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Rezensionen verfasst von
Klaus Richter (Berlin)
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Der Trojanische Krieg: Mythos und Wahrheit
Der Trojanische Krieg: Mythos und Wahrheit
von Barry Strauss
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 9,95

3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Gruselig, 12. Juni 2011
Da fragt man sich als Verbraucher: Was soll das? Der Theiss Verlag - immerhin in Sachen Archäologie ein sehr renommierter Verlag - preist ein Buch über den Trojanischen Krieg an. Klar, warum auch nicht. Ist ja auch ein spannendes - und wie wir spätestens seit dem Buch von Raoul Schrott wissen - ein sehr kontroverses Thema. Fein, denkt sich der Kunde, ein Buch, das die neuesten Erkenntnisse über den Trojanischen Krieg behandelt. Weit gefehlt. Losgelöst von der archäologischen Faktenlage fabuliert der Autor herum, stellt den Trojanischen Krieg gerade als das dar, was er nicht wahr: Ein historisches Ereignis mit den Helden und Gegenhelden, die von Homer beschrieben wurden, als historische Persönlichkeiten. Was hätte man alles aus dem Thema machen können ... immerhin gab es militärische Konflikte um die Siedlung, die heute allgemein als Troja anerkannt wird; welche Rolle spielten die Hethiter? Waren es wirklich Mykener, die einen Angriff auf Troja führten? Oder ging Troja in den Wirren der Seevölkerwanderung am Ende des 2. vorchristlichen Jahrtausends unter? Wie man so etwas gut machen kann, hat Michael Wood mit seinem 1985 erschienenen Buch "Der Krieg um Troja" gezeigt. Leider hat der Autor dieses Buches das Thema völlig verfehlt. Da hilft es auch nicht, wenn der Klappentext den Autor als Professor für Alte Geschichte und Klassische Archäologie an der Cornell University (ausgerechnet!) anpreist. Es gibt weitaus bessere Bücher über Troja als dieses - und wenn sie, wie das von Michael Wood, schon älteren Datums sind.


Die Delegation
Die Delegation
DVD ~ Walter Kohut
Wird angeboten von Movie-Star
Preis: EUR 7,05

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr gut gemacht und immer noch zeitgemäß, 12. Juni 2011
Rezension bezieht sich auf: Die Delegation (DVD)
Gibt es außerirdische Zivilisationen? Kommen UFOs zur Erde und nehmen ihre Insassen Kontakt mit Menschen auf? Waren Außerirdische in der Vergangenheit schon einmal auf der Erde?
Diesen Fragen geht Rainer Erler in seiner spannenden Dokufiction nach. Gedreht 1969, zwischen den Flügen der Apollo 11 und 12, greift "Die Delegation" die damalige Aufregung über Weltraumreisen und möglichen Kontakt mit außerirdischen Intelligenzen auf. Und Walter Kohut macht seine Sache als Reporter Will Roczinski seine Sache so überzeugend gut, dass man glaubt, hier geht es um eine echte Reportage. So berichtet Roczinski am Anfang des Films über eine Veranstaltung der "DUIST" - diese Gesellschaft (Deutschen UFO/IFO-Studiengesellschaft e.V.) gab es wirklich, aus ihr ist die von Werner Walter und Hansjürgen Köhler betriebene CENAP mit Sitz in Mannheim hervorgegangen. Die CENAP versteht sich inzwischen als Gruppe, die UFO-Berichten sehr skeptisch gegenübersteht - bei der DUIST war das anders, wie man im Film sieht. Immerhin trat auf der Veranstaltung auch Hermann Oberth auf, der 1989 verstorbene Vater der Raumfahrt. Ob Oberth wusste, dass Roczinski in Wirklichkeit Walter Kohut war? Seis drum, durch seinen Auftritt wird der Film bereits zu Anfang geadelt.
Aufhänger ist eine Sendung des "Aktuellen Forums", die über den Tod von Roczinski bei San Diego berichtet und seine letzte Reportage über UFOs vorstellt - eigentlich gedacht als feuillitonistischer Beitrag. Aber Roczinski verstrickt sich mehr und mehr in eine Geschichte mit Zeugenberichten über merkwürdige Begegnungen, Vertuschungen durch das US-Militär und Geheimdienste, rätselhaften Artefakten, gewalttätigen Zeugen einer UFO-Sichtung und vieles mehr. Erler gelingt es meisterhaft, Fakten und Fiktion so geschickt miteinander zu verbinden, dass man die Grenze nicht mehr erkennt. Hilfreich daher seine Einführung in einem Extra zur DVD: Die Aussagen der Wissenschaftler sind echt.
Den Abschluss macht eine Reise nach Nazca in Peru, zu den berühmten Linien, die parawissenschaftliche Autoren wie Erich von Däniken inspiriert haben. Hier passieren eigenartige Dinge: Kontakt mit Außerirdischen? Das darf der Zuschauer entscheiden. Letzlich nimmt der geniale Film das Konzept, das später die Macher der Serie "Akte X" aufgegriffen haben, gekonnt vorweg. Es lohnt sich, diesen Film anzuschauen.


