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Rezensionen verfasst von
Sigrid Schliess "lady crime" (Wien)

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Tatort Prater: 13 Kriminalgeschichten aus Wien
Tatort Prater: 13 Kriminalgeschichten aus Wien
von Edith Kneifl
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,90

5.0 von 5 Sternen ein interessanter krimieller Streifzug durch den Prater, 30. Oktober 2012
Um es gleich vorweg zu nehmen: In dieser Storysammlung geht es nicht (nur) um den Wiener Würstelprater, sondern um Geschichten, die allgemein im Prater und der näheren Umgebung spielen. Es ist ein interessanter Streifzug durch Wien, und wenn man Wien kennt, so wie ich, erkennt man vieles wieder um muss oft schmunzeln. Die Wiener Seele wird treu eingefangen, ebenso die kleinen Macken der Wiener und Kleinganoven.
Ein amüsantes Buch, wenn auch nicht jede Geschichte wirklich immer ein Krimi, geschweige denn ein Thriller ist. Gut gefallen haben mir die Stories von Hermann Bauer und Christian Klinger. Einige andere dahingegen fallen deutlich ab.
Am besten war m.E. jedoch die Geschichte von Andreas Gruber "Seit wann trinken Katzen Whisky?" Da erkennt man schon, dass der Autor Krimi- und Thrillererfahrung hat. In seiner Story erscheint die Ich-Erzählerin zur Beerdigung ihres Vaters, im engen Tiger-Look Kostüm. Die Kripo vermutet richtig: Sie hat mit dem Mord an ihrem Vater zu tun, doch raffiniert wie sie ist, lenkt sie den Verdacht auf jemand anderen, und schlägt so zwei lästige Fliegen mit einer klappe. Tolle Story, spannend und lässig erzählt.

Tacheles
Tacheles
von Andreas P. Pittler
  Broschiert
Preis: EUR 9,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mehr als ein gewöhnlicher Krimi, 5. Oktober 2012
Rezension bezieht sich auf: Tacheles (Broschiert)
Dieses Buch ist so Vieles: Ein stück historische Zeitgeschichte, ein Abriss der österreichischen Seele, Dialoge mit längst in Vergesseneheit geratenem Wortschatz, den Andreas Pittler hier wieder aufleben lässt. Zugegeben, etwas derb, aber immer passend und nie um den Selbstzweck willen.
Das Buch hat einige Längen, aber die guten Recherchen, die interessanten Details entschädigen dafür.
Zudem ist der Kriminalfall spannend, und die Charaktere sehr lebendig beschrieben.
Weitermachen, Mr. Pittler!

Verteidigung der Missionarsstellung
Verteidigung der Missionarsstellung
von Wolf Haas
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,90

9 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Zu abstrakt für meinen Geschmack, 5. Oktober 2012
Hmpfh ... was soll ich schreiben? Ich hatte mir eine Geschichte erwartet, vor allem eine lesbare Geschichte.
Zugegeben, das Buch ist sehr originell, aber es gefällt einem nur, wenn man mit originellen und kreativen Schreib- und Text-Experimenten umgehen kann. Ich kann es nicht. Ich hätte mir von Herrn Haas einen Roman mit einer normal erzählten Handlung gewünscht.
Schade.
Obwohl, einige Ideen fand ich gut - daher 3 Sterne.

Seelenschacher
Seelenschacher
von Martin Mucha
  Broschiert
Preis: EUR 11,90

5.0 von 5 Sternen Unbedingt lesen, wer urige hard-boiled Wiener Krimis mag!, 5. Juli 2012
Rezension bezieht sich auf: Seelenschacher (Broschiert)
"Seelenschacher" von Mucha ist ein Wiener Urgestein. Man könnte glauben, der Autor lebte schon seit sechzig Jahren in Wien, so viel Schmäh, so viel Erfahrung, so viel Lokalkolorit, so viel von der Wiener Seele, so viel Weisheit baut er in seine Geschichte ein, in der es von skurrilen Figuren nur so strotzt.
Dabei ist der Autor noch ein so junger Bursche.
Gut so!
Ich erwarte und erhoffe mir noch viele Romane von ihm.
Demnächst werde ich mir "Papierkrieg", den Vorgänger, zulesen.

