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Blaue Rose (Frankfurt / M., Hessen)

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Inspektor Jury - Der Tote im Pub
Inspektor Jury - Der Tote im Pub
DVD ~ Fritz Karl
Preis: EUR 9,99

14 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Oh Gott Agathe, mir graut vor Dir!, 30. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: Inspektor Jury - Der Tote im Pub (DVD)
Bis dato war ich heilfroh, daß offenbar keine Fernsehanstalt ein Interesse daran hatte, sich an den so fein gezeichneten und stimmigen Inspektor-Jury-Romanen zu vergreifen, in denen die Figuren bis in die kleinsten Nebenrollen, sehr stimmig und genau beobachtet, gezeichnet werden. Dies macht den Reiz der Inspektor-Jury-Romane aus, ebenso das unvergleichliche Talent von Martha Grimes, hier eine sehr britische Atmosphäre zu schaffen, mit eng aufeinander abgestimmten Personen und Handlungen, die kaum bis keinerlei Freiheiten in der filmischen Umsetzung vertragen, ohne Gefahr zu laufen, dem Ganzen den Charme zu rauben.

Eigentlich war es ja nur noch eine Frage der Zeit, bis die Bücher für den Film "entdeckt" wurden (die Kunst als Opfer des Kommerz, auch nichts Neues) und eigentlich ist es schon ein mittelprächtiges Wunder, daß die TV-Taufe so lange auf sich warten ließ. Leider lag die Schatzhebung aber nicht in den darin geübten Händen von BBC bzw. ITV (die mit 'Midsomer Murders' oder 'Downton Abbey' bewiesen haben, daß sie es mittlerweilse auch "drauf" haben), bei denen man das Verständnis für die immer mitschwingenden Feinheiten der britischen Eigenheiten, die einem so ans Herz wachsen können, erwarten darf und fast schon voraussetzt, sondern in den offenbar überforderten Händen von ZDF und ORF. Diese haben dummerweise erwartungsgemäß „ganze Arbeit“ geleistet und das Ergebnis gründlich versemmelt.