Exoplaneten: Die Suche nach einer zweiten Erde
Exoplaneten: Die Suche nach einer zweiten Erde
von Sven Piper
  Gebundene Ausgabe

21 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Hält leider nicht, was es verspricht, 9. Juni 2011
Ein Buch zum Thema Exoplaneten vom renommierten Springer Verlag - was will man mehr? Die Erwartungen, die ich in dieses Buch gesetzt habe, wurden leider enttäuscht. Ich messe dieses Buch an der Konkurrenz - hier die Bücher "The New Worlds" von Casoli/Encrenaz (auch bei Springer erschienen), Ken Croswell "Die Jagd nach neuen Planeten" (Scherz Verlag) und den Klassiker "Planetenjäger" von Reto U. Schneider (Birkhäuser Verlag). Und mit dieser Konkurrenz kann das vorliegende Buch nicht mithalten - daran ändert auch das Vorwort von Geoffrey Marcy nichts.
Das Buch will in das Thema Exoplaneten einführen. Das gelingt meines Erachtens nicht, denn der Leser, der mit dem Thema bislang nichts zu tun hatte und nun den Einstieg sucht, bleibt auf der Strecke - es gibt kein Glossar, in dem Fachbegriffe kurz erläutert werden. Ein Rezensent hat geschrieben, dies sei das beste Sachbuch, was er je gelesen habe - nun, mag er es so empfinden, für mich gehört zu einem richtig guten Sachbuch ein Literaturverzeichnis. Das fehlt hier. Statt dessen arbeitet der Autor mit Fußnoten - vieles davon aus Webseiten, allgemeinen Sachbüchern oder Zeitschriften ("Sterne und Weltraum"). Nur gelegentlich taucht mal ein Fachartikel auf, etwa aus dem Buch "Extrasolar Planets" (VCH, Mannheim 2008). Da darf man von einem Buch, das im Springer Verlag erscheint (und erst recht zu so einem spannenden Thema wie die Jagd nach Exoplaneten) mehr erwarten.
Völlig deplaziert empfinde ich das erste Kapitel "Die Geschichte der Astronomie". So etwas macht sich gut in einem allgemeinen Sachbuch zur Astronomie, aber bei so einem speziellen Thema wie Exoplaneten wäre es sinnvoller gewesen, den Fokus ausschließlich auf die Geschichte der Jagd nach Exoplaneten zu lenken (die ja auch spannend ist). Was sollen hier Stonehenge, die Scheibe von Nebra, Astronomie in Mesopotamien, Ägypten etc.? Es entsteht der Eindruck, das ursprüngliche Manuskript sei noch kürzer gewesen als ohnehin und das erste Kapitel dient nur als "Seitenfüller", um auf eine für den Verlag erträgliche Seitenzahl zu kommen (insgesamt sind es 216 Seiten). Oder wollte sich der Autor von anderen Autoren wie Croswell oder Casoli/Encrenaz abheben? Das ist ihm leider nicht gelungen.
Im Ergebnis also: Schade um das spannende Thema. Da hätte man weitaus mehr draus machen können.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 12, 2011 12:31 PM MEST


