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Wolf

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World of WarCraft: Mists of Pandaria (Add - On) - [PC/Mac]
World of WarCraft: Mists of Pandaria (Add - On) - [PC/Mac]
Preis: EUR 9,99

28 von 51 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Meisterstück, 30. September 2012
= Spaßfaktor:5.0 von 5 Sternen 
Der faszinierende Reiz von Mists of Pandaria ist etwas, was man in der praktischen Erfahrung erlebt, aber kaum in der bloßen Aufzählung irgendwelcher Features erfassen wird.

MoP ist gemacht, um erforscht und erlebt zu werden. Es ist kein Blendwerk aus vermeintlich "innovativen" Features, Gimmicks und Selling Points. Für oberflächliche Menschen und Betrachter von außen mag es aussehen wie "nichts Neues und mehr vom Gleichen" - und auch wenn WoW seinem Spielprinzip auch diesmal treu bleibt (warum auch nicht, oder hat jemand eine Wirtschaftssimulation erwartet?): in der Tiefe ist Vieles sehr anders als bisher. Und auch wenn MoP auch "nur" ein weiteres Addon ist, ist es doch irgendwie etwas Besonderes.

In vielerlei Hinsicht schafft es MoP, den aufmerksamen Spieler, der nicht blindlings und desinteressiert durch die Gebiete rauscht, eine ähnliche "Jungfernreise" zu bieten wie damals, als man seine ersten Schritte nach Azeroth gesetzt hat. Wie? Sinnlos, darüber zu faseln. Selbst erleben!

Den Kritikpunkt "es ist doch eh immer nur "bring mir X, töte Y" liest man seit Jahren bei jedem neuen WoW-Addon. Allerdings ist es geradezu haarsträubend amüsant, diesen Vorwurf auch diesmal wiederholt zu lesen, weil es viele "Kritiker" umgehend als Leute entlarvt, die offensichtlich überhaupt nichts vom dem wissen oder gesehen haben, was sie zu "rezensieren" versuchen.

Wer sich die Zeit nimmt, die Gebiete zu erforschen, aufmerksam zu questen, allen Hinweisen nachzugehen und an den kleineren und größeren Systemen teilzunehmen, die Blizzard sehr subtil in das bereits seit Jahren bewährte Rahmenwerk des Spiels eingepflegt hat, der wird bereits im gigantischen Startgebiet des Spiels - dem faszinierenden Jadewald - so viel Spaß haben an WoW wie schon sehr lange nicht mehr.

Künstlerisch hat sich Blizzard diesmal selbst übertroffen. Das Design der Gebiete kann man fast schon als kleinen Quantensprung für WoW bezeichnen. Die Atmosphäre ist unglaublich dicht, und die sensible Erzählform vermittelt mehr denn je ein Gefühl der Reise und des Abenteuers. Weiters zieht sich ein heiterer, positiver Humor wie ein roter Faden durch die vielen Hintergrundgeschichten. Der Soundtrack von Pandaria ist umwerfend schön und zu jedem Zeitpunkt mit bildhafter Emotion geladen.

Die Pandaren - im Vorfeld von Teilen der Community mit erstaunlicher Ablehnung gestraft - entpuppen sich als Volk mit einer äußerst faszinierenden und liebenswerten Kultur, über die es auf den Reisen über den Kontinent viel zu erfahren gibt. Pandaria ist außerdem die Heimat vieler anderer einfallsreich gestalteter Völker, z.B, der Hozen - agressive, affenähnliche Wesen, die mit ihrem interessanten Satzbau und Sprachgebrauch sowie ihrer ulkigen, unbedarften Mentalität desöfteren für Lacher sorgen.

Zum Kritikpunkt "Pandaria ist kindisch" ist zu sagen: jemand, der auch die bisherigen WoW-Addons kennt, wird durch nichts den Eindruck haben, WoW sei plötzlich kindergerechter geworden. Das kann man tatsächlich als komplettes Hirngespinst abtun - überhaupt: wenn sich mit MoP etwas verändert hat, dann dass die übergreifende Thematik des Addons nachdenklicher und "erwachsener" ist als zuvor.

