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Rezensionen verfasst von
Ailis "Leseturm"
(TOP 500 REZENSENT)   

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Monsieur Papon oder ein Dorf steht kopf (Frauenromane)
Monsieur Papon oder ein Dorf steht kopf (Frauenromane)
von Julia Stagg
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Seicht und ohne Anspruch, 7. März 2012
Kundenmeinung aus dem Amazon Vine - Club der Produkttester-Programm (Was ist das?)
Die Geschichte dieses Romans ist schnell erzählt: ein englisches Paar kauft ein Restaurant in Frankreichs Pyrenäen, was dem Bürgermeister, der den Kauf seinem Schwager zuschustern wollte, so gar nicht passt. Daher legt er den armen Engländern unzählige Steine in den Weg, untermalt von hinterhältigen Aktionen und gefährlichen Bündnissen.
Das klingt nicht nur wie ein Drehbuch fürs Theaterstadl, es liest sich auch so. Die Geschichte lebt von den Ressentiments zwischen Franzosen und Engländern, das ist wahrlich ein altes Motiv. Doch leider schafft es die Autorin nicht, aus diesem klassischen Thema was Neues zu machen, stattdessen reitet sie auf Klischees herum und versumpft literarisch auf dem Niveau eines seichten Filmchens.
Es gibt den Gegenspieler, den man nur verabscheuen kann, der aber natürlich auch eine andere Seite hat, die hoffen lässt, dass er seine Fehler erkennt. Dann gibt es die armen Opfer, die doch soooo sympathisch sind und vollkommen unschuldig in diese missliche Lage geraten sind. Der Rest des Ortes verteilt sich natürlich auf diese zwei Lager, wie sollte es auch anders sein.
Zusammengefasst bleibt nach der Lektüre nur eins übrig: alles ist zu flach und bewegt sich zu nah an der Oberfläche. Sowohl der Geschichte als auch dem Personal fehlt es an Tiefe und Persönlichkeit. Alles in allem handelt es sich bei diesem Roman um ein seichtes Büchlein, das durch nichts zu überraschen weiß.


Fleuresse Strandlaken 2829 Fb.2, 90 x 180 cm, blau
Fleuresse Strandlaken 2829 Fb.2, 90 x 180 cm, blau

5.0 von 5 Sternen Schön und praktisch!, 6. März 2012
Kundenmeinung aus dem Amazon Vine - Club der Produkttester-Programm (Was ist das?)
Dieses Strandlaken hatte mir auf dem Bild schon recht gut gefallen, doch die Realität ist noch überzeugender: die Farben sind einfach satt und strahlend, es macht richtig Spaß, es anzuschauen. Aber nicht nur die Augen werden verwöhnt, auch die Haut kann sich freuen: es fühlt sich sehr weich und angenehm an. Es hat eine kuschelige Seite, die sich ähnlich anfühlt wie Nickistoff und auf die man sich am Strand legen kann, aber auch eine etwas rubbeligere Frottee-Seite, mit der man sich abtrocknen kann. Die Größe des Lakens ist auch prima, man hat genug Platz zum Liegen, kann sich nach dem Bad aber auch ganz einwickeln. Es ist sehr gut verarbeitet, der Rand ist mit einer stabilen Borte versehen, die auf den ersten Blick auch anständig vernäht zu sein scheint.
Man merkt: mir gefällt es richtig gut und der nächste Strandurlaub kann kommen!


