Profil für scriptor > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von scriptor
Top-Rezensenten Rang: 59.744
Hilfreiche Bewertungen: 38

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
scriptor

Anzeigen:  
Seite: 1
pixel
Singen können die alle!: Handbuch für Negerfreunde
Singen können die alle!: Handbuch für Negerfreunde
von Marius Jung
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

22 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Außergewöhnliches "Handbuch für Negerfreunde", 17. Februar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Marius Jung, als Comedian, Musiker, Bühnenkünstler, Coach und Moderator ein Multitalent, wenn auch nicht in der ersten Reihe der einschlägigen Prominenz, hat hier ein feines kleines Buch geschrieben. Satire vom Besten, einfallsreich serviert, gnadenlos präzise, böse wohl, aber nicht bösartig. Der schwarze Autor erlaubt sich keine Betroffenheitsphrasen, sondern analysiert glasklar die Verkrampfungen der "political correctness" vieler "humorbefreiter Kämpfer für das Gute", deren - nicht nur sprachliche - Verrenkungen durchaus das Potenzial eines, wenn auch gänzlich ungewollten, Rassismus in sich tragen. Er nennt jedoch auch den wirklichen Rassismus beim Namen, so wie er ihn in vielen Facetten als in Deutschland geborener Schwarzer bis heute erlebt hat. Manches davon tut weh, stellt man als Leser doch erstaunt fest, so oder ähnlich auch schon einmal geredet oder gehandelt zu haben, ohne sich selbst auch nur in der Nähe von Rassismus zu sehen.

Immer aber muss man mindestens schmunzeln, oft sogar laut lachen, auch wenn der eine oder andere Lacher auf halbem Wege in der Kehle steckenbleibt. Außerdem macht es Spaß, das Buch auf dem Tisch liegen zu haben, wenn Besuch kommt. Der genial gewählte Untertitel "Handbuch für Negerfreunde" treibt so manchem Mitmenschen das blanke Entsetzen ins Gesicht und führt zu hochnotpeinlichen Nachfragen ...

Lesenswert.

__________________


Intrige
Intrige
von Robert Harris
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,99

6 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Spannender Roman mit Schwächen, 24. Dezember 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Intrige (Gebundene Ausgabe)
Inhalt
“Es geht um den ersten Whistleblower der Geschichte und um den politischen Ur-Skandal: Robert Harris hat mit „Intrige“ einen Roman vorgelegt, dessen Hintergrund die französische Dreyfus-Affäre bildet. Angeregt wurde das Buch von Star-Regisseur Roman Polanski.
„Der erste große politische Skandal“ und damals „die größte Story der Welt“, so nennt Bestsellerautor Robert Harris (56) die Dreyfus-Affäre, die Grundlage seines neuen Romans. Auf die Idee habe ihn Regisseur Roman Polanski gebracht, erzählt Harris bei einer Lesung im Rahmen des „Literaturfestes München“. Bei einem Treffen mit Polanski, der bereits Harris Buch Ghost verfilmt hatte, habe er „den Fehler begangen“, Polanski auf seine Sammlung von Büchern zur Dreyfus-Affäre anzusprechen. Als Polanski ihm offenbarte, er habe schon immer einen Film darüber machen wollen, war das Projekt der beiden geboren.

Allerdings ist nicht Alfred Dreyfus die Hauptfigur in „Intrige“, sondern der junge Leiter des Militärgeheimdienstes, Georges Picquart. Dessen Rolle in dem Skandal – der französische Artillerie-Hauptmann jüdischer Abstammung, Alfred Dreyfus, war 1894 wegen angeblichen Landesverrats verurteilt und auf die Teufelsinsel vor der Küste von Französisch-Guayana verbannt worden – sei bisher übersehen worden, sagte Harris weiter. Mit Polanski, der gerne mit Romanvorlagen arbeitet, kam Harris überein, dass er zuerst einen Roman und dann das Drehbuch schreiben werde.

Zu Beginn der Arbeit sei ihm nicht bewusst gewesen, dass Picquart „der erste Whistleblower der Geschichte“ war, berichtet Harris. Erst durch Bradley Manning und Edward Snowden sei ihm klar geworden: „Ich habe einen Roman über einen Whistleblower geschrieben.“ Picquart war einer der wenigen, die von Dreyfus Unschuld überzeugt waren. Bei seinen Vorgesetzten stieß er damit allerdings auf taube Ohren. Trotzdem kämpft er für die Rehabilitierung von Dreyfus und setzt damit das eigene Leben aufs Spiel. Jeder Charakter in „Intrige“ entspreche der Realität, stellt der Autor klar. Darum habe ihm das Schreiben dieses Buches auch so viel Spaß gemacht: Die Story sei so bizarr, die hätte man sich gar nicht ausdenken können.“ (Quelle: focus online)

