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Rezensionen verfasst von
Favre Robert "Robert A. Favre"
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Zwillingsbrut: Thriller
Zwillingsbrut: Thriller
von Lisa Jackson
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen GEBALLTE LANGWEILE, 7. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Zwillingsbrut: Thriller (Taschenbuch)
Die Ärztin Kacey ist schockiert, als eines Tages eine Frau in die Klinik eingeliefert wird, die ihr wie aus dem Gesicht geschnitten ist. Sie stirbt, und kurz darauf gibt es weitere tote Frauen, die Kacey verblüffend ähnlich sehen. Seit fünfzehn Jahren jagt ein paranoider Irrer genetisch verwandte Frauen. Den Tatort inszeniert er als mysteriösen Unfall. Da der Polizei sämtliche Beweise zunächst fehlen, ermittelt Kacey auf eigene Faust und begibt sich damit in Todesgefahr.

Fazit: Der simpel gestrickte Dutzendkrimi mit vorhersehbarer Handlung folgt tretmühlenartig dem Schema zweitklassiger Fliessbandware. Die unerträglich ausschweifende und schleppende Handlung sowie die völlige Absenz von Spannung machen das Lesen schon nach wenigen Kapiteln zum Überdruss. Wieder einer dieser überflüssigen Hinhalte-Romane voller Nebensächlichkeiten und endlosen Palaver. Die Handlung kommt in keinem Moment auf Touren. Der Täter mit seinem hirnverbrannten Motiv bleibt anonym. Was die Autorin vermutlich unter erotisch versteht, ist nichts Anderes als vulgäre, deplatzierte Geschmacklosigkeit. Wer schliesslich eine geistreiche Auflösung erwartet, wird ebenfalls enttäuscht, denn die Autorin verheddert sich in ihrem Handlungskonstrukt so sehr, dass sich am Ende einiges nicht zusammenfügen lässt und somit leider ungeklärt bleibt.


Die Mädchenwiese: Thriller
Die Mädchenwiese: Thriller
von Martin Krist
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

4.0 von 5 Sternen INTELLIGENTE SPANNUNG, 14. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Die Mädchenwiese: Thriller (Taschenbuch)
In einem verschlafenen Nest bangt ein kleiner Junge um seine verschwundene Schwester. Eine alte Frau findet im Wald tote Mädchen. Sie kennt den Mörder, doch sie schweigt. Eines Tages beobachtet der kleine Junge etwas Erschreckendes. Als er reden will, hört ihm niemand zu. Von seiner Umwelt als Schwächling und Verlierer wahrgenommen, wächst er schliesslich über sich hinaus. Ex-Kommissar Lindner bekommt Wind von der Sache. Er ist überzeugt, dass die serienmordende Bestie wieder zurück ist, die er damals nicht zu fassen bekam, was ihn seine Karriere kostete. Nun recherchiert er auf eigene Faust, besessen, den Täter dieses Mal zur Strecke zu bringen, womit er sich den ermittelnden Kommissar zum erbitterten Feind macht.

Fazit: Alles andere als ein Standard-Thriller! Der Leser merkt gleich zu Beginn, dass es dem Autor um etwas anderes geht. Parallel zu den Geschehnissen bringt er uns die Biographie der Hauptfiguren nahe, die sich als erschreckende Hintergrundgeschichten entpuppen. Als guter Beobachter der menschlichen Schwächen und Unarten tut er dies äusserst überzeugend. Die intelligente Story mit samt und sonders glaubhaften und interessanten Charakteren ist geprägt von einer anhaltenden hohen Spannung: Jedes der kurzen Kapitel endet mit einem deftigen Cliffhanger, der geradezu zum Überspringen von Abschnitten verleitet. Nicht nur die Handlung und die Perspektivenwechsel haben mich gefesselt: Die Figur des kleinen Jungen, der sich schliesslich als helles Köpfchen entpuppt, hat mich sofort an die Hand genommen.
In Krists Roman spielt das Versagen der Kommunikation sowie die Verständnislosigkeit und Nachlässigkeit der Menschen und deren gegenseitige Nichtbeachtung eine tragende Rolle. Die Gewaltdarstellungen gehen dem Leser deshalb so unter die Haut, weil sie ihm der Autor nicht brutal an den Kopf schmeisst, sondern äusserst subtil und effektiv präsentiert. Nebst der Spannung erzeugt er damit eine äusserst beklemmende Atmosphäre, auf die schliesslich eine plausible Auflösung folgt.
Die besten Freunde sind oft die schlimmsten Feinde, wie man es hier gnadenlos vorgeführt bekommt.


