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Rezensionen verfasst von
Kai Wendel
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Lost and Found
Lost and Found
Preis: EUR 17,98

2.0 von 5 Sternen Rentnernummer von der Waterkant, 19. April 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Lost and Found (Audio CD)
Rezensionen sind so eine Sache. Des einen Freud, kann des anderen Leid sein. So in diesem Fall. In einer Musikzeitschrift wurde die Platte in den Himmel gehoben, bei Amazone kann man was über einen Geniestreich lesen, muss aber absoluter Insider sein, um zu wissen, was der Verfasser des 5-Sterne Reviews meinen könnte. Seis drum: Man kauft die vermeindlich gute Platte und hat nach dem ersten Durchlauf ein grosses Fragezeichen über dem Kopf.
Also, für alle, die wie ich neugirig geworden sind, ein paar Worte zu "Lost and Found". Positiv fällt sofort die gute Produktion auf. Wer den Namen Stockfisch schon mal gehört und vielleicht ein paar CDs oder LPs von diesem Label im Schrank stehen hat, weiss was gemeint ist. High Ender, die vor allem Musikveröffentlichungen wegen des Klangs kaufen, können bedenkenlos zugreifen.
Immer noch positiv ist auch der erste Titel "Hold Me, Love". Ein hoppelnde Bluesnummer, die Lust auf mehr macht und die Hoffnung nährt, dass die Herren aus Hamburg vielleich nocht fetzigere Nummern im Programm haben. Es folgt aber erst mal mit "Come Over Here" ein bei Mark Knopfler abgeschautes ganz nettes Liedchen. Naja, auch ok. Jetzt sollte aber endlich mal der Fuss ein wenig aufs Gaspedal drücken und das musikalische Tempo anziehen. Ha, weit gefehlt. Es folgt weiterhin spassfreier Kuschelbluesfolk, bei dem man immer wieder ein paar Dire Straits bzw. Knopfler Einflüsse entdecken kann. Sowas ähnliches schütteln auch Blackmore's Night aus dem Ärmel, den Nordlichern fehlt lediglich die Mittelalter-Note. Bis zum achten Track "Bee Goes To The Sea" muss der geneigte Hörer warten, bis für die Verhältnisse der Band mal wieder die Post abgeht. Endlich mal der Hauch einer leicht verzerrten E-Gitarre... Hurraaaaa! Danach verliert sich das Album wieder in der Belanglosigkeit eines faden Altersheim-Kulturabends, der auf Infarktfreiheit ausgelegt ist.
Zusammengefasst kann man sagen: Die Musik von Bad News Reunion auf dem aktuellen Longplayer hat einfach keinen Wiedererkennungswert, vor allem weil den Musikern, die handwerklich einiges drauf haben, beim Komponieren der Mut und beim Aufnehmen das Feuer im Hintern fehlte. Herausgekommen ist lediglich ein glattgebügeltes, Charisma freies, kaputt produziertes und auf Gefälligkeit getrimmtes 0-8-15 Scheibchen. Und das nach 30 Jahren Studio-Abstinenz, wo man meinen sollte, dass die Jungs so richtig heiss gewesen sein müssen und noch einmal die Fetzten fliegen lassen wollten.


