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Rezensionen verfasst von
Sven Gellersen (Hannover)

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Under the Skin [Blu-ray]
Under the Skin [Blu-ray]
DVD ~ Scarlett Johansson
Wird angeboten von media4world
Preis: EUR 14,65

6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ignoriert bitte den Klappentext!, 11. Oktober 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Under the Skin [Blu-ray] (Blu-ray)
Wie schon der Titel erahnen lässt, möchte ich zunächst mal darauf hinweisen, dass Begleittext der Blu-Ray, welcher auch hier auf Amazon nachzulesen ist, nicht wirklich zum Film passt. Die Filmbeschreibung lässt den geneigten Käufer wie ich finde erwarten, es hier mit einem B-Movie inklusive viel Blut zu tun zu haben. Dem ist aber nicht so!
Generell empfehle ich sogar, den Text aus Spoilergründen nicht zu lesen - warum, erkläre ich im folgenden Absatz.

Im Grunde geht es um Laura, eine junge Frau. Sie ist auf der Suche nach Männern, die sie verführen kann. Doch sie ist nicht auf Sex aus, sondern lockt diese Männer in eine Falle, die wohl kaum grausamer als der schlimmste Albtraum sein könnte. Wer oder was Laura ist ... das wird im gesamten Film nicht konkret erklärt. Wer weder Klappentext noch irgendwelche Rezensionen zu dem Film gelesen hat, wird im Laufe des Filmes Vermutungen anstellen. Am Ende des Filmes wird die Wahrheit hinter Laura am Deutlichsten, wenngleich dennoch Interpretationsspielraum bleibt (welcher durch besagten Klappentext und auch einigen Reviews / Rezensionen vernichtet wird).
Der eingangs erwähnte Beutefang macht übrigens nur einen Teil des Filmes aus, nämlich etwa das erste Drittel. Danach verlässt "Under the Skin" diese Szenerie und widmet sich anderen Facetten von Laura.
Was mich an dem Film am meisten beeindruckt hat, ist die Art und Weise, wie Lauras Charakter skizziert wird. Ihre gnadenlose Gefühlskälte. Die spätere, zaghafte Wandlung ihrer Persönlichkeit / ihre "Menschwerdung". Ihre Einsamkeit und Verlorenheit inmitten der Gesellschaft. Sehr faszinierend fand ich auch, wie der Film Hinweise auf Lauras eigentliche Identität gibt, z.B. durch ihre Interaktion mit ihrem letzten Opfer, einem Mann mit einem deformierten Gesicht. Oder die Kuchenszene.

Nun, wem kann ich diesen Film empfehlen? Es ist sicher hilfreich, wenn Sie, werter Leser, Regisseure wie Gaspar Noe oder Lars von Trier kennen und mögen. "Under the Skin" hätte meines Erachtens auch von genau diesen Filmemachern stammen können, denn er ist extrem experimentell und ignoriert viele klassische Regeln eines Filmes. Beispielsweise gibt es etliche Szenen, in denen Scarlett Johannson mit "versteckter Kamera" gedreht wurde. Das heißt in diesem Fall, dass um sie herum bis zu zehn Kameras liefen und sie somit nicht wissen konnte, welche Aufnahmen am Ende in den Film geschnitten werden würden. Auch wurde auf die Verwendung von Komparsen verzichtet, so wird teilweise mit echten Charakteren statt mit Rollen interagiert, was dem Film in Abschnitten was Dokumentarisches, Echtes verleiht.

Ich habe "Under the Skin" sehr genossen. Es wurde eine außergewöhnliche Geschichte mit teilweise außergewöhnlichen Mitteln erzählt. So konnte der Film eine Atmosphäre schaffen, die nahezu einzigartig ist.
Wer übrigens gerne O-Ton hört, sollte hier wenigstens Untertitel zuschalten. Der Film spielt in Schottland und die Menschen sind teils wirklich sehr schwer zu verstehen, auch mit guten Englischkenntnissen.


Oonagh
Oonagh
Preis: EUR 5,83

9 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Für zwischendurch ganz passabel, 24. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Oonagh (Audio CD)
Aufmerksam geworden bin ich durch die Werbung im TV, schon da wurde ich leicht misstrauisch. "Oonagh" klingt mystisch, das Albumdesign ist aber auf Hochglanz poliert und wirkt eher wie von einer 08/15-Pop-Band. Die zu hörenden Musikschnipsel waren aber ganz in Ordnung, so habe ich mir die CD mal von einer Freundin ausgeliehen.

Nun. Kommen wir doch erstmal zu den positiven Aspekten dieses Albums ...
- Die Musik hat einige nette Einfälle, z.B. der teilweise mehrstimmige Gesang vor allem in den Refrains
- Grundsätzlich ist die Idee der deutsch-elbischen Mischtexte zwar nicht weltbewegend innovativ, aber dennoch nicht schlecht
- Frau Delliponti kann durchaus singen
- Das Album hat eine gefällige Mischung aus schnelleren und langsameren Liedern

Tja und da hört's dann leider auch schon auf, was mir positiv aufgefallen ist. Kommen wir also zu den Negativ-Punkten ...
- Die Titel wirken teilweise zu überfrachtet. Mir viel es in vielen Stücken ziemlich schwer, einzelne Elemente aus den Liedern herauszuhören. Schade, manchmal ist weniger eben doch mehr.
- Die Musik ist extrem "glattgebügelt". Für mich als Laie klingen die Instrumente durchaus so, als wären sie echt, gleichzeitig sind sie aber so sauber abgemischt und produziert, dass jegliche Natürlichkeit verloren gegangen ist.
- Die Texte sind wirklich mies. Im Nachhinein bin ich froh, dass stellenweise zu Tolkiens Elbensprache gewechselt wurde. Die verstehe ich nämlich nicht und so kann ich mir zumindest einreden, dass die jeweiligen Textpassagen tiefsinniger, aussagekräftiger und vielleicht sogar richtig intoniert sind. Weder das Eine noch das Andere glaube ich, aber einbilden kann ich's mir ja trotzdem. Letzten Endes habe ich schon nach den ersten Liedern aufgegeben, mir die Texte wirklich anzuhören. Was da schon bei "Gäa" an Plattitüden abgeschossen wurde, da schaudert's mich.
- Frau Dellipontis Stimme ist gut, das hatte ich ja weiter oben schon geschrieben. Aber auch wenn ich bedenke, dass das Album ohnehin sehr poppig daherkommen soll, passt ihre Popstimme einfach nicht in den musikalischen Kontext. Schon gar nicht, wenn man neben den deutschen Texten auch noch elbische dazunimmt. Das wirkt auf mich nicht rund und durchdacht.
- Kennt man ein Lied, kennt man alle. Eigentlich nicht sonderlich überraschend, dennoch enttäuschend.
- Santiano ist keine Bereicherung, eher eine Abwertung des ohnehin schon durchschnittlichen Werks.

"Oonagh" ist wie ein Big Mac. Ein Burger für zwischendurch, für den schnellen Hunger. Aber ein Big Mac stinkt halt gewaltig gegen einen selbstgemachten Burger ab, bei dem die einzelnen Zutaten noch herausgeschmeckt werden können. Es ist keine schlechte CD, gewiss nicht. Aber sie ist eben auch nichts wirklich besonderes, zumindest nicht für mich.

Für interessierte Leser / Hörer noch einige Empfehlungen meinerseits.
Faun - Mal abgesehen vom letzten Album "Von den Elben" eine wirklich großartige Band, die stilistisch grob in die gleiche Richtung wie das hier rezensierte Album geht. Aber um Welten besser.
Subway To Sally - Wenn es mal etwas rockiger werden und auch mehr in Richtung "Mittelalter" gehen darf.
Eluveitie - Wenn es noch härter - metalliger! - werden darf. Wobei die Band mit "Evocation I - The Arcane Dominion" auch ein erstklassiges Akustik-Album mit Pop-Einschlag produziert hat.