The New Worlds: Extrasolar Planets (Springer Praxis Books / Popular Astronomy)
The New Worlds: Extrasolar Planets (Springer Praxis Books / Popular Astronomy)
von Fabienne Casoli
  Taschenbuch
Preis: EUR 24,84

5.0 von 5 Sternen Bislang beste Darstellung der Suche nach Exoplaneten, 23. Januar 2011
Bis Anfang der 90er Jahre wusste man noch nichts von Planeten, die andere Sterne umkreisen - dann, ab 1992 - ging alles sehr schnell. Erst wurden Planeten dort entdeckt, wo man sie niemals vermutet hätte - bei einem Neutronenstern (dem Überbleibsel einer Supernova). Dann wurde 1995 der erste "echte" Exoplanet bei einem sonnenähnlichen Stern entdeckt - 51 Pegasi. Von da an ging es Schlag auf Schlag. Das Buch listet die ersten 200 Exoplaneten auf - mehr kann man als Autor nicht tun, denn es hagelt ja regelrecht Planeten: Inzwischen sind es an die 500, und es werden immer mehr - etwa dann, wenn die Daten der Raumsonde Kepler endgültig ausgewertet worden sind. Die Autorinnen beschreiben, wie sich die Systeme der Exoplaneten von dem unsrigen Sonnensystem unterscheiden, wie die Wissenschaftler sich die Entstehung solch bizarrer Systeme wie etwa 51 Peg erklären, wo ein jupiterähnlicher Planet seinen Stern in ca. 4 Tagen umkreist. Natürlich spielt auch die Suche nach Leben eine Rolle - denn hinter der Planetenjagd steht das eigentliche Ziel: Die Entdeckung einer zweiten Erde! Ein Kapitel über künftige Suchprojekte schließt das informative und lesenswerte Buch ab.


SETI - Die wissenschaftliche Suche nach außerirdischen Zivilisationen: Chancen, Perspektiven, Risiken (TELEPOLIS)
SETI - Die wissenschaftliche Suche nach außerirdischen Zivilisationen: Chancen, Perspektiven, Risiken (TELEPOLIS)
von Harald Zaun
  Broschiert
Preis: EUR 19,90

