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Rezensionen verfasst von
Stefan G. (Karlsruhe)

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Die Relativitätstheorie Einsteins
Die Relativitätstheorie Einsteins
von Jürgen Ehlers
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 42,99

4.0 von 5 Sternen Auch für Laien ein guter Einblick, 11. Januar 2013
Die Relativitätstheorie - ein gewagter Schritt für durchschnittlich begabte Menschen. Ich möchte nicht behaupten, dass ich alles verstanden hätte, was eingefleischte Physiker aus diesem Buch herauszulesen vermögen. Aber immerhin hat es mir einen grundlegenden Einblick in Einsteins wohl bedeutendstes Werk verschafft. Daher möchte ich das Buch weiterempfehlen - wenngleich ich denke, dass am Ende jedes größeren Kapitels die Essenzen vielleicht nochmals einfach und "mundgerecht" hätten zusammengefasst werden können. Hier klaffen vielleicht die Ansprüche von Laien und Fachpublikum etwas auseinander.

Organisationstheorien
Organisationstheorien
von Alfred Kieser
  Taschenbuch
Preis: EUR 34,00

4.0 von 5 Sternen Bereichernd und zum Nachdenken anregend, 9. Januar 2013
Rezension bezieht sich auf: Organisationstheorien (Taschenbuch)
Dieses Buch bekam ich empfohlen und habe bereits auf den ersten 30 Seiten zahlreiche neue Erkenntnisse gewonnen, denn die kritische Betrachtung und Abgrenzung des Begriffs "Theorie" ist sehr anschaulich. Die Mischung der in diesem Buch dargestellten Ansätze finde ich gelungen.

Begonnen wird mit einer Darstellung von Max Webers "Bürokratie". Es folgt der Ursprung aller modernen Prozessverbesserungsmethoden, die so genannten Arbeitszeitstudien von Frederick Taylor, die - in weiterem Kontext betrachtet - später einen Einfluss auf die erste Serienfertigung bei Ford hatten. Verschiedene Theorien werden diskutiert, wie beispielsweise Verfügungsrechtstheorie, Agenturtheorie und Transaktionskostentheorie. Schließlich werden auch evolutionstheoretische Gedanken auf Betriebsorganisationen übertragen. Und vieles, vieles mehr. Interessant und sehr bereichernd.

Ein Vorrezensent gab zu bedenken, dass das Buch schwierig zu lesen ist. Das ist auch mein Eindruck. Der Schreibstil der meisten Beiträge ist gewöhnungsbedürftig und wohl auch für ein wissenschaftliches Buch unnötig kompliziert. Wenn man sich den Inhalt erschlossen hat, entschädigt dieser jedoch für die Mühen.

Der Verlust des Mitgefühls: Über die Politik der Gleichgültigkeit
Der Verlust des Mitgefühls: Über die Politik der Gleichgültigkeit
von Arno Gruen
  Taschenbuch
Preis: EUR 11,90

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Aufschlussreicher Blick in die Gesellschaft und in unser Selbst, 5. Januar 2013
Das Buch gibt viel Aufschluss über das im Titel beschriebene Phänomen. Es bietet eine Abgrenzung des Begriffs Mitgefühl zu angrenzenden Begriffen wie Verbundenheit, Schuld und Pflichterfüllung. Es bietet gedankliche Anregungen, indem Begriffe wie Herablassung, Unterdrückung und Bestrafung dem Mitgefühl sozusagen gegenüber gestellt werden. Der Bezug zwischen Mitgefühl und Machtstreben wird dargestellt, in diesem weiten Zusammenhang auch die Einbettung der Handelnden in die Normen der Gesellschaft und die zuvor insbesondere im Elternhaus geleistete Normenvermittlung. Und immer wieder werden Fragen aufgeworfen und beantwortet, wie beispielsweise jene, warum sich mancher erst durch das Ausüben von Macht und Gewalt lebendig fühlt. Ein wirklich interessantes und nachdenklich machendes Buch.

Für eine Bewertung bin ich nun trotzdem etwas hin und her gerissen, zwischen fünf und drei Sternen. Für sich betrachtet verdient dieses aufschlussreiche Buch fünf Sterne. Wer jedoch beispielsweise schon "Der Wahnsinn der Normalität" gelesen hat, der trifft hier unweigerlich auf das Phänomen, dass ein- und derselbe Autor mit einem neuen Buch meist nicht vollständig neuen Boden betritt, sondern bereits publizierte Erkenntnisse nochmals verarbeitet. Ich bin mir darüber bewusst, dass das vorliegende Buch und "Wahnsinn der Normalität" thematisch fast zwangsweise Berührungspunkte aufweisen. Dennoch kosteten die Überschneidungen beim Lesen (überflüssig) Zeit. Ich denke, die Themenbereiche hätten klarer getrennt werden können, so dass man in Vorkenntnis anderer Bücher desselben Autors sozusagen gezielter hätte lesen können. Daher nur vier Sterne für ein wirklich anregendes Buch.

