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Plan Elfenbeinturm

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Rambo - First Blood
Rambo - First Blood
DVD ~ Sylvester Stallone
Preis: EUR 7,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Immer wieder packend, 5. November 2013
Rezension bezieht sich auf: Rambo - First Blood (DVD)
Wie es aussieht, verdankt Sylvester Stallone einen Bruchteil seiner Action-Ikonisierung einem, jawohl, einem Apfel. 1968 begann der 25-jährige Literaturdozent David Morrell an seinem Debütroman First Blood zu werkeln. Sein Protagonist: John Rambo, benannt nach der Apfelsorte Rambo und angeblich skizziert nach dem amerikanischen Kriegshelden Audie Murphy. Alles andere als mit Obst beschäftigt sich First Blood nämlich mit der Auseinandersetzung von Post-traumatischen Stresssymptomen von kampffixierten Kriegsveteranen und der Frustration der amerikanischen Gesellschaft auf den verlorenen Vietnamkrieg, die rigoros an vielen heimgekehrten Soldaten ausgelassen wurde. Ganz schön schwermütiger Gefühlsschinken, für einen Charakter, dessen Name heute eigentlich nur noch als Inbegriff der ultimativen Kampfmaschine fungiert und dem Terminator im Zerstörungswahn in Nichts nachsteht.

Fazit: Ein Heiligtum und Meilenstein der cineastischen Actionkultur. Tausend Mal gesehen und dennoch wird man immer wieder aufs Neue vom 'Cheer of the Underdog' gepackt. Zu geschickt wechselhaftem Soundtrack und der ideal gewählten Landschaftskulisse agiert Sly wie eine Art Frankenstein und ist doch irgendwie nur gefangen in seinen Kriegserinnerungen.


First Blood
First Blood
von David Morrell
  Taschenbuch
Preis: EUR 6,33

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Rambo bringt Vietnam nach Amerika, 5. November 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: First Blood (Taschenbuch)
1968 begann der 25-jährige Literaturdozent David Morrell an seinem Debütroman First Blood zu werkeln. Sein Protagonist: John Rambo, benannt nach der Apfelsorte Rambo und angeblich skizziert nach dem amerikanischen Kriegshelden Audie Murphy. Alles andere als mit Obst beschäftigt sich First Blood nämlich mit der Auseinandersetzung von Post-traumatischen Stresssymptomen von kampffixierten Kriegsveteranen und der Frustration der amerikanischen Gesellschaft auf den verlorenen Vietnamkrieg, die rigoros an vielen heimgekehrten Soldaten ausgelassen wurde. Puh. Ganz schön schwermütiger Gefühlsschinken, für einen Charakter, dessen Name heute eigentlich nur noch als Inbegriff der ultimativen Kampfmaschine fungiert und dem Terminator im Zerstörungswahn in Nichts nachsteht.

David Morrells Schreibstil ist kein unerwartet packender, seine Charaktere sind jedoch kantig und krallen sich bis zum Ende an ihrer eingefleischten Sturheit fest. Gerade deswegen will man weiterlesen - um herauszufinden, wer den Kampf der explosiven Hartnäckigkeit gewinnt. Einblicke in die taktische Vorgehensweise von Zerstörer Rambo, der noch viel getriebener, gnadenloser und um einiges trotziger wirkt als im Film, überwiegen. Auf dem Papier will er es wissen, reizt es aus, nur weil er kann. Verbittert, unnahbar und abgestumpft bewegt sich die Romanvariante, neben der sein Filmpendant fast schon einem laschen Softie gleicht.

Fazit: Eine getriebene Geschichte, bei der man oft hin und her gerissen ist, auf welcher man Seite man stehen soll, oder ob es überhaupt eine Seite gibt. Obwohl mich Morrells Stil nicht 100% überzeugt hat, bleiben die Charaktere bis zum Ende interessant und vielschichtig.