Schwarzer Mittwoch: Thriller - Ein neuer Fall für Frieda Klein Bd.3
Schwarzer Mittwoch: Thriller - Ein neuer Fall für Frieda Klein Bd.3
von Nicci French
  Broschiert
Preis: EUR 14,99

5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen ZUM VERLEIDEN, 19. März 2014
Als die dreizehnjährige Dora von der Schule nach Hause kommt, findet sie ihre Mutter tot auf. Die Polizei tappt wie üblich im Dunkeln. Zur gleichen Zeit recherchiert ein Journalist hartnäckig über eine Serie von Mädchenmorden. Frieda Klein, eine Psychotherapeutin, ist, einem vagen Gefühl folgend, auf der Suche nach einem vermissten Teenager. Die Wege des Journalisten und Friedas kreuzen sich zufällig. Das Schicksal der Vermissten lässt sie nicht mehr los, und sie stossen auf ein schreckliches Geheimnis. Einer glücklichen Eingebung folgend, findet Frieda auch noch den Mörder von Doras Mutter.

Fazit: Beginnt unheilvoll und mündet in gepflegter Langweile: Der dramatische Auftakt und die bildhafte Schilderung ziehen den Leser wie einen Film in seinen Bann. Leider verpufft die Spannung jedoch blitzartig und weicht einer unglaublich schleppenden Handlung. Während Erzählstränge ins Nichts laufen und wiederholte langatmige Unterbrechungen durch belanglose, in kleinsten Details ausgemalte Betrachtungen und Szenarien die Seiten füllen, ist nicht zu erkennen, welche Richtung die Handlung nimmt und um welchen Fall es überhaupt geht. Was die Ermittlungen des Journalisten in diesem Roman zu suchen haben, bleibt dem Leser bis zum Ende verborgen. Seitenlange Bezüge zu früheren Büchern, aber keine Aufklärung über Figuren daraus, rauben einem den letzten Funken Leselust. Wann endlich kommt es zur Sache, fragt man sich durch gut drei Viertel des Buches hindurch. Wie sich Frieda und der Journalist kreuzen - zwei einander völlig Unbekannte -, ist einer von vielen haarsträubenden Zufällen. Diese Geschichte ist ein selbstverliebter sprachästhetischer Exhibitionismus seiner Autoren, bestehend gut zur Hälfte aus Füllmaterial und basierend auf Zufällen sowie vagen Vermutungen. Ein Medium hätte diesen Fall nicht besser lösen können. Wer solches atemberaubend findet, muss es auf den Bronchien haben. Nikki French scheinen ihr Pulver seit ihren früheren Romanen definitiv verschossen zu haben. Für mich ist mit diesem wirklich schwarzen Mittwoch die Woche vorbei.


