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Rezensionen verfasst von
O. S. Dresden "maximilian-blum" (Dresden)
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Ein Tag wie eine Brücke (AMIGA) / Vinyl record [Vinyl-LP]
Ein Tag wie eine Brücke (AMIGA) / Vinyl record [Vinyl-LP]

5.0 von 5 Sternen Eigenwillig stark, 18. Juli 2014
Bernd Aust meint selbst "Wir wollten mit dieser Platte ein jüngeres Publikum ansprechen, was uns glaube ich nicht so sehr gut gelungen ist". Klingt nach einem bösen Omen, wenn der Frontmann der Band so etwas sagt. In der Tat mag man das selbst gesteckte Ziel verfehlt haben - junge Leute, die Rockmusik hören wollen, werden an der Scheibe keine Freude haben. Kein dreckiger Sound, keine scheppernden crash-Becken, kaum Bass, zurückhaltend gedrivte E-Gitarren. Wohlgestimmter, klarer Gesang, Melodie im Vordergrund, Groove eher Nebensache. Auf jeden Fall uncoole Mugge. Mein Gott, damit wollte Electra die Jugend anno 1981 erreichen? Man hörts vielleicht an den Texten, das wars dann aber auch schon.

Obwohl die Scheibe ihr Ziel offensichtlicht verfehlt, hat sie Charakterstärke. Man hatte dem Art-Rock nicht wirklich den Rücken gekehrt. In der konsequenten Zurückhaltung von allem dreckigen, das der Rock eigentlich mit sich bringt, liegt eine interessante Würze. Das gelungen Melodische tritt in den Vordergrund (wie fehlt es doch den meisten anderen Rocksongs!), anspruchsvolle Harmonien schwingen durch den Raum, eingebettet in eine sehr ästhetische Rockmusik. Dazu die aus dem Alltag gegriffenen Texte. Zuweilen wirkt alles etwas starr und unantastbar, doch daraus entsteht ein selten erlebtes Gefühl von Unnahbarkeit und Reinheit. Electra ging damals einen eigenwilligen Weg, die entstandene Musik ist kaum mit Material anderer Bands vergleichbar und daher auch schwer objektiv zu bewerten.

Aus meiner sich ist das Album als Gesamtwerk ein starkes. Einzelne Titel stechen eher weniger heraus. Der auch als Single ausgekoppelte Titel "fünf Uhr" war vermutlich als Disko-Kracher gedacht, konnte aus oben genannten Gründen aber gewiss nicht überzeugen. Für mich gipfelt die Stimmung in "Die Augen der Liebsten". Ein großartiger Song, einem Musikstil folgend, für den man keine Vergleiche in der Hand hat. Für mich ist es auf jeden Fall die letzte starke Electra-Platte, danach verschrieb man sich billigen Popsongs und kehrte dem Art-Rock den Rücken. Die Zielgruppe für Musik wie in vorliegendem Album war und ist klein, das dürfte klarstehen.


Electra: Tausend und ein Gefühl.AMIGA.(VINYL/ LP/ SCHALLPLATTE)
Electra: Tausend und ein Gefühl.AMIGA.(VINYL/ LP/ SCHALLPLATTE)
von ELECTRA
  Schiebebuch