Die Tribute von Panem - The Hunger Games [Special Edition] [2 DVDs]
Die Tribute von Panem - The Hunger Games [Special Edition] [2 DVDs]
DVD ~ Jennifer Lawrence
Wird angeboten von Preferito, Preise inkl. MwSt.
Preis: EUR 12,90

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gute Dystopie mit holpriger Kameraführung, 17. Oktober 2013
Alle lieben Jahre entscheiden sich die Filmemacher unserer Zeit, den Erfolg einer entweder verstaubten oder brandneuen Fantasy- oder Utopie-Buchreihe auch im Kino zu vermarkten. 2008 erschien der erste Band von Suzanne Collins Triologie The Hunger Games und bereits 2012 verlieh Hollywood den Buchcharakteren Gesichter.

V wie Vendetta, Planet der Affen,Orwells 1984. Literarische Dystopien spalten nicht selten die Lesegeister, zeichnen sie sich doch meist durch ihr Kritik an der diktatorischen Obrigkeit und das eher beklommene, negative Finale aus. Auch die Geschichte vom Leben und Leiden der Katniss Everdeen, die für ihre Schwester in eine Fernsehshow namens Hunger Games zieht, wo sich 24 Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren regelrecht abschlachten und mit psychologischer Taktik zugrunde richten, entspricht dsytopischen Kriterien. Klingt nicht besonders möglich, denkt man zunächst, klappt Collins Buch zu, malträtiert seine Fernbedienung und entschließt sich nach Sendungen, in denen Großmütter an Familien versteigert werden, Heidis Mädchen für ein Foto auch ohne doppelten Boden grazil Brücken hinunterspringen würden, Johnny Knoxville seine Harnröhre aus Showmanie Katheterabhängig quetscht oder Bohlen nach Jahren beleidigender, unqualifizierter Semi-Kommentare nun auch Kinder in die TV-Pfanne des Selbstbewusstseins hauen will, dass die Hunger Games so abwegig gar nicht mehr sind.

Angelehnt an die mythologischen Erzählungen über Theseus und den Minotaurus, erschuf die amerikanische Autorin Suzanne Collins eine Triologie, die in Buchhandlungen getrost bei den Jugendbüchern eingestellt wurde, auf der Leinwand durch ihre FSK 12 jedoch zahlreiche Diskussionen vom Zaun brach. Zu Recht, wie scheint, denn man kommt nicht drum herum den Gedanken zu zücken, dass der Kommerz in diesem ‘Spiel’ ein nicht ganz unwichtiger Begriff ist. Auch wenn die höheren Jahrgänge der Damen und Herren Fangemeinschaft utopischer Literatur hin und wieder einen Ravenclaw-Schal stricken oder nun Mockingjay-Anstecker an ihre Jacken pinnen, Umsatz via Bravo, parteiischen T-Shirts und Co. kauft statistisch doch eher das pre-pupertierende Volk.

Nicht immer bedeutet, den Buchautor zum Drehbuchautor zu ernennen, auch ein buchnahes Filmskript. Suzanne Collins ans Set zu holen, stellte sich jedoch nicht allein auf Grund ihrer TV-Erfahrung bei Nickelodeon als goldrichtige Entscheidung heraus, zumal ihr Buch bereits in vielerlei Hinsicht szenische Vorlagen liefert. Die ungewöhnliche Umsetzung durch übermäßige Kamerawackler und schlichte Unübersichtlichkeit bei Kampfszenen bietet für viele Zuschauer Grund zum genervten Stöhnen, kitzelt aber passgenau Katniss’ subjektive Sicht und Unvorhersehbarkeit der Dinge heraus. Im Hinblick auf die Literaturverfilmungen der letzten populären Jugendbuchreihen ist wohl mit Verlaub zu sagen, dass man dem Herrn im Stillen für deutlich besseres schauspielerisches Können, als es zu Beginn der Harry Potter-Saga der Fall war, oder einfach nur für die Wahl der aussageträchtigeren Buchvorlage, als wir es von pseudo-bissigen Glitzer-Vampirromanen gewohnt waren, dankt.

