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Rezensionen verfasst von
AusZeit-Magazin
(TOP 500 REZENSENT)   

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Ich finde dich: Thriller
Ich finde dich: Thriller
von Harlan Coben
  Broschiert
Preis: EUR 14,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein grandioser, raffinierter und spannender Thriller!, 17. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Ich finde dich: Thriller (Broschiert)
~Inhalt~

Jake Fisher ist unsterblich in seine Freundin Natalie verliebt. Doch die kurze Beziehung wird quasi von einem auf den anderen Tag von ihr mit den Worten: „Ich heirate meinen Ex“ beendet. Das ist für Jake natürlich ein Schlag ins Gesicht. Trotz des Schmerzes folgt er Natalies Einladung zur Hochzeit, wo sie ihm das Versprechen abnimmt, sie nie mehr zu kontaktieren, sie nie zu suchen. Jake hält sich daran – sechs ganze Jahre, bis er eines Tages die Todesanzeige von Natalies Mann Todd entdeckt. Er macht sich auf den Weg zu Todds Beerdigung, um seiner Ex-Freundin das Beileid auszusprechen. Aber was er dort sehen muss, lässt ihn förmlich erstarren: Die Witwe, die am Grab um ihren Mann trauert, ist nicht Natalie! Was hat das zu bedeuten? Wo ist Natalie? Jake beginnt zu recherchieren und wirbelt dadurch Staub auf. Er stellt unbequeme Fragen und bekommt darauf schmerzhafte Antworten. Die gemeinsame Vergangenheit und alles, woran er glaubt, scheint es nie gegeben zu haben. Doch wo liegt der Schlüssel zur Lösung des Rätsels? Todd war auf demselben College wie Jake, hatte denselben Mentor wie er … Ist das die richtige Spur, um an die Wahrheit zu gelangen?

~Einschätzung~

Der in New Jersey geborene Autor Harlan Coben hat schon so einige unterschiedliche berufliche Stationen hinter sich. So studierte er zunächst Politikwissenschaft, arbeitete daraufhin in der Touristikbranche, bevor er sich ganz dem Schreiben widmete. Bereits das Vorgängerbuch „Wer einmal lügt“, hat mich auf den Autor Coben aufmerksam gemacht, so dass ich umso gespannter war, ob er auch mit „Ich finde dich“ wieder bei mir punkten kann. Und das kann er! Ich war sofort in der Story gefangen. Dabei hilft es natürlich, dass Harlan Coben seinen Hauptprotagonisten Professor Jake Fisher die Geschichte erzählen lässt. Die direkte Ansprache des Lesers finde ich äußerst angenehm, so hat man das Gefühl, Teil der Geschichte zu sein. Der Nachteil ist natürlich, dass man immer auf demselben Wissensstand ist, wie Jake auch. Mit dem Professor für Politikwissenschaften ist dem Autor ein besonders guter Charakter gelungen. Ein untypisch moderner Professor, der – um sich sein Studium zu finanzieren – jahrelang als Türsteher arbeitete. Ein Professor, der sich Zeit für seine Studenten nimmt, trotzdem aber – im Gegensatz zu seinen Kollegen – einen respektablen Abstand zu ihnen (vor allem zu den weiblichen) wahrt. Ein Professor, der ab und zu gern mal mit seinem Freund Benedict einen über den Durst trinkt. Trotz des augenscheinlich glücklichen Lebens, trauert Jake nun schon seit sechs Jahren seiner einstigen großen Liebe Natalie nach. Der Leser versucht – gemeinsam mit Jake – auf des Rätsels Lösung, nämlich das Verbleiben seiner Ex-Freundin Natalie – zu kommen. Mit jedem Stein, den man aufdeckt, kommen neue unglaubliche Spuren ans Tageslicht. Immer mehr Personen scheinen an dem Verschwinden mitgewirkt zu haben. Von Kapitel zu Kapitel stellen sich dem Leser neue, größere Fragezeichen. Harlan Coben hält sich in „Ich finde dich“ fern von blutrünstigen Szenen und Beschreibungen und doch vermisse ich dieses Stilmittel überhaupt nicht. Die Spannung bleibt auch ohne großes Blutvergießen auf konstant hohem Niveau.

~Fazit~

Ein grandioser, raffinierter und spannender Thriller! 5 von 5 Punkten. (SM)


Die Engelmacherin: Kriminalroman
Die Engelmacherin: Kriminalroman
von Camilla Läckberg
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Stimmig und spannend von der ersten bis zur letzten Seite, 24. Februar 2014
~Inhalt~

Ebba Stark kehrt mit ihrem Mann Marten in ihr einstiges Elternhaus auf Valö zurück. Trauernd und voller Schuldgefühle versucht das Ehepaar den Erinnerungen um den tragischen Unfalltod ihres Sohnes zu entfliehen. Ein Neuanfang soll her – und zwar genau dort, wo Ebbas Familie 1974 von einem Tag auf den anderen verschwand. Nur die damals 1jährige Ebba wurde zurückgelassen – in einem Internat für gut betuchte Jungen. Doch niemand kann bis heute sagen, was damals wirklich passiert ist. Wurden die Elvanders Opfer eines Verbrechens? Oder haben sie das Land verlassen und ihre kleine Tochter einfach zurückgelassen? Möglicherweise war es auch ein Racheakt, denn Ebbas Vater führte das Internat mit äußerst strenger Hand. Ohne es zu ahnen, kommt Ebba dem Rätsel immer näher. Als ein Brandanschlag auf das Ehepaar Stark verübt wird und Ebba und Marten bei den Renovierungsarbeiten des Hauses auf vermeintliche Blutspuren stoßen, nehmen Kommissar Patrik Hedström und sein Kollege Gösta die Ermittlungen wieder auf.

