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Nuklearhacketee

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Lost - Die komplette sechste Staffel (5 DVDs)
Lost - Die komplette sechste Staffel (5 DVDs)
DVD ~ Matthew Fox
Preis: EUR 10,97

22 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Verschenkte Lebenszeit und ganz üble Täuschung seitens der Produzenten, 7. Januar 2012
Diese sechste Staffel führt den qualitativen Abstieg dieser einst so hoch gelobten Mystery-Serie konsequent fort und - Gott sei es gedankt - zu einem Ende. Einfach alles daran - von den Schauspielern, den Drehbüchern und den Plottwists bis hin zum ganz allgemein nicht mehr vorhandenen Enthusiasmus der gesamten Inszenierung - vermittelt den Eindruck, dass alle an der Produktion Beteiligten diese Serie nur noch endlich hinter sich bringen wollten.

Nimmt man allein die Qualität der Serie als Maßstab, so hätte man dieses sinkende Schiff bereits vor mindestens 3 - 4 Jahren vor dem Ende verlassen sollen. Dann wäre vielleicht auch noch ein Funken Interesse an dieser Serie im Langzeitgedächtnis der Fernsehzuschauer hängen geblieben. Das wird auch den Produzenten nicht entgangen sein, aber schließlich müssen stets künstlerische gegen finanzielle Interessen abgewägt werden. Für was man sich bei "LOST" entschieden hat, dürfte nach der Sichtung dieser finalen Staffel aber auch wirklich den allerschlichtesten Gemütern, die bis dahin durchgehalten haben nun klar sein.

Was "LOST" als Ganzes nun so wirklich "außergewöhnlich schlecht" macht liegt dabei nicht einmal in der Serie selbst begründet (die ist für sich genommen immerhin noch unterer Durchschnitt), sondern im Verhalten der Produzenten den Zuschauern gegenüber. Letztendlich entpuppt sich die gesamte Handlung als ein einziges Kuriositätenkabinett ohne Sinn und Verstand und was noch viel schlimmer ist: auch völlig ohne die geringste tiefere Bedeutung. Bereits gleich zu Anfang von Staffel 1 wurden Stimmen laut, die das als das, was es tatsächlich auch ist erkannten und die Serie als "Schwachsinn" bezeichneten. Damit der Goldesel nicht gleich nach seiner Geburt schon wieder geschlachtet werden musste, lenkten die Produzenten ein und versicherten über die Jahre hinweg immer und immer wieder, dass es tatsächlich ein großes zugrundeliegendes Konzept gäbe, dass all die Absurditäten nicht selbstzweckhaft seien, sondern alles nach einem "göttlichen Plan" abliefe, der ein Ende verspräche, welches alle, die fleißig die Spurensuche und das Puzzeln mitmachten im Übermaß belohnen würde.

Wer sich wie ich von diesen Versprechen einfangen ließ, jegliche aufkeimende Kritik am Sinn des Ganzen verdrängte und sich aktiv an dem Rätselraten, Entschlüsseln, Querverbindungen-Suchen usw. in den einschlägigen Foren zur Serie beteiligte, dessen durch die Äußerungen der Produzenten geschürten Erwartungen erlitten eine heftige Bruchlandung. Glückwunsch und Respekt für ihre Einsicht daher an alle, die schon vor dieser sechsten Staffel ausgestiegen sind.

Denn ein wie auch immer geartetes staffelübergreifendes Konzept zur Serie lag zu Beginn definitiv nicht vor. Bei der Konzeption fand absolut null Vorausdenken statt; das Prinzip scheint gewesen zu sein die jeweils aktuelle Folge mit möglichst vielen WTF-Momenten zu spicken und diese natürlich immer weiter zu steigern, da sich der Zuschauer ja schnell an sowas satt sieht. Oberstes Gebot: "Der Zuschauer muss auch nächste Woche wieder einschalten! Wohin die Handlung dann nächste Woche laufen soll, das sehen wir dann, wenn es soweit ist." Die Twists werden zunehmend absurder und entbehren jeglicher Logik (was nicht schlimm wäre, wenn sie wenigstens im Nachhinein zu irgendeinem späteren Zeitpunkt legitimiert werden würden, was aber entweder nicht oder wenn, dann nur auf absolut halbherzige und debile Weise geschieht).

Um diese bisher allgemein gehaltenen Vorwürfe etwas zu konkretisieren: Von Anfang an herrscht eine völlig absurde Atmosphäre von Misstrauen und Gewalt vor. Entdeckte Geheimnisse werden nicht mit den übrigen Losties geteilt sondern alles wird von den Figuren bewusst vor den eigenen Freunden und dem Zuschauer möglichst lange zurückgehalten. Ständig werden Menschen ermordet, oft absolut beiläufig und ohne jeglichen Sinn für die Geschichte. Viele Charaktere werden einfach als Kanonenfutter eingeführt, am wahrscheinlichsten noch um irgendwelche Gewaltfantasien bei den Zuschauern zu füttern. Niemand wird für verübte Morde zur Rechenschaft gezogen; wenn es andere mitbekommen, ist man einfach ein paar Episoden lang "sauer" auf denjenigen, aber schließlich ist doch alles wieder vergeben und vergessen. Die einzige Erklärung ist eine für mich geradezu erschreckende Naivität der Autoren, da sich das Ganze immer und zu jeder Zeit absolut ernst nimmt.

Völlig absurd sind in diesem Kontext die Kommentare der Produzenten zur am pseudo-esoterischen Serienfinale (das der qualitativen Talfahrt wirklich noch einmal die Krone aufsetzt) geäußerten Kritik seitens der langjährigen Fans. Das eigentliche "Herz" von "LOST" sei seit jeher die Vermittlung der Schicksale der Figuren gewesen und nicht etwa die Mythologie und die Mysterien der Serie. Auch wenn gelegentlich sogar mit einem gewissen Erfolg versucht wird, darüber hinwegzutäuschen, sind die Figuren hier eindimensionale Abziehbildchen. Die Versuche ihnen Tiefe zu verleihen scheitern immer wieder und alle Charaktere halten schließlich wie bereits erwähnt früher oder später nur noch als Kanonenfutter für den nächsten noch tolleren und abwegigeren Plottwist her. Denn das ist wirklich das einzige, was das "Herz" und Zugpferd dieser Serie darstellt und dem sich alles andere unterordnet.