Hervorstechend gut ist die Besetzung der Nebencharaktere, wie Haudegen Woody Harrelson, dem göttlichen Stanley Tucci und Donald Sutherland als obligatorischen Mann mit weißer Haarpracht; seit Tolkien unmöglich wegzudenken aus einem fantastischen Werk. Trotz abgeschwächter Härte der Hunger Games, weniger Liebelei und der Notwendigkeit Nebenstränge zu schmälern, bekommen Bibliomanen mit der cineastischen Darstellung des Buches nur wenig Nörgelpotential geboten. (c) Plan Elfenbeinturm


Das Mädchen mit dem Perlenohrring (2 DVDs)
Das Mädchen mit dem Perlenohrring (2 DVDs)
DVD ~ Scarlett Johansson
Preis: EUR 9,49

4.0 von 5 Sternen Unverfälschte Literaturadaption, 17. Oktober 2013
2003 brachte der britische Regisseur Peter Webber den Tracy Chevaliers Roman "Girl with a Pearl Earring" auf die Kinoleinwand.

Darum geht's: Delft, 1664: Die 17-jährige Griet tritt ihren Dienst als Hausmädchen im Haushalt der Vermeers an. Als sie beginnt bei ihren Putzarbeiten Lichtverhältnisse und Modelle im Atelier des berühmten Malers zu verändern, ist eine geheime, auf gegenseitigem Verständnis beruhende Beziehung zwischen Künstler und Magd gesät.

Buch vs. Film: Die Konfrontation von Lethargie und suppressiver Leidenschaft, vom eintönigen Alltag und der süchtig machenden Kunstwelt in Chevaliers Roman wird von allen Darstellern weitestgehend eingefangen. Auch die Wahl der Heldin hätte mit Johanssons Schmollmund und großen Augen optisch nicht besser ausfallen können. Ohne Frage greift der Film die Delfter Atmosphäre im 17. Jahrhundert (obwohl vor einer Venedig-Kulisse gedreht) gänzlich unverblümt auf. Historische Elemente des Romans, wie z. B. die persönlichen Auswirkungen in Zeiten der Pest, werden dennoch eingeschränkt. Ursache hierfür sind vor allem die weggekürzten familiären Nebenstränge, die zwar die Künstler-Modell-Beziehung zwischen Vermeer und der jungen Griet in den Vordergrund rückt, den Einblick in Griets persönliches Schicksal hingegen oft einengt.

Grundsätzliche Schwierigkeit bei der Umsetzung bereitete ohnehin die Verwandlung des personalen Erzählstils der reservierten Dienstmagd, deren Gedanken im Roman zwar laut werden, bis zum Kinositz allerdings nicht wirklich durchdringen. Der Film wirkt im Gegensatz zur literarischen Vorlage geradezu still, wertet jedoch Chevaliers Talent für die Vielfalt an Charakterperspektiven noch einmal auf. Wohingegen man im Buch der zurückhaltenden, aber wenigstens existenten Gefühlswelt Griets ausgeliefert ist, teilen Johannsson und Firth eine einsilbige bzw. wortlose Andeutung ihrer Zuneigung nach der anderen aus. Sowohl die filmische als auch die literarische Darstellung des Unausgesprochenen, des lediglich Fühlbaren ist jeweils auf ihre Weise reizvoll. Denn was in der Adaption anstößt, ist das subtile Skript, das von jeglichen Hollywoodschen Ansprüchen und Allüren unberührt bleibt und somit die Romanvorlage von zeitgenössischen Zuschauererwartungen unbeeinflusst lässt.

Unter den Literaturadaptionen mit biografischen Bezügen ist Peter Webbers Film eine angenehme Seltenheit, die weder historische Umstände noch die Atmosphäre der Romanvorlage durch Publikumserwartungen verfälscht. Eine beachtliche Hommage an all die unbekannten Porträts der Kunstgeschichte ist sowohl der Film aber noch viel mehr Chevaliers Roman.


