Profil für Jan-niklas Bersenkowitsch > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von Jan-niklas Ber...
Top-Rezensenten Rang: 1.977
Hilfreiche Bewertungen: 716

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
Jan-niklas Bersenkowitsch "buecherwiese2"
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   

Anzeigen:  
Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11-20
pixel
Black Fire
Black Fire
von Hernan Rodriguez
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 23,84

5.0 von 5 Sternen Gefangen im Reich der Toten, 12. Juli 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Black Fire (Gebundene Ausgabe)
1812.

Die große Armee Napoleons wurde von der Härte und Kälte des russischen Winters in die Knie gezwungen und befindet sich nun auf den Rückzug, verfolgt von den Kosaken des Zaren. Zwei Soldaten, Serpierre und Ducasse, landen bei ihrer Flucht in einem verlassenen Dorf, sieht man von einigen weiteren Flüchtlingen der Armee ab. Das Dorf scheint schon länger verlassen zu sein und es gibt auch keinerlei Nahrung, die man plündern könnte. Davon abgesehen scheint der Ort sicher zu sein. Doch warum sahen die Korsaren davon ab sie weiter zu verfolgen? Welches Geheimnis verbirgt das namenlose Dorf vor den Anwesenden? Egal worum es sich dabei handelt, es ruht auf jeden Fall nicht und wird sich schon bald der Überlebenden annehmen.

Einem nach dem anderen.

"Black Fire" ist ein Horrorcomic nach klassischen Muster. Ein abgelegener Ort, einige Überlebende die sich weder (oder kaum) kennen, einige davon mit einer zweifelhaften Vergangenheit vor einer düsteren und tödlichen Kulisse. Bekannte Zutaten also, aber diejenigen aus denen guter Horror gestrickt ist und Autor und Zeichner Hernan Rodriguez erweist sich als talentiert genug, um daraus ein wohlschmeckendes und schauerliches Gruselmahl zu zaubern. Den bei "Black Fire sitzt jede Szene, jeder Dialog, jede erzählerisch wichtige und auch lustige Szene (von denen gibt es durchaus einige und sie funktionieren auch) sitzt perfekt und ist auf als Teil des großen Ganzen abgestimmmt. Inhaltlich schafft es Rodriguez also genau alles so zusammenzuwürfeln, dass man regelrecht in die Geschichte reingezogen wird und nach und nach zwischen den bedrückenden und finsteren Panels zu versinken droht.

Dies funktioniert vor allem auf Grund des groben und harten Zeichenstils Rodriguez, dessen Figuren eher an fiebrig gemalte Skizzen (ähnlich Picassos berühmten "verrückten Mann") erinnern und im Leser eine ähnliche Unruhe erzeugen, wie sie selbst wohl beim umherwandern im Dorf empfinden müssen. Auf ihre Art und Weise sind sie hässlich, jedoch auf eine beabsichtigte Art und Weise und sie passen zu dieser kleinen, finsteren Geschichte, in der man nicht eine Sekunde glaubt, dass sie einen guten Ausgang haben könnte und deswegen mit den Figuren mitfiebert.

Kurz gesagt: "Black Fire" gehört zu den wenigen Horrorgeschichten, die tatsächlich gruselig sind und dem Leser tatsächlich einen Schauer über den Rücken laufen lässt. Genau das, was man bei guten Horror erwartet und wer ein Fan des Genres ist, sollte hier auf jeden Fall ohne Bedenken zugreifen.

Dafür bekommt man ein stabiles Hardcover, gutes Papier, stabile Bindung und eine Geschichte, die es weiß einen in ihren Bahn zu schlagen und einem dazu einlädt, vielleicht doch einen besorgten Blick in die Dunkelheit zu wagen, in der bangen Hoffnung, dass dort draußen hoffentlich nichts lauern möge.


Valentine: Book One (English) (Comic Book / Graphic Novel) (English Edition)
Valentine: Book One (English) (Comic Book / Graphic Novel) (English Edition)
Preis: EUR 4,16

4.0 von 5 Sternen Ein Held, zwei Welten, alles zwischen zwei Zeiten, 11. Juli 2013
Dezember 1812.

Russland.