~Einschätzung~

Auch in Camilla Läckbergs 8. Fall rund um das Ehepaar Erica und Patrik spielen verschiedene Zeitstränge eine wichtige Rolle. So blicken wir zum einen auf das Jahr 1908 zurück. Dagmars Eltern werden eines grausamen Verbrechens beschuldigt: Helga und Albert Svensson sollen die Pflegekinder, die man in ihre Obhut gegeben hat, getötet haben. Man stellt sie vor Gericht und verurteilt sie – nach dem damals gültigen Recht – zum Tode. Dagmar wächst daraufhin bei Pflegeeltern auf. Der Makel – Tochter der sogenannten Engelmacherin zu sein –, eilt ihr überallhin voraus. Eine steinige, schwere Zukunft scheint ihr vorbestimmt zu sein.

Der zweite Erzählstrang führt uns in die 70er Jahre nach Valö. Die Familie Elvander leitet dort ein Internat für Jungen. Ebbas Vater ist für seine Unberechenbarkeit bekannt. Das bekommt auch ihre leibliche Mutter des Öfteren zu spüren. Allerdings nicht nur von ihrem Mann, sondern auch von ihren Adoptivkindern. In den Osterferien des Jahres 1974 sind nur fünf Kinder im Internat: Leon, Sebastian, John, Percy und Josef. Als die Jungs von einem Angelausflug wieder kommen, finden sie Ebba ganz alleine im Haus vor – von ihren Eltern und Geschwistern keine Spur. Die Ermittlungen der Polizei laufen ins Leere. Es gibt keinerlei Anhaltspunkte auf ein Verbrechen.

Gekonnt schafft es die Autorin Camilla Läckberg in der Gegenwart alle losen Fäden zusammen zu führen. So versucht Ebba in ihrer ursprünglichen Heimat wieder zu sich zu finden. Der Tod ihres Sohnes hat ihr alle Lebensfreude geraubt. Durch diesen schweren Schicksalsschlag möchte sie nun auch endlich mehr über ihre eigene Familiengeschichte erfahren, zu lange hat sie sich davor verschlossen.

Doch leider hält die Idylle der Insel Valö nicht lange an. Ebba und Marten werden angegriffen und bedroht. Es wirkt fast so, als wolle man sie von der Insel vertreiben, damit sie nicht auf längst vergessene und gut behütete Geheimnisse stoßen. Doch auch die Jungs, die damals im Internat gelebt haben, sind nach Fjällbacka zurückgekehrt. Wissen sie doch mehr, als sie damals zugegeben haben? Wer kann das mysteriöse Rätsel um Ebbas Vorfahren lösen?

~Fazit~

Was kann ich groß schreiben? Für mich ist die schwedische Autorin eine Meisterin ihres Faches. Sie schafft es, ihren Charakteren Leben einzuhauchen. Die Romane sind in sich stimmig und von der ersten bis zur letzten Seite ist Spannung garantiert. Besonders schön finde ich die Verschmelzung von vergangenen Ereignissen und Gegenwartshandlungen. 5 von 5 Punkten!


Das Grauen
Das Grauen
von Alex Kava
  Broschiert
Preis: EUR 8,99

5.0 von 5 Sternen Fesselnder und rasanter Thriller mit garantiertem Gänsehautfaktor!, 19. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: Das Grauen (Broschiert)
~Inhalt~

Die Nachricht, dass der grausame Serienmörder Albert Stucky aus dem Strafvollzug fliehen konnte, bringt das Leben der Profilerin Maggie O'Dell total durcheinander. Bei ihrer letzten Begegnung mit Stucky wurde sie von ihm in eine Falle gelockt und schwer verletzt. Sie stürzt sich sofort in ihre eigenen Ermittlungen, da sie nach dem Vorfall damals, vom aktiven Dienst abgezogen wurde. Voller Angst harrt sie der Dinge und es dauert nicht lange bis der Mörder erneut zuschlägt. Wieder verschwinden Frauen mit denen sie Kontakt hatte und werden bestialisch ermordet. Endlich wird sie offiziell mit dem Fall betraut, doch von dem Täter fehlt jede Spur. Sein Ziel ist Maggie und er kommt rasant näher …

~Einschätzung~

„Das Grauen“ ist eine Neuauflage des 2002 erschienen Meisterwerks der amerikanischen Autorin Alex Kava. Es handelt sich um das 2. Buch aus der „Maggie-O'Dell- Serie“ um den grausamen Serienmörder Albert Stucky. Inzwischen sind acht weitere Bücher mit Maggie als Hauptprotagonistin erschienen.

Ich habe das erste Buch „Das Böse“, aus dieser Reihe nicht gelesen, hatte aber kein Problem mich in „Das Grauen“ einzufinden, da es sich um zwei abgeschlossene Storys handelt. Anhand von Rückblicken und Schilderungen kann man sich sehr gut in die Lage von Maggie hineinversetzen und erhält ein schauerliches Bild von der Grausamkeit des Serienmörders Stucky.

Die Profilerin Maggie O'Dell hat nicht nur mit der Scheidung und dem Umzug in ein neues Haus zu kämpfen, nein auch beruflich läuft es nicht nach Wunsch. Auf Grund ihrer Verletzung wurde sie vom aktiven Dienst abgezogen und muss nun Workshops über „Profiling“ leiten. Als Albert Stucky aus dem Strafvollzug fliehen kann, wird Maggies Leben neuerlich auf den Kopf gestellt. Ihr Vorgesetzter und ihre Kollegen halten sie für paranoid und möchten sie aus den Ermittlungen heraushalten. Allerdings wird bald klar, dass Maggie sowieso das Ziel der perfiden Spiele von Stucky ist. Als immer mehr Frauen aus ihrem Umfeld verschwinden, wird Maggie wieder in den aktiven Dienst zurückbeordert …

Alex Kava beschreibt wunderbar einfühlend wie es mit der Gefühlswelt von Maggie bestellt ist. Die Freude auf einen Neubeginn wird durch die Einsamkeit im neuen Haus getrübt und ihre Vorsicht hinsichtlich Sicherheitsmaßnahmen grenzt schon beinahe an Paranoia. So wandert sie immer wieder durch das leere Haus und überprüft, ob die Alarmanlage aktiviert ist oder geht nie unbewaffnet außer Haus. Maggie vermeidet jeglichen Kontakt mit Frauen aus ihrem Umfeld, um sie nicht zum nächsten Opfer des grausamen Mörders zu machen. Nur ihre Freundin, die Psychologin Gwen, gibt ihr Halt in dieser Situation. Nach allem was Maggie bereits mit Albert Stucky erlebt hat, ist ihr Verhalten nur allzu nachvollziehbar. Ja, auch ihre Besessenheit den Täter zur Strecke zu bringen und ihn leiden zu sehen, ist absolut verständlich.