Die Flüsse von London: Roman
Die Flüsse von London: Roman
von Ben Aaronovitch
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,95

17 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Schwache Umsetzung, 29. Februar 2012
Rezension bezieht sich auf: Die Flüsse von London: Roman (Taschenbuch)
Kundenmeinung aus dem Amazon Vine - Club der Produkttester-Programm (Was ist das?)
"Die Flüsse von London" ist der Beginn einer Reihe, in der Ben Aaronovitch seinen neuen Helden vorstellt: Peter Grant, ein frischgebackener Constable der Londoner Polizei, der kurz davor steht zu erfahren, welcher Abteilung er zugeteilt werden soll. Er wünscht sich, in der Mordkommission eingesetzt zu werden, befürchtet jedoch, beim CPU zu enden, der "Case Progression Unit". Und so kommt es auch: sein Vorgesetzter schlägt ihn für die CPU vor und Peter sieht sich schon Zeit seines Lebens im Papierkram versinken. Doch dann geschieht etwas mehr als Merkwürdiges: Detective Chief Inspector Thomas Nightingale sucht einen Gehilfen und entscheidet sich für Peter. Was genau daran so seltsam ist? Nichts, einzig, dass Nightingale kein normaler Polizist ist, sondern einer, der zaubern kann und für alles zuständig ist, in dem die Magie eine Rolle spielt. Und kaum, dass Peter sich mit dem Gedanken daran, dass es Magie tatsächlich gibt, anfreunden kann, befindet er sich auch schon mittendrin: er spricht mit Geistern, begegnet Trollen, vernichtet Vampire oder hat eine merkwürdige Begegnung mit Mama Themse, die in einem üblen Clinch mit Papa Themse steckt. Und dann gilt es natürlich auch noch einen aktuellen Mordfall zu lösen, der einzig mit dem gesunden Menschenverstand nicht zu erfassen ist...

Die Idee zu diesem Plot klang für mich recht verlockend und auch sehr unterhaltend: ein bisschen Krimi, eine Prise Humor und ein wenig Magie obendrauf. Eigentlich ein guter Mix für einen netten, kleinen Unterhaltungsroman, doch habe ich das Gefühl, dass Aaronovitvch zu viel wollte. Er wirft mit einem reichhaltigen Personal um sich, bei dem es manchmal schwer fällt, den Überblick zu behalten und auch die vielen kleinen Geschichten wollen nicht so richtig zueinanderfinden, um einen starken roten Faden zu bilden. Als Leser fühlte ich mich hin- und hergeworfen zwischen dem eigentlichen Mordfall und vielen kleinen Episoden, die das Wirken der Magie in unserer modernen Welt verdeutlichen sollen. Ebenso fehlte mir besonders bei Peter die Tiefe: da purzelt er wie aus dem Nichts heraus in eine ihm völlig fremde Welt und er scheint sich gar nicht groß zu wundern oder sich gegen diesen neuen Gedanken zu wehren. Nein, alles kein Problem, so ist das halt und er nimmt es vollkommen unreflektiert an und beginnt seine Lehre als Zauberer. Er stört sich noch nicht mal an der Tatsache, dass ihn das weitere zehn Jahre seines Lebens kosten wird. Das ist mir zu glatt und zu oberflächlich, weswegen ich mich auch nicht wirklich gut auf Aaronovitchs Helden einlassen konnte. Und auch der Humor wird im Laufe der Geschichte immer flapsiger und die Pointen wirken zu gewollt, was ich als störend empfand.
Letztlich ist klar, dass ein Autor hier eine gute Idee hatte, doch an der Umsetzung hapert es und ich hätte mir gewünscht, dass man an Plot und Personal noch mal gründlich gefeilt hätte.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 15, 2012 9:21 AM MEST


Gliss Kur Anti-Schaden-Kur Ultimate Repair
Gliss Kur Anti-Schaden-Kur Ultimate Repair