3.0 von 5 Sternen Mittelprächtig, 18. Juli 2014
Vom spannenden Cover und vor allem dem Backcover hätte man sich einiges erwarten können - doch die Platte überzeugt leider nicht besonders. Vor allem dann nicht, wenn man mit Alben wie etwa "Casablanca" von City vergleicht, die in derselben Zeit in der DDR entstanden sind. Wie schon beim Vorgängeralbum "Augen der Sehnsucht" ist vorwiegend Popmusik zu hören. Der vielseitige Einsatz verschiedener Instrumente und Effekte, sowie die Abmischung des Sounds haben sich zwar zeitgemäß verbessert.
Doch für eine Pop-Scheibe fehlt ganz klar der Hit. Am ehesten kann vielleicht "Illusion der Nacht" als diskotauglich gelten. Die anderen Titel sind entweder nicht stark genug bewegend, oder aber verstören durch unpassend wirkende Texte. So ist es leider auch bei dem Titelsong "Tausend und ein Gefühl". Es fehlt der gewisse Kick, alles ein bisschen zu lahm und unspektakulär irgendwie. "Augen der Sehnsucht" war schon auf dem vorherigen Album drauf, meinesachtens ist der Remix auf dieser Scheibe weniger gut gelungen, denn der Sound passt hier schlechter zum Text. Im Song "Lebenslauf" gipfelt die Belanglosigkeit in Musik und Text in beinahe lächerlicher Form. Am Ende der Scheibe finden sich dann doch noch ein paar brauchbare Songs: In "hart auf hart" kommt Stephan Trepte textlich und musikalisch gut mit seinem Gesangsstil in Einklang, auch wenn das Thema des Songs ein wenig platt ist. Als recht gelungen erweist sich "Raus aus meiner Haut", endlich mal ein frischer Song der nicht erlahmend ist und nicht nur aus simpelsten Pop-Zutaten besteht. Schade dass Electra nicht mehr aus dieser Richtung geliefert hat. Zum Schluss mit "Wenn du verloren hast" noch ein nachdenklicher Song der zumindest nicht misslungen ist.

Alles in Allem ist die Scheibe eher ein Zeitdokument oder was für Ostalgie-Fans. Objektiv gesehen kann man das Album leider nicht wirklich empfehlen. Wer auf den diskotauglichen Titel "Illusion der Nacht" wert legt, kann diesen auf diversen Best-Of-Zusammenstellungen finden.


Grün und Blau (Buch & CD Version)
Grün und Blau (Buch & CD Version)
Preis: EUR 17,04

3.0 von 5 Sternen Feeling B entsteigt dem Grab..., 14. Dezember 2013
Rezension bezieht sich auf: Grün und Blau (Buch & CD Version) (Audio CD)
...und liefert noch n neues Album ab. Der Nekromant, welcher sich hinter dieser Auferstehung verbirgt, hatte selbst einen Teil seines Herzens in jener Grube liegen. Einen, der offensichtlich nicht ruhen konnte. Flake Lorenz kann nur das getrieben haben, und so mag die Reinkarnation ok sein. Wenn es Flake höchstpersönlich macht...

Von Außen betrachtet handelt es sich um weitgehend belanglosen Deutschpunk, dessen Restauration und Veröffentlichung den Aufwand nicht wert ist. Aber nein, hier geht es doch um Nekromantie - eine schöne Kunst wenn man sie beherrscht. Flake holt sich da etwas mit Geld nicht bezahlbares zurück - und einigen ehemaligen Fans sicherlich auch. Hochwertig restaurierte Feeling B - Songs, teilweise in bisher unbekannten Versionen oder völlig unveröffentliche Titel. Das ist doch schön. Obendrein bekommt man bei der Gelegenheit Flake umfangreich als Vokalisten im Studio zu hören. Außerdem eine nicht minder überraschende Aufnahme von 1983 "Grün und Blau", die so ganz anders daherkommt als das was man von Feeling B sonst so kennt. Ob es in der Anfangszeit Ambitionen auf Popmusik gab? Das ansich sehr schön nekromantierte Begleitheft beantwortet diese Frage leider nicht.

Leider ändert das Bemühen nichts daran, dass die Studio-Musik von Feeling B für sich genommen nicht viel mehr als nur eine Hülle von etwas anderem, großem war. Vielleicht, Flake, hast du den falschen Teil reinkarniert?