Der Wahnsinn der Normalität. Realismus als Krankheit: eine Theorie der menschlichen Destruktivität
Der Wahnsinn der Normalität. Realismus als Krankheit: eine Theorie der menschlichen Destruktivität
von Arno Gruen
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,90

5.0 von 5 Sternen Einleuchtend, erschreckend, Richtung weisend, 5. Januar 2013
Dieses Buch bringt es wohl auf den Punkt: Menschen streben nach Macht und unterdrücken dabei nicht nur andere, sondern vor allem sich selbst.

An zahlreichen Beispielen wird gezeigt, mit welcher Selbstverständlichkeit Menschen Unterdrückung praktizieren. Die Ursachen für dieses destruktive Verhalten, so stellt Gruen plausibel dar, liegen in der Kindheit der Handelnden. Bereits durch die Anpassung an die elterlichen Normen werden viele der eigenen Bedürfnisse unterdrückt. Fortan erlaubt man es sich nicht mehr, gegen Pflichten aufzubegehren und mancher erhebt die Pflichterfüllung zum höchsten Gut. Diejenigen, die dies mit besonderer Akribie tun, steigen in normierten Systemen wie Unternehmen oder im Umfeld politischer Parteien immer weiter auf und unterdrücken dabei im Namen von Pflicht und Normen immer mehr Bedürfnisse, die eigenen und die von anderen. Einleuchtend und erschreckend zugleich!

Gruens Ansätze für einen Ausweg und letztlich ein besseres (Zusammen-)Leben: Pflichterfüllung durch Verantwortung ersetzen, Anerkennung nicht als vermeintlichen Ersatz für Liebe akzeptieren.

Lesenswert. Richtung weisend.

In Führung gehen - in Führung bleiben: Wirksames Führungsverhalten für Frauen und Männer
In Führung gehen - in Führung bleiben: Wirksames Führungsverhalten für Frauen und Männer
von Richard Glahn
  Taschenbuch
Preis: EUR 15,80

5.0 von 5 Sternen Praxisnahe Erläuterung wie man effizient Führung übernimmt und respektvoll führt, 5. Januar 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
In einigen Karriere-Ratgebern wird angepriesen, man möge auf sich aufmerksam machen und sich durchsetzen, am besten indem man gefragte fachliche Territorien besetzt und diese dann mit ausgeprägtem Ellenbogenverhalten verteidigt. Dieses Verhalten wird von Glahn infrage gestellt, zumal - so der Autor - klassisches Ellenbogenverhalten eher Männer begünstige, weil es besser zu deren Naturell passe. Das vorliegende Buch zeigt, wie es auch anders gehen kann.

Der hier dargestellte Führungsstil wird vom Autor "moderierende Führung" genannt. Er eignet sich für Männer und Frauen gleichermaßen. Es wird gezeigt, wie man durch den Einsatz von Moderationstechniken effizient Führung übernimmt - als ambitionierter Sachbearbeiter ebenso wie als Führungskraft unter Führungskreiskollegen. Die Grundhaltung ist dabei, sich nicht auf fachliche oder politische Diskussionen einzulassen, sondern diese stattdessen zu moderieren. Wer sich mit anderen intensiv auf fachlicher oder politischer Ebene auseinandersetzt, so der Autor, wird zwangsweise in den "Kampf" um Territorien verwickelt. Wer solche Auseinandersetzungen hingegen zielorientiert moderiert, bleibt stets oberhalb des Konflikts und führt die Diskussion unter Einbindung aller Betroffenen zielsicher zum Erfolg. Die Rolle des Führers wird dabei subtil herausgebildet und gefestigt. An vielen Stellen der Ausführungen wird deutlich, dass Führung ganz zentral etwas mit Gesprächsführung zu tun hat. Mit zahlreichen gut beschriebenen Tools zur Strukturierung von Gesprächen und mit eindeutigen Hilfestellungen, wie man gezielt auf unterschiedliche Charaktere eingeht, wird der dargestellte Führungsstil transparent. Unterm Strich wird gezeigt, wie man in hitzigen Diskussionen das Ruder übernehmen und gegensätzliche Positionen zusammenführen kann, schlicht: wie Entscheidungen und deren Umsetzung herbeigeführt werden.