Dass es bei modernen amerikanischen Fernsehserien auch anders geht, dass Kommerz nicht immer vor dem Anspruch an Qualität stehen muss, zeigt der Sender HBO in vielen selbstproduzierten Serien (The Sopranos, The Wire, Six Feet Under) oder auch aktuell Breaking Bad auf AMC, welches auch mit (nicht selbstzweckhaften) Plottwists und enormem Spannungsaufbau arbeitet ohne dabei allerdings den Zuschauer für dumm zu verkaufen.

Rückblickend auf 6 Jahre "LOST" lässt sich allerdings nur ein sehr ernüchterndes Fazit ziehen: Produzenten, die ihre Fähigkeiten überschätzen und durch gezielte Falschinformation versuchen, möglichst viel Geld aus ihrer Serie herauszupressen. Natürlich auf Kosten des Intelligenz und der verschenkten Lebenszeit der Zuschauer. An sich könnte ich auf Grund der in den ersten Staffeln noch ansehnlichen Inszenierung dieses in seiner Gesamtheit betrachteten billigen Nonsense sogar noch knappe 2 Sterne vergeben, aber der Ärger über das Verhalten der Produzenten rechtfertigt nichts anderes als die zulässige Tiefstnote.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 11, 2012 3:29 PM MEST


Das jüngste Gewitter
Das jüngste Gewitter
DVD ~ Håkan Angser
Preis: EUR 9,99

20 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Morgen ist auch noch ein Tag... oder?, 26. September 2009
Rezension bezieht sich auf: Das jüngste Gewitter (DVD)
Roy Anderssons Film beginnt mit der Einblendung eines Goethe-Zitats: "Freue dich also, Lebendger, der lieberwärmeten Stätte, ehe den fliehenden Fuß schauerlich Lethe dir netzt."
Nachdem man den Film gesehen hat, muss man erkennen, dass hiermit eigentlich bereits alles gesagt ist und die zentrale Aussage des "Jüngsten Gewitters" auf einen kleinsten Nenner gebracht wurde. Doch bis diese Erkenntnis zum Zuschauer durchgedrungen ist, warten erst einmal eineinhalb Stunden köstlicher Filmgenuss der Extraklasse. Meist wunderbar komisch, doch oft auch bedrückend.
"Du levande" heißt der Film mit schwedischem Originaltitel, was soviel bedeutet wie "Ihr, die Lebenden". Und so ist es nicht verwunderlich, dass Andersson uns hier einen Spiegel vorhält und von den Schwierigkeiten des Menschseins erzählt.

Die Stadt in der die Filmhandlung spielt mutet zunächst fast wie eine fremde Zwischenwelt an. Die Menschen sind allesamt blass wie Zombies; die Gespräche, die Gedanken und die Handlungen scheinen von einer seltsamen Trägheit befallen zu sein. Man redet aneinander vorbei, niemand versteht den anderen mehr. Die Praxis des resignierenden Psychiaters ist prall gefüllt, man kann den Tag nur noch im Alkoholrausch ertragen. Die fordernden Schreie eines Kindes bleiben vom Vater ungehört und unbeachtet. Glück kann man wenn überhaupt nur noch in seinen Träumen finden. So wie Anna, die in den Gitarristen einer Rockband vernarrt ist, ihn schließlich heiratet und gemeinsam mit ihm zu einer Hochzeitsreise in einem fahrenden Haus aufbricht - natürlich nur in ihren Träumen. Aber auch die Träume sind auf Dauer kein sicheres Refugium: Verdrängte Schuld und Ungerechtigkeit finden ihren Weg auch dorthin, wie ein Bauarbeiter erfahren muss, der sich in der Gesellschaft feiner Damen und Herren an einem Tischtuchtrick versucht. Der Trick misslingt (für Zaubertricks und Magie gibt es in dieser Welt nicht mal im Traum einen Platz) und das mehr als zweihundert Jahre alte Porzellan geht zu Bruch, während die versteckten Hakenkreuze auf dem Tisch unter der Decke entblößt werden. Drei biertrinkende Richter verurteilen den Mann zum Tod auf dem elektrischen Stuhl.
Hin und wieder schaffen sich die deprimierten Figuren mit dem Zuschauer selbst ein Ventil für ihren Frust, wenn sie direkt in die Kamera blicken und von der Ödnis ihres unverstandenen Daseins berichten.

Als eine Art Zusammenhalt dieser unzähligen Flickenteppiche, aus denen der Film aufgebaut ist, fungiert dabei die Musik. Die Mitglieder einer Jazzband werden zu verschiedenen Anlässen, bei den gemeinsamen und einzelnen Proben, bei Militärmärschen, Begräbnissen oder auch privat beim skurrilen und völlig desinteressierten Sex mit der Ehefrau gezeigt. Eine der schönsten Szenen dreht sich um eine der Bandproben, bei der die Jazzband gemeinsam gegen ein draußen lautstark tobendes Gewitter anspielt.

Und was soll uns das ganze nun sagen? Auf dem Begräbnis eines Firmenvorstandes, den ein plötzlicher Schlaganfall in einer Vorstandssitzung unvermittelt aus dem Leben gerissen hat, sorgt die eben erwähnte Jazzband für musikalische Untermalung während eine Frau von einer Stadt über den Wolken singt. Es sei ein Ort ohne Schmerzen, Trauer und Krankheiten, wohin man nach dem Ende seiner beschwerlichen irdischen Existenz heim in das himmlische Reich Gottes einkehre.
Am Ende des Films halten verschiedene Menschen in der ganzen Stadt nach und nach bei ihren alltäglichen Verrichtungen inne, da sie etwas am Himmel bemerkt haben. Völlig fixiert starren sie nach oben. In der letzten Szene befinden wir uns über den Wolken und sehen, was dort wirklich auf die Menschen unten auf der Erde wartet. So viel sei gesagt: Es ist keine himmlische Stadt.
Und so wird auch der von mehreren Figuren immer wieder aufgenommene Ausspruch "Morgen ist auch noch ein Tag" in Frage gestellt. Wenn wir immer alles weiter auf morgen verschieben, wenn wir unsere Erlösung nicht heute und hier sondern morgen oder im nächsten Leben suchen, und es dann plötzlich kein morgen, kein nächstes Leben gibt, ist unser Leben dann nicht verwirkt?

