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P. Schmitz
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Der neue Tugendterror: Über die Grenzen der Meinungsfreiheit in Deutschland
Der neue Tugendterror: Über die Grenzen der Meinungsfreiheit in Deutschland
von Thilo Sarrazin
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,99

213 von 240 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Grundlage der Freiheit ist die Freiheit des Geistes, 27. Februar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Zu allen Zeiten, in denen ein kleiner Kreis Herrschender die Massen zu deren Schaden beeinflussen will, weicht die veröffentlichte Information von der Wirklichkeit ab. Je größer die Kröte, die das Volk zu schlucken hat, desto größer die Lüge, die ihm erzählt wird.

Oft beschränkt sich diese Lüge auf die Herrlichkeit von Kaiser und Reich, in welcher Gestalt beides auch gerade erscheinen mag. Oder auf die Notwendigkeit eines Krieges, die Verantwortung für eine Niederlage, die Erhöhung der Steuer usw.

In unserem Fall geht es aber um mehr. Es geht nicht bloß um die Festigung von Macht oder persönliche Bereicherung der Herrschenden auf Kosten der Beherrschten. Die Völkerordnung soll aufgelöst, die sozialen Strukturen zerstört werden. Die Ambitionen der führenden Kaste erstrecken sich nicht bloß auf ein Volk, sondern auf viele. Und so steht die Nation als einigendes Element dem übernationalen Machtanspruch entgegen.

Ein neuer Mensch soll also her: Linksinternational soll er sein, tolerant (um die Völkervermischung nicht zu behindern), der Geschichte unkundig und sich über die Vergangenheit erhaben fühlend (die modernen Wertmaßstäbe sind selbstverständlich auch für frühere Zeiten bindend, es ist kein Ruhmesblatt, daß man sich damals noch nicht daran hielt).

So arbeiten Staat und Medien an der Umerziehung des Menschen zum herkunftslos-sozialistisch- geschlechtsneutralen Verwaltungssubjekt, dem die Identität durch die Worthülse ersetzt wurde, ein phrasengelenktes widernatürliches Wesen, das seine Existenz als kriminell empfindet und überall „Schuld“ und „Verantwortung“ wittert, an allem und jedem. Mit einem schlechten Gewissen sogar dem Wetter gegenüber.

Diese Umerziehung folgt den Gesetzen der Salamitaktik. Generation für Generation ein Scheibchen mehr, langsam und stetig, wird das Bild der Welt, der Geschichte und des Menschen von den Füßen auf den Kopf gestellt, bis das Werk vollendet ist.

Und mit jeder neuen Stufe die erreicht wird, muß das Denken weiter kanalisiert werden, müssen neue Denkvorschriften und Tabus her, um das Werk nicht zu gefährden.

Eine solche Gefährdung war das Buch des Herrn Sarrazin mit dem heute so berühmten Titel „Deutschland schafft sich ab.“ Die Reaktion war entsprechend feindlich, eine Diskussion des Buches blieb vollständig aus. Man sprach grundsätzlich nicht über Sarrazins Aussagen, man schwieg sie tot. Statt dessen unterstellte man ihm Aussagen, die er nie gemacht hatte, und suggerierte der Öffentlichkeit, sein Buch wäre eine plumpe, intolerante Hetze gegen ganz viele arme Menschen, die das gar nicht verdient hätten. Viele begnügten sich mit dem Genuß der korrekten Gegenposition, ohne sich mit Sarrazin überhaupt näher zu beschäftigen. Darauf zielte die Medienkampagne ab, und sie war ein voller Erfolg. Der moderne korrekte Bundesbürger, der was auf sich hielt, lehnte Sarrazin grundsätzlich ab, und fühlte sich ihm intellektuell und moralisch weit überlegen – ohne zu wissen, worum es überhaupt ging.

Thilo Sarrazin schildert in diesem Buch die Reaktion von Medien und Öffentlichkeit auf sein berühmtes Werk, und wie er begann, die Vorgänge und Mechanismen zu analysieren, die innerhalb der Gesellschaft stattfanden. Ihn beschäftigte die Frage, warum so viele Menschen sich derart zu ihrem Nachteil manipulieren lassen, obwohl dies regelmäßig in der Geschichte zu Katastrophen führte.

Das Buch gliedert sich in sechs Kapitel und eine Schlußbetrachtung.

Sarrazin beschäftigt sich mit der Frage, was Meinungsfreiheit überhaupt ist, erläutert den Begriff der „Political Correctness“ als die durch die veröffentlichte Meinung definierten Grenzen des Anstandes, außerhalb derer sich jede Debatte grundsätzlich verbiete. Und analysiert dann seinen eigenen Fall (Deutschland schafft sich ab) in diesen Zusammenhang.

Ein interessanter Vergleich ist die Darstellung anderer Zeiten mit extremer geistiger Bevormundung. Sarrazin spannt den Bogen von der Französischen Revolution über den Sowjetkommunismus bis in unsere Zeit. Die Schaffung einer Axiomatik durch Moral, deren logische Überprüfung sich durch ihre Unmoral selbst verbietet, nimmt dem Menschen die Möglichkeit, überhaupt Entscheidungen zu treffen, denn der Weg des Großen Bruders ist stets der einzig anständige und alternativlos.

Ein wichtiges Instrument, das Denken zu beherrschen, ist die Sprache. Sarrazin widmet dem propagandistischen Mißbrauch der Sprache ein eigenes, sehr amüsantes Kapitel. Es handelt von Orwellschem Neusprech, euphemistischen Neubenennungen, geschlechtergerechter Sprache und Begriffen, die auf dem Index gelandet sind.

„Die vierzehn Axiome des Tugendwahns“ bilden das sechste Kapitel, hier seziert Sarrazin die religiösen Fundamente der linken Weltanschauung. Gegenstand dieser – aus moralischen Gründen selbstverständlich nicht zu hinterfragenden – Glaubenssätze ist die Gleichheit.
Gleichheit nicht im Sinne von Gleichwertigkeit, wie mancher Zeitgenosse sich bei oberflächlicher Betrachtung vielleicht suggerieren lassen könnte, sondern Gleichheit im Sinne von Gleichartigkeit. Es gibt keine Rassen, keine Völker, alle Menschen sind bei Geburt identisch. Und alle Menschen sollten – das ist die Werbebotschaft der linken Revolution an die besitzlosen Massen – wirtschaftlich gleichgestellt sein.
Es ist sehr unterhaltsam, Sarrazins Zerpflückung dieser Dogmen zu lesen.

Man merkt jeder Zeile dieses Buches an, daß Thilo Sarrazin jemand ist, der sehr gründlich über das nachdenkt, was er äußert. Dies wäre wenigstens Grundlage für eine sachliche Auseinandersetzung, sollte man seine Meinung nicht teilen. Es ist bezeichnend, daß statt dessen der Weg der Verleumdung und Verflachung gewählt wird, um die öffentliche Wirkung seiner Aussagen zu dämpfen.

Ich kann dieses Buch uneingeschränkt jedem empfehlen, der mal wieder was anderes lesen möchte als wachsweiche Phrasen und leere Worthülsen!
Kommentar Kommentare (21) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 1, 2015 1:07 PM CET


Polen 1939: Kriegskalkül, Vorbereitung, Vollzug
Polen 1939: Kriegskalkül, Vorbereitung, Vollzug
von Stefan Scheil
  Gebundene Ausgabe

111 von 131 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die polnische Seite der Medaille, 1. Oktober 2013
Daß jener Krieg, der uns auch heute noch so präsent ist, und dessen Auswirkungen auch das Leben in unseren Tagen noch entscheidend bestimmen, viele Väter hatte, ist schon einmal irgendwo bemerkt worden.

Stefan Scheil widmet sich in dieser Abhandlung nun der Rolle, die Polen beim Zustandekommen dieser Katastrophe gespielt hat. Er teilt seine Arbeit in vier Abschnitte:

Zuerst beleuchtet Scheil den aufkommenden polnischen Nationalismus in der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts, als sich Polen noch unter russischer Herrschaft befand, und die Entwicklung dieser Bewegung bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges.

Ein weiteres Kapitel ist der Zeit des Weltkrieges gewidmet, der für die Polen die Gelegenheit zur Unabhängigkeit bot.

Dann stellt Scheil die Zwischenkriegszeit dar, als Polen Großmacht sein wollte und sich darauf einließ, mit den ganz Großen um seinen Platz an der Sonne zu pokern.

Der letzte Abschnitt beschäftigt sich dann mit der Rolle Polens und seinen Kriegszielen während des Zweiten Weltkrieges, aus dem es als einer der großen Verlierer hervorgehen sollte.