Der Charakter der Immobilienmaklerin Tess McGowan hat mir sehr gut gefallen. Ihr Mut und ihre Stärke, basierend auf ihren Kindheitserlebnissen, haben mich ungemein beeindruckt. Man leidet und bangt mit ihr und hofft auf ein Happy End.

Der Thriller ist der reine Nervenkitzel, die Spannung steigert sich von Seite zu Seite und man fiebert richtig mit Maggie mit. Wer zart besaitet ist, sollte lieber die Finger von diesem Buch lassen, da die brutalen Taten des Mörders sehr detailliert beschrieben werden. Der Schreibstil der Autorin ist geradlinig und messerscharf, ohne langweilige Szenen wird das Geschehen ungeschminkt auf den Punkt gebracht.

~Fazit~

“Das Grauen” ist ein fesselnder und rasanter Thriller mit garantiertem Gänsehautfaktor. Die komplexe Handlung, sowie die sympathische Hauptprotagonistin Maggie O`Dell haben mich mehr als überzeugt und ich fühlte mich durchwegs gut unterhalten. Von mir gibt’s volle 5 von 5 Punkten. (PH)

Maggie O'Dell Serie:

Das Böse (A Perfect Evil, 2000)
Das Grauen (Split Second, 2001)
Schwarze Seelen (The Soul Catcher, 2002)
Eiskalter Wahnsinn (At the Stroke of Madness, 2003)
Die Rückkehr des Bösen (A Necessary Evil, 2006)
Ausgeblutet (Exposed, 2008)
Blutiger Freitag (Black Friday, 2009)
Knochenpfade (Damaged, 2010)
Fleisch (Hotwire, 2011)
Erloschen (Fireproof, 2012)


Böses Herz: Thriller
Böses Herz: Thriller
von Sandra Brown
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein fesselnder und packender Thriller, bei dem Hochspannung garantiert ist!, 19. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: Böses Herz: Thriller (Gebundene Ausgabe)
~Inhalt~

Die junge Witwe Honor Gillette führt seit dem viel zu frühen Tod ihres Mannes mit ihrer vierjährigen Tochter Emily ein eher zurückgezogenes Leben. Das ändert sich allerdings schlagartig, als ein schwer verletzter Mann vor ihrer Tür auftaucht und sie und Emily als Geiseln nimmt: Lee Coburn, der angeblich sieben Menschen kaltblütig ermordet haben soll, und nun sie und ihr Kind mit dem Leben bedroht. Die Lage spitzt sich dann auch noch dramatisch zu, als Coburn quasi vor ihren Augen einen Hilfs-Sheriff erschießt und dann behauptet, einer von den Guten zu sein und die Bösen eigentlich die städtische Polizei ist, zu der auch Honors Mann in der Vergangenheit gehört hat. Doch kann Honor diesem rücksichtslosen Kerl wirklich trauen und dient die verzweifelte Such nach Beweisen nicht einfach der Ablenkung von seinem eigenen kaltblütigen Verbrechen?

~Einschätzung~

„Böses Herz“ – mal wieder ein typischer Schmöker in guter alt-bewährter Brown Manier oder eher ein Thriller mit neuen Impulsen? Ich würde sagen, ein bisschen von Beidem, denn es gibt hier – wie gewohnt – aufregende Spannung mit unerwarteten Wendungen, andererseits setzt sie hier auch mal wieder verstärkt auf eine ihrer Uralt-Stärken mit etwas knisternder Erotik, was in den vorangegangen Thrillern ja eher etwas spärlich zum Zuge kam.

Mit unserem männlichen Hauptprotagonisten schickt Sandra Brown einen echten Knaller an den Start und der liefert mit seinen unangepassten Auftritten eine richtige Glanzleistung ab. Ich bin hier ja während des Lesens zu einem echten Lee Coburn-Fan mutiert und war richtiggehend fasziniert von seiner doch häufig schnodderigen Art und Weise. Der Kerl gibt sich ziemlich sperrig und flucht gerne und verhält sich nicht unbedingt gentlemenlike, ganz im Gegenteil terrorisiert er sein weibliches Pendant doch ganz gerne bei passender Gelegenheit und das Sprichwort: Raue Schale, weicher Kern findet hier durchaus auch Anwendung. Aber sein Umgang mit Vierjährigen ist jedenfalls noch dringend verbesserungswürdig. :-) Apropos Vierjährige: Die kleine Emily entpuppt sich hier auch als ein absolutes Highlight, ein echter Sonnenschein, der dem manchmal erbarmungslosen und teuflischen Geschehen eine gewisse Leichtigkeit gibt und vor allem in den Dialogen mit Coburn eine kleine witzige Note reinbringt.

Bei unseren weiblichen Hauptdarstellerin könnte man vielleicht zunächst vermuten oder eher befürchten, dass sie durch diese klare und fast übermächtige Präsenz Coburns’ an die Wand gespielt werden könnte – ist aber mitnichten der Fall – denn die Autorin gibt Honor eine robuste Zähigkeit an die Hand, die es durchaus mit Coburns’ vitaler Gegenwart aufnehmen kann.