Ein überzeugendes Buch. Empfehlenswert sowohl für Führungsnachwuchs als auch für "alte Hasen". Einziges Manko aus meiner Sicht: Manche Abbildungen hätten eine etwas höhere Druckqualität vertragen können.

Rath und Strongs Six Sigma Pocket Guide: Werkzeuge zur Prozessverbesserung
Rath und Strongs Six Sigma Pocket Guide: Werkzeuge zur Prozessverbesserung
von Eva Strösser
  Spiralbindung
Preis: EUR 14,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Klasse Begleiter für Six-Sigma-Projekte, 2. Januar 2013
Six-Sigma scheint in der Lean-Welle unter zu gehen. Insbesondere für die Verbesserung von Abläufen mit hohem Wiederholungsanteil ist Six-Sigma jedoch noch immer eine gute Wahl. Bei der Durchführung entsprechender Projekte erweist sich dieser kleine Pocket-Guide als wertvoller Begleiter. Als Projektleiter wird man Schritt für Schritt durch den DMAIC geführt:

1. Define: Definieren des Verbesserungsprojekts, Festlegen aller Interessengruppen, Prozessdarstellung (SIPOC), Darstellung der Kundenperspektive (VOC)

2. Measure: Daten erheben und validieren, Streuung verstehen

3. Analyze: Ursachen ermitteln und Hypothesen ableiten

4. Improve: Lösungen ausarbeiten, Risiken abschätzen, Umsetzung planen

5. Control: Überprüfung der Prozess- und Produktqualität sowie der Standardisierung des verbesserten Pozesses

Aus meiner Sicht ein guter kompakter Begleiter, der in jedem Fall sein Geld wert ist.

(The Power of Six SIGMA) By Chowdhury, Subir (Author) Hardcover on (03 , 2001)
(The Power of Six SIGMA) By Chowdhury, Subir (Author) Hardcover on (03 , 2001)
von Subir Chowdhury
  Gebundene Ausgabe

1.0 von 5 Sternen Keine wirkliche Darstellung von Six-Sigma, 2. Januar 2013
Während der Feiertage ist mir dieses Buch in die Hände gefallen; ein Freund hatte es mir vor Jahren geschenkt. Mit allerlei Lobpreisungen aus verschiedenen Medien (die Lobpreisungen sind bereits vor Beginn des eigentlichen Texts im Buch abgedruckt!!) kommt das Buch vergleichsweise pompös daher und baut hohe Erwartungen auf. Zugegebenermaßen liest sich das englischsprachige Buch auch für einen Deutschen recht flüssig und mutet im ersten Eindruck an wie der Bestseller "Das Ziel" von Eliyahu Goldratt. Der Erkenntnisgewinn ist jedoch ungleich schmaler.

Six-Sigma ist eine sehr zahlen- und faktenbasierte Methode. Davon ist in diesem Buch leider überhaupt nichts zu lesen. Es gibt keinerlei Erklärung der Vorgehensweise, nicht einmal die Erwähnung von Six-Sigma-Grundlagenbegriffen wie DMAIC, SIPOC oder VOC. Lediglich prosaisch werden die durch den Einsatz von Six-Sigma erzielten Verbesserungen dargestellt. Angesichts der Ausrichtung von Six-Sigma auf Zahlen, Daten, Fakten bin ich trotz der guten Lesbarkeit des Buches sehr enttäuscht.

Die Kata des Weltmarktführers: Toyotas Erfolgsmethoden
Die Kata des Weltmarktführers: Toyotas Erfolgsmethoden
von Mike Rother
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 42,00

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sehr umsetzenswert, aber nicht wirklich neu - Toyota: ein wertvolles Beispiel, jedoch nicht ohne Risiken, 2. Januar 2013
Im jüngsten Buch von Mike Rother wird deutlich, dass es für das Etablieren einer Verbesserungskultur nachgeordnet ist, welche Methoden man letztlich wählt. Vielmehr gehe es unter klarer Zielsetzung darum, Probleme zu lösen oder anders ausgedrückt: Hindernisse entweder abzubauen, zu überwinden oder zu umgehen. Dem wiederkehrenden In-Angriff-Nehmen von Problemen bis zu deren endgültiger Behebung gibt Rother in Anlehnung an Übungsroutinen aus einem japanischen Kampfstil, dem Karate, den Begriff "Kata". Nachdrücklich betont Rother, dass für den Erfolg beim Thema Verbesserung Führung eine zentrale Rolle spielt.