Insgesamt ist die Liebe zum Detail und die außergewöhnliche Begeisterung, mit der die Entwickler zu Werke gegangen sind, an jeder Ecke zu spüren. MoP ist in künstlerisch-kreativer Hinsicht nicht nur ein neuer Standard für WoW, sondern auch eine Leistung, an der sich auch andere Entwickler in den nächsten Jahren messen lassen müssen.

In Sachen Instanzen-Design, Spielmechanik und den begleitenden Systemen muss man lobend erwähnen, dass die Entwickler locker beliebige 08/15-Arbeit abliefern hätten können, aber im Gegenteil viel Frisches, Kreatives und Neues ausprobiert haben. Eine schillernde und temporeich inszenierte Instanz wie die Stormstout Brewery wäre vor einigen Jahren in WoW undenkbar gewesen.

Alles an MoP atmet und lebt, nichts ist konstruiert, dahingeschludert oder lieblos abgefertigt. Ein weiteres Addon - aber so ziemlich das genaue Gegenteil von einem Aufguss. Alles ist größer, alles ist dichter, es gibt von allem mehr, alles hängt zusammen, alles greift ineinander und was unterm Strich herauskommt, ist das vielschichtigste, kohärenteste und schönste WoW, das es bisher gab. Definitiv Blizzards Meisterstück.


Poetry For The Poisoned
Poetry For The Poisoned
Preis: EUR 11,99

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Braucht Zeit - belohnt den aufmerksamen Zuhörer dafür im Übermaß, 7. Oktober 2010
Rezension bezieht sich auf: Poetry For The Poisoned (Audio CD)
Nach nunmehr einigen Wochen Dauer-Rotation im CD-Player bin ich geneigt zu sagen: das bis dato vielleicht stärkste Kamelot-Album.

Es mag sein, dass so mancher Fan, der Scheiben wie "Epica" oder "The Black Halo" toll fand, zum aktuellen Werk zunächst nicht so recht Zugang finden wird. Aber das ist OK so - soll er auch nicht auf Anhieb. "Poetry For The Poisoned" ist, wie es für die Band seit einigen Alben typisch geworden ist, ein weiterer Schritt nach vorne. Altbekanntes wird hier nicht neu aufgewärmt - Kamelot erfinden sich ein Stück weit neu und klingen doch wieder absolut nach sich selbst.

Der Sound ist im Vergleich zum Vorgänger "Ghost Opera" nochmals um eine Ecke düsterer und melancholischer geworden. Das steht der Band äußerst gut zu Gesicht und entschärft auch den Kitsch-Faktor, den man ihnen in der Vergangenheit gerne mal vorgeworfen hat. Im Vergleich zu "Ghost Opera" ist "Poetry..." etwas weniger pompös und durchorchestriert (auch wenn es weiterhin viele solche Elemente zu hören gibt), dafür für mein Empfinden etwas härter und aggressiver.
Instrumentale Frickelorgien oder Riff-Exzesse gibt es keine - die Musik ist zwar teilweise komplex und sehr aufwändig arrangiert, aber alle Songs sind zu 100% auf Melodien und Gesang ausgerichtet. Sänger Roy Khan brilliert wie immer und liefert hier einige seiner packendsten und emotionalsten Darbietungen ab - großartiger Typ!

Das Songwriting ist hörbar ambitioniert. Es ist sehr offensichtlich, dass Youngblood und Khan sich viel Mühe gemacht haben, Arrangements und Melodien interessant und eigenständig zu gestalten. Sämtliche (Power-)Metal-Klischees und vorhersehbar eingängige Singalongs werden konsequent umschifft. Man hat zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, irgendwo schon mal etwas Ähnliches gehört zu haben. Das ist absolut lobenswert und klingt in der Praxis richtig toll, allerdings macht es "Poetry For The Poisoned" ganz definitiv zu einem Album, das Zeit und Gelegenheit braucht, sich in die Gehörgänge zu stehlen. Ein gesanglich total schräges Stück wie "If Tomorrow Came" z.B. wollte bei mir lange Zeit einfach nicht zünden und ich wusste gar nicht richtig etwas damit anzufangen. Mittlerweile empfinde ich besonders den Refrain als richtig süchtig machend!