Ansonsten kann ich noch speziell das Album "Ozymandias" der Band Qntal ans Herz legen.


After Earth [Blu-ray]
After Earth [Blu-ray]
DVD ~ Will Smith
Preis: EUR 8,97

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Potential war vorhanden, 1. November 2013
Rezension bezieht sich auf: After Earth [Blu-ray] (Blu-ray)
M. Night Shyamalan hat mein Mitgefühl. Nach seinen ersten großen Erfolgen wurde seine Leistung als Filmemacher immer schlechter beurteilt, teilweise sicher zurecht. Der letzte Film, den ich mir von ihm angeschaut hatte war "Die Legende von Aang" und der war fürchterlich. Nun also ein neuer Versuch, "After Earth", als Anhängsel von Familie Smith.
In "After Earth" geht es letztlich um die Geschichte zwischen einem Vater und seinem Sohn und wie sie mithilfe mehr oder weniger gemeinsamer Erlebnisse letztlich zueinander finden. Mehr oder weniger deshalb, weil beide Protagonisten über einen Großteil des Films physisch getrennt voneinander agieren und Kontakt nur per Funk vorhanden ist. Eingebettet ist das Ganze in eine Science-Fiction-Story, in der ... ach, was schreibe ich überhaupt! Den Inhalt dürfte inzwischen jeder geneigte Leser kennen. Gehen wir also direkt zu Pro und Contra über.

Zunächst mal die Negativ-Punkte:
Militärpatriotismus ...
... Ja, ich weiß! "After Earth" ist ein amerikanischer Film, schlimmer noch, eine Hollywood-Produktion. Trotzdem muss es ja wohl nicht sein, dass einem Filme, die international erfolgreich sein sollen, bei jeder Gelegenheit klar machen wollen, dass es das Größte im Leben eines echten Mannes ist, den Militärgruß machen zu dürfen. Wenn das Ganze dann am Ende nochmals aufgegriffen wird, indem der besagte Vater dem besagten Sohn eben diesen Gruß gibt (trotz schwerer Verletzungen), dann ist es wirklich einfach nur zuviel des Guten.
Jaden Smith ...
... Der Junge kann ja eigentlich nix dafür, aber er hat seine Rolle nicht allzu gut gespielt. Da muss ich den vielen Kritikern leider recht geben. Aber wie gesagt, vermutlich ist er daran nicht alleine schuld, denn eines der Kernthemen (neben dem Vater-Sohn-Konflikt) war die Überwindung von Angst, also sollte er wohl den ganzen Film über Panik zeigen. War nur leider ähnlich wie beim Patriotismus viel zuviel des Guten und Smith jr. zeigte auch in Szenen Angst und Panik, in denen es einfach nicht gepasst hat. Das er jedoch noch nicht die Bildschirmpräsenz seines Vaters hat, kann ihm schlecht vorgeworfen werden, er ist schließlich noch jung. Allerdings gibt es weitaus talentiertere Jungschauspieler, das sollte nicht unerwähnt bleiben.
Logikfehler ...
... In einem Sci-Fi-Film sollte man nicht zu sehr nach Logik suchen, aber auch in diesem Genre gibt es Grenzen, die besser nicht überschritten werden sollten. Der gesamte Film wirkt viel zu konstruiert und unecht, vor allem im Hinblick auf das Thema "Angstüberwindung". Da werden mal eben Alienmonster ersonnen, die zwar blind sind, dafür aber die Angst wittern und deshalb nur dann besiegt werden können, wenn man völlig furchtlos ist. Ja nee, ist klar! Vor allem, wenn man bedenkt, dass eben jene Monster lediglich genetisch erschaffene Frontsoldaten einer höher entwickelten Alienspezies sind. Da macht es wirklich Sinn, sie blind bleiben zu lassen.
Nächstes Beispiel: Auf der Erde, dem Haupthandlungsort, sind laut dem von Smith sen. verkörperten Protagonisten alle Tiere dazu mutiert, den Menschen zu töten. Wohl als Rache der Natur, weil der Mensch nicht gut zu ihr war. Das alleine ist schon unlogisch genug, schließlich gibt es auf der Erde laut Rahmenhandlung seit 1.000 Jahren keine Menschen mehr. Warum also sollte die hießige Fauna den Homo Sapiens als Hauptnahrungsmittel haben? Doch es wird noch unlogischer, weil Smith jr. im Laufe des Films von einem Geier oder Adler oder sonst was als Beute für seine Jungen zunächst gefangen, letzten Endes aber beschützt oder gar adoptiert wird, weil besagter Geier seine ganze Brut während eines Angriffs von Raubtieren verliert. Aha. Total logisch.
Und noch ein Beispiel: Die Raumschiffe im Film sind offenbar in der Lage, sich zu warpen. Die Technologie der Menschheit ist also offenbar weit fortgeschritten. Und trotzdem gibt es keine Schutzschilde für diese Raumschiffe?
Letztes Beispiel: Die Erde selbst. Diese unterliegt nämlich extremen Temperaturschwankungen, die dazu führen, dass sich abends in Sekundenschnelle (!) Eis und Rauhreif bilden können. Trotzdem gibt es aber wie durch ein Wunder "warme Zonen", die man nur rechtzeitig erreichen muss, um zu überleben. Wie ich bereits schrieb: Irgendwie wirkt alles an dem Film gewaltsam konstruiert, ohne dabei vermeidbare Logikfehler zu berücksichtigen. Der ganze Aspekt der Temperaturschwankungen beispielsweise hätte komplett ignoriert werden können, ohne dass der Film dadurch schlechter geworden wäre.
Es gibt noch weitere Logikfehler, die teilweise der (erzwungenen) Dramaturgie geschuldet sind. Aber es macht keinen Sinn, jetzt jeden einzelnen extra aufzuführen.

So, genug gemeckert. Jetzt kommen wir mal zu den positiven Aspekten des Films:
M. Night Shymalan ...
... Ja, richtig gelesen. Die Regie-Arbeit von Shyamalan finde ich weitestgehend durchaus gelungen und er hat aus dem zur Verfügung stehenden Material das Beste gemacht. Die Schwächen des Filmes ergeben sich hauptsächlich aus dem Drehbuch und für dieses zeichnet diesmal Will Smith verantwortlich, nicht Shyamalan.
Die Optik des Films ...
... hat mir wirklich gut gefallen. Das Art-Design von Gebäuden und Raumschiffen war recht speziell, hatte amphibische Formideen. Das fand ich gut, denn ein solches Design ist noch nicht so ausgelutscht wie die Ästhetik eines "Blade Runner" oder "Alien". Ebenfalls gefallen hat mir die präsentierte Erde mit dem tropischen Klima. Auch die Tiere auf der Erde waren optisch weitestgehend normal visualisiert, obwohl diese ja mutiert gewesen sein sollen.
Die Musik des Films ...
... Der Soundtrack von James Newton Howard ist absolut gelungen und mit der beste Aspekt des gesamten Films. Vor allem die Pianokompositionen sind wirklich schön anzuhören gewesen. Gratulation hierzu!