Im Schatten des Mörders
Im Schatten des Mörders
von Erica Spindler
  Taschenbuch
Preis: EUR 7,95

2.0 von 5 Sternen IM SCHATTEN GUTER KRIMIS, 21. Februar 2014
Rezension bezieht sich auf: Im Schatten des Mörders (Taschenbuch)
Als Fünfzehnjährige wurde Jane von einem Motorboot überfahren. Nur knapp entkam sie dem Tod, währen der Täter unerkannt blieb. Jahrelang litt sie unter dem Jugendtrauma. Endlich glücklich verheiratet, denkt sie, ihr Leben sei nun im Lot. Weit gefehlt: eines Tages erhält sie Drohbriefe. Sie ist überzeugt, von derselben Person verfolgt zu werden, die ihr damals nach dem Leben trachtete. Ihre Halbschwester Stacy, ermittelnde Polizeibeamtin, glaubt ihr jedoch nicht. Als Janes Mann des Mordes an einer Ex-Geliebten angeklagt wird, scheint ihr Leben zu zerbröckeln, und sie weiss nicht mehr, wem sie trauen kann. Also schaltet sie sich ebenfalls in die Ermittlungen ein – und bringt sich damit in Gefahr.

Fazit: Beginnt wie ein Trivialroman. Nach temporeichem Start geht der Handlung schleichend die Luft aus. Zentral für den Roman ist die Liebe Janes zu ihrem Mann, die auf dem Prüfstand steht sowie die Beziehung der beiden Halbschwestern zueinander. Beides wird über Gebühr ausgebreitet und bleibt entsprechend flach. Viel Füllmaterial mit unnötigen Wiederholungen und Mutmassungen um die Person des Täters töten die Spannung. Insgesamt sehr absehbare, klischeebeladene Story mit einer Überzahl von Verdächtigen - und Druckfehlern. Ein im höchsten Grad konstruierter Krimi, völlig an der Realität vorbei, wie es nur der Fantasie eines Autorenhirns entspringen kann. Ein Abklatsch gängiger Mainstreamkrimis mit einem hölzernen Verhau abstrakter Gemeinplätze über die Liebe. Schliesslich, wie üblich in allerletzter Minute, das obligate Happy-End.


Der Schock: Psychothriller
Der Schock: Psychothriller
von Marc Raabe
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

3.0 von 5 Sternen WELCHER SCHOCK?, 28. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: Der Schock: Psychothriller (Taschenbuch)
Laura und ihre Freunde fahren nach einer Shopping-Tour in Südfrankreich zurück ins Ferienhaus. Plötzlich werden sie von jemandem in einem schwarzen Wagen verfolgt. Laura filmt die Szene mit ihrem Smartphone. Sie erkennt den Fahrer und reagiert schockiert. Nach einem Streit trennt sich Laura von ihren Freunden und taucht nicht mehr auf. Jan, ihre heimliche Jugendliebe findet das Smartphone mit dem rätselhaften Video, das Laura im Auto zurückgelassen hat. Obwohl ihm niemand glauben will, ist er überzeugt, dass Laura etwas zugestossen ist. Ihre Spur führt ihn nach Berlin, wo sie jedoch unauffindbar ist. Unter mysteriösen Umständen gerät Jan unter Mordverdacht. Auf der Flucht vor der Polizei gibt er die Suche nach Laura jedoch nicht auf. Allem Anschein nach wird sie von einem psychopathischen Phantom gejagt, der auch Jans Leben bedroht. Damit beginnt für ihn ein düsterer Albtraum.

Fazit: Fulminanter Start. Ausdruckstarker Stil. Dichte, wendungsreiche und relativ spannende Handlung. Raabe spickt die Vita der Figuren mit Details, die prägnante Charakterbilder abgeben. Mit knappen Beschreibungen schafft er eine stimmige und dynamische Szenerie. Einblicke in Erschütternde Familienverhältnisse und dramatische Beschreibungen lassen das Geschehen wie einen Film vor dem inneren Auge abspulen. Die Story selbst hingegen ist nicht Neues unter der Krimi-Sonne: die übliche Jagd nach einem Psychopathen, dessen Psychologie einem bekannten Muster folgt: Kindheitstrauma treibt Täter in den Wahnsinn. Ein altes Thema, zu welchem auch diesem Autor nichts Neues eingefallen ist, das ihn aus der Masse herausheben könnte. Wie gewohnt fallen die Puzzleteile erst ganz am Schluss ins Lösungsbild, das die Zusammenhänge sichtbar macht. Neu in Raabes Roman ist lediglich das Fehlen von konventionellen Ermittlern.