Sandra Brown schickt hier unsere beiden Hauptprotagonisten samt kleinem Kind während des Geschehens fast permanent auf eine abenteuerliche Flucht, gehetzt von Feind und FBI, was für eine unglaubliche Spannung beim Lesen sorgt und das auch noch so plastisch und ausdrucksvoll zu Papier bringt, dass man das Gefühl hat, mitten im Geschehen zu sein. Dazu setzt die Autorin unglaublich geschickt fast an jedes Ende eines Kapitels einen Cliffhanger, der dermaßen aufregend und oft auch dramatisch in Szene gesetzt ist, dass es uns Lesern fast unmöglich gemacht wird, mal eine wohlverdiente Lesepause einzulegen. Also durchschnaufen ist hier nicht und wenigstens das nächste und übernächste Kapitel muss noch dringend gelesen werden *schmunzel*

Für mich persönlich ist Sandra Brown übrigens auch die ungekrönte Königin der kurzen und prägnanten Dialoge, die sie wie keine Zweite in Szene setzen kann und trotz so weniger Worte so viel aussagen. :-) Zudem greift sie hier auch auf ihre frühere sehr erfolgreiche „Karriere“ als reine Liebesromanautorin zurück und schneidert unserem Heldenpaar eine kleine, aber feine Love Story auf den Leib, die diesem Thriller meiner Meinung nach noch das gewisse Etwas verleiht.

Die Spannung bleibt bis zum Schluss enorm hoch, hat mich da doch insbesondere die Enthüllung des „Bookkeepers“ ziemlich überrascht. Ein bisschen enttäuscht hat mich eigentlich nur das Ende des Buches, sprich Happy End unseres Heldenpaares, das auch in meiner Bewertung des Schmökers zu einem Punkt Abzug geführt hat. Das Finale gestaltet sich für mich einfach einen Tick zu unausgereift und unfertig. Da hätte ich mir nach so einer speziell zelebrierten Love Story ein perfekteres Happy End gewünscht.

~Fazit~

Ein fesselnder und packender Thriller, bei dem Hochspannung garantiert ist und zudem mit zwei hervorragend aufgelegten Hauptprotagonisten zu überzeugen weiß. Der unzugängliche Kerl und seine propere Lady verbinden hier Love & Crime auf tolle Art und Weise, hätten dafür aber ein würdigeres Happy End verdient. Dafür gibt’s aber allemal gute 4 von 5 Punkten mit deutlicher Tendenz nach oben. (AK)


Riskante Versuchung
Riskante Versuchung
von Suzanne Brockmann
  Broschiert
Preis: EUR 8,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein passabler und eingängiger Schmöker, der durchaus nett unterhält!, 19. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: Riskante Versuchung (Broschiert)
~Inhalt~

Jess Baxter weiß nicht so recht, was sie von ihrem neuen Mieter und Nachbarn Rob Carpenter halten soll. Einerseits fühlt sie sich sehr zu ihm hingezogen und im Umgang mit ihrer kleinen Tochter zeigt er sich liebevoll und aufgeschlossen. Andererseits spürt sie ganz genau, dass sein auf den ersten Blick unscheinbaren Äußeres ein dunkles Geheimnis birgt und als alleinerziehende Mutter muss sie einfach immer das Wohlergehen ihres Kindes im Auge haben. Als nämlich eines Tages das FBI vor ihrer Tür steht und Rob beschuldigt, ein Serienkiller zu sein, der auf brutale Weise Frauen tötet, die ihr ähnlich sehen, weiß Jess nicht mehr, ob sie rationale Vernunft über ihr verliebtes Herz stellen soll …

~Einschätzung~

Suzanne Brockmann? Die Schmöker dieser Frau sind bei mir ja seit den „Troubleshooters“ absolutes Pflichtprogramm. Eben besagte Seals oder die Kollegen der „Heartbreakers“, diese beiden Serien sind in meinem Leseherz felsenfest eingemeißelt. :-) Da ist es ja überhaupt keine Frage, dass all ihre anderen Schmöker ebenfalls ein Must-Have sind, ich aber – zugegebenermaßen – in dieser Hinsicht auch schon negative Erfahrungen gemacht habe. Aber als echten Brockmann-Fan schreckt mich das nicht wirklich. :-) Man sollte aber definitiv im Hinterkopf haben, dass wir es hier wieder mal mit einem Uralt-Schmöker der Autorin zu tun haben und man dieses hohe Alter durchaus auch ziemlich deutlich heraus lesen kann.

Mit „Riskante Versuchung“ hat der Verlag nämlich ein Original aus den Neunzigern veröffentlicht und dieses hier hat mich auch so herrlich an die Vorgänger „Nicht ohne Risiko“ oder „Mit jedem Herzschlag“ erinnert, die ebenfalls aus dieser „Ära“ stammen und man das definitiv vergleichen kann.

Irgendwie haben wir hier ein Mittelding aus „weichgespültem“ Crime Plot und properer Love Story, was aber keinesfalls negativ klingen soll, sondern eben auch so einen spröden Charme versprüht, den vor allem diese älteren Schmöker so häufig mit sich bringen. Meist haben wir es dann aber auch mit etwas bieder und zahm agierenden Charakteren zu tun, die man auf diese Weise in der heutigen Zeit in hippen und modernen Lady Thrillern wohl nicht mehr findet. Nichtsdestotrotz gefallen mir die beiden Hauptprotagonisten Jess und Rob irgendwie ganz gut, ob ihre sicherlich nicht ganz runde Love Story, oder eben auch ihre Solo-Auftritte, ihren Job erledigen die beiden hier ganz routiniert. Natürlich fehlt auch in diesen Aktionen schon so ein bisschen diese moderne Realität und man spürt einfach, dass das Geschehen nicht wirklich am Puls der Zeit ist, aber wenn man sich als Leserin auf das Altmodische und Überholte einlässt, wird man durchaus gut unterhalten.