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1.0 von 5 Sternen Lieber Blau Gelb, 26. Januar 2014
An dieser Stelle möchte ich das Design bewusst nicht bewerten - über Geschmack lässt sich streiten und wenn die Möbel für mich nicht chick wären, hätte ich mich auch nicht für eine rioArt Kommode entschieden. Edles weiss, passende Grösse, halbwegs moderater Preis - zumindest auf dem Papier. Und man bekommt CS Schmal Möbel nicht nur beim Online-Versender, sondern auch beim besser aufgestellten Fachhändler. Wenn das mal kein Vertrauensbonus ist, da können die Selbstbaumöbel ja mal nicht schlecht sein. Und liesst man auf der Webpage des Herstellers über die Firmenphilosophie, Made in Germany und TÜV-Zertifizierungen, sollte wirklich nichts mehr schief gehen können.
Weit gefehlt.
Dass die Verkäufer meines Möbelhauses des Vertrauens das modulare Konzept der rioArt-Reihe nicht so 100% durchschaut hatten, darüber breiten wir mal besser den Mantel des Schweigens.
Doch die ernsthaften Probleme kamen dann zu Hause. Nach der ersten Inspizierung des Inhalts der vielen Pappkisten, die zur Kommode gehören, war man noch guter Hoffnung. Sieht alles wie vom Schweden aus. Tütchen mit Schrauben und Zubehör, nach Leim riechende, halbwegs sauber verschaffte Spanplatten (die Verabeitungsqualität wirkt bei den Skandinaviern einen Tick besser), Aufbauanleitungen und Schaumpolystyrol. Alles kein Problem, irgendwann in seinem Leben hat jeder mal Billy & Co. zusammengeschraubt.
Die erste Hürde war dann schon mal die Aufbauanleitung. Wer die aus dem Blau Gelben Möbelhaus schon mal verflucht hat, der sollte sich lieber gleich auf etwas mehr Frust einstellen, denn die beiliegenden (jede "Baugruppe" hat seine eigene) der rioArts lassen noch mehr Fragen aufkommen. Egal, mit Geduld und Phantasie kommt man irgendwie weiter. Nach gefühlten 100 Stunden standen der Aussenrahmen und auch die Schubladen waren zusammengesteckt. Gemessen an der notwendigen Aufbauzeit kann man sagen: Die Konstruktion des Möbels ist doch nicht so durchdacht, wie man es von den Nordmännern kennt. Vor allem die der Schubkästen ist nicht mehr state of the art.
Egal, nun nur noch schnell die Auszüge montieren, Griffe anschrauben und Schutzfolien abziehen - fertig.
Sch..., da waren sie, mein vier Probleme (um es mal mit Otto zu sagen). Vier von acht Rollenauszügen waren eindeutig länger als die Kommode tief ist. Ok, s*** happens. Aber Hilfe schien nah. Auf der Aufbauanleitung steht eine internationale Hotline-Nummer, die von 8:00 bis 21:00 täglich Hilfe verspricht. Der Spass kostet zwar pro Minute 14 Eurocent nach Telekom-Tarif... was solls, eventuell doch besser und billiger, als den Umweg über das Möbelhaus zu nehmen oder alles zurück zu geben. Die Zweifel, dass exorbitante Kosten anfallen könnten, wenn man als Hilfesuchender aus dem Ausland (Schweiz) anruft, hat man beim Griff zum Hörer in der hilflosen Situation ja verdrängt. Aber so schlimm wurde es nicht mit den Kosten. Nach dem Wählen der Hotline-Nummer ging ein AB ran, der lediglich eine neue 0800er Nummer bekannt gibt. Und die funktioniert nur in Deutschland. Das spart dem Hersteller schon mal ungelegene Anrufe aus dem Ausland.
Also das Möbelhaus informiert. Dessen Serviceabteilung reagiert prompt, meldet sich sofort, lässt sich noch Beweisfotos senden und startet die Aktion "Kundenreklamation" mit dem Hinweis: Es könnte etwas länger dauern, schliesslich wären gerade Weihnachtsferien. Kein Problem, die hat man ja selber auch.
Das neue Jahr ist mal noch keine zwei Wochen alt, da meldet sich der Möbelhausservice schon und verkündet: Der Hersteller war wirklich schnell und hat Ersatz geliefert. Einziges Problem: Statt vier Auszügen war nur einer im Paket. Macht Sinn, wenn man vier reklamiert hat. Zwei Wochen später die frohe Botschaft: Es sind nun sogar alle Auszüge angekommen. Juhu, endlich kann die Kommode ihrer Bestimmung übergeben werden. Doch der Teufel steckt im Detail.
Aus dem "nur noch schnell die Griffe an die Fronten der Schubladen schrauben" erwuchs der nächste Frust. Irgendwie wollten sich die Holzschrauben nicht in die Löcher der Druckgussgriffe drehen lassen. Ausserdem hatte ein pfiffiger Mensch metrische Gewinde in die Löcher schneiden lassen, und das ganz sicher mit dem Vorsatz, dass da auch Schrauben mit metrischem Gewinde reinkommen sollen. An dieser Stelle fragt man sich dann schon, wer da irgend etwas nicht mehr vertanden hat. Jeder halbwegs aufgeweckte Polymech-Lehrbub weiss, dass eine Holzschraube für ein metrisches Gewinde keine gute Wahl ist. Könnte funktionieren, muss aber nicht.
Na schön, gehen wir eben am kommenden Montag in den Baumarkt und kaufen da ein paar Maschinen-Schrauben...
Und was lernen wir aus der Geschichte:
- auch wenn Made in Germany drauf steht, muss noch lange nicht Made in Germany-Qualität geboten werden
- wenn der TÜV was kontrolliert und zertifiziert, heisst das noch lange nichts und schlussendlich ist
- manchmal Made in Asia vom Schweden eben doch besser.