Schon zu Beginn seiner Abhandlung stellt Scheil klar, daß er nicht die Alleinverantwortung für den Ausbruch des Zweiten Weltkriegs oder auch nur des deutsch-polnischen Krieges auf Polens Seite sieht, denn „Die Ära der Weltkriege kennt keine Alleinverantwortungsszenarien.“ Hier geht es lediglich um die Rolle, die Polen beim Zustandekommen des Krieges gespielt hat.

Und so erfährt der Leser vom dritten Aufstand gegen die russische Fremdherrschaft 1863, vom Entstehen der panslawistischen Bewegung, von polnischen Forderungen und Zielsetzungen schon im neunzehnten Jahrhundert, die ein Polen von der Oder bis nach Kiew, von der Ostsee bis ans Schwarze Meer vorsahen, teilweise unter Einbeziehung Böhmens, Mährens und Österreichs. Der sich bereits unter russischer Herrschaft bildende neue polnische Nationalismus war maßlos und gefährlich, denn er nahm auch keine Rücksicht auf ethnische Bevölkerungsstrukturen in als polnisch beanspruchten Gebieten (wobei in der sogenannten polnischen Westforschung alles Slawische als polnisch definiert wurde).
Bereits 1872 forderte ein anonymer polnischer Autor unter dem Pseudonym „Der Slawe“ zum „Rassenkrieg“ zwischen Deutschen und Slawen auf. „Er hoffte auf eine gemeinsame panslawische Invasion bis zur Oder, oder besser noch zur Elbe. Danach würde der russischen Zar aus Eigeninteresse eine polnischen Unabhängigkeit in diesen Grenzen akzeptieren.“

Ein wesentliches Merkmal dieses neuen polnischen Nationalismus war der Führungsanspruch in Ostmitteleuropa. Es ging also von Anfang an nicht bloß um Freiheit und Souveränität des polnischen Volkes, die Vordenker und intellektuellen Führer der Polen beanspruchten offen die Herrschaft über andere Völker, ohne dem viel mehr als den bloßen Wunsch nach einer Großmachtstellung zugrundelegen zu können.

Einer dieser Vordenker war Jan Ludwik Poplawski, den Scheil zu Wort kommen läßt. Dieser definierte auch Gebiete mit geringer polnischer Minderheit als polnisch, und beanspruchte alles, was selbst in ur- und frühgeschichtlicher Zeit einmal in irgendeiner Form slawisch besiedelt war, als „ethnographisch polnisch“.

Mit dem Ende des Ersten Weltkrieges und dem Neuerstehen des polnischen Staates wurde dieser Geist noch weiter belebt, und man tat in Warschau alles, um den Traum von Großpolen zu verwirklichen. So legte die polnische Regierung förmlichen Protest ein, als die von den Siegermächten überwachte Volksabstimmung im südlichen Ostpreußen 97,9 Prozent für Deutschland ergab. Die polnische Agitation, die daraufhin einsetzte, bezeichnete den Süden Ostpreußens als eindeutig polnisch.

Im Jahre 1923 forderte der polnische Premier Sikorski ausdrücklich die Beschleunigung des Entgermanisierungsprozesses mit allen Mitteln. Dazu wurden Schulen geschlossen, deutsche Arbeiter entlassen und die deutsche Kultur so weit es ging unterdrückt.

Auch militärisch waren die Polen zwischen den Weltkriegen nicht untätig. Neben der Besetzung der litauischen Hauptstadt Wilna sei auch der Versuch der polnischen Eroberung der Ukraine erwähnt, der allerdings katastrophal scheiterte und nur durch französische Unterstützung im März 1921 im Frieden von Riga glimpflich endete.

Zu Beginn der Dreißigerjahre knüpfte die polnische Führung die nötigen Kontakte zur Eroberung der deutschen Ostgebiete bis Berlin (als neue deutsche Hauptstadt hatte man in Warschau Frankfurt am Main ausgesucht). So kam es 1932 zum russisch-polnischen Nichtangriffspakt, mit dem man sich den Rücken nach Osten frei halten wollte. Das offizielle Polen hat der Geschichtswissenschaft seine Ambitionen schwarz auf weiß hinterlassen: In einer Denkschrift aus dem Jahre 1931 fordert beispielsweise das polnische Außenministerium die Oder-Neiße-Grenze als Ziel der polnischen Westexpansion.

Scheil schildert auch das Bewußtsein der polnischen Gefahr in der Weimarer Reichsregierung. Reichswehrminister Groener warnte in Reden und Aufsätzen 1932 die Republik Polen vor einem Angriff. Bis in die Mitte der Dreißigerjahre war der deutsche Rüstungsstand der militärischen Stärke Polens so hoffnungslos unterlegen, daß man Polen als ernste Gefahr einstufte.

Und Polen suchte die Erfüllung seiner Träume im Westen: Man verhandelte mit Paris und London, und als Preis für seine Bemühungen, einen Krieg gegen Deutschland herbeizuführen, ließ man sich von den Briten großzügige Gebietsgewinne versprechen, bis hin zu den ehemaligen deutschen Kolonien in Afrika. Dieser Traum fand sogar seinen Weg auf eine Briefmarke, nachzusehen in Scheils „Churchill, Hitler und der Antisemitismus“, wo diese abgebildet ist. So schloß man den sehr einseitigen britisch-polnischen Beistandspakt, der Polen die Entscheidung über Krieg und Frieden mit Deutschland überließ. Bei diesem „Bündnis“ fällt mir die Zusicherung der deutschen Bündnistreue ein, die der deutsche Kaiser 1914 Österreich gab. Das legte man seit 1919 bis heute dem Kaiser als Säbelgerassel aus und begründete damit Deutschlands Kriegsschuld…

Auch der Antisemitismus der polnischen Regierung wird erwähnt: So verweist Scheil auf eine Schilderung in Nahum Goldmanns "Das Jüdische Paradox". Dort heißt es: "Vor dem letzten Weltkrieg hatte ich Kontakt zur polnischen Regierung, die sich offen zum Antisemitismus bekannte, und dies insbesondere durch ihren Außenminister Joseph Beck. Als ich ihm sagte, daß Polen seinen Juden mehr wirtschaftliche Erleichterungen gewähren sollte, antwortete er zynisch: "Im Gegenteil, wir denken sogar daran, vielleicht eine Entsprechung der Nürnberger Gesetze einzuführen"."

Nach dem Vertrag mit der Sowjetunion und dem Bündnis mit England wähnte sich Polen am Ziel seiner Bemühungen. Durch Provokationen, Grenzverletzungen und diplomatische Drohungen suchte es die bewaffnete Auseinandersetzung mit Deutschland. Bereits im März 1939 machte Polen mobil.

Am Ende wurde Polen, so schließt Scheil seine Abhandlung, „zum Opfer eines der wohl dreistesten Betrugsmanöver, von denen die Weltgeschichte zu berichten hat.“ – Weder halfen die Briten, noch hielten sich die Russen an ihren Nichtangriffspakt. Polen wurde geteilt, nach Westen verschoben, und fristete bis zum Ende der SU ein Dasein in Tyrannei und Unfreiheit.
Kommentar Kommentare (196) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 7, 2015 10:45 AM MEST


Er ist wieder da: Der Roman
Er ist wieder da: Der Roman
von Timur Vermes
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,33

3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Führer lebt!, 25. März 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Zum Machtergreifungspreis von 1933 Cent wagt es Timur Vermes, den prominentesten Deutschen für die Dauer von vierhundert Seiten der Vergangenheit zu entreißen und ins Berlin des Jahres 2011 zu befördern.

Der vorletzte Kanzler des Deutschen Reiches erwacht in einem Hinterhof, die Uniform ist verschmutzt und riecht nach Benzin… So macht sich der Auferstandene auf einen Weg, der ihn bis an die Spitze der Unterhaltungsindustrie und quer durch die Untiefen der heutigen Zeit führt. Als vermeintlicher Imitator seiner selbst sagt er jedem offen und ehrlich ins Gesicht, was er von ihm hält. Das alleine ist sein Erfolgsrezept als Hitler-Imitator: Die hohe Qualität der Darstellung und die enorme Detailtreue heben ihn weit über das Heer der humoristischen Rohrkrepierer hinweg.

Deutsche! Volksgenossen!

Darf man über Adolf Hitler lachen?

Nun ja, eigentlich geht es in diesem Buch gar nicht um Adolf Hitler. Spätestens wenn der Führer in seinem Hotelzimmer das erste Mal den Fernseher einschaltet und das Unterschichtenfernsehen seziert, wird einem klar, wen der Autor hier eigentlich durch den Kakao holt. Mit der Stimme der größten Unperson der Menschheitsgeschichte überzieht Vermes seine Zeit und ihre Genossen mit Spott und Häme, und das in konsequent durchgehaltenem Stil, der Hitler recht nahe kommt.