Als neutral bewerte ich hier mal den Vorwurf der Scientology-Propaganda. Wenn man mal die zahlreichen Kritiken liest, die sich genau damit beschäftigen, wird man recht schnell feststellen, dass der Vorwurf offenbar nicht allzu weit hergeholt ist (Stichwort "Angstüberwindung" oder auch der Vulkan, der das endgültige Ziel im Film darstellt). Trotzdem wird dadurch aus "After Earth" kein schlechter Film, denn wer auf Scientology-Hinweise nicht achtet, wird sie auch nicht finden und somit einfach nur ein leidlich gutes Science-Fiction-Hollywood-Machwerk zu sehen bekommen. Und ich persönlich habe auch nicht den Eindruck, dass mir durch das Anschauen des Filmes das Gehirn gewaschen worden wäre. Ich hatte schon vorher eine natürliche Abneigung gegen diese Sekte und daran hat sich nichts geändert.
Viel fragwürdiger finde ich hingegen, dass Will Smith offenbar auf Teufel komm raus seinen Sohn zum Hollywoodstar machen will. Der Mann büßt dadurch jede Menge Sympathie bei mir ein, ebenso wie Til Schweiger mit seinem Kokowääh-Mist (den ich vorher aber auch nicht leiden konnte). Aber das kann ich dem Film schlecht anlasten, daher geht auch das nicht in meine Bewertung ein.

Zum Schluss bleibt eigentlich nur eines zu sagen: "After Earth" kann man sich aus der Videothek ausleihen und einmal anschauen. Das reicht.


Deus Ex: Human Revolution (Original Soundtrack)
Deus Ex: Human Revolution (Original Soundtrack)
Preis: EUR 8,79

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das i-Tüpfelchen zum Spiel, 30. April 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Bei dem Soundtrack zum Spiel "Deus Ex: Human Revolution" handelt es sich um elektronisch dominierte Musik. Der Komponist Michael McCann hat für das Spiel eher ruhige Sounds gewählt, doch diese werden immer wieder mal durch treibende Rhythmen durchbrochen. In den ruhigen Passagen treten vor allem Klangteppiche hervor, das heißt, es gibt kaum klar strukturierte Melodien oder markante Rhythmen. Die Musik funktioniert eher collagenartig. Vergleichbar ist der Score mit dem der Mass-Effect-Spiele. Die Elektronik wird angereichert durch zahlreiche, orientalisch anmutende Gesangs-Samples. Hin und wieder durchdringen auch klassische Instrumente das kalte Klanggerüst und bringen etwas Wärme in die Musik, z.B. in dem Stück "Home". Noch seltener kommt ein sanfter Chor zum Vorschein, vor allem bei "Penthouse" wird dies deutlich.

Der Kanadier gehört nicht zu den großen Komponisten, die jeder kennt. Dennoch ist er kein unbeschriebenes Blatt, hat neben einigen Soundtracks zu Videospielen auch Musiken für TV und Kino geschrieben, ist außerdem Sound-Designer. Mit dem hier rezensierten Soundtrack hat er mich wirklich sehr begeistert. Ich denke nicht, dass das Spiel zu dem geworden wäre, was es ist, wenn nicht dieser Soundtrack verwendet worden wäre. McCann hat es geschafft, die blade-runner-mäßige, dystopische Atmosphäre des Spieles in Musik einzufangen und sie dadurch noch intensiver wirken zu lassen.
Das funktioniert sogar, ohne das Spiel gerade zu spielen ... und das ist für mich eigentlich die größte Überraschung gewesen! Als ich mir den OST hier gekauft habe, hätte ich nicht erwartet, dass die Musik mich so gut in das Spiel zurückversetzen kann, denn durch die flächigen Soundstrukturen gibt es kaum, ja eigentlich gar keine eingängien Melodien, die im Gedächtnis bleiben. Aber die Musik erschafft wieder die Atmosphäre, die auch das Spiel selbst ausgezeichnet hat. Allerdings bedeutet das Fehlen von "richtigen" Melodien auch, dass die Musik nicht nebenbei im Hintergrund laufen sollte. Denn dann wirkt sie einfach nur belanglos und eintönig.

Ich für meinen Teil bin wirklich froh, mich zum Kauf dieses Scores entschlossen zu haben, denn somit nenne ich nun einen Soundtrack mein Eigen, der mit zum Besten gehört, was ich in den letzten Jahren in Film und Spiel zu hören bekommen habe.
Eine großartige Leistung, Mister McCann!


Von den Elben
Von den Elben
Preis: EUR 9,19

12 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Schade, 9. März 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Von den Elben (MP3-Download)
Auch ich gehöre seit vielen Jahren zu den treuen Fans dieser Ausnahmeformation. Nach all den negativen Stimmen war ich recht skeptisch gegenüber dem neuen Album und so habe ich einige Zeit gezögert. Jetzt habe ich mich aber dennoch durchgerungen und ich muss sagen ... ja, ich verstehe die enorme Enttäuschung der alteingesessenen Fans.
Faun gibt es schon seit mehr als einer Dekade und in dieser Zeit sind sechs Studioalben entstanden, die sich stilistisch immer sehr ähnlich waren und so hat es die Band geschafft, sich eine große Fanbase zu verdienen. Die Musik war bisher immer sehr ruhig, getragen und melancholisch. Nichts, was zwischendurch gehört werden kann, sondern wofür man sich Zeit und Muße nehmen musste. Die traditionelle Instrumentierung wurde dabei meist durch sanfte, elektronische Elemente verfeinert und so wurde einzigartige Musik geschaffen, wie sie von keinem anderen Künstler, keiner anderen Band je kopiert werden konnte.

Doch was ist nun mit dem neuen Album "Von den Elben"? Zunächst einmal fällt auf, dass die Titel im Schnitt deutlich kürzer ausgefallen sind. Die Musik ist deutlich eingängiger, kann schneller in sich aufgenommen werden. Das finde ich nicht schlimm. Jeder Band gönne ich es, auch finanziellen Erfolg mit der Musik haben zu wollen, die sie spielt.
Leider heben sich die einzelnen Titel jedoch kaum noch von dem Output anderer Künstler ab. Vor allem wird bei "Von den Elben" erstaunlich viel recycelt. Entweder es werden eigene Lieder neu arrangiert (Andro II, Von den Elben) oder es werden Stücke anderer Bands neu interpretiert (Schrei es in die Winde, Minne Duett). Zu den anderen Liedern fallen mir jetzt nicht die passenden Äquivalente ein, aber viele Stücke kamen mir trotzdem sehr bekannt vor, wie z.B. Tanz mit mir. Das ist an sich auch noch nicht schlimm, jedoch können die neuen Arrangements bzw. Interpretationen in kaum einem Fall das Original auch nur im Entferntesten das Wasser reichen. "Schrei es in die Winde" ist beispielsweise ein Cover des genialen "Omnos" von Eluveitie. Weder musikalisch, noch lyrisch kann die Fassung von Faun überzeugen. Ähnliches gilt für "Minne Duett", welches passenderweise zusammen mit Eric Fish gesungen wird, denn das Original heißt "Minne" und ist von Subway to Sally.
Es gibt auch einige Lichtblicke. So hat mich überraschenderweise "Tanz mit mir" durchaus überzeugen können. Sicher, mit den früheren Faun-Alben hat gerade dieses Lied wohl am wenigsten zu tun, aber das Lied ist richtig schmissig und treibend geworden. Ein Gute-Laune-Song in bester Tavernen-Manier. Ebenso gefallen mir "Thymian & Rosmarin" sowie die Neufassung von "Andro". Doch das reicht leider nicht für eine bessere Wertung.

Für die Zukunft hoffe ich, dass Faun einen gesunden Mittelweg zwischen den älteren Alben und dem neueren Stil findet. Der Wechsel auf "Von den Elben" ist viel zu krass und heftig ausgefallen.
2013 gibt es auch wieder eine Acoustic-Tour. Das lässt mich hoffen, dass Faun seine Wurzeln nicht ganz vergessen hat und vielleicht sieht die Zukunft ja doch rosiger aus, als es das aktuelle Album befürchten lässt.