A Nightmare on Elm Street [Blu-ray]
A Nightmare on Elm Street [Blu-ray]
DVD ~ Jackie Earle Haley
Preis: EUR 8,99

2.0 von 5 Sternen vertane Liebesmühe, 5. Dezember 2013
Rezension bezieht sich auf: A Nightmare on Elm Street [Blu-ray] (Blu-ray)
Remakes sind so eine Sache. Vor allem von Horrorfilmklassikern, wenn Michael Bay mitmischt. Fans dieser Filme regen sich auf, weil die moderne Hollywood-Aufmachung den Underground-Charme der Originale völlig vergessen lässt. Mit der Neuauflage The Texas Chainsaw Massacre (Ultimate Collector's Edition Blu-ray + 3 DVDs) hat der Popcorn-Kino-Produzent für meine Begriffe einen brutaleren Slasher abgeliefert, der einen bedeutend höheren Schmerzfaktor hat als der alte Streifen. Bei Freitag, der 13. [Blu-ray] kann ich die Zweifler schon besser verstehen. Und nun das.
Es ist verdammt mutig, Wes Craven's alten Schlitzer Freddy neu zu beleben. Freddy Krueger ist keine gesichtslose Figur wie Leatherface, Mike Myres oder Jason, die einfach stumpf durch die Szenerie stapft und alles, was ihr in die Quere kommt, einfach niedermetzelt, sondern er ist die Ikone des Teen-Horror-Genres, ein absolutes Unikat und irgendwie ein wichtiges Stückchen Pop-Kultur. Robert Englunds "Schauspielkunst" kann man nicht toppen, keiner kann besser "...ich werde Dich in kleine Stücke schneiden..." raunen als er und keiner kann gruseliger mit den Klingen spielen. Wie habe ich mich gefreut, Robert als kautzigen Hausmeister in einer "Bones-Die Knochenjägerin"-Folge wiederzusehen.
Die Macher der neusten mörderischen Träume hielten sich sogar weitestgehend an den Plot der Vorlage und peppten ihr Machwerk mit technisch viel besseren Special Effects auf. Das kann man gelten lassen, andererseits muss man aber auch den Hut ziehen vor der Leistung des Technikteams von 1984 und was man damals mit einfachen Mitteln alles schon hinbekommen hat.
Aber sonst bietet der Films keinerlei frische oder ausgefeiltere Ideen. Viel schlimmer ist jedoch, dass der neue, digital aufpolierte Freddy zum Gähnen animiert. Cravens Narbengesicht dagegen hatte und hat Charakter, war und ist manchmal beinahe liebenswert tolpatschig und immer charmant diabolisch. Sorry, aber der Schuss ging nach hinten los und war Verschwendung von Geldern.


Olympus Has Fallen - Die Welt in Gefahr [Blu-ray]
Olympus Has Fallen - Die Welt in Gefahr [Blu-ray]
DVD ~ Gerard Butler
Preis: EUR 12,99

