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Rezensionen verfasst von
Anett Posner (Mein Zuhause bin ich)

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Meditation für Dummies
Meditation für Dummies
von Stephan Bodian
  Taschenbuch

5.0 von 5 Sternen Stresskiller Meditation, 23. April 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Meditation für Dummies (Taschenbuch)
Wer oft denkt, dass ausgerechnet ihm ständig schlechte Dinge passieren, wird in diesem Buch erfahren, dass diese Wahrnehmung Blödsinn ist. Denn unser Geist spielt uns einfach einen Streich und wir fallen darauf herein.

Die meisten von uns sind ständig auf der Suche nach Glück, Zufriedenheit, Anerkennung. Das Groteske ist, dass wir das alles und noch viel mehr in uns selbst finden. Die Fessel ist, dass wir außerhalb von uns suchen und glauben, unser Glück in der Liebe, in Geld oder Macht zu finden. Die Lösung ist genauso einfach wie schwierig: Meditation. Dieses Buch hilft, den Schwierigkeitsgrad oder besser gesagt die Hemmschwelle zum Meditieren zu senken. An dieser Stelle lohnt es sich zu betonen, dass man beim Meditieren nichts falsch machen kann, es sei denn, man meditiert nicht!

Außerdem gibt „Meditation für Dummies“ Aufschluss darüber, dass unsere Gesellschaft unter dem Problem leidet, nicht geben zu können, ohne etwas haben zu wollen. Ein selbstlos handelnder Mensch versetzt uns oft in Erstaunen, weil wir uns nicht vorstellen können, dass jemand etwas ohne persönlichen Vorteil tut. Selbst in der Liebe geben wir nur, um von dem Anderen geliebt zu werden und Selbstliebe verwechseln wir oft mit Selbstsucht. Wenn wir etwas geben, erwarten wir etwas zu bekommen. Zug um Zug. Dieses Zug-um-Zug-Denken erzeugt Druck in uns, stresst uns. Es engt uns ein und sorgt dafür, dass wir stets auf der Suche sind. So komisch es klingt, aber ohne Erwartungen und Wünsche leben wir freier. Wir denken und handeln effizienter, wir sind gesünder, wir leben und lieben intensiver. Wir müssen uns keine Ziele setzen, die Ziele kommen von allein und das ganze Leben mit all seinen Höhen und Tiefen fühlt sich richtig an. Alles ergibt einen Sinn, egal, ob wir gerade auf der Sonnen- oder auf der Schattenseite stehen.

Dieses Buch ist zwar speziell für Anfänger geschrieben, aber für bereits Meditierende ebenso geeignet. Die Meditationserfahrenen berücksichtigt Stephan Bodian immer wieder, indem er darauf hinweist, dass dieses oder jenes Kapitel übersprungen werden kann.

„Meditation für Dummies“ erfreut sich einer klaren Gliederung und wirkt damit sehr übersichtlich auf den Leser. Es ist in einer leicht verständlichen Sprache geschrieben und der Leser spürt die Empathie des Autors zwischen den Zeilen. Für die eigene Praxis werden viele brauchbare Meditationsübungen und wichtige Alltags-Übungen für zwischendurch (Meditation to go quasi) aus der buddhistischen Achtsamkeitslehre angeboten. Die Sitztechnik ist ein wesentlicher Bestandteil der klassischen Sitzmeditation, weshalb ihr ein ganzes Kapitel gewidmet wurde. Kleine, weise Geschichten umrahmen hin und wieder die Lektionen und steigern nicht nur das Lesevergnügen, sondern auch das Verständnis für uns selbst.


The Science of Yoga: Was es verspricht - und was es kann
The Science of Yoga: Was es verspricht - und was es kann
von William J. Broad
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,00

4.0 von 5 Sternen Die Yogamaschinerie und ihre fatalen Folgen, 11. März 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Am Anfang erfährt man etwas über die alte Geschichte des Yoga. Dieser Teil ist unterhaltsam geschrieben, wenn er auch nicht viel Neues bereithält. Dann kam Jagannath G. Gune, einer der ersten Yoga-Revolutionäre, und entmystifizierte Yoga. Er hob erstmals die rein gesundheitlichen Aspekte in den Vordergrund. Die geheimnisvollen Geschichten von Lebendbestattungen, das Anhalten des Herzschlages oder anderen übernatürlichen Yogi-Kräften widerlegte Gune erstmals in seiner umfassenden Studie von 1931.

