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Amazonas

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Singles 01-10
Singles 01-10

5.0 von 5 Sternen Mit Abstand beste britische Band der letzten 10 Jahre!!!, 4. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Singles 01-10 (Audio CD)
Spätestens jetzt muss ich auch mal meinen Senf zu dieser großartigen und außergewöhnlichen Band dazugeben. Athlete sind großartig, weil sie bislang vier ganz tolle Alben gemacht haben, die nur so mit erstklassigen Songs gespickt sind. Das kann man nicht von vielen Bands behaupten! Außer den Beatles und einzelnen Scheiben von Prefab Sprout fällt mir da spontan niemand ein. Außergewöhnlich finde ich ihre ganz spezielle Stil-Mixtur, mit der sie sich deutlich von den Brit-Pop-Plattitüden vieler anderer Insel-Bands wie Thirteen Senses, Starsailor oder Keane abheben. Athlete haben Soul! Vor allem die ersten beiden Alben grooven, dass man zu vielen Songs auch dazu rappen könnte. Gott sei dank tut das Sänger Joel Pott nicht, sondern singt mit rauhem, englischem Akzent, der angenehm an Paul Weller und Billy Bragg erinnert. Garniert werden die Stücke immer wieder mit raffinierten und frischen Hip-Hop-artigen Synthieklängen, die Keyboarder Tim Wanstall wohlplatziert und geschmackvoll einstreut. Und die Rhythmussektion mit Steve Roberts an den Drums und Carey Willets am Bass tut ihr Übriges dazu, wobei letzterer durch seinen zerrigen Basssound und seine typischen Slides auf Quinten und Oktaven dem Ganzen einen ordentlichen Schuss Rock-Feeling beimischt. Tatsächlich haben Athlete so viele hervorragende Stücke an der Zahl, dass man auf Singles 01-10 ganz viele davon vermisst. Deshalb rate ich dringend dazu, sich alle vier Alben anzuschaffen, und sich die Singles-Compilation - wenn überhaupt - in der extended Version als Doppel-CD zuzulegen, weil auf der zweiten CD Remixes und B-Seiten versammelt sind, an die man sonst nur schwer herankommt (die man aber m.E. auch nicht unbedingt braucht!). Ein absolutes Muss für jeden Brit-Fan sind jedoch die ersten beiden Alben "Vehicles and Animals" und "Tourist" sowie das vierte und bislang letzte Album "Black Swan". Es fällt mir schwer zu sagen, welches davon das Beste ist. Sie sind alle ganz hervorragend und reihen eine Supernummer an die nächste; ein außergewöhnlich hohes Qualitätsniveau von Songwriting und Musikalität, das man nur ganz ganz selten findet. Wer dann noch mehr braucht, sei auf das etwas sprödere, dritte Album "Beyond the Neighbourhood" verwiesen. Auf jeden Fall haben Athlete das geschafft, was keine britsche Band der letzten 10 Jahre hinbekommen hat - allen voran die enttäuschenden Coldplay nicht! -, seinem Stil treu zu bleiben und trotzdem ein konstant hohes Niveau zu halten. Athlete, keep the power!!!