Das Mädchen mit dem Perlenohrring
Das Mädchen mit dem Perlenohrring
von Tracy Chevalier
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

4.0 von 5 Sternen Eine Geschichte von Lethargie und suppressiver Leidenschaft, 17. Oktober 2013
2001 erschien "Girl with a Pearl Earring" von Tracy Chevalier. Der historische Roman erzählt eine fiktive Geschichte über Johannes Vermeers schöne Unbekannte mit den Murmelaugen und den, für damals, lasziv geröteten Lippen.

Delft, 1664: Die 17-jährige Griet tritt ihren Dienst als Hausmädchen im Haushalt der Vermeers an. Als sie beginnt bei ihren Putzarbeiten Lichtverhältnisse und Modelle im Atelier des berühmten Malers zu verändern, ist eine geheime, auf gegenseitigem Verständnis beruhende Beziehung zwischen Künstler und Magd gesät. Es ist die Konfrontation von Lethargie und suppressiver Leidenschaft, vom eintönigen Alltag und der süchtig machenden Kunstwelt, die in Chevaliers Roman überzeugt. Der sanftmütige Schreibstil lässt ekstatische Szenen kaum zu, aber verzaubert mit auf eine subtile Weise seinen Leser.


Zwei an einem Tag
Zwei an einem Tag
DVD ~ Anne Hathaway
Preis: EUR 4,99

3.0 von 5 Sternen Sympathische Adaption von Nicholls Roman, 17. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: Zwei an einem Tag (DVD)
Liebesromane gibt es auf dem modernen Buchmarkt wie Sterne am Firmament eines amerikanischen Spielfilms. 2009 war David Nicholls Zwei an einem Tag einer dieser hellen Sterne am romantischen Literaturhimmel. Nicht einmal zwei Jahre später wurde die ungewöhnliche Liebesgeschichte über Em und Dex verfilmt.

Newcomer Jim Sturgess sowie Anne Hathaway, die sich in den letzten Jahren erfolgreich durch emotional krassere Charakterrollen von ihrem „Plötzlich Prinzessin“-Diadem befreien konnte, sind als Dexter und Emma beide Sympathieträger und lassen den Film nie gänzlich in einen klischeehaften Schnulzenstreifen abdriften. Durch die einzelnen Episoden geprägt ist vor allem der zeitliche Wandel von Mode und Lifestyle gelungen. Nur zwei Konstanten gibt es, die stets umeinander kreisen, wenn auch nicht immer auf gleicher Wellenlänge: Em und Dex, die zueinander gehören, ohne zu wissen, weshalb.

Buchtreues Drehbruchskript, in dem die episodenhafte Darstellung aus der Vorlage leider ein bisschen sprunghaft wirkt und alles – von Charaktertiefe über Emmas geistreichen Humor bis zur kitschlosen Romantik – irgendwie ein wenig auf die Zuschauererwartungen zugeschnitten erscheint.


Zwei an einem Tag
Zwei an einem Tag
von David Nicholls
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

4.0 von 5 Sternen Ein authentisches Auf und Ab!, 17. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: Zwei an einem Tag (Taschenbuch)
One Day, ein Tag, lautet der Originaltitel und der ist in Nicholls Roman der St. Swithin’s Day, der 15. Juli. Zwanzig Jahre im Leben von Macho Dexter Mayhew und Wortjongleurin Emma Morley werden im literarischen Katzensprung durchforstet. Freundschaft, Liebe, Familie, Abhängigkeit, Entfremdung, Vertrautheit, Reisen und das Streben nach Träumen erleben die beiden von Grund auf unterschiedlichen Charaktere.

Aha, eine weitere kleine Liebesgeschichte, denkt man beim Durchlesen des Klappentexts zunächst. Doch die konzeptionelle Innovation, welche den Verlauf der Geschichte stets an den 15. Juli jeden Jahres bindet, gibt den beiden Protagonisten eine besondere Tiefe und stellt ihre steten Differenzen immer wieder aufs Neue heraus. Aspekte, die bei der Verfilmung von 2011 leider nicht so durchgängig umgesetzt wurden. Dass das Buch nie ein klassischer Liebesroman war, sondern vor allem durch Emma Morleys zynischen Humor intellektuell und komplex bleibt, erschließt sich den Filmfreunden ebenfalls, wenn auch nicht so herausragend wie im Buch. Einige Sequenzen erscheinen im Film auffallend romantisiert. Neben der zum Ende hin ausbleichenden Verschiedenheit der Charaktere und deren grundlegender Ziellosigkeit, die nach und nach verlorengeht, wird da ein Kuss von der schlichten Zimmerkulisse in der Vorlage an ein verkitschtes Flussufer in der Pariser Innenstadt verlagert.