Wir Kriegen Euch Alle
Wir Kriegen Euch Alle

3.0 von 5 Sternen Das beste Feeling B - Album, 14. Dezember 2013
Rezension bezieht sich auf: Wir Kriegen Euch Alle (Audio CD)
1991 - eine wilde, orientierungslose Zeit in Ostdeutschland. Viele Künstler, das betraf auch die alternativen, hatten Schwierigkeiten, im neuen System kreativ und erfüllt Fuß zu fassen. Feeling B machten erst mal weiter und schrieben erst mal nen Song "Ich such die DDR". Und schienen sich in Hoffnung auf bisher ungekannte Möglichkeiten auch mal ernsthafte Mühe gegeben zu haben, ein gutes Album abzuliefern. Was sie weder davor noch danach taten.

So hat man sich im Vergleich zum 1989er Erstling stärker auf Punkrock konzentriert und den alternativ-experimentellen Teil verringert. Der Gitarrensound wurde allerdings etwas zurückhaltender und die Produktion insgesamt ohrenverträglicher. Die bizarren Keyboard-Einlagen blieben erhalten. Der Gesang war ebenfalls typisch - nämlich grottenschlecht. Allerdings sollte er im darauffolgenden Album sogar noch schlechter werden. Man könnte meinen, Feeling B hatte einen schlechte-Gesangspart-abliefern-Fetisch. Immerwieder machten die sich damit die eigenen Studiowerke zunichte. Naja, viell. war se doch nicht so wirklich da, diese eingangs erwähnte "Ambition"... Feeling B war eben in erster Linie eine Live-Band. Wenn man schaut, was Flake da mit "grün&blau" noch aus alten Aufnahmen rausgeholt hat, fragt man sich schon, was....

Alles in allem ist "Wir kriegen euch alle" das einzige Feeling-Album, das man von der Musik her durchaus empfehlen kann. Ganz netter Deutschpunk. Aber ein großer Kracher ist es auch nicht.


Die Maske des Roten Todes
Die Maske des Roten Todes
Wird angeboten von EliteDigital DE
Preis: EUR 165,95

2.0 von 5 Sternen Mittelalterrock der ersten Stunde, 14. Dezember 2013
Rezension bezieht sich auf: Die Maske des Roten Todes (Audio CD)
Musikhistorisch ist das Vorpreschen durch Feeling B in den Mittelalterrock als durchaus bedeutsam aufzufassen. Waren sie doch die ersten, die derartige Musik konsequent aufführten und in ein Album gossen. Die Produktion insbesondere des Gitarrensounds ist wieder mal (vermutl. wegen Paul) äußerst druckvoll geraten und mit den dominanten Marktsackpfeifen von Tippelklimper ergibt sich die neuartige Kombination, die In Extremo einige Jahre später wiederentdecken und zu kommerziellem Erfolg führen sollte. Feeling B selbst war offenbar klar, dass sich was verändern müsse, wenn man nicht im Orientierungschaos der frühen 1990er zerfallen wollte. Paul, Flake und Christoph Schneider, der zuletzt als Schlagzeuger wirkte, schafften den Sprung, indem sie sich von Feeling B und Aljoscha trennten, um in der Gruppe Rammstein eine neue Zukunft zu finden. Aljoscha hingegen irrte zunehmend einsam umher, ehe er im Jahre 2000 verstarb.

Zurück zum Album: Warum nur 2 Sternchen: Leider hat der gesangliche Part auf der Scheibe total versagt. Von Sänger Aljoscha Rompe war man schon einiges gewöhnt, aber dieser Gesang hier unterbietet noch das auf den zuvorigen Alben abgelieferte. Das macht im Grund die ganze CD zunichte. Umso positiver fällt das Instrumentalstück "Space Race" auf.


Feeling B
Feeling B
Preis: EUR 11,99

2 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Absolut Kult und ein Zeitdokument. Mehr nicht., 14. Dezember 2013
Rezension bezieht sich auf: Feeling B (Audio CD)
Wie soll man das bloß bewerten??? In Hinbick auf welche Zielgruppe - gibt es überhaupt noch Feeling B-Hörer, die neu hinzukommen? Und die, die Feeling B noch von früher kennen, die wissen ja eh woran sie sind.

