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Rezensionen verfasst von
Kultidee (Berlin)

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Heimat
Heimat
Preis: EUR 17,76

6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Heimat" - Eine Liebeserklärung, 9. Mai 2008
Rezension bezieht sich auf: Heimat (Audio CD)
Es ist schon ein großes Glück, dass wir in einer Zeit leben, in der viele internationale Kulturgüter - durch welche Organisationen auch immer - geschützt sind. Dass es dennoch so manches heimische Kulturerbe gibt, das entweder behutsam gehoben oder sensibel wiedererweckt werden muss, obliegt meist einer Privatinitiative. Der Opernsänger, Tenor und Entertainer Jay Alexander hat sich mit dem Album "Heimat" nicht nur persönlich einen Herzenswunsch erfüllt, sondern erweckt mit der Erinnerung an seine eigene Kindheit und Jugend 14 bekannte Volkslieder zu neuem Leben. Mit dieser Art von "Schatzausgrabung" geht er ganz behutsam um. Allen belässt er die ursprüngliche Melodie, nimmt sie quasi gefühlvoll in den Arm und liebkost sie so empfindsam, dass die Faszination dieser Volksweisen in ihrer originären Kraft spürbar wird. Ob es "Im schönsten Wiesengrunde", das "Heidenröslein" oder "Ännchen von Tharau" sind, die durch den glaubwürdigen Vortrag Alexanders zu anrührenden kleinen "Hörgeschichten" oder zu gesungenen "Farbbildern" werden, das ist schlichtweg beglückend. Er nimmt den Zuhörer mit auf eine Erinnerungsreise, deren Stationen man längst vergessen, ja gar vergangen glaubte, und setzt dabei seine ausdrucksstarke Opernstimme ganz natürlich und dennoch pointiert ein ("An der Saale hellem Strande", "In einem kühlen Grunde", "Ich weiß nicht, was soll es bedeuten" oder "Am Brunnen vor dem Tore"). Erstaunlich und dabei ganz wichtig aber ist sein Respekt vor diesen kleinen "Kulturschätzen", denen er unprätentiös begegnet und ihnen entsprechende Achtung schenkt. Zusammen mit dem Melidonie Orchestra unter der stimmigen, ausgeglichenen Leitung von Adrian Werum erfährt man in den gefühlvollen Arrangements von Richard Whilds auch in den anderen Volksliedern ("Schlafe, mein Prinzchen", "Im Abendrot", "Ich habe den Frühling gesehen") die starke Verbundenheit Jay Alexanders zur Natur, zur Heimat. Regelrecht ins Schwärmen geraten - ob der bezwingenden Atmosphäre - kann man bei "Es waren zwei Königskinder", "Aus der Jugendzeit" oder (und das ist mein persönlicher Favorit) "Der Mond ist aufgegangen". Und wenn dann die Aurelius Sängerknaben Calw, die auch in vier weiteren Liedern zu hören sind, mit "Gott hat alles recht gemacht" die Einspielung a cappella beschließen, weiß man, was dieses Album auszeichnet und so einmalig macht - Seele!
- Clauspeter Koscielny, ORPHEUS Musikzeitschrift -


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