Die große Armee Kaiser Napoleons befindet sich auf dem Rückzug aus Russland, gejagt von den blutrünstigen Kosaken des Zaren. Unter den sich Zurückziehenden befindet sich auch der junge Valentine, der mit seinem Freund Oscar auf einen General und seine Begleiterin stößt und von diesen ein Bündel erhält. Damit beginnt der Ärger erst richtig und zu den menschlichen Verfolgern gesellen sich nun auch Kreaturen aus einer anderen Welt. Der Beginn eines großen Abenteuers.

Valentine, geschrieben von Alex de Campi (Smoke) und gezeichnet von Christine Larsen, macht einfach Spaß. Gut, dies sollte das Hauptziel von jedem guten Stück Genrekost sein, aber im Falle von "Valentine: The Ice Death" trifft dies besonders zu. Wenn gerade keine Action sich über die Panels verteilt, gibt es etwas zu lachen, ein bisschen Grusel hier und da und ein echtes Gefühl von Wunder, gemischt mit den lebendigen Zeichnungen Larsens, die ein bisschen an die eines Mangas erinnern. Die Mischung geht also auf, was vor allem an de Campis Gespür liegt alles miteinander zu einem runden Ganzen zu vermischen und immer das Tempo der Panels zu halten. Damit ist "Valentine" zwar kein besonders tiefer Comic, aber diesen Anspruch wird auch gar nicht erhoben, also ist das so schon in Ordnung.

Es gibt also nichts worüber man sich beschweren könnte, wäre da nicht das kleine Format des Comics. Für knapp 18 Euro bekommt man einen sehr kleinen Sammelband im Mangaformat, dessen Preis wenig gerechtfertigt zu sein scheint, wenn man bedenkt was man für diesen Preis bereits an größeren Bänden bekommt. Dafür enthält er noch eine Zusatzgeschichte, die ebenfalls ganz unterhaltsam ist und zumindest den inhaltlichen Gesamteindruck abrundet.

Am Ende ist "Valentine: The Ice Death" ein guter Comic und ein guter Serienstart, dem hoffentlich bald noch die restlichen Kapitel (der Band enthält 10 und es fehlen noch 14) folgen werden.


The Ice Death (Valentine (Image Comics))
The Ice Death (Valentine (Image Comics))
von Alex de Campi
  Taschenbuch
Preis: EUR 23,04

4.0 von 5 Sternen Ein Held, zwei Welten, alles zwischen zwei Zeiten, 11. Juli 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Dezember 1812.

Russland.

Die große Armee Kaiser Napoleons befindet sich auf dem Rückzug aus Russland, gejagt von den blutrünstigen Kosaken des Zaren. Unter den sich Zurückziehenden befindet sich auch der junge Valentine, der mit seinem Freund Oscar auf einen General und seine Begleiterin stößt und von diesen ein Bündel erhält. Damit beginnt der Ärger erst richtig und zu den menschlichen Verfolgern gesellen sich nun auch Kreaturen aus einer anderen Welt. Der Beginn eines großen Abenteuers.

Valentine, geschrieben von Alex de Campi (Smoke) und gezeichnet von Christine Larsen, macht einfach Spaß. Gut, dies sollte das Hauptziel von jedem guten Stück Genrekost sein, aber im Falle von "Valentine: The Ice Death" trifft dies besonders zu. Wenn gerade keine Action sich über die Panels verteilt, gibt es etwas zu lachen, ein bisschen Grusel hier und da und ein echtes Gefühl von Wunder, gemischt mit den lebendigen Zeichnungen Larsens, die ein bisschen an die eines Mangas erinnern. Die Mischung geht also auf, was vor allem an de Campis Gespür liegt alles miteinander zu einem runden Ganzen zu vermischen und immer das Tempo der Panels zu halten. Damit ist "Valentine" zwar kein besonders tiefer Comic, aber diesen Anspruch wird auch gar nicht erhoben, also ist das so schon in Ordnung.

Es gibt also nichts worüber man sich beschweren könnte, wäre da nicht das kleine Format des Comics. Für knapp 18 Euro bekommt man einen sehr kleinen Sammelband im Mangaformat, dessen Preis wenig gerechtfertigt zu sein scheint, wenn man bedenkt was man für diesen Preis bereits an größeren Bänden bekommt. Dafür enthält er noch eine Zusatzgeschichte, die ebenfalls ganz unterhaltsam ist und zumindest den inhaltlichen Gesamteindruck abrundet.