1 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Die Hard 7 als Egoshooter, 1. Dezember 2013
Wer heutzutage einen vernünftigen Action-Film drehen will, hat es schwer. Die besten Action-Filme wurden bereits gedreht und die Studiobosse gehen lieber auf Nummer sicher, wenn sie Kohle locker machen und setzten nicht auf bahnbrechende neue Ideen. "Olympus has fallen" ist so Nummersicherding, der Plot wurde stark an Stirb langsam 1 [Blu-ray] angelehnt (einsamer Kämpfer streunt durch ein von Terroristen besetztes Gebäude und schaltet einen nach dem anderen der Bösewichter aus), auf der Besetzungliste stehen drei klangvolle Namen und in Sachen Action, Gewalt und Filmblut gibt es das volle Programm. Einem unterhaltsamen Filmabend steht mal generell nix im Weg. Leider ist der Film einer von denen, die man einmal schaut, nett findet und wieder vergisst. Dafür gibt es mehrere Gründe.
Die Story ist sowas von bekannt, dass man nach 10min schon 100prozentig weiss, wie der Film genau endet. Echte Spannung kommt da ziemlich selten auf. Und so manche Idee der Macher tut dazu einfach nur weh. Allein die Erstürmung des Weissen Hauses durch das Terrorkommando ist sowas von dämlich, dass alle Einsatzkräfte, die den Sitz des US-Präsidenten bewachen, Hollywood verklagen sollten.
Und dann wurde mit Gerard Butler ein Haupdarsteller ausgewählt, der zwar gut in Form ist, dem aber für diese Rolle jedes Charisma fehlt. Er spielt absolut hölzern und verbissen den patriotischen Superagenten, der humorlos und beinahe kugelsicher wie in einem Ego-Shooter-Spiel gegen die schlimmen Finger antritt. Man gewinnt wirklich den Eindruck, dass der 300-Held seine Rolle bierernst genommen hat, weil er wie ein sechjähriger beim Cowboy und Indianer-Spiel agiert. Sorry Gerard, aber das Sujet des griesgrämigen Superagenten ist seit Alarmstufe: Rot von Seven Seagal belegt - und der kann dazu sogar noch kochen.
Apropos PC-Game: Die meisten Aussenaufnahmen wurden am Computer in Szene gesetzt, schliesslich kann man mal nicht so eben um das Weisse Haus den Dritten Weltkrieg ausbrechen lassen. Leider merkt man den Einsatz der Rechentechnik jede Sekunde, die vielen gutgemeinten Actionsequenzen mit Hubschraubern, Kampfjets, Superkanonen oder ballernden C130 wirken noch zu unecht, um wirklich zu überzeugen.


From Here to Now to You [Vinyl LP]
From Here to Now to You [Vinyl LP]
Preis: EUR 22,98

3.0 von 5 Sternen Easy Listening mit Störgeräuschen auf Vinyl, 6. November 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: From Here to Now to You [Vinyl LP] (Vinyl)
Jack Johnson die Sechste. Der Hawaiianer macht mal wieder das, was er am besten kann, nette Musik mit hohem Entspanntheitsfaktor und Lagerfeuerromantiktouch. Ok, wer Hawaii kennt, kann den Mann verstehen, und da er nicht am Hungertuch nagen wird und genügend Zeit zum Surfen und Musizieren hat, hat er auch keinen Grund, rebellisch zu sein und sich mit den sozialen Konflickten auf den Inseln herumzuschlagen.
Musikalisch reisst der Gitarrero seine stilistischen Grenzen auch diesmal nicht ein, sondern besinnt sich nach dem etwas sperrig beginnenden Vorgänger (To The Sea) wieder auf die alte Stärken der ersten drei Alben (Bushfire Fairytales, On And On und In Between Dreams). Schöne, leicht beschwingte Melodien zum easy nebenbei hören. Textlich versucht der Barde auch diesmal, nicht in der Anspruchlosigkeit zu versinken, ein bisschen Philosophie, ein bisschen Naturverbundenheit - fertig ist die Laube. Im Singer- und Songwriterlager gibt es interessantere Künstler, aber der Erfolg gibt Mr. Johnson recht. Und ehrlich gesagt ist es genau das, warum ich seine Musik mag. Die neuen Songs erreichen für mich zwar nicht den Charme und Pepp der ersten drei Longplayer, aber da sie verdammt gut ins Ohr gehen und beim Hören den Fuss lässig mitwippen lassen und Mix, Mastering und Aufmachung (sehr schönes Booklet) ebenfalls passen, wären 4 Sternchen als Gesamtnote drin. Nun kommt aber das ABER, das sich ausschliesslich auf die Vinylversion bezieht.
Leider ist die schwarze Scheibe was die Pressung angeht nicht der Hammer. Knistern und Knacken trüben auch nach mehreren Waschdurchgängen auf der Plattenwaschmaschine die Freude, dazu kommen ein paar üble Störgeräusche, die auf gröbere Pressfehler in den Rillen hindeuten. Nun kann man sagen, dass heutzutage ja keine grossen Stückzahlen gepresst werden, die Schneid- und Presstechnik nur noch schwer reparabel ist etc. und da eben kleinere Qualitätsmängel drin sind. Andere Pop-Produktionen (z.B. Adele - 21) strafen diese Argumente aber Lügen, denn wenn die Plattefirmen wirklich wollen, dann klappt es auch mit qualitativ hochwertigem schwarzem Gold. Als bekennender Vinyl-Junkie muss ich leider sagen, dass es wohl besser ist, sich die CD zu kaufen.


