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HeWe "Sunny Mars" (München)
(TOP 1000 REZENSENT)   

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It Follows [Blu-ray]
It Follows [Blu-ray]
DVD ~ Maika Monroe
Preis: EUR 14,40

4.0 von 5 Sternen Teenie-Horror des 21. Jahrhunderts zitiert John Carpenter der späten 70er Jahre, 16. Januar 2016
Rezension bezieht sich auf: It Follows [Blu-ray] (Blu-ray)
>>> ZUM FILM <<<
Ich stelle fest, dass mich im Horror-Genre zuletzt vor allem kleinere Produktionen überzeugen oder gar begeistern konnten. So überraschte mich vor kurzem erst die kleine australische Produktion Der Babadook mit unverbrauchten Gesichtern, viel Atmosphäre und einer originellen Handlung. IT FOLLOWS punktet ebenso, ergänzt um einen atmosphärischen Elektro-Soundtrack und einer Bildkomposition und Farbgebung, die sehr deutlich an John Carpenters HALLOWEEN erinnert.

Überhaupt scheint Regisseur David Robert Mitchell ein Fan von John Carpenters Frühwerken aber auch von Wes Cravens A NIGHTMARE ON ELM STREET zu sein. Wer diese Filme kennt, wird sich bei IT FOLLOWS hinsichtlich des Stils oder des Produktionsdesigns oftmals an sie erinnert fühlen. Damit hat es sich allerdings auch schon mit den Gemeinsamkeiten, denn IT FOLLOWS erzählt eine erfrischend originelle und eigenständige Geschichte.
Mitchell gelingt es in meinen Augen sehr gut, eine bedrohliche Atmosphäre aufzubauen und Spannung zu erzeugen - auch ohne den inflötionären Einsatz von Splatterszenen - und mit wenig Blut. Was manche Zuschauer stark an IT FOLLOWS kritisieren, ist in meinen Augen dessen größte Stärke: Es werden keine Fragen zu dem unheimlichen Wesen beantwortet. Der Zuschauer bekommt also keine Geschichte inkl. Auflösung auf dem Silbertablett präsentiert, im Gegenteil: Er ebenso planlos wie die Protagonisten im Film.
ALLERDINGS **** SPOILER *** endet der Film in meinen Augen zu abrupt und wirkt dadurch ein wenig unbefriedigend. Es ist im modernen Kino wirklich nichts Besonderes mehr, Filme offen enden zu lassen und den Zuschauer mit vielen Fragezeichen wieder in die Realität zu entlassen. Da IT FOLLOWS jedoch keinerlei Fragen beantwortet, wäre in meinen Augen ein Ende, das weniger abstrakt ist und zumindest ein wenig mehr Licht ins Dunkel bringt, deutlich besser gewesen als die gezeigten letzten Szenen. *** SPOILER ENDE ***

Sehr interessant fand ich das Produktionsdesign: Abgesehen von einem kleinen Hightech-Messenger und Handys ist von moderner Technik weit und breit nichts zu sehen. Die Fahrzeuge im Film scheinen alle direkt aus 70ern oder 80ern zu stammen und wenn ich mich recht erinnere, nutzt niemand einen PC, das Internet oder Smartphones. So spielt der Film zwar im 21 Jahrhundert, könnte jedoch (beinahe) problemlos in den 70er- oder 80er-Jahren angesiedelt sein - womit wir wieder bei John Carpenters Frühwerken wären.

Und da wir schon beim Horror-Altmeister sind: Dessen Frühwerke zeichnen sich durchweg durch äußerst gelungene Elektro-Soundtracks aus (die er seinerzeit selbst komponierte). Ihr ahnt es bereits: IT FOLLOWS begeistert ebenfalls mit einem gelungenen Elektro-Soundtrack, der viel zur Atmosphäre des Films beiträgt - und der sehr an frühe Carpenter-Kompositionen erinnert.
Und der Look des Films? Ein leicht übersteigerter Kontrast, grelle Farben und Gelbtöne bei Tageslichtaufnahmen = HALLOWEEN wohin das Auge blickt. ;-)

>>> ZUR BLU-RAY <<<
BILD (gesehen auf einer 2,7m-Leinwand)
Das Bild habt sich durch den hohe Kontrastwerte von den meisten modernen Produktionen ab. Dieses ungewöhnliche Stilelement wird nicht allen gefallen, trägt jedoch viel zur Atmosphäre bei und erzeugt einen teilweise "schmutzigen" Look = klasse. Die übrigen Bildwerte sind allesamt überdurchschnittlich, so dass es auch viel Spaß macht, IT FOLLOWS auf großen Bilddiagonalen anzuschauen.

TON (gehört uf einer 7.1-Anlage)
Der Film ist über weite Strecken sehr ruhig. Umso eindringlicher ist die Wirklung, wenn urplötzlich krasse Soundeffekte den ein oder anderen Schockmoment unterstützen oder einfach nur der hervorragende Soundtrack zu hören ist = klasse!

EXTRAS
- Audiokommentar
- Interview
- TRailershow
Das ist nicht sehr umfangreich, bietet aber die ein oder andere interessante Hintergrundinfo

>>> FAZIT <<<
IT FOLLOWS bedient sich der Stilmittel, die schon manchen John Carpenbter-Film erfolgreich werden ließen. Trotzdem erzählt er eine eigenständige Geschichte, die über weite Strecken des Films fasziniert. Leider hat es sich Regisseur und Drehbuchautor David Robert Mitchell ein wenig zu einfach gemacht, da Fragen nur aufgeworfen, nicht jedoch beantwortet werden, worunter vor allem das Ende leidet. Trotzdem: Die kleine Produktion macht vieles richtig und ist durchaus einen Blick wert. Da zudem die BLU-RAY überzeugen kann, kann ich den Kauf zumindest jenen Interessierten empfehlen, die Horror nicht automatisch mit Splatter gleichsetzen.


Star Wars: Das Erwachen der Macht (inkl. Bonusdisc) [Blu-ray]
Star Wars: Das Erwachen der Macht (inkl. Bonusdisc) [Blu-ray]
Preis: EUR 19,99

10 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen V, IV / VII, VI... III... I, II = genau so -> EP VIII kann kommen!, 21. Dezember 2015
Dezember 1980: Mein erstes Star Wars-Erlebnis in Form eines Kinobesuchs von DAS IMPERIUM SCHLÄGT ZURÜCK. Ich kam förmlich geflasht aus dem Kino und hoffte innig auf die Umsetzung der insgesamt neun (Dreh-)Bücher, von denen damals bereits die Rede war. Ich konnte natürlich nicht ahnen, dass danach nur noch EP VI, die verschlimmbesserten Special Editions der EP IV - VI und die weitgehend gescheiterte Prequel-Trilogie folgen würde.
Dezember 2015: Beinahe exakt 35 Jahre nach EP V saß ich im Kino, um mir DAS ERWACHEN DER MACHT anzuschauen und Antworten auf die Frage zu erhalten, ob J.J. Abrams Wort halten würde. Immerhin hatte er nach George Lucas' Abgang versprochen, einen Film in der Tradition der EP IV - VI abzuliefern. Neugier und Vorfreude waren entsprechend groß. Mit der Erinnerung an die Prequel-Trilogie war ich jedoch auch ein wenig skeptisch.

Doch J.J. Abrams hat mich nicht enttäuscht. Er hat mit DAS ERWACHEN DER MACHT einen Star Wars-Film abgeliefert, der den Namen auch verdient. Beste Voraussetzung dafür war, dass George Lucas nicht mehr mit an Bord war. Mr. Lucas hat ein faszinierendes Universum erschaffen, als Drehbuchautor oder Regisseur war er in meinen Augen jedoch immer sehr limitiert. Die teilweise selten dämlichen Dialoge der Prequel-Trilogie laden heute noch zum Fremdschämen ein, von der hölzernen Regie ganz zu schweigen.

Was macht J. J. Abrams nun besser als Lucas z.B. in den EP I - III? In erster Linie nimmt Abrams sein Publikum ernst. Fühlte sich durch die Prequel-Trilogie die überwiegende Mehrheit der Zuschauer jenseits der 18 von Lucas ignoriert und teilweise gar veralbert, sieht es bei DAS ERWACHEN DER MACHT vollkommen anders aus:
Die überwiegende Mehrzahl kleiner wie großer Zuschauer und insbesondere Fans der ersten Stunde dürften sich in EP VII vom ersten Moment an - wie Han & Chewie - Zuhause fühlen. Neben den reaktivierten Helden meiner Kindheit bzw. Jugend sind vor allem die weitgehend authentischen, neuen Charaktere, das gelungene Produktionsdesign und die erzeugte Atmosphäre die Basis dafür, dass die EP VII eine sehr gelungene Fortführung der Sternensaga darstellt. Abgerundet wird dies vom Duo Abrams / Kasdan, denen es gelingt, eine an sich sehr düstere Story sehr locker und humorvoll zu erzählen bzw. zu inszenieren. Mein spontaner Gedanke nach ca. der Hälfte des Films war daher: "Ich hätte nie zu träumen gewagt, nochmals solch einen Star Wars-Film sehen zu dürfen."