Ni no Kuni: Der Fluch der weißen Königin - [PlayStation 3]
Ni no Kuni: Der Fluch der weißen Königin - [PlayStation 3]
Wird angeboten von games.empire
Preis: EUR 39,95

4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schick!, 20. Februar 2013
= Spaßfaktor:5.0 von 5 Sternen 
Mehr als dieses eine Wort braucht es eigentlich gar nicht, um "Ni no kuni" in seiner Gesamtheit zu beschreiben. Da das für eine Rezension aber verständlicherweise nicht ausreicht, werde ich doch noch etwas umfangreicher ausführen, warum dieses Spiel schon jetzt ein Anwärter auf den "Spiel des Jahres"-Award ist.

Fangen wir mal mit der Story an. Das Grundgerüst dürfte inzwischen den meisten bekannt sein: Der 13jährige Oliver verliert seine Mutter, nachdem diese ihn nach einem Unfall aus dem Wasser gerettet hat. Während er in sein Lieblingskuscheltier hineinweint, wird dieses plötzlich zum Leben erweckt und offenbart sich als Tröpfchen, dem großen Großfürsten der Feen. Dieser überzeugt Oliver davon, ihn in seine eigene Welt zu folgen, denn es scheint eine Möglichkeit zu geben, seine Mutter doch noch zu retten.
Soviel erstmal dazu. Die Story ist eines der Glanzstücke von "Ni no kuni". Sie wird mit einer unglaublichen Menge an Humor präsentiert, welcher sogar sehr oft dazu geführt hat, dass ich einfach loslachen oder wenigstens vergnügt vor mich hin grinsen musste. Das schaffen nicht viele Spiele, die humorig sein wollen. Zu verdanken haben wir dies vor allem Tröpchen, der sich im späteren Spielverlauf dann auch sinnvollerweise als wahre Legende unter den Feenkomikern herausstellt. Aber auch das Geplänkel zwischen den zwei weiteren Hauptcharakteren, Sven und Esther, ist immer wieder witzig anzusehen bzw. -zuhören. Desweiteren bietet die Story so einige Twists, welche mal vorhersehbar, oft aber auch nicht ganz so erwartet waren. Somit ist für ausreichend Unterhaltung und Spannung gesorgt, wenngleich das Spiel nicht ganz so episch wie ein "Final Fantasy" daherkommt. Aber das muss es auch gar nicht. Denn wo in einem FF viel Törrööö und Brimborium zu bestaunen ist, da ist NNK einfach nur unglaublich charmant.

Optisch ist "Ni no kuni" ebenfalls eine Wucht. Die Spielumgebungen kommen in einem bildschönen, verträumt-märchenhaften Stil mit Cel-Shading daher. Vor dem Release mochte ich es selbst kaum glauben, aber es fällt tatsächlich schwer, die zahlreichen von Ghibli animierten Zwischensequenzen von der normalen Spielgraphik zu unterscheiden. Level-5 hat hier schier Unglaubliches geleistet. Desweiteren fallen die einzelnen Gebiete und Dungeons sehr unteschiedlich aus. Es gibt Wüsten, Polarregionen, Wald- und Hügellandschaften und und und. Alles in Allem wird da zwar nichts Neues geboten, aber die graphische Umsetzung der Gebiete ist wie bereits erwähnt einfach traumhaft.
Was ich auch sehr positiv finde ist, dass Level-5 eine der sehr rar gewordenen Oberweltkarten implementiert hat. Jahaaa, die gibt es wirklich! Ich glaube, in der ganzen PS3-Generation ist "Ni no kuni" das erste J-RPG, das endlich mal wieder darauf zurückgreift. Vielen Dank ans Entwicklerstudio!

Kommen wir nun zur klanglichen Untermalung. Die Musik ist von Joe Hisaishi komponiert worden, welcher bereits für zahlreiche Musiken in Ghibli-Filme verantwortlich zeichnet. Insgesamt muss ich auch hier sagen, dass eine ausgezeichnete Arbeit abgeliefert wurde, wenngleich einzelne Themen etwas zu häufig im Spiel verwendet worden sind und somit beim einen oder anderen Spieler nerven können. Die (englischen) Sprecher sind durchweg sehr gut gelungen, wobei sich auch hier wieder Tröpfchen besonders positiv von den anderen Charakteren abhebt. Leider gibt es im Vergleich zu anderen aktuellen Titeln sehr viele Story-Texte, die nicht vertont worden sind. Insbesondere im Mittelteil nehmen diese Story-Abschnitte einen sehr großen Platz ein bevor es zum Ende hin wieder vermehrt vertonte Sequenzen gibt. Das wird sicherlich einigen Spielern sauer aufstoßen, da viele das einfach nicht mehr gewohnt oder überhaupt nie kennengelernt haben.
Die allgemeine Soundkulisse ist im Großen und Ganzen auch gelungen. Stellt man die Musik im Menü komplett aus, ist das Spiel keineswegs stumm, sondern man hört passende Geräusche wie Blätterrauschen, Vogelgezwitscher und geschäftige NPCs, egal wo man sich aufhält. Negativ fallen hier lediglich die sich sehr stark wiederholenden Textphrasen auf, die besagte NPCs von sich geben. Da kann es schon mal vorkommen, dass man ein und denselben Satz drei-, viermal hintereinander weg zu hören bekommt. Meistens fällt dies jedoch kaum auf, insbesondere, wenn man die Musik eingeschaltet lässt.

Das Spielsystem ist sehr umfang- und abwechslungsreich ausgefallen.
Die Kämpfe finden prinzipiell in Echtzeit statt und sind sehr dynamisch und actionorientiert. Pausen gibt es nur, wenn man sich in Untermenüs wie die Itemauswahl aufhält. Für normale Angriffe gibt es ein Zeitfenster, in dem unterschiedlich oft der Gegner angegriffen wird - abhängig von der Schnelligkeit des Charakters und seiner Position zum Gegner. Kämpfe werden sowohl mit Oliver und co. sowie ihren Vertrauten ausgefochten. Vertraute sind im Prinzip nichts anderes als Pokémon, von denen jeder Chara bis zu drei gleichzeitig mit sich führen darf. Für praktisch alle Aktionen außer dem normalen Angriff gibt es nach dem Einsatz eine Cooldown-Zeit. Diese bezieht sich jedoch ausschließlich auf die zugrunde liegende Aktionsgruppe (bei Oliver und co.) bzw. auf die Spezialfähigkeiten (bei den Vertrauten). Wenn also Oliver einen Zauber gewirkt hat, dauert es eine Weile, bis er wieder zaubern darf, er kann in der Zwischenzeit aber andere Aktionen ausführen. Wenn ich mit einem Vertrauten einen Bauchklatscher ausführe, dauert es, bis ich diese Fähigkeit erneut einsetzen kann, zwischenzeitlich kann ich aber andere Spezialfähigkeiten wie Tolle Rolle oder normale Angriffe ausführen. Sowohl die Charas als auch die Vertrauten bekommen Level-Ups und sie teilen sich alle gemeinsam die LP und MP. Dadurch entsteht eine taktische Komponente, da jeder Teilnehmer natürlich unterschiedliche Statuswerte hat und entsprechend eingesetzt werden sollte. Oliver, Sven und Esther bringen von sich aus einen Vertrauten mit sich, alle anderen müssen in freier Wildbahn erst gefangen werden. Die Möglichkeit dazu ergibt sich zufallsbedingt. Hierfür muss einfach auf den Gegner eingedroschen werden und hin und wieder "verliebt" sich der Gegner spontan und Esther hat die Chance, diesen zu bezirzen. Vertraute können mit Leckereien gefüttert werden, um die Statuswerte in kleinem Ausmaße zu verbessern. Außerdem besitzen sie drei Evolutionsstufen, wobei man bei der dritten Evo die Möglichkeit zwischen zwei Formen hat, die sich in den Statuswerten und optisch unterscheiden. Den Charakteren, die man nicht selbst steuert, kann man taktische Vorgaben machen. Dies geht aber nur während des Kampfes und die Möglichkeiten fallen eher gering aus. Oftmals ist es nicht möglich, optimale Taktiken vorzugeben, insbesondere, wenn es um den MP-Verbrauch geht.

