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Rezensionen verfasst von
Der Pennäler

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Alles umsonst: Roman
Alles umsonst: Roman
Preis: EUR 8,49

5.0 von 5 Sternen So war das also damals!, 12. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Alles umsonst: Roman (Kindle Edition)
Warum hat mich dieses Buch umgeworfen?

Weil Walter Kempowski darin die deutsche Gesellschaft wiederauferstehen lässt, wie sie bis in den zweiten Weltkrieg hinein existiert haben muss und die so völlig anders war als die deutsche Nachkriegsgesellschaft. Und weil Kempowski sie in dem Moment wiederauferstehen lässt, in der sie dabei ist, infernalisch zusammenzubrechen, und alle diejenigen, die dieses Inferno zufällig überleben, aufs schwerste zu traumatisieren.
Die deutsche Gesellschaft, in der ich aufgewachsen bin, wurde auf den Ruinen der vorangegangenen aufgebaut, und man kann noch heute den Muff dieses kollektiven Traumas riechen, wenn man nur tief genug in ihre Kellergewölbe hinabsteigt. Mir wurde dieses Trauma zwar in der Schule gelehrt, in Historikeranalysen erklärt und in Filmen vorgespielt. Aber erst durch dieses Buch habe ich es nacherleben können.

Deswegen: Danke, Walter Kempowski!

Vor allem weil es ihm durch seine Lebensleistung als Chronist möglich war, die damalige Gesellschaft eben wahrhaftig wiederauferstehen zu lassen, mit ihrer Kultur und ihren Menschen, mit ihren Redewendungen ("Graf Koks von der Gasanstalt"), ihren Liedern ("Sag beim Abschied leise Servus"), ihren Gedanken ("Und die Russen, wie die hausen werden, wenn's mal andersrum kommt"). Menschen wie Du und ich erstehen zum Leben mit all ihren Gefühlen, Schwächen, Träumen und Trieben - und ohne die Gut-und-Böse Aprioris von Vertriebenenverbänden, von Achtundsechzigern oder Hollywood.


Ok Computer
Ok Computer
Preis: EUR 8,50

14 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen So schön, 29. Oktober 2005
Rezension bezieht sich auf: Ok Computer (Audio CD)
In diesem Album steckt wahnsinnig viel Schönheit.
Diese Schönheit ist allerdings nicht unbedingt direkt zugänglich: Das Album ist ein Produkt seiner Zeit. Wenn du ein Kind des 21. Jahrhunderts bist, dann hast du vielleicht Probleme mit dem E-Gitarrenkrach oder du hast etwas gegen die Falsetteinlagen des Sängers. Vielleicht nervt dich auch das vergeistigte Albumkonzept (es wird in die Seele eines Computers geschaut oder so, und der Computer ist natürlich total traurig und alleine).
Aber das sind alles nur Probleme der Präsentation. Das ist wie mit Shakespeare. Wenn wir heute Shakespeare lesen, müssen wir uns auch durch einen Wust von altertümlichen Formulierungen und Traditionen einer anderen Zeit wühlen, bis wir in der Lage sind die Genialität zu sehen, mit der er menschliche Gefühle dargestellt.
Ähnlich ist es bei „OK Computer" von Radiohead. Es braucht eine Weile, bis man das Drumherum der Neunziger Jahre als solches identifiziert hat und sich auf das Wesentliche konzentrieren kann:
Die sagenhaft schönen Melodien!!!