Es bleibt mir ein Rätsel, warum der Autor über zig Seiten und Studien darüber berichtet, wie lange es dauerte wissenschaftlich festzustellen, dass Yoga keinen Beitrag zur aeroben Leistungsfähigkeit und kardiovaskulären Fitness leistet. Für den Leser wäre es verständlicher geworden, hätte er die vielen Studien zusammengefasst und ein detailliertes Resümee gezogen. Broad erzählt zwar individuell zu jeder Studie eine persönliche Geschichte über den Herausgeber der Studie, über deren Entstehung oder zu den Schwierigkeiten, die sie begleiteten, trotzdem war ich, auf Grund der Fülle der Studien, wenn er plötzlich zwanzig Seiten später von irgendeinem Forschungsleiter sprach, nicht in der Lage herauszufiltern, auf welche Studie er sich speziell bezog. Hinzu kommt, dass die Schreibweise durch das permanente Aufzählen von Studien, Fakten und wissenschaftlichen Erkenntnissen, streckenweise trocken ist. Vielleicht liegt es daran, dass Broad Wissenschaftsjournalist ist.

Letztendlich ist es schwierig, einen Überblick über die vielen Recherchen des Autors zu behalten, da er gleichsam alle positiven und negativen Erkenntnisse aus unzähligen Studien rund um Yoga aufführt. Am Ende eines Kapitels stand ich oft da und fragte mich, was an der Asana eigentlich die Vor- und was die Nachteile sind. Durch die breite Palette an Informationen über die unzähligen Studien, blieb mir das Wesentliche oft nicht nur verborgen, sondern verunsicherte mich sogar.

Die Zeit um 2002 läutete insofern einen Wendepunkt in der bis dahin gesundheitlich unbedenklichen Yogawelt ein, als dass man es wagte, öffentlich über körperliche Verletzungen, Nervenschädigungen und Schlaganfälle zu sprechen.

Der Autor erwähnt, dass die meisten Verletzungen bei Yogalehrern selbst auftreten. In diesem Fall hat der Yogalehrer die Lehre des Yogas sozusagen nicht bis ins letzte Glied verstanden. Ein Yogi sollte seinen Verstand nicht mit auf die Matte nehmen. Bleibt er mit den Gedanken ausschließlich in seinem Körper, ist das Verletzungsrisiko äußerst gering, da er in diesem Zustand seinen Körper mit allem was sich richtig und falsch anfühlt, wahrnimmt. Beteiligt sich der Verstand an der auszuführenden Yogastellung, gesellt sich der Ehrgeiz dazu und das Ego gibt vor, wozu der Körper fähig ist und das Ego ist grundsätzlich unersättlich und treibt uns zu Idealen, die wir nicht erfüllen können, was wiederum zu Verletzungen führen kann.

Ein weiterer Punkt, um den es Broad in diesem Buch geht, ist die Tatsache, dass das moderne Yoga kommerziell vermarktet und für Wehwechen jeder Art angepriesen wird. Alle möchten vom Yogakuchen etwas abhaben, deshalb werden Yogalehrer und -Therapeuten am Fließband ausgebildet, ohne staatliche Kontrolle. Manche sogar mit fragwürdigem Doktortitel. Broad spricht speziell die Yogatherapeuten an, die schlimmes anrichten können, wenn Patienten mit einem bestimmten Leiden zu ihnen kommen und sie aus Unwissenheit die falschen Asanas mit dem Patienten ausüben. Yogatherapeuten sollten laut Broad die gleiche Ausbildung wie Physiotherapeuten durchlaufen, um sicher zu gehen, dass nur die guten Seiten des Yoga in die Welt getragen werden.

