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Rezensionen verfasst von
Jan-niklas Bersenkowitsch "buecherwiese2"
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   

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Drakensang - Phileassons Geheimnis (Add-On)
Drakensang - Phileassons Geheimnis (Add-On)
Wird angeboten von AB Games
Preis: EUR 4,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Reise in die aventurische Vergangenheit, 18. August 2013
= Spaßfaktor:4.0 von 5 Sternen 
Anmerkung: „Phileassons Geheimnis“ ist das Addon zum Hauptspiel „Am Fluss der Zeit“ und beinhaltet die gleichen Spielmechanismen, auf die ich in meiner Rezension zu „Am Fluss der Zeit“ eingegangen bin. Es handelt sich hierbei um eine sehr lange Quest, die sich auf drei Abschnitte über eine Spielzeit von acht Stunden erstrecken und dabei einen vor einigermaßen abwechslungsreiche Aufgaben stellen, im letzten Drittel jedoch einen kleinen Hänger hat.

Spielerisch ist „Phileassons Geheimnis“ nur reines Mittelmaß und das schlägt sich auch in der Wertung von 3 Sternen wieder. Doch „Phileassons Geheimnis“ hat in anderen Bereichen seine Stärke und darüber soll in den folgenden Zeilen berichtet werden.

Geschichte: Mitten im Spiel wird man auf das Schiff des Thorwalers Fogwolf Phileasson aufmerksam und im Auftrag seiner rechten Hand macht man sich auf die Suche nach den berühmten Weltensegler und stößt dabei auf einen Riss in den Sphären, der in die Vergangenheit in die Hochelfenstadt Tie'Shianna führt, wo die Spielergruppe Phileasson dabei helfen wird die Prinzessin der Hochelfen vor den Horden des Namenlosen zu retten. Die Geschichte wird dabei recht spannend erzählt und man darf einige dramatische Wendungen erwarten, die das Ganze zu einen unterhaltsamen Garn machen, welches immer zum weiterspielen motiviert und einen sich bis zum recht knakigen finalen Endgegnerkampf durchkämpfen lässt, trotz der in der Mitte auftretenden Mängel im Rätseldesign und des recht kleinen Gebietes, welches man im Verlauf des Addons durchquert.

Atmosphäre: Obwohl man von der Elfenmetropole Tie'Sianna nur wenig sieht, macht das was man in dieser leicht ägyptisch angehauchten Metropole so sieht Lust auf mehr. Den Entwicklern Radon Labs ist es gelungen eine fremdartiges und gleichzeitig wundersames Bild dieser elfischen Hochkultur aufzuzeigen und machen neugierig auf mehr, so sehr sogar dass man sich am Ende sogar einen dritten Teil zu dieser legendären Zeit gewünscht hätte, um an den Schlachten aus den Legenden und an jener Zeitepoche teilzuhaben und mehr über sie herauszufinden, vor allem da die Entwickler hier mehr ihre Fantasie hätten spielen können als im inzwischen übergenau kartografierten modernen Aventurien. Es ist zu schade, dass da nicht noch mehr kommen konnte, aber mit dem was man bereits hat wird man auf jeden Fall neugierig und hungrig auf mehr gemacht.

Eine schöne Kulisse also, die neben der spannenden Geschichte dazu verhilft, das Addon trotz seiner Kürze doch noch auf solide drei Sterne zu hieven.

Fazit: „Phileassons Geheimnis“ funktioniert als eigenständiges Modul nicht. Wenn man es jedoch als eine größere, ins Hauptspiel implementierte, Quest betrachtet, kann man schon eher über die Mängel des Addons hinwegsehen. Spielerisch mag es zwar etwas schwach auf der Brust sein, doch die Geschichte und die wunderschöne Kulisse machen einiges wett und verhelfen dem Addon zu drei wohlverdienten Sternen, während man sich im Stillen immer wieder fragen wird, ob man aus dem hochinteressanten Szenario nicht hätte mehr machen können.


Einsamer Wolf - Die Druiden von Ruel
Einsamer Wolf - Die Druiden von Ruel
von Joe Dever
  Broschiert
Preis: EUR 14,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Hinein ins Reich der Pervertierer der Natur, 18. August 2013
Eine kurze Anmerkung: Die Rezension dieses Buch bezieht sich direkt auf das Buch an sich, ich habe jedoch in meiner Rezension zum ersten Band ("Flucht aus dem Dunkeln") die jeweiligen Spielmechaniken angerissen und erklärt. Wer also noch nicht weiß worum es sich bei einem Abenteuer-Spielbuch handelt, sollte sich vielleicht zuerst die Rezension des ersten Bandes durchlesen.

Ab diesem Band ändert sich auch einiges. So zum Beispiel wird eine neue Reihe von Disziplinen, diesmal spannend mit dem Titel "Großmeister" betitelt, die genau so funktionieren wie alle anderen Disziplinen zuvor und kein neues Spielkonzept einführen, wie dies damals "Königreiche des Schreckens" mit dem Bogenschießen tat. Spielerisch bleibt also alles beim selben, dafür hat sich auch äußerlich einiges geändert. So werden die Illustrationen der Hauptserie nicht mehr von Rich Longmore ( der dafür im Bonusabenteuer des Bandes, "Diener der Seuche", noch einmal etwas beizutragen hat) sondern von Nathan Furman, dessen Illustrationen ein realistischeres und, in Ermangelung eines besseren Wortes, "erdigeres" Aussehen haben, in denen man meint dass der sie umgebende Schmutz einen fast anspringt. Das sieht immer noch gut aus und passt zur düsteren Atmosphäre, die dieser Band schon in der Vorgeschichte verspricht. Auch das Papier ist nun bleicher und bei weitem nicht so fest, wie aus den ersten zwölf Bänden gewohnt. Dafür lässt es sich leichter durchblättern und ist ebenfalls anständig haltbar (und gegen Regen und kalte Luft gewappnet, sollte man es irgendwo mal vergessen).

Doch worum geht es denn nun eigentlich?

Nach der Vernichtung der Schwarzen Lords scheint endlich Ruhe auf dem Kontinent Magnamund eingekehrt zu sein, die Länder der Menschen erblühen und Einsamer Wolf hatte endlich die Gelegenheit den Orden der Kai wieder aufzubauen. Doch der finstere Gott Naar (verantwortlich für alles böse im Universum von Einsamer Wolf) scheint auf Rache zu sinnen und über Umwege erfährt Einsamer Wolf von einem finsteren Plan, der ganz Magnamund bedroht: die grausamen Cener-Druiden planen einen tödlichen Virus in die Welt zu entlassen, der alles Leben auslöschen soll und nur einer kann sie davon abhalten, natürlich Einsamer Wolf selbst! Fest entschlossen (oder einfach nur resigniert, da er weiß dass er es sonst an niemanden delegieren kann, man weiß es nicht, man weiß es nicht) bricht der neue Großmeister der Kai auf, um ein weiteres Mal sein Leben zum Wohle aller in die Waagschale zu werfen.

Und auch dieses Mal wird es kein Spaziergang werden.

"Die Druiden von Ruel" erinnert von ihrer Ausgangssituation her an "Die Herren der Dunkelheit", denn auch hier muss Einsamer Wolf tödliches Feindesland durchqueren und sich seiner Hat erwehren. Wo "Die Herren der Dunkelheit" jedoch konzeptlos erschien und scheinbar nicht richtig wusste, wie sie es wirklich spannend gestalten konnte, liest sich "Die Druiden von Ruel" schön homogen und vor allem auch konstant unterhaltsam, da Mister Dever es hier gelungen ist aus dem Reich der finsteren Druiden einen lesbaren Alptraum zu machen, in dem sich die Flora wie auch die Fauna gegen Einsamer Wolf verschworen zu haben scheint. In zwei völlig unterschiedlichen Wegen darf man das feststellen und beide sind angemessen spannend geschrieben und damit schon wesentlich unterhaltsamer als im Vorgängerband. Man lernt Ruel von all seinen hässlichen Seiten kennen und vor allem zu hassen und fühlt sich endlich wieder angemessen gefordert, was sich auch in den Kämpfen widerspiegelt. Den meist kämpft man nicht gegen kleine Handlanger (und befindet sich dann auch noch in einer nachteiligen Situation) sondern riesige Monster, die selbst mit der Allzweckwaffe Sommerswerd eine Herausforderung darstellen können und bei denen man zu den heidnischen Würfelgöttern betet, sie mögen einen doch bitte beistehen.

Kurz gesagt, der Schwierigkeitsgrad ist endlich wieder angemessen angestiegen und darüber freut man sich, denn dafür erhält man dann wenigstens das Gefühl auch etwas für seinen Sieg beigetragen zu haben, sei es weil man die richtigen Disziplinen gewählt hat oder einfach nur Würfelglück hatte (oder wegen dessen Ausbleiben in sein Verderben stürzte). Spielerisch ist "Die Druiden von Ruel" also schon einmal gut und ein Kandidat auf vier verdiente Sterne und dabei wird es dann leider auch bleiben, denn bei der Handlung müssen Abstriche gemacht werden, da sie so gut wie nicht vorhanden ist. Anstatt einer spannenden Geschichte steht die Exploration des Reichs der Druiden im Vordergrund, aber da die Serie schon in anderen Bänden bewiesen hat, dass sie durchaus beides zu kombinieren weiß, steht "Die Druiden von Ruel" hinten an und kommt daher nur auf vier Sterne, die jedoch wohlverdient sind und Hoffnung machen, dass die Serie nach dem schwachen zwölften Band sich wieder gefangen und zu alter Stärke zurückgefunden hat.

Auch das Zusatzabenteuer "Diener der Seuche" vermag die Wertung nicht aufzuwerten, aber wertet sie auch nicht ab. Als Kräutler (ein guter Orden von Druiden) Tennan stößt man auf eine verdächtige Person und verfolgt diese Quer durch das Land bis zu ihren Ziel und kommt dabei einer großen Verschwörung auf die Spur. Das Abenteuer, welches von James M. Stuart geschrieben wurde, liest sich gut und bietet in den 150 Abschnitten, die ihm zur Verfügung stehen eine gute Mischung aus Rätseln, den Einsatz von Disziplinen und Kämpfen, liest sich flüssig und macht Spaß. Es ist schlichtweg routiniert gut und ergänzt schön das größere Hauptabenteuer und festigt die Meinung des Rezensenten diesen Band wohlverdiente, solide 4 Sterne zu geben, in der Hoffnung auf mehr von dieser guten Kost und vielleicht weiteren Meisterwerken, wie sie ab und an mal in dieser Serie auftauchen und einen noch mehr Freude bereiten als es dieser Band sowieso schon tut.


Divinity II: Flames of Vengeance (Add-on)
Divinity II: Flames of Vengeance (Add-on)

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Flammen der Rache verschlingen den Feind, 17. August 2013
= Spaßfaktor:5.0 von 5 Sternen 
Flames of Vengeance ist das Addon zum Hauptspiel „Divinity 2: Ego Draconis“ und erzählt dessen Geschichte nahtlos fort: nachdem man am Ende des Spiels von Ygerna, der Geliebten des Oberbösewichts Damian, ausgetrickst und in einer Geisterwelt gefangen gesetzt wurde, scheint alles verloren zu sein. Doch das Schicksal meint es scheinbar doch gut, denn der Geist eines untoten Magiers, Berlihn der Name, stattet einem in der Halle der Seelen einen Besuch ab und bietet einen an, ihn zu befreien, wenn man ihn dafür freisetzt. Man stimmt entweder zu, obwohl man dem Neuankömmling ansieht dass er ein Finsterling ist oder nicht und wird trotzdem befreit und befindet sich im nächsten Moment in Aleroth.

Die Stadt wird von den Horden des Schwarzen Rings belagert und der sie umgehende Schutzschild droht auch bald zu zerbrechen. Einzige Möglichkeit: unter den Katakomben befindet sich eine Massenvernichtungswaffe, die noch einmal alles zum Guten bewenden kann, im Grab eben jenes Berlihns, der einen befreit hat. Ob man nun will oder nicht, man wird sich mit ihm auseinandersetzen müssen, wenn man Aleroth und vielleicht sogar ganz Rivellon noch retten möchte.

„Flames of Vengeance“ entstand eigentlich nur aus einen Grund: die Fans waren mit dem Ende des Hauptspiels unzufrieden (um es noch einmal harmlos auszudrücken) und so musste etwas her um diesen Missstand zu beheben. Jetzt hätte daraus ein schnell hingehuschtes Machwerk werden können, welches sich dumm spielt und dem man anmerkt, dass es in kurzer Zeit entstanden ist.

Herausgekommen ist jedoch ein reizendes Kleinod, welches die Stärken des Hauptspiels, raffinierte Quests, viel Humor und eine an sich sogar von der Qualität her gesteigerte Story, vereint und zu solch einem runden Vergnügen macht, dass man sich durchaus die gemeine Frage stellen könnte, ob man den Entwickler Larian Studios bei der Entwicklung des hoffentlich eines Tages kommenden dritten in ihren Büros belagern und erst wieder rauslassen sollte, wenn das Gesamtergebnis auch wirklich stimmt.