Zugegebenermaßen habe ich letztendlich ein kleines bisschen überlegen müssen, ob der Schmöker mir nun drei oder gar vier Punkte wert ist, aber die Vier sind es dann doch allemal, denn alle Faktoren berücksichtigt, passt das hier schon mit dem Lesevergnügen. ;-)

~Fazit~

Ein passabler und eingängiger Schmöker, der durchaus nett unterhält, dem man aber sein betagtes Alter durchaus anmerkt und dem die ganz große Spannung fehlt. Leserinnen, die sich auf diese Gegebenheiten einlassen, und auch den eingefleischten Brockmann-Fans könnte „Riskante Versuchung“ sehr wohl einen Versuch wert sein. Von mir gibt’s wohlverdiente 4 von 5 Punkten für diesen „Oldie“. (AK)


Der gute Stern von Friday Harbor
Der gute Stern von Friday Harbor
von Lisa Kleypas
  Broschiert
Preis: EUR 7,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein absolut gelungener dritter Teil der „Friday Harbor“ Serie!, 19. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: Der gute Stern von Friday Harbor (Broschiert)
~Inhalt~

Zoe Hoffman hat es geschafft: Nach einer gescheiterten Ehe hat sie sich privat und beruflich neu aufgestellt. Mit ihrer Cousine Justine betreibt sie äußerst erfolgreich eine kleine Pension, bei der sie als Küchenchefin die Gäste mit kulinarischen Köstlichkeiten versorgt. All diese private Zufriedenheit gerät gefährlich ins Wanken, als sie die Hilfe des Bauunternehmers Alex Nolan benötigt, der nicht nur die Renovierungsarbeiten in ihrem Haus übernimmt, sondern auch gleich mal ihre Nerven strapaziert und auch sonst so einiges bei ihr zum Klingen bringt …

~Einschätzung~

Das dritte Gastspiel in Friday Harbor und damit auch der dritte Nolan-Bruder am Zuge. Nach Mark und Sam darf nun das „Enfant terrible“ der Familie ran und der gute Alex macht hier seinem schlechten Ruf mal alle Ehre. :-) Der Kerl polterte ja schon in den beiden Vorgängern munter durch das Geschehen und auch hier dreht er mächtig auf. Schnodderig, rüpelhaft und gerne mal einen über den Durst drinkend, läuft er in dieser Beziehung wirklich zur Hochform auf. Da hat Lisa Kleypas wirklich einen „Romanhelden“ geschaffen, der auf den ersten Blick wenig bis gar nichts mit einem Helden im wahrsten Sinne des Wortes zu tun. Und trotz so vieler negativer Eigenschaften und seiner manchmal unsäglichen Art finde ich persönlich die Auftritte dieses Kerls einfach nur klasse :-)

An seiner Seite haben wir mit Zoe ebenfalls eine ganz tolle und patente Person, die man auch einfach nur mögen muss. Ob als fürsorgliche Enkeltochter, als verlässliche Cousine oder eben als Herzensdame des widerspenstigen Alex, in all ihren Rollen agiert die gute Zoe einfach fantastisch. Und gerade an Alex’ Seite gibt sie noch mal extra Gas und legt da oftmals die Geduld einer Heiligen an den Tag. Gemeinsam geben die beiden ein echtes Traumpaar ab, bei dem zwar während des Geschehens selten eitel Sonnenschein herrscht, die beiden aber trotzdem wunderbar miteinander harmonieren. Lisa Kleypas lädt vor allem unserem männlichen Hauptprotagonisten einiges an emotionalem Ballast auf die Schultern und auch vor Alkoholabhängigkeit macht sie nicht halt, was unserem männlichen Hauptdarsteller einiges an Problemen bereitet.

Übrigens bleibt Lisa Kleypas auch hier wieder ihrer Linie treu und versorgt uns Leserinnen mit einem Hauch von Übersinnlichem. Da hat sie ja ebenfalls in den Vorgängerbänden ein bisschen was einfließen lassen. Dabei wird es auch noch richtig amüsant, denn für die Rubrik „Übersinnliches“ zeigt sich hier Geist Tom zuständig, der unerschrocken als Alex „Schatten“ durchs Geschehen marschiert, sich die beiden dabei verbale Duelle liefern, die herrlich köstlich und humorig daherkommen, denn der gute Tom hält mit seiner Meinung grundsätzlich nicht hinter dem Berg. :-)

Die Protagonisten aus den Vorgängerbänden kommen hier übrigens eher spärlich zu Wort, was dem Lesevergnügen aber überhaupt keinen Abbruch tut und man diesen Teil durchaus auch solo lesen kann, ohne die beiden Vorgängerromane zu kennen. Aber einen kleinen Ausblick auf potenzielle Hauptprotagonisten gewährt uns die Autorin da schon, denn mit Zoes’ Cousine Justine hat hier die nächste im Bunde schon einige kurze Auftritte.