BR The Collection - (The Collector 2) - Uncut Limited Edition - (Blu-ray)
BR The Collection - (The Collector 2) - Uncut Limited Edition - (Blu-ray)

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Dünne Story, hartes Schlachtfest, 17. Juli 2013
Das Ende von Teil 1 liess keinen Zweifel daran, dass es es eine Fortsetzung geben wird. In der CH ist sie übrigens jetzt schon als Black Edition "uncut" in jedem Blöd-Markt zu haben. Und die Fortsetzung nimmt auch gleich richtig Fahrt auf und startet mit einem üblen Massaker im Technobunker. Aber holla die Waldfee. Und unser Antiheld Arkin (Josh Stewart) wird auch in ziemlich übel zugerichtetem Zustand ins Spiel gebracht. Was dann folgt, ist ein alt bewährter Plot um die Enführung einer hübschen Schnecke (Emma Fitzpatrick) und deren Befreiung aus den Labyrinten des Collectors. Für die ist ein schiesswütiger, keine Gefangenen machender Pseudosöldnerhaufen zuständig, der den Job jedoch nicht ohne den halbwegs aufgepeppelten Arkin auf die Reihe kriegt und dessen Protagonisten verdammt viel fluchen (im engl. O-Ton kommt oft das F-Wort vor). Bis es zum Showdown kommt, werden während der Jagt auf den Sammler durch die finsteren Gänge eines alten Hotels jede Menge Zombie-Statisten niedergemäht. Und nach dem Zehn-Kleine-Negerlein-Prinzip wird vom schwarzen Maskenmann im Gegenzug die zusammengewürfelte Truppe äusserst brutal und blutig dezimiert (The Saw lässt wieder grüssen). Hier kommen Splatterfans voll auf ihre Kosten, die Metzelwerkzeuge und Todesfallen sind wieder recht einfallsreich. Und damit noch mehr Blut fliessen kann, findet der schlimme Finger auch noch Zeit, ein paar eh schon gepeinigte Opfer aus seiner "Collection" zu meucheln. Der Death-Couter dreht also ordentlich. Schade ist nur, dass die Story nicht wirklich spannend ist, da ihr unvohersehbare Wendungen völlig fehlen und alles wie aus dem Horror-Slasher-Baukasten zusammengebastelt wirkt. Schade eigentlich, die Sache hätte mit etwas mehr Thrill und ein bisschen mehr Feintuning bei der Handlung ein echtes Highlight werden können. Positiv muss angemerkt werden, dass die Blu Ray mit bedeutend besserm Bild aufwarten kann als Teil 1 und der Sound auch keine Wünsche offen lässt. Da kann man sich für so manche Block Buster-Produktion ein Scheibchen abschneiden. Weniger gut ist die Zusatzausstattung der blauen Scheibe. Die ist auf minimalen Standard, ein paar Blicke hinter die Kulissen, drei alternative Szene und ein bisschen Blabla.