Zusammengefasst kann man sagen, sollten Sie an einen Yogalehrer geraten, der Ihnen versichert, dass es beim Yoga kein Verletzungsrisiko gibt, dass Yoga für mehr Sauerstoff im Blut sorgt und einen Beitrag zur aeroben Fitness leistet oder dass Yoga schlank macht, obwohl Yoga nachweislich den Stoffwechsel verlangsamt, dann sollten Sie den Yogalehrer wechseln.

Was Yoga wirklich kann, ist, unsere westliche Anspannung mit einer regelmäßigen Dosis östlicher Gelassenheit zu lindern. Unsere Stimmung hellt sich auf und wir fühlen uns durch Yoga ausgeglichener, was wiederum dazu beiträgt, dass das Bedürfnis nach Frust- und Lustessen wirklich nachlässt, weil uns Yoga (richtig ausgeführt)beruhigt und insgesamt bewusster leben lässt. Damit aber nicht genug, denn diese Bewusstheit befreit uns vom Stress und je stressfreier wir sind, umso kreativer und sexuell aktiver werden wir. Nachweislich. Obendrein dehnen und strecken wir unsere Muskeln und Sehnen, die sonst gerne verkümmern und uns im Alter krumm und steif werden lassen.


Das Buch vom Ego - Von der Illusion zur Freiheit
Das Buch vom Ego - Von der Illusion zur Freiheit
von Osho
  Taschenbuch
Preis: EUR 11,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Je größer das Ego, desto größer die Chancen es loszuwerden, 29. Januar 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Während wir in der westlichen Welt mit dem Fortschritt der Technik beschäftigt waren und unser Glück außerhalb von uns selbst suchten, kümmerte man sich in Fernost um die Innenwelt der Individuen. Die Folgen dessen sind, dass der westliche Mensch viel erreicht hat, aber nun von stressbedingten Krankheiten wie Burnout, Depression oder Demenz heimgesucht wird, während die Menschen im Osten zwar rückständig leben, aber zufriedener sind.

Das liegt unter anderem daran, dass uns von Kindesbeinen an erklärt wird, wir sollen ehrgeizig sein, wir sollen nach Idealen streben und wir sollen unsere Ziele niemals aus den Augen verlieren, um es im Leben zu etwas zu bringen. Was machen wir als Kinder? Wir hören auf unsere Eltern und auf die Lehrer, um ihnen zu gefallen und tun wie uns geheißen, weil es alle anderen ebenso tun. Wir lernen viel, wir wissen viel, wir erreichen viel. Aber niemand bringt uns, weder im Kindes- und noch weniger im Erwachsenenalter bei, wie wir zu uns selbst zurück finden können. Wo ist unser Innenleben? Ist da überhaupt etwas in unserem Inneren? Unzählige unter uns verwechseln Befriedigung mit reinem Bewusstsein und stürzen sich in jede erdenkliche Art von Ablenkung. Sei es Unterhaltung durch die mannigfaltige Bandbreite der Medien, sei es durch Freizeitstress oder gerne durch die Arbeit. Und wenn uns das nicht reicht, erfinden wir Probleme, ganz hausgemacht, und alles nur, weil wir Angst haben, unseren Wesenskern zu erforschen, so Osho.

Wir Westler legen viel Wert auf Hygiene, aber die Mentalhygiene, die Reinigung des Geistes, wird uns nicht gelehrt. Ganz im Gegenteil, wer sein Gehirn einmal täglich durch Meditation entleert, wird genauso schief angeguckt, wie jemand, der sich nur einmal am Tag die Zähne putzt (von dem Gebrauch der Zahnseide ganz zu schweigen). Über diesen Schwachsinn freut sich das Ego, auf diesem Nährboden kann es prächtig wachsen und gedeihen und je größer das Ego, umso mehr Ertrag für die Gesellschaft, denn was würde wohl mit unserer Wirtschaft passieren, wenn wir mit dem was wir haben glücklich wären? Wer würde dann noch Dinge kaufen, die er gar nicht benötigt? Was würden die vielen Therapeuten ohne ihre Kranken machen? Und die Politiker erst? Keiner interessiert sich mehr für ihre ungehemmten Machtspielchen, weil jeder zufrieden ist. Unvorstellbar! Unsere Gesellschaft würde zusammenbrechen. Genau darum und um vieles mehr geht es in diesem erhellenden Buch.