Es geht genaugenommen nicht um die, vermutlich notwendigen, dramaturgischen Abwandlungen, um aus dem Buch einen Film entstehen zu lassen. Das wirklich Ärgerliche ist hier die fehlende Atmosphäre und vor allem der in keinster Weise eingefangene Zauber, der von den Hauptakteuren in der Romanvorlage ausgeht:
Ein Jury (Fritz Karl), der spöttisch distanziert in zerbeultem Trenchcoat an Columbo erinnernd durch die Handlung schlurft obwohl im Original zwar als melancholisch grüblerischer Menschenfreund mit humoriger, manchmal spitzer Zunge, beschrieben, ist er dort aber niemals derart ziel- und planlos eher den Zufällen ausgeliefert, wie im Film dargestellt.
Sergeant Alfred Wiggins (Arndt Schwering-Sohnrey), der Assistent Jurys, kommt von den Hauptakteuren fast noch am besten weg, wenn gleich auch hier wieder die Tendenz zur Überzeichnung ins Lächerliche der Figur ihre Ernsthaftigkeit zu rauben droht. Seiner nervtötenden Hypochondrie fehlt zwar die in den Büchern so herrlich zelebrierte Leidenskomponente, weiß aber zu unterhalten und ringt dem Zuschauer das ein oder andere Schmunzeln ab.
Eine Tante Agatha (Katharina Thalbach), die in ihrem Bemühen, ihre unleugbar amerikanisch provinzielle Abstammung ebenso unermüdlich wie fatal an die edle britische Aristokratie, der ihr Neffe angehört, anzugleichen versucht und dabei immer grandios scheitert, ohne daß ihr die oftmals daraus erwachsenen Peinlichkeiten nur im Entferntesten bewußt werden (ihrem Neffen, Melrose Plant, dafür umsomehr) fehlt im Film, dafür bekommen wir eine komische Alte mit hohem Nervfaktor präsentiert. Die feine Doppelbödigkeit zwischen Schein und Sein wird in der Beziehung zwischen Tante Agatha und Melrose Plant wunderbar sichtbar: eine plumpe, aufdringliche, distanz- und taktlose amerikanische Bürgerliche, die den Drang nach feiner, aristokratischer Gesellschaft verspürt, um sich damit selbst aufzuwerten und daher ihren aristokratischen Neffen zu jeder sich bietenden Unzeit überfällt und belagert. Dieser Neffe seinerseits hat alle Attribute, die Tante Agatha sich so sehnlichst für sich selbst wünscht, im Überfluß, inklusive Adelstitel. Und was macht dieser undankbare Knabe? Anstatt mit seiner Aristokratie Glanz und Glorie zu verströmen und somit auch für Tante Agatha ein würdiges Umfeld zu erschaffen, verzichtet dieser auf all die schöne Aristokratie, weil sie ihm lästig ist. Die eine will und kann nicht, der andere kann und will nicht - das ist von Martha Grimes immer wieder grandios komisch und herrlich ironisch umgesetzt. Genau dieses Spannungsfeld ist in der filmischen Umsetzung fast vollständig untergegangen und es ist zu bedauern, daß sich die Kabbeleien zwischen Melrose Plant und Tante Agatha nur auf Klamaukniveau bewegen.
Melrose Plant (Götz Schubert) wird im Film wie ein übermütiger Schuljunge dargestellt, dem die faszinierende, leicht schillernde Vielschichtigkeit der Buchgestalt vollkommen abgeht. Im Buch ist er ein Mensch mit hintergründigem, intelligentem Humor und der intellektuelle Sparringspartner für den nicht minder cleveren Jury, wobei Letzerer sich die Welt eher intuitiv und Melrose Plant eher durch reine Logik erschließt. Auf diese Nuancen müssen wir im Film leider auch verzichten.
Sehr plump ist unglücklicherweise auch die Figur des Marshall Trueblood (Anatole Taubman) geraten. Im Buch ist er zwar mit femininen Attributen ausgestattet, sein Auftreten gerät manchesmal etwas „parfümiert“, darüber hinaus bewahrt er sich eine geradlinige Kultiviertheit, die nie aufgesetzt wirkt. Marshall Trueblood hat nicht nur eine spitze Zunge sondern auch viel Humor und Sinn für Schabernak. Die Figur im Film ist da leider eher der angezickte, latent tuntige Quotenschwule ohne jeglichen Charme.
Vivian Rivington (Julia Brendler) kommt im Film viel zu naiv und entrückt rüber, schmerzlich profillos. Im Buch ist sie zwar leicht zu verunsichern und entscheidungsschwach, das hat aber immer einen ganz reizenden Charme, was wohl auch darauf zurückzuführen ist, daß Martha Grimes ihre Figuren nie der Lächerlichkeit preis gibt.
Isabel Rvington-Darstellerin Julia Stemberger hat offenbar den Unterschied zwischen erotisch und nuttig nicht so ganz verinnerlicht und legt ihre Rolle leider eher als aufsässige, billig wirkende Provokateurin an, die im Buch eher erotisch mondän auftritt. Die Figur der Isabel Rivington bleibt daher leider sehr unscharf und blass (trotz durchwegs roter Kleider).
Überhaupt wirken die Personen nahezu durchgehend farblos plump und werden fast schon hysterisch überzeichnet, der Witz mutiert zur Karikatur und es bleibt zu vermuten, daß der gesamte Film somit ein Ärgernis für diejenigen ist, die die Bücher kennen und deren nuancierten, fein dosierten ironischen Humor lieben.
So plätschert der Film auf einem bemerkenswert belanglos oberflächlichen Niveau daher, beinahe alle Finessen und Tiefen der Buchvorlage stoisch ignorierend. So ein Machwerk kann dann kaum überzeugen und nur schwerlich begeistern.

Für jemanden, der die Jury-Romane nicht kennt, dürfte der vorliegende Film dennoch trotz Abstrichen kurzweilige Unterhaltung bieten, obwohl die Atmosphäre des Films bei weitem nicht die Genialität seiner Buchvorlage erreicht.