Meine Bewertung bezieht sich daher einfach auf die nüchterne Betrachtung der Mugge als alternativen Deutschrock der 1980er Jahre. Und da steht Feeling B allen Kult und Erinnerungen zum Trotz eben nicht unbedingt fett da. Ok es war punkige Musik, dass die Songs simpel und schlecht gepielt sind (wie haben die bloß die offizielle Einstufung in der DDR geschafft!!) muss also nichts schlechtes sein. Und wie echte Punks lebten se, ja! Aber naja, man hat trotzdem das Gefühl dass Feeling B zum damaligen Zeitpunkt eine ganze LP eigentlich nicht verdient hätten. Die relevanten Songs hätten auch auf n AMIGA-Quartett gepasst! :D Achja, die CD hat 2 Titel mehr, die original Vinyl ging nur bis Nummer 12.

Musikalisch fällt die für DDR-Verhältnisse ausgeprochen druckvolle Produktion des Albums auf, das geht echt als Punkrock durch. Da soll Paul ja seine Finger im Spiel gehabt haben. Ach nee, Punkrock ist das nicht - man höre sich diese schrägen Synthie-Klänge von Flake an, was ist das denn!!! Genau, hört man bei Rammstein immernoch manchmal, solche merkwürdigen Melodien. Einfach genial. Und nicht nur DAS muss man unter Dadaismus verbuchen... der Gesang vom Aljoscha - hätte man den denn nicht wenigstens zur Einspielung im Studio das Bier wegnehmen können. Der muss doch schonwieder stockbesoffen gewesen sein so wie der singt.

Anstatt mal nen ordentlich eingespieltes "Unter dem Pflaster" bringt die Seite B einen Haufen dadaistische Klangexperimente... Dunstkreis "die anderen bands". Eigentlich ne interessante Basis, aber irgendwie ist da draus nix mehr so richtig geworden. Der Einriss der Mauer 1989 hat dann alles zerwürfelt, jaja.

Alles in allem ist die Platte ziemlicher Schrott. Man muss schon persönlich etwas mit der Zeit verbinden oder rein dokumentarisch daran interessiert sein, die Existenz von Punkrock in der DDR nachzuweisen. Ansonsten braucht man sich die Platte nicht zu kaufen. Achja, ein Hit ist sogar drauf, der hin und wieder mal irgendwo läuft und auf irgendwelchen PCs jugendlicher Menschen raubkopiert vorliegt: "Artig".

Mein persönlicher Höhepunkt der Platte: "Du wirst den Gipfel nie erreichen"


Erotik Classics - Beim Jodeln juckt die Lederhose
Erotik Classics - Beim Jodeln juckt die Lederhose
DVD ~ Franz Muxeneder
Preis: EUR 14,80

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Das Lachen kann man sich nicht verkneifen, 14. Dezember 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
So plattgewalzt die Klischees eigentlich sind - irgendwie bringt dieser Streifen einen doch zum Lachen. Denn er wartet hin und wieder dann doch mit überraschenden Ideen auf. Das skurrilste ist gegen Ende der Fund einer Erdöl-Lagerstätte mitten in den Alpen ein paar Meter unter der Erdoberfläche. Wahrscheinlich hätte man ohne die Ölkrise gar nicht auf eine so dämliche Idee kommen können. Schauspielerisch ist der Film überraschend besetzt, so sieht man beispielsweise Konstantin Wecker als Pseudo-Pornodarsteller.
Insgesamt ein hochgradig skurriler Streifen, der im Vergleich zu anderen Filmchen dieser Zeit auch heute noch einen gewissen Unterhaltungswert hat.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 11, 2014 1:43 PM CET


Erotik Classics - Graf Porno bläst zum Zapfenstreich
Erotik Classics - Graf Porno bläst zum Zapfenstreich
DVD ~ Rinaldo Talamonti
Preis: EUR 12,59

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Totalausfall, 14. Dezember 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
der Film kann höchstens zu rein dokumentarischen Zwecken noch von Wert sein. Auch in den filmerischen Grenzen der 1970er und dem Rahmen von FSK 16 enttäuscht der Streifen alle Erwartungen. Weder kreativ noch trashig. Der Streifen "Beim Jodeln juckt die Lederhose" hat da schon erheblich mehr zu bieten.