Der Übersetzer Ma Prem Rajmani schreibt in seinem Vorwort, dass es nicht einfach war, aus der Fülle von Tausenden von Vorträgen, die Osho im Laufe der Jahre über die komplexe Welt des Egos gehalten hat, das Wesentliche herauszusuchen. Für mein Dafürhalten ist ihm dies aber exzellent gelungen, denn der Inhalt jedes einzelnen Kapitels ist aufschlussreich und die ausgewählten Vorträge bauen methodisch aufeinander auf, sodass dieses Buch für alle, die auf der Suche nach sich sind und zahlreiche Fragen haben, ein lehrreicher Weggefährte ist.


Der Tanz der Kraniche: Roman
Der Tanz der Kraniche: Roman
von Judith Kern
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

4.0 von 5 Sternen Rosamunde Pilcher auf Hiddensee, 20. Januar 2016
Rezension bezieht sich auf: Der Tanz der Kraniche: Roman (Taschenbuch)
Die Geschichte der jungen Ida aus Stralsund, die auf Hiddensee ihr Glück sucht, lebt und atmet vor allem durch großartige Landschaftsbeschreibungen. Dass der Autorin die kleine Insel ans Herz gewachsen ist, spürt der Leser durch die Zeilen hindurch. Der Kontrast zwischen dem ungestümen Berlin und der ruhigen Insel hat mir besonders gefallen. Anscheinend war das vor einhundert Jahren nicht anders als heute.

Vor dem Hintergrund der Kunst des Malens geht es in diesem Buch um verschiedenartige Liebesbeziehungen, um bewegende Konflikte und um Emanzipation. Während ich die Figur sowohl von Idas Vater als auch von Herbert, Idas Idol aus der Kunstbranche, beim Lesen deutlich vor Augen hatte, fehlte es Ida als Protagonistin ein wenig an Authentizität und Farbe. Ida ist einerseits selbstbewusst genug, ihr Elternhaus zu verlassen und sich ihrem Vater zu widersetzen, um ihren Traum als Künstlerin leben zu können, aber in anderen Lebenssituationen ist sie ängstlich und überfordert. Das ist zwar echt, weil es uns im normalen Leben oft genauso ergeht, aber wir Leser möchten nichts Herkömmliches lesen, denn wir lesen, um unserem konventionellen Leben zu entfliehen. Wir möchten über die Hauptfigur staunen, sie bewundern oder hassen - egal, Hauptsache sie ist außergewöhnlich. Das fehlte mir ein wenig bei Ida. Streckenweise war sie mir etwas zu normal.

Darüber hinaus denke ich, dass gute einhundert Seiten weniger eine positive Wirkung auf die Geschichte gehabt hätten. Sie wäre dadurch straffer und somit spannender geworden. Aber das ist feinstes Jammern auf höchstem Niveau. Man kann dieses Buch mit den Romanen von Rosamunde Pilcher vergleichen und die waren sehr erfolgreich.

Ich würde gerne 3,5 Sterne vergeben, da das nicht möglich ist, vergebe ich vier, denn die Tendenz geht eindeutig nach oben.


Sturz der Titanen: Die Jahrhundert-Saga
Sturz der Titanen: Die Jahrhundert-Saga
von Ken Follett
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Sturz der Tiraden, 17. Januar 2016
Obwohl ich ein großer Ken-Follett-Fan bin, muss ich zugeben, dass mir dieses Buch nicht gefallen hat. Ich fand weder einen Zugang zu der Geschichte, die im ersten Weltkrieg spielt, noch zu den drei Familien aus drei verschiedenen Ländern. Unzählige Male wollte ich das dicke Buch aus der Hand legen, aber mein ungestümes Vertrauen in Ken Folletts Schreibkunst sagte mir, dass es mit Sicherheit noch spannend werden wird. Fehlanzeige.