Doch zunächst sollen ein paar kleinere Fakten abgehakt werden: spielerisch bleibt alles beim Alten. Man prügelt sich durch, um an Erfahrungspunkte zu kommen, absolviert Quests und am Ende, aber auch erst am Ende, startet man eine letzte Sequenz als Drache, die es dafür auch in sich hat (mehr noch als der Endkampf). Grafisch bleibt auch weiterhin alles beim Alten, wobei man diesmal die Stadt Aleroth und deren Katakomben erkundet. Aleroth selbst entpuppt sich als eine stimmige und schön anzusehende Kulisse, die damit ausgleicht, dass man bisher im Spiel nur in der Wildnis und in kleineren Dörfern unterwegs war. Vor allem hat ein jeder etwas für den Drachenritter zu tun und so kommen wir dann endlich zu den weiter oben schon vollmundig beworbenen Quests des Spiels.

In diesen darf der Spieler noch einmal richtig beweisen was er kann: sei es die richtigen Hinweise für die Lösung eines Mordfalles zu finden oder sich zu überlegen, wie er trotz seiner eindeutig männlichen Gesichtszüge doch noch dazu kommt die weibliche Hauptrolle zu spielen (Drachenritterinnen haben dieses Problem natürlich nicht), der Verstand des Spielers wird wirklich gefragt und auf die Probe gestellt, auch in moralischen Fragen wie eine besonders im Gedächtnis des Rezensenten verhaftete Quest gezeigt hat. Die Qualität der Aufgaben ist also noch einmal erheblich gestiegen und „Flames of Vengeance“ vergisst auch nicht die Hauptaufgaben würdig und spannend zu erzählen. Wie die Nebenaufgaben sind sie über die ganze Stadt verteilt und versteckt und es ist zunächst nicht abzusehen, was davon nun Teil der Hauptquest ist und was nicht. Durch diesen feinen Kniff wird der Spieler umso mehr dazu angehalten die Stadt weiterhin zu erkunden und sich mit deren Bewohnern zu beschäftigen, wodurch die Erfahrung gut und spannend gehalten bleibt.Kurz gesagt „Flames of Vengeance“ macht alles richtig und ist kein aufgedrückter, künstlicher Versuch ein für viele nicht akzeptables Ende zu korrigieren, sondern ein organisches Puzzlestück, welches noch einmal den guten Gesamteindruck des Hauptspiels abrundet und es damit zu einem sehr guten Gesamterlebnis macht.

„Flames of Vengeance“ ist damit ein tolles, ein großartiges Addon, welches noch einmal alles gibt und den Spieler noch einmal fünfzehn wunderschöne Stunden bescheren wird, bis er zum Schluss die Abschlussequenz sieht, die weitaus versöhnlicher ausfällt und die Geschichte um den Verdammten Damian und den Göttlichen Lucian zwar nicht beendet (soviel sei gesagt), doch zumindest die Saga um den Drachenritter zu einem guten und würdigen Ende führt und einen befriedigt zurücklässt.

Solange bis eines Tages endlich „Divinity 3“ erscheint und hoffentlich alles zu einem würdigen Finale führt, welches zumindest das Niveau dieses kleinen, aber feinen Addons beibehält.

5 Sterne, alle in den dunkelsten Winkeln Aleroths hart und verdient erkämpft.


Divinity 2 - The Dragon Knight Saga
Divinity 2 - The Dragon Knight Saga

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hört den Drachen brüllen!, 17. August 2013
= Spaßfaktor:5.0 von 5 Sternen 
Einleitung:

„Divinity: The Dragon Knight Saga“ enthält das Hauptspiel „Divinity 2: Ego Draconis“ und das Addon „Flames of Vengeance“, beides vom Schwierigkeitsgrad her etwas angepasst und die Grafik etwas aufgehübscht. Dazu wurden noch einige Bugs aus den Vorgängern entfernt, sodass das vorliegende Spiel die technisch reifste Version ist, womit schon aus technischer Sicht ein Kaufgrund vorhanden sein dürfte.

Doch wie spielt sich das Ganze und worum geht es überhaupt?

Darauf wird in den folgenden Zeilen eingegangen.

Handlung:

In der Fantasywelt Rivellon hängt der Haussegen schief. Damian der Verdammte, das Äquivalent dieser Welt zum Antichristen, droht nach langer Zeit wieder die Lande der Unschuldigen zu überrennen, doch das interessiert die Bewohner Rivellons kaum, denn diese sind sich nach dem Tode des Göttlichen, der Avatar des absoluten Guten dieser Welt und Damians Ziehvater, nicht sehr grün miteinander und verfolgen sowieso andere Ziele.

Zum Beispiel als Orden von Drachentötern den legendären Drachenrittern hinterherzujagen, was Menschen sind die sich in Drachen verwandeln können, sind diese doch angeblich für den Tod des geliebten Göttlichen verantwortlich! Als Spieler spielt man zunächst einen dieser Drachentöter, doch dann geschieht eine unvorhersehbare Wendung: man wird selbst zum Drachenritter!

Als solcher muss man nun sein volles Potenzial entfalten und sich mit Damian und seinen Schergen anzulegen, um doch noch die Welt retten zu können. Dabei spielen die Geheimnisse des mächtigsten Magiers Rivellon und die nicht minder mysteriöse Halle der Seelen eine Rolle, welche an dieser Stelle nicht verraten sein soll.

Die Handlung von Divinity 2 ist im Kern gelungen. Sie funktioniert, ist spannend und vor allem abwechslungsreich, was heißt dass der Spieler immer wieder vor neue Herausforderungen gestellt wird. Im Hauptspiel, nicht im Addon, finden sich jedoch einige Handlungsfehler die den Genuss der Geschichte ein wenig schmälern und wo man sich fragt, was den Verantwortlichen für die Geschichte da durch den Kopf ging, dass sie dies für eine gute Idee hielten. Zum Glück machen sie die Handlung jedoch nicht kaputt, aber man hätte diese Fehler mit Leichtigkeit beheben können, wodurch sie zu den besseren der Spielegeschichte zählen könnte.

Doch insgesamt funktioniert sie im Hauptspiel, wie auch im Addon und das was ihr wirklich wichtig ist, nämlich den Spieler vor verschiedene Aufgaben und Herausforderungen zu stellen, zieht sie auch bis zum Ende durch und das auf eine gute und befriedigende Art und Weise.

Gameplay:

„The Dragon Knight Saga“ ist ein Actionrollenspie, indem man alleine aus der 3rd-Person Perspektive in Echtzeit auf Horden von Monstern einschlägt. Von diesen gibt es auch reichlich und man klickt sie mit der linken Maustaste oder den auf's Ziffernblatt verewigten Zaubern zu Tode. Das ist weder sonderlich herausfordernd, geht aber flott von der Hand und sorgt zumindest dafür, dass die Kämpfe weder zu komplex oder langwierig werden. Trotzdem geht das auch komplexer und eleganter, wie das Kampfsystem des Konkurrenzprodukts „The Witcher 2“ mit seinem Paradesystem und seiner Möglichkeit starke und schnelle Hiebe auszuteilen gezeigt hat. Doch am Ende funktioniert das Kampfsystem und die verschiedenen Spezialfertigkeiten sind wenigstens angemessen in Szene gesetzt, sodass man zumindest äußerlich ein schönes Spektakel geboten bekommt.

Neben den Kämpfen, bieten jedoch die vielen kleineren und größeren Quests die Hauptmöglichkeit um an Erfahrungspunkte, die man braucht um ein Level aufzusteigen und damit mächtiger zu werden, zu gelangen und hier ist es wo „The Dragon Knight Saga“ wirklich glänzt. Denn die Quests sind an Abwechslungsreichtum kaum zu überbieten und bieten oftmals mehr als nur eine Möglichkeit sie zu lösen (etwas, was inzwischen Standard sein sollte, aber selbst bei großen Projekten wie Skyrim und den beiden Dragon Ages noch eine Seltenheit ist) und stellen den Spieler manchmal vor interessante moralische Entscheidungen, wie sie auch seinen Geist und seine Kombinationsgabe erfordern.

Als Beispiel sei hierfür eine Quest genannt, in der sich zwei Seelen einen Körper teilen. Eine davon ist böse, aber körperlich stark, die andere gut, aber ein Schwächling könnte man sagen. Nur eine von beiden Seelen soll über den Körper herrschen, doch wie soll dies bewerkstelligt werden? Und vor allem, wen gestattet man den Körper von da an zu beherbergen, ist die böse Seele doch gemein, aber zumindest in der Lage zu überleben, während die gute Seele eventuell in ihr Verderben stürzen wird. Und wen das nicht interessiert, der wird sich zumindest fragen müssen, ob ihn eine gute Waffe (die man erhält, wenn die böse Persönlichkeit vergeht) oder ein magischer Ring (den die gute Seele ihr eigen nennt) besser zupass kommt. Solche Entscheidungen und vielfältigen Herausforderungen ziehen sich durch das Ganze im Spiel und werden im Addon „Flames of Vengeance“ zur Perfektion geführt, sodass man spielerisch mit einigen der besten Aufgaben der Spielegeschichte belohnt wird, wenn man nur bereit ist seine Umgebung zu untersuchen und überall Nachforschungen anzustellen.
Dazu kommen noch einige Rätsel und Hüpfpassagen, die den Spielverlauf auflockern und vor allem Abwechslung vom Kampf gegen die Horden des Bösen bieten.

Ein weiteres interessantes Feature ist auch die Fähigkeit die Gedanken eines Charakters zu lesen. Zwar geht dies nur bei jeder Spielfigur nur einmal, aber es lohnt sich auf jeden Fall, da man so seine Attribute und Fertigkeiten verbessern kann, einen Geheimnisse in der Spielwelt offenbart werden oder man dadurch neue Dialogoptionen freischaltet, die wiederum die Gespräche in ganz andere Richtungen führen können. Ein reizendes Feature, welches die Spieler damit ausgleichen, dass man dafür mit Erfahrungspunkten bezahlt, die man erst „abarbeiten“ muss, ehe man wieder im Level aufsteigt.

Als letztes großes Feature seien hier noch die Drachenpassagen genannt. Ab einer gewissen Stelle im Spiel wird man sich in einen Drachen verwandeln und die Welt in solch einer Gestalt erkunden können. Dadurch wird „The Dragon Knight Saga“ zu einem ganz anderen Spiel, bei dem es auf Geschicklichkeit und den klugen Einsatz der ebenfalls neuen Drachenfertigkeiten geht. Man könnte jetzt viel darüber schreiben, dass man von da an gegen fliegende Festungen und andere geflügelte Unholde kämpfen muss und dass es bestimmte Zonen gibt, in denen es tödlich ist ein Drache zu sein, doch die Frage, die sich hier eigentlich stellt dürfte folgende sein: macht es auch Spaß ein Drache zu sein oder wirkt das Ganze nur künstlich aufgedrückt?

Die Antwort lautet eindeutig „ja“. Ja, es ist unterhaltsam ein Drache zu sein, da es den Spieler vor ganz neue Herausforderungen stellt und man so die Welt auf eine Art und Weise erkunden kann, wie es dem Spieler zuvor nicht möglich war. Auch die Kämpfe sind spannend und actionreich genug, dass man sie durchaus genießen kann und nicht nur als nervtötende Fleißarbeit betrachtet, um an die heiß ersehnten Erfahrungspunkte zu kommen. Es ist lediglich schade, dass die Drachenform relativ spät im Spiel (im letzten Drittel der Handlung) erlangt und es den Entwicklern nicht möglich war das ganze Potenzial aus dieser Art von Spiel zu kitzeln. Nichtsdestotrotz ist das Fliegen als Drache ein sehr unterhaltsames Spielelement, welches den abwechslungsreichen Mix, den das Spiel insgesamt darstellt, noch einmal hervorragend ergänzt und „The Dragon Knight Saga“ damit endgültig zu einem spielerischen Juwel macht.

Sound:

„The Dragon Knight Saga“ gehört klanglich in allen Bereichen mit zum besten was es in der Industrie zu hören gibt. Zunächst sei hier die hervorragende deutsche Synchro zu erwähnen, in der eine jede Stimme stimmt und die Sprecher viel dafür geben den Spielern die Welt näherzubringen oder sie an ihren oft sehr überzeichnten und albernen Charakter teilhaben zu lassen. Hier stimmt so gut wie alles und man kann als deutschsprachiger Spieler durchaus zur originalen Version (Diviniy 2 kam als erstes in Deutschland raus) zurückgreifen. Zwar wiederholen sich einige Stimmen, doch darüber kann man wohl hinwegsehen, da der Rest wie gesagt stimmt.

Der eigentliche Star ist jedoch die Spielmusik selbst. Kirill Pokrovsky, der Komponist des Entwicklers Larian Studios, versteht es auf mannigfaltige Art und Weise Melodien zu erschaffen, die man nach kurzer Zeit mitzusummen beginnt und die man immer wieder hören möchte, während sie einen den Spielalltag versüßen. So etwas lässt sich natürlich in schriftlicher Form nicht einfach so beweisen, doch der Rezensent legt für die Musik des Spiels seine Hand ins Feuer und fordert jeden zukünftigen Käufer dazu auf, doch mindestens einmal innezuhalten und die Musik auf sich einwirken zu lassen, vor allem zu Beginn im Trümmertal, wo sich die liebste Melodie des Rezensenten findet.