Aber auch J.J. Abrams ist kein Messias, der jeden der Star Wars-Jünger oder "normalen" Zuschauer zufrieden stellen kann. Dies ist aufgrund der sehr breiten und bunten Fanbasis schlichtweg nicht möglich. So hat er sich für den kleinsten gemeinsamen Nenner entschieden und mit den Mitteln des modernen Sci-Fi-Kinos einen inhaltlich nur wenig überraschenden Film gedreht, der über weite Strecken die Ur-Trilogie zitiert: Personen, Dialoge, einzelne Gegenstände, Raumschiffe, etc.: Weite Strecken des Films fühlen sich an wie ein "Best of", Version 2.0 der Episoden IV - VI und auch ich sehe, wie viele andere, die deutlichen Parallelen zur EP IV.
ABER: Hätte George Lucas vor ein paar Jahren seine eigene Idee nicht mit einem seelenlosen CGI-Overkill mit Anlauf gegen die Wand gefahren, wäre nun niemand gezwungen gewesen, zunächst möglichst viele Zuschauer wieder einzufangen und irgendwie zufriedenzustellen. Dies ist J.J. Abrams in meinen Augen hervorragend gelungen! Ich jedenfalls verfolgte die Vorstellung mit einem Dauerschmunzeln und mehr als 1x mit feuchten Augen...

Die Entdeckung des Films ist eindeutig Daisy Ridley. Die talentierte Britin begeistert durch ihr natürliches Schauspiel und einer großen Bandbreite an darstellerischen Fähigkeiten Es ist anzunehmen, dass den neuen Helden und Bösewichten in den kommenden Episoden mehr Screentime eingeräumt wird als in der EP VII. Daisy Ridley traue ich zu, die ein oder andere entstandene oder vielleicht noch entstehende Lücke in der Darstellerriege mit Leichtigkeit zu füllen. Aber auch John Boyega und Oscar Isaac konnten als Smypathieträger punkten. Nicht zu vergessen: BB-8, der rollende KI-Sympathieträger, ist knuffig aber nie lächerlich. Der einzig wirklich verschenkte Charakter ist der weibliche Captain Phasma: Beeindruckende Rüstung aber NULL Relevanz für die Handlung. Immerhin verbirgt sich unter der Rüstung eine echte Darstellerin; bei George Lucas wäre sie mit Sicherheit am Computer animiert worden...

DAS ERWACHEN DER MACHT ist Star Wars-Blockbusterkino auf sehr hohem Niveau. Nicht mehr - aber auch nicht weniger. Daher verstehe ich auch nicht jene Rezensenten, die dem Film viel Oberfläche und wenig Inhalt bzw. Tiefe unterstellen. Star Wars war nie tiefgründig! Wieso sollte EP VII plötzlich etwas liefern, was keiner der Vorgängerfilme liefern konnte oder wollte? Mit dieser Erwartungshaltung muss man enttäuscht werden.
Der Film ist nicht perfekt und verliert sich eine Spur zu lange in Querverweisen und Zitaten auf die Ur-Trilogie. Aber dieser Preis musste in meinen Augen dafür bezahlt werden, um vor allem die sehr krtischen Fans der EP IV - VI zufrieden zu stellen. Dass das Ergebnis nicht allen gefällt, verstehe ich.
Leider enttäuscht John Williams' Score. Die stärksten musikalischen Momente sind die, in denen die uns vertrauten Kompositionen zu hören sind. Der Rest des Soundtracks klingt leider ein wenig zu beliebig. Einzig "Rey's Theme" weiß auf Anhieb (sehr) zu gefallen.

Aber wie auch immer: Der Boden für die kommenden Episoden ist mit DAS ERWACHEN DER MACHT bereitet. Ab sofort darf und muss es eigenständiger zugehen im Star Wars-Universum des neuen Jahrtausends.

FAZIT:
Hatte ich mich bei der Prequel-Trilogie noch gefragt, ob ich für ein frisches Star Wars-Erlebnis schlicht und ergreifend zu alt sein könnte, da mir möglicherweise meine kindliche Naivität der frühen 80er Jahre abhanden gekommen ist, so hat mich DAS ERWACHEN DER MACHT vom Gegenteil überzeugt. Ich hatte wahnsinnig viel Spaß im Kino und freue mich jetzt schon auf die Episode VIII. Nebenbei lässt J.J. Abrams die Episoden I - III noch schlechter aussehen als sie über weite Strecken sowieso schon sind. So etwas nennt man einen gewaltigen Tritt in den Hintern und GAAANZ GROSSES KINO!

DIE ENDGÜLTIGE BEWERTUNG REICHE ICH NACH ERSCHEINEN DER BLU-RAY NACH
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 25, 2015 9:54 AM CET


Jurassic World (+ Blu-ray) [Blu-ray 3D]
Jurassic World (+ Blu-ray) [Blu-ray 3D]
DVD ~ Chris Pratt
Preis: EUR 26,99

8 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen ... wenn Optik und Effekte über Inhalt siegen., 1. November 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
>>> ZUM FILM <<<
Steven Spielberg schuf mit JURASSIC PARK den Blockbuster des Jahres 1993. Erstmals wurde seinerzeit CGI-Technik überzeugend eingesetzt und im Film zu sehende Dinos wirkten dadurch auch tatsächlich lebensecht. Vor allem die damals brandneuen Computeranimationen trugen neben der gelungenen Story und einer gigantischen Merchandisingmaschinerie zum riesigen Erfolg des Films bei. Zwei mehr oder weniger gelungene Sequels folgten und dann kam lange - nichts!

2015 wurde nun ein vierter Teil der beliebten Dino-Reihe hinterhergeschoben - und schlug ein wie eine Bombe! Auf alle menschlichen Stars der alten Filme wurde dabei verzichtet, was beim JURASSIC-Franchise, bei dem immer schon die Dinos die erste Geige spielten, jedoch verkraftbar war.
Stattdessen werden neue kleine und große Darsteller in ein temporeiches und kurzweiliges CGI-Dino-Abenteuer geworfen, das vieles richtig macht - und an entscheidendes Stellen dann doch auf ganzer Linie versagt.

Am auffälligsten ist, dass Storyverlauf und Spannungsbogen allen sehr bekannt vorkommen dürften, die den 1993er-Film gesehen haben: Eine heile Inselwelt wird besucht ("Uiii!") -> hier wird genmanipuliert auf "Teufel komm raus" ("Na, na, na!") -> alle sind begeistert (noch mehr "Uiii!") -> Dino bricht aus -> alle sind in Panik („Kreisch!“) -> nicht nur Dinos stellen eine Gefahr dar, sondern auch böse, böse Menschen -> noch mehr Panik (noch mehr "kreisch!") -> andere Dinos greifen ein -> Ende gut, alles gut ("Yippie!"). Dazu noch die obligatorische Verfolgungsjagd im Fahrzeug, die obligatorische Versteckszene (hinter einem Fahrzeug) vor einem schnuppernden Dino inkl. obligatorischer Dino-Pupille in Großaufnahme (schon wieder "uiii!"). Selbst eine Szene ist enthalten, die doch sehr an die Toilettenhäuschen-Szene aus Spielbergs Film erinnert.

Drehbuch, Charaktere, Cast und Inszenierung wurden dermaßen auf „breite Masse“ und auf „Durchschnitt“ getrimmt, dass es beinahe schmerzt:
- Eine klischeehafte 08/15-Story und ebensolche Charaktere.
- Ein Cast, der mit Bryce Dallas Howard (Mein Kommentar: "Wow!") und Chris Pratt (Kommentar meiner Freundin: "Zucker und echt schnuckelig!") etwas für die Augen erwachsener Zuschauer bietet und mit den beiden unvermeidlichen Kiddies außerdem die jungen Zuschauer ansprechen dürfte.
- Die Inszenierung ist, trotz eines beachtlichen "body counts", beinahe blutlos. Der rote Lebenssaft spritzt höchstens einmal auf Scheiben oder tropft von Wänden. Noch ein wenig glattgebügelter und für JURASSIC WORLD wäre eine FSK 6 drin gewesen. ;-)

Mit den sehr massenkompatiblen Elementen, einer FSK12-Freigabe und „JURASSIC“ im Filmtitel waren die Voraussetzungen gegeben, um die Produktionskosten in Höhe von 150 Mio. USD locker wieder einspielen zu können.
Was mich positiv überrascht hat: Ich wurde trotz der überraschungsarmen Story und des Durchschnitts, der quasi aus jedem einzelnen Frame quillt, über weite Teile des Films recht gut unterhalten. Zwar werden für den Filmverlauf vollkommen überflüssige Handlungsstränge gelegt und JURASSIC WORLD braucht trotz des Themas eine gewisse Zeit, um in die Gänge zu kommen, aber nach ca. 30 Minuten zieht das Tempo endlich an dann bietet der Film das, was ich erwartet habe: Eine zwar durch und durch vorhersehbare aber doch zumindest spannende und kurzweilige Unterhaltung…