Grace for Drowning
Grace for Drowning
Preis: EUR 7,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eines der musikalischen Genies unserer Zeit, 6. November 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Grace for Drowning (Audio CD)
Wie konnte ich diesen Steven Wilson nur über all die Jahre übersehen? Lag es an der "Mucker-Mentalität" in der Produktion von so einigen Porcupine Tree-Sachen, dem - für meinen Geschmack - zu prätentiösen Schlagzeug-"Show-Off", dem drahtig-modernen Aktiv-Bass-Sound oder der allgemeinen "Prog-Attitüde", die ich seit den 80er-Jahren zunehmend ablehnte? Da schloss ich mich dann schon lieber der - ach so integren - Indie-Gemeinde an. Man sollte es halt tunlichst vermeiden, in Schubladen zu denken. Habe ich doch gerade in dieser Zeit selbst Musik gemacht, die der von Steven Wilson z.T. gar nicht so unähnlich war. Wie dem auch sei, seit Grace For Drowning habe ich gecheckt, dass es sich bei ihm nicht um irgendeinen von vielen handelt, sondern um einen außergewöhnlich kreativen, begabten und produktiven Musiker, der all das hat, was man den ganz Großen des Rock-Universums zuschreibt. Ein gutes Zeichen dabei ist auch, dass er immer unkommerzieller wird und immer mehr an seinem ganz eigenen Stil bastelt. Die vermeintlichen Radio-Hits hat er schon vor 10 Jahren gemacht. Songs wie etwa Lazarus (auf Deadwing von Porcupine Tree) oder Trains (auf In Absentia von PT) hätten es verdient, von internationalen Radiosendern rauf und runter gespielt zu werden. Aber so ist es nicht gekommen, und Steven Wilson's Musik wurde immer sperriger und verschrobener, um auf Grace For Drowning einen (vorläufigen?) Höhepunkt zu erreichen, bei dem er viele Stränge seiner musikalischen Webearbeit zusammenführt. Beim Opener und Titelstück macht er seinem Nachnamen (ich denke an den unübertroffenen Harmoniegesang der Beach-Boys-Wilsons) alle Ehre. Danach folgen drei Stücke, die jedes King Crimson-, Pink Floyd- oder Genesis-Album in den schönsten Farben geschmückt hätten. Und dann kommt, wie aus heiterem Himmel, plötzlich diese Pop-Perle Postcard; eine der schönsten Balladen der letzten 30 Jahre. Kein Zweifel: Wilson ist eines der musikalischen Genies unserer Zeit. Seit über 20 Jahren liefert er immer wieder hochqualitatives Material ab und wird immer interessanter, um nicht zu sagen besser. In der britischen Progressive-Szene ist er längst etabliert, als ihm von King Crimson diverse Alben und von Jethro Tull das epochale Aqualung zum Remix anvertraut wurden. Neulich habe ich im Kino den Trailer von Pompeij gesehen, der vom Titelsong des aktuellen Wilson-Albums, The Raven That Refused To Sing, untermalt wurde. Dieses Album stieg bei Veröffentlichung übrigens auf Platz 3 der deutschen Albumcharts ein. Es tut sich was, auf jeden Fall wäre es ihm zu wünschen, von einer breiteren Öffentlichkeit wahrgenommen zu werden. Er hätte es wirklich verdient, denn von solchen musikalischen Giganten, von diesen Musiknerds und Musikbesessenen, die ohne Unterlass ein Ding nach dem anderen raushauen, gibt es nur ganz wenige. Steven Wilson ist definitiv einer von IHNEN. Man darf gespannt sein, was dem noch alles einfällt ...


Tooth & Nail
Tooth & Nail
Preis: EUR 11,97

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mermaid Avenue lässt grüßen, 23. April 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Tooth & Nail (Audio CD)
Billy Bragg knüpft mit seinem neuen Album "Tooth & Nail", dem ersten seit 5 Jahren, quasi nahtlos an die Mermaid Avenue Sessions von 1998 und 2000 mit Wilco an. Im Gegensatz zu seinen letzten beiden Veröffentlichungen, klingt das neue Album auf sehr positive und angenehme Weise amerikanisch. Stilistisch dem klassischen Folk-Blues zuzuordnen, werden viele Stücke mit Pedal-Steel-Guitar und Honky-Tonk-Klavier begleitet. Obwohl die Stücke sehr traditionell komponiert und arrangiert sind, besitzen sie das Potenzial, bei jedem Hören wieder ein Stückchen zu wachsen. Absoluter Höhepunkt des Albums ist für mich die fantastische Adaption des Guthrie-Klassikers "I Ain't Got No Home" und das darauf folgende "Swallow My Pride". Aber das Album hat viele Höhepunkte und lässt sich gut zwei-, dreimal hintereinander anhören. Mittlerweilen hat sich Tooth & Nail zu meinem Sonntagmorgen-Album gemausert. Hm, heute ist erst Dienstag. Egal, rein damit. Revisiting Mermaid Avenue!