Kurz gesagt: großartiger Sound, in allen Bereichen.

Grafik:

„The Dragon Knight Saga“benutzt die gleiche Engine, die auch im Mitbewerberprodukt „Oblivion“ benutzt wird. Was kleinere Details in der Landschaft angeht, zieht „The Dragon Knight Saga“ eindeutig den kürzeren und wirkt auch schon etwas ergraut und auch die Charaktermodelle und Gesichter der NPC's wiederholen sich en Masse (es gibt immer nur ein Modell für jeden Menschen). Doch einige der Details wurden in „The Dragon Knight Saga“ wieder etwas verfeinert und die eigentliche Stären der Engine liegen sowieso in anderen Bereichen, nämlich in der Gestaltung der Dungeons und beim Aussehen der Monster.

Letztere sind kreativ designt und heben sich vom gewohnten Einheitsbrei in anderen Spielen eindeutig ab. Egal ob einäugige Goblins oder Masken tragende Betrachter, die Gegenspieler in „The Dragon Knight Saga“ sind wundervoll fies gestaltet (auch die menschlichen Gegner, deren Rüstungen wunderbar modelliert sind, wie es sowieso alle Waffen und Rüstungen im Spiel sind) und man schlägt nur allzu gerne und mit Freuden auf sie ein. Die Dungeons derweil sind alle von Hand gemacht und versprühen immer die passende Atmosphäre, führen einen in eine tiefe und verzweigte Unterwelt und wie auch im Rest der Welt gibt es in ihnen genug zu entdecken, um auch den neugierigsten Spieler zu befriedigen.

Die Grafik mag zwar nicht mehr frisch sein, macht aber selbst nach vier Jahren ( sieben, wenn man Oblivion noch mitzählt) immer noch eine gute Figur und plagt an keiner Stelle, die armen Augen des Spielers.

Sonstiges:

„The Dragon Knight“ besteht neben seinen abwechslungsreichen Gameplay und den großartigen Sound vor allem durch eine Sache: seinen Humor. Selten gab es Spiele in denen der Rezensent soviel gelacht oder zumindest geschmunzelt hat wie in „The Dragon Knight Saga“. Man kann sie mit Fug und Recht als „witzige Spiele“ bezeichnen, bekommt man hier doch alles geboten, was die Humorpalette hergibt. Leicht anzügliche Witzchen, paaren sich mit feinsinnigen Anspielungen und Zitaten, gewürzt mit feinen Dialogwitzen oder Situationen die so absurd sind, dass man einfach laut loslachen muss, da man sie sonst nicht anders verarbeiten kann.

Dieser Humor schlägt sich auch in den Kommentaren des Hauptcharakters wieder, der ein ziemlich vorlautes Mundwerk besitzt wenn man ihn lässt, ihn aber umso mehr Persönlichkeit verleihen und ihn sogar vielleicht zu einem der sympathischsten Videospielprotagonisten aller Zeiten werden lassen.

Auf jeden Fall zieht sich der Humor durch das ganze Spiel und trägt noch einmal ungemein dazu bei „The Dragon Knight Saga“ einzigartig dastehen zu lassen und lädt damit auch hier zum erneuten durchspielen ein, damit man seine liebsten Dialogzeilen noch einmal lesen und hören kann (man merke sich hierbei folgendes Wort, welches einen noch viel Freude bereiten wird: Maxos).

Fazit:

„The Dragon Knight Saga“ hat seine Fehler in der Handlung und beim Kampfsystem, auch die Grafik ist etwas angestaubt, doch in den wirklich wichtigen Bereichen glänzt, nein strahlt es wie ein Diamant und zeigt wie viel kreatives Potenzial man innerhalb eines Spiels entfalten kann, wenn man die Entwickler einfach nur lässt. All diese Ideen und der Spaß, den die Macher dabei gehabt haben müssen, fällt wieder auf den Spieler zurück, der sich bald in Rivellon heimisch fühlen und der immer wieder zurückkehren wird, um ein weiteres Mal gegen Damian und seine bösen Horden mit Flammenatem, Schwert und scharfer Zunge ins Felde zu ziehen und zu triumphieren, bis die Geschichte im großen Finale ein schönes (aber noch nicht finales) Ende finden wird.

Fünf flammende Sterne. Alle wohlverdient.


Divinity 2 - The Dragon Knight Saga
Divinity 2 - The Dragon Knight Saga
Wird angeboten von Game World
Preis: EUR 34,95

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hört den Drachen brüllen!, 17. August 2013
= Spaßfaktor:5.0 von 5 Sternen 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Einleitung:

„Divinity: The Dragon Knight Saga“ enthält das Hauptspiel „Divinity 2: Ego Draconis“ und das Addon „Flames of Vengeance“, beides vom Schwierigkeitsgrad her etwas angepasst und die Grafik etwas aufgehübscht. Dazu wurden noch einige Bugs aus den Vorgängern entfernt, sodass das vorliegende Spiel die technisch reifste Version ist, womit schon aus technischer Sicht ein Kaufgrund vorhanden sein dürfte.

Doch wie spielt sich das Ganze und worum geht es überhaupt?

Darauf wird in den folgenden Zeilen eingegangen.

Handlung:

In der Fantasywelt Rivellon hängt der Haussegen schief. Damian der Verdammte, das Äquivalent dieser Welt zum Antichristen, droht nach langer Zeit wieder die Lande der Unschuldigen zu überrennen, doch das interessiert die Bewohner Rivellons kaum, denn diese sind sich nach dem Tode des Göttlichen, der Avatar des absoluten Guten dieser Welt und Damians Ziehvater, nicht sehr grün miteinander und verfolgen sowieso andere Ziele.

Zum Beispiel als Orden von Drachentötern den legendären Drachenrittern hinterherzujagen, was Menschen sind die sich in Drachen verwandeln können, sind diese doch angeblich für den Tod des geliebten Göttlichen verantwortlich! Als Spieler spielt man zunächst einen dieser Drachentöter, doch dann geschieht eine unvorhersehbare Wendung: man wird selbst zum Drachenritter!

Als solcher muss man nun sein volles Potenzial entfalten und sich mit Damian und seinen Schergen anzulegen, um doch noch die Welt retten zu können. Dabei spielen die Geheimnisse des mächtigsten Magiers Rivellon und die nicht minder mysteriöse Halle der Seelen eine Rolle, welche an dieser Stelle nicht verraten sein soll.

Die Handlung von Divinity 2 ist im Kern gelungen. Sie funktioniert, ist spannend und vor allem abwechslungsreich, was heißt dass der Spieler immer wieder vor neue Herausforderungen gestellt wird. Im Hauptspiel, nicht im Addon, finden sich jedoch einige Handlungsfehler die den Genuss der Geschichte ein wenig schmälern und wo man sich fragt, was den Verantwortlichen für die Geschichte da durch den Kopf ging, dass sie dies für eine gute Idee hielten. Zum Glück machen sie die Handlung jedoch nicht kaputt, aber man hätte diese Fehler mit Leichtigkeit beheben können, wodurch sie zu den besseren der Spielegeschichte zählen könnte.

Doch insgesamt funktioniert sie im Hauptspiel, wie auch im Addon und das was ihr wirklich wichtig ist, nämlich den Spieler vor verschiedene Aufgaben und Herausforderungen zu stellen, zieht sie auch bis zum Ende durch und das auf eine gute und befriedigende Art und Weise.

Gameplay:

„The Dragon Knight Saga“ ist ein Actionrollenspie, indem man alleine aus der 3rd-Person Perspektive in Echtzeit auf Horden von Monstern einschlägt. Von diesen gibt es auch reichlich und man klickt sie mit der linken Maustaste oder den auf's Ziffernblatt verewigten Zaubern zu Tode. Das ist weder sonderlich herausfordernd, geht aber flott von der Hand und sorgt zumindest dafür, dass die Kämpfe weder zu komplex oder langwierig werden. Trotzdem geht das auch komplexer und eleganter, wie das Kampfsystem des Konkurrenzprodukts „The Witcher 2“ mit seinem Paradesystem und seiner Möglichkeit starke und schnelle Hiebe auszuteilen gezeigt hat. Doch am Ende funktioniert das Kampfsystem und die verschiedenen Spezialfertigkeiten sind wenigstens angemessen in Szene gesetzt, sodass man zumindest äußerlich ein schönes Spektakel geboten bekommt.

Neben den Kämpfen, bieten jedoch die vielen kleineren und größeren Quests die Hauptmöglichkeit um an Erfahrungspunkte, die man braucht um ein Level aufzusteigen und damit mächtiger zu werden, zu gelangen und hier ist es wo „The Dragon Knight Saga“ wirklich glänzt. Denn die Quests sind an Abwechslungsreichtum kaum zu überbieten und bieten oftmals mehr als nur eine Möglichkeit sie zu lösen (etwas, was inzwischen Standard sein sollte, aber selbst bei großen Projekten wie Skyrim und den beiden Dragon Ages noch eine Seltenheit ist) und stellen den Spieler manchmal vor interessante moralische Entscheidungen, wie sie auch seinen Geist und seine Kombinationsgabe erfordern.

Als Beispiel sei hierfür eine Quest genannt, in der sich zwei Seelen einen Körper teilen. Eine davon ist böse, aber körperlich stark, die andere gut, aber ein Schwächling könnte man sagen. Nur eine von beiden Seelen soll über den Körper herrschen, doch wie soll dies bewerkstelligt werden? Und vor allem, wen gestattet man den Körper von da an zu beherbergen, ist die böse Seele doch gemein, aber zumindest in der Lage zu überleben, während die gute Seele eventuell in ihr Verderben stürzen wird. Und wen das nicht interessiert, der wird sich zumindest fragen müssen, ob ihn eine gute Waffe (die man erhält, wenn die böse Persönlichkeit vergeht) oder ein magischer Ring (den die gute Seele ihr eigen nennt) besser zupass kommt. Solche Entscheidungen und vielfältigen Herausforderungen ziehen sich durch das Ganze im Spiel und werden im Addon „Flames of Vengeance“ zur Perfektion geführt, sodass man spielerisch mit einigen der besten Aufgaben der Spielegeschichte belohnt wird, wenn man nur bereit ist seine Umgebung zu untersuchen und überall Nachforschungen anzustellen.
Dazu kommen noch einige Rätsel und Hüpfpassagen, die den Spielverlauf auflockern und vor allem Abwechslung vom Kampf gegen die Horden des Bösen bieten.

Ein weiteres interessantes Feature ist auch die Fähigkeit die Gedanken eines Charakters zu lesen. Zwar geht dies nur bei jeder Spielfigur nur einmal, aber es lohnt sich auf jeden Fall, da man so seine Attribute und Fertigkeiten verbessern kann, einen Geheimnisse in der Spielwelt offenbart werden oder man dadurch neue Dialogoptionen freischaltet, die wiederum die Gespräche in ganz andere Richtungen führen können. Ein reizendes Feature, welches die Spieler damit ausgleichen, dass man dafür mit Erfahrungspunkten bezahlt, die man erst „abarbeiten“ muss, ehe man wieder im Level aufsteigt.

Als letztes großes Feature seien hier noch die Drachenpassagen genannt. Ab einer gewissen Stelle im Spiel wird man sich in einen Drachen verwandeln und die Welt in solch einer Gestalt erkunden können. Dadurch wird „The Dragon Knight Saga“ zu einem ganz anderen Spiel, bei dem es auf Geschicklichkeit und den klugen Einsatz der ebenfalls neuen Drachenfertigkeiten geht. Man könnte jetzt viel darüber schreiben, dass man von da an gegen fliegende Festungen und andere geflügelte Unholde kämpfen muss und dass es bestimmte Zonen gibt, in denen es tödlich ist ein Drache zu sein, doch die Frage, die sich hier eigentlich stellt dürfte folgende sein: macht es auch Spaß ein Drache zu sein oder wirkt das Ganze nur künstlich aufgedrückt?

Die Antwort lautet eindeutig „ja“. Ja, es ist unterhaltsam ein Drache zu sein, da es den Spieler vor ganz neue Herausforderungen stellt und man so die Welt auf eine Art und Weise erkunden kann, wie es dem Spieler zuvor nicht möglich war. Auch die Kämpfe sind spannend und actionreich genug, dass man sie durchaus genießen kann und nicht nur als nervtötende Fleißarbeit betrachtet, um an die heiß ersehnten Erfahrungspunkte zu kommen. Es ist lediglich schade, dass die Drachenform relativ spät im Spiel (im letzten Drittel der Handlung) erlangt und es den Entwicklern nicht möglich war das ganze Potenzial aus dieser Art von Spiel zu kitzeln. Nichtsdestotrotz ist das Fliegen als Drache ein sehr unterhaltsames Spielelement, welches den abwechslungsreichen Mix, den das Spiel insgesamt darstellt, noch einmal hervorragend ergänzt und „The Dragon Knight Saga“ damit endgültig zu einem spielerischen Juwel macht.