… bis zu dem Zeitpunkt, an dem den Drehbuchautoren ihre Phantasie ein wenig zu sehr durchgegangen ist.
>>>>> SPOILERWARNUNG <<<<<
Ich lasse fünfe auch gerne einmal gerade sein und sehe Drehbuchautoren wirklich so manchen Schwachsinn nach - aber Flugsaurier mit T-Rex-Köpfen UND ein T-Rex und Velociraptoren, die unseren Helden in größter Not zur Seite springen UND ein gigantischer Meeres-Saurier, der wie aus dem Nichts kommend für ein Happy End sorgt - DAS GEHT GAR NICHT!!! Ich werde das verdammte Gefühl nicht los, dass sich diese Vermenschlichung der Dinos (= Bulls***) sehr wahrscheinlich ein Betriebswirt bei Universal ausgedacht hat, um den Kauf von Merchandising-Artikeln zu maximieren…. und wenn ich mich auf diese Art manipuliert fühle, ist es vorbei mit meinem Wohlwollen gegenüber jedem Drehbuchautor.
>>>>> SPOILERWARNUNG ENDE <<<<<

>>> ZUR BLU-RAY <<<
BILD (gesehen in 3D auf einer 2,7m-Leinwand)
Das Bild ist, im Gegensatz zum Film, klasse! Der Transfer überzeugt mit einer hervorragenden Bildschärfe und auch die übrigen wichtigen Bildwerte wie Farben und Schwarzwert, wissen zu gefallen. Die 3D-Wirkung ist zudem beeindruckend und sorgt für großen Spaß im Heimkino.

Ton (gehört auf einer 7.1-Anlage)
Ärgerlich ist für Freunde hochwertiger Soundanlagen, dass auf der Blu-Ray der deutsche Ton nur im herkömmlichen DTS 5.1-Format enthalten ist. Abgesehen davon weiß auch der deutsche Ton zu überzeugen, fällt im Vergleich zur englischen 7.1- HD-MA-Tonspur jedoch ein wenig ab.

Extras
Zahlreiche Extras runden das positive Gesamtbild der Disc ab.

>>> FAZIT <<<
JURASSIC WORLD ist Blockbusterkino in Reinkultur. Anschauen, unterhalten lassen... und dann sehr schnell vergessen. So ging es jedenfalls mir, weil mich die konstruiert wirkende Geschichte nicht wirklich begeistern konnte.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 19, 2015 1:29 PM CET


Poltergeist
Poltergeist
DVD ~ Sam Rockwell
Preis: EUR 10,91

1.0 von 5 Sternen Es poltert wieder..., 1. November 2015
Rezension bezieht sich auf: Poltergeist (DVD)
>>> ZUM FILM <<<
Als 1982 der von Steven Spielberg produzierte und von Tobe Hooper inszenierte POLTERGEIST in die Kinos kam, war mit einem spannenden Drehbuch inkl. einer eben solchen Umsetzung, einer grandiosen Atmosphäre, einem sehr gut harmonierenden Cast und dem wundervollen Soundtrack aus der Feder von Jerry Goldsmith schnell ein Klassiker des modernen Gruselkinos geschaffen. Noch heute frage ich mich, was man an dem Film anders oder besser hätte machen sollen und finde keine wirkliche Antwort auf meine Frage. Zu perfekt erschien mir die die spannende, doch trotzdem mit einem kleinen Augenzwinkern erzählte Geschichte um die Familie Freeling.

Im Jahre 2015 wollte MGM unter der Regie von Kil Kenan den Beweis antreten, dass man die POLTERGEIST-Geschichte nicht nur leicht variiert, sondern auch überzeugend neu auflegen könne: Das Setting in einer typischen Wohnsiedlung der US-amerikanischen Mittelschicht wurde beibehalten, die Freelings wurden durch die Bowens und deren Probleme im Jahr 2015 ersetzt. Dazu moderne Special Effects, einzelne Drehbuchzeilen, die direkt aus dem Original stammen und ein Filmtitel, der viel versprach. Was sollte da schon schiefgehen? Kaum zu glauben: So ziemlich alles!

Da ich Remakes grundsätzlich aufgeschlossen gegenüberstehe und zuletzt - z.B. durch die TOTAL RECALL-, JUDGE DREDD- oder FRIGHT NIGHT-Remakes - mehrmals unerwartet positiv überrascht worden bin, war ich auch neugierig auf das POLTERGEIST-Remake. Allerdings fällt mir nach der Sichtung des Films nichts anderes ein, als zu sagen: „Sch... war der schwach! E hält weder dem Vergleich zum Original Stand, noch kann er als eigenständiger Film überzeugen.“ Ob ein gutes Drehbuch, wenigstens gediegene Spannung, eine atmosphärische Inszenierung oder auch überzeugende Charaktere – NICHTS davon besitzt der POLTERGEIST des Jahres 2015!

Wieso scheitert der Film als eigenständiges Werk?
Ich erwarte als Zuschauer eines Gruselfilms nicht mehr und nicht weniger, als dass Spannung erzeugt wird und ich mich gruseln kann. Erschreckend ist, dass das Remake hierbei auf ganzer Länge scheitert:

In der ersten Filmhälfte wird der sich langsam anbahnende Poltergeist-Terror vor allem durch wenig originelle Kameraeinstellungen und unheimliche Geräusche angedeutet. Später, wenn der Horror greifbarer wird, werden große Geschütze aufgefahren: Eine Clownsfigur und ein großer Baum bedrohen das Leben des kleinen Griffin und die kleine Maddison wird von unheimlichen Geistwesen effektvoll in eine jenseitige Welt entführt. Die Versuche, Maddie ins Diesseits zurückzuholen, gestalten sich noch effektvoller, und der Zuschauer erhält durch den Einsatz moderner Technologie sogar erstmals eine Vorstellung davon, wie es in der Welt an der Schwelle zum Jenseits aussieht. Technisch weiß der Film mit seinen ansehnlichen Special Effects also durchaus zu gefallen.

Allerdings wirkt der POLTERGEIST aus dem Jahre 2015 inhaltlich von vorne bis hinten durchkonstruiert, Szene für Szene wird lieblos aneinandergereiht und so etwas wie Spannung kommt erst gar nicht auf. Und damit der Zuschauer sich nicht über die mangelnde Spannung wundert, wurden vereinzelt „ausgelutschte“ Schockeffekte eingebaut, die zwar die Story nullkommanull vorantreiben, die jedoch wenigstens dafür sorgen dürften, dass der gelangweilte Zuschauer nicht ungewollt einschläft.
Leider überzeugt auch der Cast nur teilweise. Den absoluten Tiefpunkt stellt dabei leider die von Rosemarie DeWitt gespielte Amy Bowen dar. Sie ist in keinem Moment in der Lage, die große Sorge um ihre Familie und speziell um Tochter überzeugend darzustellen. Man muss fairerweise jedoch sagen, dass die schlechte Regie sicher mit schuld daran ist.

Wieso scheitert der Film auch im Vergleich zum Originalfilm?
Das 1982er POLTERGEIST-Original richtete seinen Blick - mit einem sympathischen Augenzwinkern - auf eine typische amerikanische Mittelschichtfamilie jener Zeit: Man fühlte sich auch ohne www-Gadgets im Eigenheim und großer Auffahrt wohl, man zog als Elternpaar an Joints, popkulturelle Einflüsse waren überall zu sehen und man stand in der größten Not bedingungslos zueinander. Vor allem die enge Bindung zwischen der kleinen Carol Anne und ihrer Mutter trägt immens zur Glaubwürdigkeit und der Auflösung der Story bei und stattet den Film mit einer großen Portion Emotion aus. Und diese starken Emotionen tragen zusammen mit der sehr gekonnten Inszenierung, mit viel Spannung und einem sehr wohldosierten Humor dazu bei, dass das Remake im Verlgeich zum Original einfach grottig schlecht wirkt.
Die weiter oben geschilderten Kritikpunkte des Remakes gelten auch im Vergleich zum Original. Sie wiegen im direkten Vergleich nur deutlich schwerer – und zeigen, wie viel besser der POLTERGEIST aus dem Jahre 1982 ist.