Ein regelrechtes Auf und Ab, bei dem man das Buch auch schon mal entrüstet in die Ecke wirft - so sauer ist man auf Nicholls Achterbahn. Nur zwei Konstanten gibt es, die stets umeinander kreisen, wenn auch nicht immer auf gleicher Wellenlänge: Em und Dex, die zueinander gehören, ohne zu wissen, weshalb. Aus Buch vs. Film von "One day" auf planelfenbeinturm.wordpress.de


Fight Club: Roman
Fight Club: Roman
von Chuck Palahniuk
  Taschenbuch
Preis: EUR 7,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Buch vs. Film: Fight Club, 8. Mai 2012
Rezension bezieht sich auf: Fight Club: Roman (Taschenbuch)
1999 David Finchers Adaption den Nerv der Generation Fernsehen, der Generation Genügsamkeit, die 'keinem Krieg und keiner großen Depression' ausgesetzt ist und auch ich gestehe: Das Buch war vergessen, nachdem das Dreigestirn Pitt, Norton und Bonham Carter einschlug.

Es scheint jedoch, wer sich Palahniuks Worten widmet, bevor er sich Thriller-Guru Fincher, Pitt und Co. zu Gemüte führt, entgeht der üblichen Ernüchterung, die der Leser bei Literaturverfilmungen so oft empfindet. Alles, was Fincher in das Manuskript an neuem Szenenmaterial einflechtet, fühlt sich für den Romankenner nicht wie eine unerwünschte Ergänzung oder Veränderung des chronologischen Verlaufs von Palahniuks Lesestoff an, sondern wie eine betonende Hommage an dessen Fähigkeit mit der Leserpsyche zu spielen. Die Wirkung die Palahniuk mit Worten erzielt, untermalt Fincher mit visuell-schroffer Momenthaftigkeit, die selbst der Autor als ultimative Effizienz seines Werks beschrieb und die ihn gar neidisch machte.

Gefühlte 90% aller Dialoge und Sequenzen wurden übernommen und durch Finchersche inhaltliche Verknüpfungen vervollständigt. Die einzige wirklich wahrnehmbare Änderung scheint das große Finale zu sein, das im Gegensatz zum Film buchtechnisch eher mau, aber nicht weniger sozialkritisch ausfällt. Zudem entlockt der Film durch Brad Pitts häufig urkomische Tyler-Interpretation deutlich mehr Situationslacher als es die literarische Vorlage tut, in der die Ziellosigkeit des Erzählers dominiert. Während man über die grandiose Wirkkraft der drei Hauptdarsteller im Grunde gar nicht mehr zu diskutieren braucht, kann die seltene Symbiose, das Ineinandergreifen zwischen Palahniuk und Fincher, zwischen Literatur und Film bei Fight Club Seiten wissenschaftlicher Arbeiten füllen.

Der Sieger: Der Film. Aber einschlägige und durchdringende, pure Krassheit ' auf Papier und Filmrolle.


Fight Club [DVD]
Fight Club [DVD]
DVD ~ Brad Pitt
Wird angeboten von media-merlin
Preis: EUR 7,68

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Buch vs. Film: Fight Club, 8. Mai 2012
Rezension bezieht sich auf: Fight Club [DVD] (DVD)
1999 David Finchers Adaption (Das seltsame Leben des Benjamin Button, Sieben) den Nerv der Generation Fernsehen, der Generation Genügsamkeit, die 'keinem Krieg und keiner großen Depression' ausgesetzt ist und auch ich gestehe: Das Buch war vergessen, nachdem das Dreigestirn Pitt, Norton und Bonham Carter einschlug.