Man muß diesem Buch ein enormes Maß an Geist, Biß und Witz attestieren; Alleine die Szene in der ersten eigenen Show des "Imitators", am Kartentisch in der Wolfsschanzenkulisse, unter dem Renate Künast eine Aktentasche auffällt. "Die hat hier sicher jemand vergessen. Wo ist eigentlich Stauffenberg?"


Warum ich kein Linker mehr bin
Warum ich kein Linker mehr bin

216 von 247 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Wer mit 20 Jahren nicht Sozialist ist, der hat kein Herz, wer es mit 40 Jahren noch ist, hat kein Hirn.", 13. Oktober 2012
Und warum das so ist, beschreibt Manfred Kleine-Hartlage in diesem Kaplaken-Bändchen, denn es ist auch der Grund, warum er kein Linker mehr ist.

Wir erfahren, wie der Autor einst den linken Dogmen folgte, und was die Aufrechterhaltung dieser Ansichten von ihm verlangte. Daß keine seiner Zukunftsprognosen, die auf seinem Weltbild beruhten, je zutraf, und daß die beobachtete Wirklichkeit nicht mit den linken Denkvorgaben übereinstimmte. Lange war dem Manfred nicht klar, wie das sein konnte…

Es ist sehr unterhaltsam, die Analyse dieses Problems von einem Ex-Linken zu lesen:
Das linke Denken basiert auf der Utopie, dem rechten oder konservativen Denken liegt eine Beurteilung der Wirklichkeit zugrunde. Während der Rechte seine Normen und Grundsätze nach den Erfahrungen der Geschichte bildet, also nach dem wirklichen Leben, geht der Linke von einer reinen Utopie aus, von einer noch zu erreichenden zukünftigen Situation, dem noch zu schaffenden Paradies als ideologischem Kern seiner Weltsicht.

Dabei ist ein wesentlicher Unterschied zwischen rechtem und linkem Denken, daß der Rechte den Menschen akzeptiert, wie er ist, der Linke aber einen neuen Menschen schaffen möchte, der sich seiner Ideologie anzupassen hat. Da die linke Ideologie mangels empirischen Rückenwindes mit einem gewissen Druck über die Unebenheiten der Logik hinweg befördert werden muß, bedarf es zur Ebnung seiner Wege des Rückgriffes auf Mittel, die sich seit Jahrtausenden in der Religion bewährt haben. So wird die Welt aufgeteilt in Gut und Böse, wobei die linke Weltanschauung selbstverständlich das Gute repräsentiert. Alles, was diesem Guten entgegensteht, ist damit Böse. Die eng gefaßten Denkvorgaben erlauben dabei nicht, ein Problem zu Ende zu denken, und sich dann, aufgrund des Resultates, seine Position zu bilden. Das linke Denken setzt Grenzen und Tabus, die einfach nicht überschritten werden dürfen. Und so verbietet der Linke seinem Verstand, sich mit mißliebigen Sachverhalten überhaupt auseinanderzusetzen, und beschränkt sich auf deren Einordnung als Böse.

In entsprechenden Bahnen verläuft der Kampf gegen alles, was der linken Zielvorgabe im Wege steht, der "Political Correctness", in Form der "gouvernantenhaften Bevormundung des Volkes durch selbsternannte politische Sittenwächter und Zensoren (in der Sprache der Linken also: den "Kampf gegen Rechts")".

Die "durch ideologischen Konsens zusammengehaltene Oligarchie", die mittlerweile die gesamte westliche Hemisphäre in ihrer Gewalt hat, spielt dabei durch die ihr zugehörigen Medien der Öffentlichkeit als vermeintliche Mehrheitsmeinung vor, was tatsächlich nur von einer Minderheit geglaubt wird. Kleine-Hartlage stellt unmißverständlich klar, daß die Dominanz linker Ideologie gebrochen werden muß, und zwar, "bevor diese Dominanz endgültig die europäische Zivilisation, und zwar einschließlich ihrer emanzipatorischen Errungenschaften, zerstört hat".

Wichtig ist, zu verstehen, warum jemand überhaupt links ist. Was treibt einen Menschen an, sich der Wirklichkeit zu verschließen, und "Sachverhalte" zu "ignorieren, die offen zutage liegen, nach linker Ideologie aber nicht existieren dürfen und deswegen von keinem Linken, der dies auch bleiben möchte, zur Kenntnis genommen werden können"?

Zitat: "Ich bin als Teenager auf den Holzweg geraten, und es liegt in der Natur der Sache, daß gerade Teenager zum utopischen, das heißt linken Denken neigen, einfach deshalb, weil es ziemlich langwierig und anstrengend ist, auch nur bruchstückhaft zu erkennen, wie die Welt tatsächlich ist, aber ziemlich leicht, sich auszudenken, wie sie sein soll. Das schafft auch ein 15jähriger, und er bekommt dadurch die Illusion, er wüßte irgend etwas."

Das Korrektiv ist dann die Gesellschaft, in der der junge Mensch reift, und die ihn zwingt, durch die Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit den Holzweg wieder zu verlassen. Diese Schule fürs Leben bietet unsere Gesellschaft leider nicht mehr, woran man erkennt, daß sie "verrückt und krank" ist.

Zitat: "Was in einem intellektuellen Sinne ein Holzweg ist, ist in bestimmten Bereichen der Königsweg zur Karriere, und selbst diejenigen, die diese Karriere nicht machen, können durch Bejahung der herrschenden Ideologie immer noch Anspruch auf Respektabilität erwerben."

Zitat: "Wir sollen … glauben, daß Intelligenz nicht erblich sei, daß es keine natürlichen Unterschiede zwischen Männern und Frauen gebe, daß es so etwas wie Völker überhaupt nicht gebe, daß man Menschen aus aller Herren Länder in demselben Land vereinen könne, ohne daß es zu ethnischen Konflikten käme. Wer das alles glaubt, kann im Grunde ebensogut glauben, daß der Regen von unten nach oben fällt. Wie und warum schaffen die Linken es, so viele Menschen solche Dinge glauben zu lassen, von denen doch jede Putzfrau weiß, daß sie Unfug sind?" - Eben weil man ein hohes intellektuelles Niveau beweisen kann, wenn man sich von der Meinung der Putzfrau distanziert, wenn man das offen Sichtbare abstreitet und durch komplizierte Pseudobegründungen belegen kann. Als Linker muß man auch nicht mehr regelmäßig seine Handlungen hinterfragen, sich selbst durch seine Taten als guter Mensch bewähren, es reicht vielmehr, die Gesinnung eines Gutmenschen anzunehmen, um per se gut zu sein. Um diese Gesinnung gegen alle Anfechtungen durch die Realität zu schützen, flüchtet sich der Gutmensch dann zwangsläufig immer tiefer in die Weltfremdheit - und verkauft so seine Seele, schließt einen Pakt mit dem Teufel ab.

Kleine Hartlage bringt die Widersprüche der linken Ideologie zur Sprache: Das Eintreten für den Sozialstaat, aber dessen bewußte Gefährdung durch ungesteuerte Masseneinwanderung, oder die Verteidigung und Förderung des Islam, und die Befürwortung der Einwanderung von Millionen seiner Anhänger nach Deutschland, obwohl diese Religion in jeder Beziehung das Gegenteil linker Grundsätze darstellt.

Dabei ist zu unterscheiden zwischen zwei Arten von Linken: den Betrügern und den Betrogenen. Die Betrüger sitzen an den Schaltstellen der gesellschaftlichen Macht, die Betrogenen sind die Mitläufer, die den Handel nicht durchschauen. Dabei müßten sich diese Mitläufer eigentlich fragen, warum die hehren Ziele linker Denkweise niemals verwirklicht werden. Es tritt vielmehr immer genau das Gegenteil des Erstrebten ein, wenn linke Politik sich durchsetzt. Das extremste Beispiel ist dann der Kommunismus, der die wesentliche Nebenwirkung linker Ideologie offenbart: Um die Ideologie vor der Wirklichkeit zu bewahren, muß mit wachsender Intensität gegen jede Opposition vorgegangen werden, was im extremsten Falle - dem Kommunismus - den Polizeistaat bedeutet.

Aber auch in offiziell demokratischen Systemen ist eine linke Dominanz gezwungen, den offenen Diskurs mit der Wahrheit zu vermeiden, und seine Vormachtstellung durch Restriktionen (Kampf gegen Rechts) zu verteidigen. Wir sind heute Zeuge einer in demokratischen Gesellschaften niemals dagewesenen geistigen Bevormundung, die sogar in die Sprache eingreift und regelmäßig neue Wortkonstruktionen schafft, die in ihrer Lächerlichkeit die Härte des Abwehrkampfes offenbart.