Dredd [Blu-ray]
Dredd [Blu-ray]
DVD ~ Karl Urban
Preis: EUR 9,99

4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nichts für Weicheier, 22. April 2013
Rezension bezieht sich auf: Dredd [Blu-ray] (Blu-ray)
Das Comic-Universum bietet eine schier unerschöpfliche Quelle für Filmmacher und es ist schon erstaunlich, dass die Fangemeinde so lange warten musste, bis Judge Dredd endlich ins rechte Licht gerückt und rehabilitiert wird. Warum? Wer den ersten Versuch mit Stallone in der Hauptrolle kennt, weiss warum. Der Streifen aus dem Jahr 1995 ist im Vergleich zum aktuellen keine postapokalyptische Ballerorgie sondern mehr oder weniger eine schnuckeliche 08-15-Action-Komödie. Insofern sollten Zartbeseitete lieber die Finger von dieser Blu Ray oder DVD lassen, denn die Altersangabe ist hier definitiv kein Marketinggag sondern wirklich ernstzunehmen. Die Story lässt sich schnell zusammen fassen. Dredd, gefürchteter Richter und Vollstrecker, der Recht und Ordnung wortkarg aber gnadenlos durchsetzt, gerät mit der eigentlich untauglichen Rekrutin Cassandra, die ihrem Vornamen alle Ehre macht und über mediale Fähigkeiten verfügt, während des Probetages nach Peach Trees, einem düsteren, versifften Megagebäudekomplex, in dem auf 200 Stockwerken 75.000 hoffnunglose Menschen zwischen Arbeitslosigkeit, Kriminalität und Drogenkonsum leben und der von einer Gang, die von der eiskalten Brogenbaronin Ma-Ma angeführt wird, beherrscht wird. Die Judges wollen den grausamen Tod von drei gehäuteten Männern aufklären und nachdem sie einen der Mörder und engsten Vertrauten von Ma-Ma verhaften können, beginnt sich die Spirale aus brutaler Gewalt und rücksichtloser Zerstörung unaufhaltsam zu drehen. Im wahrsten Sinne des Wortes werden keine Gefangenen mehr gemacht, wer zwischen die Fronten gerät, hat fast keine Chance mehr, mit dem Leben davon zu kommen. Das Kräftemessen zwischen Gut und Böse wurde bis zum bitteren Ende in bester Comic-Manier in Szene gesetzt, Slo-Mo Aufnahmen von fliegenden und einschlagenden Kugeln, spritzendem Blut und fallenden Menschen, dunkle, enge, verwinkelte Flure, zuckende Bilder von Überwachungskameras, wüste Ballerorgien in der Totalen. Und die Dialoge beschränken sich auf ein sprechblasenähnliches Minimum. Da blieb für schauschpielerische Glanzleistungen und die Darstellung von vielschichtigen Charakteren nur wenig Raum, doch die Protagonisten schlugen sich alle wacker. Lediglich Karl Urban hatte etwas mit Rosinen gehandelt, denn ehrlich gesagt hätte fast jeder halbwegs gut gebaute Nobody den roboterhaften Dredd mit den hängenden Mundwinklen spielen können. Nicht eine Sekunde durfte unser Held seinen Helm abnehmen und zeigen, dass er ein Gesicht hat und nicht nur ein Namensschild. Da war Peter Weller als Robo-Cop besser dran, aber wenn sich die Macher knallhart an die Vorlage halten, muss man sich als Mime eben beugen.
Alles in allem ist "Dredd" ein für Genrefreaks gelungener Film geworden, dessen minimalistisches, beängstigend nihilistisches Buddy-Movie-Konzept aufgeht und dem man sein "mageres" Budget von 45 Mio. nicht anmerkt. Natürlich wirft er die Fragen auf, wieviel Gewalt man zeigen darf und ob ihre comicartige Überzeichnung nun eine Art Kunst ist oder nicht. Die Antworten darauf muss jeder für sich selber finden und entscheiden, ob er den Film mag oder nicht.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 24, 2013 7:45 AM MEST


Death Race: Inferno [Blu-ray]
Death Race: Inferno [Blu-ray]
DVD ~ Luke Goss
Preis: EUR 9,99