Am Ende ist "Valentine: The Ice Death" ein guter Comic und ein guter Serienstart, dem hoffentlich bald noch die restlichen Kapitel (der Band enthält 10 und es fehlen noch 14) folgen werden.


Steam Noir: Das Kupferherz 3
Steam Noir: Das Kupferherz 3
von Verena Klinke
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,80

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die blinden Tage kommen immer näher, 9. Juli 2013
Heinrich Lerchenwald hat einen Durchbruch im Fall Lisa Schönberger erzielt. Ihr wiedergekehrter, untoter Bruder hat ihn zu ihr geführt, wo sie trotz des zerfallenen Zustands ihres Körpers wegen des Kupferherzes nicht vollkommen sterben kann. Lerchenwald verspricht dem Geschwisterpaar zu helfen und trifft seine Vorbereitungen, während sich im Hintergrund weiterhin die blinden Tage ankündigen und der Leonardsbund sich weiterhin anschickt die Seelen zu Gänze auszurotten.

Der dritte Band der Serie "Steam Noir" setzt die Geschichte aus den ersten beiden Bänden nahtlos fort. Der Plot schreitet ohne große Probleme voran, die Figuren gewinnen weiterhin an Tiefe, der Bösewicht bleibt böse und am Ende werden die Weichen für den letzten Teil gelegt und man ist gespannt wie alles ausgeht. So gesehen wird man also nicht großartig auf die Folter gespannt, sondern wird Zeuge wie die nötigen Konflikte aufgebaut werden, um richtig für Spannung zu sorgen, damit man ach ja mit Lerchenwald und seinen Kollegen mitfiebern kann. Gute Kost also, die bis auf einige tiefere Konversationen sich jedoch noch nicht von anderen ebenfalls "guten" Comics unterscheidet.

Was jedoch weiterhin heraussticht sind Feliix Mertikats Zeichnungen, der weiterhin ein Talent für bizarre Gestalten und die Ästhetik des neunzehnten Jahrhunderts beweist und weiterhin das eigentliche Highlight des Bandes stellt. Ohne ihn hätte Steam Noir nicht sein einzigartiges Gesicht und wird es hoffentlich selbst nach Ende dieser ersten Tetralogie beibehalten, da die Welt und das Setting weiterhin einiges an schlummernden Potenzial besitzt, welches derzeit noch nicht zu Gänze genutzt wird. Dies sieht man zum Beispiel am im Hintergrund laufenden Konflikt bei dem der Leonardsbund seine Spezialwaffen einsetzt, um die Seelen zu vernichten, was durch die Forschung Heinrich Lerchenwalds möglich geworden war (zu dessen Leidwesen), der der Geschichte wohl Tiefe verleihen soll, jedoch bis jetzt eher unnötig wirkt und nicht vertieft wird. Vielleicht sollen Parallelen zwischen Lerchenwald und dem Prothesendoktor Presteau und deren unterschiedliche Ansichten zum Thema Wissenschaften gezogen werden, doch wenn dem so sein sollte, entzieht sich dem Rezensent dieser Vergleich zunächst. Aber vielleicht wird auch dieser Handlungsstrang im letzten Band endlich aufgegriffen und zufriedenstellend zu Ende geführt.

Bis dahin verbleibt auch Band 3 ein "guter" Mittelband, einer guten Serie aus deutschen Landen, bei der sogar die Möglichkeit besteht, dass sie auch in Übersee ein Erfolg werden wird.