Meine Meinung
In der Tat hat die Affäre Dreyfus seinerzeit ganz Europa erschüttert. Harris hat sich also ein Thema mit hohem Bekanntheitsgrad ausgesucht. Und er wählt dazu erstmals eine für ihn neue Erzähltechnik und erzählt Intrige im Präsens aus der Sicht seines Protagonisten Georges Picquart. Anfänglich durchaus gewöhnungsbedürftig, erweist sich dieser Kunstgriff nach ein paar Seiten als äußerst geschickt: Ein Buch, das doch eigentlich nur etwas erzählt, was jeder schon weiß oder zumindest wissen könnte, gerät auf diese Weise zum hochaktuellen Roman, zumal in diesen Tagen – zumindest in Europa – wieder die Machenschaften von Geheimdiensten und ihre unappetitlichen Verbindungen mit den politisch und wirtschaftlich Mächtigen in aller Munde sind.

Dennoch hat dieses Buch eine entscheidende Schwäche: Es ist für einen Spannungsroman zu ausufernd, soweit es die Details der scheinbaren Beweise gegen den bedauernswerten Dreyfus betrifft. Immer wieder, manchmal seitenlang, beschreibt Harris die Zettel und Briefe (und es sind immer dieselben), die – teilweise aus Schnipseln wieder zusammengefügt, einige von ihnen auch gefälscht – in den verschiedenen Stadien der Beweisführung für oder gegen Dreyfus eine Rolle spielen. Schon nach der Hälfte des Buches kann man die französischen Fachbegriffe der damaligen Zeit für diese Stücke einfach nicht mehr hören (lesen), die immer und immer wiederholt werden. Hier wurde der Autor von der Akribie seiner Recherchen dazu verleitet, sich und seinen LeserInnen einen Bärendienst zu erweisen. Manchmal gerät das Buch dadurch in Gefahr, so etwas wie ein ganz spannendes Sachbuch über die Dreyfus-Affäre zu sein.

Schade, denn Harris ist eigentlich ein begnadeter Erzähler.
Für diejenigen allerdings, die an ausführlichsten Detailbeschreibungen keinen Anstoß nehmen oder solche gar schätzen, ist der neue Harris eine gute Wahl. Für mich weniger, auch wenn Intrige mich viele Seiten lang durchaus gefesselt und so für zu viele langatmige Passagen wenigstens teilweise entschädigt hat.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 12, 2014 8:44 AM MEST


Terminer A6 2014. Struktur schwarz
Terminer A6 2014. Struktur schwarz
von Heye
  Gebundene Ausgabe

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Super-Terminer, 17. Oktober 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
In diesem Format gibt's nichts Besseres! Auch der Umschlag von Textur und Qualität sehr gut. Absolut empfehlenswerter kleiner täglicher Begleiter.


Dein totes Mädchen: Roman
Dein totes Mädchen: Roman
von Alex Berg
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bewegender Roman über Schuld, 8. Mai 2013
Rezension bezieht sich auf: Dein totes Mädchen: Roman (Taschenbuch)
Ein fesselndes Buch über Schuld, vermeintliche und tatsächliche, juristische und moralische. Und darüber, wie Menschen mit dieser Schuld umgehen, wie sie sie für sich interpretieren, immer vor dem Hintergrund ihrer ganz unterschiedlichen Persönlichkeiten und Lebenserfahrungen. Verstörende Bilder, eingebettet in eine grandiose nordische Winterlandschaft, in Eiseskälte und überwältigende Natur. Das ist ein, um im Bild zu bleiben, eisglatter Grat, den ein(e) Autor(in) da betritt: Große Gefühle, unsterbliche, unerfüllte Liebe, Mord und Verlust. Allzu leicht kann das peinlich ausgehen.
Oder großer Roman werden - wie hier.
Wenn jemand so dicht, so handwerklich perfekt schreiben kann wie diese Autorin, darüber hinaus an vielen Stellen des Textes ihre gedankliche und stilistische Originalität hervorblitzt, dann kann eine solche Autorin es sich auch leisten, manches nur anzudeuten, nicht alles zu Ende zu erklären. So bleiben in diesem Roman ein paar Fragen offen. Wie im richtigen Leben.

Ein bewegender Roman, ein leseswertes, ein ganz besonderes, ein aufwühlendes, vor allem aber ein saugut geschriebenes Buch!