Es scheint jedoch, wer sich Palahniuks Worten widmet, bevor er sich Thriller-Guru Fincher, Pitt und Co. zu Gemüte führt, entgeht der üblichen Ernüchterung, die der Leser bei Literaturverfilmungen so oft empfindet. Alles, was Fincher in das Manuskript an neuem Szenenmaterial einflechtet, fühlt sich für den Romankenner nicht wie eine unerwünschte Ergänzung oder Veränderung des chronologischen Verlaufs von Palahniuks Lesestoff an, sondern wie eine betonende Hommage an dessen Fähigkeit mit der Leserpsyche zu spielen. Die Wirkung die Palahniuk mit Worten erzielt, untermalt Fincher mit visuell-schroffer Momenthaftigkeit, die selbst der Autor als ultimative Effizienz seines Werks beschrieb und die ihn gar neidisch machte.

Gefühlte 90% aller Dialoge und Sequenzen wurden übernommen und durch Finchersche inhaltliche Verknüpfungen vervollständigt. Die einzige wirklich wahrnehmbare Änderung scheint das große Finale zu sein, das im Gegensatz zum Film buchtechnisch eher mau, aber nicht weniger sozialkritisch ausfällt. Zudem entlockt der Film durch Brad Pitts häufig urkomische Tyler-Interpretation deutlich mehr Situationslacher als es die literarische Vorlage tut, in der die Ziellosigkeit des Erzählers dominiert. Während man über die grandiose Wirkkraft der drei Hauptdarsteller im Grunde gar nicht mehr zu diskutieren braucht, kann die seltene Symbiose, das Ineinandergreifen zwischen Palahniuk und Fincher, zwischen Literatur und Film bei Fight Club Seiten wissenschaftlicher Arbeiten füllen.

Der Sieger: Der Film. Aber einschlägige und durchdringende, pure Krassheit ' auf Papier und Filmrolle.


Der Teufel trägt Prada
Der Teufel trägt Prada
DVD ~ Meryl Streep
Preis: EUR 5,97

3.0 von 5 Sternen Buch vs. Film: Der Teufel trägt Prada, 8. Mai 2012
Rezension bezieht sich auf: Der Teufel trägt Prada (DVD)
Der Leser dürfte vom Film vermutlich schlichtweg enttäuscht sein. Bei 'basierend auf dem gleichnamigen Roman' scheint 'basierend' tatsächlich das ausschlaggebende Wort zu sein. Der pop-kulturelle Andrea-Humor aus der Vorlage läuft mit der Tilgung der Ich-Perspektive im Film auf Grundeis, auch den stark abweichenden Handlungsstrang und das wieder einmal versüßt sentimentale USA-Ende mag man im Vergleich zum Buch als zu menschlich oder unrealistisch empfinden und nahezu als stillos bezeichnen.

Zwei Faktoren bleiben dem Film jedoch sicher: das Doppel-M-Gespann ' Mode und Meryl. Um sich über Streeps allgegenwärtige und universelle Tauglichkeit der Schauspielkunst zu informieren, sei hier einfach mal auf die wohlmeinenden 'Ach, die Meryl schon wieder'-Gedanken bei den Academy-Award-Nominierungen der letzten drei Jahrzehnte verwiesen.

Die Mode betreffend beweist der Film schlicht: Prada lesen ist nicht gleich Prada sehen. Das muss man zugeben, wenn man Anne Hathaway in Chanel-Kleidchen und Outfits à la Super-Business-Fashion-Woman, für die besagte Modeopfer sterben würden, an ihrem Smartphone über die Straßen von New York City schweben sieht.

Doch was der Film leider nur ungeschickt übernimmt, ist die Suche nach dem richtigen Werdegang, dem Ich, der eigenen Identität in einer oberflächlichen Welt (welche einem zugegeben auf gewisse Weise zusagt) und er unterbindet gerade eben die Eigenschaften, welche der Buch-Andrea diese von Fashion unverblümte Persönlichkeit verleihen.

Mein Sieger: Hier geht einem 'Buch' leicht über die Lippen.


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