Auch im instrumentalen Bereich gibt es immer wieder Parts, die zunächst reichlich abenteuerlich und schräg anmuten, die aber, wenn man es mal erfasst hat, sehr viel zur extrem dichten Atmosphäre dieses Albums beitragen. Das ist für mich letztendlich vielleicht das Faszinierendste an "Poetry For The Poisoned". Kamelot schaffen es, über die gesamte Album-Dauer hinweg eine unglaublich intensive, düstere und packende Stimmung zu erzeugen, die sich bereits in den ersten Sekunden des fantastischen Openers "The Great Pandemonium" (was für ein Refrain!) einstellt und einen immer noch im Bann hält, wenn der letzte Ton der CD verklungen ist. Und das ist heutzutage mittlerweile alles andere als üblich.

"Poetry For The Poisoned" ist unglaublich detailverliebt und sorgfältig komponiert und arrangiert, hochmelodisch, extrem eigenständig und sehr packend. Definitiv das ausgereifteste, atmosphärisch dichteste, und vielleicht auch das beste Album von Kamelot.

Anspieltipps:

The Great Pandemonium
If Tomorrow Came
The Zodiac
Poetry For The Poisoned Pt. I-IV

Ein Tipp noch für diejenigen, die sich zum Kauf entschlossen haben: gönnt euch die "limited deluxe edition". Die ist kaum teurer als die Standard-Ausführung und beinhaltet neben der Bonus-DVD vor allem eine großartige Coverversion von Nick Caves "Where The Wild Roses Grow". Der Song passt wunderbar zum Rest des Materials und wertet die ohnehin tolle CD nochmals auf!
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 10, 2010 5:15 AM MEST


Underworld: Aufstand der Lykaner
Underworld: Aufstand der Lykaner
DVD ~ Rhona Mitra
Wird angeboten von pb ReCommerce
Preis: EUR 5,07

3 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Das beste Underworld, 15. September 2009
Rezension bezieht sich auf: Underworld: Aufstand der Lykaner (DVD)
Nach dem enttäuschenden und sehr verzichtbaren zweiten Teil erwartete ich nicht mehr viel von der Underworld-Saga. Umso erfreulicher ist es, dass der dritte Teil ein überraschend dichtes, unterhaltsames Werk geworden ist, das auch ohne Bezug zu seinen Vorgängern gut für sich selbst stehen kann.

Für mich persönlich ist es der beste Teil der Trilogie - die Kulissen, die Kostüme und ganz allgemein die düstere Atmosphäre sind stimmig und glaubwürdig; der Streifen sieht einfach gut aus. Mehr denn je erlebt man den Konflikt aus der Sicht der Lykaner, die als weitaus mehr als nur blutrünstige Bestien dargestellt werden. Lucien als Hauptcharakter ist weitaus interessanter als ein Michael Corvin, und seine tragische Beziehung zur Vampirtochter Sonja ist eindringlicher und fesselnder als Selenes Liebelei mit dem bereits erwähnten Michael.
Apropos Sonja: ein würdiger weiblicher Hauptcharakter, formidabel verkörpert von einer interessant kantigen Rhona Mitra, die sich vor Kate Beckinsale zu keinem Zeitpunkt zu verstecken braucht. Eher im Gegenteil.


Männer sind anders. Frauen auch. Männer sind vom Mars. Frauen von der Venus
Männer sind anders. Frauen auch. Männer sind vom Mars. Frauen von der Venus
von John Gray
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

29 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Ein entsetzliches Machwerk ..., 11. Juni 2009
Schockierend, dass dieser Müll derartigen Anklang gefunden zu haben scheint. Ich habe jedenfalls selten etwas gelesen, was derart viele Stereotypen bemüht und kleinkarierte Dummheiten verbreitet.