"Seelenschacher" wird zwar in ruhigem Erzählton erzählt, aber die Story ist turbulent und verzwickt. Die weig Gestrige mit ihren verrückten Theorien kommen darin vor, die Kirche kriegt ihr Fett weg, Einbrecher aus dem Wiener Ungerground, ein schmieriger Finanzhai und natürlich der smypathische Uni-Lektor.

Unbedingt lesen, wer urige hard-boiled Wiener Krimis mag!

Für immer tot: Ein Max-Broll-Krimi
Für immer tot: Ein Max-Broll-Krimi
von Bernhard Aichner
  Broschiert
Preis: EUR 12,95

5.0 von 5 Sternen Gewöhnungsbedürftig, aber faszinierend und originell, 5. Juli 2012
Mein erster Krimi von Bernhard Aichner.
Hat mir gut gefallen.
Ich brauchte ein bisserl, bis ich in den eigenwilligen Schreibstil des Autors fand, doch dann hatte mich die Geschicht auch schon gefangen genommen.

Der Totengräber Max Broll und sein bester Freund, der Ex-Fußballstar Baroni, sind schon ein merkwürdiges Pärchen. Beide lieben Horrorfilme und so sehen sie sich eines Abends in der Friedhofshütte einen Zombiefilm an. Über die Handlung wurde eh schon viel geschrieben. Nur soviel: sie baut sich Schritt für Schritt auf, wird spannender und Aichner baut viele Überraschungen ein. Sehr kreativ, der Mann!

Der Schmäh zwischen den Beiden gefällt mir gut, allerdings ist es v.a. zu Beginn ziemlich zermürbend, dass die Dialoge unkommentiert hintereinander folgen, zu minimalistisch für meinen Geschmack. Aber das ist eben ein Teil des eigenwilligen Stils. Der andere Teil ist, dass Aichner nur eine minimalistische Sprache verwendet, z.B. "Wie Max darüber nachdenkt, wie er zu Baroni geht, ihn in ein Gespräch verwickelt. Wie sie das Haus verlassen ..."

Gewöhnungsbedürftig, aber interessant.

Der Machatschek: Leichenschmaus
Der Machatschek: Leichenschmaus
von Franz Joseph Machatschek
  Broschiert
Preis: EUR 9,90

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Amüsanter Ausflug in die Wiener Unterwelt á la Wolf Haas, 4. Juli 2012
Rezension bezieht sich auf: Der Machatschek: Leichenschmaus (Broschiert)
Der Machatschek ist ein Wiener Original.
In einem eng bedruckten Heftroman von 62 Seiten erzählt ein anonymer Ich-Erzähler die Erlebnisse des Maurermeisters Machatschek, der durch ein Missverständnis für einen Auftragskiller gehalten wird.
Der Machatschenk, stets mit Hut und dunkler Brille unterwegs (weil er eine Sonnenallergie hat), dessen Hund ihn ständig in die Wade beißt, erhält Besuch von einer mysteriösen Frau, deren Mann er umlegen soll.
Dann wird er von Kevin, einem Wiener Türken entführt, weil er jemanden verschwinden lassen soll.
Ein gewisser Herr Deschek taucht auch noch auf, und ein gewisser Falco, der gar nicht tot ist.
"Leichenschmaus" ist ein turbulenter Krimi, der die Wiener Unterwelt gewaltig aufrüttelt.
Der Schreibstil erinnert sehr an Wolf Haas, einzig die Handlung könnte etwas zügiger erzählt werden, da sich der Machatschek oft mit langen Schilderungen aufhält.

Als Bonus zu diesem Krimi-Heft gibt es einen Rubbelcode, mit dem man/frau auf der Machatschek-Webseite 7 Songs zum Roman als mp3 runterladen kann.
Am Besten davon gefiel mir der Song: "I bin der Maurermasta, i betonier die Gfrasta!"

Uriges Wiener Lokalkolorit.

Urkraft Sex: Wie Sexualität unser Leben lenkt
Urkraft Sex: Wie Sexualität unser Leben lenkt
von Gerti Senger
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 21,95

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Interessant und erschütternd zugleich, 7. Mai 2012
Ein toller Ratgeber, der sehr locker und flüssig über das Thema spricht.
Viele Details kennt man zwar schon aus Büchern wie "Männer sind vom Mars - Frauen von der Venus" oder von den Kabarett-Programmen von Bernhard Ludwig, aber Gerti Senger schreibt darüber hinaus sehr interessant, pointiert, mit vielen Beispielen und Anekdoten.
Vor allen die großen Teile der "weiblichen Perspektive" und der "männlichen Perspektive" fand ich sehr interessant. Man lernt viel über das eigene und fremde Geschlecht, wie Männer und Frauen ticken, was sich im Hintergrund abspielt, auf einer biologischen und psychologischen Ebene.
Vieles wird sehr verständlich erklärt, und es ist ein Spaß, das Buch durchzulesen.
Ich habe es in wenigen Tagen verschlungen.
Doch auch kritische Stimmen kommen zu Wort, so über Trieb Täter und aktuelle Fälle in der österreichischen Geschichte wie über die Familie Fritzl.