American Life
American Life
Wird angeboten von Multi-Media-Trade GmbH - Alle Preisangaben inkl. MwSt.
Preis: EUR 5,07

5.0 von 5 Sternen Madonna forever, 18. Juni 2003
Rezension bezieht sich auf: American Life (Audio CD)
Mit „American Life" setzt sich Madonna einmal mehr an die Spitze des Massentrends: Sie durchmischt echte Selbstzweifel mit relaxter Selbstironie und zelebriert so die eigene Relativität. „Do you think I'm satisfied" rappt sie und spricht damit allen erfolgreichen amerikanischen Träumern dieser Welt aus der Seele. Zwischendurch intoniert sie in Moll: „I live the American dream - you are the best thing I've seen".
Madonna war ja schon immer mehr Lifestyle-Guide als Musik. Sie entwickelte sich von der Trash-Goere der Achtziger über die Lust-Emanze der Neunziger hin zum Idol der Ally-McBeal Generation - Erfolg im Job, gestählter Körper, Geld, Kinder, einen jüngeren Ehemann aus gutem Hause - und lag damit voll im Trend der Jahrtausendwende.
Jetzt ist sie also Psychotherapeutin für Selbstverwirklichungs-Freaks geworden. In 30 Jahren wird sie vielleicht ein Album auf den Markt bringen, das „After Life" heißt und in dem sie ganz im Trend von Sterbensangst und Paradies singen und so ihre gesamte Generation auf dem Weg in den Tod anführen wird.


Hotel Costes, Etage 3
Hotel Costes, Etage 3
Preis: EUR 20,99

9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Fuer das Abhaengen mit dem gewissen Etwas, 1. Dezember 2002
Rezension bezieht sich auf: Hotel Costes, Etage 3 (Audio CD)
Costes ist ein Hotel in Paris fuer sehr reiche Leute, die einen Lebensstil suchen, der jenseits von Luxus und jenseits der Arroganz klimpernder Geldmuenzen liegt.
Die CD-Reihe „Hôtel Costes" liefert die passende Hintergrundmusik fuer diesen Lebensstil und wird dort jeden Tag ab einer bestimmten Uhrzeit unablaessig in der Bar, am Swimmingpool und im Fitnessstudio gespielt (vorher laeuft dort klassische Musik).
Mit diesem dritten Album von „Hôtel Costes" haben die Macher ihr Konzept voll ausgereift. Edle Lounge-Klaenge, die so huebsch und unaufdringlich sind wie die Empfangsdamen an der Rezeption des Hôtel Costes, werden nur einige Male unterbrochen von dem etwas Besonderem - zum Beispiel dem Liebeslied „Where shall I begin" von Shirley Bassey oder einem slawischen Chrysanthemensong -, um mit diesem Besonderen das Gemuet ein klein wenig zu kitzeln. Zum Beispiel das Gemuet von Moby, der sich gerade massieren laesst oder von Madonna, die in der Hotelbar an einem Fruchtcocktail nippt.
Oder die Gemueter Deiner Freunde, die Du an einem Sonntag vormittag zum Fruehstuecken eingeladen hast. Bei dem Du dann aber auch bitte nicht vergessen darfst, frische Fruechte vom Bio-Markt zu servieren.


Gefährliche Geliebte
Gefährliche Geliebte
von Haruki Murakami
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Depression der Extraklasse, 17. November 2002
Rezension bezieht sich auf: Gefährliche Geliebte (Taschenbuch)
Gefaehrliche Geliebte von Haruki Murakami ist ein Buch aus Japan. Doch das bei weitem japanischste an diesem Buch sind die Namen - so wie der supercoole Name des Autors oder die der Charaktere Shimamoto, Yakiko oder Izumi. Ansonsten wird eine universell nachempfindbare Geschichte von Einsamkeit und unstillbaren Verlangen erzaehlt, die ueberall spielen koennte.
Ein normaler Mensch waechst in einem Mittelstands-Vorort auf und treibt mit 18 seine Jugendfreundin in den Untergang, als er mit ihrer Cousine ins Bett geht. Ohne richtige Gewissensbisse aber mit der Erkenntnis, „dass man einem anderen Menschen nur dadurch, dass man lebt, irreparablen Schaden zufuegen kann", zieht er in die grosse Stadt, wo er seine Jugend vertroedelt, dann aber eine nette Frau heiratet, Kinder kriegt und dank seines Schwiegervaters wohlhabender Jazz-Club-Besitzer wird.
Soweit so ruhig und troestlich. Aber irgendwann tauscht wieder so ein Verlangen in der Seele des normalen Menschen auf, in Form einer mysterioesen Frau, die in seinen Kindertagen aus seinem Leben verschwand und ploetzlich aus dem Nichts in sein eintoeniges Leben platzt, um ihn vor Lust fast verrueckt werden zu lassen. Lust nach ihrem Koerper, und Lust nach dem Anderen, nach dem Mehr, nach der Hoffnung, dass das Leben eben doch mehr Erfuellung zu bieten hat als es im alltaeglichen Alltag den Anschein hat.
Murakami beschreibt das Seelenleben dieses Menschen so gekonnt und unpraetenzioes, bis auch der letzte Leser von der unentrinnbaren Traurigkeit menschlichen Daseins ueberzeugt ist und Lust bekommt Harakiri zu begehen.
Also: Wem es zu gut geht im Leben, der kann sich mit diesem Buch eine gekonnt geschriebene Dosis Depression reinziehen.