Bleibt abschließend nur zu hoffen, daß die gute alte Tante BBC hier nachbessert und den unmotivierten oder einfach schrecklich untalentierten deutschen und österreichischen Kollegen (damit sind am wenigsten die Schauspieler gemeint, die nicht schlecht spielen aber an den Vorgaben der Autorin vorbei, was wohl eher Drehbuchautor und Regisseur zu verantworten haben, die offenbar den Unterschied zwischen Klamauk und Humor nicht kennen und daher lieber einen Schenkelklopfer als einen Schmunzelkrimi produzierten) noch einmal zeigt, wie man's macht - und dann ZDF: hinschauen und lernen, in Zukunft wollen wir das mit mehr Pfiff und Klasse haben. Wie wär's denn mal mit Nachhilfe bei den britischen Kollegen? Einfach eine Folge Traumschiff oder Rosamunde Pilcher ausfallen lassen und für das Geld ein Volontariat bei der BBC absolvieren, das wär doch mal was!

Zu guter Letzt:
Nur einen Stern zu vergeben, empfinde ich dann doch zu hart und auch ungerecht. Der Film hat immerhin noch einen gewissen Unterhaltungswert und bei aller berechtigter Kritik ein Niveau, das ein Ein-Sterne-Film nicht aufwiese.
Dem Film mangelt es aber ganz eindeutig und massiv an der souveränen Leichtigkeit seiner Buchvorlage, weshalb ich mich dann allerdings doch nicht zu einer Drei-Sterne-Bewertung durchringen mag.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 3, 2015 8:02 PM CET


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Preis: EUR 6,96

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Tolles Ergebnis, top Qualität, 14. März 2010
Ich habe diese Displayschutzfolie jetzt ein gutes halbes Jahr in Gebrauch und bin vollauf damit zufrieden.
Die Montage geht nach gut verständlicher Gebrauchsanweisung wirklich kinderleicht und auch schnell von der Hand und dürfte mit normaler Geschicklichkeit zu bewältigen sein - ich habe es ja auch geschafft ;-) .
Eigentlich sollte man nicht von Folie reden, denn dieser Displayschutz ähnelt eher einer Karte, ist dabei aber hochflexibel und schmiegt sich bei der Montage wirklich blasenfrei und absolut passgenau an das Display an. Bei mir sieht es so aus, als ob das Mobiltelefon diesen Displayschutz schon ab Werk besäße.
Die angemahnten Qualitätsmängel meiner Vorrezensenten kann ich ganz und gar nicht nachvollziehen. Allerdings vergrabe ich mein Mobiltelefon weder in vollgekrümelten Taschen noch trage ich es ohne Hülle in der Hosentasche. Meiner Meinung nach ist kein Schutz derartigen Unachtsamkeiten gewachsen - aber das ist vermutlich Ansichtssache.
Eins sollte man aber beachten: Die antireflektierende Wirkung dieses Displayschutzes sorgt zwar dafür, daß man wirklich aus nahezu allen Blickwinkeln eine spiegelfreie Sicht auf das Display hat, vermindert aber etwas die Helligkeit und auch die Farbbrillianz. Man sollte sich hier also entscheiden, was einem wichtiger ist - keine Reflektion oder brilliante Farben und Kontraste (für diesen Fall steht FX-Clear zur Verfügung).
Ich habe schon einige Displayschutzfolien in Gebrauch gehabt und kann sagen, daß ich jetzt endlich mal vollends zufrieden bin.