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gelungene Zusammenfassung eines spannenden Themas, 23. Januar 2011
Gibt es außerirdische Zivilisationen? Der Beantwortung dieser Frage widmen sich Forschungsprojekte, die gewöhnlich mit "SETI" umschrieben werden, hinter denen sich aber viele Bezeichnungen verbergen, etwa SERENDIP oder OSETI (= Optical SETI). Größtenteils haben sie eines gemeinsam: Die Suche nach Radiosignalen, die außerirdische Zivilisationen (so sie denn existieren) aussenden - größtenteils, denn OSETI geht einen ganz anderen Weg: Hier wird nach Lichtsignalen gesucht.
Dem Autor gelingt es vorzüglich, dem Leser die Faszination von SETI darzustellen und Licht auf den für den Laien bestehenden Wirrwarr dieser Projekte zu werfen. Er stellt die Geschichte der Suche nach außerirdischen Zivilisationen dar, stellt die Köpfe hinter den Projekten vor (natürlich hier - ganz klar - Frank Drake, aber auch Jill Tarter, der unverwüstliche Seth Shostak oder Carl Sagan und viele andere) und befasst sich eingehend mit den Mythen von SETI - die es ja inzwischen auch gibt. An prominenter Stelle steht hier das sogenannte "Wow-Signal", das von vielen als ein echtes Signal aus den tiefen des Alls bewertet wird (und etwa so von Stephen Hawking auf seiner DVD "Geheimnisse des Universum" verkauft wird), das der Autor aber kritisch hinterfragt. Gleiches gilt für das "Fermi Paradoxon", das Kritiker von SETI immer wieder gerne aus dem Hut zaubern.
Neben den "klassischen" SETI-Projekten, die sich mit dem Lauschen befassen, geht der Autor auch kritisch auf solche Projekte ein, die aktiv senden - denn hier könnten sich Gefahren verbergen.
Dass bislang das große Schweigen herrscht, muss also keineswegs bedeuten, dass es außer der unseren sonst keine Zivilisationen in der Milchstraße gibt. Neue Projekte sollen hier neues Terrain beschreiten: Vernetzte Radioteleskope auf der Erde, Intensivierung von OSETI (auch dieses Projekt soll bereits sein WOW-Signal haben), der Weg ins All, weg vom störenden Einfluss der Erde ... mit den künftigen Projekten will man sogar in der Lage sein, das normale "Rauschen" zu hören (Fernsehsendungen, Radio etc.), das eine Zivilisation wie die unsere absondert; bislang reicht die Technologie ja nicht aus, dieses "Zivilisationsrauschen" zu hören.
Kurzum: SETI lebt, auch wenn bislang kein Signal einer außerirdischen Intelligenz geortet wurde. Das Buch fordert dazu auf, die Suche nicht einzustellen, sondern weiterzuforschen, denn wer weiß: eines Tages vielleicht?


Prüfungsrecht
Prüfungsrecht
von Norbert Niehues
  Taschenbuch

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Standardwerk, 12. Januar 2011
Rezension bezieht sich auf: Prüfungsrecht (Taschenbuch)
Zu diesem Buch muss man eigentlich nicht viel sagen: Es ist ein "must have" für jeden Praktiker, der an einer Hochschule arbeitet und mit Prüfungsrecht zu tun hat oder als Rechtsanwalt auf diesem Gebiet tätig ist. Die wichtigsten Fragestellungen werden ausführlich besprochen, zahlreiche Verweise auf Urteile der Verwaltungsgerichte, Oberverwaltungsgerichte, des BVerwG und des Verfassungsgerichts runden das positive Bild ab. Auch für den Berufsanfänger ist das Buch sehr gut geeignet. Der Co-Autor Fischer ist zudem Richter am Verwaltungsgericht Berlin mit großer Erfahrung im Prüfungsrecht, die er hier einfließen lässt.


Die Wunder unseres Sonnensystems (+ DVD) [Blu-ray]
Die Wunder unseres Sonnensystems (+ DVD) [Blu-ray]
Preis: EUR 18,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Leider nur teilweise gelungen, 12. Januar 2011
Wer "Die Wunder des Sonnensystems" kauft, erhält zwei DVD: Den Film "Die Wunder des Sonnensystems" der BBC und "Nachrichten aus der Tiefe des Alls" (DCTP.tv). Die erste DVD darf als gelungen bezeichnet werden: aktuelle Forschungsergebnisse aus der Erforschung des Sonnensystems werden vorgestellt - und nicht nur der übliche Renner "Mars" oder "Titan", sondern auch die Sonne, Merkur, Venus, Jupiter und Saturn. Nicht fehlen dürfen auch die inzwischen üblichen Katastrophenszenarien (Asteroide) und die Suche nach außerirdischem Leben. Es gibt dazu die inzwischen üblichen, hier aber wirklich gelungenen Computeranimationen. Und man staunt, wieviel Antworten Planetenforscher auf der Erde finden ...
Bleibt abzuwarten, ob es irgendwann eine Darstellung spannender Forschungsergebnisse auch aus den Tiefen des Alls in gleicher Qualität geben wird. Auf die eingespielten Kommentare deutscher Wissenschaftler und Privatastronautinnen hätte man - vielleicht mit Ausnahme von Thomas Reiter - allerdings gut und gerne verzichten können.