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Autsch, 2. April 2013
Rezension bezieht sich auf: Death Race: Inferno [Blu-ray] (Blu-ray)
Mit Death Race ist es wie mit fast allen Franchisen, je mehr Teile es gibt, um so schlechter werden sie. Oder anders gesagt (um mal wieder ein Highlander Zitat zu bemühen): Es kann nur einen geben. Und das ist und bleibt Teil 1 mit Jason Statham. Die Idee an sich, Gefangene vor laufenden Kameras um ihre Freiheit kämpfen zu lassen, ist so neu wie "The Running Man" (mit Arnold Schwarzenegger), bei Death Race ist das ganze eben nur ein blutiges Stock Car Rennen in waffenstarrenden Mad Max Seifenkisten, bei dem sich die schlimmsten Finger unter der Sonne gegenseitig austricksen und ausknipsen. Mit dem englischen Haudrauf in der Hauptrolle war die Chose zwar nicht gerade tiefsinnig, aber dafür irgendwie sau cool, spannend und spektakulär. Die Stunts und Tricks waren einfach atemberaubend. Kein Wunder also, dass das Todesrennen in die die zweite Runde ging und, nachdem Jason a) im ersten Teil ein Happy End hatte und b) nicht mehr zur Verfügung stand, ein Prequel gedreht wurde. Die Geschichte, wie es zu Death Race und dem grossen Star der Show, dem Maskenmann "Frankenstein" überhaupt kam, war noch ganz witzig, aber bei weitem nicht mehr so aufregend. Dazu kam, dass alle neuen Hauptdarsteller maximal gute B-Liga waren, die ihr durchschnittliches Können aber nicht mal ausreizten (Luke Goss ist ein echter Langweiler von der Action-Stange, Ving Rhames hatte man vorher auch schon besser gesehen, Trejo blieb ebenfalls unter seinen Möglichkeiten). Und als hätte das nicht gereicht, schob man nun Teil 3 hinterher. Dabei haben sich die Macher echt Mühe gegeben, möglichst viel richtig zu machen. Immerhin waren Trejo, Goss, Rhames und ein paar andere bekannte Gesichter aus dem Vorgänger wieder am Start und man verlagerte die Rennstrecke vorsichthalber nach Südafrika. Der Schluss des Filmes hat auch noch so seine Momente (auch wenn er absolut unglaubwürdig ist), aber das kann nicht über die absolut eindimensionale Reststory hinwegtäuschen. Na immerhin gibt es bodenständige Aktion, die man aber bestens aus den Vorgängern kennt. Das ist dann doch auf die Dauer langweilig. Lediglich der Sitzplatzfight der in knappes Leder gehüllten Kampfamazonen ist eine nette Abwechslung, die dem Film wohl auch zum FSK18 Sticker verholfen hat. Bis hier könnte man gut und gerne 3 Sterne zücken. Wenn da nicht ein paar Punkte wären, die den Spass noch mehr trüben. Da sind die Darsteller, die so routiniert und lieblos ihre Rollen abspulen, dass man gar nicht mehr gerne hinschaut. Die neuen Charaktere bzw. Bösewichter sind eigentlich überflüssig und wirklich nur Statisten, die mal mehr, mal weniger laut abtreten. Dazu kommt auch noch, dass ein paar Effekte so schlampig gemacht sind, dass sogar ein Blinder die Schlamperei sieht. Und wenn zu allem Unglück auch der Schnitt an manchen Stellen Fragen aufwirft, ist das einfach zuviel des schlechten.
Bleibt nur zu hoffen, dass das offene Ende keinen viertklassigen Produzenten aus der Versenkung lockt, der sich genötigt sieht, einen weiteren Teil herauszubringen. Das Thema sollte mit Inferno endlich durch sein.
Lobend erwähnt werden muss an dieser Stelle auf jeden Fall noch, dass die Blu Ray technisch gut gemacht wurde und mit gutem Bild und Ton glänzen kann.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 24, 2013 7:03 PM MEST