Stabat Mater
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4.0 von 5 Sternen Gelungene Einspielung mit Schwächen, 13. September 2004
Rezension bezieht sich auf: Stabat Mater (Audio CD)
Dies ist eine sehr schöne Einspielung von Pergolesis Stabat Mater, die ich vor ein paar Jahren zufällig in die Hand bekam. Bis zu diesem Zeitpunkt war mir nur das weit verbreitete Duett "Fac ut ardeat cor meum" bekannt. Da mich dieses Duett schon beim ersten Hören in seinen Bann gezogen hatte, war ich dementsprechend neugierig auf das gesamte Werk.
Dank dieser gelungenen Aufnahme war ich sofort Feuer und Flamme und bis heute hat sich daran nichts geändert. Mittlerweile habe ich einige andere Interpretationen gehört, die oftmals mit dieser hier nicht mithalten können, was in erster Linie auf die beachtenswerte Leistung der beiden, außerhalb Wiens kaum bekannten, Sänngerinnen zurückzuführen ist.
Stefanie Kopinitis (Sopran) und Gabriella Bessenyei (Alt) laufen gerade in den Duetten zur Höchstform auf. Mag man in den Sopranarien bei Stefanie Kopinitis die bisweilen etwas metallischen Höhen als störend empfinden, nimmt sie sich in den Duetten soweit zurück, daß ihr Ton in den Höhen einen fast ätherischen Klang annimmt. Untermalt und gestützt wird dies von dem warmen, ansprechenden Alt Gabriella Bessenyeis.
Schon das erste Duett "Stabat Mater Dolorosa" zeigt wie schön diese beiden Stimmen miteinander harmonieren. Beide Sängerinnen beherrschen die Kunst, sich den stimmlichen Gegebenheiten und Möglichkeiten des anderen anzupassen ohne dabei sich selbst aus dem Blickfeld zu verlieren. Eine fast überirdische Atmosphäre erschaffen beide Sängerinnen im letzten Duett "Quando corpus morietur" mit einem transparenten Pianissimo, das von Stefanie Kopinitis auch in den Höhen gehalten wird. Beide Stimmen scheinen sich zu umarmen, sich zu verflechten, um dann wieder eigene Wege zu gehen und erneut zueinander zu finden. Das hat Gänsehautquallität und findet in anderen Interpretationen selten Nachahmer, leider. Oft sind hier die Sopranstimmen zu schrill und dominant und die Sänger finden nur mühsam oder gar nicht zueinander.
Selten begeistern Orchester und Sänger gleichermaßen. So auch hier. Denn bei aller Begeisterung für die Leistung der Sängerinnen bleiben bei der musikalischen Führung durch Wolfgang Gröhs doch einige Wünsche offen. Es fehlt eine spannende Dynamik, die das Werk eigentlich schon im Schlepptau hat und man nur noch aufgreifen muß. Ebenfalls läßt diese Interpretation einen exakt ausgearbeiteten Spannungsbogen und damit den roten Faden vermissen, wodurch die Orchesterbegleitung leider des öfteren zu statisch wirkt. Das ist umso ärgerlicher, da die wendigen und ausdrucksstarken Stimmen von Stefanie Kopinitis und Gabriella Bessenyei diese Aufmerksamkeit verdient hätten. Ebenso Pergolesi selbst. Trotzdem ist dies eine solide, beachtenswerte, nie seelenlose Aufnahmen, die sich nicht zu verstecken braucht und gerade durch die sängerischen Qualitäten hervorsticht.


Cecilia Bartoli ~ Gluck Italian Arias
Cecilia Bartoli ~ Gluck Italian Arias
Preis: EUR 25,98

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen La Bartoli erneut in Höchstform!, 23. Juni 2004
Cecilia Bartoli verzaubert mit ihrer ebenso warmen wie wendigen Stimme, mit Emotion pur zwischen Himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt. Eine Cecilia Bartoli singt ihre Arien nicht einfach nur so runter, sie zelebriert sie. Darin ist sie Meisterin ihres Fachs und das macht ihr auch keine andere Sängerin so schnell nach: Perlende Koloraturen, halsbrecherische Tonsprünge und vibrierende Tiefen gefolgt von ebenso klaren Höhen lassen auch diesmal wieder keine Wünsche offen.
Diese Begeisterung konnte ich bis dato bei Gluck nicht entwickeln - erschien mir seine Musik immer viel zu glatt und eintönig. In Zukunft werde ich ihn ganz bestimmt mit anderen Augen sehen bzw. Ohren hören. Cecilia Bartoli entlockt den Arien Glucks derart viele Facetten, dass ich ihn plötzlich gar nicht mehr als oberflächlichen Massenproduzenten empfinde. Kunst kommt eben doch von Können!
Damit stellt Cecilia Bartoli erneut ihre künstlerischen Qualitäten unter Beweis und empfiehlt sich zu Recht als Interpretin von Weltruhm.
Hier kommen alle auf ihre Kosten, Bartoli-Fans ebenso wie Anhänger der Musik Glucks. Vielleicht entdecken ja auch noch andere "Gluck-Skeptiker" dank Cecilia Bartoli diesen Komponisten neu...?!


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