Das Erschreckendste an dem Buch ist, dass der Autor allen Ernstes vermitteln möchte, dass man Menschen und Geschlechter nach völlig lächerlichen, klischeehaften und schlichtweg abstrusen Kriterien kategorisieren und "in den Griff bekommen" kann.
Umso schlimmer, da hier auch noch absolut abgedroschene, antiquitierte und bedenkliche Rollenbilder bemüht werden. Furchtbar, wenn man bedenkt, dass dieses Buch gerade bei vielen Frauen gut ankommt. Sei lieb, nett und brav, dann nervst du ihn auch nicht mehr so sehr und dann kommt er öfter mal aus seiner Höhle rausgekrochen. Überforder ihn aber bloß nicht mit allzu langen Sätzen, und vergiss nicht, dass er mit Gefühlen nix anfangen kann. Hat jemand eine Tüte zum Übergeben?

Weiters ist es höchst bedenklich, wie der Autor dem Leser suggeriert, dass es eine gute Idee sein soll, praktisch sein ganzes Beziehungsleben und seinen Umgang mit dem (hoffentlich) geliebten Partner auf Hintergedanken, Manipulation und Für-Dumm-Verkaufen aufzubauen.

Wenn Sie lernen möchten, wie Sie Ihren Partner möglichst effektiv nicht für voll nehmen, ihm möglichst ignorant und oberflächlich gegenübertreten und anhand abstruser Hirnrissigkeiten möglichst vollständig an ihm vorbeileben können, sollten Sie sich intensiv mit diesem Machwerk auseinandersetzen. Jeder, der seine Unzulänglichkeiten und seine Ignoranz gegenüber dem anderen Geschlecht bestätigt sehen möchte, ist hier richtig. Reaktionär, realitätsfremd, paranoid.

Dass ein Scharlatan wie John Gray in Amerika als Therapeut und Paarberater arbeiten darf, ist bestürzend.

Fazit: wer dieses Buch braucht/gut findet, dem ist im Bezug auf die behandelte Thematik eh nicht mehr zu helfen.
Kommentar Kommentare (6) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 3, 2014 5:04 PM MEST


Be
Be
Preis: EUR 32,32

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen überambitioniert, 6. Januar 2007
Rezension bezieht sich auf: Be (Audio CD)
Dieses PoS-Album konnte mich leider bei Weitem nicht so überzeugen wie die Vorgänger. Die hab ich vor allem wegen ihrer emotionalen Intensität geschätzt.

Dass man bei Sänger, Gitarrist und Mastermind Daniel Gildenlöw wissen muss, worauf man sich einlässt, ist beim Genuss einer PoS-Scheibe gegeben. Dass jemand, der sein Innerstes so sehr nach aussen kehrt und kein Experiment scheut, manchmal auch etwas über die Stränge schlägt, dann etwas weinerlich rüberkommt und textlich so manches dramatische Selbstmitleid-Klischee bemüht, ist klar, fällt aber bei der bisherigen Gänsehaut-Trefferquote dieser Band kaum ins Gewicht.

Auf "Be" liegen die Dinge nun aber etwas anders. Das Album ist sehr vielschichtig und unterliegt im Vergleich zu seinen Vorgängern einem noch enger gestrickten Konzept. Hier geht es, trivial ausgedrückt, um alle wichtigen Fragen, die sich der Mensch von heute stellt. Wer bin ich, woher komme ich, was ist die Liebe und wie wichtig ist Geld? Recht introspektive Kost, die sich wohl nur bedingt als thematische Vorlage für ein Rockalbum eignet. Genau daran scheitert die Band: an diesem harten Tobak haben sich bereits viele die Zähne ausgebissen, und wenn ein Jungspund wie Gildenlöw noch seine unbedarfte Sozial- und Kapitalismus-Kritik mit einfliessen lässt, wird es schon etwas albern. Gildenlöw mag ein sensibler Mensch und ein eifriger Denker sein, aber so viel Weisheit hat er in seinem Leben noch nicht erlangt, um den Hörer geschmackssicher durch so eine Thematik führen zu können.

Man hat dann leider auch den Eindruck, dass die Musik gegenüber dem hochtrabenden textlichen Konzept deutlich den Kürzeren zieht. Vieles auf "Be" klingt eher programmatisch und lässt daher die gewohnt intensiv-melancholische PoS-Stimmung vermissen, die ganz grossen Melodien sucht man diesmal auch vergebens. Die Band geht instrumental diesmal sehr experimentell zu Werke, schafft es aber selten, auch wirklich interessant oder faszinierend zu klingen.