"Ni no kuni" bietet abseits der Story und den Kämpfen mehrere Nebenbeschäftigungen. Da wären beispielsweise die Monsterjagden und Aufträge von NPCs, die nach und nach storyabhängig freigeschaltet werden. Monsterjagden sind selbsterklärend: Irgendwo in der Spielwelt erscheint ein bestimmtes Monster, dass man gegen Geld sowie neuen Gegenständen zur Strecke bringt. NPC-Aufträge können alles Mögliche beinhalten, oftmals geht es aber um gebrochene Herzen, die Oliver als Zauberer wieder ins Gleichgewicht bringen muss. Da mangelt es verschiedenen Bewohnern an Mut, Liebe, Zurückhaltung etc. und man muss jemanden finden, der zuviel von diesen Attributen hat. Das ist anfangs ganz witzig und passt sich vor allem auch sehr gut in die Story ein, später ist das aber einfach nur noch nervig. Vor allem deshalb, weil man bei jedem gebrochenen Herzen zigmal erklärt bekommt, was dem NPC denn überhaupt fehlt, obwohl das meistens auch so schon recht deutlich wird. Da hätte ein wenig mehr Anspruch sehr gut getan. Für abgeschlossene Aufträge und Monsterjagden bekommt man abgesehen von Geld und Gegenständen auch Stempel. Sobald man genug Stempelkarten damit ausgefüllt hat, können diese gegen verschiedene Boni eingetauscht werden, die das Spiel etwas vereinfachen wie z.B. EP-Boni oder bessere Dropchancen für seltene Items.
Später gibt es auch noch ein Kasino sowie die "Salomonischen Spiele". Im Kasino kann man sich - logisch! - mit verschiedenen Mini-Games die Zeit vertreiben und gewonnene Jetons gegen Preise eintauschen. Dazu gehört später auch der R.I.P.-Bereich (kein Schreibfehler^^), in dem sich alle bisher freigeschalteten Zwischensequenzen erneut angeschaut werden können. Die "Salomonischen Spiele" sind einfach einige Kämpfe, die man mit den eigenen Vertrauten gegen die Vertrauten verschiedener NPCs bestreitet. Auch hierfür gibt es nach jedem abgeschlossenen Rang Belohnungen.

Bevor ich zum Fazit komme, noch ein paar Worte zum Magischen Begleiter. Hierbei handelt es sich um ein über 300-seitiges Zauberbuch, welches Oliver sehr früh im Spiel bekommt. Das Buch enthält zahlreiche Listen über Monster, Items, Alchemie usw. Aber das ist noch nicht alles. Das Buch ist wirklich bis ins kleinste Detail perfekt durchdacht und so bekommt man auch Einführungen in die verschiedenen Aspekte der Zauberei. Was ist Zaubererei? Welche Regeln unterliegen der Zauberei? Wie sollte sich ein Zauberer verhalten? Auch die Spielwelt selbst wird hier näher beleuchtet. Man merkt einfach von der ersten Seite an, dass die Entwickler einen echten "Magischen Begleiter" machen und nicht bloß ein Sammelsurium von Listen ins Spiel integrieren wollten. Es gibt sogar ein Kapitel mit einigen wirklich sehr schönen und interessanten Kurzgeschichten.
Glücklich können sich jene schätzen, die sich die Wizards Edition vorbestellt haben. Diese bekommen das Buch in sehr guter Verarbeitungsqualität auch in physischer Form - allerdings nur mit englischen Texten im Gegensatz zur digitalen Version im Spiel, die ins Deutsche übersetzt wurde.

~ Mein Fazit ~
"Ni no kuni" ist objektiv gesehen nicht so perfekt geworden, wie ich es mir erhofft habe. Gerade mit dem Kampfsystem bin ich persönlich nie so ganz warm geworden. Wenn man genug vorlevelt, ist es zwar nicht schwer, aber ich habe es trotzdem immer als etwas zu hektisch und unübersichtlich empfunden. Vor allem, wenn Bossgegner zu Spezialattacken angesetzt haben und ich dies viel zu oft zu spät bemerkt habe, weil zuviel nebenher geschah und erledigt werden musste. Auch die Sache mit den gebrochenen Herzen war etwas zu umfangreich geraten und auf Dauer ziemlich öde.
Trotzdem bin ich überwiegend restlos begeistert. Das Spiel hat einfach ungemein viel Charme. Bei der Übersetzung hat man sich irre viel Mühe gegeben und alleine durch die zahlreichen Wortspiele ("Katzalisation") musste ich nicht nur einmal schmunzeln. Wer die Filme von Studio Ghibli kennt, findet jede Menge Querverweise zu ihnen, z.B. die Thematik der Parallelwelten.
Aber ganz besonders beweist "Ni no kuni" eines: J-RPGs dürfen auch im Jahre 2013 noch wunderbar oldschoolig wirken und trotzdem (oder gerade deswegen) machen sie ungemein viel Spaß.
All jene, die schon seit vielen Jahren japanische Rollenspiele zocken, können hier bedenkenlos zugreifen, aber auch allen anderen Spielern sei dieses Kleinod ans ungebrochene Herz gelegt.


Sonne (Limited Super Deluxe Edition)
Sonne (Limited Super Deluxe Edition)
Preis: EUR 24,97

16 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Und es geht tatsächlich bergauf, 6. Oktober 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Wow.
Schiller ist mir bereits seit der ersten Single "Das Glockenspiel" ein Begriff und seitdem habe ich jedes Album gekauft. Nach dem für mich besten Album "Tag und Nacht" ging es meiner Meinung nach mit den folgenden Alben jedoch immer mehr bergab. "Sehnsucht" hatte noch richtig gute Stücke, aber als Doppelalbum mit etwa 30 Titeln eben auch viele Lückenfüller und nicht so gelungene Kompositionen. "Atemlos" leitete hier die nächste Runde ein - wieder ein Doppelalbum mit 30 Titeln, aber diesmal noch ein ganzes Stück schlechter als das Vorgängeralbum insgesamt. Die Alben waren technisch immer perfekt produziert und hervorragend abgemischt, musikalisch konnte die Musik leider längst nicht immer überzeugen.