~Fazit~

Ein absolut gelungener dritter Teil der „Friday Harbor“ Serie, der mit zwei gut aufgelegten Hauptprotagonisten zu überzeugen weiß und sich als wahres Lesevergnügen entpuppt! Von mir gibt’s die volle Punktzahl für das „Schwarze Schaf“ der Familie Nolan samt seiner besseren Hälfte. (AK)


D.C. Affairs: Fatales Geheimnis
D.C. Affairs: Fatales Geheimnis
von Marie Force
  Broschiert
Preis: EUR 7,99

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Marie Force? Diesen Namen sollten sich Liebhaberinnen des Romantic Suspense wirklich unbedingt merken!, 19. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: D.C. Affairs: Fatales Geheimnis (Broschiert)
~Inhalt~

Detective Sergeant Samantha Holland hat einen höchst brisanten Fall aufzuklären: Der brutale Mord an Senator John O’Connor: Eine äußerst heikle Aufgabe, denn nicht nur der prominente Mordfall könnte sich zum Stolperstein ihrer beruflichen Karriere erweisen, sondern auch O’Connors Stabschef und bester Freund Nick Cappuano soll bei der Aufklärung des Mordes helfen. Schwierig nur, dass Sam und Nick eine gemeinsame und nicht besonders erfreuliche Vergangenheit in Form eines One-Night-Stands vor sechs Jahren hatten und seitdem eisige Funkstille zwischen beiden herrschte …

~Einschätzung~

Marie Force? Diesen Namen sollten sich Liebhaberinnen des Romantic Suspense wirklich unbedingt merken. Die Frau ist für meinen Geschmack eine echte Bereicherung für dieses Genre und stellt sich mit „Fatales Geheimnis“ der deutschen Leserschaft mit einem echten Knaller vor. Und das Beste daran: Es ist auch noch der Beginn einer Serie. :-) Und die tönt ja mal wirklich ziemlich vielversprechend.

Mit Sam und Nick präsentiert uns die Autorin ein echt tolles Paar, was wahnsinnig viel Potenzial aufweist und wir Leserinnen hier schon mal einen echten Vorgeschmack von dem bekommen, was uns in den weiteren Bänden noch so alles erwartet. Bei dieser Konstellation gibt’s bei bestimmt nicht wenigen Leserinnen sicherlich ein Déjà-vu und werden schnell merken: Diese beiden brauchen sich wahrlich nicht hinter einer gewissen Eve und ihrem Rourke zu verstecken. ;-) Die Interaktionen der beiden – ob beim romantischen tête-à-tête oder beruflicher Natur – bei unserem Duo stimmt einfach die Chemie und zieht uns Leserinnen so richtig in ihren Bann. Zugegebenermaßen hab ich mich aber doch in einigen Szenen um den guten Nick ein bisschen gesorgt, denn sein weibliches Pendant zeigt da doch ein paar herrische und dominante Züge, die unserem männlichen Hauptprotagonist wirklich alle Mühen abverlangen, um dagegen zu halten. Der Kerl kriegt aber immer gerade so die Kurve, und diese „Machtkämpfe“ der beiden sind auch das gewisse Salz in der Suppe und bieten aufregende Unterhaltung.

Auch bei den Nebenprotagonisten hat Marie Force richtig gute Leute an den Start geschickt, wobei sich Sams’ Partner Freddie als mein absoluter Favorit entpuppt hat. Der Kerl hat ja wirklich einige interessante Überraschungen parat und da bin ich mal echt gespannt, wie die Autorin seinen Charakter in künftigen Bänden weiterspinnt.

Zudem gibt’s neben dieser tollen Love Story auch noch einen wirklich spannenden Crime-Plot, den die Autorin absolut auf Augenhöhe abhandelt und dabei die Mördersuche durchaus anregend und spannend in Szene setzt. Da hält sie uns einige offensichtliche Verdächtige vor die Nase, um uns dann mal so richtig schön zu überraschen, aber anders wollen wir es ja eigentlich auch gar nicht haben. ;-)

Auch das Setting mit dem politischen „Haifischbecken“ Washington ist für meinen Geschmack ein echter Volltreffer, denn wenn nicht in der Politik, wo sonst tummeln sich machthungrige und einflussreiche Typen rum, die gerne mal Sex & Crime zu ihrem Vorteil nutzen?

Vielleicht ist es mir einfach bisher nur nicht früher aufgefallen oder Mira hat jetzt zu Jahresbeginn mit Romantic Crime ein krachneues Genre aufgemacht und es für meinen Geschmack mit dieser Deklaration absolut perfekt auf den Punkt gebracht. Beide Daumen hoch dafür :-)

~Fazit~

Ein wirklich tolles Debut von Marie Force und ihrer „Fatal“-Serie, die mit zwei sehr präsenten und echten Hauptprotagonisten zu überzeugen weiß und absolut Lust auf mehr macht. Von mir gibt’s die volle Punktzahl für diesen gelungen Mix aus Love & Crime und eine Menge Vorfreude auf Juli 2014 wenn es dann endlich in die zweite Runde mit Sam und Nick geht. (AK)


Ein unwiderstehliches Angebot: Roman
Ein unwiderstehliches Angebot: Roman
von Emma Wildes
  Taschenbuch
Preis: EUR 7,99

4.0 von 5 Sternen Vivian und Lucien machen einen soliden, aber nicht überragenden Job, 19. Januar 2014
~Inhalt~

Miss Vivian Lacrosse, Blaustrumpf und Botanikerin mit Leib und Seele, hat so ihre Probleme, wenn es darum geht, einen passenden Ehemann zu finden. Ihr Verlobter Charles mit einer anderen auf und davon, steht sie auch nach ihrer vierten Saison ohne Aussicht auf den gebotenen Göttergatten da. Das ändert sich dann schlagartig als ausgerechnet Charles’ älterer Bruder Lucien, seines Zeichens der Marquess of Stockton, bereit ist für Charles in die Presche zu springen, um Vivian zum Traualtar zu führen. Dabei handelt der gute Marquess aber nicht nur aus reinem Pflichtgefühl, sondern hat da so seine ganz eigenen Motive …