Sommerhit: Roman
Sommerhit: Roman
von Tom Liehr
  Broschiert

2 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Perle der Gegenwartsliteratur, 7. Dezember 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Sommerhit: Roman (Broschiert)
„Sommerhit“ schimmert als echte Perle zwischen den wenigen bedeutenden Werken der aktuellen deutschen Gegenwartsliteratur hervor, ist anrührende (nicht rührselige) personalisierte Zeitgeschichte, dabei gnadenlos präzise analysierend, nichts verklärend, sensibel beobachtend, nie aufdringlich, nie betroffenheitsschwanger, voll Melancholie, mit feinsinnigem Humor, mitreißend, vor allem aber, ja!, liebevoll geschrieben.


Mein Meeresgrund: Gedichte
Mein Meeresgrund: Gedichte
von Jochen Missfeldt
  Taschenbuch

5.0 von 5 Sternen Mein Meeresgrund, 21. Januar 2012
Rezension bezieht sich auf: Mein Meeresgrund: Gedichte (Taschenbuch)
Das kann Jochen Missfeldt am besten: Lyrik. Wer das kleine Büchlein aufschlägt, wird sofort in den Bann der dichterischen Fülle dieses großen deutschen Lyrikers gezogen, der seinesgleichen sucht. Ein Kleinod und ein Genuss!


Steilküste: Ein See- und Nachtstück
Steilküste: Ein See- und Nachtstück
von Jochen Missfeldt
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,90

4.0 von 5 Sternen Steilküste, 21. Januar 2012
Ein echter Jochen Missfeldt: Keine leichte Kost, sprachlich ungemein anspruchsvoll, manchmal sogar so sehr, dass der Lesespass vor lauter Ringen um Verständnis auf der Strecke bleibt. Dennoch ein großes Buch, da es Missfeldt gelingt, den menschenverachtenden Irrwitz in der Sicht- und Handlungsweise militärischer und juristischer Instanzen nach der offiziellen Kapitulation eindrucksvoll zu beschreiben. Das tut er gleichermaßen einfühlsam und mitfühlend wie mit dem nötigen Abstand des Chronisten.


Atatürk: Eine Biographie
Atatürk: Eine Biographie
von Klaus Kreiser
  Gebundene Ausgabe

4.0 von 5 Sternen Atatürk, 21. Januar 2012
Rezension bezieht sich auf: Atatürk: Eine Biographie (Gebundene Ausgabe)
Pflichtlektüre für alle, die sich mit der - vor allem seit der Regierungsübernahme durch die AKP - ambivalenten Einstellung der Türken zu ihrem Staatsgründer auseinandersetzen wollen. Außerdem ein Standardwerk zur Frühgeschichte der türkischen Nation. Lesenswert.


Der Fez: Eine Reise durch die Türkei auf der Suche nach einem Hut
Der Fez: Eine Reise durch die Türkei auf der Suche nach einem Hut
von Jeremy Seal
  Gebundene Ausgabe

4.0 von 5 Sternen Der Fez, 21. Januar 2012
Ein wunderbares Buch für alle, die sich mit der Geschichte der Türkei, mit den ethnischen, religiösen und politischen Besonderheiten dieses großartigen Landes ebenso befassen möchten wie mit den manchmal schwer vertändlichen Befindlichkeiten seiner so verschiedenartigen Bewohner. Durch die Form als Reisebeschreibung gelingt es dem Autor spielend, wichtige und oft überraschende Informationen "mundgerecht" zu verpacken und leicht lesbar zu machen. Eine lohnenswerte Einstiegslektüre für alle, denen ihre vermeintliche Kenntnis der Türken aus oberflächlichen Beobachtungen in Berlin-Neukölln oder anderswo außerhalb ihres Heimatlandes nicht genügt.


Die Blutlinie: Smoky Barretts 1. Fall
Die Blutlinie: Smoky Barretts 1. Fall
von Cody McFadyen
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Die Blutlinie, 21. Januar 2012
Zweifellos hat Cody McFaden riesigen Erfolg mit seinen Büchern. Die Story ist auch in diesem Thiller durchaus fesselnd. Aber stört sich eigentlich wirklich niemand an der flachen Sprache dieses Autors? Was ist das denn für ein Schreibstil, wenn er die Protagonistin von der Geburt ihres Kindes sagen lässt, die habe sich angefühlt, als hätte sie "einen Baseball geschissen"? Muss harte Sprache, die in einem Thriller ja durchaus angebracht sein kann, auch zwangsläufig geschmacklos und widerlich sein? Und täuscht der Autor in Wirklichkeit nicht über seine fehlende sprachliche Brillanz hinweg, wenn er diese fortwährend durch blutigste Ekelszenen erstetzen muss, um die LeserInnen vermeintlich "thrillen" zu können?


Seite: 1