. Viel mehr hat sich Eduard Baldamus heftig gegen die Veröffentlichung des Cabanis Heftes und dessen Anerkennung als offizielles Organ der DO-G gesträubt. Wie oft in dieser Zeit waren es wirtschaftliche Aspekte, die die Naumannia aus dem Markt drängte. Trotz der kleinen Mängel ist es ein spannendes Buch. Und wenn man die zwei Anhänge anschaut, so wird schnell klar, dass hier Raum für viele weitere Bibliografien wäre. Die Personen darin werden nämlich im Vergleich zu denen im Hauptbuch nur stiefmütterlich behandelt. Es ist mir aber klar, dass dies einer Herkulesaufgabe gleich käme. Deshalb gibt es von mir ohne Wenn und Aber 5 Sterne für ein spannendes Buch über die Anfänge der modernen Vogelforschung.


Garou: Ein Schaf-Thriller
Garou: Ein Schaf-Thriller
von Leonie Swann
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

4 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Schafskaltes Buch, 20. Juli 2012
Rezension bezieht sich auf: Garou: Ein Schaf-Thriller (Taschenbuch)
Vorweg, ich habe Glennkill nicht gelesen und werde mir das auch in Zukunft ganz sicher sparen. Der Grund befindet sich in diesem Buch. Es ist weder spannend, noch lustig und auch sonst aus irgend einem weiteren Grund als Lesevergnügen zu bezeichnen. Die Sprache ging mir sehr schnell auf die Nerven. Oft liest es sich wie zusammenhangslose lieblos zusammengestöpselte Sätze. Die Geschichte wirkt gequält konstruiert und konnte mich nicht im Geringsten fesseln. Zu viele Charaktere (ob Schafe, Ziegen, Wölfe, Füchse oder Menschen) führten bei mir dazu, dass die Geschichte zerstückelt, unübersichtlich und damit abschweifend herüber kam. Ganz selten haben die Schlussfolgerungen der Schafe etwas Charme. Meist empfand ich sie gelinde gesagt als plump und im negativen Sinne äußerst albern. Und wenn ich ganz ehrlich bin, dann kann ich mich im ganzen Buchtext an fast keine Stelle erinnern, in der das Tier/die Person (soll ja hier nicht verraten werden wer oder was es ist), die der Garou sein soll, vorkam. Ein ganz schwacher Schaf-Thriller.

Mich wunderen die äußerst wohlwohlende Bewertung vieler Reszenten hier. Von mir ganz klar keine Leseempfehlung.

P.S. Es würde mir sogar schwer fallen das Geschehen sinnvoll zusammenzufassen. Denn das mit Rebecca neue Schäferin, tote Rehe und Schafe ermitteln beschreibt das chaotische Geschreibe nur unzureichend.


Die kleine Souvenirverkäuferin: Roman
Die kleine Souvenirverkäuferin: Roman
von François Lelord
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,99

4.0 von 5 Sternen Zwischen Diplomatie, Liebe, Krankheit und sozialistischer Bürokratie, 6. Juli 2012
Ich mag François Lelords Erzählweise. Egal, ob es die Hector-Bücher oder einfach zu verstehende Bücher aus dem Reich der Psychologie sind (z.B. Der ganz normale Wahnsinn: Vom Umgang mit schwierigen Menschen), er versteht es den Leser mitzunehemen.

In diesem Roman lebt der junge französiche Arzt Julien in Hanoi. Er verkehrt normalerweise in französischen Diplomatenkreisen. Im Prinzip ist er ein vorbildlicher Mensch mit kleinen menschlichen Schwächen. Die sind nicht so ausgeprägt, wie bei seinem (Fast-)Freund Brunet, und trotzdem hat er ein Faible für schöne Frauen. Da ist die englische Ärztin Clea, Herbstlicht alias die Souvenirverkäuferin Minh Thu und nicht zuletzt seine vietnamesische Sprachlehrerin Mademoiselle Fleur. Doch schon bald wird Schwester Marie-Angélique im Krankenhaus von Professor Dang mit einer mysteriösen Virusinfektion eingeliefert. Eine vermutliche Epedemie stammt wahrscheinlich aus dem grenznahen Gebiet zu China, einem Gebiet in dem die Schwester den Virus wohl eingefangen hatte. Julien macht sich mit Clea auf den verbotenen Weg. Wird diese Reise mit seiner Affaire seinem fast schon schüchternen Sinnen nach Minh Thu schaden? Ich denke man sollte es nachlesen.

Etwas überfrachtet wirkt die Geschichte schon. Wer schon in Vietnam war, der kann sich aber in etwa die bürokratischen Hürden vorstellen von denen Lelord berichtet. Es ist eine ganz nette Geschichte, die aber ein ganz kleines bischen mit all seinen Verflechtungen über das Ziel hinausschießt. Trotzdem fand ich das Buch sehr unterhaltend. Und darum gibt es von mir fast volle Sternzahl.


Der Junge im gestreiften Pyjama
Der Junge im gestreiften Pyjama
von John Boyne
  Taschenbuch
Preis: EUR 7,95

1 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zwei ungleiche Freunde und ihr Leben, 3. Juni 2012
Rezension bezieht sich auf: Der Junge im gestreiften Pyjama (Taschenbuch)
Abgesehen davon, dass ein 9-jähriger in der Tat wahrscheinlich mehr verstehen würde, als dies bei Bruno im Buch der Fall ist, ist die Geschichte trotzdem sehr berührend. Es macht für mich gerade den Charme der Geschichte aus, dass der herzensgute und unschuldige Bruno so naiv an das Thema Konzentrationslager bzw. Massenvernichtung herangeht. Er vergleicht Auschwitz mit seiner eigenen heilen Welt und kann nicht verstehen, dass, um es mit den Worten von der EAV zu formulieren, gilt: "Das Böse ist immer und überall!" Trotz seiner Naivität hat er ein gutes Gespür für Unrecht und problematische Situationen (nur seinen Vater sieht er eigentlich komplett falsch).
So entwickelt sich eine rührselige Geschichte mit einem tragischen Ende. Gerade weil der Holocaust nicht mit den üblichen gnadenlosen Brutalität erzählt wird, lässt der irische Autor dem Leser Raum sich Dinge auszumalen. Nimmt man z. B. den Oberleutnant Kotler, so weiß man schon genau zu welcher Gruppe er gehört. Es ist nicht nötig im Detail zu schildern was er wohl mit Pavel oder auch Schmuel angestellt hat. Es ist auch nicht nötig die Alkoholexzesse aus medizinischen Gründen der Mutter zu erklären. Der Autor will, dass der Leser sich selbst ein Bild der Lage macht. Dabei verharmlost das Buch eigentlich nix. Es ist für mich halt eine andere Herangehensweise an ein schreckliches Kapitel der deutschen Geschichte. Ähnlich gab es ja schon bei "Das Leben ist schön".


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