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Rezensionen verfasst von
Favre Robert "Robert A. Favre"
(REAL NAME)   

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Seit er tot ist: Roman
Seit er tot ist: Roman
von Nicci French
  Gebundene Ausgabe

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen ZWISCHEN ZWEIFELN UND VERTRAUEN, 20. August 2009
Rezension bezieht sich auf: Seit er tot ist: Roman (Gebundene Ausgabe)
Die Nachricht trifft Ellie wie ein Blitzschlag und kommt ihr vor wie eine Trennlinie mitten durch ihr Leben: Greg, ihr Mann, ist bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Weil neben ihm eine unbekannte Frau sass, nagen an Ellie Zweifel an der Aufrichtigkeit ihres Mannes. Sie will diese Zweifel nicht zulassen, was ihr auch verunmöglicht, zu trauern. Hatte er wirklich ein Verhältnis, wie jeder in Ellis Umfeld ihr einreden will? Anfangs weigert sie sich zu glauben, was für alle offensichtlich ist, doch nach und nach geraten ihre Vorstellung über Vertrauen, Treue und Verrat aus den Fugen. In der Hoffnung, einen Beweis für Gregs Treue oder Untreue zu finden, beginnt sie im Alleingang systematisch und minutiös seine letzten Wochen zu rekonstruieren. Verstörende Offenbarungen entfernen sie immer mehr von der Realität und manövrieren sie in eine wahre Obsession. Obwohl ihre Freunde sie mittlerweile für verrückt halten, hält sie an ihrem Ziel einer rückhaltlosen Aufklärung fest. In ihrem Aufdeckungswahn intensiviert sie ihre Nachforschungen unter falscher Identität. Dabei stolpert sie über eine Menge Spuren und Motive und stösst sogar in ihrem Freundeskreis auf ein Dickicht aus Lügen und Verrat. Doch nicht genug damit: als Amateurdetektivin unter falschem Namen gerät sie unversehens in den Fokus polizeilicher Ermittlungen.

Fazit: Kein wirklicher Psychothriller - dafür ist die Handlung zu harmlos und fehlt ihr der "Thrill" -, sondern eher ein Roman über eine Frau, die versucht, ihre Trauer in den Griff zu kriegen und die Wahrheit zu finden, dabei aber dauernd zwischen Vertrauen und Zweifeln pendelt. Vielleicht scheint Ellis Handeln ein wenig weit hergeholt, wird jedoch durch den bezwingenden Erzählstil plausibel. Der Frauen-Roman, einfach und direkt aus Ellis Sicht geschrieben, kommt auch völlig ohne Rührseligkeit und Pathos aus. Eine reife Leistung, angesichts des Themas. Emotionale Nähe versuchen die Autoren durch ausserordentlich detaillierte Beschreibung alltäglicher Vorgänge zu schaffen, was ihnen meines Erachtens aber nicht ganz gelungen ist; eher leidet die Spannung darunter. Die folgt erst am Schluss. Die Story ist, abgesehen von Ellis Doppelleben, recht glaubhaft, und die äusserst raffinierte Auflösung ist nicht zu erraten. Gute Unterhaltung.


Miss Lizzie: Kriminalroman
Miss Lizzie: Kriminalroman
von Walter Satterthwait
  Taschenbuch
Preis: EUR 7,95

8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen ENTZÜCKEND, 30. Juli 2009
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Miss Lizzie: Kriminalroman (Taschenbuch)
Die dreizehnjährige Amanda wächst mit ihrem Bruder, Vater und ihrer Stiefmutter auf; einer Stiefmutter, deren Anstrengungen hinter ihrem Lächeln für jeden augenfällig sind. Die Kinder hassen sie nicht - sie verachten sie.
Die alte Miss Lizzie ist Amandas Nachbarin. Vor dreissig Jahren stand sie wegen des schrecklichen Mordes an ihren Eltern vor Gericht, wurde aber freigesprochen. Zwischen Amanda und Lizzie entwickelt sich eine zarte Freundschaft. Fast täglich ist Amanda bei Lizzie zu Besuch, die ihr Kartentricks beibringt. So plötzlich wie ein Blitzeinschlag zerreisst die Idylle, als eines Tages Amanda ihre Stiefmutter zerhackt, zerstückelt und zerschmettert in deren Schlafzimmer vorfindet.