Zu Recht wird mit diesem Buch mehr oder minder deutlich die Methodengläubigkeit vieler Verbesserer angeprangert, die immer wieder an Hindernissen kapitulieren, nur weil sie gerade nicht das passende "Tool" in ihrer "Toolbox" haben.

Ein gutes Buch. Jedoch stört mich die Behauptung, dass die Erkenntnisse neu, sozusagen am Beispiel Toyota "entdeckt" worden seien. Verbesserungskata und Coaching-Kata werden derzeit in Fachkreisen mit Lobpreisungen nahezu überschüttet und präsentieren dabei aus meiner bescheidenen Sicht etwas als neu, das erfolgreiche Unternehmen seit Jahrzehnten praktizieren, nämlich:

a) Eindeutige, erreichbare Ziele definieren (visionäre und operative),
b) wiederkehrend nach Wegen suchen, um der Erreichung der visionären Ziele immer näher zu kommen,
c) alle Führungskräfte und Mitarbeiter verantwortlich mit einbinden und passend ausbilden (Führungskräfte selbstverständlich auch in Coaching-Techniken, zum Mentor oder Paten),
d) Ziele, Ergebniserreichung und Vorgehensweisen zyklisch überprüfen und
e) keine Methodengläubigkeit entwickeln, selbstbewusst sein, den Mut haben, eigene Standards zu setzen.

Ein Blick in Hermann Simons "Hidden Champions", einer sehr detaillierten Analyse überwiegend mittelständig geprägter Weltmarktführer, zeigt, dass der von Rother nun "Kata" genannte Gedanke einer Verbesserungsroutine in vielen Unternehmen seit Jahren, manchmal sogar seit Jahrzehnten praktiziert wird – und das nicht nur für die Verbesserung von Prozessen, sondern weiterhin für die Anpassung der Marktstrategie, für Produktentwicklung, Personalentwicklung und so weiter. Viele der von Simon analysierten Unternehmen haben also längst ihre eigene "Kata" entwickelt. Sonst stünden sie wohl auch kaum dort wo sie stehen. Diese Beobachtung steht nicht in Opposition zu den Erkenntnissen von Rother, zeigt jedoch, dass man bei der "Kata" nicht wirklich von einer Entdeckung sprechen kann. Anzuerkennen ist, dass das von Rother analysierte Unternehmen, Toyota, routinemäßige Verbesserung mit besonderer Akribie betreibt, vielleicht am besten von allen.

Dass der Grundgedanke der beiden Katas nicht wirklich neu sein kann, wird auch deutlich, wenn man einen ganzheitlichen Blick auf frühere Verbesserungsvorgehensweisen wirft. Mit dem stellenweise fast philosophisch anmutenden Anspruch, bei Mitarbeitern eine bestimmte Haltung gegenüber Verbesserungspotenzial zu erwirken und eine korrespondierende Führungskultur zu etablieren, sind beispielsweise auch Kaizen, Six-Sigma und Lean an den Start gegangen – bis nach der anfänglichen Euphorie nur noch die Methoden wahrgenommen wurden, die in der jeweiligen Vorgehensweise mehrheitlich zur Anwendung kommen. Die Kata-Aspekte der genannten Vorgehensweisen wurden mehrheitlich von den Anwendern - warum auch immer - einfach ausgeblendet.

Der Mehrwert des von Mike Rother nun veröffentlichten Buches liegt aus meiner Sicht darin, dass noch einmal erfreulich eindeutig die Meta-Perspektive ergriffen wird. Deutlicher denn je wird gezeigt, dass es nicht um Methodengläubigkeit geht, sondern um Disziplin, Beharrlichkeit, Durchhaltevermögen, um das kontinuierliche Miteinbeziehen aller Mitwirkenden usw., also um genau jene Faktoren, die seit jeher über Erfolg oder Misserfolg bei der Anwendung eines Konzepts entscheiden. Anhand von Rothers Buch "Die Kata" wird besonders deutlich, dass es unterm Strich nicht die Vorgehensweisen, die immer neuen Management-Moden sind, die für Erfolg oder Misserfolg verantwortlich sind, sondern ihre Anwender. Eine wenngleich nicht neue, so doch ungebrochen wertvolle Erkenntnis.

Die nicht nur in diesem Buch wahrzunehmende Verehrung von Toyota finde ich jedoch etwas befremdlich und sehe auch gewisse Risiken: Einerseits können wir zweifelsfrei viel von diesem Unternehmen lernen. Und andererseits laufen wir Gefahr, die spezifische Toyota-Lösung als Heil bringenden Revolutionsansatz wie einen Gral zu verehren und dabei kulturelle Unterschiede einfach auszublenden, insbesondere wenn es um Führung und den Umgang mit Hierarchie geht.