10 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Nicht überzeugend, 28. Februar 2012
Kundenmeinung aus dem Amazon Vine - Club der Produkttester-Programm (Was ist das?)
Erst mal die positiven Punkte: die Kur lässt sich leicht im Haar verteilen, die Einwirkzeit beträgt nur eine Minute, sie spült sich gut aus und man hat keine klebrigen Rückstände im Haar. Das Haar lässt sich danach leicht durchbürsten und fühlt sich nach dem Föhnen weich und glatt an. Das liegt sicher nicht zuletzt an den Siliconen, die sich um die Haare legen. Mir persönlich macht das nichts aus, wenn das Ergebnis dementsprechend ist, aber Silikon-Gegner werden keine Freude an diesem Produkt haben.
Alles in allem sind das jedoch alles Wirkungen, die ich von jeder anderen Kur auch kenne. Eine wirklich gute Kur müsste da schon mehr bieten. Denn da sind ja noch die negativen Punkte: der Geruch ist für meinen Geschmack zu schwer, zu süß und zu aufdringlich, das will ich nicht den ganzen Tag in der Nase haben. Ebenso unmöglich erscheint ein Styling jeglicher Art: die Haare sind zu weich und rutschig und nicht in Form zu bringen. Und irgendwie sieht die ganze Haarpracht dünn und platt aus, das ist nicht so schön. Und zuletzt wäre es mir dauerhaft sympathischer, wenn die Kur nicht in einem Tiegel daherkäme, sondern in einer handlicheren Tube oder Flasche.
Insgesamt ist diese Kur keine Alternative für mich und letztlich hilft bei wirklich kaputtem Haar doch nur die Schere. Ich persönlich habe zwar nichts gegen Silikone, die ein solches Ergebnis vorgaukeln, aber ich bin von der Wirkung der Gliss Kur "Ultimate Repair" einfach nicht überzeugt.


Sony Soft Case (schwarz) für den Reader Wi-Fi (PRS-T1): Dieser elegante Einband schützt den Reader vor Schmutz und Kratzern. Er lässt sich umklappen, ... Reader beim Lesen besser in der Hand liegt
Sony Soft Case (schwarz) für den Reader Wi-Fi (PRS-T1): Dieser elegante Einband schützt den Reader vor Schmutz und Kratzern. Er lässt sich umklappen, ... Reader beim Lesen besser in der Hand liegt
Wird angeboten von ss-electronic24
Preis: EUR 25,11

7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Letztlich die beste Lösung, 28. Februar 2012
Ich habe lange überlegt, welche Hülle ich für meinen neuen Reader kaufen soll. Ich habe mir verschiedene Modelle angeschaut, vor allem auch die, die zum einen preislich verlockender waren, zum anderen aber auch die Möglichkeit boten, mit einer Lasche ganz geschlossen zu werden und auch noch den Stift und kleine Notizen unterbringen zu können. Dabei stellte ich fest, dass es zwar praktisch erscheint, diese Möglichkeiten zu haben, beim Lesen waren diese überladenen Hüllen jedoch störend: die Lasche nervte und durch die eingenähten Taschen und Schlaufen lagen sie nicht gut in der Hand. Die Original-Hülle von Sony hat zudem den Vorteil, dass sie den Reader wirklich am optimalsten festhält. Da laufen keine störenden Gummibänder über die Tasten und es wackelt nichts. Man klickt den Reader einfach in die Halterung und fertig.
Damit der Reader in der Handtasche oder im Rucksack dennoch gut geschützt ist, nehme ich einfach ein schmales Gummiband, mit dem ich die Hülle der Länge nach verschließe. Das Band ist knallig lila und macht somit auch noch ein bisschen was her - für mich die perfekte Lösung! Denn auch die Hüllen, die ein schmales Band zum Verschließen haben, lassen sicherlich noch genug Staub und Fremdkörper rein, denn sie schließen ja nur an einer kleinen Stelle ab. Am besten wird es eh sein, den Reader zusätzlich noch in eine kleine Extra-Tasche zu packen, damit hat man dann optimalen Schutz.