Für Viele wird das Zusammenspiel von Sozialismus und Kapitalismus neu sein. Während die Linken vorgeben, sich für die Belange der Arbeiter und Besitzlosen einzusetzen, sorgen sie tatsächlich gezielt für eine Vermehrung von Armut und Arbeitslosigkeit. Durch Masseneinwanderung ungelernter Arbeitskräfte wächst die Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt, was ein Absinken des Lohnniveaus zur Folge hat, sehr im Sinne des Großkapitals. Wer aber wenig verdient, oder gar staatliche Hilfen bezieht, wählt naturgemäß links, weil er sich von dieser Seite Hilfe verspricht. So schafft sich die Linke, zu der sich paradoxerweise aus diesem Grunde mittlerweile auch die CDU gesellt hat, statt ihr Heil in der offenen Gegnerschaft zu diesem kriminellen Vorgehen zu suchen, ihre eigene Machtbasis in Form einer wachsenden Schicht aus Armen, Arbeitslosen, Geringverdienern und Ausländern mit deutschem Paß, die in ihrer absoluten Mehrheit links wählen. Geschickt wird der Umfang der staatlichen Hilfe und die Zahl der Ausländer gesteigert, die Not des Einzelnen aber vergrößert. Seit der Hartz IV-Reform, den Ein-Euro-Jobbern und der Öffnung der Grenzen für osteuropäische Konkurrenzunternehmen sind Not und Armut so groß wie nie, und die Linken sitzen fester im Sattel als je zuvor.

So hat die Linke aus Gründen des Machterhaltes ein elementares Interesse an einem Zustand größtmöglicher Herrschaft des ungezügelten Kapitalismus, da dieser die verzweifelte, arme, linke Basis erschafft und erhält. Die Endstufe der linken Macht ist dann die kommunistische Diktatur, die kein Wahlvolk mehr braucht.

"Warum ich kein Linker mehr bin" ist eine der wichtigsten und interessantesten Schriften, die ich in den letzten Jahren gelesen habe. Ich hoffe auf eine größtmögliche Verbreitung!
Kommentar Kommentare (171) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 27, 2014 9:52 AM MEST


Bomben auf Baku: Kriegspläne der Sowjetunion 1939/1940
Bomben auf Baku: Kriegspläne der Sowjetunion 1939/1940
von Günther Deschner
  Gebundene Ausgabe

9 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Verbrechen gegen den Frieden…, 10. Oktober 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
…lautete ein Anklagepunkt, als man 1945 in Nürnberg über den unterlegenen Kriegsgegner zu Gericht saß. Alfred Jodl als Chef des Wehrmachtführungsstabes im Oberkommando der Wehrmacht und Wilhelm Keitel als Chef des Oberkommandos der Wehrmacht wurden stellvertretend für die deutschen Streitkräfte für diesen Anklagepunkt an schlecht zusammengezimmerten Baumarktgalgen ihrer in den Augen der Sieger gerechten Strafe zugeführt. Die Luke war zu klein, der Strick zu kurz, und so schlugen sich beide Delinquenten beim Fallen die Gesichter auf, um dann jeweils fast eine halbe Stunde lang qualvoll zu ersticken.

Die diesem Prozeß zugrundeliegende Weltsicht, die vom Sieger seither als Fundament des westlichen Welt- und Geschichtsverständnisses installiert wurde, sieht im Zweiten Weltkrieg, wie Deschner schreibt, nicht eine Auseinandersetzung konkurrierender Mächte zur Durchsetzung ihrer Interessen, sondern einen Kampf des Guten (die westlichen Demokratien) gegen das Böse (das Deutsche Reich).

Im Lichte der so seit damals bestehenden – und stetig verstärkten – Schwarzweißmalerei, die unser heutiges Denken bestimmt, erscheinen einige historische Vorfälle besonders interessant.

So geht es in dieser Abhandlung um die Pläne des französischen und britischen Generalstabes, im Sommer 1940 durch Führung eines unprovozierten Angriffskrieges die kaukasischen Ölgebiete der Sowjetunion zu zerstören, um dadurch die sowjetische Kriegsfähigkeit zu vernichten.

Doch der deutsche Einmarsch in Frankreich macht diese Pläne zunichte, und die ungeahnte Geschwindigkeit. mit der die Wehrmacht vorrückte, störte den geordneten Rückzug.
Und so fiel am 16. Juni 1940 einer Vorausabteilung der 9. Panzerdivision im Städtchen La Charité an der Loire, 200 km südlich von Paris, ein Güterzug in die Hände, der gerade den Bahnhof verlassen wollte. Dieser Zug enthielt umfangreiche Aktenbestände des französischen Generalstabes, die der deutschen Führung einen tiefen Einblick in die alliierte Planung gab:

Nach dem deutschen Sieg in Polen waren Briten und Franzosen entschlossen, durch Eröffnung möglichst vieler Kriegsschauplätze und einer Blockade das Deutsche Reich in die Knie zu zwingen. Die Franzosen waren besonders bestrebt, den Krieg von ihrem eigenen Staatsgebiet fernzuhalten. So waren Skandinavien und der Balkan, aber auch Belgien und die Schweiz Ziel dieser Bemühungen. Dort waren Landungen geplant, im griechischen Saloniki stand dieser Plan bereits bis in alle Einzelheiten, außerdem versprach man sich von den in den Krieg zu zwingenden Ländern eine Verstärkung von mehr als 100 Divisionen.

Die Ausschaltung der sowjetischen Erdölindustrie und der damit beabsichtigte Zusammenbruch der UdSSR sollte die Blockade Deutschlands „vollständig machen“.
Der „Nordplan“ sah vor, im Winter 39/40, unter Ausnutzung des sowjetisch-finnischen Konfliktes, und unter Brechung der norwegischen und schwedischen Neutralität, ein Expeditionskorps auf die schwedischen Erzminen anzusetzen, um den Nachschub für die deutsche Rüstungsindustrie zu unterbinden. Die nächste Stufe dieses Planes galt dann dem Einmarsch in die Sowjetunion und der Wegnahme der Hafenstadt Murmansk.

Der Angriff auf den Kaukasus, der „Südplan“, umfaßte die Ausschaltung von 122 Raffinerien zwischen Batum und Baku durch Luftangriffe. Als Basis sollten die Türkei und der Iran dienen, die zu diesem Zweck noch auf die Seite der Alliierten genötigt werden mußten. Die knapp 150.000 Mann starke Levante-Armee stand in Syrien für die Invasion nach den Luftangriffen bereit.

Erwähnenswert ist noch, daß die Unterschätzung der sowjetischen Stärke, die aus diesen Plänen spricht, zu großen Teilen auf Informationen aus London und des polnischen Generals Sikorski beruht („Die sowjetische Armee verfügt über nicht mehr als zwei voll kampfkräftige Divisionen. Alles Übrige ist von erbärmlicher Qualität.“).

So war also auch für die Alliierten der Angriffskrieg gegen neutrale Staaten ein legitimes Mittel, sogar, wenn es nur darum ging, potentielle Verbündete des Gegners zu treffen.

Deschner widmet dann ein ganzes Kapitel den westlichen Interventionen in Rußland, die seit Napoleon stattgefunden haben. Sehr detailliert beschreibt er besonders die britischen Interventionen bei Murmansk und Archangelsk 1919, mit schweren Gefechten gegen die Rote Armee, zum Zwecke der Evakuierung britischer Bürger. Auch die Franzosen mischten kräftig mit: Sie unterstützten den Führer der weißen Truppen, Admiral Koltschak, gegen die Rote Armee. Als der Sieg der Roten nicht mehr aufzuhalten war, flüchtete Koltschak sich in den Schutz der alliierten Militärmission von Irkutsk. Der Chef dieser Mission, der französische General Janin, lieferte den früheren Bundesgenossen jedoch an die Bolschewisten aus, die Koltschak am 7. Februar 1920 in seiner Zelle durch Genickschuß töteten.

Auch der polnische Überfall auf die Sowjetunion 1920 kommt zur Sprache. Mit Unterstützung der Franzosen hat der polnische Führer Pilsudski damals versucht, Land im Osten zu erobern. Der dadurch ausgelöste russische Patriotismus setzte enorme Verteidigungskräfte frei, und über alle Gräben hinweg vereinigten sich rote und weiße Generale zur Abwehr der Angreifer. Der Zarengeneral Tuchatschwskij drängte die Polen über den Bug zurück. Erst vor Warschau konnten die zur Hilfe gerufenen Franzosen unter General Weygand die Rote Armee schlagen, das „Wunder an der Weichsel“.