Im Netz des Spinnenmanns: Thriller (Ein Fall für Lizzy Gardner Buch 1)
Im Netz des Spinnenmanns: Thriller (Ein Fall für Lizzy Gardner Buch 1)
von T.R. Ragan
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

3.0 von 5 Sternen EIN IRRER SPINNER, 9. Januar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Lizzy war siebzehn, als sie entführt und sich fortan in der Gewalt eines wahnsinnigen Serienmörders befand, der sich Spinnenmann nennt. Der Teenager-Killer sieht sich als heroischer Rächer, der die Welt von ungezogenen Mädchen säubert, indem er sie lange grausam quält und dann tötet. Nach Monaten der Gefangenschaft und Folter in der Gewalt des Irren gelang Lizzy als einzigem Opfer die Flucht. Danach taumelt sie am Rande des Wahnsinns, denn sie hat alle Mühe, die furchtbaren Erinnerungen an ihr Martyrium zu verdrängen – umso mehr, als ihr die Polizei wegen ihrer früheren widersprüchlichen Aussagen nie glaubte. Auch der Spinnenmann konnte entkommen. Und so holt die Vergangenheit vierzehn Jahre später Lizzy ein, die immer noch an den Nachwirkungen ihrer damaligen Entführung leidet: Der Spinnenmann ist wieder aktiv: Er schickt ihr eine Botschaft, die ihr deutlich macht, dass sie ihm kein zweites Mal entkommen wird.

Fazit: Spannend dosierter Roman ohne Längen und mit romantischen Momenten. Der Plot ist nichts Neues. Dennoch unterhaltsam und gut zu lesen. Ragans Sprache in kurzen Kapiteln ist klar, ansprechend und ausdrucksstark. Nebst einigen gruseligen Effekten liegt das Schwergewicht auf den Gefühlen von Täter und Opfer. Es sind keine grossartigen Psychogramme, doch für einen guten Ferienkrimi wie diesen reicht es. Der originelle Schluss hebt sich angenehm von den üblichen bleischweren Ballerorgien ab.


Koma: Kriminalroman (Ein Harry-Hole-Krimi, Band 10)
Koma: Kriminalroman (Ein Harry-Hole-Krimi, Band 10)
von Jo Nesbø
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,99

7 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen ÜBERLADEN, 13. Dezember 2013
Der Fall ist simpel: Ein Serienmörder terrorisiert die Polizei, indem er Polizisten ermordet, die an der Ermittlung früherer, ungelöst gebliebener Verbrechen beteiligt waren. Für die Polizistenmorde fehlen sowohl Spuren, Verdächtige als auch Anhaltspunkte für ein mögliches Motiv. Alle Verdächtigen der früheren Morde hatten ein Alibi. Wer also bestraft die Polizei für die unaufgeklärten Fälle? Eine Sonderkommission der Polizei unter später Mitwirkung von Harry Hole versucht fieberhaft, dem Täter auf die Spur zu kommen.