The Gunman & Other Stories
The Gunman & Other Stories

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Schaffung des Unschaffbaren, 22. April 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: The Gunman & Other Stories (Audio CD)
Nach dem Jahrtausendalbum „Andromeda Heights“, das als eines der besten Pop-Alben aller Zeiten bezeichnet werden darf und als musikalischer – wenn auch nicht kommerzieller - Höhepunkt der Band galt, war nicht unbedingt davon auszugehen, dass von den McAloon-Brüdern in absehbarer Zeit noch einmal etwas in dieser Größe und Vollkommenheit kommen würde. Von wegen! Gleich mit dem Nachfolger haben sie ein Album nachgelegt, das dem besagten Meisterwerk in Nichts nachsteht. Einige der Songs auf „The Gunman & Other Stories“ haben sogar das Zeug, die besten Stücke auf „Andromeda Heights“ zu toppen. Ich ertappe mich regelmäßig dabei, wenn ich Prefab-Sprout-Compilations für Freunde zusammenstelle, mehr Stücke von „The Gunman …“ auszuwählen als von „Andromeda Heights“. Letzteres ist und bleibt jedoch das kohärentere Meisterstück, das Konzeptalbum mit den epischen Einleitungen und Übergängen. „The Gunman & Other Stories“ ist – wie der Name schon nahelegt - dagegen eher eine Liedersammlung, der jedoch als Rahmung eine gewisse Country & Western-Attitüde verliehen wurde, wodurch es dann doch wieder zu einer Art Konzeptalbum wird. Während das erste Stück „Cowboy Dreams“ als klassischer Countrysong mit vorhersehbaren Akkordwechseln komponiert ist, wird spätestens ab dem zweiten Stück „Wildcard In The Pack“ Paddy McAloons Genie für ergreifende Melodien und eindringliche Hooklines deutlich. Danach kommt die herzzerreißende Ballade vom „Troubled Man“, einem Vater, der sich bei seiner Tochter für seine vielen Unzulänglichkeiten und Versäumnisse entschuldigt, und die so klingt, als wurde sie von je her überliefert und schon zu allen Zeiten gesungen – ein absoluter Klassiker! Ja, und dieser Faden reißt bis zum Schluss nicht ab. Es folgt eine glitzernde Perle nach der anderen. Dabei sind es vor allem die Balladen, die hinreißen und einem die Tränen in die Augen treiben. Unfassbar! Sie haben es tatsächlich geschafft. Sie haben das Unschaffbare geschafft. Kniet mit mir, dies seltene Glück zu preisen!


Alles auf Einmal
Alles auf Einmal
Preis: EUR 8,97

5.0 von 5 Sternen Beste deutsche Band, die es je gab, 20. April 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Alles auf Einmal (Audio CD)
Ruben Cossani ist die beste deutschsprachige Band, die es je gab.
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Tägliche Landschaft
Tägliche Landschaft
Preis: EUR 8,97

5.0 von 5 Sternen Beste deutsche Band, die es je gab, 20. April 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Tägliche Landschaft (Audio CD)
Ruben Cossani ist die beste deutschsprachige Band, die es je gab.
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Ruben Cossani ist die beste deutschsprachige Band, die es je gab.
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Zu Gut für Diese Welt
Zu Gut für Diese Welt
Preis: EUR 18,99

7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zu gut für Deutschland, 20. April 2013
Rezension bezieht sich auf: Zu Gut für Diese Welt (Audio CD)
Ist Deutschland musikalisch noch zu retten? Warum kam diese Band in Deutschland nicht an? Es ist eines der letzten ungelösten Rätsel der Menschheit, warum dieses Land keine großen deutschsprachigen Unterhaltungskünstler (mehr?) hervorbringen kann, die im internationalen Vergleich einigermaßen mithalten können. Entweder klingen sie grässlich, oder sie geben ein scheußliches Bild ab. In den Fällen Grönemeyer und Lindenberg trifft symptomatischer Weise beides zu (wie soll man einem Engländer, Franzosen, Amerikaner oder Schweden klar machen, was daran gut sein soll???). Zudem gelingt es nur den Allerwenigsten, die deutsche Sprache musikalisch - oder wenigstens interessant - klingen zu lassen (von solchen merkwürdigen "Phänomenen" wie Tokio Hotel oder den Jammerlappen von Söhne Mannheims und Konsorten will ich gar nicht reden). Und dann gibt es endlich mal eine Band, die Popmusik auf internationalem Niveau macht, dabei deutsch singt und auch auf der Bühne eine gute Figur macht. Und dann löst sich diese Band völlig frustriert wegen anhaltender Erfolglosigkeit auf. Damit keine Missverständnisse aufkommen: es gibt in Deutschland brilliante Musiker und großartige Bands, nur haben die hier kein - oder fast kein - Publikum. Es liegt also primär nicht allein an den Musikschaffenden, sondern vielmehr an der Masse der Rezipienten (oder sollte ich lieber sagen: Konsumenten? Oder liegt es an deren missgebildetem Geschmack, der von der vollends durchkapitalisierten Musikindustrie verdorben wurde?). In Zeiten, in denen in Deutschland musikalische persona non grada wie Dieter Bohlen als "Pop-Titanen" gefeiert werden, in denen stil- und konturlose Pappnasen als "Superstars" betitelt werden, in denen die Kastelruther Spatzen mit 13 Echos Rekordhalter sind und in denen von breiten Schichten der Bevölkerung geglaubt wird, die Toten Hosen seien eine Punk-Band, drängt sich einem die Erkenntnis auf: Deutschland ist musikalisch verloren. Ruben Cossani, herzlichen Dank für die große Popmusik! R.I.P.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 22, 2014 8:11 PM MEST