City in the Desert: 1
City in the Desert: 1
von Moro Rogers
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 23,84

5.0 von 5 Sternen In der Wüste, wo die Quelle sprudelt, 8. Juli 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: City in the Desert: 1 (Gebundene Ausgabe)
Das Leben in der Wüste ist hart. Lange Zeit wurde die Titel gebende Stadt in der Wüste schon lange nicht mehr von Karawanen besucht, was unter anderem auch an der massiven Zahl von Monstern liegt, die im Umland ihr Unwesen treiben und die Stimmung der Menschen ist dementsprechend schlecht bis manisch depressiv. Doch die beiden Monsterjäger irro und Hari stört das nicht. Sie haben Spaß an ihrer harten Arbeit und auch wenn die Zeiten nicht rosig sind, haben sie doch einander und können sich an den guten Seiten des Lebens erfreuen. Doch der Frieden wird massiv gestört, als eines Tages eine religiöse Gruppe in die Stadt einreitet, die ihre ganz eigene Vorstellung von der Lösung des Monsterproblems hat...

Was bei "City in the Desert" gleich ins Auge fällt ist der ungewöhnliche Zeichenstil. Die Zeichnerin und Autorin Moro Rogers zeichnet ihre Menschen eher skizzenhaft jedoch ausdrucksstark, wie auf einem Storyboard für einen Zeichentrickfilm, während die in der Geschichte vorkommenen Monster schon einen fast erschreckenden Detailgrad vorweisen können. Was unächst etwas gewöhnungsbedürftigt erscheint, erweist sich im nachhinein sogar als eine echte Perle von wahrhaftiger Schönheit, die mit der einseitigen Farbgebung (Sandfarben und weiß) pefekt harmoniert und "City in the Desert" damit zu einem der schönsten Comics der letzten Jahre macht wenn, ja wenn, man sich mit dem wie gesagt skizzenhaften Stil anfeunden kann und nicht immer detailgetreue Anatomiemodelle von echten Menschen in seiner Comiclektüre erwartet. Und wem besonders große und hässliche Monster gefallen (der Rezensent muss zugeben eine Schwäche dafür zu besitzen), der wird hier sowieso seine Freude daran finden.

Handlungstechnisch passiert noch nicht viel ( "City in the Desert" und seine Nachfolger sind wohl als Trilogie angelegt)und Miss Rogers beschränkt sich zunächst darauf die Figuren und zukünftige Konflikte vorzustellen. Was zunächst jedoch wie eine klassische Handlung nach dem bekannten Strickmuster "Gut gegen Böse" beginnt, zeigt jedoch auf späteren Seiten wesentlich mehr Potenzial als gedacht, vor allem auf einer spirituellen und gesellschaftlichen Ebene. Ob dieses Thema nun gewollt ist und in den Folgebänden vertieft wird, bleibt abzuwarten, auf jeden Fall weckt es die Neugierde und hilft dabei "City in the Desert" auch inhaltlich herausstechen zu lassen.

Mit "City in the Desert" ist Moro Rogers ein hervorragendes Debüt gelangen, welches Lust auf mehr macht. Nimm man noch die tolle Austattung dazu, ein Hardcoverband mit sehr guter Papierqualität, rundet sich der positive Gesamteindruck ab und der Band erhält, auch als kleiner Vertrauensbeweis für die zukünftigen Bände, 5 Sterne. Hoffentlich geht es so gut weiter, wie es begonnen hat.


Fell: Band 1 - Stadt der Verdammten
Fell: Band 1 - Stadt der Verdammten
von Warren Ellis
  Broschiert
Preis: EUR 14,90

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Acht Episoden aus der weißen Hölle, 2. Juli 2013
Wenn die Hölle ein richtiger Ort wäre, käme Snowtown ihr wohl am nächsten. Wahnsinnige, Suizidgefährdete, Perverse und unzählige gescheiterte Existenzen scheinen sich Zuhauf in dieser kleinen Stadt auf der anderen Seite einer Brücke zu häufen und niemand scheint freiwillig dort zu wohnen, wenn er keine finsteren Absicht hegt. Welche Sünde Detective Richard Fell wohl auch begangen hat ( er selbst sprich noch nicht darüber), er muss sich nun auf jeden Fall damit abfinden in Snowtown für eine Weile seinen Dienst schieben zu müssen. Er ist ein guter Cop, einer von den Besten und vielleicht kann man ihn als Segen für diesen Pfuhl der Verdammnis empfinden oder als eine schwere Prüfung für ihn, in deren Verlauf sich die Frage stellen wird ob ihn Snowtown nach einiger Zeit endgültig brechen wird...