"Das Jüngste Gewitter" ist übrigens der mittlere Teil einer bisher noch unvollendeten Trilogie. Den Anfang machte "Songs From The Second Floor" aus dem Jahre 2000. Dieser vor allem stilistisch sehr ähnlich gelagerte, wenn auch noch etwas schwermütigere Film sei ebenfalls jedem ans Herz gelegt. Der dritte Teil ist nach Anderssons Aussagen im Audiokommentar dieser DVD bereits in Arbeit. Da sich der Regisseur jedoch bekanntlich aus gutem Grund viel Zeit für seine Filme lässt und jedes Detail exakt durchgeplant sein will, könnte dessen Fertigstellung noch einige Jahre in Anspruch nehmen. Darauf freuen dürfen wir uns jedoch allemal schon jetzt.

An der DVD selbst gibt es nichts auszusetzen. Sauberes Bild und klarer Ton. Die ausgewaschenen Farben sind natürlich ein bewusst gewähltes Stilmittel und nicht auf technische Defizite der DVD-Umsetzung zurückzuführen. Auch die dargebotenen Extras sind sehr sehenswert. Im Audiokommentar beleuchtet Roy Andersson hier und da ein wenig den Entstehungsprozess und die praktische Umsetzung einiger Szenen, erläutert seine Absichten und Intentionen oder plaudert einfach ein wenig aus dem Nähkästchen, z.B. über geplante weitere Filme (siehe oben). Mit Ausnahme einer einzigen Szene wurde auch alles komplett im Studio gedreht, eines der DVD-Extras entlarvt dann auch die im Film vorkommenden Örtlichkeiten als Filmkulissen. Hier wird einmal mehr deutlich, dass jeder einzelne Kamerawinkel, jeder Stuhl und jeder Bilderrahmen an der Wand genauestens geplant und durchkomponiert sind und kein einziger Quadratmeter Kulisse zu viel aufgebaut wurde. Abgerundet werden die Extras durch einen etwa 15minütigen Durchschnitt durch Anderssons bisherige Lang- und Kurzfilme, der wirklich Lust auf mehr macht.

Für alle, denen die Rezension zu lang ist, und die sowieso nur das Resümee interessiert:
"Das Jüngste Gewitter" ist so wunderbar ehrlich; er hält uns einen Spiegel vor, gerade da wo es weh tut, wenn wir uns in dieser oder jener der bewusst überzeichneten Figuren wiederfinden. Er zeigt uns eine deprimierte und desinteressierte farblose Welt, die wohl so mancher gern als bloßes Kunstprodukt abtun würde. Inwieweit wir jedoch heute schon in dieser Welt leben, wie Zombies durch die Gegend stiefeln und auf die Bomber warten, das muss wohl jeder für sich selbst herausfinden. Einen Denkanstoß liefert Roy Anderssons großartiger Film aber hoffentlich.


Lost - Series 4 [6 DVDs] [UK Import]
Lost - Series 4 [6 DVDs] [UK Import]
Wird angeboten von dodax-online
Preis: EUR 10,14

22 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Es geht dem Ende entgegen..., 19. September 2008
Rezension bezieht sich auf: Lost - Series 4 [6 DVDs] [UK Import] (DVD)
So langsam aber sicher büßt LOST viel seiner ursprünglichen Faszination der ersten Staffeln ein. Viel zu exzessiv tobt man sich hier mit dem neuen Format der Flashforwards aus, was mehr als nur einmal jegliche Spannung ruiniert. Wohl dosiert eingesetzt hätte man durch die Preisgabe zukünftiger Ereignisse den Zuschauer geschickt auf verschiedene Fährten locken und hinters Licht führen können. So sinn- und maßlos wie die Produzenten in dieser vierten Staffel jedoch damit um sich werfen, da sie wohl gemerkt haben, dass auch die Flashbacks zunehmend inhaltsleerer und langweiliger wurden, verdirbt es einfach nur jeden Spaß, da man besonders gegen Ende der Staffel sowieso schon weiß, wie alles ausgeht und nur noch enttäuscht wird. Verzweifelt wartet man noch auf die ultimative Überraschung, sodass diese Staffel im letzten Moment doch noch die Kurve kriegt, aber es kommt alles genau so, wie man es auf Grund der Flashforwards zuvor sowieso schon erwartet hat.

Auch die Qualität der einzelnen Episoden schwankt leider sehr stark von Folge zu Folge. Sicherlich gab es auch in den bisherigen Staffeln hier und da mal Durchhänger und dafür aber auch umso genialere Höhepunkte, aber diesmal ist das Ganze wirklich eine einzige Berg- und Talfahrt. Der Staffelauftakt ist etwas lasch geraten, glücklicherweise wird es dann aber bis etwa zum Beginn des zweiten Drittels (Folge 5) hin kontinuierlich besser, nur um den zuschauer dann mit mehreren einfach nur überflüssig anmutenden Folgen zu quälen, die mit Abstand zu den schlechtesten der Serie gehören und das Ganze dann in einem die durchwachsene Qualität der gesamten Staffel widerspiegelnden Finale auslaufen zu lassen.

Die wirklich gelungenen Episoden kann man leider an einer Hand abzählen. Auch in den schlechteren Folgen verbergen sich hier und da immer noch wunderbare Momente und Szenen, als Ganzes bewegen sowohl diese Folgen als auch die Staffel selbst sich jedoch auf einem sehr schmalen Grat zwischen der gewohnten Mysteryspannung aus den bisherigen Staffeln und absolut unglaubwürdigem Schwachsinn. Eine plausible wissenschaftliche Erklärung der Mysterien ist nach dieser Staffel definitiv in weite Ferne gerückt: Geisterjäger, Zeitreisende, Teleportation, Unsichtbare und die geheimnisvollen Kräfte von WasWeißIchWem, die z.B. auch abseits der Insel einen Selbstmordversuch vereiteln stehen auf dem Programm.