Die zweite DVD "Nachrichten aus der Tiefe des Alls" geht schlichtweg gar nicht. Da muss man schon den mehr als eigenwilligen Stil von Alexander Kluge mögen - mir sagt der überhaupt nicht zu, selbst das Interview mit meinem ehemaligen Schulkameraden Prof. Mathias Steinmetz ist von Kluge - so empfinde ich es - gekonnt verhunzt worden. Der Mann kann seine Interviewpartner ja nichtmal richtig ausreden lassen, und der schrille Bilder- und Tonmix soll wohl Kunst sein ... ? Schade um die bisweilen wirklich interessanten Themen - so kann man spannende Astronomie kaputt machen.

Für die erste DVD gäbe es vier Sterne, für die zweite nur einen ... bleiben insgesamt nur zwei Sterne übrig. Schade.


Extraterrestrial - Auf der Spur der Aliens
Extraterrestrial - Auf der Spur der Aliens

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Spannende Spekulation, 17. Oktober 2010
Gibt es außerirdisches Leben? Bislang weiß das noch niemand, aber wenn die spannenden Entdeckungen im Weltall in dem rasanten Tempo weitergehen wie bisher, dann könnten wir es bald wissen. Da noch niemand ein außerirdisches Lebewesen gesehen hat, ist natürlich auch das, was diese Doku zeigt, reine Phantasie. Aber sie ist zumindest wissenschaftlich begründet. Genauso wie die beiden Welten, die der Film vorstellt. "Blue Moon" umkreist einen Gasriesen, der sich in der Ökosphäre eines Doppelsternsystems aufhält. Dass es solche Gasplaneten geben kann, das zeigen die Entdeckungen der Planetenjäger seit 1995. So mancher befindet sich in der richtigen Entfernung zu seiner Sonne. Nun sind Gasplaneten nicht für Leben geeignet - aber vielleicht die Monde (die bislang noch keiner nachweisen konnte - aber wer sich Jupiter und Saturn anschaut, wird kaum Zweifel haben, dass es sie gibt). Die zweite Welt, Aurelia, umkreist einen Roten Zwergstern, einen Sterntyp, von dem es im Universum Abermilliarden gibt. Aurelia umkreist seine Sonne so nah, dass eine Rotation wie die des Erdmondes gebunden ist und er seiner Sonne immer die gleiche Seite zeigt. Auch diese Welt ist denkbar, und vielleicht hat man jetzt mit dem Planeten Gliese 581g den ersten derartigen Planeten entdeckt. Beide Welten des Films weisen ganz unterschiedliche Lebensformen auf. Auf Blue Moon gibt es einen riesigen Urwald mit faszinierenden Lebensformen, während sich das Leben auf Aurelia auf die schmale Zone zwischen ewigem Tag und ewiger Nacht konzentriert. Die Lebensformen, die der Film vorstellt, mag es so oder ähnlich durchaus geben. Die Tricks sind manchesmal etwas grenzwertig, aber das tut der fantastischen Spekulation keinen Abbruch. Ganz sicher die vergnüglichste und fundierteste filmische Unterhaltung über Aliens bis zur Entdeckung der echten Außerirdischen ...


Kampf um Germanien - Die Varusschlacht
Kampf um Germanien - Die Varusschlacht
DVD ~ Christian Twente