Dementsprechend neugierig war ich dann auf das aktuelle Album "Sonne", welches ich jetzt endlich in Händen halte und bereits zweimal komplett durchgehört habe. Die Erwartungen waren nicht allzu hoch: Wieder ein Doppelalbum mit insgesamt 29 Titeln (auf dem Werbeaufkleber wird behauptet, es gäbe über 30 neue Stücke, was völliger Humbug ist, außer man nimmt die Exklusiv-Titel für amazon und iTunes noch mit hinzu). Da MUSSTE es doch wieder zahlreiche Lückenfüller und halbgare Kompositionen geben!
Und doch, jetzt wo ich das Album endlich abspielen kann muss ich sagen, dass sich die besagten Lückenfüller auf drei, vielleicht vier Stücke beschränken. Die restlichen 25 Lieder sind meiner Ansicht nach ausnahmslos von sehr guter bis hervorragender Qualität. Gesungene und instrumentale Stücke sind wie immer recht ausgewogen vorhanden und wechseln sich stetig ab.
Normalerweise würde ich jetzt jedes Lied einzeln bewerten, aber bei einem Doppelalbum würde das natürlich den Rahmen einer jeden Rezension sprengen, daher belasse ich es bei einem kurz gehaltenen Querschnitt. Da hätten wir z.B. recht ruhig klingende Gesangsstücke wie "Hallucinating Beauty", "Oasis" oder "Pale Blue Eyes". Es gibt treibende Clubnummern wie "Epic Shores" oder "Alive". Und es gibt natürlich Instrumentals, und diese zeichnen sich diesmal dadurch aus, dass sie durch die Bank weg als vollwertige Kompositionen durchgehen mit einer klaren Melodie- und Rhythmusführung. Das war nicht immer so, in den letzten Alben gab es oft Stücke, die mehr wie beliebige Klangflächen denn wie richtige Musik klangen. Auch Elemente der Weltmusik finden sich endlich wieder auf den CDs, z.B. beim Instrumentalstück "Das dritte Auge".
Christopher von Deylen erfindet mit seinem neuen Album ganz sicher nicht das Rad neu. Er hat seinen Stil gefunden, seine Musik ist unverwechselbar. Und ja, wenn man es böse mit ihm meint, kann man auch sagen, dass die Musik immer "mainstreamiger" wird, wobei ich den Begriff gerne mit einem Fragezeichen versehen möchte. Denn was ist denn Mainstream? Mainstream ist - jedenfalls für mich - Musik, die auf 3 Minuten zurechtgestutzt wird, damit sie auch ja von den Radiostationen abgespielt wird und Mainstream läuft immer nach dem gleichen Schema ab. Beides kann Schiller beim besten Willen nicht vorgeworfen werden. Es gibt auf dem ganzen Album nur drei oder vier Stücke, die nicht an die 4-Minuten-Marke heranreichen, die meisten Titel gehen tatsächlich über fünf Minuten, vor allem die Gesangsstücke. Solche Titellängen sind sicherlich kein Qualitätsmerkmal, aber sie zeigen eines ganz deutlich: Schiller lässt seinen Kompositionen Zeit, sich zu entwickeln und voll zu entfalten, damit die Musik auch wirken kann. Und das wiederum bedeutet, dass Schiller sich auch mit dem siebten Studioalbum genug künstlerische Freiheit erhalten hat, um nicht im Einheitsbrei typischer "Radiokünstler" zu versinken. Und genau das erwarte ich auch von einem professionell arrangierten und produzierten Album.
Ich für meinen Teil bin mit "Sonne" sehr zufrieden und ich denke, von Deylen hat hier sein bisher rundestes Werk abgeliefert.
Ein paar Wermutstropfen gibt es natürlich trotzdem. Zum Einen finde ich es sehr schade, dass immer weniger echte Percussion und Gitarren verwendet werden. Zweifellos klingt Schillers Musik auch rein elektronisch sehr gut, aber auf den früheren Werken waren diese beiden Elemente doch wichtige Merkmale, um Schiller von der Masse abzuheben. Auch das obligatorische "Reprise" finde ich diesmal völlig daneben. Das Lied "The Silence" hätte einen perfekten Abschluss dargestellt und anstatt es dabei zu belassen, muss CvD ausgerechnet das einzige Stück hinterherwerfen, welches eben doch nur ein Lückenfüller in Reinkultur ist ohne Höhepunkte oder Besonderheiten. Aber das ist jetzt Meckern auf hohem Niveau.

Auch der Gesamtumfang (für die Super Deluxe Edition) passt mal wieder meiner Meinung nach. Wo andere Künstler einfach nur ein Konzert auf einer einzelnen DVD zum Vollpreis verkaufen, gibt es hier nicht nur ein Doppelalbum, sondern auch gleich zwei Konzerte mit unterschiedlichen Schwerpunkten auf zwei DVDs. Respekt, sowas hat heutzutage wirklich Seltenheitswert.

Von mir völlig verdiente fünf Sterne.
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 15, 2012 12:15 AM MEST


Sonne mit Unheilig
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Preis: EUR 2,59

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Es scheint bergauf zu gehen, 30. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Sonne mit Unheilig (MP3-Download)
Nachdem Schiller mit dem letzten Album meiner Meinung nach einen ziemlichen Ausfall hatte, war ich natürlich zunächst recht skeptisch gegenüber der neuen Single, die es nun seit einigen Tagen zu downloaden gibt ...

... und zunächst hatte ich auch den Eindruck, als hätte ich recht behalten. "Sonne" wollte bei mir anfangs nicht zünden. Technisch war alles in Ordnung, aber der Titel erschien mir irgendwie monoton. Das lag daran, dass des Grafen Stimme kaum Variation bot. Ich konnte anfangs noch nicht einmal erkennen, ob der Text einen Refrain hatte. Ehrlich gesagt kann ich das beim Hören des Liedes auch jetzt noch nicht. Denn ein Refrain hebt sich melodisch und kompositorisch normalerweise deutlich vom Rest eines Liedes ab - ist hier aber nicht der Fall und wenn doch, dann so minimal, dass es tatsächlich kaum auffällt. Wenn man sich nun die Lyrics anschaut, fällt auch auf, dass der Refrain textlich jedes Mal variiert wird. Auch das führt dazu, dass diese Gesangparts kaum auffallen und all das führt letztlich zu der eingangs erwähnten Monotonie im Liedverlauf.

Aber wie auch immer mein Ersteindruck war: Inzwischen finde ich die neue Single tatsächlich richtig gut. Das liegt auch an der Stimme von Unheilig, die ich seit Jahren kenne. Ich finde sie sehr angenehm und melodisch und passt sich meiner Ansicht nach sehr gut in die Komposition von Schiller ein. Wäre schön, wenn es in Zukunft öfters zu Kollaborationen zwischen beiden Künstlern kommen würde, allerdings erscheint mir das nicht sehr wahrscheinlich. Schiller scheint inzwischen auch wieder das Tempo in seinen Stücken wiedergefunden zu haben, was beim Album "Atemlos" ja nun nicht wirklich der Fall war.
Inzwischen gibt es auf iTunes auch Snippets zum neuen Album und auch hier habe ich den Eindruck, dass die Stücke wieder besser geworden sind. Insbesondere die Auswahl der SängerInnen scheint endlich wieder besser gelungen zu sein.

Ach ja, und wer mit Unheilig nun gar nichts anzufangen weiß - das kann ich vor allem bei seinen aktuellen Alben sehr gut nachvollziehen - der kann zumindest bei der hier rezensierten Download-Variante der Single auch zu Instrumentalversionen des Liedes greifen. Finde ich sehr gut.


Kingdoms of Amalur: Reckoning
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Wird angeboten von bafotec
Preis: EUR 28,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ich bin Spart- äh, der Auserwählte (inkl. beider Story-DLCs), 27. August 2012
= Spaßfaktor:4.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: Kingdoms of Amalur: Reckoning (Videospiel)
Wie bereits im Titel ersichtlich, werde ich mich in meiner Rezension nicht nur auf das Hauptspiel konzentrieren, sondern auch die zwei bisher erschienenen Story-DLCs "Zähne von Naros" sowie "Die Legende vom Toten Kel" bewerten. Diesen Abschnitt findet ihr weiter unten. Zunächst aber möchte ich einen Überblick über das eigentliche Spiel "Kingdoms of Amalur: Reckoning" geben, einem Action-RPG westlicher Machart.