Auch die drei neuen Hauptcharaktere stehen die meiste Zeit nur im Hintergrund und sind wenn überhaupt nur Stichwortgeber. Generell ist der Cast für die Anzahl der Episoden einfach viel zu groß. Sogut wie niemand kann hier seinen Charakter zufriedenstellend ausbauen, einige bekommen noch nicht mal eine eigene Episode mit Flashbacks / Flashforwards für sich zugestanden. Tapfer versuchen viele der ohne Frage teils hochtalentierten Schauspieler aus der wenigen ihrem Charakter zugestandenen Spielzeit das Optimum herauszuholen, aber die Handlung sprengt leider viel zu oft den arg begrenzten Rahmen. Für Charakterentwicklungen oder stillere und besinnlichere Momente bleibt bis auf ganz wenige Ausnahmen absolut keine Zeit.

Zuviele Elemente wurden hier versucht unter einen Hut zu bringen, viele davon werden entweder nur kurz oberflächlich angekratzt - Hauptsache man hat es mal erwähnt - oder wirken einfach wahl- und ziellos und oft unglaubwürdig. Mehr und mehr Klischees schleichen sich in die bisher meist originelle und überraschende Handlung ein, Anleihen bei der übrigen Mysterykost aus den USA nehmen der Serie einen großen Teil ihres Zaubers und die Andeutungen Richtung Verschwörungstheorie wirken einfach nur lächerlich. Leider wird wohl genau dieser Aspekt in der nächsten Staffel noch stärker in den Mittelpunkt rücken.

Zusammengefasst also die bisher deutlich schwächste Staffel von LOST. Bleibt zu hoffen, dass die Inkohärenz von Staffel 4 wirklich nur auf den Autorenstreik zurückzuführen ist und dass den Produzenten nicht langsam das Pulver ausgeht.
Staffel 5 hat eine Menge wieder gut zu machen und verlorenes Vertrauen in die nun eingeschlagenen Handlungspfade zurückzugewinnen.


Southland Tales / Donnie Darko [Limited Edition] [2 DVDs]
Southland Tales / Donnie Darko [Limited Edition] [2 DVDs]
DVD ~ Seann William Scott
Wird angeboten von Multi-Media-Trade GmbH - Alle Preisangaben inkl. MwSt.
Preis: EUR 11,12

12 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen This is the way the world ends: Not with a whimper but with a bang, 18. Mai 2008
Zwei Jahre hat es gedauert, bis "Southland Tales", der bei den Filmfestspielen von Cannes floppte und ausgebuht wurde, es bis nach Deutschland geschafft hat. In die Kinos kam er hierzulande jedoch gar nicht erst sondern wurde zusammen mit Kellys Erstling "Donnie Darko" in einem Steelbook direkt auf DVD veröffentlicht.

So wird er aller Wahrscheinlichkeit nach auf Grund seiner weitgehenden Unbekanntheit auch hier nur wenig Begeisterung entfachen und nur hartgesottene DD- und Richard-Kelly-Fans werden zu dieser DVD greifen. Allen anderen wird ein wahres Film-Juwel durch die Lappen gehen.

Vom Standpunkt des Publishers aus liegt eine Veröffentlichung dieser beiden Kelly-Filme in einem Set auf Grund der großen thematischen Schnittmengen natürlich nahe. Es geht um nicht weniger als das Ende der Welt. Also ganz klar Science-Fiction... Oder doch nicht?
Kelly macht es Zuschauern und Kritikern schwer, seine Filme einem bestimmten Genre zuzuordnen. Schubladendenken funktioniert hier nicht, Kellys Filme decken ein breites Spektrum an unterschiedlichsten Emotionen und Genres ab.
"Donnie Darko" ist am ehesten noch als Science-Fiction-Mystery-Horror-Drama zu charakterisieren, während ich Southland Tales als Science-Fiction-Musical-Mystery-Komödie bezeichnen würde. Generell verlangen jedoch beide Filme große Offenheit und die Bereitschaft, ausgetretene Pfade zu verlassen und etwas völlig neues zu entdecken.

Ein Filmstar ohne Gedächtnis, Zeitreisen, ein Kriegsveteran aus dem Irak und sein exakt identisch aussehender Bruder, eine revolutionäre neue Energietechnologie, eine ambitionierte Pornodarstellerin, linksextremistische Terrorszellen, ein zwielichtiger deutscher Wissenschaftler, nukleare Anschläge, ein orwellscher Überwachungsstaat und rätselhafte Prophezeiungen... das sind die explosiven Zutaten für Richard Kellys neusten Film, die abgedrehte Science-Fiction-Satire "Southland Tales".

Dieses Epos schlägt selbst den anspruchsvollen und verworrenen DD was unerwartete Twists und Ungereimtheiten angeht und lässt sich am ehesten als "epische Saga über die letzten Tage der Welt" beschreiben, die aus insgesamt sechs Kapiteln aufbaut ist. Der Film erzählt lediglich die Kapitel 4, 5 und 6, wodurch der Zuschauer also mitten in die Handlung geworfen wird. Lediglich eine Kurze Einleitung mit einem Voice-Over von Justin Timberlakes Charakter Pilot Abilene (die es in der ersten Version, die bei Cannes lief wohl nicht gegeben hat) hilft bei der ersten groben Orientierung. Die Handlung verläuft dann Schlag auf Schlag, ständig prasseln neue undurchsichtige Figuren und Handlungsstränge auf den Zuschauer nieder.

Daher ist es auf jeden Fall empfehlenswert, sich die ersten drei Kapitel der Saga zu Gemüte zu führen und sich somit für den Film zu wappnen. Diese liegen in Form dreier Graphic Novels vor, die auch als Sammelband unter dem Titel The Prequel Saga erschienen sind, bisher jedoch nur auf Englisch. Der Film und die Comicbücher üben dabei eine interessante Wechselwirkung aus, jedes dieser beiden Elemente hilft beim Verständnis des jeweils anderen. Daher wird man kaum darum herumkommen, sowohl den Film mehrmals zu sehen als auch die Comicbücher mehrmals zu lesen um Kellys apokalyptisches Epos in seiner Ganzheit erfassen zu können.