54 von 57 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Einigermaßen gelungene Dokumentation, 21. August 2009
Rezension bezieht sich auf: Kampf um Germanien - Die Varusschlacht (DVD)
Die Dokumentation "Kampf um Germanien", die im Fernsehen im ZDF und auf ARTE lief, ist durchaus sehenswert und für die, die es mit der historischen Wirklichkeit und den archäologischen Forschungsergebnissen nicht ganz so genau nehmen wollen, ein spannender und kurzweiliger Zeitvertreib - die düstere Stimmung, die 9 n. Chr. während der Kämpfe geherrscht haben mag, kommt gut rüber, und untermalt wird das ganze von der Erzählstimme des Schauspielers Otto Sanders. Im wesentlichen hält sich die erzählte Story auch an die Quellen (Tacitus, Paterculus, Cassius Dio). Soweit, so gut.
Da mich römische Geschichte und vor allem das römische Militärwesen interessiert, habe ich mir natürlich die Dokumentation unter diesen beiden Gesichtspunkten sehr genau angeschaut und war enttäuscht über das Resultat.
Da wäre zunächst einmal die Darstellung eines Gefechtes römischer Legionen mit aufständischen "Barbaren" in Pannonien - ein anderer Rezensent hat darauf bereits hingewiesen: Vormarsch in Schildkrötenformation gegen so einen Gegner? Lächerlich. Brandgeschosse gegen feindliche Truppen? Sieht eindrucksvoll aus, gab es so aber nicht.
Ob Arminius nun wirklich als Kind von den Römern als Geisel genommen wurde, um sich die Fürsten der Cherusker gefügig zu machen, ist Spekulation und wird so durch die Quellen nicht gestützt. Und doch widmet die Doku dieser Spekulation breiten Raum. Gewiss ist, dass Arminius Soldat in einer Hilfstruppeneinheit ("Auxilia") war und Latein sprach - wo er das lernte und wie gut er sprach, ist nicht überliefert.
Mit keinem Wort geht die Doku auf das Motiv des Segestes ein, Arminius bei Varus zu verraten: Familienkrach (Arminius hatte sich die Tochter des Segestes geschnappt, die dieser einem anderen versprochen hatte) - ein wichtiger Grund, warum Varus nicht auf Segestes hörte.
Die Darstellung der römischen Soldaten ... naja: So in etwa mögen die Legionen ausgesehen haben, mit denen Claudius Britannien eroberte und Vespasian und Titus den Aufstand in Judäa 69/70 n. Chr. niederschlugen. Wir sind noch in der augusteischen Zeit - andere Helmtypen, üblich war der Kettenpanzer (obwohl es schon den Riemenpanzer gab) - die Schilde sahen so bestimmt nicht aus, wurden so auch nicht gehalten während des Kampfes. Rekonstruktionen von Fachleuten gibt es zur Genüge, hier hätte man gründlicher recherchieren können. Während des Marsches liefen die Legionäre des Varus auch nicht kampfbereit, sondern im "Marschoutfit" als "Maultiere des Marius" - davon berichten auch Quellen: Wegen des heftigen Regens sogen sich die Schutzhüllen, mit denen die Soldaten die Schilde während des Marsches versahen, so mit Wasser voll, dass sie schwer und unhandlich wurden - ein Plus für die Germanen, den römische Legionäre in Marschformation können sich nur schwer oder gar nicht eines Angriffs erwehren: Arminius wusste genau, wo und wie er die Römer treffen kann (das kommt in der Doku auch gut rüber).
Wie die Marschroute wirklich war, ist natürlich nicht bekannt, aber es gibt gute Gründe dafür, dass Varus vom Sommerlager aus (Vermutlich bei Minden) direkt am Wiehengebirge entlang ins Verderben lief - linker Hand die bewaldeten Höhen, rechter Hand Sumpfland, das nicht oder nur schwer passierbar war - dazwischen der "Hellweg", ein uralter Handelsweg entlang des Wiehengebirges, den wohl auch Varus genommen haben dürfte. Wohl kaum hätte sich ein römischer Feldherr mit drei Legionen und dem Troß dazu in dichten Wald, über Stock und Stein gewagt - so dumm war Varus gewiss nicht, so dass die Kampfszenen im dichten Wald zwar gut gemacht sind, so aber nicht stattgefunden haben dürften. Eher ist anzunehmen, dass die Germanen aus dem Schutz der Wälder heraus den römischen Heerzug (der viele Kilometer lang gewesen sein dürfte) immer und immer wieder angriffen und so nach und nach die Legionen aufrieben (was wiederum in der Doku auch gut rüberkommt).
Die Doku verortet das Gefecht bei Kalkriese - nur: Wo ist im Film der Wall? Dass Kalkriese durchaus der Ort der Varusschlacht sein kann, dafür spricht einiges (offene Fragen bleiben). Nur hätte man da doch etwas ausführlicher drauf eingehen können - die Bezugnahme auf die Fundsituation vor Ort kommt in der Doku einfach zu kurz.
Zum Schluss: Wenn schon so viel Wert auf ein mediengerechtes Reenactment mit Schauspielern gelegt wird, dann wäre es doch sicher angebracht, im Abspann wenigstens die Namen derer zu nennen, die die Hauptprotagonisten gespielt haben. Das fehlt leider völlig.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 10, 2010 8:32 PM CET