In fremden Kleidern: Geschichte einer Jugend
In fremden Kleidern: Geschichte einer Jugend
von Paula Fox
  Taschenbuch
Preis: EUR 10,90

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine bewegte und bewegende Kindheit, 10. Januar 2012
In diesem Buch hat Paula Fox ihre Kindheits- und Jugenderinnerungen niedergeschrieben, teilweise etwas unsortiert und nicht immer deutlich in der Motivation, aber absolut authentisch.
Paula Fox hatte ein bewegtes Leben und das begann schon mit ihrer Geburt: ihre Eltern, die sich nicht um sie kümmern wollten, gaben den Säugling kurz nach der Geburt in ein Findelhaus. Als Paulas Großmutter davon hörte, sorgte sie dafür, dass jemand das Mädchen dort wieder abholte und sich um es kümmerte. Sie selber war dazu erst mal nicht in der Lage, da sie in Kuba als Gesellschafterin einer reichen Cousine fungierte. Auf wirren Wegen kam die kleine Paula letztlich zu einem alleinstehenden Pfarrer, der sich in den ersten Jahren ihres jungen Lebens liebevoll um sie kümmerte. Man spürt jeder Zeile, die Paula über ihren Onkel Elwood, wie sie ihn nannte, schreibt an, dass sie ihn über alles liebte. Ab und zu lässt ihr Vater, Paul Fox, von sich hören, schickt Geld oder stattet seiner Tochter kurze Besuche ab, die das Kind verwirren und ihm das Gefühl geben, auch bei ihrem geliebten Onkel Elwwod nicht wirklich sicher zu sein, da sie nicht ganz zu ihm gehört. Und so kommt es, wie es kommen musste: als Paula etwa fünf Jahre alt ist, kehrt ihre Großmutter aus Kuba zurück und nimmt die Kleine zu sich. Jahre später, als sie ihre Erinnerungen niederschreibt, gibt Paula Fox unumwunden zu, dass ihre Großmutter eigentlich kaum eine Chance hatte, einen Platz im Herzen ihrer Enkelin zu finden. Denn sie war es, die Paula und Onkel Elwwod trennte - eine Entscheidung, die Paula der Großmutter nie verzeihen konnte. Und nun folgen Jahre des Vagabundierens für Paula: mit der Großmutter geht es für eine Zeit nach Kuba und auch, als sie zurück in Amerika sind, sollte es für die kleine Paula kein wirkliches Zuhause geben. Mal ist sie bei den Eltern, die sich aber kaum um sie kümmern, dann wird sie zu Bekannten abgeschoben oder wird in die Obhut von Hausangstellten gegeben, die dem Kind zwar alles geben können, was es zum täglichen Leben braucht, aber sicher nicht die Zuneigung, die von den Eltern kommen sollte. Aber Paulas Eltern sind unzuverlässig, die Mutter, Elsie, sogar offen feindselig. Die größte Bekundung von Zuwendung scheint zu sein, wenn ihr Vater sie "mein kleiner Kamerad" nennt.
Und so beginnt ihr Leben turbulent und chaotisch und es ist bewundernswert, wie sie es letztlich geschafft hat, ihren Platz im Leben zu finden und zu behaupten. Aber davon ist in diesem Buch noch nicht die Rede, denn die Erinnerungen, die sie hier aufgefangen hat, enden mit ihrem 21. Lebensjahr. Wer sich für die komplette Biographie interessiert, sollte Bernadette Conrads Biographie zu Paula Fox lesen, die ich nur empfehlen kann.

Ich habe die Lektüre dieser Aufzeichnungen sehr genossen und habe mich nicht daran gestört, dass manche Sätze und Erinnerungen bruchstückhaft wirkten und manchmal vollkommen unvermittelt dort standen. Wer einen durchgehenden Erzählfluss erwartet, so als habe er einen geordneten Roman in Händen, könnte hier sicher enttäuscht sein. Aber "In fremden Kleidern" ist nun mal eine autobiographische Schrift und Erinnerungen bringt man nicht immer klar aufs Papier. Auf mich wirkte es dadurch noch authentischer und fesselnder, ich könnte mir jedoch vorstellen, dass das nicht jedem so geht und viele sich an scheinbar belanglosen Einlassungen stören, die in keinem Zusammenhang zu stehen scheinen. Wenn man sich davon jedoch nicht irritieren lässt, hält man ein wirklich beeindruckendes Stück Zeit- und Lebensgeschichte in den Händen, dessen Inhalt noch lange in einem nachhallen wird.