Natürlich kann man sich auch abseits eines tieferen Verständnisses der extrem verworrenen Handlung auf die Schauwerte des Filmes konzentrieren und kommt dabei voll auf seine Kosten. Das höhere Budget merkt man dem Film in jeder Szene an. Die musikalische Untermalung ist wie schon bei DD einfach herausragend und umfasst ein breites Spektrum verschiedenster Stile. Besonders beim rund 30-minütigen beeindruckenden Finale beweist Kelly sein Talent. Genial auch die Sequenz, in der Justin Timberlake als halluzinierender und blutüberströmter Soldat mit mehreren Marilyn-Monroe-Tänzerinnen zu "All These Things That I've Done" Playback singt.

Wie schon bei DD streut Kelly zahlreiche Details ein, die eine Fülle von Interpretationsmöglichkeiten zulassen. Besonders die immer wieder rezitierten Bibelstellen aus dem Buch der Offenbarung weisen bei genauerer Betrachtung verblüffende Parallelen zur Filmhandlung auf. Fans dürfen sich auf eine schier endlose Spurensuche nach inhaltlichen und stilistischen Verbindungen zu Kellys Erstling freuen, die man zuhauf antrifft.

Das einzige Manko, dass man ST unterstellen kann, ist dass er manchmal leider ZU prall mit skurrilen Charakteren und Absurditäten gefüllt ist, dass Kelly zu viele Themen auf einmal aufgreift und wild durcheinander wirft. Eine (noch) längere Laufzeit, wie bei der leider verworfenen ursprünglichen Version des Films hätte da sicherlich Abhilfe schaffen können. Daher bin ich leider auch vom Bonusmaterial der DVD sehr enttäuscht. Ich hatte mich auf eben diese verloren gegangen Szenen sehr gefreut, doch statt dessen gibt es lediglich ein 30minütiges Making-Of; keine Trailer, keine Audiokommentare, keine zusätzlichen Szenen; nichts!
Vieles wird nur am Rande erwähnt, manche in den Graphic Novels wichtigen Charaktere kommen im Film lediglich mit einem einzigen Satz zu Wort oder huschen nur mal kurz für zwei Sekunden über die Leinwand. Da fragt man sich dann, weshalb diese Charaktere überhaupt eingeführt wurden.
Dieser Eindruck der Beschnittenheit ist aber auch das einzige, was man dieser ansonsten rundum gelungenen Satire unterstellen kann und der Gesamteindruck bleibt natürlich ein sehr positiver.

Zusammenfassend ist folgendes zu sagen: Wer von "Donnie Darko" begeistert war, muss auch seine inoffizielle Fortsetzung sehen, die in meinen Augen zwar nicht ganz an ihn heranreicht und weniger zugänglich ist, aber nichts desto trotz auf geniale Weise das schnöde Hollywood-Allerlei dieser Tage weit hinter sich lässt.
Verstehen muss man diesen Weltuntergang nicht zwangsläufig, genießen kann man ihn aber allemal!


Ensel und Krete Ein Märchen aus Zamonien von Hildegunst von Mythenmetz
Ensel und Krete Ein Märchen aus Zamonien von Hildegunst von Mythenmetz
von Walter Moers
  Gebundene Ausgabe

49 von 51 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unter Bäumen will ich träumen, 29. August 2007
Ich halte dieses Buch eindeutig für unterschätzt. Sicher, "Die 13 1/2 Leben des Käptn Blaubär" und "Rumo" sind fast dreimal so dick wie dieses mit 250 Seiten für Moerssche Verhältnisse eher "dünne" Büchlein. Aber einem rundum gelungenen Buch letztendlich auf Grund seiner Kürze Bewertungspunkte abzuziehen, das will mir nicht ganz einleuchten.

Und gelungen ist dieses zamonische Märchen wirklich! Leider werden wohl viele Leser, die mit Moers nicht vertraut sind, schon vom Wort "Märchen" abgeschreckt werden, doch in Zamonien versteht man darunter etwas anderes, als wir es tun: "Schreckliche Spannung, Grausame Bosheit, Goldener Humor, Feinste zamonische Hochliteratur", wie der Autor Hildegunst von Mythenmetz sein Werk bewirbt.

Wer hier mit einer müden, mit dem ein oder anderen Fantasywesen angereicherten Nacherzählung von "Hänsel und Gretel" rechnet, könnte falscher nicht liegen. Moers - pardon: Mythenmetz greift zwar viele Elemente des ürsprünglichen grimmschen Märchens auf (Himbeerspur statt Brotkrumen, zwei verirrte Fhernhachenzwergenkinder im großen bösen Wald, die Konfrontation mit einer Hexe, ...) peppt diese Geschichte jedoch mit zahllosen weiteren fantastischen Elementen auf und sorgt fast permanent für unvorhersehbare Wendungen. So geraten die beiden Zwillinge in einen Drogenpilzrausch und ganze Teile der Handlung entpuppen sich als Halluzinationen. Der Leser wird geschickt an der Nase herum geführt und kann sich auch bei der folgenden Handlung nie ganz sicher sein, ob es sich um Wahnvorstellungen oder reales Geschehen handelt. Auch die Hexe, deren Erscheinen der Leser von Anfang an entgegenfiebert, kommt dann in einer Form, die wiedermal völlig überrascht.