Sound:

„The Dragon Knight Saga“ gehört klanglich in allen Bereichen mit zum besten was es in der Industrie zu hören gibt. Zunächst sei hier die hervorragende deutsche Synchro zu erwähnen, in der eine jede Stimme stimmt und die Sprecher viel dafür geben den Spielern die Welt näherzubringen oder sie an ihren oft sehr überzeichnten und albernen Charakter teilhaben zu lassen. Hier stimmt so gut wie alles und man kann als deutschsprachiger Spieler durchaus zur originalen Version (Diviniy 2 kam als erstes in Deutschland raus) zurückgreifen. Zwar wiederholen sich einige Stimmen, doch darüber kann man wohl hinwegsehen, da der Rest wie gesagt stimmt.

Der eigentliche Star ist jedoch die Spielmusik selbst. Kirill Pokrovsky, der Komponist des Entwicklers Larian Studios, versteht es auf mannigfaltige Art und Weise Melodien zu erschaffen, die man nach kurzer Zeit mitzusummen beginnt und die man immer wieder hören möchte, während sie einen den Spielalltag versüßen. So etwas lässt sich natürlich in schriftlicher Form nicht einfach so beweisen, doch der Rezensent legt für die Musik des Spiels seine Hand ins Feuer und fordert jeden zukünftigen Käufer dazu auf, doch mindestens einmal innezuhalten und die Musik auf sich einwirken zu lassen, vor allem zu Beginn im Trümmertal, wo sich die liebste Melodie des Rezensenten findet.

Kurz gesagt: großartiger Sound, in allen Bereichen.

Grafik:

„The Dragon Knight Saga“benutzt die gleiche Engine, die auch im Mitbewerberprodukt „Oblivion“ benutzt wird. Was kleinere Details in der Landschaft angeht, zieht „The Dragon Knight Saga“ eindeutig den kürzeren und wirkt auch schon etwas ergraut und auch die Charaktermodelle und Gesichter der NPC's wiederholen sich en Masse (es gibt immer nur ein Modell für jeden Menschen). Doch einige der Details wurden in „The Dragon Knight Saga“ wieder etwas verfeinert und die eigentliche Stären der Engine liegen sowieso in anderen Bereichen, nämlich in der Gestaltung der Dungeons und beim Aussehen der Monster.

Letztere sind kreativ designt und heben sich vom gewohnten Einheitsbrei in anderen Spielen eindeutig ab. Egal ob einäugige Goblins oder Masken tragende Betrachter, die Gegenspieler in „The Dragon Knight Saga“ sind wundervoll fies gestaltet (auch die menschlichen Gegner, deren Rüstungen wunderbar modelliert sind, wie es sowieso alle Waffen und Rüstungen im Spiel sind) und man schlägt nur allzu gerne und mit Freuden auf sie ein. Die Dungeons derweil sind alle von Hand gemacht und versprühen immer die passende Atmosphäre, führen einen in eine tiefe und verzweigte Unterwelt und wie auch im Rest der Welt gibt es in ihnen genug zu entdecken, um auch den neugierigsten Spieler zu befriedigen.

Die Grafik mag zwar nicht mehr frisch sein, macht aber selbst nach vier Jahren ( sieben, wenn man Oblivion noch mitzählt) immer noch eine gute Figur und plagt an keiner Stelle, die armen Augen des Spielers.

Sonstiges:

„The Dragon Knight“ besteht neben seinen abwechslungsreichen Gameplay und den großartigen Sound vor allem durch eine Sache: seinen Humor. Selten gab es Spiele in denen der Rezensent soviel gelacht oder zumindest geschmunzelt hat wie in „The Dragon Knight Saga“. Man kann sie mit Fug und Recht als „witzige Spiele“ bezeichnen, bekommt man hier doch alles geboten, was die Humorpalette hergibt. Leicht anzügliche Witzchen, paaren sich mit feinsinnigen Anspielungen und Zitaten, gewürzt mit feinen Dialogwitzen oder Situationen die so absurd sind, dass man einfach laut loslachen muss, da man sie sonst nicht anders verarbeiten kann.

Dieser Humor schlägt sich auch in den Kommentaren des Hauptcharakters wieder, der ein ziemlich vorlautes Mundwerk besitzt wenn man ihn lässt, ihn aber umso mehr Persönlichkeit verleihen und ihn sogar vielleicht zu einem der sympathischsten Videospielprotagonisten aller Zeiten werden lassen.

Auf jeden Fall zieht sich der Humor durch das ganze Spiel und trägt noch einmal ungemein dazu bei „The Dragon Knight Saga“ einzigartig dastehen zu lassen und lädt damit auch hier zum erneuten durchspielen ein, damit man seine liebsten Dialogzeilen noch einmal lesen und hören kann (man merke sich hierbei folgendes Wort, welches einen noch viel Freude bereiten wird: Maxos).

Fazit:

„The Dragon Knight Saga“ hat seine Fehler in der Handlung und beim Kampfsystem, auch die Grafik ist etwas angestaubt, doch in den wirklich wichtigen Bereichen glänzt, nein strahlt es wie ein Diamant und zeigt wie viel kreatives Potenzial man innerhalb eines Spiels entfalten kann, wenn man die Entwickler einfach nur lässt. All diese Ideen und der Spaß, den die Macher dabei gehabt haben müssen, fällt wieder auf den Spieler zurück, der sich bald in Rivellon heimisch fühlen und der immer wieder zurückkehren wird, um ein weiteres Mal gegen Damian und seine bösen Horden mit Flammenatem, Schwert und scharfer Zunge ins Felde zu ziehen und zu triumphieren, bis die Geschichte im großen Finale ein schönes (aber noch nicht finales) Ende finden wird.

Fünf flammende Sterne. Alle wohlverdient.


Drakensang: Am Fluss der Zeit (Collector's Edition)
Drakensang: Am Fluss der Zeit (Collector's Edition)
Wird angeboten von Firefly-Entertainment
Preis: EUR 59,90

5.0 von 5 Sternen Onkel Forgrimms Märchenstunde, 16. August 2013
= Spaßfaktor:5.0 von 5 Sternen 
Einleitung:

Forgrimm der Zwerg hat vor kurzem das vielleicht größte Abenteuer seines Lebens hinter sich gebracht (nachzuspielen im ersten Drakensang), gönnt sich ein helles Ferdoker und sinniert über die alten Tage, frühere Abenteuer die er mit seinen Freund Ardo, einen Schlitzohr namens Cuano und einen damals noch unbekannten Abenteurer erlebte und wie sie mal eben das Mittelreich retteten. All dies erzählt er der jungen Kladdis an einem wundervoll prasselnden Feuerchen, in ruhiger und gemütlicher Atmosphäre. Ein passendes Bild, welches sich auch auf das Spiel übertragen lässt, doch der Reihe nach.

Geschichte:

„Am Fluss der Zeit“ spielt viele Jahre vor den Ereignissen von Drakensang 1 (vor der Geburt von Kladdis) und spielt größtenteils in der Gegend um die kleine Baronie Nadoret und die Gegend um den großen Fluss. Der Spieler spielt einen angehenden Abenteurer, der in vier unterschiedlichen Vorgeschichte auf die Gruppe um Fogrimm, Ardo und Cuano stößt und gemeinsam mit diesen den mysteriösen Überfällen einiger besonders frecher Piraten auf die Spur zu kommen. Später wird das Ganze noch etwas größer, aber die Handlung erreicht bei weitem nicht die epische Dimension des ersten Teils, bei der es um einiges mehr ging, ist aber zumindest spannend erzählt. Allerdings ist sie weder düster noch hektisch erzählt nein, vielmehr passt sie sich dem großen Fluss selbst an, bleibt also ruhig und in einem gemütlichen Strom, bei dem man nie das Gefühl hat dass es besonders eilig ist die Baronie oder das große Mittelreich zu retten. Nein, nein man kann sich ruhig Zeit lassen und wird dafür auch an vielen Stellen tausendfach dafür belohnt, mit neuen Gebieten die wiederum ihre eigenen kleinen Geschichtchen erzählen, mit vielen Alternativen Dialogen, die anwählbar werden wenn man den richtigen Skill hat und wenn einem das jeweilige Gebiet noch zu schwer oder zu doof ist, verlässt man es einfach und kehrt in eine andere Karte ein und beginnt dort die Gegend unsicher zu sein. Dazu kommt noch der ziemlich augenzwinkernde Tonfall der Geschichte an sich und man merkt endgültig, das „Am Fluss der Zeit“ eine ganz andere Zielsetzung hat, als es zum Beispiel durchinszenierte spielbare Filme wie Dragon Age 2. Es geht nicht darum ein großes Drama zu erleben, als sich vielmehr auf ein gutgelauntes Abenteuer zu begeben, wo die Helden Helden sind und die Bösen Bösen und dies ist, was sehr für das Spiel spricht, eine Geschichte für alle Altersklassen, für die Jungen und die die jung geblieben sind.

Das ist alles was es über die Geschichte von „Am Fluss der Zeit“ zu sagen gibt. Gut, ruhig erzählt und nicht ganz so ernst und bei weitem nicht so episch wie die vom Teil 1 (die der Rezensent als die weitaus bessere empfindet), dafür jedoch mit liebenswerten Figuren die einen wirklich ans Herz wachsen und immer für gute Laune sorgen werden.

Gameplay:

„Am Fluss der Zeit“ ist ein rundenbasiertes Gruppenrollenspiel. Das heißt, während der Kampfrunden und beim Einsatz von Skills würfelt der Computer im Hintergrund das Ergebnis aus und man bestreitet das Abenteuer in einer Gruppe von vier Personen, mit der zu Beginn erstellten Hauptfigur als Anführer und drei weiteren Charakteren als Begleitern, die alle im besten Fall unterschiedliche Fähigkeiten besitzen und ein jeder eine Rolle in den Kämpfen oder bei der Interaktion mit der restlichen Umwelt einnimmt. So schlägt der Zwerg Forgrimm besonders hart zu und der Dieb Cuano ist besonders geübt darin Schösser zu knacken oder andere Leute mit Worten dazu zu überreden doch bitte ein Einsehen zu haben.

Diese Vielfältigkeit schlägt sich auch in den Hauptaufgaben und den zahlreichen Nebenaufträgen im Spiel wieder. Es gibt meistens immer zwei Möglichkeiten die einzelnen Aufträge abzuschließen (zumindest ist dies der Fall bei der Hauptgeschichte) und dies lädt dazu ein, das man auch experimentieren, beziehungsweise das Spiel mehrmals zu Ende spielen möchte, denn wer weiß schon ob man den bullige Piraten nicht auch hätte überreden können den gestohlenen Degen wieder herzugeben, anstatt ihn eine blutige Nase zu schlagen?

Diese Vielfalt hebt „Am Fluss der Zeit“ auf jeden Fall von dem Konkurrenzprodukt „Dragon Age“ ab, wo am Ende jedes Gespräch doch darauf hinausläuft das am Ende jemand sterben muss, was nicht gerade dazu beiträgt, es mehrmals durchspielen zu wollen, wenn doch schon die Lösung des Konflikts immer wieder dieselbe ist.

„Am Fluss der Zeit“ hat jedoch auch ein viel komplexeres Charaktersystem als Dragon Age, was Anfänger leicht überfordern könnte. So erhält man zwar immer wieder Erfahrungspunkte (hier Abenteuerpunkte genannt) doch muss man sich gut überlegen worin man diese investieren möchte, teilen sich die einzelnen Skills/Fähigkeiten jedes anderen Charakters wiederum verschiedene, voneinander unabhängige Bereiche ein. So mag man zwar einen Charakter spielen, der vortrefflich mit dem Schwert umgehen kann, der jedoch schwach auf der Brust ist, da der Spieler nicht in Körperkraft investiert (das Äquivalent für Stärke in diesem Spiel) investiert hat. Dafür kann er dann wieder perfekt andere Leute davon überzeugen ihm ihr Geld zu geben, taugt jedoch als Magier nichts obwohl dies doch seine gewählte Klasse ist. Dann kommt noch dazu, dass bestimmte Skills und besondere Talente die den Spielverlauf erheblich erleichtern oder die der Charakter lernen soll aber noch nicht besitzt, nur bei bestimmten Lehrern zu erwerben sind, die dafür auch noch bezahlt werden wollen, wo man doch gerade auf die dicke Ritterrüstung spart! Dann kommt noch dazu, dass man diese Erfahrungspunkte für alle Bereiche verwenden muss und wenn sie einmal verbraucht wurden, sind sie dann auch nicht mehr retten. Vorsicht ist also angebracht.

Doch so sehr dies einen auch am Anfang erschlagen mag, am Ende wächst man an der Komplexität, vor allem da die Entwickler zumindest eine hilfreiche Tutorialboxen gedacht haben, in der alles Spielwichtige erklärt wird.

Die Bewegungsgeschwindigkeit der Gruppe bleibt selbst beim laufen weiterhin sehr gemächlich, dafür sind die Wege im Vergleich zu Teil 1 viel kürzer und es gibt nun eine Schnellreisefunktion, mit der sich lange Wanderungen erheblich abkürzen lassen. Eine sinnvolle Ergänzung, die den Spielfluss zugutekommt und damit „Am Fluss der Zeit“ zum schnelleren und weitaus komfortableren der beiden Drakensangs macht.