Was ich absolut nicht verstehen kann: Der starke emotionale Anker der Geschichte – die intensive Mutter-Tochter-Beziehung – wird im Remake über Bord geworfen. Die Mutter darf klagen und jammern, sie darf ihre Tochter auch rufen. Die Kohlen aus dem Feuer holen muss jedoch Maddisons Bruder. Wieso er? Weil er eine kleine Drohne (!) steuern kann! Sorry, aber bei so viel Dummheit und der Bereitschaft des Drehbuchautors, die Emotionen gegen Technik einzutauschen und zu erwarten, das würde die Masse der Zuschauer überzeugen, fehlen mir glatt die Worte.

Hinzu kommt erschwerend, dass im Remake Inhalte thematisiert werden, die – salopp gesagt – komplett für die Tonne sind. Der Vater hat keinen Job. Das ist ärgerlich, interessiert allerdings keinen Menschen. Schlimmer ist, dass ich selbst so manche der wenigen spannenden Szenen des Films als überflüssig empfinde: Die „Baum“-Szene war im Original schon grenzwertig aber story- und effektemäßig sehr gut integriert und inszeniert. Der Baum im Remake schlägt wohl vor allem deshalb zu, weil es ihn schon im Original gab. Dass er zuschlägt, um Griffin davon abzuhalten, seiner kleinen Schwester in größter Not zur Hilfe eilen zu können, hake ich unter „strunzdummer Drehbucheinfall“ ab. Was bleibt? Eine kaum nachvollziehbare und überflüssige Szene.
Die „Bohrmaschinen“-Szene inkl. einem vollkommen verstörten Geisterjäger ist vermutlich als Referenz an den Originalfilm mit einer entsprechenden „Fleisch“-Szene gedacht. Im Original sorgten so manche ekeligen Momente dafür, dass die Geisterjäger irgendwann hilflos was Weite suchten. Der geschockte Kollege aus dem Jahr 2015 – dessen Charakter übrigens ebenfalls komplett für die Tonne ist - macht weiter, als wäre nichts passiert. Was schließe ich daraus? Mit überflüssigen Handlungssträngen und Szenen wird versucht, eine durchweg lahme Inszenierung ein wenig komplexer und spannender aussehen zu lassen, als sie in Wirklichkeit ist.

Apropos Geisterjäger: Diese Gurkentruppe mitsamt dem Obergeisterjäger geht noch nicht einmal als eine schlechte Satire durch. Sie ist komplett überflüssig und lässt den sehr ernsten Film teilweise unfreiwillig komisch wirken.

>>> FAZIT <<<
AUTSCH – das war wohl nichts! In der Filmgeschichte gibt es inzwischen Remakes wie Sand am Meer. Sie sind mal besser, mal schlechter als das Original, selten jedoch so schlecht wie der POLTERGEIST aus dem Jahr 2015. Dieser Film kommt durch unnötige Handlungselemente nur schwer in die Gänge, „überrascht“ mit billigen Schocks und schafft es in keiner Sekunde, die Zuschauer wirklich zu fesseln. Über weite Strecken verfolgte ich beinahe teilnahmslos einen langweiligen Film. Das habe ich mir einmal angetan, werde ein zweites Mal jedoch gerne darauf verzichten.


Ex Machina [Blu-ray]
Ex Machina [Blu-ray]
DVD ~ Domhnall Gleeson
Preis: EUR 12,99

15 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Wie krass ist das denn?" (Nathan in EX MACHINA), 5. Oktober 2015
Rezension bezieht sich auf: Ex Machina [Blu-ray] (Blu-ray)
>>> ZUM FILM <<<
Ich liebe intelligente Science-Fiction-Filme, die sich vor allem dadurch auszeichnen, dass mögliche technologische Entwicklungen aufgegriffen werden, auf deren Basis ein düsteres Zukunftsszenario gezeichnet wird. So können Filme entstehen, die uns Zuschauern mal spannend, mal gefühlvoll, immer jedoch mahnend begegnen. Und sie zeigen uns, dass mit dem Verschieben technologischer Grenzen neben vielen Chancen auch zahlreiche Gefahren entstehen. Als technologisches Paradebeispiel sei an dieser Stelle einfach einmal das Internet genannt.

Regisseur Alex Garland greift in EX MACHINA das Thema 'Künstliche Intelligenz' oder 'KI' und die Frage auf, wann eine künstliche Intelligenz nicht mehr als solche zu erkennen ist. Die Kunst liegt weniger darin, die Frage zu beantworten. Die Kunst liegt vielmehr darin, eine KI durch und durch menschlich erscheinen zu lassen.
Ist dies noch reine Zukunftsmusik? Nein, wenn man bedenkt, dass es heute bereits Chatbots (= Software) gibt, die Chatpartner zweifelsfrei glauben lassen, sie unterhielten sich mit einem menschlichen Gegenüber. EX MACHINA geht in dieser Hinsicht einen großen Schritt weiter: Ein Mensch (Caleb) soll an einer Maschine mit einem weiblichen Erscheinungsbild (Ava) den sogenannten Turing-Test durchführen, um dem steinreichen Schöpfer der KI (Nathan) zu bestätigen, dass dessen Schöpfung menschlich wirkt. Dieser arbeitet in aller Abgeschiedenheiten und Idylle der Natur - salopp gesagt - an der Abschaffung der menschlichen Spezies. Natürlich nicht absichtlich aber er entwickelt hochintelligente KIs alleine aus dem Grund, weil er es kann.

Die Story, die sich im weiteren Verlauf entwickelt, hat mich einerseits fasziniert und begeistert, andererseits allerdings auch sehr verstört. Der Zuschauer wird irgendwann feststellen, dass er eine Zeit lang gekonnt an der Nase herumgeführt wird. Caleb ist der naive KI-Experte, der gerne an dem Experiment teilnimmt, Nathan scheint ein doppeltes Spiel zu spielen und Ava scheint mehr ein verletzliches Wesen voller Liebe als eine Maschine zu sein.
Während im Film sich alles um das Thema KI und seine Folgen dreht, stellt der Zuschauer fest, dass grundlegende Aspekte des menschlichen Daseins auf einer hochphilosophischen Ebene behandelt werden. Und wenn der geneigte Zuschauer dies erkennt, könnte es ihm so wie mir gehen, denn spätestens ab diesem Zeitpunkt wurde EX MACHINA für mich vom guten Science-Fiction-Film zu DEM uneingeschränkten Highlight des Filmjahres 2015. Einfach nur 'WOW!'.

Dazu tragen auch die gelungenen Special Effects bei, sowie vor allem Oscar Isaacs Darstellung des stets undurchschaubaren, teilweise gar bedrohlich wirkenden Nathan. In Bezug auf das Schaffen künstlicher Intelligenzen ist Nathan Gott und dessen ist er sich bewusst. Doch damit und mit seinem Blick in die Zukunft trägt er auch eine große Last und wir können nur vermuten, weshalb er gerne über die Maßen Alkohol konsumiert...

EX MACHINA scheut sich nicht, allumfassende Fragen zu stellen und möglichst plausibel zu beantworten - auch, wenn die Antworten oftmals beunruhigen. Warum tut der Mensch das? Was macht das Menschsein aus? Kann, ja darf eine Maschine wie ein Mensch aussehen, denken und empfinden? Was, wenn der Schöpfer der Meinung ist, dass seine Schöpfungen einer technischen Optimierung bedürfen? Und nicht zuletzt: Bedrohen die zunehmend leistungsfähigen künstlichen Intelligenzen die Menschheit als Ganzes? Noch werden diese Fragen nur in Expertenkreisen oder in Filmen wie EX MACHINA behandelt. Ich bin jedoch davon überzeugt, dass sich unsere Nachkommen vor allem der letzten Frage werden stellen müssen...

In Bezug auf die philosophischen Fragestellungen wandelt EX MACHINA auf den Spuren von BLADE RUNNER. Wenngleich der Klassiker insgesamt in einer eigenen Liga spielt, so erreicht EX MACHINA doch dessen inhaltliche Qualität und ist jenen Neugierigen zu empfehlen, die den Klassiker lieben oder die schon an der kleinen Perle HER aus dem Jahr 2014 ihre Freude hatten.

>>> ZUR BLU-RAY <<<
BILD (gesehen auf einer 2,7m-Leinwand)
Leider hinterlässt das Bild einen zwiespältigen Eindruck. Einerseits stimmen die Farben, sowie der Schwarzwert und der Kontrast. Andererseits zieht sich durch den gesamten Film eine leichte Unschärfe, die vor allem in Totalen auffällt. Es mag sein, dass dies auf kleineren Diagonalen weniger stark ins Gewicht fällt, auf einer Leinwand fallen Unschärfen jedoch sofort ins Auge. Das ginge in Zeiten von HD sicher besser.

TON (gehört auf einer 7.1-Anlage)
EX MACHINA ist ein reiner Dialogfilm. Insofern ist der Sound sehr unspektakulär. Die Dialoge kommen sauber über die Frontboxen, Umgebungsgeräusche sind aus allen Lautsprechern zu hören. Sehr gut kommt der sehr sphärische und schöne Elektrosoundtrack zur Geltung. Also alles gut gemacht!