Zum Schluß kommt auch die Kommunistenverfolgung in Frankreich zur Sprache, in dessen Verlauf zahlreiche aus Deutschland geflohene Kommunisten verhaftet und deportiert wurden.

Wer die Geschichte etwas differenzierter betrachten möchte, als Guido Knopp das tut, der hat hier die Gelegenheit, die „Guten“ einmal von einer anderen Seite zu sehen. Für ein umfassendes Bild der Geschichte sind solche Episoden sehr wertvoll.
Kommentar Kommentare (7) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 17, 2014 9:03 PM MEST


Neukölln ist überall
Neukölln ist überall
von Heinz Buschkowsky
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

37 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Deutliche Warnung aus erster Hand, 29. September 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Neukölln ist überall (Gebundene Ausgabe)
Die Beurteilung des vorliegenden Buches ist meiner Ansicht nach nicht möglich, ohne auch die darin geschilderte Situation und ihre Hintergründe zu betrachten.
Erst einmal sollte man sich bewußt werden, was man hier in Händen hält: Ein politischer Leiter eines Bezirkes der größten Stadt und Hauptstadt Deutschlands sieht die Notwendigkeit, bestimmte Zustände, die in seinem Zuständigkeitsbereich herrschen - und auch in anderen Städten Deutschlands, wie er schon im Titel klarstellt - einer breiten Öffentlichkeit mitzuteilen.

Dabei sind die offen ausgesprochenen Informationen ebenso interessant wie die versteckt vermittelten. Wobei oft unklar ist, ob diese, zwischen den Zeilen versteckten, Fragen und Aussagen vom Verfasser gewünscht sind, oder ob er diese unfreiwillig bietet.

Buschkowsky führt seine Leser behutsam in die Lektüre ein. Zu Anfang liefert er eine Liebeserklärung an seinen Bezirk, der Leser erfährt die positive Grundhaltung des Bürgermeisters, der hier weder meckern, noch eine extreme Position einnehmen möchte, die womöglich am Ende zur Sarrazinisierung seiner Person führen könnte. Buschkowsky stellt klar, daß er Ausländern und ihrem auch massenhaften Zustrom nach Deutschland uneingeschränkt positiv gegenübersteht.

Dann bringt Buschkowsky vor, was er zu sagen hat: Die gewaltige Vermehrung moslemischer Orientalen in Deutschland hat dazu geführt, daß in den Großstädten, wo sich diese Völker ballen, das Abendland verdrängt wird und der Halbmond aufgegangen ist. Die orientalischen Zonen werden mitsamt ihren Einwohnern zum überwiegenden Teil vom deutschen Steuerzahler finanziert, was deren Bewohner aber nicht hindert, teilweise bereits in jungen Jahren einen großen Mercedes zu fahren. Die morgenländischen Viertel folgen ihren eigenen Gesetzen, uralte gesellschaftlich-religiöse Strukturen sind aus der Heimat mitimportiert worden. Diese Konventionen sind den orientalischen Ausländern verbindlicher als deutsche Gesetze und deutsche Normen, und Buschkowsky schildert detailliert, daß die breite Mehrheit der Türken und Araber ganz entschieden jede Veränderung ihrer Kultur und Lebensweise durch Annahme deutscher Einflüsse ablehnt. Wichtig ist dabei die Tatsache, daß innerhalb weniger Jahre ganze Stadtteile geschlossen dem Orient übergeben wurden. Die verbliebene deutsche Minderheit hat nur noch die Wahl zu weichen oder sich anzupassen.

Buschkowskys Aussage lautet: Gebt allen die gleichen Chancen, werdet nicht gleichgültig, investiert weiter in solche Problemviertel, leitet die Zugewanderten zu Schulabschluß und Berufsausbildung, damit die generationenübergreifende Tradition des Hartz-IV-Empfangs gebrochen werden kann.

Nun kamen mir beim Lesen aber ein paar Fragen, die ich hier stellen möchte, in der Hoffnung, jemand könnte sie mir vielleicht beantworten:

Die wesentlichste Frage, die das ganze Problem aufwirft, stellen weder Buschkowsky noch Sarrazin: Warum müssen überhaupt Millionen orientalische Ausländer in Deutschland sein? Die überwiegende Mehrheit der heute in Deutschland lebenden, und in den nächsten Jahrzehnten noch einwandernden Türken und Araber geht nicht auf jene paar Gastarbeiter zurück, die nach dem erfolgten Wiederaufbau zu uns kamen. Die Masse der heutigen Ausländer wurde im Ausland angeheiratet und in Deutschland direkt ins Sozialsystem eingeführt. Warum also wird die massenhafte Einfuhr dieser Völkermassen nach Deutschland betrieben? Warum tun wir uns das an?

Und was ist mit dem Begriff Integration gemeint? Ist die Verwendung dieses Begriffes nicht bloß der Versuch, der deutschen Öffentlichkeit eine Art Ziel zu liefern, das angeblich zu erreichen man sich bemüht, und bei dessen Erreichung alles gut wird und alle Probleme enden werden? Dabei ist es mathematisch unmöglich, die Hälfte oder dreiviertel der Gesamtbevölkerung in die übrige Hälfte oder das übrige Viertel zu integrieren.

Es ist tatsächlich überhaupt unmöglich, jemanden zu integrieren, der das gar nicht möchte. Und Buschkowsky stellt klar, daß nur ein geringer Teil der ausländischen Bevölkerung bereit ist, hier eine Existenz aufzubauen unter Beachtung hiesiger Normen. Diese Leute möchten allerdings auch nicht unter ihren Landsleuten leben, sie verlassen die orientalischen Gebiete und ziehen in bessere Wohnlagen.

Wenn man Buschkowskys Schilderungen liest, drängt sich auch diese Frage auf: Ist die Aufnahme mehrerer Millionen Ausländer in Deutschland, in seine Gesellschaft, in seinen Arbeitsmarkt, ist die Integration so vieler Menschen in ein bereits geschlossen besiedeltes Land, mit diesen - orientalischen - Völkern überhaupt möglich? Oder muß dies nicht zwangsläufig so laufen, wie es jetzt läuft?

Und warum dürfen wir Ausländer nicht mehr Ausländer nennen? Warum schafft man neue Worte, neue Bezeichnungen, um ein Problem zu benennen, das ja ganz offensichtlich ein solches ist, und das wächst und wächst, und keiner mag die Folgen in schon absehbarer Zukunft klar aussprechen? Ist die Einführung neuer Begriffe, wie "Migrant" statt Ausländer, oder "Deutscher mit Migrationshintergrund" statt Ausländer mit deutschem Paß, nicht ein Anzeichen von Manipulation? Aber warum werden wir manipuliert?

Ich denke, man sollte dieses Buch lesen, und die darin enthaltenen Informationen offen zur Kenntnis nehmen, ohne ideologische Scheuklappen und ohne Denkschubladen wie rechts oder links. Wenn dies wirklich eine freie Demokratie ist, haben wir doch dann die Möglichkeit, auf solche Darstellungen zu reagieren. Wenn trotz solcher Warnungen weiter die dafür verantwortlichen Parteien gewählt werden, geht man sehenden Auges einen vorgezeichneten Weg.
Kommentar Kommentare (78) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 17, 2014 2:01 PM MEST


Europa braucht den Euro nicht: Wie uns politisches Wunschdenken in die Krise geführt hat
Europa braucht den Euro nicht: Wie uns politisches Wunschdenken in die Krise geführt hat
von Thilo Sarrazin
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,99

210 von 234 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Euro ist kein Kind der Ökonomie, sondern der Politik, 1. Juni 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Die Schaffung einer europäischen Einheitswährung erfolgte nicht durch eine ökonomische Notwendigkeit, die Ökonomie stand dabei nicht einmal im Vordergrund. Der Euro wurde erdacht und eingeführt aus rein politischen Gründen, um die Einheit Europas voranzutreiben.

Thilo Sarrazin beschreibt in seinem Buch das Wesen und die Aufgabe einer Währung, die im Außenverhältnis, also in ihrem Tauschwert auf dem Devisenmarkt, die individuelle Leistungsfähigkeit und Beschaffenheit der dahinterstehenden Volkswirtschaft unmittelbar repräsentiert. Wenn es erforderlich ist, Preisunterschiede auf internationalen Märkten durch Abwertung der eigenen Währung auszugleichen, kann dieses Instrument der Notenbanken die Konkurrenzfähigkeit im Export, sowie die Erschwinglichkeit der Waren auf dem heimischen Markt sicherstellen.

Das ist der Grund für die unterschiedlichen 'Härten' und Höhen der einzelnen Währungen auf dem internationalen Devisenmarkt. Sarrazin beschreibt, wie der Euro als künstliche Gemeinschaftswährung diese lebensnotwendigen Funktionen jenen Ländern nahm, deren Volkswirtschaften nicht der Wechselkurshöhe und der Stabilität des Euro entsprachen.