Tinkers: Roman
Tinkers: Roman
von Paul Harding
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nicht alles ist golden, was glänzt, 4. Januar 2012
Rezension bezieht sich auf: Tinkers: Roman (Gebundene Ausgabe)
Müsste ich diesen Roman mit nur einem Wort beschreiben, fiele meine Wahl wohl auf "anstrengend". Ich habe absolut nichts gegen lange Satzschlangen, im Gegenteil, wenn sie gekonnt formuliert und raffiniert aufgebaut sind, kann ich ihnen durchaus etwas abgewinnen und die sprachlichen Findigkeiten des Autors genießen. So ergeht es mir mit Javier Marías' Literatur, um nur ein Beispiel zu nennen. Paul Hardings Sätze jedoch haben sich nicht für eine Qualität à la Marías entschieden, sondern sind zu einem Ärgernis geworden. Außerdem wirkt Hardings Sprache sehr bemüht und steif, so als habe er verzweifelt versucht, seinem Schreibstil einen gelehrten Ton zu geben, was für mich allerdings nach hinten losging, da ich bemühte Gelehrsamkeit nicht ausstehen kann. Harding neigt zu ausufernden Abschweifungen, die man manches Mal vergbelich mehrmals liest, die aber auch nach dem dritten Mal nicht mehr Sinn ergeben. Einzig, wenn er sich erzählerisch der eigentlichen Geschichte widmet, entsteht so etwas wie ein Lese- und Interessensog, der einen dazu bringt, trotz allem an dem Buch festzuhalten.
Harding erzählt die Geschichte des im Sterben liegenden George Washington Crosbys und seines Vaters Howard Aaron Crosby. Howard war fahrender Händler und Kesselflicker, der gerade genug verdiente, um seine Familie am Leben zu halten. Seine starken epileptischen Anfälle erleichterten sein Leben nicht wirklich und die Familie konnte nur schwer mit dieser Krankheit umgehen. Gerade Howards Frau, Georges Mutter, verbitterte zusehends und suchte nach einem Ausweg.
Jahre später liegt der 80-jährige George im Sterben und erinnert sich an Bruchstücke seines langen Lebens, hauptsächlich an Erinnerungen aus seiner Kindheit, an seine eigene Familie und an seine Leidenschaft, nämlich das Reparieren alter Uhren.
Harding springt nun immer zwischen diesen beiden Zeiten und Männern, die Erzählperspektive wechselt ständig, selbst innerhalb der vielen einzelnen Episoden.
Ich mochte die Lebensgeschichten, die Harding sich für seine beiden Protagonisten ausgedacht hat, ich mochte die Gedanken, die er seinen Figuren schenkte und die Gefühle, die er sie äußern ließ. Auch mit dem schwierigen Thema des Sterbens und Dahinscheidens geht Harding sehr gefühlvoll um, weswegen ich es doppelt schade finde, dass es ihm nicht gelungen ist, seinem Erzählfluss treu zu bleiben, sondern immer wieder ein wirres Intermezzo nach dem anderen einbauen musste.
Es mag nun gerne angehen, dass man darin eine neue Idee oder ein besonderes Stilmittel sieht - was wohl letztlich auch geschehen ist, denn Harding hat für diesen Roman 2010 den Pulitzer-Preis erhalten -, doch für mich wurde die Lektüre dadurch sehr anstrengend und die erzählerischen Umwege habe ich als sehr enervierend empfunden.