Die Handlung wurde immer wieder von Folletts persönlich ausgeklügelten, strategischen und schier endlosen Monologen aufgehalten. Vielleicht ist das eine gute Kriegstaktik für den Feind, aber für das Erzählen einer Geschichte ist diese Taktik ungeeignet, denn dadurch bleiben die Charaktere auf der Strecke und für meinen Geschmack sind es interessante Charaktere, die Ken Follett entwickelt hat. Jedoch unterbrach er die Verbindung zwischen den Akteuren und dem Leser solange und so oft, bis die Figuren sekundär und ihre Gefühle belanglos wurden. Inmitten des strategischen Geschwafels erfuhr der Leser irgendwann wie es mit den Personen weiterging, aber nicht lange, denn nun folgten seitenlange politische Ansichten des Autors durch die man sich lesend quälen musste wie die Soldaten durch den Schlamm auf Folletts fiktivem Schlachtfeld.

Im Grunde genommen ist es eine gute Geschichte, wenn da nicht diese mörderischen Monologe gewesen wären, die langsam, aber sicher jeden einzelnen Charakter dieser Geschichte getötet haben.


Roßhalde: Roman
Roßhalde: Roman
von Hermann Hesse
  Taschenbuch
Preis: EUR 7,99

5.0 von 5 Sternen Bedrückend schön, 17. Januar 2016
Rezension bezieht sich auf: Roßhalde: Roman (Taschenbuch)
Roßhalde - so heißt das idyllische Anwesen, auf welchem ein Künstlerehepaar mit seinen Söhnen um 1910 lebt. Roßhalde ist so groß, dass sich das an Gefühlen vergrämte Ehepaar aus dem Weg gehen kann. Frau Adele wohnt mit dem kleinen Pierre im Haupthaus. Lediglich zu den Mahlzeiten kommt man zusammen. Albert, der die meiste Zeit im Internat verbringt, hat sich komplett von seinem Vater, dem bekannten Maler Johann Veraguth, abgewendet. Er spürt, dass die Mutter, die er über alles liebt, unter der abgestumpften Ehe leidet und gibt dem Vater die Schuld daran. Wenn Albert die Ferien auf Roßhalde verbringt, meiden sich Vater und Sohn genauso wie es die Eltern das ganze Jahr über tun.
Hermann Hesse beschreibt die unglückliche Ehe mit wenigen Worten, aber so sensibel, dass der Leser genau das empfindet, was die Entfremdeten füreinander fühlen oder besser gesagt nicht mehr fühlen. Der einzige, der etwas Licht und Freude in dieses trübe nebeneinanderher Leben bringt, ist der kleine Pierre. Johann überfällt immer wieder die Angst, auch Pierre an seine Mutter zu verlieren. So kämpfen Mutter und Vater tonlos um die Gunst des aufgeweckten und altklugen Pierres. Bis Pierre plötzlich erkrankt.

Wie kein anderer Autor vermag es Hermann Hesse, Gefühle bildhaft darzustellen. Die Fronten zwischen dem Ehepaar sind in solch einem Maße erkaltet, dass sie gar nicht wissen, wo und wann der emotionale Niedergang zwischen ihnen begonnen hat. Das ist oft so. Jeder kennt das oder hat davon gehört und Hermann Hesse ist in der Lage, dieses Gefühlsknäuel nicht nur aufzulösen, sondern in literarischer Feinheit so zu schildern, dass der Leser wahrlich berührt ist. Das gleiche gilt auch für die Landschaften, die er beschreibt. Das Anwesen Roßhalde gibt Hesse derart wirklichkeitsnah wieder, dass man glaubt, selbst im Garten von Roßhalde, an dem kleinen See oder im Atelier des Malers zu sitzen.

Auf Grund der Virtuosität mit der Hesse es versteht zu beschreiben, wirkt diese Geschichte bedrückend. Der Leser sollte sich bewusst sein, dass es um schwermütige Emotionen geht und dass der Autor durchaus im Stande ist, die Gefühle seiner Leser aufzuwühlen.