Das Geld: Roman
Das Geld: Roman
von Emile Zola
  Taschenbuch

28 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Jede Generation platzt eine Blase, 14. Juni 2002
Rezension bezieht sich auf: Das Geld: Roman (Taschenbuch)
Wie alle Bücher von Zola ist auch "Das Geld" durchtränkt von der typischen Das-Leben-ist-eine-Orgie-dunkler-menschlicher-Emotionen-Stimmung...
In diesem Buch ist es das Geld, das die dunklen Seiten des Menschen entfesselt. Denjenigen, die noch an einem Kater aus der kürzlich beendeten Internet Mania leiden, wird es den einen oder anderen Seufzer des Wiedererkennens entlocken.
Das Buch spielt im Paris des Second Empire, kurz vor dem deutsch-französischen Krieg 1871. Die Hauptperson heißt Saccard, wie alle Romanhelden Zolas auch irgendwie ein Rougon-Macquart, ein Mitglied dieser Familie, die durch alle Bücher Zolas hindurch an ihrer Maßlosigkeit, ihrem Wahnsinn und ihrem Alkoholismus zugrunde geht, aber doch nie ganz stirbt.
Saccard will Geld, denn Geld ist für ihn Macht. Deshalb gründet er ein Start-up, die "Banque Universelle", die Bauvorhaben im Nahen Osten finanziert, mit dem verklärten Ziel, irgendwann Jerusalem für die Christenheit zurückzuerobern und vielleicht den Papst dort residieren zu lassen. Für die Zeit eine geniale Idee, genau richtig, um die Menschen zu begeistern und den Börsenkurs in die Höhe zu treiben.
Eine zweite Hauptperson, Madame Caroline, die Nachbarin, die Schwester des Kollegen und später die Geliebte Saccards, erlebt die Geschichte des Aufstiegs der Bank an der Börse und ihren unvermeidlichen Fall hautnah mit. Zola benutzt sie, um mit ihren Augen Saccard zum Leben zu erwecken, seinen unglaublichen Willen und sein Feuer, seine Fähigkeit zu lügen, seine Gabe, Leute mitzureißen und sie für seine Sache Geld ausgeben zu lassen, sein grenzenloser Egoismus, seine Grausamkeit und sein gleichzeitiger kindlicher Glaube, er handle zum Wohle der anderen.
Es schwirren mehr als anderthalb Dutzend Nebencharaktere durch die Geschichte, Mätressen und Spekulanten - meistens jüdische, worauf sehr stark und politisch unkorrekt herumgeritten wird -, sowie brave, einfache Menschen, die von der Spekulationsgier ergriffen werden und ihre Träume, Hoffnungen und ihr Geld der Banque Universelle und Saccard anvertrauen. Am ergreifendsten ist die Geschichte einer Mutter mit ihrer Tochter aus uraltem, verarmten Hochadel. Sie hausen in einem Schloss und sparen sich die Kleider vom Leib, um einmal im Jahr adelige Mitmenschen zu einem Diner einladen zu können. Bis sie Saccard treffen und ihre gesamten Ersparnisse, die eigentlich als Mitgift für die Tochter geplant waren, für Aktien der Banque Universelle ausgeben, in der Hoffnung, reich zu werden und endlich wieder ein würdiges Leben zu führen.
Zolas Beschreibungen von der Euphorie, wenn alle Kurse an der Börse steigen, und von der nachfolgenden Depression, wenn sich alle plötzlich verdrücken und die Börse grau und verlassen mitten in Paris steht, weisen erstaunliche Parallelen zum Internet-Boom der Jahrtausendwende oder zum Schwarzen Freitag von 1929 auf.
So lernen wir, dass die Erfahrungen von Börsencrashs sich nicht an nachfolgende Generationen weitergeben lassen.
Praktischer Hinweis:
Das Buch ist zu lang. Vielleicht hatte Zola eine Mindestdicke für seine einzelnen Bände im Auge und sich deshalb gezwungen, die Geschichte auszudehnen. Nach einem Drittel der Seiten sind alle dramatischen Weichen gestellt für den Fall in den Abgrund, aber Zola muss immer noch einen draufsetzen, immer noch einmal die Banque Universelle sich aus einer Krise retten und sogar gestärkt heraustreten lassen, bis man als Leser keine Lust mehr hat.
Deswegen Mut zum Überblättern, bis das Ende erreicht ist, denn das Ende lohnt sich!