Fazit: Dieser Krimi der besonderen Art ist alles andere als ein Action-Kracher und weit von den Genre-Stereotypen entfernt: Der eigentliche Plot bildet den nahezu nebensächlichen Rahmen einer originellen, erfrischend witzigen und geistreichen Geschichte einer wunderbaren Freundschaft zweier völlig gegensätzlicher Charaktere. Der Roman knüpft an eine wahre Begebenheit aus dem Jahr 1892 an. Der Fall Lizzie Borden ist einer der bekanntesten Fälle der amerikanischen Justiz. Der genaue Tathergang ist bis heute ungeklärt.
Walter Satterthwait ist wahrlich ein Schriftsteller, der sein Handwerk beherrscht und weiss, wie man effektvoll schreibt und damit den Leser berührt und packt. Er schafft dies gänzlich ohne verschachtelten Szenenballast, aber mit einfachem und äusserst lebendigem Erzählstil auf hohem Niveau. Die Handlung fesselt von Seite zu Seite mehr und gipfelt in einem extrem spannenden und erschreckenden Schluss. Der Täter ist völlig logisch, aber dennoch nicht zu erraten.
Zum Lesegenuss wird das Buch, das streckenweise wie ein Jugendroman anmutet, vor allem dank der intelligenten und überzeugenden Dialoge sowie der ausgefeilten Charakterdarstellungen, die den Protagonisten augenblicklich Leben einhauchen. Ganz hinreissend ist, wie der Autor das Wesen der dreizehnjährigen naiven und vorwitzigen Amanda, die sich so herrlich erwachsen gebärdet, einfängt und durch die Erzählung aus deren Sicht noch akzentuiert. Daneben sind Situationen so realistisch und bildhaft geschildert, dass man glaubt, selbst Teil der Geschichte zu sein. Kurz: ein Buch zum drin wohnen!
Das Erstaunlichste am Roman ist, dass er trotz der latenten Dramatik auf einer beispiellosen literarischen Leichtigkeit schwebt. Der Autor bringt das Kunststück fertig, vor dem Hintergrund unfassbarer Verbrechen eine locker-beschwingte Stimmung zu schaffen.


Wenn wir uns wiedersehen: Roman
Wenn wir uns wiedersehen: Roman
von Mary Higgins Clark
  Taschenbuch

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen AUF NIMMERWIEDERLESEN, 17. Juli 2009
Rezension bezieht sich auf: Wenn wir uns wiedersehen: Roman (Taschenbuch)
Molly hat wegen Tötung ihres Mannes Gary, einem angesehenen Arzt, soeben eine sechsjährige Freiheitsstrafe verbüsst. Was die Todesnacht angeht, leidet sie noch immer unter einem totalen Gedächtnisausfall, aber sie ist überzeugt, ihren Mann nicht umgebracht zu haben und deshalb entschlossen, die Wahrheit herauszufinden, um ihre Unschuld zu beweisen. Dabei unternimmt sie einen verhängnisvollen Schritt: sie trifft sich mit der ehemaligen Geliebten ihres Mannes, die kurz darauf ermordet aufgefunden wird. Kann es sein, dass Molly zwei Morde begangen hat? Die verschüttete Erinnerung ist ihre letzte Chance, sich aus diesem Albtraum zu befreien, falls sie nicht doch unter einer Persönlichkeitsspaltung leidet.
Fazit: Wie gewisse Rezensenten mit Superlativen über dieses Buch um sich schmeissen, will mir nicht einleuchten. Die meisten Romane von Mary Higgins Clark weisen für mich immer wieder dasselbe Muster auf und wirken so verstaubt, als wären sie im vorletzten Jahrhundert geschrieben worden. Bereits nach einigen Kapiteln fällt es daher leicht, sich die Handlung auch dieses unglaubwürdigen Schema-F-Krimis zusammenzureimen. Der Leserschaft ist von Anfang an klar, dass nur ein Dritter Gary auf dem Gewissen haben kann. Die Zweifel, die die Autorin an Mollys Unschuld suggeriert, sind dünner als Wasser, und die Verdachtsmomente, die sie streut, zu offensichtlich und völlig durchschaubar. Deutlicher kann man nicht die harmloseste Figur zur Hauptverdächtigen machen und klischeehafter die Guten und die Bösen skizzieren. Nichtsdestotrotz wirken MHCs Charaktere ziemlich farblos und vermögen den Leser in keiner Weise zu berühren. Die Autorin steckt zu viel Papier in Beschreibungen von Äusserlichkeiten und verknüpft Ereignisse miteinander, die mit dem eigentlichen Plot absolut nichts gemein haben. Offensichtlich geht es ihr vor allem darum, Verwirrung zu stiften; aber je verwickelter sie die Handlungsfäden spinnt, umso fester verknotet sich leider die Spannung darin. Man könnte getrost den gesamten Mittelteil überspringen, ohne dabei etwas verpasst zu haben. So aber schleppt sich der Roman dahin wie ein träger Fluss, und ein Hin und Her und Wiederkäuen von Handlungen zermürben den Leser mit jedem Kapitel mehr. Der Schluss ist ein unrealistisches, fadenscheinig zusammengeschustertes Happy-End, damit die Guten wieder mal über die Bösen siegen und Soft-Krimi-Fans das Buch so ungemein erleichtert zuklappen können. Und alles ist gut.
Wer auch immer Mary Higgins Clark als Königin der Spannung" bezeichnet, kann noch nie einen Thriller gelesen haben, der die Nerven zerfetzt und die Knochen klappern lässt.