1995
1995
Wird angeboten von mario-mariani
Preis: EUR 49,50

5.0 von 5 Sternen Bestes Folk-Rock-Album, 14. Dezember 2013
Rezension bezieht sich auf: 1995 (Audio CD)
Aus der Zeit des punkigen Folk-Rocks von Subway To Sally ist das Album 1995 das gelungenste. Im Vergleich zum Vorgänger trat eine beachtlich deutliche Profilierung und Verbesserung der Klangqualität ein. Die nunmehr ausschließlich deutschsprachigen Texte ließen das lyrische Potential der Band zur Geltung kommen. Neben mittelalterrock-ähnlichen lyrischen Stücken sind auch noch einige eher punkige Titel ohne Bezug zum Mittelalter auf dem Album vertreten. So ist im Song "Grabrede" unter anderem von "Börsenmaklern mit Konto in der Schweiz" die Rede. So gegenwärtig zeigten sich STS erst auf "Engelskrieger" wieder, allerdings in einem gänzlich anderen musikalischen Kontext. Insgesamt ist beim Album 1995 der Einsatz von Folk-Elementen im Vergleich zu späteren Werken der Band maßgeblich - sie prägen sowohl die punkigen als auch die lyrischen Stücke.

Hervorzuheben sind die wunderschönen ruhigeren Stücke "Erdbeermund" und "Die Jagt". Das Album ist aber durchweg stark.

Dem 1996er Album "Foppt den Dämon" hat das 1995er den Vorzug, angenehm weich produziert zu sein. Es hört sich dadurch viel angenehmer an.


Foppt Den Dämon
Foppt Den Dämon
Wird angeboten von thomas-ruecker
Preis: EUR 7,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Mittelmaß mit Kultfaktor, 14. Dezember 2013
Rezension bezieht sich auf: Foppt Den Dämon (Audio CD)
Auf diesem dritten Album setzen STS das Konzept des punkigen Folk-Rocks fort. Wegen des stark abweichenden Stils vom Mittelalterock, wie ihn In Extremo später geprägt haben, wird das Wirken von STS dieser Zeit nicht diesem Genre zugerechnet - das sollte man als In Extremo-Jünger wissen, um vom Album nicht enttäuscht zu werden. Geige und Akustikgitarre sind eben doch etwas anderes als kräftige Marktsackpfeifen.

Dem Freund der Folkmusik wird der Stil des Albums dann allerdings wiederum zu rockig sein. Egal aus welchem Genre man kommt - eigentlich kann man sich das Album kaum im Ganzen anhören, da die Musik äußerst unhomogen ist. Zum Dudeln im Hintergrund ist sie daher nicht zu gebrauchen. Mangels Tiefgründigkeit und Atmosphäre ist sie aber auch für aufmerksames Anhören nicht wirklich geeignet. Die Titel "Traum vom Tod II" und "Maria" bilden dabei eine erfreuliche Ausnahme. Eric Fish scheint noch nicht so recht zu Selbstbewusstsein für seine markante Stimme gefunden zu haben - so erscheint STS auch hier noch recht unprofiliert und oberflächlich.

Warum gibt es dennoch 3 von 5 Sternchen - wegen des Kultfaktors. In der Live-Performance sind einige Stücke noch immer vertreten und kommen so auch viel besser zur Geltung als in den Studioaufnahmen. Der Titel "Julia und die Räuber" entwickelte sich in der STS-Fangemeinde gar zu einem ganz speziellen Favoriten.

Die Covergestaltung mit den digitalen Möglichkeiten der damaligen Zeit mutet aus heutiger Sicht reichlich primitiv an, aber so war das damals nunmal.

Insgesamt ein mittelmäßiges Album, das man sich nicht zu allererst kaufen braucht, aber immerhin einige interessante Stücke aufweist.


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