The Expendables 2 - Back for War (Special Uncut Edition) [Blu-ray] [Special Edition]
The Expendables 2 - Back for War (Special Uncut Edition) [Blu-ray] [Special Edition]
DVD ~ Sylvester Stallone
Preis: EUR 9,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Action-Comedy à la bonne heure, 5. Februar 2013
Was habe ich mich auf diesen Film auf Blu Ray gefreut. Kino war nicht, weil ich Loser nicht allein gehen wollte (die bessere Hälfte hat sich erfolgreich geweigert) und mein Kumpel hatte Verbot bekommen - die arme Sau. Egal, zum Glück gibt es ja das Heimkino.
Nachdem mich Teil 1 schon durch seine Retro-Action breit grinsend vor der Glotze sitzen liess, hat mich Teil 2 in den Siebten Achtziger-Action-Himmel geballert. Stallone und sein Team haben hier einiges richtiger gemacht als beim Vorgänger. Erstens, mit Simon West wurde ein erfahrener Regie-Knecht verpflichtet und Sly musste nicht mehr selber den Chaotenhaufen vor der Kamera zähmen. Zweitens, man konnte nicht nur Arnie und Bruce überreden, auch zu den grossen Wummen zu greifen, sondern es wurden mit Van Damme als Bösewicht mit tuntigem Hüftschwung und Chuck Norris als einsamen Fighter noch zwei Recken des guten alten Haudrauf-Films in den Cast geholt. Drittens, die Storie (naja, was man als solche bezeichnet) kommt um einiges geradliniger zum grossen Finale. Es gibt keine Abtrünnigen mehr im Team, sondern die Expendables sind wie eine gut funktionierende Fussballmannschaft, die im Finale der Meisterschaft steht. Da gibt es dumme Kommentare (z.B. über die Länge der Beine oder den Uni-Abschluss), die einem die Lachtränen in die Augen treiben, da wird ein bisschen gezofft und gemeckert, aber wenn es darauf an kommt, stehen alle ihren Mann. Viertens, die Drehbuchschreiber haben den Humor (siehe schon mal drittens) nicht zu kurz kommen lassen. Besonders die Dialoge der Altstars strotzen nur so vor Selbstironie und Anspielungen auf ihre Filme der goldenen 80er und 90er. Man nehme beispielsweise die "tiefsinnigen" Gespräche, die Arnie und Bruce führen. Das ist erstklassige Commedy. Fünftens, die Action ist noch rasanter und explosiver ausgefallen, die ersten 15min lassen kaum Zeit zum Luftholen, und mich hat echt gewundert, dass man die alte russische Militärbasis, in der es, wie nicht anders zu erwarten, kurz vor dem Showdown richtig heiss hergeht, zum Schluss nicht auch noch pulverisiert hat. Da, wie inzwischen bei vielen explosiven Ballerfilmen üblich, die meisten Szenen in Osteuropa gedreht wurden, wäre das bestimmt auch noch im Budget gewesen. Schade eigentlich... Lediglich der Showdown ist nicht ganz der eines richtig grossen Actionfilm geworden, es wird zwar richtig viel gehauen und in Stücke geschossen, aber zwei "Wermutstropfen" gibt es: Zum einen fehlt der Klopperei zwischen Sly und Van Damme der Rocky-Spirit - ihr wisst schon, Stallone wird min 10min fast zu Brei geschlagen und reisst dann das Ruder so richtig rum und geht fast blind aber als Sieger vom Platz. So fit waren die beiden alten Herren dann doch nicht mehr. Doch sie verdienen trotzdem meinen tiefsten Respekt, wenn ich mal an der 60 kratze sitze ich sicher schon im Rollstuhl... Zum anderen wäre es einfach cooler gewesen, wenn der Flughafen im letzten Gefecht in einen Feuerball verwandelt worden wäre - aber da hatten wohl die Bereiber was dagegen. (Tipp an die Location-Scouts: in Berlin gibt es vielleicht einen, den man abreissen könnte, bevor er noch mehr Milliarden verschlingt). Man kann leider nicht alles haben. Spass beiseite: Dieser Film ist ein Gourmethappen für die Filmfans, die sich auch mal nur über einfache, solide, handgemachte Action wie Bolle freuen können.
Einen echten Wermutstropfen könnte es vielleicht doch geben. Im Bonusmaterial lassen sich ein paar entfernte, jedoch gut brauchbare Sequenzen finden (z.B. die Stockübung von Yu Nan ist echt sehenswert) und ich verwette da mal locker meine Grossmutter, das diese entfallenen Szenen in ein, zwei Jahren, spästestns vor Teil drei oder Weihnachten in einem Director's Cut auftauchen werden.
Apropos Bonus-Material: Es lohnt sich auf jeden Fall, wenigstes die Outtakes zu schauen. Da bleibt auch kein Auge trocken.


Signed and Sealed in Blood [Vinyl LP]
Signed and Sealed in Blood [Vinyl LP]
Preis: EUR 24,17

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Boston meets the Pogues, 20. Januar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Signed and Sealed in Blood [Vinyl LP] (Vinyl)
Was für eine Überraschung! Das die Bostoner Guiness-Fans noch mehr auf ihre scheinbar sehr starken irischen Wurzeln setzen als in der Vergangenheit, war eher nicht zu erwarten. Seit gefühlten 100 Jahren (na gut, es sind nur 10 oder 11) sind die Krawallbrüder ein Garant für einen brettharte Mischung aus treibenden Punkrock (ihre ersten zwei Platten von 1997 und 1999 waren bekanntlich noch kompromisslose Hardcore-Punk-Geschosse) und keltischen Einflüssen, die sich vor allem in den Mitsing-Melodien und in der Intrumentierung (Quetschkommode, Wistle, Backpipes etc.) wiederfinden liessen. Pogo und Kneipenstimmung hielten sich die Waage. Beim vorliegenden neusten Output darf man mit Fug und Recht behaupten, dass die Kneipe gewonnen hat. Natürlich gibt es noch flotte Momente, doch die Mitgröhlrefrains und Schunkelelemente dominieren mehr als je zuvor. Was ja kein Beinbruch ist, vor allem wenn man sagen darf, dass diese Songs an die grossen Tage von Shane McGowan und seinen Pogues erinnern. Und ich denke, dass es keine Blasphemie ist, wenn man behauptet, das die wilden irischen Suffköppe, die beinahe in der Versenkung verschwunden sind, in den Dropkick Murphys würdige Thronfolger gefunden haben, die dem Irish Folk Punk eine Frischzellenkur verpassen konnten und die mit "Signed And Sealed In Blood" nun musikalisch ihre "Mitte" gefunden haben. Well done boyz, wir freuen und auf die nächste Tour, auf der hoffentlich mächtig gefeiert und gesungen wird.


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