Im japanischen Kulturkreis ist die Akzeptanz von Hierarchie auch heute noch üblich. So mancher westliche Kulturkreis hat im Verlauf der vergangenen Jahrzehnte jedoch spürbar an Hierarchiehörigkeit eingebüßt. Vorgesetzte müssen es sich heute vielerorts erarbeiten, akzeptiert zu werden; Kompromisse und Abstimmungsprozesse zwischen Vorgesetzten und Mitarbeitern werden bei uns erwartet - in völlig anderem Umfang als Toyota es vormacht.

Wenn wir alle Mitarbeiter mit einbeziehen und nachhaltig zum Mitmachen gewinnen wollen, wie es im Grunde auch Mike Rothers Wunsch ist, dann werden wir nicht gegen die gesellschaftskulturellen Erwartungen unserer Mitarbeiter verstoßen dürfen. Damit meine ich nicht, dass wir stellenweise auch offensichtlich suboptimale Lösungen in Kauf nehmen sollten, sondern dass wir das bei Toyota Beobachtbare an unsere Gegebenheiten anpassen müssen, um unter unseren Rahmenbedingungen die für uns beste Lösung zu erzielen. Wir sollten den Mut haben, bei der Umsetzung einer Verbesserungsroutine eigene Standards zu setzen. Genau diesen Mut, eigene Standards zu setzen und nicht Muster einfach zu reproduzieren, die in anderem Kontext zu Erfolg geführt haben, attestiert Simon seinen "Hidden Champions". Nicht zuletzt deswegen sind sie die Weltmarktführer. Rother sieht das, so habe ich ihn verstanden, sehr ähnlich, allerdings vermisse ich im Rahmen der ausgesprochenen Verehrung Toyotas den expliziten Verweis auf die Berücksichtigung kultureller Unterschiede bei der Umsetzung einer Verbesserungsroutine.

Der Weg - Effizienz im Büro mit Kaizen-Methoden
Der Weg - Effizienz im Büro mit Kaizen-Methoden
von Sabine Leikep
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 28,00

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Klare Vermittlung eines Modells für Office-Excellence, 2. Januar 2013
Die bisherigen Bewertungen lassen ein kontroverses Buch vermuten. Das Gegenteil ist der Fall. "Der Weg" ist eine gut lesbare Geschichte über die Einführung von Lean Office, der modernen Ergänzung zu unseren jahrzehntelangen KVP-Aktivitäten in Produktionsstätten. Anhand der Darstellungen lässt sich klar nachvollziehen, welche Potenziale in unseren Büros schlummern und wie diese Schritt für Schritt zu heben sind. Zugegeben, das prosaische Format ist für ein solch faktenreiches Thema ungewöhnlich; man würde eher ein Sachbuch erwarten. Ich finde die Darstellungen jedoch gelungen und fand die Lektüre bereichernd.

Körpersprache des Erfolgs
Körpersprache des Erfolgs
von Samy Molcho
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sehr gute und fokussierte Darstellungen - ein Hauch von einseitig, 8. Januar 2012
Ein insgesamt gelungenes Buch des Altmeisters der Körpersprache. Nach einer einführenden Diskussion des Begriffs Erfolg führt Molcho den Leser systematisch und mit begleitenden Übungen durch alle Aspekte von Körpersprache, die im Beruf von Bedeutung sind. Als kurzes Aussagengefüge könnte man vielleicht zusammenfassen: Habt keine Angst stabil aufzutreten. Seid aufrecht. Seid vor allem agil und flexibel, um Chancen zu erkennen und mit frischen Impulsen angemessen umgehen zu können. Je entspannter man trotz eines souveränen Auftretens ist, desto erfolgreicher wird man mit allen Herausforderungen umgehen können, denn Körper und Einstellungen/Wertesystem wirken wechselseitig aufeinander. Soweit alles positiv.

Im Vergleich zu seinem ersten Buch, das bereits in den 80er Jahren erschienen ist und das erfreulich ganzheitlich an das Thema Körpersprache herangeht, wirken die Darstellungen in diesem Buch auf mich jedoch irgendwie etwas "armlastig". Die anderen Aspekte fehlen dadurch zwar nicht, wirken aber zum Teil untergeordnet. Ich denke, dass beispielsweise der Einsatz des Oberkörpers, aber auch vermeintliche Randthemen der Körpersprache wie Stimmmodulation etwas mehr Aufmerksamkeit verdient hätten. Daher trotz eines wirklich gelungenen Buches "nur" vier Sterne.

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