EXTRAS
Mehrere Hintergrunddokus zur Entstehung des Films und dem Cast, sowie nähere Infos zum Turing-Test. Nicht wirklich weltbewegend aber besser als nichts.

>>> FAZIT <<<
Puh! Während der Abspann lief, musste ich erst einmal tief durchatmen, zu begeistert war ich vom einerseits spannenden und sehr intelligenten und vom andererseits verstörend wirkenden EX MACHINA. Inhaltlich bekommt man solch ein tiefgehendes Meisterwerk nur alle paar Jahre zu sehen. Die Blu-Ray überzeugt technisch leider nicht im vollen Umfang. Trotzdem: Von mir gibt's eine mehr als dicke Kaufempfehlung und meine persönliche 'Beste Filme'-Liste ist ab sofort um ein neues Werk reicher.
Film: Ganz dicke 5 Sterne / Disc: 4 Sterne / Gesamt: 5 Sterne
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 14, 2015 10:25 AM MEST


Der Babadook [Blu-ray]
Der Babadook [Blu-ray]
DVD ~ Essie Davis
Wird angeboten von Movie-Panel
Preis: EUR 17,46

2 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein beklemmender Horror, der von innen kommt - auf einer BluRay, die begeistert!, 4. Oktober 2015
Rezension bezieht sich auf: Der Babadook [Blu-ray] (Blu-ray)
>>> ZUM FILM <<<
DER BABDOOK, eine kleine australische Produktion, weckte gerade wegen zahlreicher negativer Amazon-Rezensionen meine Neugier, da ich das Gefühl nicht los wurde, dass die meisten negativen Rezensionen schlecht verfasst sein könnten. Mein Gefühl wurde bestätigt, als ich den Film nun anschaute.
Denn was uns Regisseurin Jennifer Kent mit DER BABADOOK präsentiert, ist ein spannender Horrortrip abseits von Mainstream-Splatter oder unzähliger 08/15-Teenie-Horrorstreifen. Und so ist es zwar schade aber nicht verwunderlich, dass der Film vor allem bei dem Teil des Publikums schlecht ankommt, der Horror automatisch mit Splatter und schnellen Schnitten gleichsetzt.

Denn DER BABDOOK nimmt sich ausreichend Zeit, eine traurige und zunehmend düstere Geschichte erst ruhig aufzubauen und dann vor allem sehr spannend zu erzählen. Er wandelt sich vom problembehafteten Mutter-Sohn-Drama über einen düsteren Psychotrip hin zu einem waschechten Horrorstreifen, der bei mir deutlich mehr Wirkung erzielt hat als die meisten (Mainstream-)Horrorproduktionen der letzten Jahre. DER BABDOOK spielt dabei geschickt mit den Erwartungen der Zuschauer. Man fragt sich lange, wer nun die größere Klatsche hat: Der ständig nervende Sohn mit seinem scheinbar großen Aggressionspotenial oder die überforderte Mutter, die offensichtlich schwer depressiv ist und der das Leben mehr und mehr entgleitet? Weiter bleibt lange die Frage offen, ob die übersinnliche Bedrohung tatsächlich eine ist oder ob sie nur eine Projektion der gestörten Psyche von Mutter und Sohn ist.

Essie Davis' schauspielerische Leistung in der Rolle der alleinerziehenden Mutter ist geradezu phönomenal. Sie trägt den Film beinahe im Alleingang und bleibt dabei jederzeit authentisch - egal, ob verletzlich, durch den Wind, besorgt, in Panik oder gar bedrohend wirkend. Die schauspielerische Bandbreite, die sie teilweise in derselben Szene abruft, ist mehr als nur beeindruckend. Ich hoffe, wir hören noch mehr von ihr.

Was dem Film für meinen Geschmack leider eine Höchstwertung verwehrt, ist zum einen die überzogen-nervende Darstellung des Sohnes. Der kleine Darsteller liefert zwar eine gute Leistung ab aber, ja, auch mir ging er schon nach den ersten 5 Minuten extrem auf den Sack. Sein ständiges Kreischen und Jammern strapazierte mein Nervenkostüm aufs Äußerste. Für die Storyentwicklung war es nicht nötig, so extrem aufzutragen, dann auch ohne dieses extreme Verhalten würde man ihm bzw. der Story abnehmen, dass die Mutter eine große Mitschuld am Verhalten ihres Sohnes trägt. Auch konnte mich das Ende des Films nicht wirklich überzeugen.

>>> ZUR BLU-RAY <<<
BILD (gesehen auf einer 2,7m-Leinwand)
Der Transfer ist so gelungen, dass man den Film sehr gerne auch auf einer großen Bilddiagonalen anschaut: Schärfe, Kontrast und Schwarzwert sind auf einem sehr hohen Niveau und sorgen dafür, dass in den zalhreichen dunklen Szenen kaum Details verlorengehen.

TON (gehört auf einer 7.1-Anlage)
WOW! Der 5.1 DTS-HD-Track hat in meinen Augen Referenzqualitäten Ein sauberes Surroundfundament sorgt für Töne aus allen Lautsprechern und die beeindruckende Dynamik sorgt in Kombination mit einem beeindruckenden Bass dafür, dass es den Zuschauer spätestens beim "Dook! Dook! Dook!" förmlich aus den Schuhen haut. Kurz gesagt: Erst mit einer bassstarken Surroundanlage kann DER BABADOOK seine volle Wirkung entfalten.

EXTRAS
Zahlreiche Interessante Extras in Form von Making-Ofs und Interviews runden das positive Gesamtbild ab.

>>> FAZIT <<<
DER BABADOOK überzeugt über weite Strecken als erfrischend anderer Horrorfilm aus "Down Under". Er ist nicht auf Hochglanz getrimmt und erzählt keine Geschichte, die wir schon zig mal in anderer Form gesehen haben. Vor allem aber hat er dem Mut, seine Geschichte in gemächlichem Tempo zu erzählen. Umso stärker wirkt der Horror, der im späteren Filmverlauf zu Tage tritt. Dazu eine Disc, die regelrecht begeistert: Bild auf sehr hohem Niveau, Sound mit Referenzqualitäten und Extras, die sehr interessant sind.
Film: Sehr gute 4 Sterne / Disc: 5 Sterne / Gesamt: 5 Sterne


Mad Max: Fury Road  (+ Blu-ray 2D) (inkl. Digital Ultraviolet)
Mad Max: Fury Road (+ Blu-ray 2D) (inkl. Digital Ultraviolet)
DVD ~ Charlize Theron
Preis: EUR 15,99

11 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Zukunft ist staubig, heiß, durchgeknallt - und sehr unterhaltsam, 25. September 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
>>> ZUM FILM <<<
George Miller schuf Ende der 70er bis Mitte der 80er Jahre mit der originalen MAD MAX-Trilogie Filme, die sich in unser popkulturelles Bewusstsein eingebrannt haben, wie wohl sonst keine Produktion aus 'down under'. Die Filme überzeugten vor allem thematisch und durch das Setting, erzählerische Highlights waren sie nie. Der dritte Teil war gar - welch Schock für die damalige Fangemeinde - ein weichgespülter und auf Masse getrimmter FSK 12-Streifen, der von Kritik und Publikum allenfalls als "geht gerade so" befunden wurde. Ich selbst mag speziell den Mittelteil der Trilogie sehr und war daher irritiert, als es hieß, Mr. Miller würde eine MAD MAX-Neuauflage planen. Erste Trailer und Filmschnipsel schienen dann auch meine Befürchtungen zu bestätigen. Ich verzichtete daher auf den Kinobesuch und machte bis gestern einen großen Bogen um MAD MAX. FURY ROAD.

Den Bogen hätte ich mir sparen können, denn George Miller nahm das Beste aus den beiden ersten Teilen der Originaltrilogie, verpasste dem inhaltlichen Mix ein extrem durchgeknalltes wie gelungenes Produktionsdesign und garnierte alles mit einem actiongeladenen Filmtempo, das dem Zuschauer kaum Zeit zum Durchatmen lässt. Fertig ist ein Film, der von Anfang bis Ende begeistern kann - wenn man als Zuschauer in Kauf nimmt, dass eine Handlung kaum existiert, sämtliche Charakterzeichnungen eher oberflächlich bleiben und beinahe pausenlose Endzeitaction im Vordergrund steht. Soll heißen: Hirn aus! Augen und Ohren auf! Unter diesen Voraussetzungen gelingt MAD MAX: FURY ROAD die Quadratur des Kreises: Es ist ein 5-Sterne-Fast Food-Menü, das sehr gut schmeckt und sofort nach Ende Films Appetit auf mehr macht.