Essential
Essential

5.0 von 5 Sternen Beste Jansch-Anthologie, 4. April 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Essential (Audio CD)
Es war Neil Young, der sagte, Bert Jansch habe für die Akkustikgitarre getan, was Jimi Hendrix für die E-Gitarre getan habe. Wie dem auch sei, sein Einfluss auf die Folk- und Rockmusik seiner Zeit kann wohl kaum überschätzt werden. Paul Simon, Nick Drake und Donovan auf der einen, Jimmy Page, Keith Richards und Johnny Marr auf der anderen Seite haben Bert Jansch als einen maßgebenden Einfluss auf ihre Musik und ihr Gitarrenspiel genannt. Auch zeitgenössische Musiker der jüngeren Generation wie etwa Pete Doherty oder Devendra Banhart beziehen sich auf Jansch als Quelle ihrer Inspiration. Bert Jansch selbst kam über seinen Kultstatus nie hinaus, obwohl er bis zu seinem Tod im Jahr 2011 musikalisch aktiv war und vom Rolling Stone zu den besten 100 Gitarristen gezählt wurde.
Die hier besprochene Anthologie "The Essential Bert Jansch" vom Label Union Square Music zeichnet auf 2 CDs ein umfangreiches Bild der musikalischen Vielseitigkeit dieses Ausnahmegitarristen und vereinigt die 25 besten Stücke aus seiner wichtigsten Schaffensperiode von 1965 bis 1972. Da ist alles dabei, was man braucht! Dazu gehören natürlich Klassiker wie "Needle Of Death", "Angie", "Rosemary Lane", "Blackwaterside", "Wishing Well", aber auch die weniger bekannten Songs "Do You Hear Me Now", "The Time Has Come" und das wunderschöne "Nicola", welche auf den meisten Compilations fehlen. Als Bonus gibts noch das tolle "Blackbird In The Morning" aus dem Jahr 1985. Das Jewel-Case steckt in einem Pappschuber und beinhaltet ein schön gestaltetes 8-seitiges Booklet mit informativen Sleevenotes und einem Essay über Bert Jansch von Michael Heatley. Es ist m.E. die beste Jansch-Anthology, die leider nur noch schwer, und wenn, dann zum Liebhaberpreis zu finden ist. Aber sie ist es auf jeden Fall wert, da sie - wie es neuerdings so schön heißt - alternativlos ist. Falls sich also die Gelegenheit bietet, ein gut erhaltenes Exemplar zu ergattern, unbedingt zugreifen! Es lohnt sich, und das nicht nur für Folk-Fans und Freunde akustischer Gitarrenmusik, sondern auch für alle, die sich für die Frühgeschichte der Rockmusik interessieren.