Fazit: Aus einem einfachen Plot entwickelt der Autor ein hochkomplexes und vielschichtiges Krimi-Konstrukt. Der deutsche Titel ist schlecht gewählt, denn der Koma-Patient hat nur am äussersten Rande mit der Handlung zu tun. Nesbo führt uns ins Milieu der Polizei, die sich mit Intrigen, Drogengeschäften, Korruption, Bestechung und Politfilz konfrontiert sieht. Der Geschichtsablauf wird beherrscht durch eine Vielzahl stark verzweigter Handlungsebenen auf diversen Schauplätzen sowie Ermittlungsarbeiten bis ins letzte Detail. Das ist sowohl virtuos und stimmig als auch ziemlich überladen. Sporadisch flackert Spannung auf. Es ist schwierig, den Überblick zu behalten, denn Nesbo webt ein penibel ausführliches Netz weitschweifender Assoziationen, gedanklicher Hinterfragungen und psychologischer Betrachtungen. Damit wird klar, dass er vor allem mit Worten denn mit blutigen und brutalen Tatortbildern eine Wirkung zu erzielen sucht - und natürlich sein Erzähltalent unter Beweis stellen will. Dadurch jedoch kommt die Geschichte leider schlecht voran. Den gesuchten Täter hält Nesbo ganz im Hintergrund und gewährt ihm lediglich ganz am banalen Schluss einen persönlichen Kurzauftritt. Damit kommt es leider zu keinerlei Leser-Täter-Beziehung. Für das bessere Verständnis sollte man schon einige von Nesbos Vorgängerromanen gelesen haben.


Todesdrang: Thriller
Todesdrang: Thriller
von Michael Hübner
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen INTERNET-STALKING, 22. November 2013
Rezension bezieht sich auf: Todesdrang: Thriller (Taschenbuch)
Dirk ist stellvertretender Bank-Leiter und führt ein glückliches Familienleben. Eines Tages lockt ihn eine seltsame Wunschaktion in seinem sozialen Netzwerk in die Falle eines grausamen Psychopathen. Dieser treibt nicht nur im Netz ein perfides Spiel mit ihm. Damit beginnt für Dirk ein Alptraum, denn das Ziel des Internet-Stalkers ist es, Dirks Leben zu zerstören.

Fazit:
Positiv: Hochaktuelle Thematik. Kurzweilig und ohne Spannungslücken, aber nicht fesselnd. Einfacher und geradliniger Schreibstil ohne literarischen Anspruch.

Negativ: Uninspirierter, stereotyper Fliessband-Krimi mit simpler, absehbarer Handlung ohne Tiefgang. Die kaum charakterisierte Figuren bleiben ohne Konturen. Atmosphäre und Emotionen fehlen. Der sozialkritischer Ansatz läuft ins Leere und reicht nicht aus, um das Buch über das triviale Niveau hinaus zu heben. Unglaubhafter Sinneswandel der Protagonisten. Der formelhafte Roman setzt auf plumpe Schock-Effekte und hinterlässt keinen bleibenden Eindruck.


Die Toten, die niemand vermisst: Ein Fall für Sebastian Bergman
Die Toten, die niemand vermisst: Ein Fall für Sebastian Bergman
von Michael Hjorth
  Broschiert
Preis: EUR 14,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen DIE FASZINATION, DIE MAN VERMISST, 16. November 2013
In den Bergen Schwedens birgt die örtliche Polizei in einem Massengrab sechs Leichen. Die Reichsmordkommission aus Stockholm wird um Verstärkung gebeten. Sie reist mit grossem Tross in die Provinz. Der Fall entpuppt sich als kompliziert, und die Identität der Toten gibt Rätsel auf, denn niemand vermisst sie. Zudem belasten Spannungen das ganze Team, und den schwermütigen, egozentrischen Kriminalpsychologen Sebastian plagen private Probleme mit seiner Tochter Vanja. Daneben gibt ein anderer Fall zu reden, bei dem offenbar ein Asylverfahren der Geheimhaltung unterliegt und auf die Beteiligung des Nachrichtendienstes hindeutet.