Ein ungezähmtes Leben
Ein ungezähmtes Leben
von Jeannette Walls
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein wirklich gelungener Roman einer großartigen Erzählerin!, 29. Dezember 2011
Rezension bezieht sich auf: Ein ungezähmtes Leben (Taschenbuch)
Nachdem ich Jeannette Walls autobiographisches Werk "Schloss aus Glas" mit so viel Begeisterung gelesen hatte, wanderte ihr zweites Buch, in dem sie sich dem Leben ihrer Großmutter Lily Casey Smith widmet, umgehend auf meine Wunschliste. Nun habe ich diesen Roman gelesen und bin nach wie vor sehr von Walls Erzählkünsten angetan. "Ein ungezähmzes Leben" ist jedoch keine reine Biographie, sondern wurde von der Autorin mit fiktiven Elementen ausgeschmückt und erzählerisch aufgepeppt. Dabei herausgekommen ist ein sehr authentisch wirkender Roman, der das Leben einer Frau schildert, die die Karten, die das Leben ihr gab, immer bestmöglich ausspielte, nie ans Aufgeben dachte, sondern immer kämpfte.
Lily Casey kam 1901 auf einer kleinen Farm in Texas zur Welt. Sie war das älteste von drei Kindern und lernte schon früh, Verantwortung zu übernehmen und im elterlichen Betrieb anzupacken. Im Gegensetz zu ihrer Mutter, die letztlich zu zart war für dieses Leben, entwickelte Lily eine zupackende Art, ohne die sie ihr Leben wohl auch nicht so konsequent hätte meistern können. In ihrem Roman schildert Jeannette Walls die verschiedenen Lebensstationen ihrer Großmutter, denen ich nicht vorweggreifen möchte. Nur so viel sei gesagt: Lily Casey Smith war ganz anders als ihre Tochter Rosemary, Jeannettes Mutter, die wir bereits in "Schloss aus Glas" kennenlernen durften. Doch vieles von dem, was Walls über ihre Großmutter schildert, mag so manches im Hinblick auf Rosemarys späteres Verhalten erklären, wenn auch nicht entschuldigen.
Auch in diesem Buch empfinde ich es wieder als sehr angenehm, dass Walls nicht wertet, sondern einfach schildert, wie es war. Wenn Lily zu ihren doch oft recht seltsamen Erziehungsmethoden greift oder wenn sie schildert, dass ihre Großmutter während der Zeit auf der Ranch nicht viel vom Wäsche waschen hielt, was mir als Leser bei genauerer Betrachtung doch schon fast die Tränen in die Augen trieb, war von einer wertenden Erzählerin nichts zu sehen. Walls überlässt es ihren Lesern, nach richtig oder falsch zu suchen - eine Eigenschaft dieser Autorin, die ich sehr zu schätzen weiß.


Flavia de Luce 3 - Halunken, Tod und Teufel: Roman
Flavia de Luce 3 - Halunken, Tod und Teufel: Roman
von Alan Bradley
  Gebundene Ausgabe

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Immer wieder ein Genuss!, 28. Dezember 2011
Auch der dritte Band der Flavia-Reihe Alan Bradleys hat mich nicht enttäuscht. Ich hatte einige schöne Schmökerstunden, in denen ich gebannt und amüsiert der 11-jährigen Flavia bei ihren Ermittlungen zu einem hinterhältigen Mordversuch folgte. Gewohnt kühn und meist furchtlos fragt die kleine Detektivin und Giftmischerin sich erneut durchs Dorf, macht sich einen Reim auf den Klatsch und Tratsch der Leute und ist damit der Polizei mal wieder immer einen kleinen Schritt voraus.
Diesmal geht es um den Überfall auf die Zigeunerin Fenella Faa, deren Zelt Flavia aus Versehen auf dem Jahrmarkt in Bishop's Lacey in Brand gesetzt hat. Um ihr schlechtes Gewissen zu beruhigen, erlaubt sie der Wahrsagerin, mit ihrem Wagen auf Buckshaw, dem Land ihrer Familie, zu rasten. Doch als sie ihren Besuch am nächsten Tag besuchen möchte, findet sie die alte Dame erschlagen in einer riesigen Blutlache. Flavia reagiert schnell und holt Hilfe, doch Fenellas Zustand ist kritisch. Und als wäre das nicht schon genug, geschehen noch mehr unglückselige Verbrechen, denen Flavia gewohnt routiniert und charmant nachspürt...