Was das wirklich Geniale an diesem zamonischen Märchen ausmacht, ist jedoch eine weitere Erzählebene, die zur Geschichte von Ensel und Krete hinzukommt, diese ständig unterbricht und die Geschichte quasi "anhält": die mythenmetzschen Abschweifungen. An den unmöglichsten und oft auch spannendsten Stellen pausiert der Autor die Geschichte und platzt plötzlich mit Beschreibungen seines Schreibtisches heraus oder übt heftige Kritik am zamonischen Bildungssystem sowie Literaturkritikern. An anderer Stelle weist er wehement auf seine eigene schriftstellerische Raffinesse hin und drangsaliert den Leser, indem er über mehrere Seiten nur das Wort "Brummli" schreibt und dies als willkürliche künstlerische Freiheit deklariert. Die mythenmetzschen Abschweifungen stellen die Geduld des Lesers gewollt auf die Probe, dies jedoch in einer solch humoristischen Art und Weise, dass nie Frust aufkommt sondern das Grinsen im Gesicht des Lesers mit jedem Mal breiter wird. Der Leser wird hier selbst mit eingebunden, direkt angesprochen und vom Autor mit seiner Erwartungshaltung konfrontiert.

Auch das Ende des zamonischen Märchens führt den Leser an der Nase herum. Ich habe das Buch nachdem sich "der Raum mit Magensäften füllte" erst einmal - enttäuscht - aus der Hand gelegt. Dies entpuppt sich jedoch nur als ein weiterer Trick und prompt bekommt der unbefriedigte Leser einfach ein alternatives Happy-End vorgesetzt, womit Mythenmetz das für gewöhnlich tragisch endende zamonische Märchen ganz nebenbei mal wieder revolutioniert.

Abschließend folgt noch eine halbe Biographie von Mythenmetz aus der Feder von Walter Moers, die in köstlicher Weise verschiedene Literaten auf's Korn nimmt und die Literaturparodie, die "Ensel und Krete" letztlich darstellt, perfekt abrundet. Besonders hier erwarten den Leser einige Lacher, die es in sich haben, wenn Mythenmetz beispielsweise ein Exemplar eines seiner Romane mit Pfeilen beschießt und es als überarbeitete Neuausgabe anpreist oder die mythenmetzsche Mythembearbeitung erfindet, bei der zufällige Buchstaben und Silben aus seinen Gedichten entfernt werden.

Vielleicht können sich auch Kinder an der ein oder anderen Stelle und besonders auch an den gewohnt lustigen und zahlreichen Zeichnungen erfreuen, "Ensel und Krete" richtet sich jedoch nicht zuletzt wegen einiger sehr gruseliger und brutaler Szenen an ein erwachsenes Publikum.
Die Lektüre des Vorgängers "Die 13 1/2 Leben des Käptn Blaubär" ist zum Verständnis nicht zwingend notwendig, ist jedoch zu empfehlen, da sonst einige Gags nicht zünden können und dem Leser vielleicht auch ein wenig der Hintergrund des Ganzen fehlen könnte.

Zum Schluss noch ein paar Worte zu Verarbeitung und Design: Wer es sich leisten kann, sollte auf jeden Fall, wie bei den übrigen Zamonien-Büchern auch, zur Hardcover-Ausgabe greifen. Diese kommt in einem superschicken Design daher. Auf der Innenseite des Schutzumschlages findet sich eine liebevoll gezeichnete Karte von Bauming, natürlich mit Legende und zamonischer Pflanzen-, Insekten- und Pilzübersicht. Der Einband wartet mit einem schlichten jedoch schönen Holzdesign auf und ergänzt sich wunderbar mit den vielen Illustrationen im Buch. Hier bildet wirklich alles; von der Schrift, über die Zeichungen bis hin zum Einband eine Einheit, die ihr Geld wirklich wert ist.

Fazit: Urkomische Literaturparodie für alle, die sich nicht von einer auf den ersten Blick kindlichen Verpackung abschrecken lassen und mal was ganz Außergewöhnliches erleben wollen.


Die Insel: Roman
Die Insel: Roman
von Richard Laymon
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,95

15 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Sinnfreie Porno-Trash-Orgie, 3. Juni 2007
Rezension bezieht sich auf: Die Insel: Roman (Taschenbuch)
Wer viel Wert auf eine strukturierte und nachvollziehbare Handlung, einen stetig ansteigenden Spannungsbogen und gut ausgearbeitete Charaktere legt, dem sei von diesem Werk abgeraten. Die auf dem Buchrückung angepriesene Handlung ist lediglich ein Deckmantel für die sinnfreie Pornoorgie die sich hier recht schnell entfaltet und die bis dahin ohnehin nur sporadisch vorhandene "Handlung" letztendlich völlig verdrängt.

Wer erwartet, dass der Autor hier ein geistreiches Täuschungsspiel bezüglich der Identität des wahnsinnigen Killers bietet, wird ebenfalls entttäuscht: Der Verrückte demaskiert sich nach kurzer Zeit einfach selbst, ohne dass es irgendeinen Sinn hätte. Von Anfang an vermuten sowieso schon alle, wer sie da terrorisiert, sodass ein Miträtseln des Lesers quasi überhaupt nicht möglich ist.

Auch wenn die Handlungen der einzelnen Personen für mich nicht nachvollziehbar waren (bestes Beispiel: Thelma, die sich von einem Augenblick auf den anderen auf die Seite ihres geistesgestörten Gatten schlägt), habe ich mich beim Lesen doch bemüht, der Handlung eine Chance zu geben und mich auf all die Absurditäten einzulassen, was stellenweise schwer bis unmöglich war. Doch spätestens als der Killer seine "Motive" enthüllt, geht der letzte Rest der bis zu diesem Zeitpunkt bewahrten Ernsthaftigkeit den Bach herunter und das Buch wandert vollständig unter die Gürtellinie.

Warum also trotzdem drei Sterne? Weil ich mich, als ich das erkannt hatte nun endlich richtig auf das Buch einstellen konnte und mir klar wurde, dass das kein bluttriefender, spannender Horrorroman, sondern ein trashig-sinnfreier Pornothriller sein sollte. Ob das vom Autor beabsichtigt war? Die permanent mehr als nur leicht durchschimmernde Geilheit aller beteiligten Personen sowie die Fokussierung auf die Vergewaltigungs- und Sexsklaventhematik legen diesen Schluss nahe. Als Leser muss man diesen Dingen gegenüber schon sehr "offen" sein und hat einiges zu Schlucken, was letztendlich in der genüsslich-krankhaft geschilderten Vergewaltigung von zwei minderjährigen Mädchen gipfelt.