~Einschätzung~

Mit „Ein unwiderstehliches Angebot“ gibt’s nun den dritten Teil der „wartenden Damen“ an die Hand und nach Cecily Francis und Lillian Bourne darf nun Lillians’ Freundin Vivian Lacrosse ran. Besagte Dame hatte ja schon im Vorgänger „Eine skandalöse Lady“ einige kurze Auftritte und von ihr habe ich mir doch einiges versprochen mit ihrem ausgiebigen Faible für Flora und Fauna. Aber nicht nur von der guten Vivian habe ich mir so manches erhofft, sondern auch von Emma Wildes selbst. Insgesamt war ich jetzt wirklich gespannt auf diesen Teil der Serie und habe mir hier nochmal ein echtes Highlight von der Autorin gewünscht. Die beiden Vorgänger hat Emma Wildes zwar nicht schlecht in Szene gesetzt, aber der allerletzte Burner war für meinen Geschmack nun nicht dabei. Waren mir persönlich einen Tick zu routiniert und fast schon zu brav von ihr erzählt. Und dass die gute Frau ja auch ganz anders kann, hat sie ja schon mit ihren älteren Schmökern bewiesen, wobei mein persönlicher Favorit nach wie vor „Eine unzüchtige Lady“ ist und ich damit auch zum überzeugten Emma Wildes-Fan geworden bin. Mir gefällt einfach ihre Schreibe, die in der Regel mit viel Wortwitz für echten Lesespaß sorgt.

Das Ganze beginnt hier auch ganz verheißungsvoll. Mit Vivian stellt uns die Autorin einen ziemlich reizvollen Charakter mit exzentrischen Interessen vor, der richtig Lust auf mehr macht. Irgendwie ist dieses Potenzial während des Geschehens aber ein bisschen auf der Strecke geblieben und die strahlende Lebhaftigkeit unserer Botanikerin vom Beginn hat sich etwa Mitte des Buches etwas verloren. Sympathisch und nett agiert sie hier ja schon, aber eben auch nicht mehr. Bei unserem männlichen Hauptprotagonisten verhält es sich ähnlich und die beiden oben genannten Charaktereigenschaften treffen ebenfalls voll und ganz zu. Nimmt man das zusammen, haben wir summa summarum eben auch eine Love Story, die genau so sympathisch und nett daher kommt. Schön, aber ohne die ganz großen Highlights. Erschwerend kommt dann auch noch hinzu, dass unser männlicher Hauptprotagonist auch noch mal kurz verschwindet, sodass das knisternde Miteinander doch etwas zu kurz kommt.

Und wie üblich bei Emma Wildes, gibt’s auch eine zweite Love Story, die aber eher eine untergeordnete Rolle spielt – oder da wohl sagen soll – spielen sollte, denn oftmals gefällt mir dieses Pärchen samt ihrem Techtelmechtel nochmals einen Tick besser. Hier aber ist es eher umgekehrt: Diese zweite Liebesgeschichte um den jüngeren Bruder Charles samt seiner Braut Louisa konnte mich nicht so sehr fesseln, da kam sie mir einfach zu dominant daher, vor allem in Bezug auf die Liebesszenen. Da verbringen mir die beiden Turteltauben einfach zu viel Zeit zwischen den Bettlaken, und bitteschön wo bleibt da die Gerechtigkeit? Da langt die Autorin doch einen Hauch zu gründlich und umfassend zu und in dieser Beziehung kommen unsere beiden Hauptprotagonisten fast schon ein bisschen zu kurz :)

Es kommen auch einige Protagonisten aus den Vorgängern zu Wort, nicht zuletzt Vivans’ Freundin Lillian samt ihrem Göttergatten Damien, der übrigens an dem Verschwinden von Vivians Verlobten nicht ganz unschuldig ist.

~Fazit~

Aller guten Dinge sind ja bekanntlich drei, doch so ganz hat dieses Sprichwort beim dritten Teil der „Ladies in Waiting“ nicht hingehauen. Vivian und Lucien machen einen soliden, aber nicht überragenden Job. Dafür gibt’s von mir zwar eher wacklige, aber redlich verdiente 4 Punkte! (AK)


Tore der Zeit: Roman
Tore der Zeit: Roman
von Lea Nicolai
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,99

5.0 von 5 Sternen Abenteuerlich, fesselnd, voller Liebe und bösen Seelen kommt die Geschichte daher – ich bin begeistert!, 19. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: Tore der Zeit: Roman (Gebundene Ausgabe)
~Inhalt~

Ravenna, 24 Jahre alt und eine Hexe, nimmt an einer Quiz-Show teil, weil sie gerade pleite ist und dringend Geld braucht, um ihre Schwester zu suchen, die im Mittelalter verschwunden ist. Ravenna ist eine Tormeisterin, das bedeutet, dass sie die Magie der Tore, die in eine andere Zeit führen, beherrscht. Aus dem Mittelalter kommt auch ihr Freund Lucian, der in ihrer Welt, dem jetzigen Jahrhundert, auf viel Unbekanntes stößt. Lucian steht ihr jedoch bei dem Quiz zur Seite und muss miterleben, wie der Schwarzmagier Beliar sich als Showmaster entpuppt und Ravenna zusammen mit Lucian auf eine Hetzjagd ins Mittelalter schickt…

~Einschätzung~

Die im Schwarzwald lebende Autorin Lea Nicolai ist schon seit langem von dem Thema Hexen fasziniert. Sie hat bereits den Roman „Die Hexen“ veröffentlicht und widmet sich mit „Tore der Zeit“ erneut dem magischen Thema, wobei sie weiße wie schwarze Zauberei in eine spannende Story packt, die actionreich und voller interessanter Charaktere daherkommt.