Die Story des Spieles dreht sich um den selbsterstellten und leider auch stummen Hauptcharakter, der eigentlich tot ist, aber durch eine neue Erfindung wieder zum Leben erweckt wird. Erinnerungen an das frühere Leben gibt es nicht und so wird der Spieler in eine Welt hineingeworfen, die vom sogenannten Kristallkrieg gebeutelt ist. Dieser Krieg wurde durch eine neu entstandene Fraktion der Feien entfacht, die einem neuen Gott huldigen. Feien ist hier nur ein anderer Begriff für Elfen.
Bei der Charaktererstellung hat man lediglich die Wahl zwischen zwei Menschen-, sowie zwei elfenähnlichen Rassen (die im Gegensatz zu den Feien jedoch nicht unsterblich sind). Alle Rassen beginnen mit unterschiedlichen Grundfertigkeiten, letztendlich ist die Auswahl aber irrelevant. Zum Einen, weil sich die Grundkenntnisse (z.B. +1 auf Schmiedekunst) schon nach wenigen Levelaufstiegen kaum noch bemerkbar machen, zum Anderen, weil der Spieler jederzeit die Möglichkeit hat, bei bestimmten NPCs sämtliche verteilten Punkte zurückzusetzen und neu zu verteilen - allerdings ist das natürlich kostenpflichtig. Jeder Levelaufstieg bringt ein Talent-, sowie drei Fähigkeitenpunkte mit sich. Fähigkeiten wirken sich im Kampf (passiv und aktiv) aus, Talente nicht. Die Fähigkeiten sind in drei Gruppen unterteilt: Magier, Krieger und Schurke. Wie die Punkte verteilt werden, bleibt dem Spieler selbst überlassen, man kann sich also auf eine Gruppe spezialisieren oder sich einen Allrounder aus zwei oder eben allen drei Gruppen basteln. Ganz gleich, wie ihr euch entscheidet: Habt ihr genügend Punkte in eine oder mehrere der Fähigkeitgruppen verteilt, werden neue "Schicksale" freigeschaltet, die passende Boni beinhalten wie "+10% auf Nahkampf". Das ist ziemlich cool. Besonders spaßig hat sich hierbei der Magier herausgestellt. Es ist schon sehr befriedigend, wenn man im späteren Spielverlauf mächtige Flächenzauber wirken kann und sechsköpfige Gegnergruppen auf einen Schlag vernichtet werden.
Die Spielwelt ist in fünf Länder unterteilt, die wiederum etliche kleinere Gebiete beinhalten. Diese kleineren Gebiete wiederum sind schlauchartig miteinander verbunden. Ladezeiten gibt es, wenn man Dungeons sowie große Städte betritt / verlässt, oder wenn man zwischen den Ländern wechselt (nicht die Gebiete!). Optisch unterscheiden sich die Länder durchaus, von Steppen über Sümpfe bis hin zu Graslandschaften und Einöden sind hier einige Standards vertreten und schön anzusehen.
Die Graphik dabei ist vor allem in technischer Hinsicht ein zweischneidiges Schwert. Sehen die Umgebungsgraphiken noch wirklich schön aus und wissen auch die Monsterdesigns durchaus zu gefallen, so fragt man sich, was die Entwickler sich bei den Animationen der Charaktere gedacht haben. Selten habe ich so starre Gesichter gesehen, die in den seltensten Fällen zu den Dialogen passen. Das wirkt sich mitunter durchaus auf die ansonsten gelungene Atmosphäre des Spieles aus. Stilistisch hingegen gefällt mir "Kingdoms of Amalur" durchaus gut. Die Welt ist sehr bunt und verträumt, märchenhaft. Ich denke, der passendste Vergleich wäre hier der zu den Fable-Spielen der XBOX360. Das ist sicherlich nicht jedermanns Sache, ich finde es gelungen.
Zum Ton kann ich leider nicht allzu viel Positives sagen. Der Soundtrack ist meiner Meinung nach nur durchschnittlich und die Sprachausgabe hat mit Mängeln zu kämpfen. Oftmals ist es so, dass die Stimmen (insbesondere im freien Spiel, also nicht im Dialog) von "klar und deutlich" zu "entfernt und nachhallend" wechseln und zwar vor allem dann, wenn die Kamera gedreht wird. Noch besser wird es, wenn die Stimmen dann plötzlich gar nicht mehr zu hören sind und man ganz nah an den sprechenden NPC herangehen muss, um ihn wieder zu verstehen. Das stört den Spielfluss enorm, es sei denn, man pfeift auf die Informationen. Auch andere Soundkulissen wie Wasserfälle verstummen manchmal plötzlich, wenn die Kamera gedreht wird. Dass diese Soundbugs noch nicht gepatcht wurden, finde ich ziemlich frech. Hierzu sei allerdings angemerkt, dass ich mit einem Stereo-System spiele, bei Surround-Anlagen mag es derlei Probleme möglicherweise nicht geben.
Zwei Dinge gibt es noch, die ich als sehr negativ empfunden habe. Das Erste ist die Levelgrenze von 40. Wenn man die Spielwelt ausgiebig erkundet und nicht ständig die Schnellreise-Funktion verwendet, wird man bereits nach etwa 70% Spielverlauf diese Grenze erreicht haben. Das geht viel zu schnell! Selbst durch den Kauf der Story-DLCs wird die Grenze nicht nach oben verschoben, was ich erst recht nicht verstehen kann. Der zweite Punkt wird insbesondere für die Sammler unter uns ein absolutes No-Go sein. Es gibt Unmengen an einzigartigen Waffen, Rüstungen und auch sehr viele unterschiedliche Rüstungssets - aber ihr habt definitiv nicht die Möglichkeit, all diese Gegenstände zu behalten oder sie gar in selbst erworbenen Behausungen zur Schau zu stellen. Es gibt zwar die Möglichkeit, Gegenstände, die man nicht braucht, in eine Truhe zu legen, diese hat aber ein viel zu geringes Limit von 155. Hier hat z.B. "Skyrim" deutlich bessere Arbeit geleistet. Schade!
Insgesamt muss ich sagen, dass ich mir von "Kingdoms of Amalur: Reckoning" deutlich mehr erhofft habe. Das heißt aber nicht, dass das Spiel schlecht ist. Definitiv nicht. Ich habe durchaus viel Freude daran gehabt und inklusive der beiden im Folgenden besprochenen DLCs habe ich über 160 Stunden in der Spielwelt verbracht, was schon ganz ordentlich ist.