Da sich das Ganze aber meiner Meinung nach durch seine Absurdität bedingt ab einer bestimmten Stelle selbst nicht mehr so richtig ernst nimmt, muss man auch nicht mehr nach einer ohnhin nicht vorhandenen moralischen Rechtfertigung suchen, sondern lehnt sich nur noch zurück, springt auf den Zug des notgeilen Autors auf und lässt sich einfach nur noch unterhalten. Sicherlich eine Unterhaltung weit unterhalb der Gürtellinie, doch wer damit kein Problem hat, der wird seinen Spaß mit diesem Werk hier haben. Ich für meinen Teil werde mir noch weitere Romane von Laymon zu Gemüte führen, jetzt wo ich von Anfang an weiß, was mich erwartet.


Abitur-Prüfungsaufgaben Hessen; Mathematik Leistungskurs mit CD-ROM; Landesabitur 2012 Hessen. Prüfungsaufgaben 2007-2011 mit Lösungen
Abitur-Prüfungsaufgaben Hessen; Mathematik Leistungskurs mit CD-ROM; Landesabitur 2012 Hessen. Prüfungsaufgaben 2007-2011 mit Lösungen
von Viola Dengler
  Taschenbuch

7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Komplexe Aufgabenstellungen auf einem angemessenen Niveau, 30. März 2007
Im Rahmen unserer Vorbereitung auf die erste Runde Landesabitur in Hessen haben wir uns im Mathematikleistungskurs unter anderem dieses Buch zum Lernen, Wiederholen und Aufarbeiten vom Stoff aus 12.1 bis 13.1 besorgt.

Zum unmittelbaren Wiedereinstieg würde ich statt diesem Buch eher "Erfolg im Mathe-Abi" vom Freiburger Verlag empfehlen, da dort noch einmal die wichtigsten Grundlagen vermittelt werden, die man bei den Aufgaben in diesem Buch dann bei komplexeren Aufgabenstellungen anwenden muss.

Das Buch ist in die drei Bereiche Analysis, Algebra und Stochastik unterteilt und kann mit 9 Analysis- und jeweils 5 Algebra- und Stochastik-Klausuren samt Lösungen aufwarten. Dieser Klausur-Charakter der Aufgaben läd besonders zum Durchspielen der echten Abiturprüfung unter Zeitdruck ein und ist sowohl qualitativ als auch quantitativ einer echten Klausur angemessen. Wer also diese Prüfungsaufgaben erfolgreich durchexerziert hat, braucht eigentlich keine Angst mehr vor dem Mathe-Abi zu haben.

Fordernd sind die diese Aufagben, ja, aber keineswegs überfordernd, wie es bei einem meiner Vorrezensenten angeklungen ist, wenn man eine entsprechende Vorbereitung im Mathematikunterricht vorausschickt.


Erfolg im Mathe-Abi 2007 Basiswissen Hessen Leistungskurs: Übungsbuch für den Grundkurs mit Tipps und ausführlichen Lösungen für das neue Zentralabitur 2007
Erfolg im Mathe-Abi 2007 Basiswissen Hessen Leistungskurs: Übungsbuch für den Grundkurs mit Tipps und ausführlichen Lösungen für das neue Zentralabitur 2007
von Helmut Gruber
  Taschenbuch

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Zur Aufarbeitung und zum Wiedereinstieg geeignet - allein jedoch zu wenig!, 30. März 2007
Im Rahmen unserer Vorbereitung auf die erste Runde Landesabitur in Hessen haben wir uns im Mathematikleistungskurs unter anderem dieses Buch zum Lernen, Wiederholen und Aufarbeiten vom Stoff aus 12.1 bis 13.1 besorgt.

Das Buch ist in drei Teile unterteilt: Aufgaben, Tipps und Lösungen. Besonders positiv fällt die übersichtliche Struktur auf, die es einem erleichtert, sich bestimmte Themen zeitlich so zurechtzulegen, dass man bis zum Abitur mit dem Üben fertig wird und sich dabei nicht überarbeitet. Ich persönlich habe das Buch recht schnell durchgearbeitet und das recht flüssig und ohne zu stocken.

Vom Schwierigkeitsgrad her vermitteln die Aufgaben zwar ein breites und einfaches Grundlagenwissen, jedoch kommen komplexe und weitreichendere Aufgabenstellungen eindeutig zu kurz und sind, wenn überhaupt, nur im Ansatz vorhanden. Aber gerade in Hinblick auf das hessische Zentralabitur, das anscheinend unter dem Motto "Masse statt Klasse" ablief und eher ein sicheres Grundlagenwissen als die Lösung schwierigerer Aufgaben erforderte hat einem dieses Buch rückblickend mehr gebracht als so manch anderes Übungsbuch.

Wie gesagt: Am besten zum Einstieg dieses Buch durcharbeiten, sich danach jedoch auch an komplexeren Problemen versuchen. Hier kann ich vor allem die Übungsbücher vom Stark-Verlag als Ergänzung empfehlen.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 15, 2008 6:55 PM MEST


Fleisch: Und andere Appetitverderber
Fleisch: Und andere Appetitverderber
von Hel Fried
  Taschenbuch