Ich konnte mich kaum satt sehen an den optischen Schauwerten, wurde aufgrund des akustischen Dauerbombardements beinahe vom heimischen Sofa gepustet, hatte viel Freude an den durchgeknallten Charakteren und noch mehr Freude an der ein oder anderen filmischen Referenz an die alte Trilogie, z.B. Stichwort "Spieluhr"

Dabei ist MAD MAX:FURY ROAD kein perfekter Film. Vor allem haben mich inhaltlich gleich mehrere Dinge gestört:
Dass Max Rockatansky ein aufgrund des Schicksals seiner Familie desillusionierter und gebrochener Charakter ist, wird nur durch hin und wieder eingestreute Mini-Sequenzen und dem Satz 'Ich flüchte vor den Lebenden und den Toten.' angedeutet. Und Max' Vergangenheit ist daraus nur ableitbar, wenn man Teil 1 der Originaltrilogie gesehen hat. Ein wenig mehr Tiefe hätte dem Film zumindest diesbezüglich gut gestanden.
Wie wir alle wissen, ist außerdem das MAD MAX-Endzeitszenario in einer Welt angesiedelt, in der Öl und Wasser immer knapper werdende Ressourcen darstellen und deren Besitz große Macht bedeutet. Daher frage ich mich, weshalb der Storykern von einer Girlgroup auf der Suche nach einer besseren Zukunft handelt, während das Ressourcenproblem beinahe vollkommen ausgeklammert wird.

Aber hatte ich weiter oben nicht "Hirn aus!" gerufen? Jepp - und daher sind dies zwar einerseits berechtigte Kritikpunkte. Andererseits schmälern sie den optischen und akustischen MAD MAX: FURY ROAD-Overkill nur geringfügig.

Zuletzt noch ein Plädoyer für die von Charlize Theron hervorragend gespielte "Imperator Furiosa". Ich verstehe, wenn sich Leute daran stören, dass Max Rockatansky (der übrigens schon immer ein eher schweigsamer Charakter war) nicht mehr der allein die Story tragende Hauptcharakter ist. Allerdings passt Furiosa hervorragend zu Max: Desillusioniert und auf der Suche nach Erlösung, ist sie trotz allem ein sehr starker Charakter - kein Wunder, dass die beiden sehr gut harmonieren. Außerdem: Charlize Therons Auftritt hat mich begeistert.

>>> ZUR BLU-RAY <<<
BILD (gesehen auf 2,7m-Leinwand)
Das durch überhöhten Kontrast farblich leicht verfremdete 2D-Bild begeistert auch auf großen Diagonalen: Detalreich wird es präsentiert, sowie sehr scharf und mit einem guten Schwarzwert versehen. Das Bild hat es allerdings auch leicht, zu begeistern, da die meisten Szenen bei Tag im grellen Sonnenlicht spielen. Das konvertierte 3D-Bild hat mich nicht sonderlich vom Hocker gehauen, vor allem waren meine Augen oft damit beschäftigt, Vorder- von Hintergrundaufnahmen richtig einzuordnen und umgekehrt.

TON (gehört auf einer 7.1-Anlage)
Mit Ausnahme der persönlichen Wahrnehmung, dass der Center ein wenig zu leise abgemischt wäre, war ich auch hier begeistert. Ich musste den Level des Centerspeakers deutlich erhöhen, damit sich die mittigen Stimmen gut ins übrige Klangfeld einfügen. Ist dies erledigt, erlebt der Zuschauer ein Fest für die Ohren: Ein tolles Surrounderlebnis aus allen Lautsprechern, knackige Bässe und eine hervorragende Dynamik sorgen dafür, dass man tatsächlich mittendrin statt nur dabei ist. Zum Dolby Atmos-Sound kann ich leider keine Aussage treffen

EXTRAS
Mehrere Kurzdokus, Interviewbeiträge und Deleted Scenes versorgen den geneigten Fan mit tatsächlich interessanten Hintergrundinfos zur Entstehung des Films. Persönlich vermisse ich nur einen Audiokommentar.

>>> FAZIT <<<
MAD MAX: FURY ROAD ist adrenalintreibendes Actionkino in Reinkultur! Wer eine komplexe und tiefgründige Handlung und ebensolche Charakterzeichnungen erwartet, wird enttäuscht werden. Wer auf ein durchgeknalltes und faszinierendes Produktionsdesign steht und sich an vollkommen abgedrehten Charakteren erfreuen kann, darf Platz nehmen und sich anschnallen. Diesbezüglich lässt MAD MAX: FURY ROAD die alten Filme weit hinter sich. Der Zuschauer bekommt ein optisches und akustisches Feuerwerk geboten, das spannend ist und viel Spaß macht. Da zudem die BluRay rundherum überzeugen kann, gibt es von mir eine dicke Empfehlung.
Film: Sehr starke **** / Disc: Verdiente ***** / Insgesamt *****
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 28, 2015 7:02 PM MEST


Warte, bis es dunkel wird (Uncut) [Blu-ray]
Warte, bis es dunkel wird (Uncut) [Blu-ray]
DVD ~ Addison Timlin
Preis: EUR 9,99

3 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen 1946 - 1976 - 2014: Sequel? Remake? Eigenständiges Werk? Egal, weil gut!, 3. September 2015
>>> ZUM FILM <<<
Das Horror-Subgenre der Slasher-Filme gibt es seit den 1970ern ' und ist einfach nicht totzukriegen. John Carpenter, Wes Craven oder Tobe Hooper waren oder sind Regisseure, die mit HALLOWEEN, THE LAST HOUSE ON THE LEFT oder TEXAS CHAINSAW MASSACRE Filme drehten, die heute noch jeder Fan kennt ' und die in den letzten Jahren allesamt mehr oder weniger gut gelungene Remakes erhalten haben. Nur, wer ist Charles B. Pierce? Er hatte im Jahre 1976 den eher unbekannten THE TOWN THAT DREADED SUNDOWN gedreht, der den herrlich bescheuerten deutschen Titel DER UMLEGER trägt.

Regisseur Alfonso Gomez-Rejon schuf nun mit WARTE BIS ES DUNKEL WIRD einen Film, der zugleich Remake, Sequel und eigenständiger Film ist. Ihr habt richtig gelesen: Er ist ein eigenständiges Remake-Sequel' öööhm, geht's noch? Ja! Denn schon DER UMLEGER beruhte auf wahren Begebenheiten, die sich im Jahr 1946 zutrugen. Gomez-Rejon nimmt diese wahren Ereignisse als Grundidee, verwebt sie geschickt mit einer '1976er-Film im Film'-Idee und spinnt daraus eine eigenständige Schlachtplatte. Ehrlich gesagt, kann ich mich an keinen Film erinnern, der sich ähnlich originell und intelligent jeglicher eindeutigen Kategorisierung entzieht. Alleine hierfür gibt es von mir dicke Pluspunkte.

Weiter punktet WARTE BIS ES DUNKEL WIRD mit Darstellerleistungen, die allesamt überzeugen können. Richtig gut macht Ihre Sache die junge Addison Timlin, der man mit ihrer ansprechenden Leinwandpräsenz ängstliche oder panische Gefühle jederzeit abnimmt. Besonders gefreut habe ich mich weiter über das Wiedersehen mit so manchen altbekannten Gesichtern, vor allem aber über Veronica Cartwrights Auftritt. Man muss kein Experte sein, um sich an ihre Auftritte im 1978er BODY SNATCHERS-Remake oder in Ridley Scotts ALIEN erinnern zu können.

Einen Seitenhieb kann ich mir an dieser Stelle nicht verkneifen: Es gibt Rezensenten, die mit Pauschalurteilen wie 'schlechte Schauspieler', 'schlechte Dialoge' oder 'schlechte Handlung' um sich werfen. Sorry, aber wer bei diesem Film so argumentiert, hat von Filmen herzlich wenig Ahnung und sollte sie einfach nur anschauen, als über sie diskutieren und ernst genommen werden zu wollen.

Zuletzt fällt positiv die gelungene Kameraarbeit auf, die mehrmals mit ungewöhnlichen Perspektiven und ungewöhnlicher Farbgebung zu begeistern weiß.

Zur echten Genreperle reicht es WARTE BIS ES DUNKEL WIRD leider nicht, da dem Film auf den letzten Metern leider ein wenig die Puste ausgeht. Im deutlichen Gegensatz zur weitgehend originellen Handlung steht das zwar sehr spannende aber nicht überzeugend inszenierte Ende. Aufmerksame Zuschauer wissen schon lange vor dem Finale, wer sich unter der Kapuze des Mörders befindet und die Auflösung wirkt ein wenig konstruiert. Auch finde ich schade, dass die sorgsam aufgebaute und intelligente Story für meinen Geschmack zu abrupt zu Ende geführt wird.
Ein weiteres Problem der deutschen Fassung: Die Synchronisation ist leider eher suboptimal.