Mit jedem Buch wächst Flavia mir mehr ans Herz, und das betrifft nicht nur die kleine, raffinierte Detektivin, die sie ist, sondern auch das unter der harten Schale so verletzliche Kind, das von seinen großen Schwestern gequält wird. Sie weiß sich zwar immer gekonnt zu rächen, doch die Streiche der Schwestern gehen unter die Haut, weil sie gehässig und grausam sind: sie erzählen der kleinen Flavia immer, ihre verstorbene Mutter habe sie nie geliebt und sie sei ein Wechselbalg. Ich kann den blinden Zorn und den wütenden Schmerz gut verstehen, der deswegen in Flavia brodelt. Ganz nebenbei gibt Bradley seiner Heldin damit mehr Tiefe und ich habe diesen dritten Band daher auch als etwas ernsthafter empfunden, wenn auch wieder eine Menge Wortwitz und Humor à la Bradley dabei war.
Alles in allem ein gelungener Roman und wunderbare Unterhaltung - davon bitte mehr!


Der gute Psychologe: Roman
Der gute Psychologe: Roman
von Noam Shpancer
  Gebundene Ausgabe

7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein kluges Buch, 22. Dezember 2011
Es gibt Bücher, die sind mehr, als man auf den ersten Blick meint. So gibt es Sachbücher, die sich so locker flockig lesen lassen wie ein Roman, es gibt aber auch Romane, die so viele wissenswerte Informationen für ihre Leser bereithalten, dass sie eher wie ein Sachbuch erscheinen. Diese geniale Kombination ist Noam Shpancer mit seinem Roman "Der gute Psychologe" eindeutig gelungen.
Er erzählt die Geschichte des namenlosen Ich-Erzählers, der sich seine Brötchen als Dozent für Psychologie und als Therapeut für Angsterkrankungen verdient. Im Laufe des Romans zeichnen sich drei Handlungsstränge deutlich ab: zum einen haben wir da den Therapeuten, der seiner Klientin, einer jungen Stripperin, die auf der Bühne eine Panikattacke erlitten hat, therapeutisch zur Seite steht. Dann gibt es den Dozenten, der seinen Studenten eloquent, gelassen und in sich ruhend die therapeutische Praxis näherbringt. Und zu guter Letzt gibt es noch den Privatmann, der eine Frau liebt, die nicht frei ist. Diese drei Ebenen machen den Charakter des Psychologen aus und umfassender hätte der Autor ihn nicht zeichnen können. Man hat als Leser das Gefühl, dass man, während der Psychologe über den Menschen und sein Fühlen und Denken doziert oder aktiv therapeutisch tätig wird, dem Protagonisten selber ganz tief in die Seele blicken darf. So bleibt die Psychologie keine einseitige Komponente dieses Romans, sondern der Leser selbst darf Überlegungen anstellen, inwiefern der Psychologe lebt, was er predigt.
Dieser Roman ist wegen seines Anspruchs alles andere als gefällig, das ist keine leichte Kost. Doch ich habe diese fordernde und kluge Lektüre sehr genossen, weil sie mir einen Blick über den eigenen Tellerrand gewährt hat. Man muss als Leser bereit sein, sein Gehirn einer Flut an theoretischem Wissen zu öffnen, sonst übersteht man kaum die vielen Teile dieses Buches, die den Dozenten vor seinen Studenten zeigt, denn sie sind nichts anderes als kurze Vorlesungen zur psychotherapeutischen Praxis.
Wer also einen Roman zu schätzen weiß, der nicht nur eine Geschichte erzählt, sondern zusätzlich auch noch verschleierte Fachliteratur ist, der ist hiermit gut beraten. Wen die Psychologie und die therapeutische Praxis jedoch so gar nicht interessieren, sollte die Finger von diesem Roman lassen, denn er wird ihn sicherlich als langweilig empfinden. Für mich galt dies nicht und so habe ich dieses Buch mit Begeisterung gelesen.


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