Birdy
Birdy
Preis: EUR 5,00

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Traumhaftes Debut! Die neue Kate Bush?!, 24. Februar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Birdy (Audio CD)
Sie ist jünger, als Kate Bush bei ihrem Debut war, sie tanzt nicht und singt eher alt als sopran. Wahrscheinlich hinkt der Vergleich auch, aber dennoch: irgendwie erinnert mich Birdy mit ihren mystisch-verträumten Klavierballaden an die britische Ausnahmekünstlerin, die mich Ende der 70er/Anfang der 80er mächtig in ihren Bann zog (ich denke da an Stücke wie "The Man With The Child In His Eyes" oder durchaus auch an "Wuthering Heights"). Ganz ähnlich geht es mir nun mit dem grandiosen Debut-Album dieser blutjungen Britin names Birdy, von der ich über Umwegen durch meine Tochter erfuhr. Ehrlich gesagt, hege ich eher Vorurteile gegen Teenie-Stars, die noch dazu aus fragwürdigen Casting-Shows hervorgehen, und von denen man nach spätestens zwei Jahren nichts mehr hört. Bei Birdy ist der Fall jedoch gänzlich anders gelagert. Dieses Mädchen ist ein ganz hervorragendes Talent, wie es nur äußerst selten zu bewundern ist. Obwohl die meisten Songs auf dem Album nicht aus ihrer Feder stammen, hat sie die besagte Casting-Show (Open Mic UK 2008) mit einer Eigenkomposition gewonnen. Nichtsdestotrotz ist aber die Songauswahl auf ihrem Erstlingswerk überaus bemerkenswert (z.B. "Skinny Love" von Bon Iver und andere Indie-Perlen). Dabei sind ihre Interpretationen sehr eigenständig und mindestens gleichauf mit den Originalen (mir gefallen sie zumeist sogar besser). Allerdings trifft das nicht auf alle ihre Coverversionen zu, wie etwa bei "The A-Team" von Ed Sheeran (nicht auf Birdy enthalten!), das sie viel zu gefühlsduselig interpretiert. Aber hey, sie ist erst sechzehn! Die ersten acht Stücke auf ihrem Debut-Album sind ihr auf jeden Fall fantastisch gut gelungen. Danach kommt dann noch eine ganz nette Version von James Taylor's "Fire And Rain", gefolgt von zwei eher unspektakulären Stücken, die wohl als Füllmaterial herhalten mussten. Birdy - bzw. ihren Produzenten und Beratern - ist es gelungen, eine ganz eigentümliche, episch-träumerische Atmosphäre zu erzeugen, die über das gesamte Album hinweg aufrechterhalten bleibt, und das junge Mädchen mit ihrer Stimme und ihrem Lower-Class-Girlie-Outfit zu einem Gesamtkunstwerk werden lässt, bei dem einfach alles passt. Das ist kein berechneter Chart-Pop, mit dem sich mal schnell absahnen lässt, sondern stilistisch eher im Alternative/Indie-Bereich angesiedelt. Dass sie damit trotzdem Chart-Erfolge feiert, liegt offenbar weniger an ihrer Teilnahme an einer Casting-Show, die ist nämlich bereits vier Jahre her, als vielmehr an der außergewöhnlichen Ausstrahlungskraft ihrer Musik, ihrer Stimme und ihrer Persönlichkeit, gepaart mit einem in sich stimmigen Image. Von solchen Talenten kann der olle Bohlen bzw. wir hier in Deutschland nur träumen. Fly high, Birdy!


Gold Dust (Limited Deluxe Edition inkl. Live-Konzert mit MDR Sinfonieorchester)
Gold Dust (Limited Deluxe Edition inkl. Live-Konzert mit MDR Sinfonieorchester)
Preis: EUR 22,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Britische Pop-Musik in bester, klassischer Manier, 24. Februar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Das zweite Album von Jonathan Jeremiah ist ziemlich anders ausgefallen als der Vorgänger. Auch ich erwartete mir eine Fortführung im Stil von "A Solitary Man" und war zunächst enttäuscht, als ich die CD im hiesigen Plattenladen das erste Mal hörte. Vor allem wegen der Live-Bonus-Tracks holte ich mir dann doch die Limited-Deluxe-Edition von Amazon und siehe da, beim zweiten Mal Hören gefiel mir das Ganze schon viel besser. Während man sich beim Debut-Album an so manchen Crooner aus den Siebzigern erinnert gefühlt hat, ist "Gold Dust" ein Pop-Album in bester britischer Manier geworden. So etwas in der Art hätte ich mir seit Jahren von Coldplay gewünscht. Bei manchen Songs fühlte ich mich auch an die späten Beatles, vor allem die Stücke von George Harrison, erinnert. Ganz toll finde ich auch immer die folkigen Singer/Songwriter-Einlagen, von denen es auf "Gold Dust" auch ein paar gibt. Nein, "Gold Dust" schmiert gegenüber dem Vorgänger nicht total ab. Es ist ein sehr gutes Album geworden, anders als "A Solitary Man", aber mit durchgängig guten bis sehr guten Stücken, die sich vielleicht auch erst gegenüber dem Vorgänger entwickeln und verselbständigen müssen. Aber mal ehrlich: war "A Solitary Man" überhaupt noch zu toppen? War es nicht vielleicht sogar clever, etwas anderes zu machen? Mir gefällt das Album auf jeden Fall bei jedem Hören besser. Vielleicht hätte ich zunächst auch nur 4 Sterne gegeben. Aber in der Limited-Deluxe-Edition mit den Live-Bonus-Tracks verdient es m.E. die vollen 5, und ich bin schon gespannt, was von Jonathan Jeremiah als nächstes kommt.


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