Die Brillenmacherin: Roman
Die Brillenmacherin: Roman
Preis: EUR 8,99

4.0 von 5 Sternen Gute Geschichte in brillanter Sprache erzählt, 15. Januar 2016
Rezension bezieht sich auf: Die Brillenmacherin: Roman (Kindle Edition)
Der Brillenmacherin Catherine Rowe wird im England 1387 übel mitgespielt. Um ihren ermordeten Ehemann Elias zu rächen, gerät sie unfreiwillig zwischen die Fronten der Kirche und eines Ritterbundes. Der Gegenstand der Auseinandersetzung ist die Übersetzung der Bibel ins Englische, die die Kirche mit allen Mitteln zu verhindern versucht. Catherine ist jung und durchschaut das politische Spiel um Macht und Intrigen noch nicht, fällt diesem gefährlichen Kampf immer wieder zum Opfer und verliert so ziemlich alles, was man verlieren kann.

Durch die vielen, meist negativen Geschehnisse, denen Catherine ausgesetzt ist, ist die Handlung zwar kurzweilig, wirkte auf mich an einigen Stellen aber etwas unglaubwürdig. Vermutlich wäre das Buch stärker geworden, wenn der Protagonistin etwas weniger zugestoßen wäre.

Bemerkenswert sind die Bemühungen des Autors den besonderen Ausdruck zu suchen, zu finden und an passender Stelle zu positionieren. Die Geschichte der Brillenmacherin wird in einer ausgefeilten Sprache erzählt. Wofür andere Autoren mehrere Sätze benötigen, kommt Titus Müller mit einem treffsicheren Adjektiv aus. Manchmal sind es gewagte Adjektive, aber wenn der Autor die Gabe besitzt, sie anschmiegsam einzusetzen, rundet es das Leseerlebnis harmonisch ab. Und Titus Müller besitzt diese Gabe definitiv.


Achtsamkeitstraining (mit CD) (GU Multimedia)
Achtsamkeitstraining (mit CD) (GU Multimedia)
von Jan Eßwein
  Taschenbuch

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen MBSR – Mehr Bewusstheit Schont Ressourcen, 14. April 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Jan Eßwein stellt die MBSR-Methode, die er selbst unterrichtet, in diesem Buch vor. Man kann komplett nach diesem methodischen Programm trainieren, um Stress abzubauen und den Dingen des Alltags mit einem Lächeln, statt Sorgenfalten, zu begegnen – man kann sich aber auch einzelne Übungen zum täglichen Trainieren herauspicken, die allesamt in dem Buch ausführlich in Wort, begleitet von hervorragenden Fotos, sowie zusätzlich auf einer CD vorgestellt werden. Egal wofür man sich entscheidet - Hauptsache, man übt sich in Achtsamkeit, denn das ist der einzig wahre Weg zum Glücklichsein. Wer sich auf den Weg der Achtsamkeit begibt, spürt irgendwann das Leben in sich und um sich herum und jagt keinen Erlebnissen oder Erfolgen mehr nach, denn wir selbst sind der Erfolg und das Erlebnis, wonach wir ständig suchen.


Der unsichtbare Apfel: Roman (KiWi)
Der unsichtbare Apfel: Roman (KiWi)
von Robert Gwisdek
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 12,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine buddhistische Interpretation, 26. März 2015
Mich bewegt die Frage, inwieweit der Autor Robert Gwisdek sich mit der Philosophie des Buddhismus beschäftigt, denn mit diesem Buch ist es ihm wunderbar gelungen, den buddhistischen Weg darzustellen. Wer verstanden hat, dass 1+1=1 ist, der versteht auch dieses Buch und die Lehre des Buddhismus, denn derjenige ist nicht eingeschränkt durch seine Gedanken, denjenigen treibt „sein Geist nicht mehr in enge Gassen“, wie Gwisdek es so schön beschreibt. Derjenige findet seinen Kreis, sprich sein inneres Gleichgewicht. Den Kreis können wir allerdings nicht durch unseren Verstand bezähmen, sondern nur über unser Herz erreichen, genau wie der Protagonist Igor es uns vormacht.