Sieh dich nicht um
Sieh dich nicht um
von Mary Higgins Clark
  Taschenbuch

4.0 von 5 Sternen GUTER DURCHSCHNITT, 8. Juli 2009
Rezension bezieht sich auf: Sieh dich nicht um (Taschenbuch)
Wie in den meisten Romanen von Mary Higgins Clark, gerät auch hier eine Frau in eine gefährliche Situation: Lacey ist eine erfolgreiche junge Immobilienmaklerin, deren Leben sich schlagartig ändert, als sie zur unfreiwilligen Zeugin eines Mordes wird, der mit einer Angelegenheit zusammenhängt, die die Polizei längst zu den Akten gelegt hat. Lacey nimmt hartnäckig die Spur auf und bringt sich damit in Gefahr. Um an die Drahtzieher zu kommen, gibt ihr die Polizei eine neue Identität und nimmt sie ins Zeugenschutzprogramm auf. Doch Lacey verrät leichtfertig ihren Aufenthaltsort. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt.

Fazit: Endlich ein Krimi von MHC, der sich lesen lassen kann, ohne dass man dazu eine Personaldatei eröffnen muss. Der Roman ist auch unerwartet geradlinig, flüssig und leicht verständlich geschrieben. Die Handlung ist zwar kein Pulsbeschleuniger, wird aber zur Abwechslung mal von einer netten Spannung bis zum Schluss getragen. Die Typisierung der Hauptfigur ist ungewöhnlich gut gelungen, was eine Identifizierung erleichtert. Für einen herausragenden Krimi reicht das aber nicht. Die Welt in MHCs Roman ist ein Dorf, denn so viele Zufälle kann es kaum geben. Deshalb geschieht auch nichts Bahnbrechendes oder Überraschendes, und die Auflösung kommt so unspektakulär daher, dass sie schliesslich den guten Gesamteindruck trübt.


Ein Gesicht so schön und kalt: Roman
Ein Gesicht so schön und kalt: Roman
von Mary Higgins Clark
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen EIN ROMAN, SO FAD UND LAU, 19. Juni 2009
Alte Zweifel veranlassen Kerry, eine erfolgreiche Anwältin, nach elf Jahren einen Mordfall neu aufzurollen. Zu spät wird ihr bewusst, dass sie schlafende Hunde weckt und damit nicht nur ihre Karriere sowie die renommierter Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens aufs Spiel setzt, sondern sich gleichzeitig in ein gefährliches Labyrinth von Machtspielen begibt.

Fazit: Eine Reissbrettgeschichte, wie man sie von dieser Autorin gewohnt ist. Nach fesselndem Beginn ebbt der Justizkrimi auf Durchschnittsspannung ab. Die Fäden der Geschichte würden für einen ganzen Wandteppich reichen. Zu häufige Ereignissprünge stören den Fluss der Handlung. Das wirkt so ermüdend, das das Interesse an der Geschichte nach und nach verloren geht. Auch in diesem Roman herrscht das übliche Personen-Chaos: schon nach etwa vierzig Seiten muss man sich über zwei Dutzend Namen merken. Und wie gewohnt werden dem Leser die wichtigen Informationen bis zum Schluss vorenthalten.


Dass du ewig denkst an mich: Roman
Dass du ewig denkst an mich: Roman
von Mary Higgins Clark
  Taschenbuch
Preis: EUR 7,99

4 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen DASS ICH NIE MEHR DENK DARAN!, 8. Juni 2009
Laurie wird als Vierjährige entführt und missbraucht. Als sie zwei Jahre später in einer Imbissbude erkannt wird, setzen sie die Entführer aus. Laurie kehrt völlig verändert in ihr Elternhaus zurück, und das Kindheitstraume hat ihre Erinnerung völlig ausgelöscht. Siebzehn Jahre später erzeugt der Tod ihrer Eltern einen Schock und spaltet Laurie in vier Persönlichkeiten. Eine davon begeht angeblich einen Mord. Ihre Schwester ist Anwältin und übernimmt die Verteidigung, wahrend die Entführer alles daran setzen, Laurie zum Schweigen zu bringen.