Die Varusschlacht: Der germanische Freiheitskrieg
Die Varusschlacht: Der germanische Freiheitskrieg
von Christian Pantle
  Broschiert

24 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Grossartig!, 20. August 2009
Viele Bücher sind anlässlich des 2000sten Jahrestages der Varusschlacht gechrieben worden - Christian Pantle hat dazu das beste geliefert. Ohne viel akademische Schnörkel gelingt es dem Verfasser, die politische und militärische Situation darzustellen, wie sie in Germanien zwischen 12 v. und 16 n. Chr. herrschten. Dazu gehört natürlich auch die Vorgeschichte, die bei Julius Caesar beginnt - der Eroberung Galliens und der Sieg über den Germanen Ariovist und seine Sueben 58 v. Chr. Erfrischend ist übrigens, dass Pantle Caesar als den Mann bezeichnet, der er vermutlich war: einen eiskalten, berechnenden Völkermörder - jemand, der skrupellos tausende von Menschen niedermetzelt, um seinen Zielen näher zu kommen.
Den Hauptteil des Bandes macht natürlich die Geschichte um Varus und Arminius aus. Pantle gelingt es, sich zahlreicher Spekulationen zu enthalten (wie etwa die über die Jugendjahre des Arminius als römische Geisel in Rom) und die "Story" trotzdem spannend und fesselnd zu erzählen. Durch diesen Schreibstil gelingt es dem Autor, den Leser mitten hinein in das Geschehen zu führen, das im Herbst 9 n. Chr. zu dem Massaker an drei römischen Legionen und dem dazugehörigen Tross führte. Zur der Frage, wo der Höhepunkt der Varusschlacht stattfand, positioniert sich Pantle ganz klar: Für ihn kommt - nach dem derzeitigen archäologischen Befund - nur Kalkriese bei Osnabrück in Frage. Auf die "Schlacht um die Schlacht" geht Pantle nur am Rande, dafür aber mit deutlichen Worten ein, in denen er sehr klar zum Ausdruck bringt, dass es sich eigentlich nur um regionale oder politische Eifersüchteleien handelt.
Das Buch endet nicht mit der Niederlage des Varus, sondern mit dem - letztlich erfolglosen - Rachefeldzug von Germanicus 16 n. Chr.
Positiv zu bemerken ist, dass der Autor Fragen wie etwa die militärische Taktik, die Diskussion um den "Schlachtplatz" oder Biografien gesondert in Kästen behandelt, so dass der fließende Text nicht unterbrochen wird. Als gelungen kann man auch den Beginn der jeweiligen Kapitelabschnitte bezeichnen - hier stellt Pantle eine kurze Chronologie der Ereignisse voran, so dass der Leser weiß, in welchen Jahren die folgenden Ereignisse stattfinden.
Insgesamt ein höchst erfreuliches Buch, das unter den vielen Publikationen zur Varusschlacht hervorsticht und dass man jedem, der sich für diese Thematik interessiert, nachdrücklich empfehlen kann.


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