Complete Gold Collection
Complete Gold Collection
Wird angeboten von thebookcommunity
Preis: EUR 159,25

3 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sentimental Art, 12. Juni 2002
Rezension bezieht sich auf: Complete Gold Collection (Audio CD)
Die Songs von ABBA sind wie gestochen scharfe Fotos der wichtigsten und intensivsten Augenblicke Deines Lebens. Es sei denn, Du bist Kriegsveteran, todkrank, hungerleidend oder Eunuch. Aber sonst hat ABBA für die Top 10 Deiner Gefühlsmomente jeweils mindestens einen Song parat: Das Gefühl der Liebeszuversicht (Dancing Queen), das Gefühl des Liebesrauschs (Mamma Mia), das Gefühl, von einem Geliebten verlassen worden zu sein (The Winner takes it all), das Gefühl, jemanden Geliebtes zu verlassen (Knowing me, knowing you), das Gefühl universeller Liebe (Thank you for the music), Hitze (Gimme Gimme), das Gefühl einer dahinschwindenden Liebe (SOS) und so weiter und all diese Lieder sind auf dieser Greatest Hits CD versammelt. Vergiss die Songs von ABBA, die keine Greatest Hits geworden sind.
Es schwer möglich, sich ABBA dauerhaft zu entziehen. Früher oder später kommt ein Augenblick, in dem uns unsere Hormone so weichgekocht haben, dass wir uns vernuftlos und hirnlos ihren Melodien, ihren Stimmen und ihren Texten hingeben, und dann hören wir etwas, das wahr, absolut und endgültig ist.
Und als Zugabe sind alle Songs mit dem süßen schwedischen Akzent Agnetas gezuckert.
Also kauf das Album. Hör es. Warte auf die Hormone. Dann fühl es. Weine, wenn Du kannst. Und hab kein schlechtes Gewissen, dass es Dir gefällt.