Grafik:

„Am Fluss der Zeit“ verwendet die gleiche Engine wie Teil 1 und sieht auch aus wie dieses. Das heißt man bekommt einige schön animierte Figuren, egal ob Mensch, Zwerg oder Elf serviert, die es durchaus mit den Figuren aus Dragon Age aufnehmen können.

Wo „Am Fluss der Zeit“ jedoch wirklich glänzt, sind die Landschaften. Satte grüne Wiese, zerfallene Ruinen und prächtige Fachwerkhäuser, sie alle werden, stimmig umspielt von geschickt eingesetzten Licht, perfekt in Szene gesetzt und machen „Am Fluss der Zeit“ zu einem der schönsten Rollenspiele aller Zeiten, welches selbst heute noch zu beeindrucken weiß.

Äußerlich gibt es also nichts zu bemängeln und da alles hell und freundlich dargestellt wird, wird man sich nie bedroht fühlen, ergo auch nie seine gute Laune verlieren.

Ein schöner Zusatz dieses Spiels also, das auch hier beweist, dass es für Menschen jeden Alters gemacht worden ist.

Sound:

Musikalisch bleibt Drakensang sehr melodisch, aber nicht orchestral und so ruhig, wie eh und je. Man kann die Melodien mitsummen, während man durch Nadoret zieht und entspannt die Architektur der umliegenden Gebäude bewundern.

Was jedoch „Am Fluss der Zeit“ von seinem Vorgänger abhebt, ist das es diesmal voll vertont ist und jede Gesprächszeile diesmal vertont wiedergegeben wird. Selbstverständlich für viele größere Produktionen, doch im Falle der Drakensang-Reihe war dies eine willkommene und nette Ergänzung, die das klangliche Gesamtbild abrundet.

Atmosphäre und restliche Gedanken:

Wie schon gesagt, ist alles in „Am Fluss der Zeit“ etwas gemütlicher, ruhiger, bedachter und dies zieht sich auch durch's ganze Spiel. Das war schon im Vorgänger so, doch im Gegensatz zu „Am Fluss der Zeit“ haben die Referenzen auf die Welt des Pen&Paper-Rollenspiel „Das schwarze Auge“ (auf dem Drakensang ja schließlich basiert) noch einmal erheblich und bringen das Spiel dem geistigen Vorbild noch näher, als es Teil 1 schon getan hatte. Das kann manchmal dazu führen, das manche Anspielungen wohl nur von Kennern der Materie wirklich zu würdigen gewusst werden können, doch stört dies niemals den Spielfluss, sodass man auch als Außenstehender weiterhin ungestört das Spiel genießen kann.

Es sei noch einmal angemerkt, dass es in „Am Fluss der Zeit“ wirklich viel zu entdecken gibt, sich aber vieles erst im späteren Spielverlauf ergibt, meistens wenn man einen bestimmten Teil der Hauptquest abgeschlossen hat. Es lohnt sich wirklich die Augen offenzuhalten und an späteren Stellen erneut zurückzukehren, da man dann ebenfalls wieder mit einer schön designten Quest/Aufgabe belohnt wird, die „Am Fluss der Zeit“ zu dem besonderen Spielerlebnis machen, welches es am Ende ist. Schön ist auch, dass man nach beenden der Hauptgeschichte weiterspielen kann, um auch noch die letzten Geheimnisse um Nadoret und Umgebung zu lösen.

Fazit:

„Drakensang am Fluss der Zeit“ ist ein wunderschönes Spiel, vielleicht sogar eines der besten Rollenspiele der letzten zwanzig Jahre. Es weiß genau was es will und setzt dies bis zum Ende durch. Der Spieler wird sanft in die Welt von Aventurien eingeführt und sobald er sich eingelebt hat, möchte er diese auch bald nicht mehr verlassen.

Es ist wirklich schade, dass nach diesem Spiel kein dritter Teil der Reihe folgte, wo die Spieltiefe, der augenzwinkernde Humor und die einmalige Atmosphäre aus diesem Spiel doch ein Bestseller hätte machen sollen. Doch man darf die Hoffnung bekanntlich nie aufgeben. Vielleicht wird eines Tages ein ähnliches Spiel wie die beiden Drakensangs auf den PC zurückkehren und die alten Tugenden feiern, die Teil 1 und „Am Fluss der Zeit“ mit soviel Liebe zur Sache hochhalten. Bis dahin genießt man einfach was man hat und das immer wieder, während 5 wunderschön strahlende Sterne am Nachthimmel von der handwerklichen Brillanz dieses Spiel künden.


Drakensang: Am Fluss der Zeit
Drakensang: Am Fluss der Zeit
Wird angeboten von software and more
Preis: EUR 4,99

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Onkel Forgrimms Märchenstunde, 16. August 2013
= Spaßfaktor:5.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: Drakensang: Am Fluss der Zeit (Computerspiel)
Einleitung:

Forgrimm der Zwerg hat vor kurzem das vielleicht größte Abenteuer seines Lebens hinter sich gebracht (nachzuspielen im ersten Drakensang), gönnt sich ein helles Ferdoker und sinniert über die alten Tage, frühere Abenteuer die er mit seinen Freund Ardo, einen Schlitzohr namens Cuano und einen damals noch unbekannten Abenteurer erlebte und wie sie mal eben das Mittelreich retteten. All dies erzählt er der jungen Kladdis an einem wundervoll prasselnden Feuerchen, in ruhiger und gemütlicher Atmosphäre. Ein passendes Bild, welches sich auch auf das Spiel übertragen lässt, doch der Reihe nach.

Geschichte:

„Am Fluss der Zeit“ spielt viele Jahre vor den Ereignissen von Drakensang 1 (vor der Geburt von Kladdis) und spielt größtenteils in der Gegend um die kleine Baronie Nadoret und die Gegend um den großen Fluss. Der Spieler spielt einen angehenden Abenteurer, der in vier unterschiedlichen Vorgeschichte auf die Gruppe um Fogrimm, Ardo und Cuano stößt und gemeinsam mit diesen den mysteriösen Überfällen einiger besonders frecher Piraten auf die Spur zu kommen. Später wird das Ganze noch etwas größer, aber die Handlung erreicht bei weitem nicht die epische Dimension des ersten Teils, bei der es um einiges mehr ging, ist aber zumindest spannend erzählt. Allerdings ist sie weder düster noch hektisch erzählt nein, vielmehr passt sie sich dem großen Fluss selbst an, bleibt also ruhig und in einem gemütlichen Strom, bei dem man nie das Gefühl hat dass es besonders eilig ist die Baronie oder das große Mittelreich zu retten. Nein, nein man kann sich ruhig Zeit lassen und wird dafür auch an vielen Stellen tausendfach dafür belohnt, mit neuen Gebieten die wiederum ihre eigenen kleinen Geschichtchen erzählen, mit vielen Alternativen Dialogen, die anwählbar werden wenn man den richtigen Skill hat und wenn einem das jeweilige Gebiet noch zu schwer oder zu doof ist, verlässt man es einfach und kehrt in eine andere Karte ein und beginnt dort die Gegend unsicher zu sein. Dazu kommt noch der ziemlich augenzwinkernde Tonfall der Geschichte an sich und man merkt endgültig, das „Am Fluss der Zeit“ eine ganz andere Zielsetzung hat, als es zum Beispiel durchinszenierte spielbare Filme wie Dragon Age 2. Es geht nicht darum ein großes Drama zu erleben, als sich vielmehr auf ein gutgelauntes Abenteuer zu begeben, wo die Helden Helden sind und die Bösen Bösen und dies ist, was sehr für das Spiel spricht, eine Geschichte für alle Altersklassen, für die Jungen und die die jung geblieben sind.

Das ist alles was es über die Geschichte von „Am Fluss der Zeit“ zu sagen gibt. Gut, ruhig erzählt und nicht ganz so ernst und bei weitem nicht so episch wie die vom Teil 1 (die der Rezensent als die weitaus bessere empfindet), dafür jedoch mit liebenswerten Figuren die einen wirklich ans Herz wachsen und immer für gute Laune sorgen werden.

Gameplay:

„Am Fluss der Zeit“ ist ein rundenbasiertes Gruppenrollenspiel. Das heißt, während der Kampfrunden und beim Einsatz von Skills würfelt der Computer im Hintergrund das Ergebnis aus und man bestreitet das Abenteuer in einer Gruppe von vier Personen, mit der zu Beginn erstellten Hauptfigur als Anführer und drei weiteren Charakteren als Begleitern, die alle im besten Fall unterschiedliche Fähigkeiten besitzen und ein jeder eine Rolle in den Kämpfen oder bei der Interaktion mit der restlichen Umwelt einnimmt. So schlägt der Zwerg Forgrimm besonders hart zu und der Dieb Cuano ist besonders geübt darin Schösser zu knacken oder andere Leute mit Worten dazu zu überreden doch bitte ein Einsehen zu haben.

Diese Vielfältigkeit schlägt sich auch in den Hauptaufgaben und den zahlreichen Nebenaufträgen im Spiel wieder. Es gibt meistens immer zwei Möglichkeiten die einzelnen Aufträge abzuschließen (zumindest ist dies der Fall bei der Hauptgeschichte) und dies lädt dazu ein, das man auch experimentieren, beziehungsweise das Spiel mehrmals zu Ende spielen möchte, denn wer weiß schon ob man den bullige Piraten nicht auch hätte überreden können den gestohlenen Degen wieder herzugeben, anstatt ihn eine blutige Nase zu schlagen?

Diese Vielfalt hebt „Am Fluss der Zeit“ auf jeden Fall von dem Konkurrenzprodukt „Dragon Age“ ab, wo am Ende jedes Gespräch doch darauf hinausläuft das am Ende jemand sterben muss, was nicht gerade dazu beiträgt, es mehrmals durchspielen zu wollen, wenn doch schon die Lösung des Konflikts immer wieder dieselbe ist.

„Am Fluss der Zeit“ hat jedoch auch ein viel komplexeres Charaktersystem als Dragon Age, was Anfänger leicht überfordern könnte. So erhält man zwar immer wieder Erfahrungspunkte (hier Abenteuerpunkte genannt) doch muss man sich gut überlegen worin man diese investieren möchte, teilen sich die einzelnen Skills/Fähigkeiten jedes anderen Charakters wiederum verschiedene, voneinander unabhängige Bereiche ein. So mag man zwar einen Charakter spielen, der vortrefflich mit dem Schwert umgehen kann, der jedoch schwach auf der Brust ist, da der Spieler nicht in Körperkraft investiert (das Äquivalent für Stärke in diesem Spiel) investiert hat. Dafür kann er dann wieder perfekt andere Leute davon überzeugen ihm ihr Geld zu geben, taugt jedoch als Magier nichts obwohl dies doch seine gewählte Klasse ist. Dann kommt noch dazu, dass bestimmte Skills und besondere Talente die den Spielverlauf erheblich erleichtern oder die der Charakter lernen soll aber noch nicht besitzt, nur bei bestimmten Lehrern zu erwerben sind, die dafür auch noch bezahlt werden wollen, wo man doch gerade auf die dicke Ritterrüstung spart! Dann kommt noch dazu, dass man diese Erfahrungspunkte für alle Bereiche verwenden muss und wenn sie einmal verbraucht wurden, sind sie dann auch nicht mehr retten. Vorsicht ist also angebracht.

Doch so sehr dies einen auch am Anfang erschlagen mag, am Ende wächst man an der Komplexität, vor allem da die Entwickler zumindest eine hilfreiche Tutorialboxen gedacht haben, in der alles Spielwichtige erklärt wird.

Die Bewegungsgeschwindigkeit der Gruppe bleibt selbst beim laufen weiterhin sehr gemächlich, dafür sind die Wege im Vergleich zu Teil 1 viel kürzer und es gibt nun eine Schnellreisefunktion, mit der sich lange Wanderungen erheblich abkürzen lassen. Eine sinnvolle Ergänzung, die den Spielfluss zugutekommt und damit „Am Fluss der Zeit“ zum schnelleren und weitaus komfortableren der beiden Drakensangs macht.

Grafik:

„Am Fluss der Zeit“ verwendet die gleiche Engine wie Teil 1 und sieht auch aus wie dieses. Das heißt man bekommt einige schön animierte Figuren, egal ob Mensch, Zwerg oder Elf serviert, die es durchaus mit den Figuren aus Dragon Age aufnehmen können.

Wo „Am Fluss der Zeit“ jedoch wirklich glänzt, sind die Landschaften. Satte grüne Wiese, zerfallene Ruinen und prächtige Fachwerkhäuser, sie alle werden, stimmig umspielt von geschickt eingesetzten Licht, perfekt in Szene gesetzt und machen „Am Fluss der Zeit“ zu einem der schönsten Rollenspiele aller Zeiten, welches selbst heute noch zu beeindrucken weiß.

Äußerlich gibt es also nichts zu bemängeln und da alles hell und freundlich dargestellt wird, wird man sich nie bedroht fühlen, ergo auch nie seine gute Laune verlieren.

Ein schöner Zusatz dieses Spiels also, das auch hier beweist, dass es für Menschen jeden Alters gemacht worden ist.

Sound:

Musikalisch bleibt Drakensang sehr melodisch, aber nicht orchestral und so ruhig, wie eh und je. Man kann die Melodien mitsummen, während man durch Nadoret zieht und entspannt die Architektur der umliegenden Gebäude bewundern.