12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Perversionen jenseits menschlicher Vorstellungskraft, 6. August 2005
Psychisch labilen Persönlichkeiten wird auf der Rückseite dieses Buches ausdrücklich vom "Genuss" des Werkes abgeraten.
Ich hielt das für einen sinnfreien Gag und deshalb und wegen dem doch recht ... "ungewöhnlichen" Cover kaufte ich mir das Buch.
Doch zu meinem Entsetzen stellte sich heraus, dass diese Warnung ernst gemeint war. Ich wollte mir meine Zeit mit einer leichten Horrorkurzgeschichtensammlung vertreiben, doch dass ich was ich mit "Fleisch" geboten bekam übersteigt zumindest für meine Begrifflichkeit das Wort "Horror" bei weitem.
Oder ich habe bisher einfach die "falschen" Horrorromane gelesen... ?
Die Autoren eröffnen dem Leser hier einen Blick in die tiefsten Abgründe menschlicher Perversion. Es wird weder vor (Selbst-)Verstümmelung, Nekrophilie, Kannibalismus noch vor kompensatorischem Masochismus in seiner extremsten Form Halt gemacht. Alles, aber wirklich alles, die krankesten Gedanken, für die man sich schämt wenn man sie nur denkt, werden hier von überwiegend psychisch gestörten Personen munter ausgeübt und bis ins kleinste Detail beschrieben.
Da werden einem Mann ohne Beteubung sämtliche Gliedmaßen amputiert während er dabei mehrmals ejakuliert, ein Mann durchschwimmt ein mit Fäkalien und anderen Körperflüssigkeiten abgefülltes Klärbecken, Menschen verspeisen sich selber, zerhacken und essen andere, nehmen allerlei denkbare Körperflüssigkeiten in sich auf, weiden sich am Gestank ihres eigenen Eiters, der schlussendlich auch noch gegessen wird.
Vor allem was die Beschreibung des männlichen Geschlechtsteils und allerlei widerliche Abarten davon angeht gehen die Autoren sehr ins Detail und oft werden Sex und Essen kombiniert, auf eine Weise die dem Leser die Galle in den Hals treibt.
Ich zumindest musste das Buch mehr als einmal einfach aus der Hand legen, weil es mir wirklich zu viel wurde.
Die Worte "Appetitverderber", "Schmerz", "Wahnsinn", "Sex", "Blut" und "Tod" zieren das Cover und die Rückseite des Buches und man kann den Inhalt nicht besser in sechs Worten zusammenfassen.
Die Geschichten wissen gerade durch die perfide-detaillierte Beschreibung des Schmerzes ihre Intensität zu entfachen und es läuft mir bei dem Gedanken, dass vielleicht irgendein Stephen-King-begeisterter 14-jähriger Junge sowas von seinen unwissenden Eltern geschenkt bekommen könnte eiskalt den Rücken hinunter.
Aber trotz allem muss ich schlussendlich zugeben: Wenn man sowas denn wirklich verkraften kann, dann ist es ein Erlebnis, das man einfach gehabt haben muss. Pervers und völlig gestört, ja - aber faszinierend...


Einmal Rupert und zurück
Einmal Rupert und zurück
von Douglas Adams
  Taschenbuch
Preis: EUR 7,95

40 von 44 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Es ist vorbei - endgültig, 19. Juni 2005
Rezension bezieht sich auf: Einmal Rupert und zurück (Taschenbuch)
Das ist er nun, der Abschluss der fünfteiligen Anhalter-Trilogie. Und er ist anders als man sich das auch nur hätte träumen lassen.
Während sich die ersten 3 Bücher durch ein temporeiches Gagfeuerwerk, ihren abgedrehten Witz und eine pfiffige Absurdität auszeichneten, deren Niveau jedoch vom 1. bis zum 3. Buch absank, unterschied sich bereits der 4. Band deutlich von den vorigen, indem er uns eine lustige Liebesgeschichte erzählte. Jedoch wich auch schon hier die unbekümmerte Unbefangenheit der Figuren einer etwas trägeren und "realistischeren" Erzählweise, soweit man das Wort "realistisch" überhaupt in einem Atemzug mit dem Anhalter erwähnen darf, was die Geschichte an sich etwas ausbremste.
Es hätte nach dem 4. Band zu Ende sein können, ein zugegeben ziemlich offenes jedoch aus der Sicht des Hauptprotagonisten glückliches Ende. Doch auf Drängen der Fangemeinde entstand nun dieses Buch und es ist offensichtlich, dass Adams hiermit einen eindeutigen und finalen Schlusspunkt setzen wollte. Das ist ihm gelungen.
"Einmal Rupert und zurück" (Anmerkungen zu diesem völlig fehlübersetzten und verhunzten Titel lassen sich den anderen Rezensionen zu Genüge entnehmen) weißt zwar immer noch stellenweise lustige Einfälle und Situationen vor, bleibt aber von seinem eigentlischen Spaßfaktor weit hinter den ersten Bänden zurück. Adams hat hier seiner Geschichte einen Sinn gegeben, er hat verschiedene bisher unklare Zusammenhänge ins rechte Licht gerückt und erzählt seine "unendliche Geschichte" zu Ende.
Die (schon seit Anfang an vorherrschende) Ziellosigkeit Arthur Dents wird deutlich und Fragen nach dem Sinn des Lebens werden aufgeworfen (Grebulonier), doch auf all das kann keine Antwort gegeben werden. Zwar wird durch die Existenz der Parallelluniversen einiges erklärt und auch stärker als bisher auf Elemente der vorherigen Bücher eingegangen, besonders auf das 3. Buch, und nach dem letzten Satz scheint man von einem Gefühl der Klarheit beseelt zum ersten Mal wirklich alles zu verstehen, da es plötzlich logisch erscheint, doch zu welchem Preis Adams dieses Geflecht entwirrt, mag vielen grausam erscheinen. Mit perfidem Sadismus, scheint es, reist Adams den Leser aus der bis dahin farbenfrohen, lustigen und unbekümmerten Welt des Anhalters hinaus. Der letzte Eindruck bleibt im Gedächtnis, und der ist dominiert von einer melancholischen Traurigkeit, eben jenes Gefühl, dem man in Adam's Welt bisher auf so wunderbare Weise entfliehen konnte, doch letztendlich hat die Realität die Fantasie eingeholt und verschluckt; aus und vorbei der Traum.
Arthur gelingt es nicht, sich mit seiner Tochter zu versöhnen, der Anhalter kann nicht gerettet werden, weder Arthur noch Random finden ihr wahres "Zuhause", die letzten Hoffnungen der Protagonisten lösen sich in einer finalen Niederlage auf; der Kampf ist verloren, die Hoffnung fort; endgültig.
Man sollte sich die Lektüre dieses 5. Buches wirklich vorher genau überlegen. Man sollte sich entscheiden zwischen einer glücklichen Unwissenheit (indem man nach dem 4. Buch die Reihe beendet) und einer zutieft deprimierenden Klarheit (indem man Adam's Werk wirklich bis ganz zum Ende liest).
Eine Wahl, die jeder Leser für sich selbst treffen muss...


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