Plattform
Plattform
von Michel Houellebecq
  Gebundene Ausgabe

118 von 127 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Pornographische Gesellschaftssatire, 20. Januar 2002
Rezension bezieht sich auf: Plattform (Gebundene Ausgabe)
"Plattform" ist zur einen Hälfte ein gut geschriebener Porno und zur anderen Hälfte eine Ansammlung von zynischen Aphorismen über unsere Gesellschaft.
Laut Michel Houellebecq sind die Menschen in der westlichen Welt zu einer erfüllten Sexualität nicht mehr in der Lage. Das Ideal der individuellen Selbstverwirklichung, der Narzissmuskult und der auszehrende Behauptungskampf in der freien Wirtschaft stehen im Weg, eine natürliche und sexuell befriedigende Beziehung mit einem anderen Menschen einzugehen.

Im Kontrast dazu beschreibt Houellebecq die Bewohner der armen Ländern der Welt. In diese Länder - exemplarisch Thailand und Kuba - reist der Ich-erzählende Protagonist als Sex-Tourist und entwirft dabei die Theorie, dass der Sex-Tourismus die Lösung für das sexuelle Problem der einen und das materielle Problem der anderen ist, sozusagen eine beiderseitige Nutzenmaximierung:
Auf der einen Seite die Menschen (Männer wie Frauen) des Westens, die alles haben - Geld, Erfolg, Freiheit, Sicherheit - alles außer einer erfüllten Sexualität. Und auf der anderen Seite die Menschen (Männer wie Frauen) der armen Länder, die nichts haben, außer der Fähigkeit, befriedigenden sexuellen Genuss zu bereiten.
Um seine ätzenden Ansichten dem Leser zu vermitteln, bastelt sich Houellebecq (gewollt?) die flache Rahmenhandlung eines Hollywood-B-Movies zurecht. Der Ich-Erzähler reist nach Thailand, um dort dem Sex mit thailändischen Prostituierten zu frönen, verliebt sich aber in eine westliche Touristin, die zufällig einen hohen Posten in der französischen Tourismus-Industrie bekleidet. Zusammen mit ihr und ihrem Chef baut er dann ein Unternehmen auf, das versucht, den Sex-Tourismus nach allen Regeln der Marktwirtschaft zu rentabilisieren. Auch das schreckliche Ende des Buches ist kein Meisterwerk der Originalität, allerdings muss man es nach den Ereignissen des 11. September 2001 als visionär bezeichnen.
Die drei Hauptpersonen sind mit Klischees durchsetzt und dienen Houellebecq nur als Medien seiner gesellschaftlichen Thesen und sexuellen Fantasien:
Jean-Yves ist der erfolgreiche, dynamische BWLer, der ausschließlich für die Karriere lebt und dessen Privatleben und persönliches Glück dabei den Bach runter gehen.
Valérie ist eine Frau, die sich gegen die reißende Strömung des Kapitalismus nicht wehren kann und deswegen äußerst erfolgreich mitschwimmt. Und gleichzeitig vom Autor mit einem absolut reinen, urtümlichen und umwerfenden Libido ausgestattet worden ist. Zusammen mit ihrer moralisch einwandfreien Lebenseinstellung und ihrer Intelligenz ist sie damit die Traumfrau aller Männer des Westens, die durch die Feminismus-Bewegung einen Schaden abbekommen haben.
Der Ich-Erzähler schließlich ist die fleischgewordene Stimmung, die jeder von traurigen und langweiligen Sonntagnachmittagen im Herbst kennt - nur zehnmal schlimmer.
"Plattform" ist ein Buch das aufwühlt, weil es moralische Grundfeste angreift, die wir alle mit unserer politisch korrekten Muttermilch aufgesogen haben. Wir wehren uns dagegen, die Prostitution armer thailändischer Mädchen NICHT als perverse Ausbeutung und Demütigung zu sehen. Und können doch die Dauer-Erektion in unseren Hosen nicht verhindern, wenn wir das Buch lesen. Es ist ein Buch, das uns mit Wahrheiten konfrontiert, wenn auch mit überspitzten und satirisch verzerrten. Natürlich betreffen diese Wahrheiten nicht uns selber, sondern nur die anderen.
Auch in Deutschland wird "Plattform" sicherlich Stoff für viele erregte Diskussionen liefern.


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