Fazit: Die Geschichte beginnt flüssig und unterhaltsam, driftet aber schnell ab in ein völlig abstruses, unglaubhaftes Konstrukt über eine multiple Persönlichkeit. Die Figuren, in die sich die Hauptprotagonistin spaltet, lässt die Geschichte von Seite zu Seite verwildern. Es vergehen Monate, in denen Lauries Verteidigung aufgebaut wird, ohne dass Fortschritte erzielt werden. Genau so zermürbend zieht sich die Handlung in die Länge, in der während wiederholter Therapien Lauries Spaltpersönlichkeiten zerpflückt werden. Dabei kommt der psychologische Groove so angestrengt und oberflächlich rüber, dass jede Glaubwürdigkeit und Leselust verloren gehen. Hinzu kommt, dass Mary Higgins Clarks distanzierter Schreibstil den Leser völlig unbeteiligt lässt, denn nuancierte Charakterzeichnungen stechen hier nirgends hervor. Äussert ärgerlich ist, wie die Autorin am Schluss einfachste Lösungen wie Kaninchen aus dem Hut zaubert, auf die der Leser nicht im Traum kommen könnte, weil wichtige Hinweise absichtlich verschwiegen werden. Da häufen sich dann plötzlich Zufälligkeiten und passen am Schluss die Teile auf so wundersame Weise zusammen, dass es der Realität total widerspricht. Spannung kommt nicht mal gegen den komplett fantasielosen Schluss auf, dem das stereotype Happy End folgt wie das Hündchen dem Frauchen.
Falls die Autorin ihrem Roman einen Sinngehalt geben wollte, so ist ihr dies mit ihrer komprimierten Widergabe komplexer psychologischer Vorgänge völlig misslungen.


Schlaf wohl, mein süßes Kind
Schlaf wohl, mein süßes Kind
von Mary Higgins Clark
  Broschiert

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen SCHLAF WOHL, MEIN SÜSSER LESER, 3. Juni 2009
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Schlaf wohl, mein süßes Kind (Broschiert)
Neeve, Inhaberin einer Modeboutique, vermisst ihre beste Kundin, die bekannte Enthüllungs-Journalistin Ethel. Intuitiv glaubt Neeve an ein Verbrechen. Zusammen mit ihrem Vater, dem Ex-Polizisten, nimmt sie die Suche auf. Nachdem Ethels Leiche gefunden ist und Neeve deren brisante, zur Veröffentlichung vorgesehe Reportagen entdeckt, wird der Mörder nervös und eine Gefahr für Neeve.

Fazit: Ein schwacher Krimi und ein bis zum Ermüden klassischer Whodunit-Fall, der die Realität weit hinter sich lässt und nur von der Autorin entschlüsselt werden kann. Der Funke will nicht überspringen, und der Roman wirkt verstaubt. Die typische Happyend-Geschichte, der jede Dramatik fehlt, kopiert weitgehend die Formel vieler Agatha Christie-Romane, was heisst, dass das Geschehen keinem natürlichen Ablauf folgt, sondern präzis durchkonstruiert ist, so wie ein Puzzle, das einfach aufgehen muss. Der Plot ist äusserst simpel, aber umso komplizierter die Handlung, die die Autorin mit vielen farblosen Verdächtigen darum herum bastelt, um schliesslich den Leser mit einer Lösung zu schockieren, die nur sie kennt und ein Mitraten völlig überflüssig macht.


Scherenschnitte: Roman
Scherenschnitte: Roman
von Walter Satterthwait
  Taschenbuch

4.0 von 5 Sternen MESSERSCHARF, 28. Mai 2009
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Scherenschnitte: Roman (Taschenbuch)
Robert ist ein Ästhet. Weil üppige Frauen sein Gefühl für harmonische Proportionen verletzen, bringt er sie um und verleiht den Leichen mit chirurgischem Besteck eine schlanke Figur, indem er überflüssiges Fett wegschneidet. Die Polizei "beglückt" er dabei mit einer eher unappetitlichen Spurensicherung. Seine Überfälle sind nicht nur minutiös geplant, er ist auch penibel darauf bedacht, den Tatort praktisch klinisch rein zu hinterlassen, während er jedoch die Polizei mit falsch gelegten Spuren in die Irre führt, dass es eine helle Freude ist. Für die Aufklärung des Falls wird ein ziemlich gegensätzliches Ermittler-Duo betraut: die junge, ehrgeizige Sophia und der ältere, desillusionierte Jim.