Die Geschichte dreht sich um die junge Hexe Ravenna, die in einer Welt lebt, wo die Menschen daran gewohnt sind, dass einige unter ihnen magische Kräfte besitzen und andere nicht. Ravenna kann Tore öffnen, durch die man in eine andere, längst vergangene Zeit gelangen kann. Doch mit den Toren stimmt etwas nicht. Sie scheinen verflucht und jeder, der sich ihnen nähert, gerät in Gefahr. Zu allem Überfluss steckt Ravenna mit ihrem Ritter Lucian in der Jetzt-Zeit fest, während sich ihre Schwester irgendwo im Mittelalter befindet. Ravenna weiß, dass sie handeln muss und ahnt noch nicht, dass sie bald in eine abenteuerliche Reise in vergangene Jahre gerät, die ihren Stolz, aber auch ihre Liebe zu Lucian auf eine harte Probe stellen wird…

Mir war nicht bewusst, dass das Buch einen Vorgänger hat („Die Hexen“) und ich habe „Tore der Zeit“ gelesen, als wäre es ein Einzelband, was auch sehr gut funktioniert hat, da die Autorin sehr viel erklärt und beschreibt und ich nie das Gefühl hatte, etwas wichtiges verpasst zu haben. Nach dem Lesen von „Tore der Zeit“ bin ich aber auf jeden Fall neugierig auf „Die Hexen“ geworden und möchte die Autorin mal im Auge behalten, denn „Tore der Zeit“ hat mir sehr gut gefallen, weil es temporeich, sehr spannend und faszinierend war.

Die Hauptfiguren Ravenna und Lucian haben mir unglaublich gut gefallen. Ravenna ist eine sehr starke, mutige Persönlichkeit und Lucian ein interessanter, attraktiver Typ, genau der richtige Ritter für die Hexe an seiner Seite. Dann gab es noch die wunderbare böse Seite, darunter der „Teufel“ Beliar, der gnadenlose Vater von Lucian und die Gegenspieler von Ravenna im Quiz, die nichts unversucht lassen, um die Gewinne für sich einzustreichen.

„Tore der Zeit“ ist ganz viel. Ein Wettbewerb zwischen den Zeiten. Eine Liebesgeschichte. Eine Fantasy-Story voller Magie. Dicht gepackte Spannung, bei der das Leserherz höher schlägt. Also meines hat das auf jeden Fall. Begeistern konnte mich zudem die glasklare Erzählweise der Autorin, die sehr schön eingefangen hat, wie alles in der Jetzt-Zeit, aber auch im Mittelalter, so aussieht, sodass ich mich von dem fantasievollen Kopfkino-Buch mitreißen lassen konnte. Großartig und absolut magisch!

~Fazit~

Der Fantasy-Roman „Tore der Zeit“ von Lea Nicolai bringt die Magie zum Schwingen: abenteuerlich, fesselnd, voller Liebe und bösen Seelen kommt die Geschichte daher – ich bin begeistert! Von mir gibt es 5 von 5 Punkten und ein Amazing. (DL)


Die Zeit der Wunder
Die Zeit der Wunder
von Anne-Laure Bondoux
  Taschenbuch
Preis: EUR 6,99

5.0 von 5 Sternen Ein kleiner, eindrucksvoller Jugendroman, der zu Herzen geht, 19. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: Die Zeit der Wunder (Taschenbuch)
~Inhalt~

Koumaïl, sieben Jahre alt, ist eigentlich ein Franzose, behauptet seine Ziehmutter. Sie hat ihn damals als Baby aus einem brennenden Zug gerettet und sie leben nun als Flüchtlinge im Kaukasus. Es ist eine schwierige Zeit. Koumaïl wird älter, reifer und setzt sich mit den Themen Krieg, dem Tod und den Fantasien einer schönen Welt auseinander. Aber was auch passiert, er gibt nicht auf. Gibt es für ihn nicht vielleicht auch das ein oder andere kleine Wunder?

~Einschätzung~

Die französische Autorin Anne-Laure Bondoux hat bereits mehrere Romane geschrieben, die vielfach ausgezeichnet und in zwanzig Sprachen übersetzt wurden. „Die Zeit der Wunder“ ist ein ruhiger, nachdenklich stimmender Roman aus der Feder dieser Autorin, die sich einiger schwieriger Themen annimmt und diese aus der Sicht eines jungen Protagonisten schildert.

„Als Gloria von der Arbeit kommt, das Gesicht voller Staub, so dass sie wie eine Verwandte von Abdelmalik aussieht, frage ich sie, ob man während des Krieges glücklich sein darf. Sie schaut mich ernst an und wischt sich den Schmutz von den Wangen, bevor sie antwortet: „Glücklich sein wird zu jeder Zeit empfohlen, Monsieur Blaise.“ (Seite 60)

Koumaïl ist eigentlich ein Franzose. Das erzählt ihm zumindest Gloria, die Frau, die ihn rettete, als er ein Baby war und ihn an sich nahm, um ihn großzuziehen. Dabei kann er noch nicht mal Französisch. Er erlebt Tag für Tag, was es bedeutet, Opfer eines Kriegs zu sein, immer am Rande der Armut zu stehen und Menschen kennenzulernen, denen es manchmal sogar noch schlechter geht als ihm. Doch Koumaïl ist stark und lebensfroh. So glaubt er, die große Welt irgendwann auch aus einem guten Winkel sehen zu können. Allerdings kommen mit den Jahren Probleme auf ihn zu, die nicht zuletzt sein wahres Ich in Frage stellen…

Die kleine Geschichte um den jungen Koumaïl ist eine schöne, ruhige, langsame Erzählung, die den Leser mit den Augen eines Flüchtlings, der das arme Leben trotzt, unterhält. Es geht um den Krieg, um die Liebe, um ein großes Geheimnis. Und immer darum, dass man Wunder erleben kann, wenn man sie nur zulässt.

„Die Zeit der Wunder“ ist wirklich gelungen erzählt und bringt mit dem Ich-Erzähler, der in kurzen, eindringlichen Sätzen von seinen Erlebnissen berichtet und ein wundervoll sympathischer Charakter ist, die Geschichte zum schwingen. Man nimmt Anteil an seinem Leben, seinen Sehnsüchten – seinen Wundern. Ein kurzweiliges, ehrliches und faszinierendes Buch, das ich weiterempfehlen kann.

~Fazit~

Ein kleiner, eindrucksvoller Jugendroman, der zu Herzen geht und von den kleinen Wundern des Lebens erzählt. Von mir gibt es 5 von 5 Punkten. (DL)


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