"Fell: Stadt der Verdammten" ist eine Sammlung von acht kurzen Episoden, die sich alle mit verschiedenen Erlebnissen aus dem Polizistenalltags Richard Fells befassen. Die Episoden sind alle recht düster und reichen von bizarr bis hin zu zutiefst verstörend und zeigen ein finsteres Bild dieser Welt auf, dass jedoch nicht ganz ohne Hoffnung ist. Denn auch wenn Fell nicht immer gewinnt, so ist und bleibt er doch als Verkörperung der Gerechtigkeit eine Art Hoffnungsschimmer, selbst in einer solch stilisierten Vorhölle wie Snowtown eines ist. Es hilft auch sehr, dass er selbst eine recht sympathische Persönlichkeit ist, jemand der vielleicht etwas zu verbergen hat und dem manchmal das Temperament durchgeht, der jedoch alles in allem ein guter und anständiger Mensch ist, der noch nicht ganz Zynismus und Verzweiflung versinkt. Dadurch sind die Geschichten nicht ganz so trostlos und düster und es macht sogar Spaß sie zu lesen.

Was auch hilft ist der Humor, der hier und da an genau den richtigen Stellen aufblitzt. Zwar ist es die bizarrste und schwärzeste Art von Humor die man sich vorstellen kann, aber sie bringt einen durchaus zum lachen und lockert das bedrückende Gefühl, welches man teilweise beim lesen verspürt, durchaus auf, sodass man nicht allzu deprimiert ist.

Vom Inhalt her ist "Fell" also anständig gemacht und dürfte mit zum Besten gehören was der bekannte Comic- Autor Warren Ellis (Transmetropolitian, Planetary, Freakangels) jemals geschrieben hat, was bei einem so gewaltigen Output wie seinem durchaus ein Kompliment ist, doch wie sieht es zeichnerisch aus?

Vorhang auf für Ben Templesmith, dessen Zeichnungen fernab der Realität und mit ihren starken Farben regelrecht surreal wirken. Die von ihm gezeichneten Menschen sind oft nichts anderes als abstrakte Karikaturen mit oftmals deformierten Extremitäten, die scheinbar schon im nächsten Moment zu verschwinden gedenken. Und sie passen wie die Faust auf's Auge zu den inhaltlichen Aspekten Fells, geben ihnen erst recht jene alptraumhafte Atmosphäre, die Mister Ellis wohl beim schreiben vorschwebte und sind damit die perfekte Wahl für diese Serie gewesen. Hässlicher und düsterer geht es wohl kaum und anders soll es wohl auch nicht sein.

"Fell" ist damit also eine perfekte Krimiserie im Episodenformat (was auch beabsichtigt und von Anfang an geplant war) und wenn man einmal angefangen hat möchte man am liebsten, dass es ewig so weitergeht. Doch abgesehen von den bereits existierenden acht Episoden sind nur acht weitere geplant, womit die Serie wohl bald ihr Ende finden wird (sollte Mister Ellis es bald mal schaffen die restlichen sechs Episoden fertig zu schreiben und bei Mister Templesmith einzureichen), aber so bleibt es ihr wenigstens erspart eines Tages ihren Reiz und ihre Persönlichkeit zwischen zu vielen Episoden zu verlieren.

Und mit dem was man hat, hat man zumindest schon einen sehr guten Sammelband, einer sehr guten Ausnahmeserie, die zum immer wieder lesen einlädt.

5 Sterne und das mehr als verdient.


Fell Vol. 1: Feral City
Fell Vol. 1: Feral City
von Warren Ellis
  Taschenbuch
Preis: EUR 15,28

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Acht Episoden aus der weißen Hölle, 2. Juli 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Fell Vol. 1: Feral City (Taschenbuch)
Wenn die Hölle ein richtiger Ort wäre, käme Snowtown ihr wohl am nächsten. Wahnsinnige, Suizidgefährdete, Perverse und unzählige gescheiterte Existenzen scheinen sich Zuhauf in dieser kleinen Stadt auf der anderen Seite einer Brücke zu häufen und niemand scheint freiwillig dort zu wohnen, wenn er keine finsteren Absicht hegt. Welche Sünde Detective Richard Fell wohl auch begangen hat ( er selbst sprich noch nicht darüber), er muss sich nun auf jeden Fall damit abfinden in Snowtown für eine Weile seinen Dienst schieben zu müssen. Er ist ein guter Cop, einer von den Besten und vielleicht kann man ihn als Segen für diesen Pfuhl der Verdammnis empfinden oder als eine schwere Prüfung für ihn, in deren Verlauf sich die Frage stellen wird ob ihn Snowtown nach einiger Zeit endgültig brechen wird...