Sarrazin widerlegt die Mär, Deutschland profitiere von der Einführung des Euro. Er stellt anhand eindeutiger Zahlen klar, daß vielmehr Deutschlands Volkswirtschaft dem Euro gewachsen war, durch diesen also keine unmittelbaren Nachteile für Deutschlands Wirtschaft entstanden. Andere Staaten, wie Griechenland, Italien oder Spanien waren dem Euro dagegen nicht gewachsen, ihnen wurde das politische Konstrukt zum Verhängnis. Ihre Waren wurden international konkurrenzunfähig, die Preise im Inland stiegen im Übermaß. Das sorgte z.B. für eine Abwanderung der Industrie aus Spanien, die Ursache der großen wirtschaftlichen Not dieses Landes.

Es ist also tatsächlich so, daß nur wenige europäische Länder stark genug waren, eine politisch gewollte Einheitswährung zu ertragen, und Deutschland ist eines davon. Die meisten Länder Europas waren dafür allerdings zu schwach, und die katastrophalen Folgen zeichnen sich nun ab.

Natürlich ist der politische Wille noch immer da, er ist ungebrochen und beherrscht das Feld. Und so ist es kein Wunder, daß man das gescheiterte Experiment um jeden Preis aufrechterhalten will, und daß uns von regierungsamtlicher Seite Durchhalteparolen und Beschönigungen verabreicht werden.

Und die einzige Möglichkeit, das Chaos noch ein wenig vor dem Zusammenbruch zu bewahren, ist die Transferunion, d.h. die gleichmäßige Verteilung des im Euro-Raum erwirtschafteten Vermögens auf alle Mitgliedsstaaten. Das bedeutet für Deutschland, einen großen Teil seiner erwirtschafteten Werte ins Ausland zu überweisen, ungeachtet der immer schneller wachsenden deutschen Staatsverschuldung.

Diese Kosten übersteigen in absehbarer Zeit jene der Wiedervereinigung, des Versailler Vertrages, des ganzen Zweiten Weltkrieges - und dies nur als Preis für eine politische Union, die als vermeintliches Zusammenrücken der Völker fehlinterpretiert wird. Wie Sarrazin sehr richtig schreibt, passiert bereits das Gegenteil dieser Annäherung. Vielmehr hört bei Geld bekanntlich die Freundschaft auf. Und wenn die Einen die Schulden der Anderen übernehmen müssen, jene aber wiederum von den Zahlern bevormundet werden, kommt es zu Aggressionen und Feindschaften, die aus dem europäischen Traum vielleicht sehr bald ein europäisches Trauma machen, das zu schwer korrigierbaren wirtschaftlichen Schäden - und irreparablen Rissen zwischen den europäischen Völkern führen wird.

Sarrazin vertritt den Standpunkt, daß eine europäische Währung durchaus nicht grundsätzlich abzulehnen ist, diese muß aber in erster Linie nach ökonomischen Gesetzen funktionieren, sie darf nicht politisch erzwungen werden, wenn sie finanzwirtschaftlich nicht machbar ist.

Der Euro in seiner derzeitigen Form kann als Verbrechen bezeichnet werden, er vernichtet Wohlstand und Besitz in gewaltigen Dimensionen. Erst in den südlichen Ländern durch Abbau von Wirtschaft, dann im Norden durch finanzielle Haftung für diese Schäden.

Der politische Wille einiger Weniger ruiniert so unsere europäische Zukunft. Je eher damit Schluß ist, desto besser!
Kommentar Kommentare (32) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 7, 2015 10:53 PM MEST


Die Verwandlung: Leipzig 1916 (dtv Bibliothek der Erstausgaben)
Die Verwandlung: Leipzig 1916 (dtv Bibliothek der Erstausgaben)
von Joseph Kiermeier-Debre
  Taschenbuch
Preis: EUR 4,90

4 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Was macht große Literatur aus?, 7. Mai 2012
Der Handlungsreisende Gregor Samsa erwacht eines Morgens als Ungeziefer, in das er sich über Nacht verwandelt hat. Kafka schildert nun also in dieser kurzen Erzählung, die auch direkt mit dem Satz beginnt: "'Als Gregor Samsa eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in seinem Bett zu einem ungeheuren Ungeziefer verwandelt"', wie die arme Hauptfigur an ihrem Schabendasein allmählich zugrunde geht.

Dabei erzählt Kafka recht einfühlsam, welche Probleme jemand zu bewältigen hat, der morgens ohne Vorwarnung als Kakerlake erwacht: Die aufrechte Haltung bei menschlichen Ausmaßen scheint die Statik eines Krabbeltieres zu überfordern, der Umgang mit den vielen Beinchen muß erst erlernt werden, Vergammeltes schmeckt besser als Frisches, und unter dem Sofa ist es gemütlicher als darauf.

Die ablehnende Reaktion der Familie, die sehr gut und sehr gerne vom menschlichen Gregor gelebt hat, belastet den vielbeinig krabbelnden Gregor ebenso wie der vorgesetzte Prokurist, der schon nach zwei säumigen Stunden höchstpersönlich den Angestellten zu Hause aufsucht, um ein paar mahnende Worte loszuwerden.

Nun kann man sich lange streiten, ob diese Erzählung einen tieferen Sinn hat. Vielleicht hatte sie diesen Sinn für den Erzähler, der damit persönliche Empfindungen verarbeitet hat, ganz sicher aber nicht für den Leser, der mit unendlichen Interpretationsmöglichkeiten alleingelassen wird, nur eventuell mit einem Verständnisdrang ausgestattet, der schon vor der Lektüre durch die angelernte Bewunderung dem vermeintlichen Genie des Autors gegenüber vorhanden war.

Eine spannende Handlung existiert ebensowenig wie eine Weisheit oder Erkenntnis, die dem Leser vermittelt werden soll.

Es ist dabei auch prinzipiell nichts gegen eine eigentlich abwegige, phantastische Idee einzuwenden, wenn sie dem Leser interessant dargestellt wird. Es muß ja nicht immer alles einen Sinn haben. Die Frage ist nur, was macht 'anspruchsvolle' Literatur zu einer solchen? Eine sich schnell verbrauchende Idee von der Schabewerdung eines Menschen, die nach wenigen Seiten ihren Witz verliert und dann beginnt zu langweilen, ist weder unterhaltsam, noch tiefsinnig. Es ist nichts weiter als eine sinnlose Erzählung, deren Substanz eher für eine Kurzgeschichte gereicht hätte, und die angesichts der Würdelosigkeit der Handelnden eher abstößt als anregt.

Das leise Ableben der Schabe Gregor paßt dann auch zu dessen Charakter - aufopfernd und verständnisvoll der Familie gegenüber, selbst als diese ihn schon aufgrund seiner Verwandlung ablehnt und, kurz vor seinem Tod, seine Abschaffung beschließt.

Wer den Standpunkt vertritt, 'Die Verwandlung' sei anspruchsvolle Literatur, und jede negative Kritik würde daher auf den Kritiker selber zurückfallen, der möchte mir bitte diesen Anspruch einmal sachlich auseinandersetzen! Denn hochwertige Literatur zeichnet sich entweder durch die gekonnte Vermittlung eines Inhaltes oder sprachliche Raffinesse aus, die auch ohne tieferen Sinn zu genießen ist. Ersteres ist bei der 'Verwandlung' nicht festzustellen, letzteres ist mindestens Geschmackssache, und meiner Ansicht nach hier nicht der Fall.

Geschmäcker sind bekanntlich verschieden.
Kommentar Kommentare (6) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 25, 2012 2:54 PM MEST


"Neue Weltordnung" - Zukunftsplan oder Verschwörungstheorie? (Kaplaken)
"Neue Weltordnung" - Zukunftsplan oder Verschwörungstheorie? (Kaplaken)
von Manfred Kleine-Hartlage
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 8,50

160 von 169 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Über die Neue Weltordnung, 29. Dezember 2011
Manfred Kleine-Hartlage beschäftigt sich in dieser Abhandlung mit der Frage, ob der mittlerweile bereits allgemein recht bekannt gewordene Begriff "Neue Weltordnung" ein bloßes Hirngespinst ist, erfunden und verbreitet von sogenannten Verschwörungstheoretikern, oder ob tatsächlich ein Plan existiert, der diese Bezeichnung verdient.

Der Leser bekommt keine - angesichts des Themas wohl erwartete - Zusammenstellung der üblichen Verdächtigen. Hier bekommen Sie eine brillante politische Analyse, die so präzise auf den Punkt formuliert ist, daß jeder unvoreingenommene Leser problemlos folgen kann, auch wenn er sich bisher nie mit diesem Thema auseinandergesetzt hat.