Hervorragend dargestellt ist unter anderem der furchteinflößende Koch mit den schwieligen Fingern und der Zustand des hungrigen Igors, der begreift, dass er eine Situation annehmen muss, wenn er nicht in der Lage ist, sie zu ändern und der erkennt, dass wir uns viel zu viel von Äußerlichkeiten leiten lassen, weil wir alles und jeden bewerten, was uns oft in die Irre führt. Ebenso erwähnenswert ist das Verhältnis Igors zu dem liebenswerten, in sich ruhenden Liftboy während der nicht enden wollenden Fahrstuhlfahrt, wo dieser, nur ALLEIN durch Igors negative Gedanken, plötzlich zu einem Massenmörder avanciert. Genau das spiegelt Buddhas Erkenntnis wider: Unser Geist erzeugt unsere Welt.

Eine weitere Anschauung des Buddhismus sind die drei Geistesgifte, unter denen die Menschheit leidet: Gier, Wut und Verblendung. Charakterisiert werden die drei Geistesgifte durch die drei Gefangenen, die Igor befreit und bittet mit ihm zu gehen. Auch diese Anschauung ist brillant umgesetzt.

Noch ein Wort zu dem angespannten Verhältnis zwischen den Kreisen und den Dreiecken. Der Kreis ist immer in Bewegung, denn alles ist im Fluss entsprechend des Buddhismus. Das Dreieck ist auf Stabilität aus, weil unsere Gesellschaft Stabilität braucht. Der Kreis symbolisiert den Menschen, der zu sich selbst gefunden hat und sich immer in seinem inneren Gleichgewicht befindet. Dieser Mensch ist in der Lage fast ohne die Gesellschaft auszukommen, weil er nahezu keine Bedürfnisse hegt. Ein Mensch ohne Bedürfnisse ist aber das Ende unserer Wirtschaft und unserer Gesellschaft. Der schwingende Kreis (Herz) kann also das stabile Dreieck (Verstand) ins Wanken bringen und damit das nicht passiert, müssen die Dreiecke die Kreise vernichten.

Mir gefällt bei Gwisdek, dass er seine Philosophie nimmt und eine Geschichte um sie herum baut, um so seine Philosophie teilen zu können. Ganz anders als bei Dostojewski in „Die Brüder Karamasow“, wo der Autor eine Geschichte erfindet und seine Philosophie solange in die Geschichte stopft bis die Geschichte vor Anomalie fast platzt. Gwisdek erreicht dadurch eine hervorragende Balance zwischen Literatur und Philosophie und die ausgefeilte Sprache, welcher sich Gwisdek bedient, lässt dieses Buch wie einen kleinen Stern am Literaturhimmel aufleuchten.


Die Brüder Karamasow: Roman
Die Brüder Karamasow: Roman
von Fjodor M. Dostojewskij
  Taschenbuch
Preis: EUR 15,90

5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Philosophisch hui. Literarisch pfui., 26. März 2015
Rezension bezieht sich auf: Die Brüder Karamasow: Roman (Taschenbuch)
Die Familie Karamasow mit den Brüdern Dmitri, dem überspannten und verdächtigen Vatermörder, Iwan, dem studierten Agnostiker und Alexej, dem warmherzigen Novizen sowie deren nichtsnutziger und widerwärtiger Vater Fjodor stehen kurz gesagt für die damaligen gesellschaftlichen und politischen Missstände in Russland. Und nicht zu vergessen, Smerdjakow, der Halbruder der drei Halbbrüder, der eine gewichtige Rolle in diesem umfassenden Buch einnimmt.