"Fell: Feral City" ist eine Sammlung von acht kurzen Episoden, die sich alle mit verschiedenen Erlebnissen aus dem Polizistenalltags Richard Fells befassen. Die Episoden sind alle recht düster und reichen von bizarr bis hin zu zutiefst verstörend und zeigen ein finsteres Bild dieser Welt auf, dass jedoch nicht ganz ohne Hoffnung ist. Denn auch wenn Fell nicht immer gewinnt, so ist und bleibt er doch als Verkörperung der Gerechtigkeit eine Art Hoffnungsschimmer, selbst in einer solch stilisierten Vorhölle wie Snowtown eines ist. Es hilft auch sehr, dass er selbst eine recht sympathische Persönlichkeit ist, jemand der vielleicht etwas zu verbergen hat und dem manchmal das Temperament durchgeht, der jedoch alles in allem ein guter und anständiger Mensch ist, der noch nicht ganz Zynismus und Verzweiflung versinkt. Dadurch sind die Geschichten nicht ganz so trostlos und düster und es macht sogar Spaß sie zu lesen.

Was auch hilft ist der Humor, der hier und da an genau den richtigen Stellen aufblitzt. Zwar ist es die bizarrste und schwärzeste Art von Humor die man sich vorstellen kann, aber sie bringt einen durchaus zum lachen und lockert das bedrückende Gefühl, welches man teilweise beim lesen verspürt, durchaus auf, sodass man nicht allzu deprimiert ist.

Vom Inhalt her ist "Fell" also anständig gemacht und dürfte mit zum Besten gehören was der bekannte Comic- Autor Warren Ellis (Transmetropolitian, Planetary, Freakangels) jemals geschrieben hat, was bei einem so gewaltigen Output wie seinem durchaus ein Kompliment ist, doch wie sieht es zeichnerisch aus?

Vorhang auf für Ben Templesmith, dessen Zeichnungen fernab der Realität und mit ihren starken Farben regelrecht surreal wirken. Die von ihm gezeichneten Menschen sind oft nichts anderes als abstrakte Karikaturen mit oftmals deformierten Extremitäten, die scheinbar schon im nächsten Moment zu verschwinden gedenken. Und sie passen wie die Faust auf's Auge zu den inhaltlichen Aspekten Fells, geben ihnen erst recht jene alptraumhafte Atmosphäre, die Mister Ellis wohl beim schreiben vorschwebte und sind damit die perfekte Wahl für diese Serie gewesen. Hässlicher und düsterer geht es wohl kaum und anders soll es wohl auch nicht sein.

"Fell" ist damit also eine perfekte Krimiserie im Episodenformat (was auch beabsichtigt und von Anfang an geplant war) und wenn man einmal angefangen hat möchte man am liebsten, dass es ewig so weitergeht. Doch abgesehen von den bereits existierenden acht Episoden sind nur acht weitere geplant, womit die Serie wohl bald ihr Ende finden wird (sollte Mister Ellis es bald mal schaffen die restlichen sechs Episoden fertig zu schreiben und bei Mister Templesmith einzureichen), aber so bleibt es ihr wenigstens erspart eines Tages ihren Reiz und ihre Persönlichkeit zwischen zu vielen Episoden zu verlieren.

Und mit dem was man hat, hat man zumindest schon einen sehr guten Sammelband, einer sehr guten Ausnahmeserie, die zum immer wieder lesen einlädt.

5 Sterne und das mehr als verdient.


The Massive Volume 1: Black Pacific
The Massive Volume 1: Black Pacific
von Brian Wood
  Taschenbuch
Preis: EUR 20,17

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Unterwegs in großer Mission, in der Welt danach, 1. Juli 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ein paar Jahre später (drei bis vier).

Die Welt, wie wir sie kennen, existiert nicht mehr.