Müsste ich "Be" mit einem Wort beschreiben, würde ich es als "überambitioniert" bezeichnen. Daniel Gildenlöw und seine Band sind sehr talentierte Musiker, aber dieses Album kommt für sie viel zu früh.


The Legend of Zelda: Twilight Princess
The Legend of Zelda: Twilight Princess
Wird angeboten von Rossbacher Sandstrahl
Preis: EUR 98,99

12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen wunderbares Spiel - auch optisch, 19. Dezember 2006
= Spaßfaktor:5.0 von 5 Sternen 
Im Grunde ist bereits alles über das Spiel gesagt worden. Über den Rezensenten, der von unspektakulären Polygonmodellen und matschigen Texturen mosert, kann man jedoch nur den Kopf schütteln.

"Erbärmliche Optik", heisst es da. Tomaten auf den Augen? Da fragt man sich, ob der Mensch eigentlich nur technische Eckdaten mit Blindenschrift abgetastet hat oder sich vielleicht doch auch mal das Spiel angesehen hat.

"Twilight Princess" sieht grossartig aus. Eine technische Errungenschaft sind weder die Grafikengine noch das Wii selbst, aber die Welt von Zelda & co. ist einfach eine Augenweide - und das ganz ohne aufwändige Lichteffekte und Polygon-Massen, die eh niemanden interessieren. Ich für meinen Teil seh mir lieber schöne Bilder an, als Texturen zu zählen - und vom künstlerischen Aspekt her ist "Twilight Princess" sicherlich eins der bestaussehendsten Spiele seiner Zeit. Einfach beeindruckend, mit wie viel Kreativität und Liebe zum Detail die Entwickler zu Werke gegangen sind. Das Spiel hat einen absolut ureigenen künstlerischen Stil, und das ist in dem heutigen uninspirierten Video/Computerspielzeitalter vielleicht das grösste Kompliment, das man einem Grafiker machen kann.


Dreamfall: The Longest Journey
Dreamfall: The Longest Journey

9 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen aussergewöhnlich wertvoll, 5. Juni 2006
= Spaßfaktor:5.0 von 5 Sternen 
In kreativer Hinsicht steckt die Spielebranche seit geraumer Zeit in einem Tief. Umso schöner, dass es neben all den unnötigen Fortsetzungen, endlos wiedergekauten Szenarien (siehe Shooter mit Nahost/Vietnam-Background) und inhaltlichen Plattheiten dennoch vereinzelte Juwelen zu entdecken gibt.

"Dreamfall" beeindruckt mit einer wahrlich faszinierenden und packenden Story, die durchweg spannend und ohne Längen erzählt wird. Was die Geschichte wirklich interessant macht, sind die glaubhaften und (im englischen Original) hervorragend gesprochenen Charaktere. Hier sind die Protagonisten nicht bloss Platzhalter-NPCs, aus denen man mit möglichst geringem Aufwand das benötigte Item oder die richtige Antwort herausquetschen will, sondern Persönlichkeiten mit eigener Geschichte, die man kennenlernen und verstehen will.

Ein grosser Pluspunkt sind auch die vielseitigen und phantasievollen Schauplätze, die nicht unbedingt mit den üblichen aufwändigen 3D-Effekten protzen, dafür umso mehr durch Stilsicherheit und Kreativität zu beeindrucken wissen.

Die Steuerung ist teilweise etwas verkrampft und ein wenig gewöhnungsbedürftig, fällt aber angesichts des grandiosen Inhalts nicht sonderlich ins Gewicht.

Die Rätsel sind OK - manche ziemlich einfach, einige verdammt knifflig, aber auf jeden Fall niemals frustrierend und meistens logisch.

Dreamfall fesselt, fasziniert, und lässt einen, wenn seine berührende, zuweilen etwas tragische Geschichte zu Ende erzählt ist, aufgewühlt zurück - ein Spiel, wie ein gutes Buch.

Allein schon deswegen 5 Punkte, denn Dreamfall hat Qualitäten, die in der heutigen Spielelandschaft mit der Lupe zu suchen sind.

Unbedingt kaufen!


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