Was jedoch „Am Fluss der Zeit“ von seinem Vorgänger abhebt, ist das es diesmal voll vertont ist und jede Gesprächszeile diesmal vertont wiedergegeben wird. Selbstverständlich für viele größere Produktionen, doch im Falle der Drakensang-Reihe war dies eine willkommene und nette Ergänzung, die das klangliche Gesamtbild abrundet.

Atmosphäre und restliche Gedanken:

Wie schon gesagt, ist alles in „Am Fluss der Zeit“ etwas gemütlicher, ruhiger, bedachter und dies zieht sich auch durch's ganze Spiel. Das war schon im Vorgänger so, doch im Gegensatz zu „Am Fluss der Zeit“ haben die Referenzen auf die Welt des Pen&Paper-Rollenspiel „Das schwarze Auge“ (auf dem Drakensang ja schließlich basiert) noch einmal erheblich und bringen das Spiel dem geistigen Vorbild noch näher, als es Teil 1 schon getan hatte. Das kann manchmal dazu führen, das manche Anspielungen wohl nur von Kennern der Materie wirklich zu würdigen gewusst werden können, doch stört dies niemals den Spielfluss, sodass man auch als Außenstehender weiterhin ungestört das Spiel genießen kann.

Es sei noch einmal angemerkt, dass es in „Am Fluss der Zeit“ wirklich viel zu entdecken gibt, sich aber vieles erst im späteren Spielverlauf ergibt, meistens wenn man einen bestimmten Teil der Hauptquest abgeschlossen hat. Es lohnt sich wirklich die Augen offenzuhalten und an späteren Stellen erneut zurückzukehren, da man dann ebenfalls wieder mit einer schön designten Quest/Aufgabe belohnt wird, die „Am Fluss der Zeit“ zu dem besonderen Spielerlebnis machen, welches es am Ende ist. Schön ist auch, dass man nach beenden der Hauptgeschichte weiterspielen kann, um auch noch die letzten Geheimnisse um Nadoret und Umgebung zu lösen.

Fazit:

„Drakensang am Fluss der Zeit“ ist ein wunderschönes Spiel, vielleicht sogar eines der besten Rollenspiele der letzten zwanzig Jahre. Es weiß genau was es will und setzt dies bis zum Ende durch. Der Spieler wird sanft in die Welt von Aventurien eingeführt und sobald er sich eingelebt hat, möchte er diese auch bald nicht mehr verlassen.

Es ist wirklich schade, dass nach diesem Spiel kein dritter Teil der Reihe folgte, wo die Spieltiefe, der augenzwinkernde Humor und die einmalige Atmosphäre aus diesem Spiel doch ein Bestseller hätte machen sollen. Doch man darf die Hoffnung bekanntlich nie aufgeben. Vielleicht wird eines Tages ein ähnliches Spiel wie die beiden Drakensangs auf den PC zurückkehren und die alten Tugenden feiern, die Teil 1 und „Am Fluss der Zeit“ mit soviel Liebe zur Sache hochhalten. Bis dahin genießt man einfach was man hat und das immer wieder, während 5 wunderschön strahlende Sterne am Nachthimmel von der handwerklichen Brillanz dieses Spiel künden.


Das schwarze Auge: Drakensang - Am Fluss der Zeit [Software Pyramide]
Das schwarze Auge: Drakensang - Am Fluss der Zeit [Software Pyramide]
Wird angeboten von Game World
Preis: EUR 9,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Onkel Forgrimms Märchenstunde, 16. August 2013
= Spaßfaktor:5.0 von 5 Sternen 
Einleitung:

Forgrimm der Zwerg hat vor kurzem das vielleicht größte Abenteuer seines Lebens hinter sich gebracht (nachzuspielen im ersten Drakensang), gönnt sich ein helles Ferdoker und sinniert über die alten Tage, frühere Abenteuer die er mit seinen Freund Ardo, einen Schlitzohr namens Cuano und einen damals noch unbekannten Abenteurer erlebte und wie sie mal eben das Mittelreich retteten. All dies erzählt er der jungen Kladdis an einem wundervoll prasselnden Feuerchen, in ruhiger und gemütlicher Atmosphäre. Ein passendes Bild, welches sich auch auf das Spiel übertragen lässt, doch der Reihe nach.

Geschichte:

„Am Fluss der Zeit“ spielt viele Jahre vor den Ereignissen von Drakensang 1 (vor der Geburt von Kladdis) und spielt größtenteils in der Gegend um die kleine Baronie Nadoret und die Gegend um den großen Fluss. Der Spieler spielt einen angehenden Abenteurer, der in vier unterschiedlichen Vorgeschichte auf die Gruppe um Fogrimm, Ardo und Cuano stößt und gemeinsam mit diesen den mysteriösen Überfällen einiger besonders frecher Piraten auf die Spur zu kommen. Später wird das Ganze noch etwas größer, aber die Handlung erreicht bei weitem nicht die epische Dimension des ersten Teils, bei der es um einiges mehr ging, ist aber zumindest spannend erzählt. Allerdings ist sie weder düster noch hektisch erzählt nein, vielmehr passt sie sich dem großen Fluss selbst an, bleibt also ruhig und in einem gemütlichen Strom, bei dem man nie das Gefühl hat dass es besonders eilig ist die Baronie oder das große Mittelreich zu retten. Nein, nein man kann sich ruhig Zeit lassen und wird dafür auch an vielen Stellen tausendfach dafür belohnt, mit neuen Gebieten die wiederum ihre eigenen kleinen Geschichtchen erzählen, mit vielen Alternativen Dialogen, die anwählbar werden wenn man den richtigen Skill hat und wenn einem das jeweilige Gebiet noch zu schwer oder zu doof ist, verlässt man es einfach und kehrt in eine andere Karte ein und beginnt dort die Gegend unsicher zu sein. Dazu kommt noch der ziemlich augenzwinkernde Tonfall der Geschichte an sich und man merkt endgültig, das „Am Fluss der Zeit“ eine ganz andere Zielsetzung hat, als es zum Beispiel durchinszenierte spielbare Filme wie Dragon Age 2. Es geht nicht darum ein großes Drama zu erleben, als sich vielmehr auf ein gutgelauntes Abenteuer zu begeben, wo die Helden Helden sind und die Bösen Bösen und dies ist, was sehr für das Spiel spricht, eine Geschichte für alle Altersklassen, für die Jungen und die die jung geblieben sind.

Das ist alles was es über die Geschichte von „Am Fluss der Zeit“ zu sagen gibt. Gut, ruhig erzählt und nicht ganz so ernst und bei weitem nicht so episch wie die vom Teil 1 (die der Rezensent als die weitaus bessere empfindet), dafür jedoch mit liebenswerten Figuren die einen wirklich ans Herz wachsen und immer für gute Laune sorgen werden.

Gameplay:

„Am Fluss der Zeit“ ist ein rundenbasiertes Gruppenrollenspiel. Das heißt, während der Kampfrunden und beim Einsatz von Skills würfelt der Computer im Hintergrund das Ergebnis aus und man bestreitet das Abenteuer in einer Gruppe von vier Personen, mit der zu Beginn erstellten Hauptfigur als Anführer und drei weiteren Charakteren als Begleitern, die alle im besten Fall unterschiedliche Fähigkeiten besitzen und ein jeder eine Rolle in den Kämpfen oder bei der Interaktion mit der restlichen Umwelt einnimmt. So schlägt der Zwerg Forgrimm besonders hart zu und der Dieb Cuano ist besonders geübt darin Schösser zu knacken oder andere Leute mit Worten dazu zu überreden doch bitte ein Einsehen zu haben.

Diese Vielfältigkeit schlägt sich auch in den Hauptaufgaben und den zahlreichen Nebenaufträgen im Spiel wieder. Es gibt meistens immer zwei Möglichkeiten die einzelnen Aufträge abzuschließen (zumindest ist dies der Fall bei der Hauptgeschichte) und dies lädt dazu ein, das man auch experimentieren, beziehungsweise das Spiel mehrmals zu Ende spielen möchte, denn wer weiß schon ob man den bullige Piraten nicht auch hätte überreden können den gestohlenen Degen wieder herzugeben, anstatt ihn eine blutige Nase zu schlagen?

Diese Vielfalt hebt „Am Fluss der Zeit“ auf jeden Fall von dem Konkurrenzprodukt „Dragon Age“ ab, wo am Ende jedes Gespräch doch darauf hinausläuft das am Ende jemand sterben muss, was nicht gerade dazu beiträgt, es mehrmals durchspielen zu wollen, wenn doch schon die Lösung des Konflikts immer wieder dieselbe ist.

„Am Fluss der Zeit“ hat jedoch auch ein viel komplexeres Charaktersystem als Dragon Age, was Anfänger leicht überfordern könnte. So erhält man zwar immer wieder Erfahrungspunkte (hier Abenteuerpunkte genannt) doch muss man sich gut überlegen worin man diese investieren möchte, teilen sich die einzelnen Skills/Fähigkeiten jedes anderen Charakters wiederum verschiedene, voneinander unabhängige Bereiche ein. So mag man zwar einen Charakter spielen, der vortrefflich mit dem Schwert umgehen kann, der jedoch schwach auf der Brust ist, da der Spieler nicht in Körperkraft investiert (das Äquivalent für Stärke in diesem Spiel) investiert hat. Dafür kann er dann wieder perfekt andere Leute davon überzeugen ihm ihr Geld zu geben, taugt jedoch als Magier nichts obwohl dies doch seine gewählte Klasse ist. Dann kommt noch dazu, dass bestimmte Skills und besondere Talente die den Spielverlauf erheblich erleichtern oder die der Charakter lernen soll aber noch nicht besitzt, nur bei bestimmten Lehrern zu erwerben sind, die dafür auch noch bezahlt werden wollen, wo man doch gerade auf die dicke Ritterrüstung spart! Dann kommt noch dazu, dass man diese Erfahrungspunkte für alle Bereiche verwenden muss und wenn sie einmal verbraucht wurden, sind sie dann auch nicht mehr retten. Vorsicht ist also angebracht.

Doch so sehr dies einen auch am Anfang erschlagen mag, am Ende wächst man an der Komplexität, vor allem da die Entwickler zumindest eine hilfreiche Tutorialboxen gedacht haben, in der alles Spielwichtige erklärt wird.

Die Bewegungsgeschwindigkeit der Gruppe bleibt selbst beim laufen weiterhin sehr gemächlich, dafür sind die Wege im Vergleich zu Teil 1 viel kürzer und es gibt nun eine Schnellreisefunktion, mit der sich lange Wanderungen erheblich abkürzen lassen. Eine sinnvolle Ergänzung, die den Spielfluss zugutekommt und damit „Am Fluss der Zeit“ zum schnelleren und weitaus komfortableren der beiden Drakensangs macht.

Grafik:

„Am Fluss der Zeit“ verwendet die gleiche Engine wie Teil 1 und sieht auch aus wie dieses. Das heißt man bekommt einige schön animierte Figuren, egal ob Mensch, Zwerg oder Elf serviert, die es durchaus mit den Figuren aus Dragon Age aufnehmen können.

Wo „Am Fluss der Zeit“ jedoch wirklich glänzt, sind die Landschaften. Satte grüne Wiese, zerfallene Ruinen und prächtige Fachwerkhäuser, sie alle werden, stimmig umspielt von geschickt eingesetzten Licht, perfekt in Szene gesetzt und machen „Am Fluss der Zeit“ zu einem der schönsten Rollenspiele aller Zeiten, welches selbst heute noch zu beeindrucken weiß.

Äußerlich gibt es also nichts zu bemängeln und da alles hell und freundlich dargestellt wird, wird man sich nie bedroht fühlen, ergo auch nie seine gute Laune verlieren.

Ein schöner Zusatz dieses Spiels also, das auch hier beweist, dass es für Menschen jeden Alters gemacht worden ist.

Sound:

Musikalisch bleibt Drakensang sehr melodisch, aber nicht orchestral und so ruhig, wie eh und je. Man kann die Melodien mitsummen, während man durch Nadoret zieht und entspannt die Architektur der umliegenden Gebäude bewundern.

Was jedoch „Am Fluss der Zeit“ von seinem Vorgänger abhebt, ist das es diesmal voll vertont ist und jede Gesprächszeile diesmal vertont wiedergegeben wird. Selbstverständlich für viele größere Produktionen, doch im Falle der Drakensang-Reihe war dies eine willkommene und nette Ergänzung, die das klangliche Gesamtbild abrundet.

Atmosphäre und restliche Gedanken:

Wie schon gesagt, ist alles in „Am Fluss der Zeit“ etwas gemütlicher, ruhiger, bedachter und dies zieht sich auch durch's ganze Spiel. Das war schon im Vorgänger so, doch im Gegensatz zu „Am Fluss der Zeit“ haben die Referenzen auf die Welt des Pen&Paper-Rollenspiel „Das schwarze Auge“ (auf dem Drakensang ja schließlich basiert) noch einmal erheblich und bringen das Spiel dem geistigen Vorbild noch näher, als es Teil 1 schon getan hatte. Das kann manchmal dazu führen, das manche Anspielungen wohl nur von Kennern der Materie wirklich zu würdigen gewusst werden können, doch stört dies niemals den Spielfluss, sodass man auch als Außenstehender weiterhin ungestört das Spiel genießen kann.