Große Katastrophen jeder Art, Fluten, Brände, Stromausfälle haben Zivilisation erschüttert und an den Rande des Abgrunds geschoben. Neue Subkulturen sind aus den Trümmern der Städte entstanden, Plünderer treiben ihr Unwesen und dazwischen befindet sich das kleine Forschungsschiff "Kapital" auf der Suche nach seinem Mutterschiff "The Massive". Es beherbergt eine Gruppe von Umweltaktivisten unter der Führung des ehemaligen Söldners, jetzt Pazifisten, Callum Israel, die trotz alledem an ihren Idealen festhalten und immer noch der Meinung sind, dass diese Welt doch noch gerettet werden kann, egal was auch kommen mag.

Es wird viele Gelegenheiten geben, in denen dieser Idealismus auf die Probe gestellt werden wird.

"The Massive", geschrieben von Brian Wood (DMZ, Northlanders) ist ein Endzeitcomic mit einer bisher sehr interessanten Ausgangssituation. Anstatt sich in den düsteren und desolaten Aspekten eines solchen Szenarios zu suhlen oder es zu einer bizarren Gewaltorgie mit Gestalten mit bizarren Frisuren ausarten zu lassen, bleibt die Geschichte in der Realität vertaut und versucht ein wirklich glaubhaftes Szenario dieser Welt nach der Katastrophe zu erstellen. Und das gelingt Mister Wood mithilfe seiner Zeichner (der Stil wechselt nach den ersten drei Heften) sehr gut. Man kann sich durchaus vorstellen, dass die Menschen so weiterleben, denn wie es immer so schön heißt "es geht immer weiter", so wie es schön anschaulich gezeigt wird. Auch die Charaktere sind recht gut in der Realität verankert (sieht man einmal von Callums Geliebte und rechte Hand Mary mit ihrer leicht esoterischen Art einmal ab) und tragen zur Glaubhaftigkeit des Szenarios bei.

Der Aufbau der Welt ist also gelungen und auch inhaltlich bekommt man durchaus gute Kost geboten. Die Dialoge stimmen, es gibt hier und da etwas Action, damit einen auch ja nicht zu langweilig wird und auch die Zeichnungen der beiden Zeichner sind handwerklich ordentlich gemacht und bieten etwas für's Auge.

Alles in allem legt "The Massive" einen guten Serienstart hin, der gekonnt das Szenario und die Figuren einführt und durchaus Interesse weckt, wenn man einmal eine Serie ohne Superhelden, Monster oder sonstige fantastische Elemente lesen möchte. Wer jedoch seine Portion übertriebenen Eskapismus braucht und wem die Realität als mögliches Szenario zu langweilig ist, sollte "The Massive" wohl lieber ignorieren und sein Geld anderweitig anlegen.


Fatale, Bd. 1: Den Tod im Nacken
Fatale, Bd. 1: Den Tod im Nacken
von Ed Brubaker
  Broschiert
Preis: EUR 16,95

4.0 von 5 Sternen Der fatale Einlass mit einer schönen Femme, 1. Juli 2013
Rezension bezieht sich auf: Fatale, Bd. 1: Den Tod im Nacken (Broschiert)
Nicolas Lash hat ein Problem, er weiß es nur noch nicht.

Nach der Beerdigung des besten Freundes seines Vaters, trifft er auf eine schöne Frau, die angibt die Enkelin einer alten Freundin/Flamme(?) des Verstorbenen zu sein. Sie interessiert sich sehr dafür, ob Dominic Raines, so der Name des Toten, irgendwas von oder über sie behalten hat, doch da kann ihr Nicolas (der es vermeidet "Nick" geannt zu werden) nicht helfen. Er selbst kehrt in Raines Haus ein und findet dort ein altes Manusskript, mit dem er nichts anfangen kann. Dann dringen bewaffnete Männer in das Haus ein und ab da beginnt für ihn der Ärger, der in seiner Gesamtheit weit, sehr weit in die Vergangenheit zurückreicht.