Fazit: Satterthwait weiss wirklich, was einen spannenden Gruselkrimi ausmacht. Er beherrscht die Kunst drastischer Szenenbeschreibungen ebenso gut wie die der präzisen Charakterzeichnungen, die einem die Figuren praktisch ans Herz wachsen lassen. Die Polarität des sympathischen Ermittler-Paars ist fein skizziert und verleiht der Handlung willkommene Farbtupfer. Daneben entlockt der Autor dem Leser völlig gegensätzliche Sinneseindrücke, wenn er z.B. zwischen Roberts köstlich zubereiteten Speisen und den gruseligen Leichenschändungen pendelt.
Satterthwait kennt die Stilmittel, die eine so dichte Atmosphäre schaffen, dass man das Gefühl hat, dabei zu sein. Der nahe liegenden Versuchung, den Horror über Gebühr auszuwalzen, verfällt er nicht, sondern setzt die Akzente auf intelligente und witzige Dialoge, ätzende Ironie und lebendigen Schreibstil. Durch geschickten Wechsel der Erzählperspektive reflektiert er nicht nur das Geschehen aus verschiedenen Blickwinkeln, sondern vermeidet auch das in diesem Genre häufige Schwarz-Weiss-Muster. Mit seiner Killerfigur geisselt er zugleich die gesellschaftliche Verfolgung übergewichtiger Frauen und die vor allem in den USA vorherrschende Obsession mit dem Schlankheitswahn.
Nicht nur der Täter führt die Polizei ständig an der Nase herum, sondern auch der Autor verwirrt den Leser am laufenden Band mit raffiniert gestreuten Verdachtshinweisen. Der Weg zur Auflösung ist ein Hindernislauf par excellence, auf dem sich die mit jeder Seite aufpolierte Spannung bis ins schier Unerträgliche steigert - einem durch und durch unerwarteten und genialen Schluss entgegen. Unmöglich, ihn auch nur zu erahnen. Einziger Kritikpunkt. Der Auflösung des Falls haftet m.E. eine Prise zu viel psychologisches Brimborium an, das mich an deren Schlüssigkeit doch leise zweifeln lässt.


Böse Buben
Böse Buben
von Jan Burke
  Taschenbuch

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen BÖSES LESEN, 12. Mai 2009
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Böse Buben (Taschenbuch)
Vor zwölf Jahren hat Detektiv Frank Harrimann die beiden Jungen Sam und Bret bei einem Einsatz gerettet, nachdem sie Zeugen wurden, wie man ihre Väter grausam ermordete. Der Mörder wurde kurz darauf tot aufgefunden. Sein Komplize, ein Polizist, blieb unerkannt. Zwölf Jahre danach wird Frank von Sam und Bret entführt. Sie verlangen für seine Freilassung die Auslieferung des Polizeibeamten.

Fazit: Die Erzählmuster von Burkes Romanen wiederholen sich auf offensichtliche Weise. So ist auch dieser Krimi extrem klebrig und mit konturlosen Figuren überfrachtet. Endlose Handlungsschlaufen, umständliche Schlenker, überflüssig ausgebreitete Wortgefechte und zahllose thematische Ausschweifungen zerpflücken völlig die Entwicklung der Geschichte. Kein Funke Spannung kommt auf. Tödliche Langweile zerrt an den Nerven und verwandelt Lesefreude in Aggression. Der mehr als lahme Schluss sorgt für den endgültigen Genickbruch des Romans. Cave librum!


Morgen früh, wenn Gott will
Morgen früh, wenn Gott will
von Jan Burke
  Broschiert

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen GUTE NACHT, JAN BURKE!, 30. April 2009
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Morgen früh, wenn Gott will (Broschiert)
Irene ist eine erfolgreiche Journalistin. Als ihr Freund und Kollege einem Attentat zum Opfer fällt, weil er auf der Spur eines Komplotts war, setzt sie seine Recherchen in Zusammenarbeit mit Detektiv Harrimann fort. Die Spur führt sie fünfunddreissig Jahre in die Vergangenheit.

Fazit: Ein dämlicher deutscher Titel, eine erbärmlich langweilige und langfädige, mit völlig charakterlosen Figuren vollgestopfte Bestechungsgeschichte und ein unvorstellbar einfallsloser Schluss. Dieser Roman macht süchtig - nach Schlaf!


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