Es sei noch einmal angemerkt, dass es in „Am Fluss der Zeit“ wirklich viel zu entdecken gibt, sich aber vieles erst im späteren Spielverlauf ergibt, meistens wenn man einen bestimmten Teil der Hauptquest abgeschlossen hat. Es lohnt sich wirklich die Augen offenzuhalten und an späteren Stellen erneut zurückzukehren, da man dann ebenfalls wieder mit einer schön designten Quest/Aufgabe belohnt wird, die „Am Fluss der Zeit“ zu dem besonderen Spielerlebnis machen, welches es am Ende ist. Schön ist auch, dass man nach beenden der Hauptgeschichte weiterspielen kann, um auch noch die letzten Geheimnisse um Nadoret und Umgebung zu lösen.

Fazit:

„Drakensang am Fluss der Zeit“ ist ein wunderschönes Spiel, vielleicht sogar eines der besten Rollenspiele der letzten zwanzig Jahre. Es weiß genau was es will und setzt dies bis zum Ende durch. Der Spieler wird sanft in die Welt von Aventurien eingeführt und sobald er sich eingelebt hat, möchte er diese auch bald nicht mehr verlassen.

Es ist wirklich schade, dass nach diesem Spiel kein dritter Teil der Reihe folgte, wo die Spieltiefe, der augenzwinkernde Humor und die einmalige Atmosphäre aus diesem Spiel doch ein Bestseller hätte machen sollen. Doch man darf die Hoffnung bekanntlich nie aufgeben. Vielleicht wird eines Tages ein ähnliches Spiel wie die beiden Drakensangs auf den PC zurückkehren und die alten Tugenden feiern, die Teil 1 und „Am Fluss der Zeit“ mit soviel Liebe zur Sache hochhalten. Bis dahin genießt man einfach was man hat und das immer wieder, während 5 wunderschön strahlende Sterne am Nachthimmel von der handwerklichen Brillanz dieses Spiel künden.
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DIVINITY II - EGO DRACONIS
DIVINITY II - EGO DRACONIS
Wird angeboten von Game World
Preis: EUR 9,99

5.0 von 5 Sternen Mit Schwert und Flammenatem gegen das Böse, 16. August 2013
= Spaßfaktor:5.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: DIVINITY II - EGO DRACONIS (Videospiel)
Zu Beginn

Die Reise des Spielers beginnt im beschaulichen Ort Leuchtenfeld. Als talentierter Lehrling des angesehenen Orden der Drachentöter erhält der Spieler die letzten Fähigkeiten um den schrecklichsten aller Erzfeinde, den Drachenritter von denen es angeblich nur noch einen geben soll, entgegenzutreten. Dabei verliert er jedoch all die Fähigkeiten die er sich in der langen Ausbildung angeeignet hat und erst wieder erlernen muss. Dafür ist es ihm nun möglich die Gedanken anderer Leute zu lesen, was er auch bei nahezu jeden anwenden kann. Allerdings hat auch das seinen Preis, doch dazu später mehr.

Quests und Spielwelt

Divinity 2 ist kein Spiel für jedermann. Es ist kein Spiel für diejenigen, die sich bei wichtigen Quests gerne von der Karte aushelfen lassen und auch nicht für Leute die gerne am Schwierigkeitsgrad drehen um in der Handlung weiter voranzukommen. Auch Gegenstandsammler kommen trotz mächtiger Sets nicht auf ihre Kosten. In Divinity 2 geht es viel mehr darum den Entdecker in einem zu erwecken und jede Ecke und jeden Stein auf verborgene Quests, Dungeons oder geskripte Ereignisse zu untersuchen, die wiederrum wieder zu den ersten beiden Dingen führen können. Wichtige Punkte muss man sich selbst auf der Übersichtskarte - die mit dem schon beim Release nachgereichten Patch 1.01 nachgereicht wird- vermerken und dann wieder finden. Allerdings belohnt das Spiel auch die Neugierde des Spielers, indem es auch außerhalb der Ortschaften NPC's verteilt hat, die einen Aufträge zum erfüllen geben.

So trifft man zum Beispiel auf zwei Männer, die sich einen Körper teilen müssen. Abhilfe kann dem nur der Trank eines verrückten Wissenschaftlers verschaffen, der allerdings den Nebeneffekt besitzt, nur einer Person die komplette Kontrolle über den Körper zu gewähren. Dem Spieler obliegt also nun die Entscheidung sich zwischen der Persönlichkeit des bösartigen Massenmörders oder der des sanftmütigen Predigers zu entscheiden und das Leben des anderen dafür im Gegenzug zu beenden. Solche Entscheidungen muss man in Divinity 2 fast in jeder Quest treffen und größtenteils ist es auch möglich die einzelnen Aufträge sehr vielfältig zu lösen. Eine Erleichterung der Entscheidung kann hierbei das oben schon angesprochene Gedankenlesen sein, welches es einem Spieler erlaubt in den Kopf fast jeden Menschens einzudringen und dafür geheime Informationen oder gar Bonuspunkte für Fertigkeiten oder Attribute zu erhalten. Allerdings kostet diese überaus praktische Fähigkeit Erfahrungspunkte und das bei besonders mächtigen Personen extrem viele, jedoch lohnt es sich beim größten Teil der Figuren in deren Kopf nachzuschauen und sei es auch nur um das eine oder andere Mal über ihre Gedankengänge zu schmunzeln.

Denn mag das Fantasyreich auch eine klassische Fantasywelt im Stile Herr der Ringe seins, so tragen die teilweise sehr schrägen Figuren - zu denen der Spieler selbst gehören kann, wenn er seinen Helden die richtigen Antworten anwählen lässt - dazu bei, ihm einen eigenwillig symphatischen Charme zu verleihen, der das Herz des Spielers wegen der teilweise sehr spaßigen Sprüche erwärmen sollte. Spaßig ist auch die spannende Geschichte des Spiels, über deren Ende zwar heiß diskutiert wird und die bei weitem nicht verzwickt aufgebaut ist, in ihrer Summe jedoch genügend große Momente vorzuweisen hat um in Erinnerung zu bleiben und nach längeren Überlegen vom Rezensenten für in sich stimmig und logisch gehalten wird, trotz der scheinbaren Logiklücken.

Die Handlung

Aber worum geht es denn nun eigentlich genau bei Divinity 2? Wie eingangs schon erwähnt, steht der Spieler als junger Angehöriger des Ordens der Drachentöter kurz vor Abschluss seiner Initation und hat sogar die Ehre bei der Jagd auf den letzten Drachenritter, eine Gruppe besonders mächtiger Individuen mit außergewöhnlichen Fähigkeiten, dabei zu sein. Dummerweise weist ihn seine Meisterin an, zurück zu bleiben und so die letzte Chance auf Ruhm und Ehre zu verpassen, die sich ihm jemals bieten wird. Doch es kommt anders. Der letzte Drachenritter, genauer gesagt eine verletzte Drachenritterin namens Talana, schleppt sich tödlich verwundet zu ihm und überträgt ihn mit ihren letzten Atemzügen ihre Fähigkeiten und auch ihre Mission, die es beinhaltet das Böse in Person des Erzschurken Damian aufzuhalten. In einer Traumsequenz darf man sich kurz in Gestalt eines Drachen bewegen und erhält einen Einblick darüber was einem später möglich sein wird. Nach Ablauf der Sequenz offenbart sich in einem stilvollen Intro noch Damian höchstselbst und kurz darauf auch der gute Zauberer Zandalor, der einem die Mission des Spielers noch näher erläutert: Von nun an ist man selbst der letzte Drachenritter, muss jedoch erst verschiedene Prüfungen bestehen und sich den Turm des Zauberers Maxos sichern, da man nur dort die Fähigkeit erhält sich in einen Drachen zu verwandeln. Kurz gesagt, der Ärger fängt erst jetzt richtig an.

Fertigkeiten, Attribute und Kampfsystem

Das Feature sich in einem Drachen zu verwandeln ist ein weiterer Aspekt von Divinity 2 der neben einigen Rätsel- und Sprungeinlagen, Abwechslung in das altbewährte Konzept um Monsterschnetzeln und Dialoge führen, bringt. Sobald man nach der Hälfte des Spiels den Drachenturm erobert hat, kann man sich per Knopfdruck in den geflügelten Giganten verwandeln und nun auch in einstmals unerreichbaren Höhen erkunden, wobei ihn Levelbegrenzungen daran hindern ganz nach oben zu schießen. Dazu kommen noch sogenannte Antidrachenzonen, magisch abgeschottete Gebiete die den Tod für ihn bedeuten sobald er in Drachengestalt dort hineinfliegt und die er nur durch Vernichtung ihrer Schwachpunkte vernichten kann. Als Drache selbst besitzt man einen eigenen Fertigkeitenbaum, der zwar nicht so umfangreich wie in der Menschenform ist, aber genügend Fertigkeiten vorweist um auch hier zum nachdenken über die richtige Verteilung der kostbaren Drachenpunkte - die nur durch das Lesen bestimmter Bücher zu erhalten sind - anzuregen.

In der menschlichen Form dagegen erhalten wir bei jeden Stufenaufstieg - der natürlich nur erreicht wird sobald man eine benötigte Anzahl von Erfahrungspunkten beisammen hat - vier Punkte auf Attribute(Stärke, Gewandheit, Intelligenz ect.) und fast noch viel wichtiger, einen Punkt für die Fertigkeiten die es einen beispielsweise erlauben Feuerbälle zu verschießen, Schlösser zu knacken oder gar mit einem Hieb mehrere Feinde auf einmal mit einem Schlag zu verwunden. Divinity 2 greift dem Spieler dabei hilfreich unter die Arme, indem ein kleines Video am unteren Bildschirmrand bildlich zeigt wie genau sich die gewählte Fertigkeit auf das Spielgeschehen ausübt. Sehr vorbildlich. Es sei noch erwähnt, dass man trotz der Klassenwahl zu Beginn sich im weiteren Spielverlauf nicht festlegen muss und wie schon im Vorgänger die einzelnen Fertigkeiten miteinander kombinieren kann. Ein Bogen schießender Totenbeschwörer ist also genauso möglich wie ein Feuerball werfender Krieger oder ein im einstecken geübter Magier. Jedoch dürfte die Konzentration auf bestimmte Schlüsselfertigkeiten den Spielverlauf eventuell ein wenig erleichtern, aber auch hier wird dem Spieler wieder die Wahl gelassen ob er sich darauf einlässt oder nicht.

Kommen wir zum Kampfsystem. Dieses ist nicht sonderlich anspruchsvoll, da die - größtenteils sehr originell designten - Gegnerhorden nur auf einen einstürmen und gnadenlos beharken, was aber zumindest ein gewisses Maß an Überlegung und gesunden Reaktionsvermögen des Spielers erwarten lässt, da vor allem im Level überlegene Gegner ihn zu Beginn einstampfen, um dann später mit Leichtigkeit von ihm beseitigt zu werden. Leider wird Getümmel an manchen Stellen sehr hektisch, sodass man eher auf die eigene Lebensanzeige als auf den Feind schaut und solange Heiltränke schluckt bis man selbst die letzte Figur auf dem Bildschirm ist, die noch steht. Sehr ärgerlich, hier hätte es noch an Feintuning bedarft.

Sound, Bugs und noch ein paar Worte zum Schluss

Ein weiteres Highlight des Spiels ist der Sound, wozu die abgespielten Musikstücke im Allgemeinen und auch die Synchronisation der Figuren gehört. Zwar gibt es pro Örtlichkeit nur ein einziges Stück, das sich aber zu solch einen angenehmen Ohrwurm mausert dass man es ihm nur zu gerne verzeiht und anschließend fröhlich beschwingt mitsummt. Die Synchrosprecher dagegen sind fast alle gelungen(sehr seltene Ausnahmen bestätigen die Regel) und gehören mit zum besten was man in einer deutschsprachigen Version zu hören bekommt.

Divinity 2 ist tatsächlich zu dem charmanten Kleinod geworden, als dass es beworben wurde. Die spielerische Abwechslung in Bezug auf Quests und andere Einlagen stimmt, die Geschichte ist nicht neu aber gut, die jeweiligen Fertigkeitenbäume laden zum experimentieren ein und soundtechnisch ist auch alles in bester Ordnung.

Eine uneingeschränkte Kaufempfehlung also? Nicht ganz, zumindest nicht für diejenigen Leute denen beispielsweise Sacred 1 durch seine Wegfindefunktion und den einstellbaren Schwierigkeitsgrad gefallen hat und sich nun etwas ähnliches erhoffen. Divinity 2 bietet weder das eine noch das andere, man muss sich vielmehr in die Spielmechanik reinfuchsen und wird vor allem zu Beginn von nahezu jeden auf besonders grausame Art physisch misshandelt und stirbt auch in so mancher Sprungeinlagen einige Heldentode. Freunde düsterer Welten dürften von den sehr bunten Landschaften abgeschreckt sein, während diejenigen die wahrhaftige Meisterwerke des Grafikdesigns gewohnt sind, von der nun schon fünf Jahre alten Oblivionengine das Grausen kriegen könnten. Verfechter des taktischen Kampfess kommen wegen der wie gesagt hektischen Gefechte ebenfalls nicht auf ihre Kosten. Am Rande sei noch erwähnt, dass es trotz des Patches zu Abstürzen und so mancher Ruckelorgie trotz angepasster Grafikeinstellungen kommen kann.