>>> ZUR BLU-RAY <<<
BILD (gesehen auf einer 2,7m-Leinwand)
Der Titel WARTE BIS ES DUNKEL WIRD lässt erahnen, dass viele Szenen im Dunkeln spielen. Daher ist es umso erfreulicher, dass das Bild mit sehr guten Schwarz- und Kontrastwerten aufwarten kann. So gehen auch in dunklen Szenen keine oder nur wenig Details verloren. Dazu ist das Bild knackscharf und macht auch auf großen Diagonalen viel Spaß!

TON (gehört auf einer 7.1-Anlage)
Hier gibt es ebenfalls keinen Anlass zur Kritik. Der hochaufgelöste 5.1 HD-MA-Sound begeistert durch eine hervorragende Dynamik, die vor allem Schockmomenten eine zusätzliche Wirkung verleiht.

EXTRAS
Neben ein paar Trailern, einigen Interviews und einer B-Roll herrscht leider gähnende Leere.

>>> FAZIT <<<
WARTE BIS ES DUNKEL WIRD kann nach unzähligen Slasher-Filmen und deren Remakes das Genre im Jahr 2015 nicht neu erfinden. Dafür punktet er mit einer originellen Idee, einer intelligenten Story, überzeugenden Darstellern und einer teilweise mutigen Kameraarbeit. Wäre die Story in den letzten 15 Filmminuten so originell wie in den knapp 75 Minuten davor UND wäre die Regiearbeit durchgehend auf dem Niveau jener ersten 75 Minuten - der Film wäre ein Genremeilenstein geworden. Immerhin reicht es so noch zu einem guten Film, der aus der Masse hirnloser Slasher-Filme vor allem durch Intelligenz und Originalität heraussticht.
Da außerdem die Blu-Ray bei Bild und Ton absolut überzeugen kann, gibt es von mir eine Kaufempfehlung.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 12, 2015 12:52 AM MEST


7
7
Wird angeboten von MediaMine
Preis: EUR 12,99

20 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen So klingt der Sommer... oder: Paul Kalkbrenner liefert eines seiner besten Alben überhaupt ab!, 9. August 2015
Rezension bezieht sich auf: 7 (Audio CD)
Nach den Alben ICKE WIEDER und GUTEN TAG, die weder Fans noch Kritiker wirklich begiestern konnten, veröffentlicht Paul Kalkbrenner nach mehr als 2,5 Jahren mit "7" sein neuestes Album. War ICKE WIEDER in meinen Augen noch ein sehr sperriger (und misslungener) Versuch, neue Pfade zu beschreiten, ließ P.K. mit GUTEN TAG seine alte und von vielen vermisste Klasse zumindest teilweise wieder durchblicken. Mit "7" hat er nun ein Album geschaffen, das ich ihm kaum noch zugetraut hätte: Treibende Beats, abwechslungsreiche Tracks und eine wunderschön-melancholische Stimmuing, die schon Kalkbrenners Alben SUPERIMPOSE, ZEIT oder SELF ausgezeichnet hat.

Dabei ist Paul Kalkbrenner wahrlich nicht zu beneiden: BERLIN CALLING ... und dann lange nichts! Es schwebt wie ein Damoklesschwert über jedem neuen Album! Und die Fanbase dürfte nach dem Soundtrack vielfältiger sein als bei vielen anderen Elektro-DJs bzw. -Produzenten. Auf der einen Seite jene Leute, die ihm seit SUPERIMPOSE die Stange halten, auf der anderen Seite jene Fans, die bis zum Film BERLIN CALLING den Namen Paul Kalkbrenner nicht kannten. Kann man es diesen sehr unterschiedlichen Fans jemals wieder Recht machen? Vermutlich nicht, und daher besinnt sich P.K. auf "7" einfach seiner Wurzeln und präsdentiert einen Sound, der als kleinster gemeinsamer Nenner viele Fans ansprechen soll: Viel BERLIN CALLING bzw. SELF, ein wenig ZEIT und SUPERIMPIOSE... und fertig ist SIEBEN. Ich finde, dies ist auf beeindruckende Art und Weise gelungen.

Ich war nach den zuletzt durchwachsenen P.K.-Alben doch recht skeptisch. Doch als der Opener "Battery Park" nur ein paar Sekunden gelaufen war, spitzte ich neugierig meine skeptischen Ohren. Der Titel klingt vertraut und doch neu. Und genau dies ist das Gefühl, dass sich durch das gesamte Album zieht: Es trägt eindeutig Paul Kalkbrenners Handschrift und lässt doch ausreichend Raum für Überraschungen und Neues.
Dabei gehen die meisten Tracks direkt ins Ohr und sind gleichzeitig so zumeist so weit vom Mainstream entfernt, dass kein "echter" Elektro-Fan schockiert oder gar empört vom Stuhl kippen muss. Und wollen wir ehrlich sein: Auch wenn Mainstream anders klingt, so standen Paul Kalkbrenners Alben schon immer dem Mainstream näher als dem unterkühlten technoiden Underground-Sound....

Überraschend gut funktionieren in meinen Augen die Vocal-Titel CLOUD RIDER, FEED YOUR HEAD und A MILLION DAYS - und dies, obwohl ich jemand bin, der Gesang auf Elektroalben gerne als überflüssigen Ballast bezeichnet. FEED YOUR HEAD sticht dabei aus den anderen genannten Titeln hervor: Die späten 60er Jahre treffen auf Elektrosound des Jahres 2015 - und es funktioniert perfekt!

Und der Rest des Albums? Begeistert von Anfang bis Ende! Der Sound versprüht jene melancholische Magie, die P.K. zuletzt teilweise vermissen ließ. Ein Track besser als der andere; und wenn man glaubt, nun müsse doch einmal ein Titel kommen, der qualitativ abfällt, lässt Kalkbrenner Bretter vom Stapel, die jeden kritischen Fan sofort verstummen lassen dürften: SHUFFLEFACE (!), PAPERCUT PILOT (!!), ALIGN THE ENGINE (!!!), BRIGHT ROLLER. Und auch Experimenten gegenüber ist P.K. aufgeschlossen: MOTHERTRUCKER beginnt sperrig, um im weiteren Verlauf eine wunderschön-sphärische Atmosphäre zu versprühen.

Jeder langjährige Paul Kalkbrenner-Fan dürfte an "7", das gekonnt zwischen "echtem Elektro und beinahe Mainstream" hin- und herpendelt, eine wahre Freude haben.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 14, 2015 6:36 PM MEST


The Witcher 3: Wild Hunt - Standard - [Xbox One]
The Witcher 3: Wild Hunt - Standard - [Xbox One]
Preis: EUR 50,38

14 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Mit dem Witcher, Tonnen an Gepäck und zahlreichen Mängeln im Detail durch "Bob Ross"-Landschaften wandern, 26. Juni 2015
>>> ZUM SPIEL <<<
Ich habe von der MASS EFFECT- über die ELDER SCROLLS- bis hin zur grandiosen DARK SOULS-Reihe zahlreiche Rollenspiele gespielt. Logisch, dass daher auch THE WITCHER III auf meinem Einkaufszettel stand. Ich habe das Spiel inzwischen weitgehend durchgespielt und kann mir daher sicher - im Vergleich zu den üblichen Frührezensenten - ein umfassendes Urteil erlauben. Dieses fällt gut aus, begeistert bin ich jedoch nicht.

>>> GRAFIK <<<
THE WITCHER III macht seine Sache insgesamt sehr gut. Allerdings finde ich es ein wenig befremdlich, dass die Vegetation nicht wirklich natürlich aussieht. Sie scheint vielmehr direkt einem "Bob Ross"-Gemälde entsprungen zu sein und sämtliche Pflanzen wiegen nicht sanft im Wind. Stattdessen wackelt die Flora auch bei leichten Böen recht kräftig und unnatürlich.
Weshalb die Nachtstunden ebenso dunkel bzw. hell sind wie die Stunden bei Tag und schlechtem Wetter, erschließt sich mir nicht.
Die Charakteranimationen sind hingegen gelungen.

>>> SOUND <<<
Hier gibt es absolut keinen Kritikpunkt = KLASSE! Der weitgehend langsam orchestrierte Soundtrack ist zudem ein Genuss.

>>> GAMEPLAY & STORYTELLING <<<
Meiner Meinung nach hat die DARK SOULS-Reihe in Sachen Gameplay neue Maßstäbe gesetzt. Die Story wird dem Spieler nicht vorgekaut, er muss sie selbst erforschen. Endlose Questlisten gibt es schon einmal gar nicht. Das dynamische Kampfsystem ist bis heute unerreicht. Der Spieler muss selbst herausfinden, welche Geschichte erzählt wird und welche Items welche Wirkung besitzen. Insgesamt entsteht in DARK SOULS eine mystische und melancholische Atmosphäre - die THE WITCHER III leider zu keinem Zeitpunkt erreicht.