"Fatale" ist ein weiteres gemeinsames Projekt aus der Feder des Autoren Ed Brubaker und des britischen Zeichners Sean Phillips und wer bereits andere Projekte von ihnen gelesen hat (wie zum Beispiel die großartige Serien "Sleeper" oder "Criminal") weiß worauf er sich einlässt: eine düstere Krimihandlung, Figuren die sich am Rande des Abgrunds bewegen, hier und da etwas Gewalt, schöne Frauen, gewürzt mit Sex vor einer mit düsteren Farben besetzten Kulisse. Auch "Fatale" enthält diese Zutaten und verwebt sie zusätzlich noch mit einigen übernatürlichen Elementen, die hier und da im ersten Band auftauchen und neugierig auf deren Auflösung machen (der Rezensent würde sein Geld auf einen bestimmtengrünen Tintenfisch setzen, der unter Wasser lebt oder zumindest auf eine von ihm inspirierte selbsterstellte Wesenheit). Es ist eine gute Mischung, die in diesem Band schon aufgeht und mehr gibt es bis jetzt noch nicht viel zu sagen.

Es wird sich zeigen müssen, welche Geheimnisse da noch auf ihre Aufklärung, welche weiteren Abgründe auf Nicolas und weitere Protagonisten der Serie warten und wo all dies schlielich hinführen wird. Auf jeden Fall macht der erste Band von "Fatale" schon jetzt eine gute Figur, was vor allem wie immer an den wundervoll realistischen Zeichnungen von Sean Phillips liegt und macht Lust auf mehr.

4 Sterne in gespannter Erwartung dessen, wohin die Handlung letztendlich führen wird.


Fatale Volume 1: Death Chases Me Tp (Fatale (Image Comics))
Fatale Volume 1: Death Chases Me Tp (Fatale (Image Comics))
von Ed Brubaker
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,21

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Der fatale Einlass mit einer schönen Femme, 1. Juli 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Nicolas Lash hat ein Problem, er weiß es nur noch nicht.

Nach der Beerdigung des besten Freundes seines Vaters, trifft er auf eine schöne Frau, die angibt die Enkelin einer alten Freundin/Flamme(?) des Verstorbenen zu sein. Sie interessiert sich sehr dafür, ob Dominic Raines, so der Name des Toten, irgendwas von oder über sie behalten hat, doch da kann ihr Nicolas (der es vermeidet "Nick" geannt zu werden) nicht helfen. Er selbst kehrt in Raines Haus ein und findet dort ein altes Manusskript, mit dem er nichts anfangen kann. Dann dringen bewaffnete Männer in das Haus ein und ab da beginnt für ihn der Ärger, der in seiner Gesamtheit weit, sehr weit in die Vergangenheit zurückreicht.

"Fatale" ist ein weiteres gemeinsames Projekt aus der Feder des Autoren Ed Brubaker und des britischen Zeichners Sean Phillips und wer bereits andere Projekte von ihnen gelesen hat (wie zum Beispiel die großartige Serien "Sleeper" oder "Criminal") weiß worauf er sich einlässt: eine düstere Krimihandlung, Figuren die sich am Rande des Abgrunds bewegen, hier und da etwas Gewalt, schöne Frauen, gewürzt mit Sex vor einer mit düsteren Farben besetzten Kulisse. Auch "Fatale" enthält diese Zutaten und verwebt sie zusätzlich noch mit einigen übernatürlichen Elementen, die hier und da im ersten Band auftauchen und neugierig auf deren Auflösung machen (der Rezensent würde sein Geld auf einen bestimmtengrünen Tintenfisch setzen, der unter Wasser lebt oder zumindest auf eine von ihm inspirierte selbsterstellte Wesenheit). Es ist eine gute Mischung, die in diesem Band schon aufgeht und mehr gibt es bis jetzt noch nicht viel zu sagen.

Es wird sich zeigen müssen, welche Geheimnisse da noch auf ihre Aufklärung, welche weiteren Abgründe auf Nicolas und weitere Protagonisten der Serie warten und wo all dies schlielich hinführen wird. Auf jeden Fall macht der erste Band von "Fatale" schon jetzt eine gute Figur, was vor allem wie immer an den wundervoll realistischen Zeichnungen von Sean Phillips liegt und macht Lust auf mehr.

4 Sterne in gespannter Erwartung dessen, wohin die Handlung letztendlich führen wird.


Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11-20