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Rezensionen verfasst von
J. Hurtienne (Berlin)
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Methoden der Usability Evaluation: Wissenschaftliche Grundlagen und praktische Anwendung
Methoden der Usability Evaluation: Wissenschaftliche Grundlagen und praktische Anwendung
von Florian Sarodnick
  Taschenbuch

22 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Usability im Arbeitskontext, 6. Juli 2006
Der Untertitel des Buches verspricht eine Synthese aus "wissenschaftlichen Grundlagen und praktischer Anwendung" und man kann sagen, dass den Autoren genau diese hervorragend gelungen ist.

Eingebettet in einen größeren Rahmen von z.B. Normen und Gesetzen (Kap 1.4), psychologischen Grundlagen für die Systementwicklung (Kap. 2) und der Erläuterung der wichtigsten Konzepte und Phasen des "Usability Engineering" (Kap.3) werden in Kapitel 4 schließlich die "Methoden der Usability Evaluation" beschrieben, die der Buchtitel verspricht. Dieses "Hauptkapitel" ist - wie alle anderen - theoretisch gut fundiert, dicht, aber verständlich geschrieben und praxisorientiert aufbereitet. Sehr erfreulich ist auch das nachfolgende 5. Kapitel, das praktisch-organisatorische Tipps für den Methodeneinsatz zusammenfasst und Praxisbeispiele enthält, die das bisher Gelesene nicht nur illustrieren, sondern dem Leser gut umsetzbare Zusatzinformationen zur Anwendung ausgewählter Methoden liefern.

Im Gegensatz zu den Usability-Büchern, die vorrangig für den Bereich Web und Konsumgüter geschrieben sind, geht es in diesem Buch auch und vor allem um die Anwendung technischer Systeme im Arbeitskontext in Unternehmen. Es spannt dabei den Bogen von E-Mailsoftware bis hin zum Einsatz von Industrierobotern. Der Slogan "Technikgestaltung ist Arbeitsgestaltung" wird wohltuend ernst genommen. Das schlägt sich sowohl in der Diskussion von Aspekten der Personal- und Organisationsentwicklung (Kap 1.2) und der Arbeitspsychologie (Kap. 2.2) nieder, als auch bei der Auswahl der Methoden: der sozio-technische Walkthrough findet eher eine Beschreibung als mehr marktorientierte Methoden wie z.B. die Validierung durch Fokusgruppen.

Meist kann man sich bei der Suche nach Methoden gut an die Kapitelgliederung halten. Ein Sachregister wäre allerdings hilfreich gewesen, um auch solche im Text versteckte Methoden wie Eye-Tracking oder Co-Discovery zu finden. Einige Rechtschreibfehler hätten vermieden werden können und die 3D-Darstellung der Diagramme im hinteren Teil des Buches wird Puristen der Ergonomie wenig entzücken.

Alles in allem aber ein gelungenes Buch: eine aktuelle, kompetente und kompakte Darstellung des Themenfeldes und jedem zu empfehlen, der sich mit Usability-Evaluationsmethoden beruflich oder wissenschaftlich auseinandersetzt.

Es bleibt zu wünschen, dass ein ähnlich fundiertes Buch wie dieses auch für den Bereich der Methoden der Anforderungsanalyse und des User-Interface Entwurfs auf den deutschen Markt käme. (Diese Phasen nehmen nach dem DaimlerChrysler Modell schließlich 70% des Entwicklungsaufwandes ein - vgl. S. 82f. :-)


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