Was bietet THE WITCHER III stattdessen? Ein klassisches Rollenspiel-Gameplay, das vor allem Kenner der ELDER SCROLLS-Reihe schätzen dürften: Zahlreiche Aufgaben müssen angenommen und absolviert werden, der eigene Charakter kann mit zahlreichen Items aufgewertet werden, die Geschichte ist stets vor dem Auge des Spielers präsent. Das kann alles sehr viel Spaß machen, ist jedoch nicht innovativ. Oder positiv formuliert: ELDER SCROLLS-Fans kommen auch mit THE WITCHER III voll auf ihre Kosten und werden zahlreiche unterhaltsame Stunden im Spiel verbringen.
Auflockernd und sehr positiv fand ich kleine Detektivarbeiten, die der Witcher ausführen muss, um zahlreiche Quests voranzutreiben: Tatorte und Spuren untersuchen, Duftmarken folgen, etc.
Leider wirkt das Spiel auf mich durch viele sinnlose Gegenstände und Orte sehr überladen. Man kann sich nur wundern, wie schnell unzählige neu zu entdeckende Orte auf der Karte eingeblendet werden. Ebenso wird der Spieler mit Unmengen von sinnlosen Gegenständen förmlich zugeschmissen. Und so geht es THE WITCHER III wie so manch anderem Open World-Spiel: Die eigentlich sehr interessante Hauptstory geht inmitten belang- bzw. sinnloser Orte und Gegenstände beinahe unter.

>>> INSZENATORISCHE QUALITÄT <<<
Für meinen Geschmack sind die Zwischensequenzen zu wenig emotional inszeniert. So kann es passieren, dass die Stimme eine Charakters laut und aufgeregt klingt, der Charakter optisch jedoch beinahe teilnahmslos erscheint. Auch die Regie, die Kameraführung oder den Schnitt der Sequenzen habe ich in anderen Spielen schon deutlich besser erlebt. Außerdem ist die Charakterzeichnung im Vergleich zu Spielen aus dem Hause Rockstar oder Bioware deutlich oberflächlicher.
Erst nachdem im Hauptquest alle Schlachten geschlagen sind, werden im spielbaren Epilog ganz große, emotionale Geschütze aufgefahren und die Geschichte um Geralt & Ciri wird auf eine Art und Weise abgeschlossen, die dafür sorgen dürfte, dass viele Spieler sehr feuchte Augen bekommen werden. Das letzte Quest inkl. der letzten Videosequenzen ist tatsächlich gaaanz großes Kino!
Bis hierher ist mein Eindruck sehr persönlich und entsprechend sehr subjektiv. Allerdings gibt es weitere Kritikpunkte, die mir die Stimmung mehr als nur einmal verdorben haben. Daher zähle ich nachfolgend...

>>> ... PUNKTE AUF, DIE GAR NICHT GEHEN (trotz Patch 1.05) <<<
- LADEZEITEN
Ihr müsst Zeit mibringen - viiiel Zeit! Solltet Ihr 100 Stunden oder mehr im Spiel verbracht haben, könnte das am riesigen Spielumfang liegen -oder auch den laaangen Wartezeiten, die Ihr im Ladebildschirm verbringt.
Wenn ich beim Wechsel eines Gebiets 1 Minute oder mehr darauf warten muss, um weiterspielen zu können, dann ist das ein absolutes "no go". Dummerweise wird das Problem weiter verstärkt, da diese Ladezeiten auch beim erneuten Laden nach dem Ableben des eigenen Charakters entstehen. Ihr dürft euch auch nicht wundern, dass (zugegeben etwas kürzere) Ladezeiten entstehen, wenn ihr einfach diverse NPCs (!) ansprecht oder Zwischensequenzen gestartet / beendet werden.

- VERBUGGTE QUESTS
Keine Sorge: Die Hauptstory lässt sich problemlos durchspielen. Solltet Ihr das Spiel jedoch zu 100% durchspielen wollen, macht euch THE WITCHER III (momentan zumindest) einen Strich durch die Rechnung, da nicht alle Nebenquests bugfrei sind. Diese können dann zwar angenommen, nicht jedoch abgeschlossen werden. Für mich ebenfalls ein "no go".

- ITEMS & CRAFTINGSYSTEM = BEINAHE KOMPLETT FÜR DIE TONNE
Items, Items, Items! Wer will, kann im Spiel unzählige Items sammeln und diese zur Herstellung diverser Tränke und Gegenstände verwenden. Alle paar Meter stolpert ihr über Pflanzen, die gesammelt und Kisten, Schränke oder Säcke, die geöffnet werden wollen.
NUR: Spart euch die Mühe! 99% (!) der sammelbaren Gegenstände werden nicht benötigt, um im Spiel voranzukommen.
-> Tränke brauen = überflüssig
-> Waffen und Rüstungen schmieden = beinahe komplett überflüssig
-> übrige Gegenstände herstellen = überflüssig
Für den Rest sorgen im wesentlichen die Fertigkeitspunkte, die man im Spielverlauf erhält. Außerdem sinnvoll sind EINZIG die sammelbaren "Mutagene" und ein paar wenige Gegenstände, die benötigt werden, um von einem bestimmten Schmied eine bestimmte Rüstung herstellen zu lassen. Alle anderen wichtigen Gegenstände - insbesondere Waffen - findet der Spieler im Laufe des Spiels automatisch.

- ZIELMARKIERUNGEN WERDEN ANGEZEIGT - ODER AUCH NICHT
Damit sich der Spieler in der offenen Welt nicht verirrt, wird zu jedem aktiven Quest der entsprechende Zielpunkt auf der Karte angezeigt. Allerdings läuft auch hier nicht immer alles rund: Zielmarkierungen verschwinden oder werden trotz aktiviertem Quest erst gar nicht angezeigt. Bevor Ihr nun ziellos durch das offene Gelände irrt, folgender Tipp: Spiel speichern und einen alten Spielstand neu laden, dann erscheinen auch nicht angezeigte Zielmarkierungen wieder.

- KERZEN vs. KISTEN / SCHNELLREISEPUNKTE
Ich weiß nicht, wessen Idee es war, anzuzündende oder zu löschende Kerzen oftmals direkt neben Kisten oder Schnellreisepunkten zu platzieren. Es stört jedenfalls sehr, wenn man z.B. eine Kiste öffnen möchte und stattdessen eine Kerze anzündet. Und das geschieht im Spiel nicht nur 1x ...

>>> UND SONST...? <<<
... fallen im Spiel diverse Dinge auf, die stören können, die das Spielerlebnis jedoch kaum negativ beeinflussen. Beispiele:
- Geralts Haare wehen, sofern offen getragen, ständig; ganz so, als würde auch in geschlossenen Räumen starker Wind wehen. Ich fühlte mich dabei an so manches japanisches Spiel erinnert, in dem wehende Haare auch zum guten Ton zu gehören scheinen.
- Meterhoch frei in der Luft schebende Gegenstände.
- Ein Schmied, der in der Stadt Novigrad immer erst dann erscheint, wenn man das Spiel kurz per "Meditation" unterbricht.
- Namen von Ortschaften oder Charakteren, die dem irdischen Globus oder der Filmbranche entnommen wurden und bei mir immer wieder ein immersives Spielerlebnis verhindert haben, z.B. Novigrad (Stadt in Kroatien), Spikeroog (Nordseeinsel) oder Boba Frett (*gacker*).

>>> FAZIT <<<
THE WITCHER III will in meinen Augen zu viel: Man kann kämpfen und den eigenen Charakter entwickeln; man kann unzählige Gegenstände herstellen, Tränke brauen, Karten spielen und an Pferderennen teilnehmen; man kann Rüstungen und Waffen schmieden; ja, sogar Kredite kann man aufnehmen, falls man knapp bei Kasse sein sollte. Man kann im Spiel wirklich zahlreiche Dinge tun - mit dem Problem, dass man zwar sehr viel machen kann aber fast nichts davon machen muss, um im Spiel erfolgreich zu sein. Dadurch wirkt THE WITCHER III zum einen unnötig überladen und zum anderen in gewisser Weise auch sehr beliebig. Ich sehe in dem Spiel aufgrund zahlreicher kleinerer und größerer inszenatorischer und technischer Mängel sicher keinen "game of the year"-Kandidaten. Immerhin versöhnt der grandios und sehr emotiional inszenierte Epilog ein wenig für so manche Mängel während des Spiels.
Meine Rezension mag ein wenig "erbsenzählerisch" wirken, aber ich kann es nicht ab, wenn User nach wenigen Stunden im Spiel umfassende Rezensionen schreiben und Spiele in den Himmel loben - trotz offensichtlicher technischer Bugs und spielerischer Unzulänglichkeiten. Aber ich gebe gerne zu, dass ich abgesehen von meinen zahlreichen Kritikpunkten doch recht viel Spaß mit dem Spiel hatte. Für Fans von Rollenspielen im Stil von SKYRIM ist THE WITCHER III sicher ein guter Kauf.
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 29, 2016 7:38 PM CET


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