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"Zähne von Naros"
Hier geht es um eine Gruppe von Abenteurern, denen man sich anschließt, um ein sagenumwobenes Land inklusive einer "goldenen Stadt" zu erforschen. Schnell wird die Gruppe dezimiert und am Ende bleibt der Spieler als Einziger übrig. Dabei trifft man auf das Volk der "Kollossae", steinernen Riesen, die mich von der Kultur her an das alte Griechenland erinnert haben. Der DLC beschäftigt den Spieler etwa 10 Stunden und besonders hervorzuheben sind zwei Dungeons, die wesentlich größer und vertrackter daherkommen als jene im Hauptspiel (übrigens wirken die Dungeons im gesamten Spiel NICHT generiert, wenngleich es natürlich einige optische Grundtypen gibt). Die Hauptstory fand ich interessant und es gibt natürlich auch wieder Nebenquests zu erledigen, die teilweise auch recht humorig geraten sind.
Wertung: 5/5

"Die Legende vom Toten Kel"
Der Spieler trifft auf Abenteurer, die einer Legende nachjagen, nämlich die des namensgebenden Kel. Kel war mal ein Pirat, der dummerweise von einer uralten Gottheit ins Leben zurückgeholt wurde und seitdem nach Rache sinnt. Dieser DLC bietet dem Spieler also eine Piratengeschichte und so ist stilistisch auch die Insel aufgebaut, zu der man reisen wird: Galgensend. Kernstück des DLCs ist neben der Hauptstory der Aufbau einer alten Festung. Ist dies erledigt, wird man zum Herrscher der Festung und muss sich beispielsweise um die verschiedene Angelegenheiten der Untertanen kümmern (= weitere Nebenquests) oder alte Gemälde restaurieren lassen. Es gibt auch die Möglichkeit, einen der NPCs auf die Suche nach Schätzen in gesunkenen Schiffen zu schicken oder eine Diplomatin zu benachbarten Inseln zu schicken, um Bündnisse zu schließen oder die Regierungen auszuspionieren. Das bleibt allerdings alles auf einem sehr oberflächlichen Niveau. Die meisten Bewohner der Festung müssen übrigens erst auf Galgensend gefunden und dorthin geschickt werden.
Zu beachten sei, dass der Spieler längere Zeit nicht die Möglichkeit hat, wieder auf's Festland zurückzukehren, denn das Schiff, auf dem man nach Galgensend gelangt, geht zu Bruch und man muss erst ein Neues beschaffen, dies geschieht im Verlaufe der Hauptstory. Übrigens: Kel hat die Stimme eines recht bekannten, deutschen Synchronsprechers verpasst bekommen. Welcher es ist? Lasst euch überraschen.
Wertung: 4/5


Final Fantasy XIII-2 - Crystal Edition (exklusiv bei Amazon.de)
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16 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Rezension für die "Crystal Edition", 4. Februar 2012
Eigentlich war die "Crystal Edition" ja schon ausverkauft, weswegen sich eine Rezension hierüber erledigt hätte. Aber es gibt natürlich wieder Leute, die ihre eigene Edition gewinnbringend weiterverkaufen möchten.
Meine Rezension richtet sich somit ausschließlich an jene Gamer unter euch, die sich "Final Fantasy XIII-2" ohnehin kaufen möchten und nun überlegen, ob sich der inzwischen ziemlich große Aufpreis zur "Crystal Edition" lohnt.

Die Box ist hochwertig und stabil verarbeitet. Sehr schön: Auf der Box befindet sich KEIN USK-Logo. Allerdings befindet sich die Box zunächst in einem instabilen Pappschuber, auf dem das USK-Logo aufgedruckt ist. Schuber und Box haben unterschiedliche Artworks.
In der Box selber befinden sich dann neben dem Spiel die versprochenen Inhalte.

- "Final Fantasy XIII-2" Original Soundtrack -
Für mich DAS Kaufargument schlechthin. Square Enix hat sich bisher nicht gerade durch besonders gelungene Inhalte zu deren Limited Editions ausgezeichnet - Die "Crystal Edition" ist hier eine tolle Ausnahme. Der Soundtrack ist nämlich diesmal komplett auf vier CDs verteilt, welche sich in einem schicken Digi-Pack befinden. Jede CD hat 19 - 20 Titel. Allerdings: Das Stück "New World" der Sängerin Charice ist NICHT enthalten. Für mich persönlich nicht so schlimm, da ich das Lied für nicht so gelungen halte, aber jeder potentielle Käufer sollte sich im Klaren darüber sein.
Zu jeder CD gibt es eine Tracklist inklusive einer Notiz zu jedem Lied, wer es komponiert hat. Dies sind hauptsächlich:
- Masashi Hamauzu (u.a. SaGa Frontier II, Musashi: Samurai Legend und Final Fantasy XIII)
- Naoshi Mizuta (u.a. Parasite Eve II, Resident Evil II und Final Fantasy XI)
- Mitsuto Suzuki (u.a. Dissidia Final Fantasy, Final Fantasy XIII und The 3rd Birthday)

- T-Shirt mit "Final Fantasy XIII-2"-Artwork -
Das Artwork besteht überraschenderweise nicht aus einem Portrait von Serah oder Lightning, sondern stellt einen Ausschnitt einer Schwertwaffe dar. Sieht wirklich schick und gelungen aus. Das T-Shirt wird für Menschen ab 14 Jahren empfohlen und hat somit in etwa die Größe M. Für mich (165cm groß) beinahe ideal, große Menschen werden mit dem T-Shirt aber vermutlich eher wie eine Presswurst aussehen ;)
Trotzdem natürlich ein cooles Gimmick. Mit dem T-Shirt kann man dann auf der "gamescom" oder sonstwo schön angeben, so man denn möchte.

- Artbook -
Das mit "The Art of Final Fantasy XIII-2" betitelte Büchlein hat das Format einer DVD-Hülle und auch hier zeigt sich: Square Enix hat dazugelernt! In der LE von Final Fantasy XIII gab es im Artbook lediglich gerenderte Szenerien, Charaktere und Monster zu bestaunen. Diesmal darf man natürlich ebenfalls computergenerierte Bilder anschauen, aber es gibt auch wirklich schöne Artworks und teilweise auch kleine Skizzen. Leider wurde wiederum auf Notizen zu einzelnen Bildern verzichtet. Leider handelt es sich bei dem Artbook nicht wirklich um ein Buch, sondern es wurde eine Heftform gewählt, welche allerdings qualitativ einwandfrei hergestellt wurde.
Insgesamt trotzdem wirklich gelungen und nett anzuschauen. Das Artbook umfasst 45 Seiten. Das verwendete Papier ist hochwertig.

- Postkarten -
Die Postkarten sind ... nun ja ... Postkarten eben. Es gibt davon sechs Stück und sie zeigen die gerenderten Charakterportraits zu folgenden Personen:
- Caius (ACHTUNG: Auf der Postkarte wurde "Cauis" geschrieben!)
- Hope Estheim
- Lightning
- Noel Kreiss
- Serah Farron
- Snow Villiers

- Linsenförmiger Kunstdruck von Lightning -
Tja, unter einem linsenförmigen Kunstdruck konnte ich mir bisher nichts vorstellen und habe schon das Schlimmste befürchtet. Ich wurde eines Besseren belehrt.
Es handelt sich hierbei um ein dreidimensionales Charakterportrait von eben Lightning mit fein ausgearbeiteten Tiefen. Je nach Betrachtungswinkel ändert sich das Bild geringfügig und über dem gesamten Kunstdruck liegt ein Effekt, der wohl am ehesten mit dem aus DVDs / Blu-Rays bekannten "Filmkorn" vergleichbar ist.
Das Teil sieht wirklich verflucht geil aus und vermutlich werde ich es einrahmen und mir irgendwo in der Wohnung hinhängen. Der Kunstdruck hat übrigens ebenfalls die Größe einer DVD-Hülle.

Fazit:
Ich bin wirklich mehr als positiv überrascht. Die "Crystal Edition" ist ein rundum gelungenes Fanpaket und hält qualitativ, was die Produktinformationen versprechen. Das war bei Square Enix nicht immer so. Wirklich ärgerlich für Sammler ist nur der peinliche Rechtschreibfehler auf der "Caius"-Postkarte. Da die Karten aber für mich persönlich irrelevant sind, ziehe ich keinen Stern ab.
Die ursprünglichen 99,-€ sind absolut fair gewesen und ob jemand bereit ist, für das Paket mehr zu bezahlen, muss natürlich jeder für sich selbst entscheiden.
Kommentar Kommentare (17) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 11, 2012 6:41 PM MEST


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