Zugegebener Maßen ist die Dialektik in Dostojewskis Werk nicht zu übersehen, aber mir ist der kompakte Roman zu speziell-individuell, was wohl auch der Grund dafür ist, dass viele alte und neue Philosophen für „Die Brüder Karamasow“ schwärmen. Durch den überwiegend philosophischen Anteil kommt meiner Ansicht nach die literarische Seite zu kurz, sodass die Unterhaltung des philosophisch unbedarften Lesers bei Dostojewski auf der Strecke bleibt und dieses Werk in seiner ganzen Weite somit nur einem eingeschränkten Leserpublikum vorbehalten ist.

Für meinen Geschmack sind Dostojewskis Figuren so überspitzt dargestellt, dass sie schon unnatürlich wirken, fast wie eine Farce. (Wobei man bedenken sollte, dass Dostojewski genau das beabsichtigt haben könnte.) Das fängt bei der Sprache an und hört bei den manchmal schon schizophren wirkenden Handlungen auf. Tolstois „Anna Karenina“ wurde um die gleiche Zeit geschrieben und beschäftigt sich, großzügig betrachtet, ebenfalls mit dem damaligen russischen System, aber auf eine heiter-ironische Art und nicht wie bei Dostojewski in fahrig-wirrer Weise. Auf den über 1000 Seiten gibt es vielleicht zwei Landschaftsbeschreibungen. Auch Häuser, Räume, geschweige denn Dörfer oder Städte werden so gut wie gar nicht oder irgendwie nur trist und dunkel am Rande beschrieben, sodass man beim Lesen immer in einen etwas depressiven Zustand verfällt. Bis auf den Gerichtssaal am Ende der Geschichte, als es endlich zu dem Prozess um den Vatermörder kommt, hier gibt sich der Autor plötzlich Beschreibungen in allerhöchstem Maße hin. Nicht nur der Gerichtssaal, auch die Personen werden in ausführlichster Weise beschrieben. Nehmen wir zum Beispiel Doktor Herzenstube, den der Leser im ersten Drittel des Buches kennenlernt und der sporadisch immer wieder Mal auftaucht, jedoch nie wirklich an der Geschichte beteiligt ist, dieser Doktor wird nun zum Schluss so detailliert beschrieben, als würde Dostojewski eine neue Figur einführen.

Oft hatte ich den Eindruck, Dostojewskis Romanpersonal springt kreuz und quer durch die Geschichte, was wahrscheinlich durch den Umstand begünstigt wurde, dass der Autor seine Figuren hervorholt und wieder verschwinden lässt, wie es ihm gerade passt, was dem Leser allerdings erschwert, eine Beziehung zu ihnen aufzubauen. Die einzige Figur, mit der ich mich identifizieren konnte, war Alexej. Ohne ihn hätte ich das Buch wahrscheinlich nicht zu Ende lesen können. Er war immer ein kleiner Lichtblick in diesem trostlosen Theater (auch das könnte durchaus von Seiten des Autors beabsichtigt gewesen sein).

Die unnatürlichen Dialoge, die mitunter in seitenweise Monologe ausufern, erschwerten zusätzlich meinen Lesefluss. Niemand, auch nicht in Russland um 1870, spricht so debil wie Dostojewskis Figuren. Nehmen wir nur einmal das Wort „Täubchen“, welches gefühlte 250 Mal im Buch vorkommt. Jeder wird von jedem wenigstens einmal als Täubchen betitelt. Und warum bedient sich ein Autor überhaupt unablässig des Diminutivs? Jedes fünfte Wort wird durch die Endung „chen“ künstlich verniedlicht. Härchen, Witwchen Augenblickchen, Nötchen, Verschen etc.
Selbstverständlich spielt Gott in diesem philosophischen Drama eine große Rolle. Am interessantesten fand ich Kolja Krasotkins Einstellung zu Gott. Der fast vierzehnjährige, vollkommen überreife Junge, ist der Auffassung, dass Gott nur rein hypothetisch, aber trotzdem wichtig für die Menschen ist, denn sie brauchen ihn für ihre innere Ordnung und damit für die Weltordnung. Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass es sich zwar um ein großartiges Werk handelt, dass es Dostojewski allerdings nur eingeschränkt gelungen ist, eine Brücke zwischen Philosophie und Literatur zu schlagen.


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