Steirerherz: Sandra Mohrs zweiter Fall
Steirerherz: Sandra Mohrs zweiter Fall
von Claudia Rossbacher
  Broschiert
Preis: EUR 9,90

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Grauslich gut!, 21. Februar 2012
Wie kann eine so hübsche Autorin einen so grauslichen Roman schreiben?
Ha, ich meine das als Kompliment.
Habe ich seinerzeit für "Steirerblut" noch 4 Punkte vergeben, entreißt es mir hier glatte, total begeisterte 5 Punkte.

Der Roman ist kompromissloser, härter. Die Handlung hat mich mehr gefesselt, vielleicht liegt es auch an den brutalen Morden. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass ich die Figuren der Handlung bereits kannte (obwohl man "Steirerblut" nicht kennen muss, um der Handlung folgen zu können). Jedenfalls erscheint es mir, als habe sich Claudia Rossbacher mit diesem zweiten Teil "warm geschrieben".

Ein spannendes Buch, mit witzigen Untertönen.

Daumen hoch! Weiter so, Frau Rossbacher.

Unterm Messer: Ein Mira-Valensky-Krimi
Unterm Messer: Ein Mira-Valensky-Krimi
von Eva Rossmann
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,90

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Schwache Fortsetzung einer bisher gelungenen Serie, 28. Dezember 2011
Ich schätze Frau Rossbacher sehr, und habe schon viele Mira Valensky-Krimis gelesen und wurde von Mira und ihrer Haushälterin nie enttäuscht.
Was mir bisher besonders gut gefiel - nämlich das gemütliche typisch österreichische Flaire, das ich als Wienerin gut nachvollziehen kann, die vielen Gschichterln zur Hauptperson, das Kochen und das ganze Ambiente eben - musste ich hier vermissen.

Es scheint, als verließe dieser Krimi das bisher übliche Terrain und ginge in Richtung Thriller. Mira Valensky ist eifriger als bisher, da vermisse ich ihre Gemtülichkeit von früher.
Außerdem hat mich die Handlung nicht vom Hocker gerissen. Weniger die Handlung, vielmehr das Thema der Handlung. Ich will es nicht verraten, was sich in der Steiermark abspielt, aber einige Dinge sind doch schon sehr unglaubwürdig beschrieben.

Das nächste Mal bitte wieder mehr Valensky-Flaire.

Philosophenpunsch: Ein Wiener Kaffeehauskrimi
Philosophenpunsch: Ein Wiener Kaffeehauskrimi
von Hermann Bauer
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,90

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Geh, Leopold, an Melange, bitt'schön, 7. November 2011
Schauplatz ist das Kaffeehaus Heller in "Fluridsdurf", wo Kellner Leopold sich mit seinen Gästen herumärgern muss.
Eine Philosophenrunde trifft sich dort, dann wird eine Leiche gefunden - justament ein Fräulein aus diesem Zirkel.
Hobbydetektiv Leopold ermittelt.
Stellenweise ist der Roman etwas "zach", wenn man im Wiener Dialekt bleiben will. Ich damit sagen, dass es kein Pageturner ist, wie es so schön heißt.
Gut, das will dieser Roman sicher auch nicht sein - eher ein lokalkolorit Krimi mit viel Wiener-Flair und Dialogen und Pointen zum Schmunzeln.
Richtig spannend wird es meiner Meinung nach auch nicht, dennoch gebe ich 4 wohl verdiente Punkte her, weil mich das Buch trotzdem auf seine ureigene Weise gut unterhalten hat.
Ich habe es vermutlich gerade zur richtigen Zeit gelesen - kalt und trüb ist das Wetter - und bei dieser Lektüre und dem vielen Schnee kommt schön Vor-Weihnachtsstimmung auf.
Nur etwas für eingefleischte Wien-Fans und solche, die es werden wollen.

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