Für wen ist Divinity 2 also interessant? Für Leute die Spaß daran haben an jeder Ecke etwas Neues zu entdecken, die sich an abwechslungsreichen Quests wie auch an der Einflechtung neuer Elemente erfreuen können und für diejenigen die gerne mit den Fertigkeiten ihrer Charakter frei experimentieren wollen, ohne an Konzepte wie Charakterklassen oder dergleichen gebunden zu sein.

Für diese Leute dürfte Divinity 2 ein ungeschliffenes Juwel sein, an dessen erfrischenden Konzepten die Entwickler von den Larian Studios hoffentlich noch feilen werden um ihnen dann mit dem kommenden, dritten Teil hoffentlich ein Spielerlebnis erschaffen, welches sie nie wieder vergessen werden.


Divinity II: Ego Draconis - Collector's Edition
Divinity II: Ego Draconis - Collector's Edition

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mit Schwert und Flammenatem gegen das Böse, 16. August 2013
= Spaßfaktor:5.0 von 5 Sternen 
Zu Beginn

Die Reise des Spielers beginnt im beschaulichen Ort Leuchtenfeld. Als talentierter Lehrling des angesehenen Orden der Drachentöter erhält der Spieler die letzten Fähigkeiten um den schrecklichsten aller Erzfeinde, den Drachenritter von denen es angeblich nur noch einen geben soll, entgegenzutreten. Dabei verliert er jedoch all die Fähigkeiten die er sich in der langen Ausbildung angeeignet hat und erst wieder erlernen muss. Dafür ist es ihm nun möglich die Gedanken anderer Leute zu lesen, was er auch bei nahezu jeden anwenden kann. Allerdings hat auch das seinen Preis, doch dazu später mehr.

Quests und Spielwelt

Divinity 2 ist kein Spiel für jedermann. Es ist kein Spiel für diejenigen, die sich bei wichtigen Quests gerne von der Karte aushelfen lassen und auch nicht für Leute die gerne am Schwierigkeitsgrad drehen um in der Handlung weiter voranzukommen. Auch Gegenstandsammler kommen trotz mächtiger Sets nicht auf ihre Kosten. In Divinity 2 geht es viel mehr darum den Entdecker in einem zu erwecken und jede Ecke und jeden Stein auf verborgene Quests, Dungeons oder geskripte Ereignisse zu untersuchen, die wiederrum wieder zu den ersten beiden Dingen führen können. Wichtige Punkte muss man sich selbst auf der Übersichtskarte - die mit dem schon beim Release nachgereichten Patch 1.01 nachgereicht wird- vermerken und dann wieder finden. Allerdings belohnt das Spiel auch die Neugierde des Spielers, indem es auch außerhalb der Ortschaften NPC's verteilt hat, die einen Aufträge zum erfüllen geben.

So trifft man zum Beispiel auf zwei Männer, die sich einen Körper teilen müssen. Abhilfe kann dem nur der Trank eines verrückten Wissenschaftlers verschaffen, der allerdings den Nebeneffekt besitzt, nur einer Person die komplette Kontrolle über den Körper zu gewähren. Dem Spieler obliegt also nun die Entscheidung sich zwischen der Persönlichkeit des bösartigen Massenmörders oder der des sanftmütigen Predigers zu entscheiden und das Leben des anderen dafür im Gegenzug zu beenden. Solche Entscheidungen muss man in Divinity 2 fast in jeder Quest treffen und größtenteils ist es auch möglich die einzelnen Aufträge sehr vielfältig zu lösen. Eine Erleichterung der Entscheidung kann hierbei das oben schon angesprochene Gedankenlesen sein, welches es einem Spieler erlaubt in den Kopf fast jeden Menschens einzudringen und dafür geheime Informationen oder gar Bonuspunkte für Fertigkeiten oder Attribute zu erhalten. Allerdings kostet diese überaus praktische Fähigkeit Erfahrungspunkte und das bei besonders mächtigen Personen extrem viele, jedoch lohnt es sich beim größten Teil der Figuren in deren Kopf nachzuschauen und sei es auch nur um das eine oder andere Mal über ihre Gedankengänge zu schmunzeln.

Denn mag das Fantasyreich auch eine klassische Fantasywelt im Stile Herr der Ringe seins, so tragen die teilweise sehr schrägen Figuren - zu denen der Spieler selbst gehören kann, wenn er seinen Helden die richtigen Antworten anwählen lässt - dazu bei, ihm einen eigenwillig symphatischen Charme zu verleihen, der das Herz des Spielers wegen der teilweise sehr spaßigen Sprüche erwärmen sollte. Spaßig ist auch die spannende Geschichte des Spiels, über deren Ende zwar heiß diskutiert wird und die bei weitem nicht verzwickt aufgebaut ist, in ihrer Summe jedoch genügend große Momente vorzuweisen hat um in Erinnerung zu bleiben und nach längeren Überlegen vom Rezensenten für in sich stimmig und logisch gehalten wird, trotz der scheinbaren Logiklücken.

Die Handlung

Aber worum geht es denn nun eigentlich genau bei Divinity 2? Wie eingangs schon erwähnt, steht der Spieler als junger Angehöriger des Ordens der Drachentöter kurz vor Abschluss seiner Initation und hat sogar die Ehre bei der Jagd auf den letzten Drachenritter, eine Gruppe besonders mächtiger Individuen mit außergewöhnlichen Fähigkeiten, dabei zu sein. Dummerweise weist ihn seine Meisterin an, zurück zu bleiben und so die letzte Chance auf Ruhm und Ehre zu verpassen, die sich ihm jemals bieten wird. Doch es kommt anders. Der letzte Drachenritter, genauer gesagt eine verletzte Drachenritterin namens Talana, schleppt sich tödlich verwundet zu ihm und überträgt ihn mit ihren letzten Atemzügen ihre Fähigkeiten und auch ihre Mission, die es beinhaltet das Böse in Person des Erzschurken Damian aufzuhalten. In einer Traumsequenz darf man sich kurz in Gestalt eines Drachen bewegen und erhält einen Einblick darüber was einem später möglich sein wird. Nach Ablauf der Sequenz offenbart sich in einem stilvollen Intro noch Damian höchstselbst und kurz darauf auch der gute Zauberer Zandalor, der einem die Mission des Spielers noch näher erläutert: Von nun an ist man selbst der letzte Drachenritter, muss jedoch erst verschiedene Prüfungen bestehen und sich den Turm des Zauberers Maxos sichern, da man nur dort die Fähigkeit erhält sich in einen Drachen zu verwandeln. Kurz gesagt, der Ärger fängt erst jetzt richtig an.

Fertigkeiten, Attribute und Kampfsystem

Das Feature sich in einem Drachen zu verwandeln ist ein weiterer Aspekt von Divinity 2 der neben einigen Rätsel- und Sprungeinlagen, Abwechslung in das altbewährte Konzept um Monsterschnetzeln und Dialoge führen, bringt. Sobald man nach der Hälfte des Spiels den Drachenturm erobert hat, kann man sich per Knopfdruck in den geflügelten Giganten verwandeln und nun auch in einstmals unerreichbaren Höhen erkunden, wobei ihn Levelbegrenzungen daran hindern ganz nach oben zu schießen. Dazu kommen noch sogenannte Antidrachenzonen, magisch abgeschottete Gebiete die den Tod für ihn bedeuten sobald er in Drachengestalt dort hineinfliegt und die er nur durch Vernichtung ihrer Schwachpunkte vernichten kann. Als Drache selbst besitzt man einen eigenen Fertigkeitenbaum, der zwar nicht so umfangreich wie in der Menschenform ist, aber genügend Fertigkeiten vorweist um auch hier zum nachdenken über die richtige Verteilung der kostbaren Drachenpunkte - die nur durch das Lesen bestimmter Bücher zu erhalten sind - anzuregen.

In der menschlichen Form dagegen erhalten wir bei jeden Stufenaufstieg - der natürlich nur erreicht wird sobald man eine benötigte Anzahl von Erfahrungspunkten beisammen hat - vier Punkte auf Attribute(Stärke, Gewandheit, Intelligenz ect.) und fast noch viel wichtiger, einen Punkt für die Fertigkeiten die es einen beispielsweise erlauben Feuerbälle zu verschießen, Schlösser zu knacken oder gar mit einem Hieb mehrere Feinde auf einmal mit einem Schlag zu verwunden. Divinity 2 greift dem Spieler dabei hilfreich unter die Arme, indem ein kleines Video am unteren Bildschirmrand bildlich zeigt wie genau sich die gewählte Fertigkeit auf das Spielgeschehen ausübt. Sehr vorbildlich. Es sei noch erwähnt, dass man trotz der Klassenwahl zu Beginn sich im weiteren Spielverlauf nicht festlegen muss und wie schon im Vorgänger die einzelnen Fertigkeiten miteinander kombinieren kann. Ein Bogen schießender Totenbeschwörer ist also genauso möglich wie ein Feuerball werfender Krieger oder ein im einstecken geübter Magier. Jedoch dürfte die Konzentration auf bestimmte Schlüsselfertigkeiten den Spielverlauf eventuell ein wenig erleichtern, aber auch hier wird dem Spieler wieder die Wahl gelassen ob er sich darauf einlässt oder nicht.

Kommen wir zum Kampfsystem. Dieses ist nicht sonderlich anspruchsvoll, da die - größtenteils sehr originell designten - Gegnerhorden nur auf einen einstürmen und gnadenlos beharken, was aber zumindest ein gewisses Maß an Überlegung und gesunden Reaktionsvermögen des Spielers erwarten lässt, da vor allem im Level überlegene Gegner ihn zu Beginn einstampfen, um dann später mit Leichtigkeit von ihm beseitigt zu werden. Leider wird Getümmel an manchen Stellen sehr hektisch, sodass man eher auf die eigene Lebensanzeige als auf den Feind schaut und solange Heiltränke schluckt bis man selbst die letzte Figur auf dem Bildschirm ist, die noch steht. Sehr ärgerlich, hier hätte es noch an Feintuning bedarft.

Sound, Bugs und noch ein paar Worte zum Schluss

Ein weiteres Highlight des Spiels ist der Sound, wozu die abgespielten Musikstücke im Allgemeinen und auch die Synchronisation der Figuren gehört. Zwar gibt es pro Örtlichkeit nur ein einziges Stück, das sich aber zu solch einen angenehmen Ohrwurm mausert dass man es ihm nur zu gerne verzeiht und anschließend fröhlich beschwingt mitsummt. Die Synchrosprecher dagegen sind fast alle gelungen(sehr seltene Ausnahmen bestätigen die Regel) und gehören mit zum besten was man in einer deutschsprachigen Version zu hören bekommt.

Divinity 2 ist tatsächlich zu dem charmanten Kleinod geworden, als dass es beworben wurde. Die spielerische Abwechslung in Bezug auf Quests und andere Einlagen stimmt, die Geschichte ist nicht neu aber gut, die jeweiligen Fertigkeitenbäume laden zum experimentieren ein und soundtechnisch ist auch alles in bester Ordnung.

Eine uneingeschränkte Kaufempfehlung also? Nicht ganz, zumindest nicht für diejenigen Leute denen beispielsweise Sacred 1 durch seine Wegfindefunktion und den einstellbaren Schwierigkeitsgrad gefallen hat und sich nun etwas ähnliches erhoffen. Divinity 2 bietet weder das eine noch das andere, man muss sich vielmehr in die Spielmechanik reinfuchsen und wird vor allem zu Beginn von nahezu jeden auf besonders grausame Art physisch misshandelt und stirbt auch in so mancher Sprungeinlagen einige Heldentode. Freunde düsterer Welten dürften von den sehr bunten Landschaften abgeschreckt sein, während diejenigen die wahrhaftige Meisterwerke des Grafikdesigns gewohnt sind, von der nun schon fünf Jahre alten Oblivionengine das Grausen kriegen könnten. Verfechter des taktischen Kampfess kommen wegen der wie gesagt hektischen Gefechte ebenfalls nicht auf ihre Kosten. Am Rande sei noch erwähnt, dass es trotz des Patches zu Abstürzen und so mancher Ruckelorgie trotz angepasster Grafikeinstellungen kommen kann.

Für wen ist Divinity 2 also interessant? Für Leute die Spaß daran haben an jeder Ecke etwas Neues zu entdecken, die sich an abwechslungsreichen Quests wie auch an der Einflechtung neuer Elemente erfreuen können und für diejenigen die gerne mit den Fertigkeiten ihrer Charakter frei experimentieren wollen, ohne an Konzepte wie Charakterklassen oder dergleichen gebunden zu sein.

Für diese Leute dürfte Divinity 2 ein ungeschliffenes Juwel sein, an dessen erfrischenden Konzepten die Entwickler von den Larian Studios hoffentlich noch feilen werden um ihnen dann mit dem kommenden, dritten Teil hoffentlich ein Spielerlebnis erschaffen, welches sie nie wieder vergessen werden.


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