Der Autor beginnt seine Ausführungen mit der Feststellung, daß die "Neue Weltordnung" (NWO) keine Fiktion und keine Utopie mehr ist. Es handelt sich dabei vielmehr um eine bereits eingetretene, fortschreitende Veränderung der ursprünglichen weltpolitischen Situation völlig souveräner Nationalstaaten hin zu einer "Verrechtlichung" der internationalen Beziehungen durch Verträge, die den Nationen untereinander bestimmte Pflichten auferlegen und damit eine übernationale Ordnung bilden, die die Handlungsfreiheit der einzelnen Staaten entsprechend einschränkt.

Als ein frühes Beispiel nennt der Autor die Haager Konferenzen von 1899 und 1907, in denen es um die Verpflichtung der Unterzeichnerstaaten zur Abrüstung und die Einführung einer internationalen Schiedsgerichtsbarkeit ging. Mit dem Eintritt der Amerikaner in den Ersten Weltkrieg wurden die auf diesen Konferenzen formulierten Ideen zu Kriegszielen der Alliierten erhoben und nach dem Krieg im Völkerbund institutionalisiert. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde aus diesen Anfängen eine international verbindlichen Ethik, die hauptsächlich in Washington formuliert und dort als Rechtfertigung jeder außenpolitischen Handlung bis hin zur Kriegsführung diente, ein weltweit funktionierendes Gefüge aus Verträgen und Organisationen, die seitdem einen stetigen Zuwachs an Macht und Entscheidungsbefugnis auf Kosten der einzelnen Staaten verzeichnen. Beispielhaft sind hier die UNO, die NATO und die EU, aber auch der IWF und die Weltbank oder der Internationale Strafgerichtshof.

Zitat: "Dabei ist die Verlagerung von Kompetenzen von den Nationalstaaten auf solche Organisationen ein Prozeß, der noch lange nicht an seinem Ende angekommen ist: Das im Entstehen begriffene globale Klimaregime ist der aktuell bedeutendste Schritt dazu, und es mehren sich die Anzeichen, daß die Nationalstaaten einem ganz ähnlichen >Menschenrechts<-Regime unterworfen werden sollen, wobei die >Menschenrechte< nicht zuletzt Teilhaberechte und Diskriminierungsverbote zugunsten von Migranten sind und immer dann ins Spiel gebracht werden, wenn es gilt, die Souveränität westlicher Staaten zu untergraben und ihre Völker an der Verfolgung ihrer eigenen Interessen zu hindern."

Dabei nennt der Autor zwei wichtige Punkte zum Verständnis internationaler Verträge: Erstens steht internationales vor nationalem Recht und ist damit nicht zu umgehen, zweitens kommen multilaterale internationale Verträge meist für den Bürger unbemerkt zustande. Die Öffentlichkeiten werden nur "kryptisch" und unzulänglich informiert, eine Möglichkeit demokratischer Einflußnahme existiert nicht.

Die so fortschreitende sogenannte Globalisierung wird dabei von der politischen Klasse als "unumgänglich" und "alternativlos" bezeichnet, wobei diese Einschätzung nahezu theologisch selbstverständlich vorgenommen wird, ohne die Notwenigkeit einer tieferen Begründung.

Zitat: "Der Liberalismus oder der Neoliberalismus, in deren Namen dieser Prozeß vorangetrieben wird, sind ja nicht nur geistesgeschichtlich, sondern auch strukturell mit dem Marxismus verwandt. Hier wie dort wird die Auflösung überkommener solidaritätsstiftender Strukturen - Volk, Familie, Religion, - als Akt der Emanzipation und als Voraussetzung eines die ganze Menschheit beglückenden Utopia gefeiert."

Wenn Angela Merkel in einer öffentlichen Rede davon spricht, "Kompetenzen an multilaterale Organisationen abzugeben, koste es, was es wolle," dann geht es offensichtlich nicht mehr um das Wohl des eigenen Volkes. Als Begründung gilt dann die Devise, es stünden Probleme zur Lösung an, die nur global gelöst werden können. Ein Beispiel ist hier die Doktrin vom menschengemachten Klimawandel, zu dessen Vermeidung sich die Staaten zu bestimmten Handlungen "global verpflichten" müßten. Auch ein weltweiter immerwährender Friede sei nur durch eine "globale Ordnung" möglich.

Zitat: "Die >friedliche Welt<, das >friedliche Zusammenleben< - damit macht man jeden Kritiker mundtot. Wer will sich schon nachsagen lassen, er sei gegen den Frieden? Da fragt keiner mehr nach dem Preis, der für diese Art >Frieden< zu entrichten ist."

"Die auf diesem Axiom basierende Politik, den Krieg buchstäblich unmöglich zu machen (ausgenommen selbstverständlich, für den Garanten dieser Ordnung, Amerika, früher Großbritannien, nebst ihren Verbündeten), wird tatsächlich seit 1899 betrieben."

Die Weigerung Deutschlands, sich auf den Haager Konferenzen dem zu unterwerfen, könnte der Grund für die Feindschaft der Angelsachen und die Beseitigung Deutschlands als souveräner Nationalstaat durch zwei Weltkriege gewesen sein.

Ein gutes Beispiel für das Wirken der globalistischen Neuen Weltordnung ist das Rom-Statut und der darauf basierende Internationale Gerichtshof. Wer eines Verbrechens anzuklagen ist, entscheidet der UN-Weltsicherheitsrat, betroffen können dabei allerdings auch - wie im Fall Gaddafi - Nichtunterzeichnerstaaten sein. Das bedeutet, die Staaten des Weltsicherheitsrates üben das selbstgegebene Recht aus, über souveräne Staaten und deren Regierungen Recht zu sprechen, haben aber die Möglichkeit eines Vetos, wenn dieser Mechanismus sich gegen sie selbst zu wenden droht. Damit existiert also eine diktatorische Weltordnung, in der einige wenige Staaten große Macht über die Mehrzahl der übrigen Staaten ausüben. Das Zauberwort >Menschenrechte<, das hierfür bemüht wird, ist, wie der >Frieden< eines der Totschlagsdogmen, die jeden Kritiker in schlechtes Licht rücken.

Um die einzelnen, ehemals souveränen Staaten dieser Welt an ein übernationales System zu binden und in ihrem Wirken und Werden gegen jedes Eigeninteresse nach den Interessen der USA auszurichten, die als imperialistische Macht hinter diesem, "Globalisierung" genannten Weltreich stehen, bedarf es vor allem auch der inneren Zersetzung der Staaten und Völker. Jede solidaritätsstiftende Gemeinschaft, angefangen mit der Familie, bis hin zu Religion und Nation, muß verschwinden und durch "Werte" ersetzt werden (Gleichberechtigung, Toleranz, Antirassismus etc.), die dem Menschen in ernsten Zeiten keinerlei Halt geben können. Die Menschen sollen zu bindungslosen Einzelindividuen werden, die mit dem täglichen kapitalistischen Existenzkampf - den Verlust der eigenen wirtschaftlichen Existenz stets vor Augen - so weit ausgelastet sind, daß sie für eine Auflehnung gegen das System oder nur für dessen Hinterfragung keine Zeit haben.

Um dieses Ziel zu erreichen, arbeiten Marxismus, Liberalismus und Kapitalismus Hand in Hand: Der Marxismus beseitigt störende soziale Strukturen durch eine allgegenwärtige Gleichheitsideologie, der Liberalismus räumt dem Kapitalismus den Weg zu ungehemmter Entfaltung frei, und der Kreis schließt sich angesichts der Tatsache, daß die westliche parlamentarische Demokratie eine reine Plutokratie (Geldherrschaft) ist, und damit Teil des Kapitalismus.

Der ideologischen Bearbeitung der Öffentlichkeit wird auch ein Kapitel gewidmet "Die Globalisierung von Geschichtsbildern". Um die gewünschte homogene Weltsicht zu schaffen, frei von evtl. Unwägbarkeiten und Gegenströmungen, muß der Staat die Deutungshoheit über die Geschichte besitzen. Nach den Gesetzen der Salamitaktik ist auch dies durchsetzbar: Sorgte das gesetzliche Verbot der Holocaustleugnung bei seiner Einführung Mitte der Achtzigerjahre noch für Aufregung angesichts der Unmöglichkeit der staatlichen Meinungsregulierung in einer offenen Demokratie, findet dies heute bereits allgemeine Zustimmung.
Zitat: "So konnte erst vor kurzem in Deutschland gefordert werden, die Leugnung von Stasi-Verbrechen zu verbieten; und das nicht, weil es öffentlichen Bedarf an einer solchen Regelung gäbe. Nein, es hat sich offenkundig ein totalitäres Rechtsverständnis verbreitet, wonach es ein legitimes Staatsziel sei, >staatsbürgerliche< Konformität mit einem bestimmten Geschichtsbild zu erzwingen: ein Rechtsverständnis, das nur deshalb mit Akzeptanz rechnen kann, weil der Präzedenzfall des §130 Abs. 3 StGB eine gewissermaßen volkspädagogische Wirkung gezeitigt und die Bürger dazu konditioniert hat, ihre eigene politische Entmündigung zu tolerieren."