Fazit: Kein Vergleich zu den ersten beiden Fällen! Hier wird ein simpler Plot äusserst kompliziert aufgezäumt. Aus einem aktuellen und brisanten Thema konstruieren die Autoren eine stark verästelte Geschichte ohne strukturierten Handlungsaufbau. Die überfrachtete und vielschichtige Geschichte ohne roten Faden lässt dem Leser kaum noch den Durchblick. Wild wuchernde Parallelhandlungen ohne ersichtlichen Zusammenhang, zu denen die Autoren sprunghaft wechseln, würgen der Story, Kontinuität, Spannung und Interesse ab. Die originellsten Charaktere - Bergmann und seine Tochter - tragen noch zu den interessantesten Abschnitten der Geschichte bei, obwohl sie hier zu blossen Randfiguren degradiert wurden. Ansonsten nerven einen unnötig ausführliche Seelenwanderungen bis in die unscheinbarsten Nebenfiguren. Wer durchhält, erfährt, wie die Autoren in einem überstürzten Schluss die Handlungsstränge endlich zusammenführen. Ein Schluss, der eigentlich keiner ist und wie ein abgeschnittener Satz endet. Das lässt den Schluss zu, dass mit dem dritten Band nicht Schluss ist. Hoffentlich dann aber wieder mit Tempo und Spannung, denn in diesem Band spricht mir Bergmann direkt aus dem Herzen, wenn er auf Seite 589 sagt, dass "der Weg dorthin diesmal so unglaublich langweilig war".


Der Knochenbrecher (Ein Hunter-und-Garcia-Thriller, Band 3)
Der Knochenbrecher (Ein Hunter-und-Garcia-Thriller, Band 3)
von Chris Carter
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

1 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen OH GOTT !, 27. Oktober 2013
Die Rechtsmedizin in Los Angeles hat es mit nicht identifizierten, satanisch hingerichteten Frauenleichen zu tun. Deren Körper ist äusserlich unverletzt - bis auf die zugenähte Vagina. Darin platziert ist ein Instrument, mit denen sich das Opfer selbst verstümmelt. Detective und Profiler Hunter wird auf den Fall angesetzt.

Fazit: Im Rennen um den schwachsinnigsten deutschen Titel belegt „Der Knochenbrecher“ einen der vordersten Ränge (Original: The Night Stalker). Wie der Titel, so dieser Retorten-Krimi: Spannendes und Erbauliches bietet er ausser debilem Horror nicht. Detective Hunter entspricht dem typischen Klischee eines Superhelden, der einem serienkillenden Parade-Psychopathen hinterherjagt, den auch der Leser erst kurz vor Schluss kennen lernt. Dem simpel gestrickten Mainstream-Krimi fehlt es völlig an Ideen, Originalität und Überraschungen, dafür wimmelt es an Obduktionsbefunden, fachtechnischem Schnickschnack, Belanglosigkeiten und willkürlich ins Geschehen geschnittene störende Nebenhandlungen. Dazu agieren schablonenhafte Figuren, die so leblos und flach daherkommen, wie die Seiten, auf denen sie gedruckt sind. Das monotone Erzählschema, gehalten in einem Schreibstil, der null Atmosphäre schafft und alle Teilnahme vermiest, ersetzt jede Schlaftablette. Der Rest ist die Ausgeburt eines kranken Autorenhirns: kein perverses, hirnrissiges Hinrichtungsszenario ist Carter zu billig, um es an einer steigenden Zahl von Leichen zu wiederkäuen. Da blühen die Lecter-Klischees wie auf einer bunten Blumenwiese in einem erschreckend langweiligen Roman, der die mit Küchenpsychologie angerichtete Geschichte mit einer haarsträubenden Motiv-Begründung als Dessert serviert. Dann zaubert der Autor noch schnell eine seelenlose Mordmaschine aus dem Hut und stülpt ihr eine traumatisierte Kindheit über. Beim Showdown dann - wen überrascht es? – erscheint in allerletzter Sekunde der rettende Ritter wie ein Phoenix aus der Asche. Ein perfektes Happy End. Wie im Handbuch für billige Krimis.
Carters Torture-Porn-Krimis folgen alle dem gleichen Muster: simpel, altbacken, einfallslos und vor allem völlig lieblos dahin gepfuscht. Konfektionsware für eine anspruchslose Leserschaft.


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