Eine bestimmte Geschichtsdeutung ist dabei Staatsräson:
"Wenn die Bundeskanzlerin etwa, wie am 11.November 2009 geschehen, in Paris unter dem Triumphbogen den Waffenstillstand von 1918, also die Niederlage des eigenen Landes im Ersten Weltkrieg feiert, dann wird damit eine bestimmte Ideologie verbreitet, wonach Deutschland bereits vor Hitler stets im Unrecht gewesen sei."

Im letzten Kapitel erklärt der Verfasser die Struktur des >Geldmachtkomplexes< der hinter all dem steckt als ein System konzentrischer Kreise: Im Innern die Klasse der Superreichen, darum herum die von ihnen kontrollierten Konzerne und Funktionseliten, darum herum die politischen Eliten, und im äußeren Ring die Ideologieproduzenten - Medien, Unterhaltungsindustrie, Wissenschaft.

Dabei muß man nicht in Politik, Medien oder Wissenschaft alle Akteure kaufen, "man beschränkt sich lediglich auf einige strategisch plazierte Figuren, der Rest ist Fußvolk."

Dieses kleine Büchlein ist ein wahrer Augenöffner, eine der wichtigsten Publikationen seit langem!
Kommentar Kommentare (191) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 14, 2016 11:53 AM CET


Das Guttenberg-Dossier: Das Wirken transatlantischer Netzwerke und ihre Einflussnahme auf deutsche Eliten
Das Guttenberg-Dossier: Das Wirken transatlantischer Netzwerke und ihre Einflussnahme auf deutsche Eliten
von Friederike Beck
  Broschiert
Preis: EUR 16,90

68 von 71 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Fall Guttenberg geht weit über einen falschen Doktortitel hinaus, 22. Dezember 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Wer die Affäre Guttenberg einmal über die Frage, ob er denn nun absichtlich geschummelt oder einfach nur schlecht gearbeitet hätte, und ob der Doktortitel und sein Zustandekommen denn bei einem so beliebten Politiker wirklich karriereentscheidend sein sollte hinaus betrachten möchte, dem bietet sich mit dem Guttenberg-Dossier die Möglichkeit, sich über die Hintergründe der Person und der Karriere zu Guttenbergs näher zu informieren.

So erfährt der Leser interessante Details über den Beginn der Karriere des Freiherrn: Der CSU-Parteikollege eines traditionell CSU-dominierten Wahlkreises sah sich plötzlich (und ungerechtfertigt) mit dem Vorwurf der Steuerhinterziehung konfrontiert, seine Kandidatur mußte er bis zur Klärung dieser Angelegenheit ruhen lassen. So war der Weg für den Baron frei: Als CSU-Kandidat dieses Wahlkreises schaffte er auf Anhieb über ein Direktmandat den Sprung in den Bundestag. Der nächste Karriereschritt war dann die Berufung in den Auswärtigen Ausschuß, ein sehr wichtiges Gremium, das so gut wie im Alleingang die bundesdeutsche Außenpolitik bestimmt. Nur wenige Jahre später folgte dann zuerst die Ernennung zum Bundeswirtschaftsminister, dann zum Bundesverteidigungsminister.

Ein Kapitel befaßt sich natürlich auch mit dem Doktortitel des Barons, der zum tragischen Element seiner Karriere werden sollte. Eine Sondergenehmigung ermöglichte dem Adligen erst die Zulassung zur Doktorprüfung, was generell ohne zweites Staatsexamen gar nicht möglich ist. Die Beziehung der Familie Guttenberg zur Uni Bayreuth wird näher betrachtet: Die Uni verdankt dem Adelshaus die Finanzierung eines Lehrstuhls durch umfangreiche Spenden. Der Doktorvater des Ex-Ministers wird vorgestellt, Prof. Peter Häberle. Dieser zählt zu den Verfechtern der Bundesstaatswerdung der EU, und liegt damit voll im herrschenden politischen Trend, der durch die amtierende Merkel-Regierung betrieben wird. Prof. Häberle zählt zu den Großen im Fachgebiet Verfassungsrecht und genießt international hohes Ansehen. Um so erstaunlicher ist die Tatsache, daß der Professor bei Guttenbergs Doktorarbeit keine Auffälligkeiten fand, obwohl diese im Wesentlichen eine Art "Best of" der wissenschaftlichen Standardliteratur darstellte, sozusagen die gekonnte Verschmelzung der Bruchstücke fremden geistigen Eigentums zu einem neuen Ganzen, quasi eine Zitatesammlung mit durchgehendem roten Faden.

Wie das alles möglich war, wie ein junger Mann Anfang Dreißig, ohne berufliche Referenzen und ohne besondere Fähigkeiten, innerhalb weniger Jahre eine steile Karriere vom Privatmann zum Bundesminister absolvieren konnte, davon handelt dieses Buch.

Die Trumpfkarte des Herrn von und zu, die treibende Kraft hinter seiner Karriere, das sind die transatlantischen Netzwerke, denen zu Guttenberg angehört. Die Autorin erläutert die Strategie des "Empire Building", mit dem heutige imperialistische Staaten - in diesem Falle die USA - ein System von abhängigen Staaten (Klientelstaaten) um sich bilden. Das geschieht, in dem ein Staat, der sich weitgehend oder total unter der Kontrolle einer dominierenden Macht befindet, wie Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg, geheimdienstlich unterwandert wird, mit dem Ziel, sogenannte "Collaborators" in allen wichtigen Positionen in Politik, Wirtschaft und Medien zu plazieren. Diese Personen werden nach den Richtlinien der dominierenden Macht ausgebildet und haben eine Karriere zu erwarten, deren Erfolg in direktem Zusammenhang zum persönlichen Einsatz für die Interessen des Imperiums steht.
Hochinteressant ist hier die Schilderung der Meinungsverschiedenheit zwischen den transatlantischen Young Leaders Westerwelle und Guttenberg über weitere Soldaten für Afghanistan. Im Laufe dieser Auseinandersetzung finden sich nacheinander beide Bundesminister beim amerikanischen Botschafter in Berlin ein, um den aktuellen Stand der Debatte und parteiinterne Vorgänge zu melden, und sich für die eigene Vorgehensweise zu rechtfertigen. Der amerikanische Botschafter hat also für die Angehörigen der Bundesregierung die Funktion eines "Führungsoffiziers", er empfängt höchste deutsche Politiker zum Rapport. So ist auch Washington jederzeit vollständig informiert, seine Zuträger sind die Bundesminister persönlich.

Dieses transatlantische Netzwerk, mit dem die USA ganz Europa, besonders aber Deutschland an sich bindet, besteht aus Vereinen, Stiftungen und Institutionen, die offiziell der deutsch-amerikanischen Freundschaft und Zusammenarbeit dienen. Genannt seien hier z.B. die Atlantik-Brücke, der American Council on Germany (ACG), die American Academy, der Council on Foreign Relations (CFR), die Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP).

Treibende Kräfte und Gründer dieser Organisationen sind meist amerikanische Geheimdienstler, Henry Kissinger ist einer der prominentesten Köpfe. Die Fäden laufen heute bei den amerikanischen Neocons zusammen, die ihre Wurzeln im Trotzkismus haben.
Wenn man sich die Mitgliederlisten der genannten Vereine ansieht, liest man die Namen sämtlicher Prominenz aus Politik, Wirtschaft, Medien und Finanzwesen.

Der Einstieg in diese erlesenen Kreise ist nicht jedem vergönnt, ohne Empfehlungen bleiben alle Türen verschlossen. Wer als Nachwuchsführungskraft, als sogenannter "Young Leader" aufgenommen wird, erhält eine Ausbildung im amerikanischen Sinne und anschließend eine karriereträchtige Position.

Wer ein echtes Interesse an den Strukturen dieser Republik hat, sollte sich ein paar Stunden nehmen und diese knapp 200 Seiten lesen. Das ausführliche Quellenverzeichnis ermöglicht bei tieferem Interesse weitere Recherchen. Wer sich sein Bild der offiziellen Darstellung und seine Verehrung unserer großartigen Demokratie erhalten möchte, sieht besser von der Lektüre ab.
Kommentar Kommentare (22) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 7, 2013 5:55 PM MEST


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